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Herr Juſtitz Rath von Börries in Stade |
Herr Henrich Morij Brun in Bremen
Herr Paftor Buchol; in Neuenkirchen
Herr Aeltermann Buhl in Bremen |
Herr Senator Doetor von dem Buſch in Bremen
u Hear Johann Chriſtoph Buſchmann in Bremen
Herr Johann Burtorff i in Bremen
Here Profeſſor Caſſel in Bremen
Hert Bruno Caſtendieck in Bremen
Herr Dapimann am Armenhauſe in Bremen
Herr Aeltermann Denecke in Bremen
Herr Camerarius Detelefi in Emden
Herr Syndiecus Dodt.in Stade \
Her Profeffor Docter Düfing in Bremen.
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Hr Senater Doctor Dwerhagen
Herr Candidat Eberhardi in Golzwarden
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‚Herr Doctor Herm. Henr. Schumader in Bremen |
Herr Doctor Albertus Schumacher in Bremen
Herr Amtmann Siegen in Kniephauſen |
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| Here Paftor Steffens in Stade .
Herr Luder Stord) in Bremen
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Herr Profeſſor Eberhard Tiling in Bremen | \ |
Herr Studioſus Johann Nicolaus Tiling in Lernen.
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Herr Johann Friedrich Trendtel in Jever ,
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Her Johann Michael Warneke in Voenen J
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Herr Caundidat Weſſelhoefft in Jorck |
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Here Richter, Doetor Schoͤne in Bremen
Herrn Syndici Schöne feel, Frau Wittwe in Bremen
Herr Schütte in Bremen
Herr Friederich Schulze in Bremen
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‚Herr Doctor Herm. Henr. Schumacher in Bremen
Herr Doctor Albertus Schumacher in Bremen
Ser Ammann Siegen in. Kniephauſen
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Here Paſtor Steffens in Stade |
Herr Lüder Stord) in Bremen
Herr Geheimter⸗ Rath. von Hellen in Bremen
Herr Poſt⸗ Commiſſarius Teuto in Mienburg
Spere Profeſſor Eberhard Tiling in Bremen
Herr Studioſus Johann Nicolaus Tiling in Bremen
Mſr. Friedrich Adolf Tiling in Bremen
Herr Johann Friedrich Trendtel in —
Herr Paftor Ummen in Jeer
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derer Herren und Gönner,
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Woͤrterbuch
— voraus bejablet haben.
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9 Acchivarius, Doctor Ahasverns in Bremen
Herr Regierungs⸗ Advocat Urmöfter in —
Herr Aſſeſſor Bacmeiſter in Stade
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Here Johann Albert Barmeier in Gottingen —
Herr Bernhard Ppilip Berdmeyer in Bremen
Herr Serretär Berens feel. in Bremen
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‚Her Zuſit— Kath von 1 Bigen in Deu
Her Juſtitz⸗ Rath von Börries i in Stade
Herr Sand Rath von Brock in Stade
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Kent. Paſtor Bucholʒ in Neuenkirchen
Herr Aeltermann Bubl in Bremen
Herr Senator Doetor von dem Buſch in Bremen
Herr Johann Chriſtopb Buſchmann in Bremen
Herr Johann Puptorff i in Bremen |
Herr Profeſſor Caſſel in Bremen —
Her Bruno Caſtendieck in Bremen IJ |
: Her Dabimann am Armenhauſe in Bremen
Herr Aeltermann Denecke in Bremen
Herr Camerarius Derilefii in Emden . =
- Her Syndicus Dodt in Stade
Her Profeflor Docter Düfing in Bremen
Herr Paftor Diüfing in Bremen
Herr Senator Doctor Joh. Dune in Bremen.
Herr Smaty Doctor Dwerhagen |
Here Candidat Eberhardi in Golzwarden u
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Herr Senator Doctor Eelking in Breu
Hei Hof: Nath von Finckh in Stade
‚Her Aeltermann Focke in Bremen
Ken Advocat Frerichs in Jever
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Herr Senator Doctor Geöning in bremen
Herrn Doctor Hafen feel, Erben in Bremen
Herr Baron von Hammerſiein. in Lorten Dur
- Herr Doctor Hanſen in Hoha
Herr Droſte von Haren i in Jorck
Herr Doctor Daniel de Haſe in Bremen Ä
Herr Pafter von Hemoeſſen in Bremen
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Here General : Kriegs : Sommiferins. u von Sr in
Oldenburg | |
Kur Apotbefer Henſchen in Brenen
Herr Henrich Heymann in Bremen -
Here Senator Jacolſin ſeel. in Bremen
Herr Conſi iftorial: Aſſeſſor Janſon in Golzwerden
Herr J. C. T. Jaſpers in Bremen
Herr Conſi ſtorial⸗ Aſſeſſor Ibbeken in Prnsurg
- Hear Senator Doctor Iken in Bremen
Hear Doctor Klugkiſt in Bremen
Herr Koſter, Schul⸗ College in Bremen
Herr Nicolaus Kulenkamp in Bremen -
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Herr lambert Lamberts, Jacobs Sobn, in nm |
Herr Jobann Henrich Lamberts in Bremen |
Herr Johann Jaeob Lange in Bremen
Herr Aeltermann Jobann Lange in Bremen |
Her Senator Doctor von fine in Bremen —
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Herr Recon longoliue in Hof. —
Herr Henrich Manuel in Bremen
Herr Gottfried Martens in Bremen .
Herr Buͤrgermeiſter von Meinertshagen in Dramen. .
‚ Kerr Senator Daniel Meinertspagen in. Bremeũ .
Herr Apotheker Melm in Bremen a
Herr Goͤtje Menke in Bremen ——
Herr Aeltermann Merrem in Bremen
Herr Senator Doctor Caſparus Meyer in Bremen
Herr Henrich Meyer in Bremen | | ”
Herr Präfident Mindemann in Bremen.
Herr Doctor Nonne in Bremen —
Herr Senator Nonne in Bremen
Herr Doctor Oelrichs i in Bremen .
Herr Rath Oelrichs in Bremen |
Herr Paſtor Olbers in Bremen
Herr Aeltermann Werner Poppe in Bremen |
Herr Syndicus, Doetor Poſt in Bremwen
Herr Archivarius, Doctor Poſt in Bremen
Herr General; Supeeintendent Pratje in Stade.
Herr Senator, Doctor Pundſack in Bremen
Herr Aeltermann Ratjen in Bremen |
Herr Senator, Doctor Rhode in Bremen
\ Her Doctor. Hieronymus Rhode in Bremen
Herr daten Sariäiper in Bremen
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‘ ’ Here Richter, Doetor Schoͤne in Bremen —
Herrn Syndici Schöne feel, Frau Wittwe in Vranen
Her Schütte in Bremen 0.000,
Her Friederich Schuße in Bremen — | u
Frau Sufanna Schulzen in Bremen a
Herr Doctor Herm. Henr. Schumacher in Bremen
Herr Doctoe Albertus Schumacher in Bremen
Herr Amtmann Siegen in · Kniephauſen
Herr Canzley⸗ Director von Stade in Stade E tn
Her Paftor Steffens in Stade
Herr Luͤder Stord) in Bremen
Her Geßeimter: Rath von’ Heilen in Beinen
Herr Poft: Commiffarius Zeuto in Nienburg -- —
Herr Profeſſor Eberhard Tiling in Bramen ; J
Herr Stubioſus Johann Nicolaus Tiling in ; Bramen
Me. Friedrich Adolf Tiling in Bremen ?
Herr Johann Friedrich Trendteli in Jene,
Herr Paftor Ummen in Jever
Here Warnefe in Be tn
| Herr Johann Michael Warneke iı in. Senn | {
Herr Secretaͤr Wehber in Stade \
Herrn Senatoris Dock, Meirpie feel, Grau Wiew⸗ in
Bremen
Herr Regierungs⸗ Star von Werſabe in Stade |
Herr Candidat Weſſelhoefft in Jorck |
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Herr Senator Wichelhauſen in Bremen Ey | | = i —
Herr Studioſus Wienholt in Bremen. % Er 3
Herr Hauptmann Wilhelmi in Bremen
Herr Senator Wilkens in Bremen , |
Herr Aeltermann Henrich Wilkens in Bremen
Herr Jobann Gerhard Wilkens in Bremueee
Herr Johann Chriſtopb Willmannsi in in Beenten |
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Gloſſ. Boxh. laffu, lambo. Fr. laper,
ſchlabben, lecken wie die Hunde. Cambr. laib,
lin&us. Zu der Familie diefes Wortes gehören |
die Hochdeutſchen Lippe, Lefje, in Vocab, Theu-
thon. Lebbe: Laffe, Töffeln oder Ieffeln, proca-
ri: und unfer Lobbe, dicke Lippe, und das gleich
folgende Laffert: — Zweifel auch die fat. la-
bium, labeo, lambere, libareu.d.g. Wir.
machen auch Abgeleitete von diefem Worte mit
Vorſetzung des f und ſ als Flabbe,. dicke tippe;
flabben loͤffeln: und ſlabben, auflecken wie
ein Hund: welche unter ihren Anfangsbuchſtaben
angefuͤhret find. Dat Kind ligt un labbet un
labbet: it. Dat Kind labbet man an dem Ti
te: das on ſauget nicht recht ſondery woher
| a —
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ru ” | J Lan. Lin, Lan:
nur an der Beuſt herum⸗ Man braucht dieß Woet
anuch im veraͤchtlichen Sinn von dem Loͤffeln oder oͤf⸗
! teren Kuͤſſen ber Verliebten: in Hamburg libbe⸗
labben.
2) plaudern gehen. Sol laffen. Dem. Friſch fin: u
pr ‚bet man auc) Die veralteten: laferen und lafern in
derſelben Bedeutung. Wir ſagen ſonſt auch la⸗
veien. ©. unten an feinem Orte. Die Holläns
der nennen eine Plaudertafche ene Labbei.
Laffert, ein kaffe, Lecker. Won obigem labben. Da⸗
ber das Hochdeutſche läppifch. ‚Een j jungen Laf⸗ J
fert: ein junger abgeſchmackter Bengel, der fi ich
"wie ein faugendes, Kind auffuͤhret.
'LABBERDAAN, eingefalzener Kabbeljau, ober Stock⸗ |
ff. Morrue. H. Abberdaan. E. Habberdine.
Vocab, Theuth. Lobben, groffe Stockfiſche.
Lacsen, laden. ‚Cod. Arg. hlahjan. A. ©. hla= \
‚han, hlihan. €, laugh. S. Wachter, - Dat
, bare Geld dat lachet: banres Geld hat eine groffe
Meizung; oder: macht, daß ein Verkauſer ſeine
Waare wohlſeiler los ſchlaͤgt. nu
Belachuk, laͤcherlich, Auslachens würdig.
: Grif- lachen, ſpoͤttiſch Lächeln. nequiter fubridere. .
Grim- lachen, daſſelbe. it. vor Zorn und VNaqhſucht ir
, J “hen,
Smunfter-lachen. ©, SMUNSTERM.
Lache-baard, einer ber immer lachet, oder eine lachelnn |
de Miene zeiget. . ’
Jane, 1.) alles was das. hochdeutſche Labe bezeichn
kinſonderheit aber, eine Anſtalt zum Beſten 4
Witwen, oder derer, welche die Ihrigen verlieren‘.
| welden
|
-ABBEN, 1.) lecken, herum lecken. A. S.
lappian. E. lap. Alt⸗fraͤnk. laffan, laffen.
Gloff. Boxh. laffu, lambo. Fr. laper,
fchlabben, lecken wie die Hunde. Cambr. llaib,
lin&us. , Zu der Familie diefes Wortes gehören
die Hochdeutſchen Lippe, Lefze, in Vocab, Theu-
thon. Lebbe: Laffe, loͤffeln over Ieffeln, proca-
ri: und unfer Robbe, dicke tippe, und das gleich
folgende Laffert: ohne Zweifel auch die far. la-
bium, labeo, lambere, libarew. d.9.. Wir.
machen auch "Abgeleitete von diefem Worte mit
Vorfeßung des f und ſ als Flabbe,. dicke Lippe;
. flabben, 1öffen: und flabben, auflecken wie
ein Hund: -mwelche unter ihren Anfangsbuchftaben
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ax, Mangel, Gebrechen, Tadel, vitium, So fire.
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ſeinen Nein: erbetenen Sranten, , in eines anderen.
Haus gehet/ und ihn ſchlaͤgt.
"Lars eine Zubereitung, welche die. Mitch gerininen
macht. S. Lese. Daher ift vielleicht:
Latf, adj. und adv. ungeſchmackt, ungeſalzen. R. und S.
LaAFFERT, von laffen, lecken. S. unter LABBEN.
LarrmaRnıG, feige, Iſt auch Holländifh, Etwa
auch von laffen oder Jabben: fo daß es einen Men⸗
| ſchen bedeutet? der, wo Herzhaftigkeit erfordert
wird, ſich bloͤde und furchtſam begeiget, wie ein
Kind, das ned fauget. -
Lane, niedrig. Es iſt bolandiſch; und wird, auſſer
von den Sgiffleuten, wenig gebrauchet. Bir ſa⸗
gen dafuͤr leeg.
Las, Gelag, eine Zecht, eine Geſellſchaft, wo ein je⸗
der ſeinen Theil zu der Zeche erleget. compotatio,
erlegen F zulegen.
Lages- broer, Zechbruder. Der Ausdruck Be is een
goden Lages⸗ broer, tadelt bisweilen ‚ bisweilen -
auch nichts er ift ein Menfch, der beftändig.in Ge⸗
ubi ſymbolæ conſeruntur. Von leggen, legen, j
ſellſchaften lieget. it. er if ein guter Mont in Gr
fellfchaften..
Laer mit feinen zufammengefegien, f. unter Learn. \
LAGEBANK, oder Lakeband, groſſer Toͤlpel, ein
| langer fauler Schlingel. In Hamburg. R.
Luduu G. Lesen.
LAAX, laulich, ſchwul. Im Chur: Braunfchw. wie Ä
fagen ſlak oder fluf, in fluf- warm, ſchwul.
bet es ſch auch I dem alten Vocab, - Theuthon,
Daar
Da a | Lin. no u 5
Daar is fien af: an: daran iſt fein Fehler, niches
zu tadeln. Een Lak in de Ware ſmiten: einen
Tadel an der Waare finden; j berfelben einen boͤſen
Namen machen. Man ſagt gemeiniglich, obwol .
unrecht: enen Klak daarin fmiten.
Läken, tadeln, verachten. Lake, Laken Chaucero
eft vituperare, reprehendere, maledicere. Jun.
Etym. Angl. Es iſt auch bey ben Hollandern ge
braͤuchlich. T'is mi eens, of mi ene Hore las
ket, edder een Schelm havet: ich achte fo wenig
auf den Tadel, als auf das Lob, laſterhafter Per⸗
ſonen. De ene lavet em, de andere lafet em:
j laudatur ab his, culpatur ab illis. u
Lak-chauen,, Belak- ſchauen, mit aadelſuchtigen J
Augen vbeſchauen. ſPectatim & vituperakum
ventre. u
Lake, 1.) Pfüge, kache, , Sumpf. R Siehe auch
Wachter unter Lache, welcher die Woͤrter aus den
verwandten Dlalekten anfuͤhret. Beſonders heißt
es bey uns eine niedrige ſuͤmpfige Wuſe, ds:
Hau⸗lake, wo Gras zum Heu waͤchſt.
2) Salzwaſſer, Pokel. RK. —— B
Laxen,' Tuch, inſonderheit wollen. Tuͤch, pannus. F
He weet dat Laken to ſcheren, dat kine Wulle
daaran blift: ex ſcheret ſcharf bey der Haut. Dat
| . rit al to veel in't Laßen: das foftet gar zu viel.
u; fee wol, wo dat Lafen ſcharen is: ich ſehe
— *— wie es mit der Sache beſchafſen iſt. Bed⸗ I
de⸗ laken, Bettuch. Diſk⸗laken, Tiſchtuch. Die
Def Jagen, noch bafie im einigen. mmſammen |
* u Lar. Lae. Lax. |
. feinen- * erbetenen Freunden, ; in eines anderen. |
Haus gebe,” und ihn ſchlaͤgt. F
“ Larr,. eine Zubereitung, welche die. Milch gerinnen j
maacht. S. LEBBE. Daher iſt vielleiht
Laff, adj. und adv. ungeſchmackt, ungeſalzen. R. unds.
‘ Larrerrt, von laffen, lecken. ©. unter LABBEN.
Larrnartıc, feige. Iſt auch Hollaͤndiſch. Etwa
auch von laffen oder labben: fo daß es einen Men⸗
ſchen bedeutet; der, wo Herzhaftigkeit erfordert
wird, ſich blöde und furchtſam bezeiget, wie ein
Kind, das nad) fange. .
Lass, niebrjg. Es iſt hollaͤndiſch; und wird, auſſer
von bei Sgiffleuten wenig gebrauchet. Br, fas
gen dafuͤr leeg.
Las, Gelag, eine Zeche eine Geſellſchaft, wo ein jes
7° der feinen Theil zu ‚der Zeche erleget. \compotatio,
ubi fymbolse conferuntur. Bon leggen, legen,
erlegen, zulegen. £
Lages-broer, Zechbruber. Der Ausdruck: He is een
goden Lages⸗broer, tadelt bigweilen, bisweilen
auch nicht: er iſt ein Menſch, der beſtaͤndig in Ges
ſellſchaften lieget. it. er it ein guter Mann in Ge
ſellſchaften. |
Laae.mit feinen zufommengefeßien, ſ inter Learn. u
Lagesank, oder Lakeband,. groffer Toͤlpel, ein
| langer fauler Schlingel. In Hamburg. R.
Läcku’ ©, Lee . Er
LAAx, laulich, ſchwul. Im Chur⸗ Braunfchw. air |
2. Tagen flaf oder ſ uf, in ſſuk- warm, ſchwul.
Lax, Mangel, Gebrechen, Tadel, vitium. So fin⸗
| det es ſch auch a dem alten Vosab, Theuthon,
Daar
. \
Eu | Lan. | 5
Daar is kien Sof: an: daran iſt rein Fehler, nichts
zu tadeln. Een Lak in de Ware ſmiten: einen
Tadel an der Waare finden, derfelben einen boͤſen
Dramen machen. Man fagt gemeiniglich , obwol |
uinrecht: enen Klak daarin fmiten. |
Laken, tadeln, verachten, Lake, Laken Chaucero
eft vituperare, reprehendere, maledicere. Jun.
Etym. Angl. Es ift auch bey ben Holländer ge
braͤuchlich. T'is mi end, of mi ene Hore las
fet, edder een Schelm lavet: ich achte fo wenig
auf den Tadel, als aufdas Lob, laſterhafter Per:
fonen, . De ene Iavet em, de andere, lafet em:
laudatur ab his, culpatur ab illis. .
Lak- fchauen, Belak-fchauen, mit tadeifüchtigen r
Xugen beſchauen. ſpectatum & vituperatum
| venfre. =
Lak, ı.) Pfüge, kache, , Sumpf. R Siche auch
Wachter unter Lache, welcher die Wörter aus den
verwandten Dialekten anfuͤhret. Wefanders beißt
es bey uns eine niedrige fümpfige Wieſe, als:
Hau⸗lake, wo Gras zum Heu woͤchſt.
2.) Salzwaſſer, Poͤkel. R. —
LakeEn, Tuch, infonderheit wollen. Tuͤch, pannus.
pe weet Dat Laken to feheren, dat fine Wulle
daaran blift: er ſcheret fcharf ben der Haut, Dat
: rit al to veel in't Laken: das Fofter gar zu viel,
Of ſee wol, wo dat Laken ſcharen is: ich ſehe
wohl, wie es mit der Sache befchaffen iſt. Bed⸗
de⸗ laken, Bettuch. Diſk⸗laken, Tiſchtuch. Die
Dorfen Jagen, noch dofie in einigen jufommene
Be © — u \ |
RR ein Gewirke, deſſen Scherung hanfen
Garn, der Eintrag aber von Hoͤden, oder Flachs iſt.
Zeſchen ah als geilad: von bein alten Iah«
han, legen , auflegen.
Wuli laken, ein Zeug, deſſen Sceung feinen, und
der Eintrag mollen.if,
Laxx, Siegelwachs. Lo jakken zuflegeln R. Es
bat den Namen von der vornehmſten Materie, wor⸗
aus es gemacht wird, einem Gummi aus Oſtin⸗
dien, Gummi laccæ in tabulis, von uns gemei⸗
u niglich Schell⸗lakk, genannt.
_ Laxsuoos, Lakkmuus, Lakkmoos-blai, ‚eine
aus gewiſſen Kräutern gefochte blaue Farbe, die
ins Violttte fälle, die man beym Weiffen der Wäns
de unter den Kalk mifchet: von einigen lacca mu-
ſica genannt. Von Lad, Stal, lacca, Arab.
lach, weiches eine rothe Farbe bedeutet: und
BR ein Brey, weil es zum Dicken Brey ger
kocht, und hernach in Jänglicht viereckigen Stücken
| getrocknet wird. J
Laxs, auch Läks und Läke:. ein Idiot, unwiſender
Bengel, fauler Schlingel, Toͤlpel. Wer ſollte
unter dieſen Ehrentiteln einen jeden Laien ‚ ginen
vom weltlichen Stande, fuhen? Und dennoch ife
aks oder Laͤks, in feiner urfpeänglichen Beden⸗
tung, nichts anders _als Laie, und das zuſammen⸗
gezogene laicus. In einer nieberländifchen zu Ant
. werpen gedruckten Bibel ift Up. Geſch. IV, 13. das
Wort Leeke fuͤr Laie gefeßt, Die Schwedifche Ue⸗
berſetzung hat Leekmän: bie Dänifche Legfolck.
Die ürſache/ warum das Wort laicus, 5. Lits, eis
| ne
Ze PP 2
ne 1 Rhimpfende Bedeutung angenommen, iſt in dem ==
ermfeligen Stolze der dummen Mönche zu fuchen,.
Denn da in den vorigen Zeiten der unwiſſenheit
und Barbarey wenige Laien fo viel Woͤrter von dem
barbariſchen Latein innen hatten, als bie Klerifey;
dieſe hergegen darin ihre Gelehrſamkeit ftelfte, und,
ihren Ruhm und Anſehen fuchte; fo verachtete fie -
alle Laien gegen fich. Wenn man noch dazu beden: ⸗
fet, daß gemeiniglich ein bitterer Haß zwifchen den
. Geiftlichen und Laien, wenigftens den Groffen.und
Mauaͤchtigen unter den letzten, herfehte, Der fo weit
Hing, daß es ein Axiom des canonifchen Rechts ge⸗
worden: Laicos eſſe Clericorum inimicos: die
Laien wären Feinde der Kleriſey; fo kann man fi ch
ohngefehr die ſpoͤttiſche Mine und den veraͤchtlichen
Ton vorſtellen, womit ein Pfaffe das Wort laicus
ausgeſprochen habe. Nach und nach iſt es zu ei⸗
nem foͤrmlichen Schimpfworte gediehen. Man ſe⸗
he das Gloſſar. des Am; Haltaus indem Worte
Lay. : Unfere Geutige bremiſche Laien find fo we
N
nig getwiffenhaft, daß fie die eigentliche md ur: "'
forüngliche Bedeutung des Worts gerade verkehren,
und mol einen. faulen Mönch enen fulen zars .
nennen, Bu
Lämpx, Lemede,- und Lämnis, Berläßmung. In J
der Verordn. des Raths, wodurch die ſogenannten
5 Stücke ohne Gnade gemildert find, , von 1592,
beißt es Art. ı. So wor jemand unſer Borger
den andern mit Füften fleit edder flött, darvan
nene Wunde edderLemniffe tho bewifenze. Alt i
Frieſ. Lemelſa, Lemethe. Im uralten Frieß
En Yadıt, >
2 — " Lam.
landr. aber mit Vorſehung des w, Wlemelſa.
mit Ausſtoſſung des T'Haben- fie anſtatt wle⸗
u 'meth, gelaͤhmet, verlegt, wemed, und weemd '
geſaget, und Weme- ftatt: Wlemelfa, Lähmung.
Bir merken Dieß zu dem Ende an, um die Ueber:
einkunft des A. S. zu zeigen, tie feltfan es auch
Ä - einem Ungeuͤbten fcheinen mag. Denn im A. S.
0 u it Wamme baffelbe mit Weme,'Wlemelfe, Le-
u ‚ melfa, und unferm Laͤmnißs. ‚Wlite-wamme, _
J GFrieſ. Wiyte-Wlemelfa, eine Verletzung im Ge⸗
I fi ichte ober an einem andern Orte, die man nicht mit
F . „Kleidern oder Haaren bedecken kann. Dieß Behr -
ſſſpiel iſt lehrreich für diejenigen, welche meinen, die
Wortforfcher gingen zu weit in Auffuchung der '
Verwandſchaften der Wörter in verfchiedenen Dia:
lekten. ©. von Wicht Oſtfr. Landr. p. 726. ſqq
J Stodt- lämde, die Verläpmung oder Befchädigung ei⸗
nes Öliedes durch einen Stoß, oder Schlag, Nah
- einem Vertrag der Stade Bremen mit den Wurſt⸗
frieſen von 1406, beym Renner, follte eine Stodt⸗
lcemede gebetert werden mit 6 Mark. Wan es
abber eben daſ. heißt, daß eine helpende Semede
ſaollte gebuͤſſet werden mie 3 Marf, ſo fraͤgt fih,
was helpende Lemede⸗ ſey? etwa eine ſolche, die
wegen gewiſſer Umſtaͤnde einige Nachſicht des Rich⸗
‚ters erfordert. S. Haltaus unter Helpend.
Laam-lenned, ſ. unter Lenoe. |
Lang, Dat Iopt up een Lami uut: das dewinnet |
| endlich ein fchlechtes Ende, | S. von dieſem Worte.
Wachter und Friſch.
Laum,. Bä-lamm, dam, Lunnchen: iſt auch ein
> nu u Schmei⸗
— —
1
— Lam. Lan. 0
Sqmeichelwort gegen Kinder, und geliebte Perſo⸗
nen. Die Sylbe Baͤ iſt eine Veachahmuns des
Gebloͤckes der Laͤmmer. |
- Lämmerken, diminut.: plualis numeti..
1.) Laͤmmchen.
2.) die Fleinen weiffen Wolken, welche bey hellem Wet⸗
ter, wie eine Heerde Simmern, am Himmel zu ſehen
- fir. 2
3.) die Käßlein an den Haſelſtauden: julus, panicula.
Lammen, Laͤmmer werfen, agnum parere. Wen de
Butkke nu lammeden, fo gingen de. Schape
guͤſt: pflegt man im Spott und Unwillen einem. zu
antworten, der uns mit ſeinen Einwendungen und
Schwierigkeiten, die er mit Ben, Wenn aber .
anfängt,. martert,
Lamm, ein Hamen,. oder Ne in einem dreyeckigen
Rahmen, mit einer langen Stange. Zieglers Id!
Ditm. |
Länmer, Deferflinge, R. Hol. Lemmer. lat. la-
mella.
Lammpar für Lambert. Lammert van der Sieh holt u
den Kopp up.ener Sied: fage man von einem,
der den Kopf fchief traͤg t.
Lampz heißt in dem fabelbaften Thierteiche der Haſe.
Lann, tand. Landes Wiſe, Landes Ere: laͤndlich
ſittlich. Land blift Land, Land lopt to'm Siel
nig uut: Ländereien find die ſicherſten Beſitzungen. —
PER Aflandsk, wird der Wind genannt ‚wenn -
er vom Ufer oder Lande abſtehet.
‚Butenland, Borland gegen ben n Strom, 2 aufrheb des
Deiches . |
—6 ⁊ 5 2. and
0
10 BE Lam |
| “Inlind, "das Sand in einet Deich, oder Sid. acht, |
bewohnet ift, oder einen Herrn in der Gemeinheit
hat, der zu nachbarlichen præſtandis verbunden iſt.
Br. iſt bey unſern Nachbaren das Land in einer”
Meenheit,. oder Commune, als in einer Siel⸗
acht, fo feinen Herrn innerhalb der Siel⸗gcht
Bat, oder worauf fein Haus ift, oder.anderer Ur⸗
fahen halben zu den natural- præſtandis nicht
verbunden iſt, fondern dafür Doppelte Anlagen ber _
zabler,
5 Unland gering, ſchlecht fand, ſo keinem Lande gleich
zu achten, das nachbarliche saften ober preoftanda
wagen koͤnnete. N
J Vörland, die gränen Ufer, oder das Soße Land auſſer⸗ |
haalb eines Deichs. Sonft auch Groden, Groen,
Buten⸗diek, Buten⸗ land, Wurp.
* diek. S. Binner-diek, unter Diez.
Land-wuppe. ©. unter Wureren.
Länden, Tolanden, . zufand werden: wird von on Pl
Gen, Teichen, und Untiefen in ben Fluͤſſen, geſagt,
wuenn ſie zu wachſen, oder wenn ſich der Schlamm
immer mehr und mehr anſetzet.
_ Belanden, anlaͤnden, an and, fommen. - '
' Lan, ein Gelaͤnder. Cs ift verwandt mit lenen, leh—
nen, ſich anlehnen, frügen auf etwas. Daher iſt
auch
‚Läne, Länung oder Lenung O2 _ı A das Grm,
>
JG
die Lehne.
2;) daß Anlehnen. In der eine fiagen: ſich an⸗
lehnen: inniti, reclinace.
hans, Ing. R, Lange um | un) late: endlich, nad)
5 lan⸗
7? = ‘ u D
Lam | | SL.
langem Warten. De lang het let lang hangen: |
wer Igeoffe Mittel Bat, der kann wol groß thun.
&s. wird hier eigentlich auf die Schleppe der fangen
Kteider geſeben. Dat möge ji minentwegen lan⸗
‚ge noog doen: das moͤget ipr meinenthalben Inn
merhin thun.
Lange-würen, ssielleicht ftatt lange Müren, ‚eine 98.
wiſſe Strafe in unferer. Stadt, . | “
Lange- wage, bas Holz, welches in der Länge unter dem |
Wagen Tieget, vermittelft deffen bie Hinter: und’.
Vorderraͤder mit einander verbunden ſind, und der
Wage kuͤrzer und länger gemacht werden kann.
Korte Lange⸗wage, iſt das naͤmliche Holz, wel:
ches aber kuͤrzer ift, als dasjenige, fo die Bauern
brauchen, wenn fie mit dem verlängerten Wagen
Getreide oder Heu einfahren. _ Das kürzere hinge⸗
. gen wird vornemlich beym Mift fahren gebrauchen, |
Hieraus kann man die Spruͤchwoͤrter verftehen:.
Woor de forte Wage (der Miſtwage) nig fumt,
daar moot de lange Wage (der groffe Heus und
Getreidewagen) wedder feren: und: Mat malt
mit dem Forten Wagen nig bringt, dat Ian
‚man mit dem langen nig halen: d. i. wer nicht
‚gut Dünger, der bekommt. eine fchlechte Erndie.
Läng-wälig, laͤnglich, oblöngus.'
ng-wilig; langwierig. adj. und adv.
Länge, 1.) die fänge Idt moot daar weſen idt —
kame uut der Fänge, edder unt der Brede: es
. muß da ſeyn, es komme her, wo es wolle. .
2) ein langes Seil, deſſen beyde Enden an einander
| befeſtiget ſi fm, and menge um soft Daden W
—8—
=
< \ ,
ı . . . " !
E 7 cJc Lam. Ä
3 ſchlagen m wird, um fie defo bejuener aufwinden au
koͤnnen.
3.) die laͤngſte und beſte Gattung des Stoctüfges, bie
man auch Zartslänge nennt. -
: EN. die Laͤnge. E. Length. Dat kumt su der
Laͤngte in de Brede: das iſt einerley. Man fagt
auch in demſelben Sinne: Dat is ſo lang at
breed ie. | |
. Kangelci, der Ditelfnger, weil er der ängfe if ©.
: ı - Fıineer. —
Langs, und Entlangs, fange bin, der Lange nach.
Friſch im Woͤrterb. unter Ende, ſchreibt es end⸗
lang, als wenn es von Ende abſtammete, da es
doch die untrennliche Vorſetzungs⸗Sylbe ent iſt.
Siine Ware langs de Straten dregen: mit ſeiner
Woaare durch die Gaſſen laufen, und, feil bieten.
nn Langs daal fallen: der Loaͤnge nach niederfallen.
vLangs den Weg: oder: Den Weg entlang:
neben dem Weg ber. Bi Huſe langs gaan: von-
elite Haufe ins andere gehen, haufisen gehen,
betteln. Man fut enem wol entlangs den Ar⸗
men, averft nig entlangs den Darmen: d. i.
man fiebet einem wel den Arm, aber nicht den
Darm hinunter. Es iſt dieß ein Sprw. des Poͤ⸗
Wbels, womit der Aufwand in ſchoͤnen Kleidungen,
| welchen zu beſtreiten fie ihrem Munde entziehen
—— wird. |
Yingelangs, Lingelangft, bie, Länge Kin Ei Ham:
burg. R. | |
. Umlangs, meit und breit herum. 0 vn
‚ Bankiem, Lankfen, langlam, adj. und adv. u
| Lan-
nr Lane 23
Längen, Lengen, verlängern: und (wenn von der Zeit
die Rede if), auffhieben. Sprw. ˖ Wen fif de
Dage beginnet to laͤngen, fo beginnt ſik de
Winter to ſtrengen: nach dem kuͤrzeſten Tage
wird der Winter am ſtrengſten. Stat. Brem. 1.
heißt es von der Wahl eines neuen Rarthsherrn,
daß dieſelbe, de gewiſſen Vorfaͤllen, mol acht Ta:
ge, aber nicht länger, Bönne-aufgefchoben werben:
So möget fe dat lengen 10 achte Dagen ‚und
lenger nicht. |
Langen, reichen. Won biefem und eitiigen zufammen;
geſetzten ſ. R. Her langen, zureichen. To lan⸗
gen, eben das: it. zugreifen. Na enem Dinge
langen: nach etwas greifen. Ik kan't nig af
langen: ich kann fo weit nicht reichen. Eigentlich
x fagt dieß Wort, den Arm lang ausſtrecken · von
Ang
Belangen auſſer der Bedeutung, die in ganz Deutſch
land bekannt iſt, ſagt es bier auch: bereichen, ers
reichen, extenfo brachio attingere: 2 welches |
die eigentliche Bedeutung if.
Belang, 1.) das. Erreichen, Berühren. Bir brauchen
es in der uneigentlichen Motion des Betreffens,
ſpectandi, pertinendi. Ik hebbe daar kien Be⸗
lang an: das gehet mich nichts an: die Sache bet
trifft mich wicht. Daraus flieſſet die folgende:
2.) Wichtigkeit, Erheblichkeit. Denn was uns nicht
angeber, iſt fir uns nicht wichtig noch ‚erheblich, |
Ene Safe var grotem Belang? eine Sache von »
Auſſerſter Wichtigkeit. Dat is van me I
veoRn
4
- — 5. Lam Lan a
"ng: das kommi gar nicht in Vennchung wei. |
dienet keine Aufmerkſambkeit.
Link, Lenk, wird durch eine verderbte Muoſpreche ge⸗
brauchet fie, länger. Je lenk je meer: je laͤn
. ger je mehr. Je lenk JE lever: je laͤnget je lieber, |
Renner bey bem J.15 30. De Uprohr Wurde
=. van Dage tho Dage jo Ienf jo groter.
u Lanks, die Seite: infonderheit die Seiten des Bau⸗
3.7 es’ eines Thiers. hypochondria, ilia. Lan-
cha ift beym Rab. Maur. de part. corp. ilia: beym
Notker. Pſ. XXV, 2. renes: beym Kero, und in
Gloſſ. Pez. lumbus: welches verwandte Bedeu⸗
tungen ſind. Mit Vorſetzung des f ſagen die Engl.
. 7 Flank, die Franz. Flanc. Enem in de Lanken
ſtoͤten: einen in die weiche Geite des Bauches
ſtſoſſen: Rippenftöffe geben. |
—— ein langſamer, nachlaͤſiger Menſch:
Ain Muͤſſiggaͤnger. Vordem bat man Lenz, ein‘,
‚faufer Senz, geſagt: daher faullenzen. S. Friſch
in den W. Lenz. Holl. Lenterer, ein langſamer |
. Menfeh J Faullenzer: von lenteren, traͤg und faul
ſeyn: Sr. lanterner. Die legte Sylbe iſt vielleicht:
daſſelbe mit Bent, ober Fant, ſatelles, famulus.
SG. VrNT.
u Laxunaen. ‚©, Dikel- aamme, unter Diem
Lanze ‚ lancea, ift ein altes erltiſches Wort. ©.
Wachter. Halve Lanze, eine kurze Lanze, fur; ©
wehr. Man: nennet auch ſo den Unterofficiet der |
fie traͤgt.
Larez, ift daſſelbe mit bem Hochdeutſchent lappe, 1a |
cinia, fegmeatum panni.. Enem wat up de
Lap⸗
EEE Lar. Län.) 13434
uppeng geven! einen derbe durch pre. et
| Y | up de Lappen geven: ſich eilig auf den Weg ma⸗
chen, davon laufen. In welcher Redensart duͤrch
. Lappen die Schubfohlen verfianden werden: SE.
will di jagen, de Lappen ſchoͤlt di entfallen: ich
| will dich über Hals und Kopf wegjagen. 6
Lappen, file ?
Belappen, ausflicken, Sappen auflegen. Enen belaps |
pen un befliffen:. jemandes Kleider ausbeffern
und in gutem Stande halten. J
Terlappen, in Lappen zerreiſſen, zerfehen. Een ap u
ped Kleed: ‚ein zerlumptes Kleid. . | I
Pott-lapper, ein Keſſelflicker.
Scho.- lapper, Schuhflicfer. . = |
Lappeiije, das Flicken: ‚eine. verdrichliche Arbeit, wor .
, mit es nicht: fort will, und wovon man feinen Vor⸗
va theil hat: eine nichtswuͤrdige Sache, Lappalie.
Idt is up'r ſtee man Lapperije mit der Kor.
penſchup: man hat jetzt von dem Handel viele
| Mühe und wenig Berdienf. .
| Lapp fak, ein Bettler, Sumpengund. u |
| Läppen, Leppen, Afläppen, einen $appen, oder eiß
Stuͤck Zeuges non dem anbern, durch Aufttennuns
der Naht, abſondern. nn
_ Upleppen, eine Naht. trennen. y |
Uutleppen, Fäden ausziehen, ein‘ Mert oder den ein⸗
genaͤheten Namen aus dem Zeuge machen.
LAAR-BEREN, torbeeren, baccæ laur. Schaapẽ
daar ⸗beren, Schaafmiſt. Eu |
Laar-ölje, ‚Sorbeerößl,.
karı FARI, ein Seräwäß, , das —2 Seifen —
"ABER K
\
16 . — Las
N . " oo. ‘ " N
. . . .® ’ Bar;
= —
Lasxx, | dafäe, ein keil⸗ oder yoitibeige Sei
fen, der irgendwo angenäher wird. Sonderlich
nennen die. Schneider fo die Klappen uͤber die Ta:
ſchen. R. Een Mantel ſunder Laſke: ein Man⸗
tel, an dem nichts angefegt iſt. S. Sei in dem
Woͤrterb. F
PR. tafchen anfegen: an einander naͤhen.
Uutlafken, ausficen. Een Klerd urlffen; M
Kleid flicken, verſtucken. |
Lass, lahs. J J
| : Haken - laffe werden in der K. Rolle die achſe genannt
wenn ihnen Haken ins Maul wachfen, welches ei=
ne Art von Krankheit iſt. So erläret es unfer feel.
Herr Archivarius D. Poft in feinem ungedruckters
‚Idiot. Brem. Nach Friſchs Woͤrterb. aber iſt Ha⸗
J J ken⸗ laß das Maͤnnlein, ſo einen Schnabel oder
Haken am Untermaul hat. eſox maſculus.
—— ein langſamer, traͤger, fauler Menſch y
‚ ber. bey.ber Arbeit nichts beſchicket. E. lazy, träg,
faul, Hochdeutſch ift laß ſo viel. als muͤde , eig:
: Sp, las und lache. Sat. laflus. :
Kasi, auffer der Bedeutung des Hdeuiſchen Laſt, b
zeichnet es 1.) eine gewiſſe Menge, ein Sefinmess
Gewicht der Warren, wornach die Schiffsfracht
bezahlet wied: wo Tonnen, Man: beſtimmet die
Graoͤſſe eines Schiffes nach den Laſten, Die es tra⸗
gen kann; "als ein Schiff von 100; 200 x, Laſten.
Eine laſt iſt 4000 Pfund. E. Lafı A.S. Hläf,
von hläftan, beladen, beſchweren. Eine aſt Ge⸗
creide hält 40 unſerer Scheffel.
nu 6) ein Auſcas. eine Sammifion. mandatum. _
J Laſtig,
. | . — 0 | N “
en Las, m 17
Lafkg, Aberfäfig „befhtoerlich, Onerofus, —* mo-
leſtus. Dat i8 mi to laſtig: das,ift,mir zu müße
ſam. . Enem laſtig fallen; einem zur Laſt ſeyn.
Belaften, 1.) beladen, be chweren. Br
2.) einem etwas auftragen, ober anbefehlen. He
het idt mi hoog baaſiet: ee hat es mir ſchacf
eingebunden, ſtark anbefoßlen, I
Ballaſt, Sand, womit die ledigen Schiffe beſchweret
werden, daß ſie nicht umſchlagen. ſaburra. Die
Franjoſen nennen es Leſt. Die Wortforſcher ſind
nicht einig darüber, was bie: erſte Sylbe bal in dien.
ſem Worte fagen wolle. Hr. Friſch will, es ſey
das Franz bas, niedrig, was unten iſt: "weiches
etwa von den Holländern daran gefeget fen: - Here
Wachter hält es für das alte bal, böfe, ſchlecht:
daß alſo Ballaſt bieffe eine ſchlechte, ‚unnüße Laſt.
/ “ -
Wir fügen eine deitte Ybleitung hinzu, vom t.S. -
“ Bat, ein Schiff, und Haft, Laſt. Wenn die
Schiffer irgendwo die völlige Ladung nicht befoms
"men: koͤnnen, ſo pflegen fü fie Kreide oder andere
ſchlechte und ſchwere Waaren, ‚us Noth, einzu⸗
“nehmen, welche fie, wie fe fagen, vor Ballaſt
mitnehmen.
Laster wurde vor Zeiten, auffer der bekannten Ber
‚deutung, auch gebraucht für Schmach, Schande.
So kommt 'es in unſern alteſten Statuten und ſonſt
vor.
Laſtern wird in unſern Statuten gebrauchet, far⸗ un
Frauenzimmer ſchwaͤchen, zu Falle bringen.
gentlich will es fo viel ſagen, als; ſchaͤnden, mit
J beige, Sust 54. Son wor weinen =
W
2
—
. u . \
fr . 1 ' r . 1.0. “ “a
ı ! ' on ft . . —
pr . .
v..:
18. oo LAT. \
. . . . . ur on
ji
—— gi na eines. Mannes Wyve offte m mer;
Dochter, edder na ſyner Nichten, de vor oͤhr
| | thor Karken geit, (welche vor der Fra: an gehet,
waan fie zur Kitche gehet. Womit auf die alte&esr
0 wohnheit. geſehen wird, die zum Theil auch noch
vbeobachtet wird, daß die Kinder, ſonderlich erwach⸗
ſene Toͤchter, vor der Mutter her gehen.) umme
ho laſterende, unde ward, be darmede begrepen
Dat ſchall he. beteren mit ſymes ſulpes Halje.
a Eben /dieſes fommt auch vor in dem5. Urt. des 9.
= Kap, in.den ſtadiſchen Stamten. : |
Yäfterlik; ‚Ihändlich, He het mi laͤſterlik bedragen :
er hat mich haͤßlich betrogen. Gen laͤſterliken Ber
drog: ein fhändlicher Berrug, , : ... -
Lian, Late, adj.;und adv.fpär. X. G.iet, late.
nn €. late. Im Cod. Arg. fowol, als A. ©. iſt lat-
1.27 Jan fäumen. R. Daher kommt Iaten, ılaffenz wie
- auch. laß, träge, ı und lebt, ©. Jun. Gloſſ. Goth.
unter latjan und letan. Een beten to late ig
veel to hate: ein wenig zu ſpaͤt iſt viel iu, fpäte
Up'n laten Avend: des Abends ſpaͤt. Je later
up den Dag je beter Luͤde: iſt ein Compliment,
ſo man einem machet, ber etwas ſpaͤt, und zwar
unvermuthet, in bie Geſellſchaft kommt. Mit;
ddem lateſten: ſehr fie -
len. Leſte, letzt, letzter. Es iſt der Superlativus von _
laat, anf fateft, Iatefte : : A. S. lateſt, Ia-
oft, E. laſt. Leſt ind, auch allein leſt: neulich.
— ‚Leiten, 1.) pindern,. aufhalten, ſaͤumen, verweilen.
tardare. E. lett. A. S. lettan. Cod. Arg. lat⸗
ja & ſtammet. von Late ab. Lette di nig;
J = balt
Pers
r.
——————— —
J
Lan. ER | 9
han Bi nicht lange auf, faͤume miht. Dat let⸗
tet mi to veel: das hindert mich zu ſebr. \
Er aufmerkenn, Acht geben. In dieſet Vedeumng
brauchen es auch die Hollaͤnder, „und Hambarger.
R. Indeſſen ift es doch nut eine metonymiſche Ber
bvdeutung! Denn wer aufmerkeft will, wer muͤß ſich
auf halten und ſaͤumen · He lettet nig up mine
WRoͤrde re merket oder art nicht auf weine
Bote” v.. 17% va
| — Hinberung Kufemat Bortmeht N ſchel
iu DE de Praweſt von biefer tüdt an urfer Moder
alle Jar in dent achte dagen Michdelis
geven iwe Mack; ſonder Vertogh unde Lettin⸗
ger Vohts Moſi. ined. Tikp as... 00
4 Belt binden; behindern, auf halten.....
Verletten, Sif verlettew— ſich auf baum/ſich oefohten
RK Unbelerted ante «7, \t° a
Unvotletred. —R dt. ungefide j obne u
Hinderniß, sy
Laran, 3) IR finere, permittere⸗ omittere,
miſſum fatere: ęeu: Cod. Arg. letan. "©, læ-
tan €, let, Schw. læta. Dis left, bu laſſeſt.
Selen; er Aht. damperlf. ik leet, ich ließe Dat
Taten bon, oder? Dat laat em doont ea mag
drum ſeyn wenn Meich; ich frage nichts damad),
2) Juſonderheit wird es von dem Aualegen ber. Bie⸗
gen, wenn fi fe jhmärnen gebraucht npom exa⸗
ming emittere. De Immen latet; Die Benen
— —— oder 'sreiben ; den Jungen‘ Schwarm
I. dem Sud’ 3:7 ei, j ag X — J
13) ausfehen ‚ feinen, geſtaltet fen, das Unichen
B 2 a —XS
| |
. x
|
2.
- > ' \
% ‚ .
Lan \ | J 9 IJ J
F haben, gleichen, ahnlich ſeyn. videri. An einigen
Oertern in England iſt leeten ſich ſtellen, ſich das
Anſehen geben. Das Jolandiſche læta bedeutet
daſſelbe. S. Jan, Etym, Angl. unter leeten.
.. Dat let jo dull: das ſiebet ja wanderlich aus.
Wboo let dat? das ſtehet ja nicht fein: fuͤhre dich
ſo ungezogen nicht auf. Idt let em ſo vardig to:
er läßt eine ungemeine Fertigkeit ſehen. Idt let
em man ſo hovardig to: er.pat nur das. nfer
ben, als wenn er ſtolz waͤre, ob ex es gleich nicht
fe He let na ſinen Bader: oder, He let as.
[3 » i
) binſtellen an. einen. Det, Raum haben. it, faffen. |
N
* far * Latunge (mie "Da me Tärung,;
ſien Bader: er ficher feinem Vater. ähnlich.
‚locare; capere;.capasem: effe; SE kan nig meer -
laaten: ich habe feinen Raum mehr. . Als jenem
° Bauern fir die Mahljeit, welche ihm bey feineng -
Frondienſte gebuͤhrete, 6 Grote geboten wurden,
wegerte er ſich; denn er ſagte: if fan wol: vor 8;
"Grote laten.
5 laufen laſſen, abzapfen. Dieſe Bodeutung iſt
3 6) bas Eigenchumsrecht eimes Erbes gerichgfich an J
jemand uͤberlaſſen. Ord. 53. So we vch en Er⸗
yve let vor deme Nichte, de ſchall kamen vor den
nicht ſonderlich iu Oebsanc: ‚daher c aber iſt Wien⸗
verlater, S. unten.
Radt mit dem jennen, deme he Dat gelaten heft,
unde laten dat ſchriven in dat Bock, dar me
de Schedinge des Rades in ſchrifft, in dem
4.
"gabe unde Dage alfe dat gelaten is.
Feu⸗
=
j
Lan. | >. J 21
Fenerung Raum, Platz, etwas hinjulegen. Hier |
is fene Laatje: hier iſt kein Raum mehr. .,
* die gerichtliche Ceſſion eines Hauſes, , oder Er⸗ J
bes, an den Kaͤufer.
Af-Jaten, und. Tolateni, wird, auffer den getoößnlichen |
Bedeutungen‘, “auch Befonders von den Kühen ge
ſaget, Yjenes, wenn ihre Milch ſich vermindert;
dieſes wenũ dieſelbe ſich vermehret.
Antlau Antlitz, Geſtalt, Auſehen. Es ſtammet u un-
ſtreitig von laten fu der dritten Bedeutung her, fo
‚wie das Hochdeutfche Antlitz vom Gothiſchen und
Angel⸗Saͤchſtſchen wlitan, Isl. lita, ſchauen.
Die Gothen, A. S. und alten Frieſen ſagten ſo⸗
wol Andawleiz, Andwilita, Anlite, als ohne
die Vorſetzungsſylbe Anda, And (welche gegen,
, entgegen, wider ‚ bedeutet), Wlits, Wiiz, Wlita,
“ facies, vultus., ©. Wachter. Ik kenne em nig
m
N v
van Antlaat: ich kenne ihn nicht von Papa,
oder von Angeficht,
Gelaat, Geberde, Anſehen. R. Wir Haben bies Wort
mit den Holländern gemein, aber nicht von ihnen
übernommen, . Unter andern Unrichtigkeiten in der
Gottſchediſchen Ausgabe des Reineke de Vos wird
bdieß Wort bald durch Rachen‘, bald durch Geheul
uͤberſetzet. Sin ganz Selant veränderde fif: |
er veränderte feine Geberden: er.entfärbte f ich ganz,
oder, wurde beſtuͤrzt.
ie, ein uͤbeles Anfehen, ‚ ¶Verſtellung der Geber: 5
den, ein beſtürzter Blick. Rein⸗ de Vos, 1B.
- 38 Kap...
u © Intet yw but neen Bunter fm, F
B3—
9.
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. u "
22 J on Lan u
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Dat: m myn Herte lydet Pyn, —
. Edder dat ick ſus hebbe Mobohelaet.
—E laßt es euch nicht wundern, daß es mir jetzt im
u Heryen wehe thut, oder daß meine wlicke Ir barlıs
u ber verſtellet find.
Naleat, 4.) die Verlaſſenſchaft. heereditas, |
22) die Rachkommen, Geſchlecht. pofteri, © 9pF
PER 3 ) Inſonderheit hedeutet es guch Bier, wie in 1 Sams
— n | burg jemand, der feinen Aeltern, oder einem fei⸗
„met Vorfahren, an: Geſtalt eder Gemüthsart aͤhnæ
uch iſt. R. Dat is fi ien regte Nalaat: er iſt
fein wahres: Ebenbith,.
Bl; aten, 1.) eben das, was das folg. verlaie. ©.
Vogts Men, ined. T. II. p. 282... |
> gerichtlich verlaſſen. Stat. Stad. I. 2.. Sr we
fin Erve verkoft, the ſcal that theme anderen
uplaten vor theme Rabe. So auch 1. 16. 1V. 3.
Verlated, auſſer der befannten Bedeutung heißt es hier
Ps ‚auch 1.) den Beſitz eines, unbeweglichen Guts einem
on beeraͤftigen. refignare ſundi dominium.ac polles
ionem.
» Vorlaten bedeutete auch vor Zeiten, etlaſſen, nach⸗
laſſen, ſich hegeben. remittere. In der Tafel
Art. 1. Sif under malk anderen den Ed von.
Der Eendracht wegene — togeven unde vor⸗
laten. Renner unter dem J. 1532. Idt were
denn, dat de Gemenheit dem habe in dem
Falle des. Eidts vorlahten wolde.
Verlape, 1.) tag. Recht, welches einer Perſen, die ſich
anf eine Meierſtelle verheurathet, gegeben wird,
‚dep entweder lchenclars⸗ oder nur auf Seflimmg,
“
\
-
!
‚erften Falle bringet fie die Meierftelle auf ihre leib⸗
WVoerflieſſung der Jahre, einem von den Vorkindern
ftelle Tebenslang unterhalten,
; 2.) Vertrauen, Zwerſicht. Daar is nien Verlaat
t80o: darauf kann man ſich nicht verlaſſen.
39. Raum. Ti'is hier man een kort Verlaat: es
iſt hier nicht viel Platz.
8 In dem benachbarten Marſchlande bedeutet Ver⸗
laat auch die Schuͤttung, oder Zuruͤckhaltung des
Waſſers mit Schotten oder Thuͤren, mittelſt de⸗
ren es fo (ange aufgehalten wied, bis man es ab⸗
laſſen will. a
T overlaat,. Vertrauen, Sunesläftgleit 5. Toeverlaat.
Wien- verlater, ein Weinfchene. „Man febe Laten in
‘der sten Bedeutung, Im Scherz ſagt man, wenn
jemand geftorben ift: daar is een Bien ‚verlater
fturven, d. i. einer, der den Wein nicht wieder
trinken wird. |
- Laat-loos, muthlos, niedergefehfägen, .
Lauwe, vieleicht beffer, Louwe, Loͤwe. Heid,nd.
een Lauwe un een Paar, ift bie Beſchreibuns eis
nes ergrimmten Menſchen. Daher -
‚Lauke, dag Verfleinerungsmort „welchen wir nur in den
‚ „folgenden jufammengefegten Wörtern gebrauchen.
B 4* POö·
\
%
N
N.
Lan. Lau. 23.
liche Kinder: in dem letztern muß fie dieſelbe nach” |
- abtreten, und, wie bier das eigentliche‘ Wort iſt,
| übergeben. S bekommt z. E. der zweite Eher -
. mann das Verlaat auf 15, 20, 25 1. Jahre. Her: .
. nach muß er avergeven, und heißt een avergeven
Baer: und wird von dem Erben auf der Meier⸗
“te Sabre, als ein Eigenthum zu beſthen In dem
&
24. Br Lav. |
_Keller-lüke, ein ſchmutiges Kind armer kei, die im
Keller wohnen, dem Die Haare um den Kopf her⸗
um flattern, fo wie ein Loͤwe abgebildet wird. Auch
insgemein eine jede Perſon/ die im Keller geboren
und erzogen worden, von ſchlechter Ersiegung- und
nieberträchtiger Aufführung. | |
Smul- lauke, eine fchmugige Weibsperfo.
Lavsıen gaan, muͤſſig herum laufen, plaudern ge
. ben. H. laffen. ©. Lassen in der sten Bedeu⸗
tung: und vergl. Laweı. Auch ‚bey den Hollaͤn⸗
| = dern beißt lauweyten, mu: vagori, obligua
E curſum.
> Laven, 1) loben, jaudare. A.S. lofian. Rot
gogod geit, ſo will ift laven: atht es gut, fo will
ichs —*8
2.) feine Waare ſchaten , einen Preis für. feine Waare
fordern.” Weil, nach dem Sprähworte, laudat
3° Venales, qui vultextrudere, merces. Wo hoog,
>02 ober veel, lave ji dat? wie viel fordert ihr dafur?
He verſut ſik nig in't Laven, ſagt man, wenn
jeeemand viel Geld für feine Waare fordert, aber
5. bald näpern Kauf gibt, und ſich gut bedingen läßt,
9) geloben, angeloben, Geluͤbde thun. ſpondere,
vovere.R. Hr. Wachter will das Wort loben, ges
loben, ‚in diefee Bedeutung, herleiten. vom, celtiz,
ſchen Law, im Cimbriſchen Lofa, Hand, weil es
eigentl. bedeutet: mit einem Handſchlag verfprechen,
tram fidemque dare. Dat hebbe ik God
. Tavet:. das babe ih Gott gelobet. Dat will if di
laven: das habe ich mir feft vorgenommen ‚die zu
m: : iſt gemeimigl, eine Drebunas⸗ hormel. La⸗
ven
| | “ — —\
— | De ” J
—
Lav. BE 25
ven waket Scuh: durch Zuſage macht man 6 —
verbindlich. In alten Dokumenten finder man au =
koven. In einer alten Nachricht, weiche Wille: .
brandt, Hanſiſche Chron. S. za. anführet, * u
«s: Do he gehindert was, do hengeden feene,
na Uthwiſinge des Landvredes. Vele bedder -
ber Vrowen weren darby, un loveden den bes
geden Mann to deme hilgen Blode ‚to der
GWilßnack. Dar ſchude en grot Teken, dat
de verwunnede hengede Mann wedder levendich
wort, unde levede.menigen Dach na: als er
(der Straffenräuber) gefangen war, haͤngten fie
ihn, wie es der $anbfriede mit ſich brachte. Viele.
anbächtige Weiber, die dabey waren, thaten.dem
Erbhaͤngten zu Gute ein Gelübde zum heiligen Blu⸗
te zur Wilßnack. Da geſchahe das groſſe Wundet,
| daß Der verwundete und erhängte Mann wieder le⸗
bendig wurde, und noch viele Tage hernach lebte.
Imre, das Lob, dag Gutheiſſen, Bewilligung. Ord.
4. So weme ein Erbe beflervet, de Erven
heft, —— deren. mag dat nicht laten, hen
doet mit Erven Tape, d. i. mit Gucheiſſen feinee
Erben. Jetzt wird es nur noch von dem Ye
- Der fand» und Deichgeſchwornen gebraucht. 3—
iſt die gewoͤhnliche Formel in den 3 Be
Befehlen zur Ausbeſſerung der Wege, Deiche und
Daͤmme, daß fie muͤſſen unſtraͤflich gemachet und
ausgebeſſert werden, to der Swaren Lave, d. i.
daß die Geſchwornen, bey der Schauung (in lu-
ftrationibus viarum & segerum), nichts daran J
in radeln ſinden. en BE
% - >
IE. 7 Lad.
—
N.
. Voß; Er ee '& Lofer” BEREERE ER.
| Lolte Lovte und’ Lövte: 1.) das Verſprechem Ange
lobung Gelubde. Eendr! Art. ır. Id ſchoͤle
ob ein jeder Rottmeſter by demſulven finen Ee:
: de nemand in ſinem Rotte lyden, de nen Bor⸗
ger ſy geworden, unde ſik alſo dem Rade mit
Loovten unde Eeden nicht verplichtet. Ord go
So wor twe edder mehr lavet mit ſamender
2: Hand ene loßte ꝛc. Schw. Löfte, das Verſpre—
chen: Löftesmän, der etwas verfpricht, ein Buͤr—
ge: von lofwa, verforechen, gefoben.. *-
on ® Verloͤbniß. Bey den Bauern, Dieſe Bedeutung
iſt auch in Hamb, uͤblich. K. Holl. Bruyloft. Alt
Fraͤnk. Brutloufti. San. Trolofning, | und
Brötlop,
Laie, eben wie Lofte in der woten Boeurung.
Lövel- beer unb Lavel-beer; die Mabtʒeit de ben
Verloͤbniſſe der Bauern.
u A laven, ſich etwas verreden: bey ſich ſelbſt ein Seth
de thun, "oder fich feft vornehmen, etwas zu unter⸗
laſſen. Dat hebbe if mi äf lavet: ich habe mie
‚an Eides flatt vorgenommen ’ ſolches wicht. wieder
Zu zu thun.
| Anlaven, angeloben, fh zu einer Di verbindlich,
- machen, ſich zu beffern verfprechen. R R.
. u Belaven,' geloben, , feierfich und eidiich zuſagen. Dat
het he mi in de Hand belavet: darauf hat er mir
‚bie Hand gegeben. en
— Baen Verſprechung, Angelobung.
Vut laren, x.) verheiſſen/ orſprechen m geben. Berl
uut
—
\
unit Idoen:: : N Berfprechungen chany gäfbı | |
Berge werheiffen. ‘.
3.) verloben. Oftfes Landr. 1 B. 121 Rap. Mair ä 170
.ne Maget:eder Züffer ſick ſuͤlveſt uth lavet (ſich
ſſelbſt mit einem Manne verſpricht) ſonder Vaders,
Mocders, Suͤſters, Broeders Rajt, fo moe⸗
gen de Olderen bir geven, wat fe.willen tho
Bruitſchatte, mo fe benedden 25 Jaren olt ig,
W8bcoir bat men eine Sjüffer eder aget ulm.
143 fo. fall men oir geven, dat men ir lavit
| Verlaven, I.) daſſelbe mit af laven
2.) im Verkaufen zu viel fordern, den Drei [2.02
‚ve zu. hoch feßen, |
. 3) verloben. defpondere, R. & funt verlanede
Side: fie haben fich wůrtich cbelich vriloben. nn
Verlayung,, und -
Verkfnifs,. Verloͤbniß.
Laven,. laben, erauicten Dan feite wdieß Wort ge⸗
meiniglich her von, leven, leben, als wollte es ei⸗
gentlich ſagen: wieder lebendig machen, Allein man
uͤberlaͤßt es der Beurtheilung der Leſer, ob es nicht
faͤglicher herzuholen fey von dem Goth. in Cod.
Law. Zu — *7
Arg. Hlaibs oder Hlaifs: A. ©. Hlaf: €, Log-
fe, ein Brodt. Daher die Deutfchen noch: fagen,
Hlib, Ruſſ. Chlaeb, Poln. und Böhm, Chleh,
- eg der labenden und ſtaͤrkenden Kraft des u —
| | Bun. .
ein Beib, oder (wie es-in einigen Eegenden nach.
ausgeſprochen und gefchrieben wird) Laib Brodt.
In der alten frief, Sprache Leef und in den fl
voniſchen Mundarten, Wend. Chlieb, Kroat.
N
4 Pu '
“ .
28
\ v
u Lavzarn, bin und wieder fegeln, damit man. gegen |
0 führen. — Eee
"Lavıa. ©. unter dem folgenben Lener BE
Laweı, ein Nufftand der Deicharbeiter, Da felbiger |
insgemein mit Aufftefung und Vortragung einer
Fahne anzufangen pflegt; la waie aber, anſtatt
laat waien, d. i. laß/ wehen, ein gewoͤhnliches
J Kommando; Wort im Holländifchen und Dänifchen
J
| Lav. Law. Leu
POS Man vergleiche auch das sen Pre
- (chalaph), innovare, inſtaurare.
den Wind fortkomme. obliquis curſibus ventos
m ir nd.
. captare. Fr. louvoyer. Iſt ein Wort der Schiff
fer. Uneigentlich, ſich in die Zeit ſchicken. Mit
enem laveren: mit einein in’ die Gelegenheit fe .
ben: einen mit. Glimpf zu einem gewiſſen Ju i
>
iſt, wenn auf den Schiffen Die Flagge, zum Zei⸗
chen 'des Angriffs, aufgeſtecket werden ſoll; ſo koͤnn⸗
te man den Urſprung deg oberwaͤhnten Wortes fuͤg⸗
lich darin ſuchen. Wenigſtens iſt uns Leine beque⸗
miere Ableitung bekannt. Vieleeicht lieſſe ſch bier:
aunus auch"oben angeführtes Laveien gaan, muͤſſig
herum laufen, am beſten herleiten: weil bey einem
dergleichen Aufſtande die Arbeiter muͤſſig gehen.
Pr "mn nt one
J Leber, ift daffelbe, was wir fonft Stremſel nennen;
“un
. ir
.
nämlich die falzige und faure Feuchtigkeit, weiche
vornemlich aus dem Magen. gemwiffer Thiere, fon-
derlich der Kälber ; zubereitet wird, womit man. -
Die ſuͤſſe Milch gerinnen machet. Der Vokal die
ſes Worts wird, in den verfchiederien Dialekten,
nm alle andere veraͤndert. Hochdeutſch Lab. Holl.
Lebbe und Libhe. Som. Löpe. | In Dafypodii
Lex.
‘
5 —
— —
Lem Lecn. j a9: .
| Lex Zuppe ‚Wen andern Lupp amd . Lyp. S.
Friſch unter Lab. Wir ſagen auch Laff. So auch
Chytr. in Nomencl. Se. col. 39 I; wilcher es
auch Lipenennet. u .
lebbig und Lavig' melähes. Ießteie ben ung geroäßnficher i
iſt), wird-vom, Käfe gefagt, worin zu vieflabge
than iſt, wan. nämlich die Milch zu ſtark coaguli⸗
ret worden, wovon ber Kaͤſe aufgeblaſen, zaͤhe und
von widerlichem Geſchmack wird. Dan ſagen wir;
de Kaͤſe is lavig.
Libberig, was kleberig, und deswegen widerlich zu ge
nieffen iſt: Pleberig.füß. _ Obne Zweifel von Leb⸗
be.R. Wir. fagen auch: t'is mi to libber: es
iſt mir zu ſuͤß und widerlich. In Preuffen labbrig.
Libberhaftig, imd Libber-föte,. eben da;
Levern (#),.. gerinnen machen.. coagulare. Levert
Blood, geronnen Blut. Beym Friſch finder man
läbern in diefer Bedeutung, für labben, ; von Lebs
be, tabs. Die Hochdeutſchen ſagen alſo unrichtig
geliefert But.
Lecnt, I) ſubſt. Licht, Berg. Inx,, lumen, am -·
dela. Talg lecht nſchuccterze Wasslecht,
Wachskerze Dat Lecht brennet em up den Ra
u gel, ‚oder inder Pipen: en iſt mit ihm aufs auſe
ferfte gefommen: er kann es nicht‘ länger Halten,
it, er darf Leinen Augenblick Länger faumen.. Dat
Lecht breiinet nog: noch iſt es Zeit. BonbeGe _ .
wohnheit, etwas. bey brennender Kerze: zu verfaus -
fen.. He ward uut gaan, as een Lecht, fagt
man von einem Schwindſuͤchtigen, ber nach und
nach abserebret wird. =; ſehe daar sen. Lecht u
- N W
J
—2 x
— J -
b x .
. ‚
* ne — iron Y
van ddr. Wenn man voraus hebt, daß eine Sa⸗
che/bald werde verderben, und zu Trummern gehen,
” . —6 entlehnet von den IFerlichern, die nach de
Aberglauben. der Leute, eine Leiche, oder ander Uns,
2 Bet dedeuten; Kiek⸗lecht iſt im der tändelndenl.
I, Hinderfprache eine brennende Kerze. Lechte to ko⸗
pe hebben Heißt im Scherze, bey den Kindern,
‚ der Rotz lang aus dee Naſe bangen: laſſen. |
a adjek. licht, ‚helle. Das Stammwort iſt das cel⸗
iiiſche Lug, Licht. Welches noch deutlicher wahr”
0 zumehuten ift aus dem gleidy folgenden Lugt, und!
ven damit verwandten, die wir bier‘, um die Woͤr⸗
re ‚ereines Stammes bey ein ander zu haben, folgen.
Br ‚Jaflen,. opme zu beſtimmen, ob Lugt von Lecht·
oder Lecht von Lugt, zu naͤchſt herkomme. ;5-!
—8 -geter, ein Lichtzieher, der Kerzen macht andi
verkauft. Im Schetꝛ ‚en Kino, , das den ‚Ro
"bangen läßt. - -
— ‚oder Lugt; 2.) Licht R. ‚Cod, Ase: Linhach,
Brcoey den alten Galliern Lugt.. bey den Walliſern
J .-.. Hug (wie: auch Luched; der Blitz: Luchad,
Auge: amlug, fheinbar): A. &: Lecht. Vergl.
das Gr, Auna', das erſte Morgenlicht. Daher lue
gen, ſehen. Lucht anfengen: te: Dat Lucht
upſteken: das Licht anzuͤnden. To Lucht un to
327. Vuͤer ſeen: "fein Licht und Feuer bewahren, daß
2 Pin Unheil daher entftehe: Wenn: wie ſowol, als
die Hamburger, die Fenſter Lucht nennen, weil
verrittelſt derſelben das Licht, in seite Gebaͤude ges
bracht wird, fo muß ſolches nicht, als em neue
F Bedeutung bemerket OERDEI
ar | Ä E) tuft
‚buch. a ka |
ar: Auft, R. Die ‚Holländer fügen auch ko Sie wird:
ſo genannt ‚ weil ſie ein züchtes Element iſt, und
das Licht am leichteſten durchlaͤſſet. Wachter und:
Eccard ziehen: mir Recht dag, ch dem 1m welches die:
ubrigen Dialekter in dieſem Worte haben, vor.
Doch will es erſterer lieber von licht „.leicht, her⸗
leiten. Lucht halen, Othem ſchopfen · Het was,
.- a8. wen he nut der Lucht fylf: von jemand, der
ich unerwartet zum Vorſchein kommt. oh
3.) das oberfte Stockwerk im Hauſe, ein Kepnboden;
weil das Getreide daſelbſt Hchtig,oder lüftig liegt. | |
Yun’ Renner unser dem J. 1315. 1336. dat thon: leiten
ſin Gefnde ſprack: Here, gu hehben. nicht me ©
up der Sucht, edder in en, Kaflen x. Ee iſt
vom Rocken Die Rede · SINE.
+) Zucht, fü fern es einen Hondgriff bedoncet, iR:
. ante ‚feinem, Siammort Licht, lacht⸗ ® fu |
meh. v
Uut hucht, ein. unten gm Haufe hatver. gehender Eee, j
. „mit Fenſtern. menianum- ,. Dans wird ns,
‚wen, wie in Hamburg, viel Wexks gemacht. R.
Lüchte, zeuchte. Enem de Luchten agter dem Eers
hangen: zinem Brille werfayfenz einen hinters l
Uücht fuͤhren. Wir haben hier. an. das. Sprw.
. Man hanget: dem. Roland. de Luchte vor dem
Eers: wenn man fagen will, daß anfehnliche und
kluge Leute ſich wohl hinter das Schr führen laſſen.
Dem groſſen Roland am bremiſchen Fleiſchmarkte
yſtehet eine Leuchte Binser dem Ruͤchen. Mit der
¶ Pommerſchen Luchten Topen:. im Ser, das
Be uber die Hoſen bangen. laſſen. er |
. Staa on
I
32 LxemLxn.
Ä Stok- luchte, e eine groſſe geuchte, die auf einer Een =
in die Höhe vorgetengen wird. Sn |
Luchter, Leuchter. |
Luchten- 1.) leuchten. lucem emittere. 1 proebere, .
‘Cod, Arg. liuhtjan. A. ©. Iyhtan; Alt —*
liuhtan. Sprw. De Finſter, dein luchtet, moͤ⸗
tet- ook wedder uut fuchten: wer Wohlthaten
empfaͤngt, muß fie auch erwiedern: wer ſich trafs _
tiren läßt, muß wiederum traktiren. He luchtet ze
as een ſwart Half: feilioee. \
>) ein Licht vortragen. Jucem preferre, | F
89 blitzen, werterfeuchten. Cod. ‚Ars Ianiatjan
u Cambr. lluched, det Big Br |
| Luchtig, luͤftig, BL R. : |
Verluchten, 1.) einen durch ein hits ucht blenden it.
— vurch Leuchten in die Irre bringen. De Snee
verluchtet: der Schnee blendet, ober, führer eis
nen vom techten Wege ab. E
22.) ausluͤften, feifche Luft duirchjichen laſſen.
Verluchting, Erleuchtung. If veraltet. Cs komnit vor
in einer alten Urkunde hinter Meieri Orat. de
Scholæ Brem. natal. &o. p: 65. =
dern, Leid, Trauer. Boxhorn. in Lex. Ant. Brit, |
"alaeth, luctus. Daher liden leiden. Sik
Leed doon: ſich umbringen. Joue Sorge is mi
leed: iſt das Kondolenz⸗ Kompliment bey den
Bauern, womit fü e iht Beyleid den naͤchſten Ver⸗
| B wandten eines Verſtorbenen bezeugen.
J >») Lieb. cantilena.: Dit was dat Ende vam Leder .-
: darauf lief es endlich hinaus: einen ſolchen Aus
gang ge Ye San Dim moot nig all * |
N
. ” Bu . “ " \
soo " y
, LED. — J 33
ber, nut fi tigen man darf uicht alles fagen, was
man. weiß. Leed in diefer Bedeutung iſt von lu⸗
den, lauten, gehoͤret werden.
Leed-fpreken, uͤbel nad) reden, veiläumbden, Einige |
ſagen leeg⸗ſpreken. Von leeg, ſchüimm, bös, R,
Leed-fprekern, verläumbderifh. R.
Lspper, 1.) Leder. R. Cambr. lledr. %, ©. Lether,
E. Leather. Goth. hiethr. Van enes andern
ſien Ledder i8 good Remen fnien: ‚aus eines an⸗
\
an
*
bdern Beutel iſt es leicht freygebig ſeyn. Criſpi⸗
nus ſtilt dat Ledder, un gift de Schoe um
Gottes willen: von einem, der den Armen Su
tes thut, oder Vermaͤchtniſſe ſtiftet, mit uͤbel er⸗
worbenem Gute, Van Ledder teen, heißt nicht
nur den Degen ziehen; fondern auch, die Kleider “
ansich,
2.) keiten. WS. Hisedder. E. md H. Ladder. u
Das Starimwort ift ohne Zweifel das ceftifche
‘ Nethr, was Berg an gehet, clivus. Sprw. Lan⸗
ge Luͤde ſunt ſo good, as ene Huus/Ledder.
Ledder- balken, Leiterbaͤume. | |
| Ledder- tauer , Lederbereiter, Gerber. S. unter 5
TAuEN. —
Leooıe, I: y ledig, leer. Hr. Wachtet halt mit Recht |
Bafür, daß es von Taten, laſſen, verlaffen, Bers :
ſtanme. In diefer Bedeutung Jagen wir auch,
wie die Holländer, Teeg: . Lege Tunnen, ledige |
‚Tonnen. Sprw. Ene leddige Tunne raſet am
meiſten: je weniger einer verſtehet, oder auch, je
„Mengen einer im Vermögen hat, Defto mehr prafet
Die folgenden Bedeutungen find apich.-
C
c
ar) N
!
2) unverheurathet, coelebs. Een bi ı looe
Minſk: eine Perſon, die in Feiner Heurathsver⸗
bindung ſtehet. Die Hochdeutſchen ſagen auch⸗
lediger Stand, coelibatus.
3.) als ein adverb. heißt es auch, y Fe % Leddis
)gaan: muͤſſig geben. Daher, - ee
‚ Leddig-gang, Möüfliggang: udd
. „Leddig-gänger, Muͤſſiggaͤnge. 5 Ä
Unleddig, 1.) noch nicht ausgeleert. —
2.) der viel Geſchaͤfte bat, der ſich und andern ſtete et⸗ |
u was zu ſchaffen macht, unruhig. De Kinder ſunt
alltied unleddig ; die Kinder find allzeit in gefchäfs
: tiger Bewegung, machen einem viel Muͤhe tind Uns |
rube. I
u Unleddigkeit, eine dringende Veſchaͤftgung, die einem
| feine Zeit uͤbrig laͤßt. Zufolge des Stat. 3. muß
in Bremen die. Wahl eines neuen Rathmannes
- gleich den folgenden Tag nach der Beerdigung des
y verfiorbenen vorgenommen werden, es wäre denn:
, daß es ein groffer heiliger Tag wäre, ‚oder; Daß ſol⸗
N che wichtige Sachen abhanden. wären, dat ſe dat
| van Linleddigheit wegen nicht doon en konden
" Denners Ehron. unter Erzb. Hildebold. In den
tiden, eher de Amte er eigen; Richte hadden,
entbrock oͤhnen nummer Hates oder Kives un⸗
der ſik, und de Raht hadde hirvon al tho vele
| Unleddigheit -
- Voileddigen, ios und ledig werden. Iſt veraftet, Sn |
einem alten Kaufbriefe von 1352, alsden fchole
de vorbererde & Bode ou, i feines Hoaus) vh⸗
rrer
—
en ben Lea, u u 33 =
rer : Karen frig und quidt wedder fi le \
und vorleddigen.
EDEN (95 und Geleden, verganugen vberwichen.
Es wirv von dur verfloſſenen ‚Zeit gebrauchen Tis
all lange leden, oder geleden: es iſt ſchon lange
her: Bey dem Ulfila heißt leithan, geben, vor⸗
beygehen: Theot. und X, ©: litham. Daher auch
— bie Holländer ihr Iyden, votbeygehen (welches
von der Zeit Hebtauchet wird), und Lydt; Ueber⸗
"gang, noch haben, Kero, kalid, diſcedit? ke-
idet, diſcedit. Junius it Gloſſ. Goth. v; les
than, vergleichet dieſe Wörter mit dem alten Griech.
‚EAsuda, ich gehe. Man ſehe auch die Aumerkung
des Hrn. Gramm bey R. unter Verleden.
erleaen ‘eben daſſ. Rı. nur mir. dem Unterſcheid: daß
jenes geleden nie. ben einem Nennworte geſetzet
wird, wie dieſes. Verleden Nacht: verwichene
Nacht. Verleden Maal; das letie Mahl, jngſe.
Ady. Verleden, vor einiger Zeit.
— MATEN.) ©. unter Erd, F I .
SEDE-WATER:) | —
zut, oder Lehe, ein Dorf dieſes Namens, eine halbe
Meile von Bremen. Im A. © iſt hleow und.
. hleowth eigentlich. ein Ort; der an der Sonne J
liegt, und vor dem Winde ſicher iſt: it eine Woh⸗ I
:. hung, ſicherer Aufenthalt, Zufluchtsort: Isl. hle,
nilic. Im AltEngl. iſt Lea; Lega, ein umzaͤuntes
Kand, ein Dies U. ©. Leag, Leah, Lea; Bw
her vielleicht das Fr. lieu:. ... '
Lex, S. unfee Leven [OR | j
Lens, Lege (2 t ? — (tim, BIER. Rene.
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.,. Man bebenket, welche ſchimpfende Bedeutung: has
Eu Wort vaͤks oder Leyge (tie es auch bey uns ge
funden wird), laieus, ben den Mönchen in den vo⸗
rrigen Zeiten gehabt, fo ſollte man faſt auf die Ge⸗
danken kommen, daß leeg in dieſer Bedentung da⸗
her abſtamme. ©. Laxs.
42.) Brant. Leege uut ſeen: kraͤnklich auſeben. Se
is Teeg wurden: er.ift mager worden. /:
2.) niebig, untief, ſeicht. Dat, Mater is leeg:
das Waſſer iſt niedrig. Inſonderheit heiße leeg
| ter der niebrigfte Waſſerſtand bey, det Ebbe,
vor wieder anlaufender Flut. Bon diefer und der
2 erfien Bedeutung handelt weitlaͤuftig R. in Id.
Hamb. Wobey nur anzumerken iſt, daß Low
bey den Engl, niedrig heißt. Leeg, und das Holl.
laag, laegh iſt one Zweifel von leggen, legen.
a) ledig, Es ift das zuſammengezogene leddig.
Lass (#) it. wie es Frifch erPläret; ein Bölzern Gefäß,
meiſtens Getraͤnk darein zu thun, als ein Faß, ſo
von unterſchiedener Groͤſſe, und gegen den Spund
etwas enger zugehet, damit es ſowol auf der Achſel
2... des Menſchen, als wan es groß iſt, auf den Ruͤk⸗
ken der laſtbaren Thiere beſſer und bequemer zu tra⸗
gen, weil es ſich beſſer anlegt. Won welchen le⸗
gen und feiner Lage es auch den Damen befoms
men Es kommt überein mit dem: lat, lagena:
Gr. AMynvoc, eine Flaſche. In Gloſſ. Pez. kommt
das Verkleinerungswort Lagella. vor, welches
durch das Lat. laguncula erklaͤret wird. Legel,
Laͤgel, braucht auch Luther. ı Sam. XVI, 20.
Leyen, ein khein dachen beſonders zu fluͤſigen,
| aber
ira 37
aber auch andern Sachen. Vonnchich we werden die
I Neunaugen⸗ Faͤßchen in Bremen alſo genennet,
Wer, etwas in den alten. Schriften bewandert ift,
doer wird fich die Rechtſchreibung der Alten nicht i ir⸗
we machen laſſen. Sie ſchreiben es naͤmlich bad
Lechelken, bald Loͤchelken bald wieder anders.
In der bremiſchen Acciſe-Rolle, unter der Rubrike
Neunaugen, wird ganzer, halber und viertel Le⸗
chelchen gedacht: ſtatt deſſer in der Elsfleter Zoll⸗
Rolle Faͤßchen ſtehet. Kuͤnd. R. Art. 150. Od
en ſchall nemand uthfoͤhren · droͤge Negenogen,
offte in Lechelken, gebraden, de Stadt hebbe
de Zieſe darvan: Auch ſoll Niemand getrocknete
Reunaugen, oder gebratene in Faͤßchen ,ausfuͤh⸗
ren, es fa) denn der Stadt bie Acciſe davon ent—
richtet.
Liorr (0), Notb, ſchlechte umſtaͤnde Witerwet⸗
tigkeit. R. will, es fen eine ellipſis für leger
Wall. Fuͤglicher kaͤnn man es zu dem bald for
genden Leger (m) bringen. He het fien Leger: u
er hat feine Noth, ober. Gefahr , ur
Leger-Wall, das Ufer, worauf der Wind ſtehet.
Beige für bie: Schiffabrende, eine gefährliche
. iſt. Daher die uneigentliche Redensart zu
* ef, S. Richey unter Leeg. Dem ſtehtt
entgegen Upper⸗Wall, das Ufer, wovon ber
: Wind abftehet. i
krocen, tegen. Cod. Are. lagjan.. A. S. lecgan.
Din; legga. H. leggen. Imp. if lede, ich leg
te Hände un Foͤte to ſamen leggen: flebent
ig Bitten. ‚ Enen, Dar Sun 8. vn |
sun.
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age (#), die Unterlage, oder das Geuhdgofz, wor⸗
—
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| on j Ina, N | |
"einen. Hengſt oder Rind verſchueiden, caſtraro.
Beſonders iſt dieß Wort bey der Schiffahrt Ni
lich · Worup to leggen: das Schiff irgend ivor
- hin lenken. it. die Abſicht worahf haben. Daber
Z2oles die Abſicht. In unſern Statuten wird:
das einfache leggen bisweilen fuͤr ein und anders
— Zufammen ae gebraucht: für erlegen; Stat.
6 Birnen
. Schaden. wieder erſetzen. Fuͤr ablegen, ‚Stat.
chaden wedder leggen: feinen
37. So welt Swarne einen falfthen Tug le⸗
de: wenn ein Geſchworner ein falfches Zeugnif
‚eblegte, It. für, mit dem Schiffe ablegm, ſich
vom Ufer entfernen. K. Rolle: Met Schepen
van der Slachte leggen. Auch wurde es im me⸗
taph. Sinn. gebraucht fuͤr anordnen, feſtſetzen,
beſummen u. ſ. w. Een Botding feggen: ein.
Botding anordnen oder halten. Ehen fredelooß -
leggen: einen für vogelfrey erffären. Ene Tin
leggen, und enen Dag leggen: eine Zeit, &
nen. Gerichts: Termin, beſtimmen.
\
auf der ganze Stapel eines hoͤlzernen Gebaͤudes
| esse, 2) Erlegung des Geldes, VBelonders wird
au. ..
Oohn dod darmede bene und (mer Denn Be
—
ruhet. Von leggen oder liggen. S. R, unter
Lede.
es im ı Ord. ſunder Gin gebraucht für die Bar
.. Se, ober das Geld, fo der Beleidiger dem’ Beleis
digten für Schnach und Pein bezahln muß: Sp
u he leggen fines Gudes alſo vele, alfe.;
me duncket, dat he oͤme finen Schaden und
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RG - . _ ‚» . .
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⁊ . or xı {)
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| Leo, 388
tho den Hilligen, dat he mit dem Legere, Be⸗
de und Legge (Hausarreſt, Abbitte und Buße)
ſien Hohn und Sehre gebetert hebbe.
2.) Aal⸗legge, ein durch Pfaͤhle und Bretter bes
‚engten Bad), oder kleiner Strom, vor welchem -
man Hamen oder Fiſchkoͤrbe ſtellet, um Fifche,
befonders Aale zu fangen, In der fifchreichen
Wunme find deren viele, Man vergleiche Lage,
Nachſtellung.
lae un Peol-geld; iſt das Jaͤhrliche, welches für
den Hal und Aentenfang der Oberkeit beahler
| wird,
lage iſt nach der berſchiebenen Vedeutung ; ; dies
bat, entweder von Jeggen, oder von liggen. Es.
bedeutet 1.) eine jede Grundlage: bie lage eines
. Dits ꝛc. wie im Hochdeutſchen. Een Die ‚to
. vuller Lage, Hr in den alten Landbriefen ein
Deich, der die gehörige Brejte und Höhe har, und
in gutem Stande iſt.
2) eing Reibe ordentlich gelegter Dinge: und wird:
infouderheit var den Kanonen auf den Schiffen
gebrauchet. Daher die Redensarten: Enem de
vulle, eder ganze Sage geven: bie ganze Reihe
Kanonen auf einen abfeuern: einen derbe zůͤchti⸗
gen. He het fine vulle Lage: er iſt ganz be:
trunken.
» Nachſtellung, Hinterliſt, maie Enem u
gen leggen: einen zu beruͤcken firchen. Es fommt
auch wor im Meinefe Fuchs. Und. im Sachfen⸗
Spiegel if: mit Worten lagen, verbis infi- -
. all, & in auq Fa |
E 4 u Legsik,
J
|
* Tu | \ u 4 | Lea Ä | u
| Lege, ) gelegen, fitus. . | Br auffer Gebrauch, |
In einer Urkunde von 1445. in He Brem. und
Verd. 4te Samml. ©. 108, Einen halven
Droem Landes, dede legelik is in der Velt⸗
. jnarke to Soft ”
Eu *) gelegentlich, bequem, gelegen. In der Tafel. |
5. Art. 6, heißt es: Unde feholen treden-in de
Stad Schulde, unde de na legeliken Tyden
(zu gelegenen Zeiten‘) fo ſe erſt kunnen, van
der Stad menen Guden, betalen. |
Leger (9)» 1.) eigentlich, das Lager. Es wird aber,
‚ fo viel mir wiffend, nur von Pferden und andern
Die gebraucht, wenn fie in einen weichen Grun⸗
de ſtecken bleiben, daß. fie ſich nicht heraus arbei⸗
ten koͤnnen: da man alsdan ſagt, daß ſie to Le⸗
ger famen. — |
' =) Oft bedeutet es auch, in alten Dohinenten, das
Einlager, Geiſelſthaft, obftagium. ©. das wei⸗
ter unten vorkommende Inleger.
Lexerig, eben das, mas Legerhaft in de aten Bes
deutung .
Legerhaft, 2.) bettlägerig. Stat. rox. Wert ein
Man geſlagen, dat he legerhaftig wert ?ꝛe.
2.) Wird es von den Landſtraſſen gefagt, wenn die⸗ |
‚ felben, wegen der eingefahrnen tiefen Loͤcher, uns |
- brauchbar ‚worden find: und Pferde und Wagen
| „darin, liegen bleiben, daß fie fo Leger kamen.
Leggel-hane. ©. Häne unter Haan.- .
- Legge-fchipp fommt in der Künd. Rolle vor. Er |
etwa daſſelbe mit Uutlegger. S. weiter unten,
J Ai Ieggen, überbaupi oblegen, deponere, amove-
Fo | ( re.
F / _ . oa ,
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re. "yasbefonder w wird es 2 ven ven Kalben |
ber Kühe gebrauchet. De Ko fchall bald af leg⸗ |
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. gen? bie Kuh wird bald kalben. Auch im vers
Achtlichen Ginn von einer Sraumsperfous Se is
J hen u un kegt af: fie ift verreiſit um heimlich ihe
Wochen zu halten.
2) * Nebenſchuͤſſe der Nelken und anderer Pflan⸗ J
zen ſenken, daß ſie Wurzel ſchlagen- ‚propagare J
caryophylla. —
3.) ſich mit dem Schiffe vom Ufer entfernen. —
Aflegger, die jungen Senker der. Melken.
Anleggen, anlegen. SSufonderkeit : das Schiff ans
and bringen, aus Ufer legen. Metaph. eine ges
wiſſe Abſicht haben, ſich vorgenommen haben. I
He het idt darup anlegt: ex hat es fi ch vorge
nommen: es ift Darauf angeſehen. |
Anlage, wie im Hochdeutſchen. Opnfonderheit bie un⸗
‚tere Grundfſlaͤche und Baſis von dem Durchſchnitt
eines Deichs, oder einer Hoͤhe.
Averleggen, uͤberlegen. imponere, perpendere, — J
‚ Averleg, Ueberlegung.
Beleggen, 1.) belegen, aberlegen, bedecken, beſchws |
‚ren. mit etwas. Metapb · beſchoͤnigen; mit ſchoͤnen
Worten verzieren. Lukke belegge mi dat, ſagt
man, wenn jemand ſich Muͤhe gibt etwas zu bes
ſchoͤnigen. Ene Lukke belegge mi dat, ift auch -
. der Spotthame eines Frauenzimmers, welches al⸗
les gut bemaͤnteln kann.
2.) Verguͤten, erſetzen⸗ Stat. 57. Den Schaden J
beleggen: den Schaden verguten. |
3) belagten. ron
—A voerier
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. ' — .2
ı . . ”. ci
“
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. 4% Er - Lxe; u . 2 J J | * | Bu
" Beltgeing, ; Belagerung... Sf veraltet.“ u
Bu Dörleggen, 2) durch alle BVefriedigungen brechen.
Die taudleute brauchen es vom Vieh, dag durch
alle Gräben, Moraͤſte und Hecken ſetzet.
2.) das Schiff ſo nach den Wind lenken/ u es
ſchnell ſegelt.
Dörlegger, ein Menfch, der alles unternimmt, i amd
ſich für nichts ſcheuate.
Entleggen, 1.) entledigen, ſich entledigen. |
4 ) vorenthalten: machen, daß einer feinen Zweck nicht
eerreichet. Renner unter dem J.11430. Do toch
he (des enthaupteten Joh. Vaßmers Sohn)
wedder na den Keiſer, um klagede idt ſinen
Reden (Raͤthen): he konde averſt jo nicht ı ge⸗
——— fordert werden (fort geholfen werden). Idt
WWwurddt oͤhme entlecht mit des Keiſers Unleds
. 2: >Digheit, d. i. feine Klage fand Fein Gehoͤr, un⸗
ger dem Vorwand, der Kaiſer wäre L ſehr mit
. Gefchäften überhäuft, - Bu
_ Inlage. ©. Uutdikung, unter. DıeR. 000
Inleggen, enen, einen das Einlager halten laſſen. Ee
omt vor in unſern alten Statuten von 1 30 3. At *
Tolage, 1.) Zulage.
= 2) die Kontriburion, fü die Bauern beahlen.
3.7 Beſchuldigung. Renner unter. dem J. 1547.
Doch dede duſſe Tolage dem Manne (Tilen
von Eleve, einem bremiſchen Rathsherrn, wel⸗
chen may der Verraͤtherey beſchuldiget hatte) ſo
hertlick wehe, dat he de Lidt ſines Levens it
nicht vergath.
Toleg, Abficht, Endzweck. Iſt eine Metapher von
J ‚DR Schiffahrt; © Legen: Um-
7, Iea ed
Umleggen, : L. * umſehen, Ge obet Waare Veel
mit een ander umleggen: vielen Handel und
Verkehr mit einander treiben.
2.) Ben den Schiffern, mit dem lager der Sie .
umwechſeln. |
Underlegen, adv. unterſchichlich, verſchieden. 8.
Dis underlegen mit dem Koop: es gebet verr =
ſchiedentlich zu mic dem Kauf.
% leggen, wuflegen. it. aufheben, zuſammenſparen. |
Geld upleggen: Geld vor fich bringen, zu Ka
pital machen. Ord. 63. So mag de Schips
per wol upleggen fin Schipp funder Brofer
- fo kann der Schiffee ungefttafe fein Schiff in den
Hafen legen, ober ins Winterlager bringen.
Uutlegger, Uutligger, 1.) ein Wachtſchiff: ein
jedes Schiff, das auf einen Poften lieger, es .feg
. in Krieges: oder in Friedenszeiten, J
2.) daſſelbe, was Boog⸗ ſpreet.
3.) eine Art Seeraͤuber, Freibeuter. In einem
Vertrag der Grafen zu Oldenburg mit einigen in
Bremen verfammelten Hanfeftäbten ‚14
geloben bie Oldenburger: dat ivy van Stund
an fchullen unde willen uth unfer Herſchup,
Sand und Gebeden vorlaten allerleye Utligs
gers, Zeeroverd ofte mo men de nomen will:
— unde wy und unfe Erven — feholer noch
en willet nenerleye wys to ewigen Tiden yania
gerleye Zeerovers, Vitalien⸗Brodere ofte
Uthleggers, wo men de nomen mad; holten, “
„babe ofte huſen. |
N Of«
\
44 . V Lea. . vo
Vorlage. ©. Stak+wark, ‚unter STEKEN. |
Liggen, liegen. U. ©, licgan. Gr. Asyıodan. Wie
laſſen es hier unter Leggen füglich folgen, um bie
Bu verwandten Wörter bey einander zu haben.
ULLsgger, ein Schiff, Das dazu beſtimmt ift , daß es an
einem Orte ſtill liegen ſol.
Ligge-dage, die Tage, welche ein Schiffer wor der
"Eins und Muskadung, ‚unentgeltlich liegen muß.
Ligge-geld, das Geld, fo dem Schiffer für jeden Tag,
den er nach verfloffenen Ligge⸗dagen rl liegen
on muß; zufommf. - .
- Liggerije, das Siegen. it. der unerlaubte Umgang mie
“dem andern Geſchlechte. Goth. leegher, illici-
tus cancubitus. Gloſſ. Boxh. Ubarligida, adul-
nn ven A. ©. legnyfle, kegerfcipe, fornica-
BE ° He het fine Liggerije mit dat Minſk:
i hat einen unerlaubten und- ſchaͤndlichen Umgang
mit dem Weibsbilde.
v*r Lager und Leger: imgleihen _
u Anleger, fammt in unfer alten Geſetzen und urkunder
nicht ſelten vor, und bedeutet: Arreſt, Hausar
reſt, Geiſelſchafſt. obftagium, jacentia fidejuß
ſoria. Enem een Leger liggen, ober Inlege!
holden, iſt alſo: ſich zur Verſicherung für ein
ESchuld, oder zu erſetzende Beleidigung, an einen
Ort ſtellen zum Arreſt, auf eigene Koften, ehtroe
der bis zu einer beftiitten Zeit, ober. Die zum Yu
erag der, Sache, Art. x. funder Gnade: Se
wel Borger den andern ſleit bat cha
he beten der Stadt mit it Vyf Mar und
B ’ \ — J
nn . n . I _Nn u !
DS , . . B \ . u . t
vo. ii: J
\ . KT
deme genne, deme dat seen J ein leger
liggen Veer Weken. Stat. 77. Jegen al⸗
dus dannen Knechte, alſo hir vor beſchreven
ftaedt, en ſchall neen borger to legere kamen.
Man ſehe auch Stat. 94. und 99. In einem
Rervers Wilhelms vom Buſch, wegen des an ihn‘
verpfaͤndeten Amts Wildeshauſen, von 1493. vers
pflichtet er ſich: Wen aber ick duͤſſer vorfchrer
ven vormede (ſoll wol. wor mede heiſſen) vor⸗
brecke, fo ſchall ick van ſtundt mit duͤſſen na⸗
beſchreven minen Borgen tho Bremen inka⸗
men, unde holden bar ein recht Inleger, wen
—2
wi mit Baden edder Breven vom upgenanns - -
ten unſen gnedigen Deren‘, ſinen Nakomelin⸗
gen, edder ſinen Capittel vorſchreven in unſe
Wohninge edder Gegenwardigheit darumme
geeſchet werben, unfer ein na dem andern
u nicht tho wachtende, unde holden dar ein recht
Inleger, went aller Gebrocde, de mißgebro⸗
&en find thovoͤren deger unde alle fi nt verfult |
%. S. Inriden, unter Rınen. u .
‚Afliggen, Ablager halten ; Herberge, Machtlager oo
“nehmen, Renner unter de J. 1430: Und -
waurdt gefangen: — dar he aff-liegen wolde, -
liegen, anliegen. it, ‚betreffen, zuſtoſſen. Stat,
106, Idt en were, dat dir Stadt alfo grote
Noet * es waͤre denn, daß die Stadt in
fo groſſer Nor ſich befände.” Stat z. Dat dem
Rade alfuͤlke grote Sake anliggende Kere:
daß der Rath mit einer ſo wichtigen und angele
gentlichen Seqe beſchiſtizer waͤre. u |
nu Belegen
en
46 W ma Lem | Le.
Belezen ( c 5 adj. das durch langes Siegen, feſt zuſarn⸗
men gedruͤckt, ‚und dichte gepreſſet iſt. Een bele⸗
gen Grund: feſter Gruͤnd.
Inlage, ein neuer Deich, der um ⸗eine Safe ainwirts
| gegen das Land gezogen wird. |
| Vatlage, ein folcher Deich, der weiter Bine gegen
das Waſſer gezogen werden muß.
Underage „Riederlage, das Unterliegen beh einer
| Schlaͤgerey. Kinderlage liden: den Kuͤrzern ziehen.
N Tasse ‚aus Faulheit im Bette liegen: Es ſtammet
zunaͤchſt ab-yan-Tiggen: oder von dem Goth. in
———— Arg. Ligrs das Lager, Bette, ‚Höhle des
gr Be. Verwandte Wörter find: E. läg; zw
ruͤck bleiben, fich aufhalten: Lagger, einer der
verjoͤgert, ſich aufhaͤlt: Log, ein Klotz. Theu⸗
be, von. luggich, träͤge, langſam: beym Otfr.
N. Scahero Luage, : ‚eine Mördergeube: bey den alz
ten Frieſen iſt Lugge ein Fauler, Traͤger. Hier⸗
ee AN iſt deutlich zu-bemerfen,-baß, eg-in Hainburg
a ’ seine verderbte Ausſprache iſt, wenn ſie e daſelbſt
lurgein ſagen. Lungern sei bey uns- gang
an „ee wo he lug et: eben. Die
er im Bette faullenzet. 3
Kıgenen, ein ſauler Menſch, der ſch gen im Vene
ſtrecket. —
— Lugger-bank,, gaulbeite. Up der ug ugger bent lig⸗
2 rn get faullenzend lijegen.
Luggex- ſtool, ein groſſer Lehnſtul, den man, jur mie
agsruhe aus einander fehlagen kann. |
- Lens, eine Senſe. She, Lie Divlis .: .
heine, 1 Nu Geleue, comitatus. its das ſichere
a Fr Bam: \ x — Pleite,
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Ce, falvus conductus. Enem. dat Lide u
geven:. einen begfeiten, - |
5 der Zügel. Up't Leide gaatt, fagt man eigenes
\ lich von dem Pferbe,. welches zur £infen vor dens .
Wagen geſpannet iſt, und allein den Zuͤgel führets
ze uneigentlich, der Anführer, Vorgänger feyn. =
Leiden, 1. ) keiten, führen; it. das Pferd Ienfen und
regieren. A. S. lællan. el, leida, a len
da &led -
2.) leiden, geleiden, fi fi her Geleit geben. Eendr. |
am Ende: Dat defulften — in Unfern Stif⸗
„ten, Forſtendomen, Graveſchoppen unde Ge -
beden — ‚nicht geveliget, vorſelert noch ge⸗
leidet ſcholen weren ꝛc.
heleiden verleiten durch Verdrehung der Worte: den
Sinn der Worte verdrehen: eine falſche Ausle⸗
gung machen. Es iſt nicht mehr im Gebrauch. |
“Sn der Kuͤnd. Rolle Heißt es: Nemant fchall
in jenigen Studen.differ Sate brufen umme 7.
» . 2eidingey. ofte arge liſt, unde fi erwehren
mit.behendichheit der Worde jegen den Sinn.
der Sate — Scholde geven finen Bröfe in -
dem Stude, dat he beleiden.wolde:- Niemand
= tl in feinem Stücke ſich diefer Ordnung Brau⸗ 2.
⸗Societaͤts⸗Ordn.) bedienen. mit betruͤglicher
R —— oder arger Liſt, noch ſich mit ſchlauen
Worten gegen, den Sinn der Ordnung ſetzen. —
Er ſoll Strafe geben in Betracht des Stides, |
das er-verdreben wollte. - _
Mid, vehien, vesfiben. & &misiend,
ur Be . \ L
_
v.
\
De
eilig, ſchmeichelhaft in der bſicht FR verführen, nee
. J
NZ ,
‚Ler |
‚zu verlegen, argliſtig. Man ſehe R.
lLeing. Berleitung Durch falfche Auslegung Verdre⸗
hung des Sinnes der Worte j Iſt veraltet, &.
“ Beleiden.
a \ Kärgeld, Gefeitsgelb, welches die Keifende fir bie
| . Sicherheie der Wege bezahlen, Lats barb. gui⸗
= dagium. Renner unter dens J. 1464. Daſelbſt
beklaget ſich Erzb. Henrich I, : Baven duth al
les hefft uns Grave Gerdt von Dldenborih,
dewile dat wy ein. Here des Stiftes tho
Bremen geweſen fin, groten drefflichen Schw
den an unſen Tollen, Seigelde und Gerechti⸗
— cheit jehrliches gedahn ꝛc.
ta Beleitzagen, ſicher Geleite geben : 2” |
. . glitung zur Sicherheit, durch ſein Land, mitge |
en. . praefidiariam ig itinere przeftafe opem.
DE Es iſt veraltet. Friſch fuͤhret aus dem Jeroſchin
ann das gleichfalls veraltete Leit⸗ ſage, ein Weg
weiſet. Renners Chron. in dem Leben des Erzb.
— —
Hartwich J. De Keyſer (Friderich der Rothe
vart) verſchreff den Köning Suenen (von
Dannemart) tho fi: deſuͤlbe quam, mit ei⸗
mnen koͤniglicken Pracht, thom Keyſer, und
wurde van Hardwico befeitzaget. Bisweilen
wurde es auch nur genommen. für begleiten, leie
7 8en, führen, Kenner unter dem J. 153. Des
. „den Borgermeifter Marten van Heineborgh
“md Dir Doms geleinnageden en herup.
| Geleitig,
andern Dages wurdt de Bifchup (Chriſtofe
fer) upt Rhatthuß tho Gaſte geladen, de beis
j
— — ut
Le 00 . 49
zeleitüg, dem freien Geleit gemäß. 3 8. wer das
Geleite genieſſet, der muß ſich geleitlig auffuͤhren,
und anbere nicht beleidigen, Renner. |
Leın, Leide, 1.) $eid. ‘Dafür fagen wir jeßt Leed. .
2.) Haß. Stat. 56. We tho Swarnen farn
werth, de ſchall ſweren, Dat.he deme Made:
und der Stadt truwe unde holt will weſen,
unde rechte Tuchniffe doen, und doen dat noch
dor Leve edder durch Leide: d. i. und thun
ſolches weder nach Gunſt, ‚noch. nad) Haß. |
‚eidig, betruͤbt, Leidtragend. Leidig weſen aver een
Ding: Leid tragen über etwas. Es muß mit obi⸗
gem leidig, ſchmeichelbaft nicht vermenget wer⸗ |
den.
— Beleidigen, Leid tragen, betrauren, bekla⸗
gen. dolere. Iſt veraltet. Nenner unter dem J.
157. Denn folder Fall were nicht genochſam u
tho beleidigen :. ‚ein folcher Zufall koͤnne nicht ge
nug beklaget werden,
EIDEN, Schiefer. it. eine ſteinerne Nechentaͤfel.
Von dem alten Ley, ein Fels, beym Schittet.
eiden- dekker, Schieferdecker. u
„eiden-ftikken,, ber’fteinerne Griffel, womit man in auf
den Schiefertafeln ſchreibet. =
„EIDJEN, das abgefürjte Bertlinerunsmort von n A
delheid. J
„EIER-KAPPE, ein Tuch, worin man die ganz lei |
nen Kinder wickelt, und womit vornemlich das Haupt w
bedecket wird.
Leian,. ‚ein Laie. So redete und ſchrieb man vor Zei⸗
ten. In der Lafe see alten Eendracht von
A,
50 Lex. on \
21433. Se ſyn Papen/ Cie, Legen, Man⸗ |
ne, Frowen ie
‚Leiten, plur. die ‚Räude ber Sunde | Im Ebut— J
Braunſchw.
Lese (n), eben daſſ. nit Laxs und Leier.. .
_ LEken,. im Olbenburgiſchen ‚. eine flache Doffirung :
eines Deiches mit grünen Rafen belegen. Souſt
m. auch offen. Es ift ohne Zweifel baſſelbe mit
liken, eben oder gleich machen, i
Lussen, 1.) tinnen, triefen, tröpfeln. it, durchlaſſen,
| _ "perfluere. R. Man fagt ſowohl: dat Dat ler
ket: das Faß iſt undicht: dat Schipp lekket:
* das Schiff laͤßt Waſſer ein; als auch: Dat Was
teer lekket: das Waſſer traͤufelt aus. Lekkende
Ogen find bey dem Chytr. trieſende Augen. 6.
0 Jeak, lech werden. |
ur 2») In der Künd. Rolle wird es auch gebrau |
het für, zapfen, ausjapfen: Ock en A ne⸗
mand Claret lecken tho verkopen, ohn alleen
in unſer Stadt Keller: auch ſoll Niemand Kla⸗
tet: wein zum Verkauf ausjapfen , ohne allein im
J Stine 3—
Vut lekken, austräufeln. De Safe 18 endlik unt
lekket: die Sache iſt endlich ruchtbar woerden: iR |
auch eine bolländifche Redenſsart.
ek, 1.) fubft. eine Rige, Oefnung, wo gFeuchtigh
keit durchlaͤuft. Dat Schipp het enen Let: das
Schiff bat eine Ritze.
=), adj. : undicht, - was Riben bat. rimofus, per
fluus. Lek werden: undicht werden, :R. Ber
ande g Wörter nn nd, bey dem Verel. in "ar
>; ckar,,
—
ie
— ———
2
?
m .
4
u Lem Ler; en se
- char, rim® navium : und lekt, Nekara, rimo-
Tum, rimofitas: Gr. Aauc, fillura; unſer La⸗
| fe, Sache, :lacus, lacuna, ein Ort, wo ſich das
Waſſer ſammlet: Hochdeutſch lechen, tropfeln,
ſttillare, hiare: lechzen u: a. m.
Lekkaſie, der Schade, den man an naſſen Waeren,
durch das Auslecken, leidet. E. Leacage. |
‚Lek-trog, das Gefäß, welches man unte undichte
Tonnen, oder unter das Zapfenloch ſetzet.
Lerker, 1.) adj. wohlſchmeckend. Bu
2.) der germ was gutes iſſet, ein Leckermaul. -
8 .) ſubſt. die Begierde nach einer leckerhaften Kofl,
oder nach einen andern Sache, die man. zu haben
wuͤnſchet. Daar fleit mi de Lelfer na: darauf
Bin ich verleckert, das hätte ich gern. Wachter
leitet das Wort ber vom Gr, YAunsLOG > ſuͤß. Dar J
‚pe auch das lat. ligurire, nafchen, . Wenn ein
Ä F: Davor geſetzt wird, ſo iſt daher unſer ſlik⸗ |
Fern, ſchleckern, welches mit liguire daſſlbe be⸗
deutet.
Lekker- ‚täne; keckermaul. Ba \ =
Lexs&, eine kection : was den Rindern. aufgegeben .
wird zu lernen, oder zw-fhreiben. nem ene
Lekſe vorſchriven: einem eine Seite vorſchreiben.
Alt Fraͤnk. Lecza. R. Lex. Von lectio.
‚Lekfen-blad, in Hamb, Lepsband, R. ein Zeichen, |
fo man ins Buch leget. | .
Lexrer, eine Bühne fiir die Zuhörer und Muſtkan⸗ I
ten, in der Kirche. Won legere, lectumm.
LEMLIR (0), oder Lelk, garſtig, baͤßlich: aben wir
von den Hollandern uͤber genontmen— E. lewd.
Da.
—
52 — | Lem. ‚Lem. .
a Haid. Lelik wird alſo richtiger zeſchtieben und
augsgeſprochen leedlik, leetlik. Und fo findet man
os auch im Mein. de Dos, 13.9 Kap,
It mene, men ſach nü (nie) Ile Deer.
und 10 Kap. -
7, Dyt is yw enne leetlyke Sake.
Man vergleiche Leed, Leid. nn
Lelkert. ein garſtige Mn.
Lemmer. © Lämmeın nn
In
| ‚LEMMERN, Belemmern, beſehen: in den Weg le
gen, daß man nicht durch fommen kann: hindern,
| \ in DVerlegenheit bringen. K. He is daar mit
belemmert: er ift Dadurch im DVerlegenheit ge
bracht, er weis fi ch dabey nicht zu rathen und zu
helfen.
Lemmern, adject. wird von der zarten Haut ge⸗
braucht, bie über. eirien Brandſchaden oder Wun⸗
de gewachſen iſt. De Finger is mi nog ſo lem⸗
mern: ich kann den Finger noch nicht recht ge⸗
brauchen: er iſt mir hinderlich im Angreiffen.
Leen, techn, feudum. Von lenen leiben. ©. un⸗
ten. —
J Leuiſch. Leenfk, tehnfaft, was zum Lehn oeboret,
feudalis. Syn leniſchen Weren hebben: zu
Lehn beſitzen. Diederich, Graf von Oldenburg,
belehnete A. 1422. Hinrich von Haren mit einem
Stuͤck Landes, dat Joh. van Haren des vor⸗
ben, Hinrikes Vader und fi ine Dorbarene
-(Borfahren) van unfien Elderen to Lene und
in lenefchen Weren gehad hebbet ꝛc. Caſſels
Brenæ. TI I. p. 296.
LEEN,. \
N
Lex. ILxx. 53
| Lee, ı mager, abgezehret. Viele fprechen es unrecht
löne aus. Denn auch im A. ©. iſt hizene, und
€. lean, mager.
„Lenpe, gende, lumbus. De Senden f lepet em na,
von einem, der einen lahmen Gang hat: eigentl.
von vierfüffigen Thieren „ ‚denen die. * Hinterbeine
| gelaͤhmet find, | |
Lenden-laam, und umgetehrt on |
- Laam-lenned, an der Hüfte gelaͤhmet, elumbis. it. |
von langſamem, trägem Gange
Lenden-lave, Lenden-löfte, früßzeitiger Brite, u
Bon Javen: verlaven, verloben. u
Lese (6), undLeenke, Hin.
LEnEN (s), 1.) leihen, ausleihen. commodare,
mutüo dare. Goth. lewjari, praebere: und
‚leihwan, mutuo dare: A. ©. hlenan. Der.
ber das Wort lebn ‚ bey den Alten Sen, feu- u
dum. .
2.) etwas von einem andern empfangen, auf eine
Zeitlang, das man ihm nach dem Gebrauch u wie⸗
| der zuſtellet. mutuo accipere. , 2
LEn@Ge. ©. unter LANG. ‘ =
Lens, trocken, da eine Naͤſſe mehr it. De Pum⸗
pe geit lens: die Pumpe will nicht mehr ziehen,
kein Waſſer mehr geben. De Kanne is lens:
die Kanne it ausgetrunken. nes lens maken:
einen ſo lange beſchmauſen bis das Getraͤnke u J
iſt.
Leer, wird von einigen, ſonderlich Landleuten, se
- braucher, für: ſchlecht. gap on niert, ai; 5
kommenes Vieh.
— u
‚» 3. "Liren
. . .
. De .
>
4 u > .
— x
”
54.00, Lem Lxx.
Lexx On üffel. R. Den gap! upfifen, im :
Scherz, fir: flerben. He het nig den Lepel
. up'nBrebe beholden: ex Hat nicht dns gering:
fie fonderfic) an Hausgeraͤthe) behalten. Den
Lepel up'n Brede mit ſinen Kindern delen:
alles, bis auf das geringſte Stuͤck, mit ſeinen
we Kindern teilen. He is't ſo öde, oder fatt, ;
98 wen he’t-mit epeln geten het: er ift der
Sache ganz überdeüffig” Daar kan he finen Le⸗
pelto waffen: er Fann nice dazu beytragen. |
epel koft, Löffelfpeife, Suppe.K..
“ Lepel-fnute, 'töffeigans, a
. Lerren, Upleppen. S. unter LAPpEN. Br
Leer, Bade, Wange Ord. 102, beißt es, def
man einen Dieb mit einem gluͤenden Schläffel :
(Cals dem Wapen der Stade Bremen) fol an
fine Leer barnen, auf’ der Wange brandmarken.
A. S. Hleare, das Geſicht, vultus. Dakin
gehoͤret auch das E. leer, ſcherzhaft laͤcheln.
Daͤn. eg leer, ich lache. S. Junii Etym. Angl.
Leerke, das Dimin. die Wange. Rode Kerken, | 10:
\ the, blühende Wangen. |
- „Leer-kullen, Kopfküffen, Ohrkuͤſſen. Es wird in der =
Verordnung vom Heergewette mit aufgegäpte, 5
Leren (6), 1.) lehren,
2.) fernen. R.. im Nachſchuſſe. E. learn, lernen.
Auch bey den Holländern und Schweben heißg dieß
Wort beydes, docere‘ und difcere ; fo wie ap-
. bprendre bey den Franzoſen. nu —
Kir, 1.) insgemein, die Sehe.
. 2); pie Religion, eine beſondett Glauberechte He
| iss
a... .
-— —
—
J N T " | \ —
2 Les. 555
Dt. ng: reiner Lere: es iſt mit ibm nicht wichtig: |
er iſt ein Schalf. -
| 3.) die Kinderlehre, * Reiehifarion, In ser Lore =
gaan: zur Katechifation gehen. Die Bauern Tas
fagen auch: to'nt Beden gaan. |
. Lese, der Schein. it. Loskuͤndigung. ei unter ‘Los.
LESE, Gleis, Wagengleis. it. die Suche, ſo der
Pflug, oder die Ege machet. S. Friſch unter,
Gleiß. Gloff. Boxh. Wakanleifan, orbitam.
Leeske, diminut. eine. Runzel vor der Stirn. Es
kommt im Oſtfrieſ. Landr. vor, 3 B. 65 Kap.
De Leeske, dat ſinnen de Rimpelen. |
Lesen (»), lefen, ſammlen, ausſuchen: wie im
Hochdeutſchen. Daber
Toleſen, und
Verleſen, das unteine und Unnuͤte aus araͤutern, Ge⸗ —
muͤſe u. d. g. ausſuchen. Den Kool, Bonen,
2e. tolefen; oder verleſen: den Kobl, oder Bohr
gen, reinigen,
Lesen (8); Verlefen, verlieren. Das, einfache le⸗
ſen iſt bey uns nicht mehr im Gebrauch, aber
noch im Engl. leeſe, loſe, looſe. A. S. los-
jan, forleoſan, und auch mit einem r Ratt des
f: forlyran , forleoran. Cod. Arg.'liufan,
fraliufan. Beym Kerd, forliofan. H. verliefen.
Man kann das Stammwort [008 annehmen. Da:
her ift auch zu erklären das Wort Naamskieß,
Naam⸗luͤs, und Naamsliesfe, womit man die
Heinen Kinder , die noch keinen Namen haben, |
benennet: Namenlos.
Verl, Verlüs, 1.) Verluſt. Sn einer Urkunde
D 4 oo N...
/
⸗
56 — Les. Ler. Leu. BEE
Ä son 1433. bekennet Otto, Sr. zur Hoye und Vor⸗
nn mund des Stifte zu Bremen, daß er, des Stiftes
wegen, Hermen van Duͤringhe, ſchuidig fey
twintich dremer marf, van Vorlüfes wegen,
-
0
r x
x
2}
s :
f .
5 2m
\
——
dat de, vorbenandte ‚Hermen verloren hefft,
, Jamie des Stichtes van Bremen. S. . Mus⸗
) bards Monum. Nobil. Brem. et Verd. S. 206.
rn 2) ein. tiefer Keller bey dem. alten Kornhaufe in
Bremen, der vormals zum Gefängniß. gedienet
bat. it. ‚ein: jeder‘ Drt, wo die Leute unfichtbar-
werden: ein Abgrund, In't Verlies kamen:
unſt chtbar werden in der Welt: verſchwinden.
LEest heißt im Oldenburgiſchen ein breites Sthil.
‚Lest, letzt. S. unter Laar.
"Lertten. ©. gleichfalls unter Laat. |
Lauen, boͤlken, wie ein Rind. boare,. mugire,
A. S. hlewan. E. lowe. H. loeyen. Gloſſ.
Lipf. luoginda , louenda, rugiens, bruͤllend.
Man vergleiche auch das A. ©. hlem und hlynn,
‘ein Schall, Ton: hiynnan, ſchallen. ©. Friſch
unter Luyen. Von diefem Worte ſtammt ohne
Zweifel Lew, Leu, Löwe, her, wegen ſeines Ge⸗
bruͤlles. Vielleicht urtheilet man auch nicht un⸗
recht, wenn man das Gr. und fat. Av und leo,
zu denen Wörtern zaͤblet die eltiſchen Urfpeungs
md. ü
_ Leuwacen, eine Schäuebürke, R. Wir haben |
es von den Holländern. Sonſt ſagen wir auch
Schrubber.
Laven (7), leben. . A. ©. libban, Iyfian und 1y-
ſan. E. live. „Gm: vie Din. leffue.
Cod.
—
Cod) Arg. Hban.. He weenv vor nig, dat he
agter levet: er iſt ein Traͤumer, ein Si
‚Levend, ſubſt. 1.) das Leben.
J J J u - '
. " \
2 N j . j \
! — on
\ x ’ .
. . ’
Ä en Eve... 5 |
“ ” ” ’ ' 7
2.) das Geburtsglied. . BE
3.) Laͤrm. Dat id cen Seven! m was Be für ein
Laͤrm if!
Levendig ( welches levvendig auegeſprochen wird, |
mit dem Accent auf der erften Syibe ), Tebendig. |
He will de Ievendigen bi den doden hebben: er
will vollfommene Sicherheit, pber bey der Uefe⸗
rung das Geld haben. |
Beleven,. erleben. Daar beleve if wat mit: da
macht. mir viele Müpe und Verdruß/ oder auch
Elend.
Beleved. hoͤflich, ber zu (eben weiß. Einige Hoch⸗
deutſche haben es in dieſer Bedeutung © von ben
Niederſachſen übernommen. — -
Beleevtheit, gute Lebensart, Höflichkeit.
Unbeleved, unböflih, der nicht zu. leben weiß. Vo
Unbeleevtheit; Mängel an guter tebensart, on u
keit.
Leven (e) ),. 12)» lieben. Eine beſondere Redensart
iſt es: dat levet mi: das iſt mir angenehm. Dat
bare Geld levet dem Verkoͤper: der Verfäufer |
hat gern baares Geld, | |
>). aus Gewogenheit michlaffen: nach dem Tode bin⸗
terlaſſen. €. leave. Es iſt ein kleiner Irrthum,
wenn Hr. Richey glaubt, es ſey eine verderbte
Ausſprache, ſtatt levern (4), liefern: nicht al
lein, weil bier ein n und dort ein⸗ gehoͤret wird,
fordern vornemlich augen bes im Anglänbifhen
| 5
f
ET ne 9 7
5 nah Befnötigen Urworts. Dh dergfeice das,
| Goilh. lewjan: A. ©. lævan, belævan: E.
| ‘allow: übergeben, reichen, præbere, tradere,
Imgleichen Goth. lifnan, aflifnan , übrig ſeyn,
ſupereſſe: Gr. Auen. At. Frieſ. Iawan, laer
vwWwan, lewan, liowan. Daher Lawa, Lowa,
Machlaſſenſchaft, Erbſchaft. Alt. Fraͤnk. leiben; .
übrig laffen, relinguere: und liwun, liefern. ,
S. Schilter ünter diefen benden Wörtern, umd des
Herrn von Wicht Oſtfrieſ. Landr. S. 257 u. folg.
Levern, liefern, ſtammt ohne Zweifel davon ab,
miuß aber nicht damit vermenget werden; Hi
. finder auch bliven und bleiben, gleichfam belei⸗
=. ben, feinen Urſprung. He will finen Kindern
nnig vbele leven: er wird ſeinen Kindern nicht viel
7. nachlaſſen. He het mi vele Schuld leyet: er
. hat mir viele Schulden auf dem Halſe nachgelaß |
i ſen.
‚Beleven, belieben, ſich gefallen laſſen, gut heiſſen) ſei⸗
me Snftimmung geben. Oſtfr. Landr. 1,B. 64
Kap. Eine Mutter kann das Erbe ihrer Kinder
3nicht verkaufen, verpfänden, oder versaufchen, es
=. Wäre _ denn, dat de Kinder, , wanner fe tho 06 .
ren Jaren koemen, ſodaenen Koop und Be
ſelinge beleven.
Lich, adj. Lieb, Leef hebben,. lieben. it. ruſſen: wie
Siem - Sprw. De Leef hebben will, moot
Leef varen laten: man muß den einen Vortheil
dem andern aufepfern. Daar is mi leve to:
Des bin ich froh. Een leef Weer? ein Gewit⸗
ter. A. © keof, leöfa, gelichet. Lever, lieber, |
Te arior,
41
0 no. nl | | \ h " | | u j Zu
N Ta Lrv. —— 39
\
charier, gratior.. Sprw. Dr Fever fumt,
moot Leider gaan: das Angenchme verdraͤnget
das Unangenehme.
Lever, Leverſt, adv. lieber, potius, magis. |
Leefte, auch Leve, Liebe. Sprw, Mate Leefte
fange Leefte: gemaͤſſigte Liebe dauert am laͤng⸗
ſten. Oolde Leefte ruſtert nig: alte, oder die
erſte Liebe verſchwindet nicht leicht. Mit Leve,
in Guͤte. Dat krige ik van Dage mit Leve
nig daan: "das kriege ich heute nicht ohne viele
Mühe fertig. Mit jemands Leve: mit jemande
Erlaubniß und Conſens. Es ſcheint aber, daß
es alsdan zu loͤven, verlöven, erlauben, gehoͤ
re, A. S. Leve und Lyfniffe, Ertauöni; vo
. ]yfan, erlauben.
Leefdalig. Leeftalig, liebreich, zärtlich.
Leefliken, ‚adv. tiebreich, freundfchaftlich, mit Gh =.
So beißt es in der Eintracht, daß beyde ſich ver⸗
gleichende Parteien ſich einander ſollen die Unko⸗ 3
ſten leefliken helpen dragen. | =
Leef-mood, Vergnügen. Iſt veraltet, In einem
Schenkungsbriefe von 1534, der hinter Meieri
Orat. de Scholæ Brem. natal &c. gedruckt iſt:
tho Troſte und Leffmode ehren Olderen: vum
Troſt und Vergnügen ihrer Achten.
LEVERENZ wird hier, wie in Hamburg gebracht,
it der Redensart: So lang a8 Leverenz fien
Kind: wenn man etwas ziemlich langes beſchtes
| ben will, R. | "
Leveree, Lewerk eo. Lerche. R. A. S.
ſerce, Laverce E. lack. Daͤn. Lerke. H.
F ; Lauwenick,
6 Lev. Lim, Lin Lion Yu
Läuwerick, Leuwerick ’ Lewerek. | ©. Tun. |
4 Etym. Angl.
; LEVERLAGE, Liberlage;, algemach, langſam. R
J Luveen (n); liefen. Fr. livrer. ©.L&ven (e);
in der aten Bedeut. Heid leyert: er iſt verlo⸗
ren;: er iſt ein Kind des Todes, Kumt de Va⸗
gel in der Kinder Haͤnde, fo is he levert: ein
Vogel in der Kinder Hände ift verloren. |
| Leverd Blood, .cruor. ©. Levern unter Less.
Leverstör, ebſtöckel, leviſtichm.
| Leverrt, ein männlicher Tanfname, Ubert, Liber
| - tus, .
J Levır, fest. Enem de Leviten een: einen einen
5, |oharfen Text leſen. 5 -
J Levver, Leber. A. S. Lyfer. €. Liver. Schw.
Lekwer. Isl. Lifur. Holl. und Daͤn. Lever.
| Lewenn, Leinwand: :in.des feel, Nichivarii, Hrn.
De: Poft bremifchen Idiotico, welches die deut
ſche Geſellſchaft beſitzet. Hieraus iſt wol am be
ſten zu erklaͤren das im Verd. Heergewette vor⸗
kommende leuuendes Reph, welches entweder ei⸗
nen flaͤchſernen Strick, oder das Seil, auf wel:
chen die leinen Waͤſche zum Trocknen pflegt aufge⸗
bangen zu werden, bedeutet. S. Vogts Monum.
ined. T. I, p. 278 & 291.
LIBBERIG. ©, unter LesBe. , _
LiserLocken,.liebfofen, fehmeicheln. Im Kein:
de Vos mird das einfache loffen in diefem Sins
ne gebrauchen. Die Stelle ift unter F OEREN
angeführet,. .....
Lienam, lehnam ©. unte Liex.
' Lic#r.
- ' : . “
.) Liem 61
„ICHT, 1.) adj. leicht. A. S lecht. E. light
Dän. let. Alt Fraͤnk. liht. Ene lichte Deren:
‚ ein leichıfi inniges, leichtfertiges Maͤdehen. ‚sat. le-
vis aud) alſo. \
2.) adv. leichtlich. it. vielleicht. eicht daaran,
licht daarvan: leicht gewonnen, leicht zerronnen.
Licht un digt, ſagt man ſtatt: licht und icht,
> E; von einem Gebäude, das nicht ſtark und
dauerhaft, ſondern nur zum Behelf, gebauet iſt.
»8— Icu7T. R: Licht un loſe iſt daſſelbe; ie,
falſch, Dat fan liche weſen: das kann wohl
ſeyn. F u
ichten, 1.) leicht machen, aleichtern. levare, ex-
nerare. Es wird von det Ausladung oder Aus⸗
lerung der Schiffe und anderer Gefaͤſſe gebrauchet. |
Ene Tunne lichten: eine Torme austrinfen. it .
hinten aufheben. De. Kaffe lichten: das Geld
aus der Kaſſe nehmen. Man fagt auch: dat Geld
Fichten: im’ der aten Bedeutung.
2.) aufheben. tollere. €, lift. ‚Schw. Iyfita, I
Bergl. das E. light und alight, von einer Hd:
be herunter fpringen, welches: nicht geſchehen kann,
wenn man fich nicht in die Höhe hebt. Lichte!
iſt das gewoͤhnliche Wort ber Suprleute, wenn die
Pferde den Fuß aufheben ſollen. Den Anker
lichten: den Anker aus dem Grunde beben un⸗
- ter Segel gehen.
ichter, ein Schiff,. welches die Waaren aus dem nit
ſen übernimmt, und daſſelbe erleichtert. R. &
‘Lighter, Lighter-boat. Ä
Jchtel- buk, Luchtel- buk, ein platter uchter.
| „Kein.
vo.
r - E
6
2
N
‚Lrem
Kichtfardig, —* — Br |
| u leicht, burtig. hffardig Fleet g gann: Tele
und duͤnn gekleidet gehen. . Een. lichtfardigen:
Gang: ein hurtiger Gang. Ene lichtfardige J
Arbeit: eine Leichte Arbeit. De Arbeit is licht⸗ J
fardig an to ſeen: wenn man dieſe Arbeit an
ſiehet, follte man meinen ‚, fe. wäre nur leicht. .
. Dat geit em fo lichtfardig van der Hand; die
Arbeit geher ihm hurtig von der Hand. Lichtfar⸗ |
dig to Bote weſen: hurtig zu Fuſſe ſeyn. |
u Licht-holt, Ener dat Licht ⸗ holt to flefen: einem ;
eine Erleichterung. verfchaffen ,. einem. ‚nicht das
Schwerſte auflegen. Es iſt eigentlich eine "NE
densart, bie bey dem Fuhrwerke üblich iſt. Naͤn⸗
lich in dem Hauptſchwengel ſind zwey Loͤcher,
durch deren eines, welches gerade. in der; Mitte
des Schwengels iſt, ein eiſerner Bolten oder Na⸗
Sigel geber\: der denfelben an die Deichfel befeſtiget.
| Licht⸗ holt to ſteken. |
u Lichtung, die Hebung, ‚oder Hecueichauns des Sc
. Lucht, aud wol Luft, der Hantrift, eine. ſhtoen
Wenn aber der Fuhrmann etwa tin junges. Pferd,
welches noch nicht fcharf ziehen foll, vor dem Be.
gen bat, ſo ſtecket er den Bolten durch das andere
Loch; wodurch alsdan die eine Hälfte des Schwen⸗
gels, wo das junge Pferd gehet, länger wird: -
- welches dem Pferde: eine —— im Ziehen
verſchafſet. Dieß nennet man: dem Peerde dat
des aus der Kaſſe.
"Sache zu heben und zu regieren. Tis nig ſwaar,
wenn man de he da daarvan het: es iſt nic
| u Par,
= nur
\
| E U Lren. Lid.. 63
au
ſchwer, wenn man nur den Handgriff weis Es
laͤßt fi ch vermuthen, daß dieſes Wort ſowohl, als J
licht,urſpruͤnglich von Lucht, a abſſamme·
Up lichten, aufheben.
Verlichten, Verlic hıterh; A erleichtern. I
Verlichterung, Erleichterung, Huͤlfe.
Lı»,.ı.) Glied, membrum.“ Plur. Lede, Stier
maſſen. Sen Lid vam Finger: ein Gelenke,
oder Glied des Fingers. . Ord. ıo2. Dem
- Mordberner ſchall men fi ſi ne Lede toſtoͤten mi
einem Rade
J 2.) Gelenke, junctura artuum. Den Arm uut
dem Lede fallen: den Arm aus dem Gelenke fal⸗
fen. Den Arm wedder in’t Lid fetten: den
verrenkten Arm wieder ins Gelenke feßen. .
3.) der Dedel, welcher durch ein Gewinde an. dem
‚ Gefäffe feft if. Dieb heißt auch im Engl. Lid.
A. ©. Hlid. Kroos⸗ lid, ein Krugdeckel. Sul⸗
een
Dedel. Daher auch Ogen⸗lid, Augenlid, d. i.
der Deckel des Auges. Sprw. De dat leſte
uut der. Kannen hebben will, dem fleit dat
Lid up der Näfer fagt man von einem, Ber feine
ver⸗ Lids Kroos, ein Krug mit einem ſilbernen
Waaren nicht los ſchlagen will, in Der Hofnung,
| Der Preis werde noch ſteigen, aber endlich mit |
Berluſt verkaufen muß. Wie diefe 3 Bedeutun⸗
gen unter fich verwandt find, fiehet ein jeder. Lith
vox Scot. artus, articulus, membrum. A.
S. Lith. Alam, Lid. Cimbr, Lid. Isl.«Lyder,
- Goth. Lithus. Islandis Led eft-fexus, à Le-
| da, flectere, ad quad non incommode ( omnia
oo 0 yelertı
aA
—8
. Ledematen, Gliedmaſſen, artus. R.
64 u . — Liv. I
u Zu .referli poffunt: L in Jun, Er. Anal Tab Lich,
J S. auch Wachter v. Lid.
u ode-ganz, ein. veraltetes Wort: nach dem Bucht
ben: ganz in allen Öliedern ober Theilen, unver
ſtuͤmmelt, ‚ungefränft, - Dann de: (Rechtig⸗
Heiden, Privilegien, Richte) ſcholen alle le⸗
degans unde unverbrofen ſyn. Herz. Berm
2 und Verd. 6te Samml. ©. 190, | u
Lede-vwater, Gliedwaſſer, cK.
J Lede- week, das in feinen Sliedern oder Engen nicht
| feſt iſt, ſchwach, gebrechlich, unfeſt. De Stool J
is lede⸗ week: der Stul wackelt. R.
| ‚Liven, leiden. De Mere will den Hingſt nig li⸗
den: die Stute iſt noch nicht bitzig.
Etligen. erleiden, perpeti. In einer befondern Ve⸗
| deutung findet es-fich in einer alten Urkunde, für:
” u geftatten ‚fi nicht widerfeßen, willig annehmen.
Btremenſ. T. II. p. 305. Wanner de Dorch⸗
luchtige Hochgeborne Furſte und Here, Here |
Eruſt Dertoge t0 Brunfwif un Luneborch —
: einen volmechtigen Sprofe der Billicheyt ge. :
mete darinnen.dede, dat wy dt darby to bey
den Syden unmwedderroplif follen und willen
bliven laten, un fodane Erlanteniſſ darinne |
" erlydenn. J
> Lidend, in Hamburg, ziemlich, ſehr. | Idt is lidend
warm : es iſt ziemlich warm, R
Lider⸗ einer, der da leidet, oder nachgiebt, ein Gedul⸗
tiger. Sprw. De Lider beholt dat Land: wer
machgiebt, dev hält am laͤngſten aus, gewinnet am.
j . - 0 mei⸗
Lin. Lim. Lim Eu 65:
9 meiſten. Ee druͤcket den Spruch Math. v 5
Die Sanftmuͤthigen werden das Erdreich be⸗ |
fißen, vollfommen aus,
Liedfam, vertragfam, gedultig. 5 Iydzaam.
Lid- teken, ein. Wundmaal. Entweder von liden:
oder van Lid, Glied.
Lior. RECHT, Liet-recht, ‚der Gehorſam und die
- Dienfte, weiche ein Knecht, oder untergebener fand:
mann (welcher litus, lidus, lito hieß) ſeinem
Herrn zu leiſten ſchuldig iſt. litimdnium. Im
Jahr 1436 verkaufte Heinrich von der Lith ſein
Lydt⸗recht an dem Kirchſpiel E Ditkerskope und
dem Wall im Alten lande. ©. Mushards brem.
Ritterſaal Cu 356. Vergl. Wacıer unter Liti —
und Litimonium. |
Lıen, Beliön, alt Frieſ. hiya, bekennen. Es omme -
dor im Oſtfrieſ. tandrecht. Die Hol ander ſagen J
belyden. |
| Lie EN, aufthauen. ©. Lüpm. |
: vw
Lıer, 1.) tb R. Enem wat upet Si feagen, J |
‚oder lögert: ‚einem etwas andichten. Wat um't
Lief, uñ int Lief : Nahrung und Kleider. De 5
Wien het verlief: ‚von einem Wein, der Kraft.
und Geiſt has Nach Stat. 3; muß einer, der
ſich wegert Rathsherr zu werden, ſchwoͤren, wenn .
ſolcher Eid von ihm gefordert wird, dat he des
nicht vermoge an Live offte an Bude: d. i.
daß er von fo ſchwachem Körper fen, oder nicht fo
viel Mittel habe, daß er. dem Amte vorftehen koͤn⸗
ne. He weet firied Lives Finen Rand: eu weiß
ſich weder zu rathen noch zu beten | Dat id
BG
66. ER Lix.
ie em uutgaan: der Dapdarn it im age
ſchoſſen.
> Es wird auch für das teben | genommen, Cod.
Arg, Libains. A. ©. Lifr Alt Fraͤnk. und
Alam. Lib. Isl. Lif. Leib und Leben ſtehen alſo
u in genauer Verwandſchaft. Länger: Lief, laͤn⸗
ger Good, iſt die gewöhnliche Formel in’ den
_ Ehenatten ’ ‚wenn beyde. Eheleute in Gemeinſchaft .
der Güter treten, und einer den andern beerbet.
So heißt 8 auh Stat. 8. Beholt de Mann
dat Lief: bleibt der Manu im Leben. Ord. 93.
: heißt es von.einem Eher, der jemand beſchaͤdiget:
De Beer (ſchall dat betereh) mit finem ly⸗
‚ Renners Epron, So dat nicht. alleine de
Olderkide — ſondern oc de Borgers und
gantze Rhat in Gefahr öhres Lives ſtunden:
.. fo daß nicht nur die Aelterleute, fondern auch die
andern Bürger, und her ganze san, in gebens:
‚ gefahr waren.
| 3) Im Offfeief Sande. bedeutet es auch das Wehe
geld, das Geld oder bie Buße, welche den nd,
ſten Verwandten eines Entleibten bon dem Moͤr⸗
der vor Zeiten mußte entrichtet werden. pretium |
vitee, ’ “
J Lives- -bargung Lives- batje; Sebensunterhalt : : P \
viel Nahrung und Kleider, als eben zur Unter:
haltung des Lebens binreicht. He het van ſiner
Kvoßßenſchup man even Lives⸗barje: er verdient
| mit feinem Handel nichts. mehr, als zu den Moth⸗
wendigkeiten des Lebens erfordert werden: er kann
wine dabir erſparen u und d eräbrigen.
iv ed-
| Ba Lır. 67
Lived-garde, Luit-garde, heißt in den alten Frieſ.
| Gefegen eine Machlaffenfchaft, Erbſchaft: eigent: -
lich, Lebensaufenthalt, Habſeligkeit. Bon Fief,
“Leben, and Gard, Wohnung. S. Oftfe. Lande,
x B. 58 Kap. und dafelbft von Wicht Anm. m. >
‚Liefken, MWeiberwams , Leibrhen. Snör ; ‚ lieffen,
Schnuͤrbruſ. RK.
| Livig, in vielen zufammengefeßten : : als Hart lioig,.
der feinen öffnen teib hat, alvo adftrieta labo-
rans: umeigentlich, der nicht gern vom Gelde will,
- Dunn;livig, alvum laxam habens.
Aflivig ,, geftorben, tod. Aflivig werden, ſterben.
Stat. 3. Wanneer ock der Borgermieifter een
af livich werd c. S. auch Stat. 7.
Lief-fake, Halsgerichtsfache, | | I
Lief-tied, adv. Zeit Lebens. Iſt veraltet, In einer
J Urkunde, das Ilſabeen Gafthaus in Bremen be. -
treffend: Welcke vyff Marc Rente deſulffte
fulveft manen Ceinfordern ); boren theben )
‚un brufen will Infftnd. Wen he ock in Goͤd
vorfallen is Cfelig entfchlafen ift), fo feal fos.
daane Rente ewich blyven by dem nigen Gaſt⸗
huſe. Und bald darauf: ſodane belechte Mens‘
ten lyfftydt alle yar entrichten 2.
Lief-tucht, überhaupt die Einkünfte, die einer Zeit
feines Lebens genieſſet. Insbeſondere: 1.) Leib⸗
gedinge, Witwengehalt, Wittum, die Wohnung
eines Landmanns, die er von dem uͤbergebenen
Erbe Zeit Lebens. bepätt. vitalitium, dotalitium,
uſus fructus perfonalis ad dies vitee.
2.) Leibrente: die Zinſe, die einer nur fuͤr keine
ze E22 %
— ‚rt
68 0. Lie. LIX. u
Perſon, von einem ausgethanen Kapital, fo lan⸗
ge er lebt, empfängt. it. eine. Wohnung, ‚oder
Grundſtuͤck, fo einer auf feine Lebenszeit kauft.
Stat: 106. Wolde od wol Lyfftucht fopen
van der Stadt vente, de mac) de Radt vor
kopen jewlife mark vor tein mark ꝛc. dei. der
Rath ſoll zehen Proeent geben. Die Bauherren
von u. F. Kirche in Bremen ' pert aufen in es
-'-\
Und Se und pre — Nrafomlinge ——
willen und ſcholen dem gemelten Goſſen ſo⸗
daaner Lifftucht in der vorſchreven Boden rech⸗
se warende weſen — Darto willen Se
deſulven Boden in notturfftigem buwete und
droge under dades holden, are Goſſens to⸗
doent — Wenner aver Goffen na.dem
willen Gades vorftorven is, alsden ſchole de
vorberorde Bode ohrer Karcken frig und quidt
wedder heim fallen und vorleddigen. Jedoch
unſchedelick der Lifftucht, de Catharine Ko⸗
kes, nu tor tydt deſſulven Goſſens ehelicke
2 Hußfreiwe, rede in der gemelten Boden heb⸗
be, und dat duffe Lifftucht erſt na Eatharinen
dode mit Goſſen angan ſchole. & auch
| Stat 6.
"Li@deEn, liegen. ©; antet Leaazn.
Lies, leicht. S. Licar. |
Lisx, sine Seiche. Cod. Ars, Leik % S. Lie.
J Sbne
—1
yo
” N
Licham, Leichnam, der Leib. Es wird ſowol vom J—
ohne Zweifel von, liggen, liegen, wie dis lat.
cadaver von cadere, und Das. Gr. mouæ von
saınlm. »
benden, als_todten Körper gebrauchet. Eben —J
auch das Goth. und A. S. Siehe Jun. Gloſſ.
Goth. p. 229. 230.. Hier in Bremen heißt ein
Gaͤßchen die Lichams⸗ ſtrate, durch welche, in
den papiſtiſchen Zeiten, am Frohn· Leichnams Fe⸗
ſte die Proceſſi on gegangen.
Liek- hoon, ein Uhu, eine Nachteule, deren Geſchrey J
nach dem Aberglauben der Einfaͤltigen, ‚eine Lei⸗
de ankuͤndigt.
Infelix bubo, dirum morttalibus omen.
Laxx adj. und adv. gleich, «ben, aͤhnlich , FAR
bilfig, recht. R. Cod. Arg.leiks und galeiks.
A. ©, und Fränf. lic, lih und lich. E. like.
Schw. Iyk. Hieher gehöret auch das Or. sinsdoe
und arsyaroc, fimilis. Wie fagen auch gliek,
u ſonderlich wenn es ſo viel heiſſen ſoll, als abs
lich:, welches ohne Zweifel eine Nachahmung des -
w Hochdeutſchen iſt, wo man ein g ſtatt des ge und
N
gi der "Alten davor feßer: wie beym Otfried gi-
lih ‘und gilicho. S. Schilter unter Lic, fimi-
lis. Enem lieks genog beden: ſich Billig gegen
jemand herauslaſſen. Liek ſogt ſik, recht findet
fi: gleich und gleich gefellet fich gern. Lie un
Mecht het God fchapen: Gott will, daß mir J
recht und redlich handeln. Heryogth. Brom, und.
Werd, 6te Samml. S. 166. Den befchedige,
den to hie unde to sehte to einge: dem ber
E ‚we
/
“X
ot
LG a N
—
\
a —— Lıx. / —— |
ſchödigten zu ſeine Rechte zu nheifen He is
ſo lief uut vor fin weg: er ift aufrichtig, ohne
‚viele Worte und Umſtaͤnde zu machen, offenherzig
ohne Raͤnke. Moor he lief in't Huus fift,
daar dijet de Kalver good: ift die Beſchreibung
eines ſtark ſchielenden. Life veel ſunt twe halve
Grote, antwortet man, wenn jemand ungegruͤn⸗
det ſagt: es iſt gleich viel. In Erzb. Joh. Ro⸗
den Beſchreib. des Botdings: De ſchall Tief
ehnen ſchuldig weſen: der ſoll ſowol, als ſie,
ſchuldig ſehnn.
" Likendeler, in Hamburg Snfendeelfen, ein ine.
Maaß, „womit die Arbeitsleute ihr Gerrant unter
ſich vertheilen. Bu 2 |
Likers, gleichwol, dennoch. R
Liken, 1.) gleichen, aͤhnlich ſeyn. He uͤtet mi watt
cerr hat einige Aehnlichkeit mit mir,
2.) gleich, oder eben machen: De Summe lifen:.
die Summe voll oder eben machen. Befonders
wird es gebraucht bey den Deicharbeiten, für: die
gruͤne Bekleidung der abhängigen Fläche eines .
Deichs fo fehnur eben machen, daß fie weder er-
7 boben noch hohl fen. Im uneigentlichen Sinn
iſt ſik liken, ſich vergleichen, eins werden. Wel⸗
ches aber jetzt in gemeinen Reden nicht mehr ge⸗
braͤnchlich iſt. Erzb. Alberts Renuneiations⸗Brief
an die Stadt Bremen von 1366. Wi Albert
— befennen unde betüghen openbar, an.defz .
m Breve, Bat wy Uns gelifendt hebbet myd
me. Rade unbe: ber Stadt san Bremen, al⸗
‚dis x. J
| F
Lix. I 72
3) & hat auch noch die beſondere Bebeutung des .
- Gefallens, welche auch im Gothiſchen, A. Sähfe
fchen, Englandiſchen und Holändifchen Platz hat.
Im theot. Dialekt licon, lichan und gelichon, |
gefallen, placere. : Bon lief, Abnlich: quia fi-.
milis fimili placet. Schilter in dem W. Licon..
. Dat lifet mi: das gefält mir. €. I like it,
oder: itlikethme — \
Likung, die Gleichung oder Ebenmachung: die auſſere
Bekleidung eines Deiches mit grünen Soden,
‚ welche ˖ſchnur gerade ſeyn muß. Oſtfrieſ. Deich⸗
und Syhl⸗ Recht e. 1. $. 19. Dat nemandt de
groene Soeden midden in’ den Dyck ſchall
werpen, denn alleene tho der Lykinge holden.
Liek-foden, die grünen Soden, welche zur Betteidung E
des Deiches gebräauchet werden. - Eben daͤſ.
Liek- teken, Merkmahl, Kennzeichen. Ben den Hole
laͤndern if Lickteyken, fo wie bey den riefen
_ Licklaven, eine Marbe, und Merkmahl, ſo von
Wunden uͤberblieben iſt. Dieß ſtammt aber ber:
von dem alten Liek, Lic, Leik, welches nicht
nur eine Leiche; ſondern auch Fleiſch bedeutet.
Das. unftige aber ift,von liek, gleich, aͤhnlich.
Belicktekenen, bezeichnen, burch angegebene Mes ,
mahie kennbar machen.
Beliken, Belikenen, von Rechts wegen zufommien ,
competere. Bon obigem Tief, billig, recht.
Vogts Monum. ined. T. I. p. 353. le
derus, Praveſt, Priorin um Convent to Ze⸗
ven verlaten un avergeven jegenwaͤrdigen den
| vorbenoͤmeden Erotheel, de Cathrinen in jeni
| i 4 Br
,
F
8
72 — ‚Lin Lır Lim
gen tokamenden tyden beliken niogte, fander
furder Anfprafee. .-.
er: vergleichen, Vertrag machen. Kenner bey
dem J. 1533: Up Dat. midler tidt. de Safe the
‚ Rechte, oder in Frundſchup, der Weide hal⸗
ven vorlikent wurde.
lLiek- doorn, Huͤnerauge, clavus pedis. R. Bonz
‚dem alten-Lic, Liek, Fleiſch: wegen des Schmer⸗
zens, ben es, wie ein Dorn im Fleiſch, verurſachtt.
Linken, lecken. + U, ©. liccan, liccian.: €, lick -
Daͤn. licke. Gr. Aergen. Hebr. pp" (akak)-
Lat. lingere. |
Aik- mulen, und LiK- munden, die lefzen lecen He
lik⸗mundet daarna: er iſt Abe begierig” darnad),
| er. ift Darauf verleckert,
Liks, alles was ſuͤß ift;, eigentlich, was mit Wohlge
ſchmack gelecket ir, © ofüte a8 ats: über:
7 aus. ſuͤß, gar zu füß.
Liks- Tite,- uͤbermaͤſſig ſuß.
Gad- likker, iſt eine poͤbelhafte Benennung eines, nie
> berträchtigen Schmeichlerss.
Linken, oder Lülken: Uut lilken, ein. Geteänt,
das einem wohl ſchmeckt, oft anſetzen, und nach
— und nach austrinken: mit oft wiederhoblten kleinen
Zügen ausleeren. Daher der Name Lilken⸗dei,
welchen eine Dorfſchenke im bremiſchen, wie auch
auch eine Dorfichaft im Leesmer Stotel fuͤbret.
Lem, feim. gluten. A. ©. Lim, E. Lime. In
dem Beer is kien Liem, ſagt man von dannem
ſchwachen Bier, das nicht klebrig iſt. |
Limen, 1.) leimen, glutinare. -
| =) findifch wihtg / eyn, baten, ‚ Liem-
un Liu. 73
Liem- -pott, 1.) Leimtiegel. | —
2.) Einer, der auf eine kindiſche Art witzig iſt, der
immer ſcherzet: ein Hafenfuß.
Liem«ftange, . Leimruthe. Es ift ein Wortfpiel, wenn
wir fagen: He lopt mit der Liemſtange: er iſt
ein Geck, ein Haſenfuß.
Täkelimen, bafelieren , zum Shen unge Plaue
reyen vorbringen. . -
Liner, Glimpf, Sanftmuth. Es bedeutet eigentlich
und uͤberhaupt das Anſtaͤndige in den Handlun⸗
gen: decentia, convenientia: von dem ur⸗
ſpruͤnglichen Worte limphan, anſtaͤndig ſeyn,
fh geziemen: A. S. limpian: Schw. lämpa.
Beym Otfried limphit, es gebuͤhret. S. von
Stade Erklaͤr. der Bibl. Woͤrt. p. 678. Sprw.
Mit Limpe krigt man dat Ei in den Hoppen⸗
fat: mit Glimpf fann man vieles ausrichten :
‚wer Vögel fangen: will, muß nicht ‚mit Prügeln
dazwiſchen werfen. Wir fprechen auch). Lumpe. _
Limpig, imgfeihen. |
Limplik,, und Lumplik, Ranpfich- geziemend, ohne
Ungeſtuͤm. =
Unlimpig, ünglimpflich, ungeſtam, plumip. Kein. de Vos
S. 268. ( Edit. Wulffenb. 1711. ) Grove uns
lympyge Mynſchen de vorftan nenen wyſen
Rad, un Lyſtycheyt wyl en nicht to Synne.
Gelimpicheit , Glimpf, Gelindigfeit, Sanftmuth.
Kenner unter dem I. 1562, So willde Rhat
nicht deftomin, uth hriftlicher Gelimpicheit
und vederlicher Thoneigunge, de ſe tho oͤhren
Vorgeren dragen a. |
u a 2 — Lu
ı
/
W
Lızn, Lien- ſaat, Leinſaat, Auch nehnt man fo den :
Flachs ſelbſt, der noch wählt, Faſt in allen ver: :
W wandten, alten und neuen, Sprachen heißt es tin: I
auffer im Goth. und Hohdeuſchen, wo ei fan \
it. Slav. Len. Daher iſte
Lind, .Lint, leinen Band. Wiewol der Gebrauch ein⸗
| gefuͤhret hat, daß man alle Gattungen Bänder, J
2 feiden und wollen, auch Lind nenne. Schwed.
| Linda, fafcia. Hievon ann am bequemften das
Wort Findivurm hergeleitet werden. Denn bey ?
ben. Alten war Sind, Linne, eine jede Schlange:
weit fie. gleichfam als mit ‚einem Bande feft bin -;
det, wo fie ſich berum ſchlinget. ©. Schitter und
Wachter. |
Line; Schuur, dünner Strick R. Dieß hieß auch
ben den Lateinern und Griechen linea, Avov. E.
Line. Fr. Ligne. Enem de lange Linen laten: |
jemand feinen Willen laſſen, viel Freiheit goͤn⸗
nen. ne Line treffen: ſich ine einem Zweck ver
‚einigen. |
Aflinen, mit einer Schnur gerade men, . E. wie
die Gaͤrtner die Betten. J
Linen-danzer, Seiltanzer.
Linnen, Leinwand. | .
Linnen-wever, Leinweber. Sinneitsniener Beer nen
nen wir Bier, fo aus ſtarkem und etwas mern
zuſammen gegoſſen iſt.
Lixx Linde, gelind, lenis. So auch im Gloff
Pez: Mit linden uuort:n, verbis lenibus.
| Lıer, dicke Unterlefze. Bey den Franzoſen bedeutet
es s auffe dem auch das ha gende Pferdemanl. ©.
nn Bade
N
PER in Lipp. De Kipen, hangen laten: ein I
ſauer Geſicht machen, ſchmollen.
pen, verb. Enem to lipen, oder.an lipen: ein
ſchiefes Maul gegen jemand machen: die Lippen
Lux. Lem! | Lie 45.
ziehen, wie die Kinder, wenn fie, ihren Unwillen |
jemand zu erkennen geben wollen.
ppe, tippe, Leſze. In der heutigen perſi ſchen Spa
he Lib. . De Dood fit em up der Sippen: er-
ift dem Sterben nahe. even Pund Lippen
fleeff hangt vor- Mulen Düre, fagt man im
Spott von einem, der. dicke Lefzen bat. oT
PS, einer, der bie. Lefze bangen laͤßt, oder. der dicke ;
tippen bat. E. auch Lips. Fr. lippu. Ben uns
wird es nur in folgender Spaßrede gehöret: Tips,
tuͤh de Brugge up: laß das Maul richt Kann;
ſiehe nicht fo fauertöpfig aus.
pen-ſnute, Liep-ſnute, daſſelbe.
FPELT, Leopold. .
‚REN, leyern. it. weinen. R. |
ren-dreier, ein Leyermann. it. ein Plerrmaul. J—
⸗
N
SE, und das Dimin. Lieske, Elifaberh. Puder
Lieske: ‚eine Bublſchweſer ‚ein unzüchtiges
Weibsbild.
SB, leiſe, ſanft, gelinde. Notk. liſo. Willeram⸗
lifno. Liffe Chaucero eſt remiſſio, relaxatio,
ab A. S. Liffe, quod idem ſignificat. Hinc
fortaſſe ejusdem Liffen, to abate, allay,
Leffen. Edu. Lye: in In Etym. Angl. ſub
Liffe. Ä
esken, Af liesken, einem etwas abſchmeichela. :
Vergl. das Goth. lausjan, exigere, Tepetere,
BE 1 | , f u = i Deu
.n..
N.
Bi i — LISs Lim Los.
[4
—
‚Bellesken, ‚einen „mit Schmeichelen ainnchmen, „mit
ſuͤſſen Worten betruͤgen.
Liesken- treder, der leiſe einher tritt: ein ‚Säteice,
Schmeichler, ſchmeichelhafter Bettler. it. der um |
ter dem Schein der Freuindfchaft berrügt: ein Spi⸗
on, Verraͤther. In, Rethmayers Braunfchteig.
Chron. die Friſch in ſeinem Woͤrterb. anfuͤhret,
wird dieß Wort auch fuͤr einen gelinden Prediger
gebraucht: Kuͤſſen⸗ Leger, Pflaum⸗ Streichen
Leiſen⸗Treter.
Liste, Leiſte, ein jeder. Rand: beſonders der grobe
am einem Stuͤcke Tuch gewebte Rand. limbus,
fimbria, limbus attextus et aſſutus. Es fommt |
mit dem lat, licia überein. 4. ©. und €. Lift; -
Fr. liſiere. Fragm. de B. H.
Thie tiuren Mentel karmin,
| Thie-lifte von. Zobele, .» :
- Daher ift, mit Verfegung des 8 undt, Litze. ©
Jun. Etym, Angl V. ‚til t, und 5 une
Leiſte.
Water‘ liſte. S. Rımm: N EEE
guet. ©, Lin,
Lırrix,.Litjet. ©. Lürrtie. |
„Litse, Litze, eine jede, beſonders runde, Squ,
zur Einfaſſung 'eines Kleides. E. Latchet, ein
Riemen. It. Laccio. S. Liste. “Daher iſt
die Benennung der Lihen/ beöber in Hamdurg
©. Richey.
Lrev. S. oben Lier.
Lıxe. ©, L'ks unter Likken. nn |
LoBsaE, 1) Handtrauſe: inſonderhein die fang San |
genden
we \ t . . ‘ 5 > \ .
j
Los . \Locm.. — UT.
genden Frauen: Manſchetten. In Dsnabr. Low⸗
wen. 8. Vordem hieſſen Lobben oder Lubben,
wie noch bey den Hollandern, die groffe en Sale
‚Kaufen, | |
van gamerdoek —
Een Rage, groot ale een imire Bags
Dar de hochwyſe Kop rech midden inne =
t:
wie fie J. W. Laurenberg in ſeinen Schenzoedicht.
(welcher ſich auf dem Titel Hans Wild. L Roſt.
nennet, weiler ein Roſtocker war: wodurch aber
Hr. Wachter in ſeinem Gloſſar. unter dem Worte
Bunge, zu dem Irrthum verleitet worden, daß...
er denfelden Roftius.nennet.) beſchreibet. Das
- bin geböret auch der Spottreim auf geputzte "Du Bu
leeinnen: |
Fi moͤgt mi wol pipen un flobben, nn
Man schont mi de Lobben. BE
2) Es wird auch gebraucht für dicke, hangende Lip⸗ |
pen. S.LABBEn. Daher bat ein Wirthshaus in
hieſiger Oſterthors Vorſtadt noch den Namen in
- den diffen Lobben, weil dafeldft vordem, auf
dem. Schilde, ein Mann mit dicken. tippen. aus⸗
hieng. Lat labeo, ein Dickmaul.
3 Im Hanndv. ein groſſer Hund, Mufel: v veri-
muthlich wegen des hangenden Mauls. N
OBBES, ein Schimpfwort auf einen groben und une,
E geſchickten Menſchen. Zr
OCHENT.: ©, unter Lösen.
ÖCHNISSE, | 6 Löanısse.
\ ” ..
W
Uoov | ,
48. . Lo». | |
Loop», 2.) Bl. it. Schrott, Hagel, bleieine Aus
gel. A. ©. Laed, Leade. €, Lead. 9. Loot.
Gr. Aoros, mas fi) fehmeljen Tape. In't Lood
weſen: fenkrecht ſeyn. Kruud un Lood, Pul⸗
ver und Ben u
3.) ein Loth, uneia femis.
3.) die Ladung' der Kanonen, eine Ranonenfugel,
In diefer Bedeutung, die jeßt veralter iſt, fcheint
dieß Wort von laden abzuftammen. Renner bey
dem J. 1539. Am Avende Dionyſii richtenden
ſe 24 grave Stüde in der Schange.tho, und
„ſchoeten aver 300 Löde in de. Stadt. ( Efens)
ſampt Fürbellen. ie. 3. 1547. Ein iſern Loht
- van 9 Pund fell in de Krummen Strate up
©. Steffen, und wurdt under einem Bedde
gefunden: de, andern fellen,alle indt Feldt. Cr
redet von der damaligen Belagerung ber Stadt
Bremen. ' Vergl. Friſchs Wörterb. unter Pot,
Lood- buſſe, eine Handbuͤchſe, die ein oder ein Paar
Loth Bley ſchießt. Amtsrolle der Goldſchmiede:
fo hebbe wy avergeven tho holden twe Schuts
ten, einen mit einer Loth⸗ buſſen, und !einen
mit einem Armborft : fo haben wir bewilliget
zween Schüßen zu balten, einen mit einer Loth⸗
" büchfe, und den andern mit einem Aermbruſt.
-Loed- regt, ſenkrecht.
Loots Loots-mann, Piloot, der mit dem Senkbley
die Tiefe des Waſſers ergruͤndet. Ueberhaupt ein
erfahrner Mann, der das Fabrwaſſer, die Tiefen
und Untiefen kennet, und die Schiffe, wenn ſie
aus der See kommen, die Stäffe hinauf hilft.
| - N Löden,
Lon. Lox. og
Löden; Löen es), 1.) töchen. |
2.) bleierne geftempelte Merkzeichen an das Tuch
haͤngen, wenn es in die Faͤrberey geſchickt wird.
LODDIG, tudwig, bey den Bauern, In den Urfune
den Luedicke.
Loppık, Lödke, ein gemwiffes Krant mit ſehr groß
fen.und breiten Blättern, welches an allen Hecken
und Zäunen waͤchſt. Sprw. He waſſet up, as
de Loddik bi'm Tuun: er wird groß, Bleibt aber.
ungeſchickt: er wächft ohne Zucht ins Wilde aufe
Lor, Lob. ©. unter Laven, loben. -
Lor, Erlaubniß. S. Verlöv, im Buchſtaben V.
Loor, taub, , Cod. Arg. Lauf. A. S. Læf, Leaf.
E. Leaf. Loof ſcheint in der urfprünglichen Ber
deutung etwas Flaches anzudeuten, welches fich
ſehr wohl zu Laub und Blätter ſchicket. Im Celt.
iſt Law die Flaͤche der Hand: im Cimbr. Lofa.
Im Alt Frieſ. heißt Lewyn, 'Lewin-Bekken
ein flaches, oder aus duͤnnem Bleche verfertigtes
Becken. Laye, Leie, eine dünne Sciefertafel,
Gr. Asmıs. Hell. Loveren, Eifen: oder Metalle
bled. S. von Wicht Oftfe. Landr. S. 93. |
Löve (ss), 1.) taube Chytr. Loͤving. “
2.) ein > echte Sihplab vor oder binter dem Hau⸗
ſe. R.
3.) Insbeſondere wird alſo genannt eine Stube
vorne am Rathhauſe zu Bremen, über den Eins
gang des Weinkellers, von welcher Die Policeys
Gefege, die Kuͤndige Rulle genannt, vor Zeiten
jährlich am Sonntags Laͤtare, „vor den auf. dem
Markte verſammleten Bürgern, abgeleſen J |
. on , , N
—
80 Los.
In dem Abdruck der Kuͤndigen Rufe, ir Bi
* fendorfs Obf. Jur. Univ. T. II. Append. p. 104.
en hat fie Diefe Aufſchrift: Volget de Burfprafe,
N
⸗
\
ſo jährlich8 to Mitfaften van der Loven geles-
. fen wert. Renners Ehren. A, 1513 fettede de
Raht den Riniſchen Gulden up 36 Brem.r.
. Grote, de dubbelden Bifchup Hinrichs Gros
‚te up ır Schware, und de eintfoldigen up. 5
1 Schwaren. Solcyes verfündigede Her Jo⸗
han Trupe Borgermeifter, up Latare van
der Lovenn. Nach dem Schilter hieß Loube ein:
Ort, 106 die Bürger fich berathfchlagen. Beym |
- Du Fresne ift Lobium ein bedecfter Gang.
Loce heißt an einigen Orten im Bremiſchen ein niedeb
ger Ort, Grasanger
LöGen (os), lügen A. ©. leogan. Etwa vom
Gr. -Asya, ich rede, nämlich die Unwahrheit:
‚wie fehon Cafaub. angemerfet hat. Du lugſt,
du luͤgeſt. Imp. if loog. Perf. if hebbe Tagen.
Loͤgen as wen't druffet- is: umftändfiche Lügen
vorbringen. He kan Boͤme uut der Eerden loͤ⸗
gen: er kann entfetzlich Lügen. |
Lögen (an), fublt. eine füge Schw, Lögn. Gr. i
"Aoyo, Mähren, Fabeln, Luͤgen. Heid van
der rerſten Lügen nig durften: er mache. ſchon
laͤngſt ein Handwerk aus dem Lügen. Sprw. Lo⸗
‚gen hebt forte. Bene: bie. Lügen kommen bald
ans Licht.
‚Lögen- vatt, Lüg- vatt, ein auagenmut ‚ homo
.. mendax. R. - ;
Verlagen, adj. und. adv: nme, mendax: “
} \ x Liggen,
«
Lo 81
Lögnen, .Löchnen (es), laͤugnen: wert bie Lügner
| pflegen, wovon dieß Wort auch abſtammet. Cod.
Arg. laugnjan. Alt Fränf. lougnen. H. loo-
chenen. Einige vermutben, aus Stat. 94. daß
+ Die Wort: wor Zeiten audh die Bedeutung des Luͤ⸗
genftrafens gehabt babe; wo es heiße: So wor
een Borger deme anderen fpredet an fine eh⸗
re, fo dat he ene Iochent edder Hoerenfone
heth te: nach Pufendorfs Leſeart: loechende ebs
der Huerenſone. Allein ſollte dieß Wort, weil
es mit Hurtenſohn verbunden iſt, nicht etwas mehr,
als Luͤgen ſtrafen, bedeuten? Sollte es nicht be⸗
quemer abgeleitet werden von Lage, inſidiæe, in
Vet. Vocab. von 1482, Log, plur. Logen;
‚oder vom eeltifchen, -beym Boxh. in Lex. Ant.
Brit. Hech, Schlupfwinkel, latebra ; llechu,
latere? So wuͤrde im diefer Stelle Lochend eis
nen Nachſteller, infidiatorem, bedeuten: welches "
- zu den Zeiten der Befehdungen ein ſehr verhaßter
Mame muß gerefen ſeyn. Unterdeſſen iſt es auch
vabr, daß das Ligen ſtrafen vor Zeiten für eine.
groͤbere Injurie gehalten worden, wie jetzt. Und
unſireitig kommt eben dieſes Wort in dieſer Be⸗
deutung vor in Renners Chron. im Leben Erzb.
Johann J. Do bewehrede fi de Raht alltho
hertlick mede in duſſe Wieſe, dat Tideke Boͤ⸗
dendorp, fo Hinrich lochent hadde, dar mo?
ſte ſpreken: wat he geſegt hadde, dat hadde
he in drumken Mode geſegt, und wehre oͤhme
eidt ꝛc. So auch in der. Amtsrolle der Golde
ſchmiede in Bremen: Welk Amptinaan: Det.
68 | Be
N
j { \ 4
Fe 7 Lon. Lox
anderen lochnet im Torne offte mit Vorſaic
“de ſchall geven dem Ampte ein half Pundt:
wenn ein Amtsmeiſter den andern einen Luͤgner
heiſſet, es ſey in zorniger Uebereilung, oder mit
N Vorſatz, der fol dem Amte ‚ein balbes Pfund
Strafe geben.
Löanıss (as), die Lohe, Flamme. Bir, ſchreiben
es nicht mit einem ch, weil in den alten Stamm⸗
—
—
woͤrtern ein g if, A. S. Leg, Lig. Fraͤnk.
und Alam. Laug, Louc, Loug. Schw. Læ-
ga. Jet. Log. E. Low. H. Laey. Cod. Arg.
Taun. . Die giederſachſiſche Ueberſehung B. der
Nicht. XIII, 20. hat de Lochem, we Luther die
Lohe ſetzet. Es iſt verwandt mit Lugt, das Licht.
De Loͤgniß ſloog to'm Dakke heruut: die
Slamme ſchlug oben zum Dache heraus. De
Loͤgniß fleit em. to'm Halfe ut, fagt man,
durch eine ftarfe Vergröfferung, von einem, ber
üuͤbermaͤſſfig viel hitziges Getränk zu ſich genommen
hat. R. fehreibt es Loͤhchten.
Lone (von Lohe), einen rothen ober btaͤunlichen
Flecken machen, als wenn er vom Lohe, oder
Gerbetrinde, entſtanden waͤre. De Kaſs⸗be⸗
ren lohet: die Kirſchen machen Flecken.
| Lor Coi dipht.), äge, faul. I anch ol Briefe
R.
loay. R.
Lo 8, lofe, nicht fell. Loje Garen, Gart ſo nicht
gar ſtark gezwirnet iſt, und dem drallen entgegen
bebet. Loje in der Hand holen: loͤslich in der
Hand halten: die Hand nicht feſt andruͤcken.
Lexꝝ Loyen, ein wunderlich erfellier Name des
beiligen
Lor: Lox. — 23.
beiligen Elegidiug, weicher: bee Goldſchmiede Pa⸗
tron war. In der Rolle oder Willkoͤre der hie⸗
ſigen Goldſchmiede beißt. es, daß ein Lehrjunge
fchall geven Sunte Loyen (to). Sichten ine
Pundt Waffes, wen de Meſter dat eſchtt.
LOIXN. © LROBN. a | u
Loox, 'i.) Sauch. U ©, Leac;, Leah, E. Leck,
H. Look. Daͤn. Log. Polu. Luk.
2.) der Samen der Fiſche, Rogen. et 4 Ioof,
Fiſchlaich. OS. Wachter in Laich.
Bees-look, Graelgud, Schnittlaude ,.: : , =
- Huus-look, Hauswurz, fedum. |
| Knuf<look; Kiuf- look, Knoblauch.
| Löken, laichen, ben. Samen ausfgüt, r wie die Fi⸗
ſche.
Lox, Loch. R Sn edaigea «alibus lid bieweilen
das o in a veraͤndert: als, gemn: Lokes und Da
kes, des Lochs: dat. und abl. Lokke ind Lake:
| pluf, Lokker uud Loͤker (or). Wi wilt idt bi
den len Lokkern Inte; wit wollen bey der als
ten Gewohnbeit Bleiben. Lok nut Lok in fpelen?
aus einem ˖ Leche ins andere m Aus einem. Zimmer
ins andere, laufen. Ik fee daar Fien Sof dr
ich ſehe dabey Eein Uusfommgn: ich ſehe davon
das Ende. nicht ab.Idt is bi den Loͤkern heel,
ſagt man im Spott von Tuͤchern ‚oben Kleidun⸗
gen, die voller cher find, Eo iſt verwandi mit
Luken.., Sa unten an ſeinem Orte.
Looks; - ein kleiner, ſchlechter, dunkler Ort:
Loxken;. Wger- lokken. & unter —
Pr ya Le;
Lozmen, 1 locken, ‚Allicere, a) iii |
‚8: a “ a nat X
[4
«N.
’
76 I Lrs. Lrr. Los.
\
‚Bellegken, einen ‚mit Schmeichien einnehmen ‚
ſuͤſſen Worten betruͤgen.
Liesken-treder, der leiſe einher tritt: ein Säle
Schmeichler, fehmeichelhafter Bettler. it. der
ter dem Schein der Freundſchaft betrüge: ein (
on, Verraͤther. In Rethmayers Braunfchn
Chron. die Friſch in feinem Woͤrterb. anfuͤl
wird dieß Wort auch fuͤr — Drei
gebraucht: Küffen:Leger, Pflaum Streit
Seifen, Treter.
Liste, Leiſte, ein jeder Rand: beſonders derg
an einem Stuͤcke Tuch gewebte Rand. limt
“ fimbria, limbus-attextus et affutus. Es fo
. mit dem lat, licia überein. 1,6. und €. |
Fr. liſiere. Fragm. de B. H.
Thie tiuren Mentel harmin,
| Thie-lifte von Zobele.. —
"Daher if, mit Verfegung des 8 undt, Pike,
Jun. Etym, Angl. v. Lift, und sa u
\ Leiſte. ]
Water-lite. S. Rımm; ——
‘ &uetT. S. LuD.
LIiTTIK, Litjet. ©. LUTTIX. |
Litse, Litze, eine jede, befonders runde, &
zur Einfaffung eines Kleidee. E. hatelet,
Riemen. St, Laccio. S. Liste. Dah
"pie Benennung der Litzen/ broͤder in DR
- S. Richey.
LIEV. S. oben LIEF.
LIXE. &,L'xs unter LIXXEVN.
LoBBE, I.) Handkrauſe: inſynderhen. die fang
R V
—
-- . . Los. Locu. 77
“genden Frauen: Manfchetten. Su Osnabr. Low⸗
wen. S. Vordem hieſſen Lobben oder Lubben,
wie noch bey den Hollandern, die groſſen Hale⸗
krauſen,
van Kamerdoek |
En Krage, groot als een tem Wagen⸗
dar de hochwyſe Kop * midden inne
t:
wie ſte J. W. Laurenberg in feinen Scherzgedicht.
(welcher ſich auf dem Titel Hans Wilh. L. Roſt.
nennet, weil er ein Roſtocker war: wodurch aber
Hr. Wachter in ſeinem Gloflar. unter den Worte
Bunge, zu dem Irrthum verleitet worden, daß
er denſelben Roſtius nennet.) .befehreibet. Das
hin gehoͤret auch der Spottreim auf geputzte Bu⸗
lerinnen:
Ji moͤgt mi mol pipen un flobben,
Man ſchont mi de Lobben.
2.) Es wird auch gebraucht fuͤr dicke, hangende kipr
pen. S,LABBEn. Daher bat ein Wirthsbaus in
hieſiger Oſterthors Vorſtadt noch den Namen in
den dikken Lobben, weil daſelbſt vordem, auf
dem Schilde, ein Mann mit dicken Lippen aus⸗
hieng. Lat labeo, ein Dickmaul. |
3. 3) Im Hanndo. ein groſſer Hund, Muffel: ver⸗
muthlich wegen des hangenden Mauls. J
OBBES, ein Schimpftvers auf einen groben und un⸗
geſchicien Menſchen. aL
ICHENT.: ©. unter Löcen. .
jcunisse ©. Löcnısse
) un I
\o 30,
| =. | | Lo». ,
| Loop,, 1.) Vley. it. Schrott, Hagel, bleiern⸗ Aus
gel. A. ©, Lad, Leade. E. Lead. H. Loot.
Gr. Aöroc, was fich ſchmelzen laͤßt. In't Lood
weſen: ſenkrecht ſeyn. Kruud un Lood, Pul⸗
| ver und Bley.
3. ) 'ein Loth, uncia femis.
3.) die Ladung' der Kanonen, eine Kanonenkugel.
In dieſer Bedeutung, die jetzt veraltet iſt, ſcheint
dieß Wort von laden abzuſtammen. Renner bey
dem J. 1539. Am Avende Dionyſii richtenden
ſe 24 grave Stuͤcke in der Schantze tho, und
ſchoeten aver 300 Loͤde in de &
©. Steffen, und wurdt under. einem Bedde
‚gefunden: de andern fellen.alle indt Feldt. Er
redet von der damaligen Belagerung ber Stadt .
Bremen. Vergl. Friſchs Wörterb, unter: Lot.
| Lood buſſe, eine Handbuͤchſe, die ein oder ein Paar
Loth Bley ſchießt. Amtsrolle der Goldſchmiede:
fo hebbe wy avergeven tho holden twe Schut⸗ |
ten, einen mit einer Loth; buſſen, und einen
tadt (Eſens)
ſampt Fuͤrbellen. it. J. 1547. Ein iſern Loht
van 9 Pund fell in de Krummen Strate up
— — — — —
mit einem Armborſt: fo haben wie bewilliget
zween Schuͤtzen zu halten, einen mit einer Loth⸗
buͤchſe, und den andern mit einem Aembruſt.
ad tet fenfrecht, a
Loots,. Loots-mann, Piloot, der mit dem Senkbley |
"bie Tiefe des Wafjers ergruͤndet. Ueberhaupt ein
| erfabrner Mann, der das Fahrwaſſer, die Tiefen
und Untiefen kennet, und die Schiffe, wenn fie
aus der Sn kommen ‚bie Zluſ⸗ binauf hilft.
| - a Löden,
| Lon Lom el 2
sden,. Löen es), 1.) lochen. nn .
2.) bleierne geftempelte Merkzeichen an das Tuch
haͤngen, wenn es in die Faͤrberey geſchickt— wird.
onpıG, Ludwig, bey den Bauern, In den Urkun |
den Luedide.
oppıK, Lödke, ein gewiſſes Kraut mit ſehr gr
ſen und breiten Blaͤttern, welches an allen Hecken.
und Zäunen waͤchſt. Sprw. He waſſet up, a8
de Loddik bi'm Tyun: er mird groß, bleibt aber
ungefchickt: er wächlt oßne Zucht ine Wilde aufe —
»F, 0b. ©, unter Laven, loben.,
»x, Erlaubniß. S. Verlöv, im Buchſtaben V. |
OF, Laub. Cod. Arg. Lauf A. ©. L&f, Leaf
E. Leaf. Loof ſcheint in der urfprünglichen Be
deutung etwas Flaches anzudeuten, welches fich
ſeehr wohl zu Laub und Blätter ſchicket. Im Celt.
iſt Law die Fläche der Hand: im Cimbr. Lofa.
Im Alt Frieſ. beißt Lewyn, 'Lewin-Bekken
ein flaches, oder aus duͤnnem Bleche verfertigtes
Becken. Laye, Leie, eine duͤnne Schiefertafel.
Gr. Asmıs. Holl. Loveren, Eifen: oder Metall⸗ |
blech. S. von Wicht Oſtfr. Landr. S. 93.
ve (s),:2.) taube. Chytr. Sin
2; )-. ein „baute ‚Sigplag vor oder binter dem Hau
ſe. R.
3.) InsSefondere wird aiſo genannt cite Stube:
vorne am Rathhauſe zu Bremen, über ben. Eins
gang des Weinkellers, von welcher die Policeys
Geſetze, die Kuͤndige Rulle genannt, vor Zeiten
‚jährlich am Sonntaga Laͤtare, vor den anf. dem u
Markte verſammleten Bürgern, abgelefen urnen
on : 0, , eo h NN,
—
” t . ‘ Pi ‘ .
" - . ‚ ’ on .
. =. D f N ‚ .
N . IS J [2 “ - ’
. un . ‘ . Bu . 4 \
. Lo« Ä a
x .
\ r
Sn dem Abdeuck der gundigen Rue, Bi
fendorfs Obſ. Jur. Univ; T. II. Append. p. 104.
hat fie dieſe Aufſchrift: Volget de Burſprake,
sr -fo.jährliche to Mitfaſten van der Loven gele⸗
ſſen wert. Renners Ehren. A. 1513 fettede de |
Raht den Rmifchen Gulden up 36 Bremer
‚Grote, de dubbelden Biſchuͤp Hinrichs Gros 4
‚te up ır Schware, und de eintfoldigen up |
1 Schwaren. Solches verfündigede Her 3, |
han Trupe Borgermeifter, up Lätare van. |
: der Lovenn. Nach dem Schilter hieß Loube ein: :
Ort, wo die Buͤrger fich berathſchlagen. Beym J
du Fresne iſt Lobium ein bedeckter Gang. Ze
Bu Lose heißt an einigen Orten im Bremiſchen ein niedei⸗ |
\ ger Ort, Grasanger, Ä
Lösen Ges), fügen. A. S. leogan. Etwa’ vom
Gr. Asyo, ih rede, naͤmlich die Unwahrheit:
wie ſchon Caſaub. angemerket hat. "Du lugſt,
du luͤgeſt. Imp. if loog. Perf. if hebbe lagen.
Loͤgen as wen't drukket is: umſtaͤndliche Lügen
vorbringen. He kan Boͤme uut der Eerden lo⸗
gen: er. kann entfehlich fügen. u
Lögen Con), fublt. eine Lüge Schw. Lögn. Gr.
2. Aoya, Naͤbrchen Fabeln, Luͤgen. "He-is van
der eerſten Loͤgen nig burften: er macht. ſchon
laͤngſt ein Handwerk aus dem Luͤgen. Sprw. Lo⸗
gen hebt korte Bene: die rugen kommen bald
Tan Licht.
‚Lögen · vatt Lüg- vatt, ein uUgennaul nomo
mendax. R. - ;
Verlagen, “> und: adv; innen, mendax. |
' Lögnen,
r J . B — J
.
J rn v . 4 — "u.
.. oO m , 1 -
. j — 8 von
‘ B > ..0” 3
Sen, Töchnen Co); tdugnen: soft bie Lügner
‚pflegen, wovon dieß Wort auch abſtammet. Cod.
Arsg. laugnjan. Alt Fraͤnk. longnen. H. loo- \
\ \
chenen. Einige vermurhen, aus Stat: 94. daß
— dieß Wort vor Zeiten auch die Bedeutung Des Luͤ⸗ -
‚genftrafens gehabt Babe; wo es heißt: Sowir
een Borger deme anderen ſprecket an ſine eh⸗
26, fo dat he ene lochent edber Hoerenfone
heth ꝛc. nach Pufendorfs tefeart: loechende u
\ ‚Der Huerenſone. Allein ſollte dieß Wort, weil
es mit Hutrnſohn verbunden iſt, nicht etwas mehr,
als Luͤgen ſtrafen/ bedeuten? Sollte es nicht be⸗
quemer abgeleitet werden von Lage, infidiee, in
Vet. Vocab. von 1482, Log, plur. Logen;
‚oder vom. eeltifchen, -beym Boxn. in Lex. Ant:
Brit. ech, Schlupfwinkel, latebra ; llechu,
Jatere? So wuͤrde im dieſer Stelle Lochend eis
- . nen-Machfteller, infidiatorem, bedeuten: welches
- 2 zu dent Zeiten der Befehdungen ‚ein ſehr verhaßter
Name muß geweſen ſeyn. Unterdeſſen iſt es auch“.
wahr, daß das Ligen ſtrafen vor Zeiten für eine:
groͤbere Injurie gehalten worden wie jetzt. Und
unſireitig kommt eben dieſes Wort in dieſer Be⸗
bdeutung vor in Renners Chron. im Leben Erzb.
Johann J. Do bewehrede ſick de Raht alltho
hertlick mede in duſſe Wieſe, dat Tideke Boͤ⸗
dendorp, fo Hinrich lochent hadde, Darm
ſte ſpreken: wat he geſegt hadde, dat hadde
he in drumken Mode geſegt, und wehre oͤhme
eildt x So auch in der Amtsrolle der Gold⸗
„feier in Grein: r Welt npanann
nu 32 0 om. Lor
nu anderen lochnet i im Torne offte: mit Gorfite
| Ber de ſchall geven dem Ampte ein half Pundt:
wenn ein Amtsmeiſter den andern einen Luͤgner
beiſſet, es fen in zorniger Uebereilung,, ‚oder mit
—
„Worſatz, der ſoll dem Amte ein balbes Pfund
Strafe geben.
Löanıss (os), bie Lohe, glamume. Wir, ſchreiben
es nicht mit einem ch, weil in den alten Stamm⸗
woͤrtern ein g if. A. S. Leg, Lig. - Fraͤnk.
and Alam. Laug, Louc, Loug. Schw. Lx-
ga. Seh Log. E. Low. H. Laey. Cod. Arg.
. . Lauh. . Die wiederfächfifche Ueberfegung B. ber
Nicht. XII, 20. bat de Lochem, wo Luther die
Lohe ſetzet. Es iſt verwandt mit Lugt, das Licht.
De Loͤgniß ſloog to'm Dakke heruut: die
Flamme ſchlug oben zum Dache heraus. De
Loͤgniß ſleit em to'm Halſe uut, ſagt man,
durch eine ſtarke Vergroͤſſerung, von einenn, der
uͤbermaͤſſig viel hitziges Getränk zu ſich genommen
> Bat, R. ſchreibt es Loͤhchten.
| Lonen (von Lohe), einen rothen ‚ober btaͤunlichen
Flecken machen, als wenn er vom Lohe, oder
Gerbetrinde, entſtanden waͤre. ‚De Kaſs⸗ bes
ren lohet: die Kirſchen machen Flecken.
| ben (oi dipht.), wäge, faul, Iſt auch Hol, Zrieſ.
loay. R.
Los, Iafe, nicht fe, Loje Garen, Sart, ‚fo nicht
. u gar ſtark gezwirnet iſt, und dem drallen entgegen
— —— — — — —
ſtehet. Loje in der Hand holen: loͤslich in der
HMHand halten: die Hand nicht feſt andruͤcken.
kom, Loyen,, ‚ein wundenieh werpelis Dame bes
. beiligen
Los. dom U 28
beiligen Eiegidiue, MWelcher · der Goleſchmiede. Par
tron war. In der Rolle oder Millfüre der his
ſigen Goldſchmiede heißt es, daß ein Lehrjunge
ſchall geven Sunte Loyen (to) Lichten twe
Pundt Waſſes, wen de Dieter dat eſchet. —
Loıen: SS: LRBEn; ; or,
Loox,‘ 1.) Lauch. 16, Leäch, Leah. E. Leck, u
u H Look.. Din Log. Polu. Lukx.
2.) der Samen der Fiſche, Rogen. a k⸗ It,
Fiſchlaich. 5. Wachter in Laich.
Bees look, Graslauch, Schnittlauch. —
Huus- look, Haus wurz, ſedum.
. Kouf-look, Kruf-löok,. Knoblauch. .
Ä Lökeh,, laichen, den. Samen eu, 2 mie vie ze
’ 1
fer |
Lok, tod. R Sa, ehhigen ‚albus. wird: bis weilen —
DD ing verändert: als, genn: Lokes und I
kes, des Lochz: dat. und ahl. Lykfe und Lake
Bu ur, Koffer und. Loͤker (en)cWi wilt idt bi
Dei vlen Lokkern latenz wir gollen bey der ab
= ten Öemwohnbeit. bleiben... Lok uut Lok in ſhelen:
aAus einem · Lecho ins anderen aus einem Zimmer
ins andere, laufen. Ik fe daar fin Lok dör:
ich fee dabey kein Arckommen ich ſehe davon
das Ende nicht ab. be ie bi den Loͤkern heel,
ſagt man im Speit von Tuͤchern bder Kleidun⸗
gen, DIE: vofler Shcher find, Ees iſt vetwandi mit n
Luken. , .& unten an feinem Dit _
Locks,. ein kleiner, ſchlechter, dunkler OHri.
Loxker;: Weer=iok ei: S. unter Wadan'
—— 15) iockin, alcere. lad) Vis
‚&: F v .8 as Ss
Pre
4) hebtoſen, Rhineichetn, dung ucbvſe abes m
or:
“2. erlangen ſuchen. ©: LipenLoxgen. !
'- Lokke-brood, todfpele © i — ——
Löne. ©. Lesen 0. Pe
" Lörkr. & Lerst.
J Loren, 1.) laufen. zu Cod: Are; gif hlaupan, |
A. S. hleapan, und. E.ileap, tanzen, fprins
‚gen! Aus dem h vor dent I haben die Franzofen
| pas laufen. Schw. Töpa.” Es kommt auch mit.
ein g gemacht in galopper, tennen. Isl. klei-
dieſem Worte überein. das "Gr; beym Hlefych.
nes Wort der Schiffer, für: in einen. Hafen,
J 2 aufgehen, ‚keinen, ‘Aus der Erbe hervor ſeroſ⸗ |
ſen. Dat Kobrn lopt al: das Korn gehet
"Bucht oder Fluß einlaufen. In den brem. Sta⸗
tnten iſt lopen laten fo viel, als zum Verkauf
betqh Kleinigkeiten auszapfen, : fehenfen. 3. B.
Stat. 66. Meen Borger ſchall vele (fett, zum
Verkauf): Iopen laten Wine: binnen Bremen,
ſunder (auſſer) Torte Wyne sc.
2 in der Brunſt gehen. Es wird beſerdere von
den, Hunden‘ gebrauchet. catulire.
ſchon auf, *
| „koop, 1.) der sauf, curfus: Ri Up Loop gaan,
beißt bey uns: ſeinem Vergnuͤgen mit Verſaͤu⸗
—
Aaupdalu, ich eile. Daar up to lopen we⸗
ten: ſich gut darauf verſtehen. Loop an de
Mane:“ packe dich. Binnen lopen iſt ein eige⸗
mung ſeiner Geſchaͤfte nachgehen. Daarmit is
an veel Geld up den Loop gaan: damit hat er
viel Geld verthan. n dem J bliven: ver⸗
loren an. u u 2) ber
Lor, I 88
— der Zurchel. diarrhoea. Frieſ. Luup. De
rode Loop, iſt nicht, was. im Hochdeutſchen
Rothlauf, ſonſt das heilige Feuer, ‚ erylipelas, _
yes, fondern die vorbe Ruhr, - E
3..) die Roͤhre, der.tauf einer Buͤchſe oder Flinte. ; "
4.) ein Waſſerlauf, beſonders auf den Geeſten.
Auch Gete und Re.. n
5.) die Weite eines Sie, einer ride, eines 8
nals ꝛc. | -
6.) der Gang von hingelegten Dielen für die fav
renſchieber, - weiche Erde oder Raſen an ben Deich
ſchieben. Dieſe letzten drey Bedeutungen ſind be
fonders im benachbarten Marfchlande üblich,
Lopel- deren, .Lopel- mägd,. die Magd, die man
zum Ausſchicken gebrauchet. |
Lopel -gaarn, ift nur ein zum Scherz gemachtes Wort, .
in dem Sprw. Se fpinnet Lopels garen un: ha⸗ —
ſpelt mit den Hakken, von einer Seanensperfon,
welche, anftatt daß fie zu Haufe bleiben und ſpin⸗
| ‚ nen follte, auf den Gaffen herum läuft. |
Löper, 1.) £äufer. Alle. Löpers funt Fine Köpers:
nich€ alle,. die ‚gelaufen kommen, die Waaren zu
beſichtigen, wollen etwas kaufen. Pater Loͤper,
ein Scherzname, womit man einen muntern Kna⸗ |
ben beleget. ; |
2.) der oberfte Muͤhlſtein, ber herum gehet. | u
3.) die Ranken an den Erdbeeren. ſarmenta ſrase. u
rum.
4.) die Karrenfchicher bey der Deicharbeit. o.
5.) eine Schnelffugel, womit die Kinder fpielen. R.
Loperije, beimliche und unehrbare Fieiereh. Loperije
33 — RR
36 :.. Lor Lom
mit dee Deren hebben: einen unehrbaren um
| gang mit pem Maͤdchen haben. ..
J Loep reifen, "in unferer Nachbarſchaft, Reifen in Hoß
| dienſt, nach der abme hſalnden Hernung· u
Loup-fand, G. Sluup-Tand. “
a 1 "
ı Löpsk (6), bitzig ſtimulo venereo meitatus, ea
wird von Hunden geſagt, wenn fle in der. Brunſt
nd. Ene löpske Göge: :ein’geiles Menſch.
Löpsk (04), oder Lepsk, vom Imperf, if leep, ga⸗
loppirend, flüchtig, Een loͤpsk Werd; ein
fluͤchtiges Pferd. : De Peerde lopet löpsf: die
Pferde geben durch. Man ſagt auch gloͤpsk,
vom Franz. galop.:
|
|
* 1.) durch Laufen ausrichten. x mot idt
Y
NEO rennen.
ya =) wie dag Hochdeutſche belaufen, betragen. ot
belopt fif up 100 Daler : es beträgt Too Rebe,
Terlopan, adjeck. geil, von verliebter Natur, dem
E Mannsvolke nachlaufſend. Es wird nur von (de
derlichen Weibsbildern gebraucht:
Vör-loop, Weingeiſt, Kornbrantwein. Apiritis vi
reectificatus.
all belopen un beronnen: ih muß Barum Taufen .
LöRRW. (cs), ein hoͤtzernes Gefäß, Kübel, S. Beym
Schilter Lapel, labrum, concha.
Lbopelken, dimin. ein kleiner Milchkübel,
LürEn (oe), Lappen un Sören: Plunder. _ Su
Hamb. R. Eigentlich‘ bedeutet dieß Wort, worin
man bie Kinder wickolt: and iſt daſſelbe mit un⸗
ſerm Luren. S. unten.
Lorenz, fauren« nen frummen Lorenz ma⸗
fen; eine tiefe Berbeugung machen. = konz
⸗
[4 .
Lorx, eine Keöte, bufo. Wir brauchen es aber nur,
als ein Scheltwort, auf einen unanſebnlichen und
finftern Menfchen.
Los, Lofs,, Luchs, lynx. A. S. Lox. Go Pez, J
Lubs. Wachter leitet es her von lugen nach⸗
ſtellen. Vielleicht beſſer von loſen, lauſchen, hor⸗
chen. Es kommt vor im Reineke de Vos.
J Lofs, Loos, i.) alles was das Hochdeutſche
los, loſe, bedeutet, als: frey, ledig, undicht,
in nich fefte, weit ꝛe. Loſe Luͤde heiſſen in der K.
Rolle ledige, unverehlichte Perſonen.
—* tiſtig. it. argliſtig, falſch. A. ©. leas. Glofl. |
RR Lipf. lofon, dolofum: lofonga, dolos, Verel,
"in Ind. Leyfung, perfidia. -€. Leaſing, eine
a Een ofen Bove; ein verſchmitzter Schalk.
Lox. Los 37
3.) uhachtſam, nachläfig. He drift fine Saken
heel loß: er tft ſehr nachlaͤſſig in feinen Verrich⸗
tungen. Een loſſen Vent; ein unachtfamer
Buͤrſche.
r *
Kö: (os), I.) die Losfündigung eines Kapitals, oder
gemieteten Haͤuſes. De Loͤſe kundigen: los
kuͤndigen, aufkuͤndigen.
—J das Deo des, Wiederfaufs, nad) vorgängiger. Ä
Loskuͤndig ng. In einem Vergleich zwiſchen der
Stadt Bremen und’ den Grafen von Oldenburg
über das. Deich⸗ und Spadenrecht vom J. 1579.
Dar od jenich Guedt ‚Im Stedinger Lande
geweddet edder gekoft were, dar Loͤſe inne is
wäre auch Land ‚unterpfändlich genommen,
"oder mit Vorbehalt des Wieberfaufs gefauft —
3.) der auſſerliche Schein: blauer t Dunſ. S. die
"84 ae
x
. ee , 2 oo.
Br , j urn | \
8 en ! ‚Les. . | —
‘ N ” / - — k — — J
ate Bedeutung von Los. Wir breichen es nur
in der folgenden Medensart: Vor de Löſe doon
nur zum Schein (ſimulate, dicis cauſſa) thun.
4.) Water-loͤſe. S. unter Waren. .
| Löfe- kunde, Löfe- kundigung, Loskuͤndigung. Daher
7 ut loſen, welches man in den alten Dokumenten
finder, für: auffündigen, ein Kapital loskuͤndi⸗
gen. In dem Stiſtungsbriefe des Ilſabeen⸗ Safs .
‚haufes in Bremen non 1499. ‚Hundert Mark
Hovetſtoles, Rente vyff Mark, in Wolder
_, Bavenborges Hufe,, de man na lude der
— Hantfeften dar wedder uthloſen mach, unde
| wedder uppe Mente beleggen c..
N Löfer, der ‚einen andern ablöfet, ober. in deffen Siele
irit. Amisrolle der Goldſchmiede in Bremen.
De nieſte ſchall Bade weſen in unſem Ampte,
und ſchall unſe Lichte vorwaren, beth em een
vLoͤſer kumpt: der juͤngſte (oder der am letzten
Mhkeiſter geworden) in unſerm. Amte fol Amtsbo⸗
— ctz ſemm, und ſoll unfere Lichte verwahren, ‚bis et |
or. mer nach ihm kommt, "der ihn ablöfe
| Losheit, 7.) Unachtfameeit.
2). Falſchheit, Schema,
. Läfg (4), ober. Leſig (2), adj. 1.) wird; von kom |
Brodt ober Teig gefagt, wenn es locker, und mit
vielen groſſen Löchern aufgetrieben | —
2.) In Hamburg auch, laß, träde, müde, <. .
Löslik, etwag Iofe, nicht gar zu dicht und fe, Es
E Es u kommt in der Bedeutung mit loje überein. ‚Dat
innen js lbolit: d das Leinwand in nicht ‚gar zu—
Eu
— u Pe . Loos!
nt x ' \ a0 . oo.
Toosbändig, alles was wicht PR M ‚oder in a Vertin⸗
‚dung ſtehet: unbefeftiget. Bon Band, baͤndig.
Die Diebe nehmen gern mit, was [008 ;bändig
iſt, d. i. Geraͤthe, das nicht befeſtiget iſt, und
ohne Geraͤuſch kann weggenommen werben, Wos⸗
| | baͤndig Volk: loſes Geſindel, das nirgends zu
| Haufe gehöre. Een 006: Singen Seel; ein
“Kerl, der in Feiner Verbindung ſtehet. |
Lofchen, 1.) löfchen, extinguere. |
2.) löfen, los laſſen. Es mird aber nur von n Pan; Ä
nen gefaget, an welchen f ch der Kuchen nicht feſt
ſetzet. De Schapen will nig loſchen: die Pfaw |
ne will den Kuchen nicht los lafjen. .. ”
_ Loffen, ein Schiff ausladen. Einige Oberlinder mo
chen ımrecht, Töfchen, |
Lofung, bie Wiedereinlöfung eines verkauften. Erbes; .:
- „das Recht des Wiederkaufs. jus retractus. In
Vogts Manum. ined. T. II. p. 253. Ock ſo
heft he unde fine Erven uns unde unſen Er⸗
‚ven be Gnade geven, dat wy unſe vorſchr.
- Hurt mogen wedder kopen —— no wy de
Lid der Loſinge kundigen vore binnen de twolf
Machten in der hoghtid to Wonadten. Und
bald darauf: Wan aver achte Jare verfleten
fd — ſo ſchall ick unde mine Erven dar |
nene Loſinge inne hebban.
Löfen, los kaufen, wieder einloſen.
Af löfen, 1.) ablöfen. Af loͤſede Diek: ein Das, .
wovoor ein neuer weiter hinaus angeleget iſt. |
2.) ein Pfand, wieder einlöfen, Sur einer Urkunde
von ‚ws Opsfehet eriſch Aldert dem Kapitel |
f 5 | RO
- 30 00 Los. Lon —— 5
und: ver Siedt Brenn‘ das Stk ung *
on Wildeshauſen, und machet fi fi) verbindlich :
nund feine Nachfolger ſollten Den Dekene unde |
Capittele ere Helfte nicht aflügen, wi'en Ih
zen of den Raetmannen unde Borgheren ere
*Heklfte af, unbe lozen fe tho zamende. Und im
folgenden 1377 9. verfegere eben diefer t Erzbiſch. |
an die Stadt Bremen das Schloß und bie Vog
— teey zu Tedinghauſen, alſo lange, wend wi ofte
unze Nakomelingh Ertzebiſchop tho Breinen
u en dat wedder aflofet.
Redde-loos. "&. im Buchſt. R.
' Verlöfen, los machen, entbinden. Venet werte
eines Kindes genefen. |
Verlöfung, bie Entbindung einer Schwanger.
| Timır (003 teiſten. A. S, Izeftan. Orb. 9:
. Alfe men ene vortuget, alſo ſchall he töften ı un⸗
‚de gelden: er ſoll leiſten und erſtatten, ſo⸗ wie die
Zeugen wider ihn ausgeſaget haben. In andern
Handſchriften ſtehet leſten. ——
Loor. "&.Löon
Lore, Lootfe, in’ einigen Gegenden ste, eine an
“ einer fangen Stange befeftigte Schaufel, um dei
Schlam aus einem Graben oder Waſſerzug zu zie⸗
: ben. Welche Arbeit man ſoten und lootſen heißt.
Lor, das fos, ſors. Cod. Arg. Hlauts. Ka
Nlot, Hlyt, "Hier. Vereél.in Ind. Lut.
H. und Fe. auch Lot. Die Hochdentſchen Gaben
dast behalten in Lotterie, "- |
Lotten, loſen. A. S. hleotan, nyttan. Vefel.
= luta. *. lotir. In unfern Starten bedentet
. es
N
Lov. Loy! | 2.
wit gr auch: durchs {08 ertwäßlen. Stat. 3. Enen
van oͤhnen lotten: einen aus ihnen durchs Los
erwaͤhlen. Enen to lotten: einem Durchs los
zufuͤgen.
* lau, laulich, tepidus. X. e. hleow, nliw. |
ep hle, hlie, welches eigentlich einen Ort, der
an bee Senne liegt, und. vor dem Winde bedeckt
ift, bedentet. - Schottländ, .lew;;; tepidus: - Lew
warm, fo wie wir louz warm. Hieher gehönk
auch unfer luͤern, luͤhen, aufthauen. ©. unten an
feinem Ort. H. lauen, waͤrmen, erquicken: lau
Wien, waͤrmen, und, warm oder lau werden.
Lauxe. S. une Lauws, '. - BE
Lov, Lovte. S. welarem.. 0 02.0.
Loov, 'Löve, . ©. Loor, 1
—— und Löven (os), 129) glauben, Daß es |
900 Zeiten‘ Die Bedeutung der Zuſti mmung —.
| Aberhaupt gebabt babe, erhellet aus dem zuſam⸗
mengeſetzten verloͤpen, erlauben. S. VErLd-
NEN: Bucht. V. Hr. Wachter leitet beydes
ber von dem Celtiſchen Law, die Hand. Heutu
ges Tages ahmen wir auch wol die Hochdeutſchen
nach, und ſagen bisweilen gloven und ih)
>... von, aus gelöven, wie die Holländer ſprechen.
Dieß ge ift nur eine abgeſchmackte Verlängerungss ⸗
Sylbe, melde fo manches. ehrliches deutſches
Wort zwar gedehnter und fehmwerleibiger , aber
nicht zierlicher gemacht dat. Die A. Sachſen |
fagten leafan, glauben, Iyfan,: erlauben: ' die
. Alten Franken louben,, loven,- glauben, un
‚duwen, iwun, erlauben. Es iſt alfo_irtig,
| ; | | RUN
u * en Lum Luck.
"wenn, R. meint, man fage loͤven, per apbene
fin; da vielmehr gloͤven eine profthefis iſt.
moot daaran: löven : er muß daran. Rs -
nig loven will, moot foͤlen: wer eine ee
Warnung in den. Wind Schlägt , dem gefchiehlt |
recht, wenn die Erfahrung. ibn mit ſeinem She
ben Flug macht. - | |
J 45 Loven fuͤr geloben. - ©. Laven nn
\ “ Love, Glove, Glaube. Fragm. de B. H. Loube‘
und Lobe....Willeram..Lowa. An dat Tüg is
Love an: das Zeug ift ſtark und. dauerhaft; - Lo—
” m is beter as vede Geld: Credit iſt beſſer, denn
baar Geld. Up Loven: auf guten Glauben.
Bilove, Biglove, Aberglaube. | F
- .Mislove, Mistrauen.
Unlove, Ungleye, Unglaube. |
Lusee ift in Stade ein Schimpfwort:, bes einen
groben, ungefchiefteh und faulen Menſchen an
zeiget. Etwa von dem folgenden. hubben. Wir
ſagen auch dafür: Laban: Een groten Yaban:
“ ein groffer träger Luͤmmel. E. Lobb, Lubber.
Cambr. llabi, 1labwft, lleban.
— Lussen, verfchneiden, entmannen. 9. Es iſt auch
Bollaͤndiſch. €. libb. Vocab. theut. Hamel,
eyn gelubt Scaip. Bey den Griechen iſt Außas
in derſelben Bedeutung. E. lop, amputare. J
Preuſſen wird lubben fuͤr ſchinden braune
Lunnert, ein männlicher Zaufname,
Luca mit dein Yögeleiteten ſ. unter LecHt.
Ä bue HTEL-BUR, f Lichtel- buk unter Lı EHT.
% BEP ESE er EEE re ‚Lun
j
4
| Lup. —— u 98:
ün, Lüt; ein. dummes Kind: wird als ein Schelt⸗
wort gebrauchet. Damit iſt verwandt: J
DB, adj. und-adv. kleinlautend, niedergeſchlagen, —
wenn. man den Trotz fahren laͤßt· Alt Engl.
2 leuds, dum, albern; und lout, lowt. A. S.
Rilutan, welches den Begriff des Schmiegens und i
Biegens ausdruͤſkt. S. Jun: Etym. Angl. in
Leude und Lout. Lithe, ‚fläceidus, len?
“tus, vietus,. mollis, eft purum-putum A.
Saxonicum, Lithe, mitis, mollis, lenis. —
E. Lye in Jun. Etym: Angl. in Lithe. He
J „ „Wurde fo luͤd: er wurde ſo niederseſchlagen- ſe
| ril. — |
vun, Lude, 1.) fübfl. Laut. Alt Frank. Luta.
Chron. Brem. Joh. Rode Archiep.-apud Leibn.
Na Lude der Breve up der Treſe⸗ kamer: laut
der Briefe in dem Archivhe.
2) adj. und’ adv. laut. it befannt, berũhmt, wm
in aller Leute Munde iſt. A. S. hlud. Fraͤnt.
and Alam. hlut, lud, liut, €. loud. H. ‚luyd.
Junius in Gloſſ. Goth. und Wachter halten das
Gr. xAuroc ſonorus, clarus, argutus, für
das Stammwort. " Da’ denn, die Alten das-P in
ein hi verwandelt haben, welches aber in neuern
Zeiten ift weg gemotfen. Eben fo wie lenen, leh⸗
nen, bey den Alten hlinen, vom Gr. wAwem:
uud-barig, gemeiniglich fpricht man Tuudsbördig,
ruchtbar. Es iſt entweder für luud⸗ woordig,
von Woord, Wort; ober für lund- marig,
von Mare, Mähre, eine Erzählung WBeyden
ein Sranten: wenigſtens bieß lutimar, ruchtbar.
RN Se
. n
: D
| | | g
—
. 21
A Lv.
Wiewolr die Endung. barig fe baer, . de Pr u
. = bequem genug:ifl. -\ |
Inden, Luen, Stimme und kaut von ſich geben. u
Fraͤnk. lutan. Schw. liuda, Laut von ſich ge
ben. A. S. hiydan, ſchreien. Gioſſ. Lipſ. lu»
dan fol,.tonahit, Gloſſ. Pez. lutan, mugire.
Es ift alfe ein Irrthum, wenn Leibnitz Collect.
Etym P. I. p. 47. dieß Wort durch Athem ho⸗
Jen überfeßt. Ik fan: nig [uen: ish bin fo bei
ſcher, daß ich keinen Saut von mir geben kann.
J nden ‚„ Lüen, laͤuten. Im Scherz: mit den Bus ;
I ſern anſtoſſen, brav trinken. J | Ä Ä
In lüden, zur Kirche laͤuten.
er Enen Dodn belüben:- dey einem Sar |
fol, oder bey einer Veesbigung, die Glocke (Aus
ten.
‚ Lüos, Leute. Vom ciltiſchen bey Borhoen lLüwed
ein Volk, A. ©. Leode. Verel. Lydur. Im
Alt Engliſchen ift Lede, Leid, ein Menſch.
Man vergl, das Gr. Aucc, daher Asırov, publi-
DE cum. : Andere Ableitungen gibt Wächter an unter,
N. dem Wort Leute, Unterdeffen ift Die Vermuthung
des Hru R. daß es; von lude, laut, abſtamme,
In wegen des Tauten Getöfes , das viele verfanimiete
. Jeute machen, ‚nicht zu verachten. Echte Tude),
verehlichte Perfonen, Uſe Luͤde, bie Unſrigen!
unſer Hausgeſinde. Sprw. Bi den Luͤden id
de Narung: wo viele Leute find, da gibt es Ge⸗
legenheit was zu verdienen. Armer Luͤde Kin;
der ſtaat achter de Doͤren: Armer Leute Kinder
| wirden hindan gefeßt und verachten, Je later Up
2 en
/
. up; kun - U - 2); u
den dns Abend), je beter de: - iſt en u
* Kompliment, welches. man jemand macht, der etz
was ſpaͤt und unvermuthet in die Geſelſcheſt ei oder
Zeche kommt. u
Buten-lüde, tandleute, Auewaͤrtige. nn I
Lüde»brier/ Lüe- brüer, ein Gpötter,, ein oagbaf
‚tee Menſch, der, jederman aufziehet. it. der andere
bintergehet. —
. Lüde-brüerije, das Vexiren, Neckerey.
Luppern, teäg, faul ſeyn. €. lither; faul, des |
| fes, piger. Schw. laat. ©, Friſch, und Wade
ser unter Lotter und Luder. Setzet man ein \ “
davor, fo iſt daher unſer ſ ludderig.
Ludderhaftig, und J
Ludderig, traͤg. Man ſagt auch, mit Auelaſſung der
beyden dd, luurhaftig, eben wie ſlurig anſtatt
ſludderig. Wiewol luurhaftig ſonſt auch eine
andere Bedeutung hat S. unter Luren.
Lüen, Lühen, aufthauen, regelare. Es kommt
ſehr mit dem Gr. Aus, aufloͤſen, uͤberein. In
einigen Gegenden ſagt man leinen. ©. Friſch.
Es wird gebraucht als ein activum Und neu-
trum: auch als ein imperfonale, Idt luͤet:
es iſt Thauwetter. De Sunne luͤet ſtark: die
ESonne ſchmelzet den Schnee, oder das Eis, ſtark.
De Snee luͤet weg: der Schnee fhmize: De
t
ESnee id weg het: der. Schnee. tft gefchmofzen
Daher mag. der Meine Fluß Luhe oder Liehe im
| Herzogthum Bremen den Namen haben, Bush
Lov, tepidus. I |
—* Einen. m \
f
.
E . | Tuchteren Stiebögel ‚des ſick de Pauſt tho
— *
—— tler, auſchauen 9
- Mails, ein Brodi, ein Leib Brodt. Man ſehe,
was angemerket iſt bey LAvEn,- laben. u
Lurr. ©. Lucht unter Lec#F, und: Lıiert.
— Lüften fügt nian aber in Stade, 1.) für, im die Luſt
“ Lurrp. im Hannoͤv. grob weijen Brodt. Cod. Ärg. Ä
|
|
heben. Wofuͤr wir lichten mu G. unter -
Licur, leicht.
2.) Luft machen, Luft geben. | ir ſahen luchten.
Lusr, Zeitlaͤufte temporum ratjo aut conditio.
Von lopen, laufen. Man Höre es jeßt nicht
methr. Es kommt aber vor in einem Vertrag zwi⸗
ſchen dem Rath und deu ſchwarzen Mönchen in _
Bremen von 1534.. welcher G. Meieri Orat. de
Schol. Brem. beygedrucket iſt * Nah jetigen
Lufften der Welht.
Lvsi S. unter Uxganx, Liggen.
Lu &T,; oder-Lucht, Lugter,. inf, linker Lugts
links. So auch im "Denabt. und Ditma
Wir fagen aber jegt lieber lunk. Dein Chron.
im Leben: Erzbiſch. Hartwich J. de Pauſt
Adrianus affteeg ‚.helt: öhme 6 See den
höne tog, und mit unmillen von dem: Keyſer
ſchedede. Der arme Kaifer war in den Verrich⸗
tungen eines Reitknechts unerfahren.
iv K, Gluͤck. E Luck. Frieſ. Lock. Schw. Eycha.
Es iſt dieſes Wort auf dieſelbe Art gedehnet wor⸗
dern ˖ in Geluk, Sf, wie ldben in.glöden,
glauben,
u Luk-prt, € Seef, si mooi ins in den Luk⸗
pott
Er A
pott grepen hebben: f ſagt man von einem, den
ploͤtzlich reich worden iſt, ohne daß man weiß,
woher.
Lukken, gluͤcken, gelingen. Wen' t wol lukken mil:
wenn das Gluͤck günflig if:
Mislukken, mislingen. |
Lüxs, 1.) eine Defnung in ben Boden und Wänden
‚der Häufer ımd Schiffe, die mit einer Fallchaͤe
geſchloſſen wird.
2.) die Fallthuͤre ſelbſt. R. A. SAoc, ein von j
fehloffener Ort. _ Gloff. Pez. Luchun, apertu-
ras. Zu diefer Verwandſchaft gehöret das Hoch⸗
deutſche Loch und Luͤcke. Cod. Arg. lukan, gaä-
lukan, ſo auch A. S. lucan, belucan, E. to
"lock, H. luyken,; Dän; und Isl. huka, liuka,
derfchlieffen. We Frief Lok, ein Schloß. Mehr,
bieber gehörige Wörter ſ. beym Friſch unter u
hen, und Wachter unter Lucken. .
Luken;: ziehen; zupfen. “it. ben Den Haaren reiſſen. E
lug. Frieſ. luwck. Es iſt unſtreitig von ke:
und ſagt eigentlich: aus dem Loche ziehen. Wur⸗
teln luken, oder up luken: die Wurzeln aus
der Erde ziehen. Dat luft mi: das Ziehen ben -
den Haaren chut mir wehe. - Im Scherz heißt.
dieß Wort, ſtarke Züge beym Teinfen- thun.
Seet wo he lukt: ſehet, weiche Züge er thut.
Cut luken, ausziehen. A. ©. utalukam. Cod. Arg.
uslukan: uslukan hairu, Ver’ Degen zieben.
Lukſen, Aflukfen, vbehende'tveg ſtehlen. Es iſt
das frequentativumm: von fufen.. Es kann a
7 eigentlich bedeuten: einem das Geld, ‚oder font
Ä 6G
a
g
er? Lux. Lu. Lum’
eines, behende aus der Tape, oder unter den
> Händen weg ziehen, * Im Hanndv. bedeutet es ſo |
0. sie, als: ‚verborgen auf lauren. u
Belukfen, beftehten, abjwaden, depilare. Bon bes
| Yuffen kann am beften pluffen, pfluͤcken herge⸗
‚leitet werden. © at in Pflücken. \
' Weg lukfen, liſtig ſtehlen. R.
' LÜKRER-WAALSE, unverſtaͤndlich, wie die teure im
. Luͤtticher Lande das Franzoͤſiſche, reden. S. ”
Luxse, tucie, Lukke, fe luret di: du fromme Ein
I falt wirſt betrogen. | \
Lurkem. ©. Lumpen. Eu
. Lv LL,. Luli-pipe, eine Roͤhre, wobdurch man etwar
ablaufen laͤßt: eine lederne Schlauchröbre, war
durch man etwas aus einem Gefaͤß in ein anderes
laufen laͤßt. Im Niederlaͤndiſchen itLul-pype,
'tibia utricularis. - Daher lullen, ohne Tor fin
gen, numeros non verba canere. ’
‘ Lüreı,' im Hannoͤv. ein Müffiggänger, Faullemer,
traͤger Menſch. — . |
. Lunınane beißt in Bremen daſſelbe. In Holland |
iiſſt lollen, der Wärmetopf unter fi ch ſehen: und
Lolle-pot, eine Feuerkike. S. Kilian. |
Lunmmeı, ein Weichling, ein fauler Schlinge. Ei⸗
gentlich bedeumt es das Eingeweide der Thiere,
qls Lunge und Leber, Geſchling. Sm Hannoͤv⸗
Luͤmmelſe, gula cum annexis viſceribus in pe-
ctore. Bey dem Friſch iſt lummlen, ſchlaf her⸗
unter hangen: und luml, weich mollis. J
. Lumpz, Glimpf. ©. Lımee
+ LUMpEN, 1.) ein 3 wenig bintn: im Gehen den ri⸗
nen
.
-
kun. z R l 5 v . 9 9
*
am Pen nachziehen. €, limp: Ennige ſprechen —
"auch lulfen: . aber lumpen iſt gewößnlicher.
—E Sik nig lumpen laten: ſich nicht filzig auf
führen, es im Aufwand \einen andern gleich thun.
it. ſich nicht veraͤchtlich behandeln laſſen. Dieſe
Bepdeutung ſcheint von Lumpe / cin Betlerlap⸗ |
"pen, zu ſeyn. ww |
_ Lumpen- fteert, ; ‚einer der ein wenig Hinten. it. ein | .
“r
4
>.
—*
34.
oe
' 45*
träger Menſch. Luͤer daer · Lumpen⸗ ſteert is
kien dre Sware weerd: iſt ein Spruͤchwort,
das man von einem Arägen gichtewurdigen Mens
ſchen gebraucher. !
Lunseg, Laune. Du dropft ı mi bald in der Sune, ä
dat ik di fla: es fehler, nicht: viel, daß ich dich
nicht ſchlage. Luunsk, lͤuniſch. Ber: luuust,
wetterlaͤuniſch.
Lunen, in boͤſer tanne feyn ‚ ſauer ſehen. R. Enem u
to lunen ; 5; einem, wegen rines erlittenem Ders -
druſſes, eine Zeitlang unfreundlich begegnen; Im
Chur: Braunſchw. luͤnſchen. Luͤnſche⸗ winkel,
“ein Ort, wo ſich jemand aus Som ober Ver⸗ .
druͤß verbirget.
—— ſich merken iaffen, deßr man etwas gern
haͤtte: feine Begierde nach etwas durch. eine bet⸗
telnde Gebaͤrde zu erfennen: ‚geben. | E. long, luͤ⸗
ſtern ſeyn, ſich nach etwas ſehnen. In Bode
Id. Pruſſ. lunkern. Die Bedeutung des Faullen⸗
zens, welche⸗Hr. R. anfüßrer, iſt bier unbetannt. J
Dafuͤr faan. wir luggemn.
Lüngerer, und er
55 j Dr s
_ en
9 uK? A Ze
6 a 2a Iiager
ie 5. ,?: un °
* * 2 32 oo.
“x > 2 Fan
\
N
N.
100 I | u Lom. Lun, 0
Lunger- „taske, einer; det ſich mierkon nßt, 26 sin
‘der Lecker nach etwas ſtehe, das ein anderer bat. J
"Lüne,: Luning, Lünke, und
Huus- lünke, ein Sperling. Heft du Sünfen to ko⸗
"pe? launeſt du? haft du eine verbrüßliche Laune?
Es iſt sin Wortſpiel in Luͤnke und RLuͤne. Hemp⸗
luͤnke, ein Haͤnſting.
| BUNETOREN, ‚neugierig yubören;. um etivas ausjuſpa⸗ |
ben; ſich unvermerkt nach einer Sache erkuͤndi⸗
gen. Vielleicht ſtatt Lunsk⸗oren: denn lun⸗
Wan iſt im Idiot. Ditm! forſchen.
Lunscnen, 1.) binfen, kuͤmmerlich sehen. In
Stade, Hier ſagt man lumpen.
"): Im Ditmarſ. forſchen.
Lunsz, Lunze,. der Achsnagel, paxillus. Som,
3 ringet noch ſo lange na den bergulden
agen, bet he de Lunfe daaryan Frigt:
treibt feinen Küßel ſoweit, bis er endlich übel. *
laufen wird.
Lür, Luer, Luͤder, lochariue.
LuRpæm. Lurdings, nennet man auf d den Schiffen
duͤnne getheerte Stricke, oder auch was aus alten
Tauen geſtochten wird, womit die Sthifffeile, we
es nöthig iſt, umwunden, und die Schiffsbort be⸗
leget wird, um fie für Bas Reiben zu bewahren.
Die Yorammung f. unter folg. Worte. - |
Luren, ſubſt. Windeln: das wollen Tuch, worin
‚man, ein zartes Kind wickelt: vornemlich das um
den teib gefchlagen ‚wird, : Das Aber den Kopf
geſchiagen wird, heißt Leier⸗kappe. Beydé
En ſchemen verwandt zu ſeyn. Etwa von dem
alten
x
j
| .. Dumm 0.0.0200
alten. Loͤr, fafcia, beym Iriſch. Durch ein. Wore
ſpiel ſagt man: dat funt Luren: es ft auf Bei:
ven angefehen: anftatt, dat is Luren, vom fol⸗
genden luren, vexiren. =
Luxe, verh. 1.) mit falſcher Hofnung betruͤgen J
fruſtrari, verba dare. Auch insgemein: vers
ren. Koll. ter Leur ſtellen. Das Engl: Lure,
das Fr. Leurre,' das Ital. Logaro, und bey
dem Kilian das Lore, iſt ein Lockaas, und inſon⸗
derheit dasjenige, fo man. einem Falken ſehen
laͤßt, um ihn wieder zuruͤck zu ruſen. Dabin ge
boͤret auch das Hochdeutſche Luder. E. allure,
locken, reizen, koͤdern. Enen nig luren: es ehr⸗
"fi mit jemand meinen: auch, im. boͤſen Vei⸗
ſtande: einem einen derben Streich verfegen, Im u
Chur Braunfhe, belurfen. —
8 lauren, hinterliſtig aufbaſſen: gleichſam na |
einer Lockſpeiſe fehen; oder, wenn man lieber will,
Achtgeben, ob nach dem vorgemorfenen Lockaafe
gegriffen wird. Schw. lura. Luren ad een
Pingſt⸗ voſs: auf der Laur liegen: auf ſeinen
Vortheil paſſen: auch nach der folgenden dritten
Bedeut. fich zuruͤck halten. 2 als 6 einer, der fein gu⸗
tes Gewiſſes hat. —
3.) ſich tuͤckiſch zuruͤck Gaften : : bie Augen nicht auf
ſchlagen dürfen. Dieſer Begriff iſt offeubarer in
dem E. lowr, die Stirn runzeln, ſauer ſehen.
Etwa vom A. S. hleare, hleore, die Stirn.
Wir ſagen auch in dieſem Sinn gluren und plu⸗ |
ven, |
*) träg und untafig ſeyn, es ſey aus geek,
G 3 J Sr.
7
0 .... Low |
- oder ins s Rronfgei. Diefe Sabentung 1 Tann aus
der 2ten ober zten entſtanden ſeyn; oder luren iſt
das zuſammen gezogene luddern, oder luggern.
Luur, die Laur, das Lauren. In eigentlich ein Se
I gerwort. U
| Luur- angel, ein tuͤckiſcher Menſch, der ein aweyden⸗
tiges Geſicht hat: der nicht offenherzig ausſtehet.
Man ſagt auch Gluur⸗ angel und Pluur⸗ ape.
Von der Endung angel ſ. im Bucht, A, unter
1 Diefem Hort,
Lövr- haftig, - 1.) der ein eüchifchen Geht und We
fen bat: Een luur⸗ haftig Weer: eine mwweyden \
tige Witterung. Ä -
3.) unluſtig, als einer, ben eine Keanfpeit anwans
2 F delt: traͤg aus Faulheit. S. auch Ladderhaftig
zu . unter Lupoern. 0
Af luren- ablauren: einem die Kunſtgriffe abſehen:
etwas von jemand unvermerkt, blos durch das Zu⸗
ſehen, lernen, womit er geheim iſt.
Beluren, 1.) belauren, beiauſchen.
3.) bintergeben, aͤberliſten, betruͤgen. He het mi
doͤgd beluret: er bat mich rechtſchaſen gezwacket,
2 betrogen, J
Kukeluren. ©. im Vuchſt KR. | |
Lunrz, 1.) die Sende, der Schenkel. R. ‚Zur Er
laͤuterung des. Urfprungs diefes Worts dienet,
was Ebd. Lye in Jun. Etym. Angl. unter Lyre
‚ bat. Lyre, ſchreibt er, Scotis dicitur caro,
aBb A. S, Lir e, quod fignificat pulpam, quic-
. quid carnofum eft, et nervolum, > In homine,
2. Lum Lus. 103
at: Earslire, nates, Spärlirs, Scanc-..
lira, fura.
2.) In Hamburg, wie auch im —— ein
falſches Vorgeben, eine Luͤge. | —
Lurren-laam, lendeniahm, hinken. 5.
Lurrken-holl, Lurrken-lok, der Schlitz, oder die.
Defnung in den Weiberröcken, wo fig durchlan ⸗
gen, um zu den Taſchen der Unterroͤcke zu kom⸗
men! Wir nennen es fonft Schroͤer⸗lok. Lurr⸗
fen iſt Hier das Verkleinerungswort von Lurre.
Lunren-DRefer, beffee Lurden - dreier, ein
Schiffer, der unerlaubte Fahrten thut verbotene
Waaren bringt, und einen Schleichhandel treibt.
‚it, ein Beträger,. Schurke Es iftnicht von fu ⸗·
re, wie R. meint; noch von luren, lauten, wie
Hr. Gramm murkmaffer ; fondern von Lurden,
falſche Briefe, Päffe, -Connoilfemente, Siegel
u . d. g. wie Hr. Friſch in ſeinem Wörterb. wohl u
bemerfet. - © f
Las, ein männlicher Taufname.
Luvs, Laus. A. S. Lus. —— Fraͤnk. nd Alam. u
eben ſo. E. Louſe. H. Luis Schw, Lws.
Man vergleiche das Schav, und Wend. lizu, ich
krieche. Auſſer den Sprw. und ‚Redensarten, bie. J
R. anfuͤhret, ſagt man hier auch: Man kan nig
Odr⸗luus hoͤren, , wenn man bey einem groffen _
Getoͤſe ‚nichts ;vernehmen kann: wenn man feldft-
eine am Ohr raffelnde Laus nicht Hören fan, ©.
R. unter Ohr. De hungrige Luus bit ſcharp.
‚wird von feuten, fonderlich oberkeitlichen Perſo⸗
nen und Beamten, geſaget, bie, wenn fi e dürftig: J
64 N
+
4
’ . - . . . 0%
B . 14 Pr \ Be
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u _ «
r ⁊ —8 . *
J nd, andere beftomehe finden und 3 preffen, Le⸗
ven as de Luus in dem Schorve: ſebr wobhl
leben, ohne Rechnung zu machen, ob man aus
kommen kaun. Ene Luus in't Oor hebben:
Fein Recht zu ff fptechen baben: ein böfes Gewiſſen
baden. Daar kan nine Luus up heften, ſagt
man von einem.äbgetragenen kahlen Kleide. Su⸗
pen dat de Luͤſe up dem Koppe barſtet: un
menſchlich ſaufen. en Streke in de Rigte,
as de Luus aver de Eers⸗karn, ſagt man im
Scherze von einem kuͤrzern Nebenweg. Man
kan der Luus nig meer nemen, as dat Leven:
wer nichts hat, der kann nichts geben. Von den
Spypruͤchwoͤrtern: Luͤſe in den Pilz fetten, und:
‚De Luus lopt aver de Levver, ſ. Friſch in ſei⸗
nem Woͤerterb. Andere Redensarten mehr find
von ums unter andern Wörtern angeführet, Br
Kleve- luus, Filzlaus. ie ein Menſch, der, wenn er
bey einem fommt, das Weggehen vergißt: beffen
Geſellſchaft man ſich nicht entladen Fans Wen⸗
net jou de Kleve Tuns nig up't Lief: beladet
euch nicht mit dem Schmarutzer. W =
„ Luus- angel, ein‘ lauſiger Menſch auehund. S.
“ Anckı. —
lIuſe bung, der voller Laͤuſe if R | |
_ Lufe-knikker, ein $aufer: ein geiziger Menſch.
Lusken-Kknikker, im Scherz, der Daumen. R.
Luus-hund, ein lauſiger Kal; — I
Luſen, Laͤuſe abſuchen. |
‚Lust, uf, fndium, volapts, eupiditäs, defi-
‚derium,
Line geluͤſten, begehren, verlangen. Cod. Arg |
f
Lustern, laufen, horchen. A | .&. hlyftan. 3
Ion
Los.‘ = | 108
derium. 1. S. Luſt, ‚defiderium. Mit Lu⸗ | Ä
ſten weſen: luͤſtern ſeyn. Es wird inſonderheit
gebraucht von der Luͤſternheit der Schwangern.
—*
luſton. A. ©. luſtan, lyſtan. Dat ſchall mt 2%
luſten: das foll mid verlangen zu hörem, ober
zufehen. Mi Iuftet nig meer: mein Appetit
iſt geſtillet. Dat mogt mi luſten! dazu habe
ich gar keine Luſt: das will ich wol bleiben laſ⸗
ſen. Man ſagt auch: Dat hifte ik ig: das >
mag ich nicht eſſen.
Lufteten, Verlufteren, beluſtigen. He geit uftes
: er gehet aus, fich luſtig zu machen. Sik
—— : ſich erluſtigen.
liſten. Alt Fraͤnk. hloſan. Im Hannoͤb. fagt
man gluſtern, horchen. it. heimlich zu ſehen.
Die Schwaben und Baiern brauchen noch loſen
fera militaris, als welche einer dem andern ins
Ohr faget : nicht weniger, mit Vorſetzung des f,
fluͤſtern, ins Ohr raunen. Im Hollaͤndiſchen
heißt luyſtern beydes, ins Ohr raunen, und,
horchen. Das Stammwort iſt das U. S. Hlyſt,
das Ohr, vom Celtiſchen Cluſt. Gr. xausas,
hoͤren. Eben ſo kommt das Goth. in Cod. Arg.
hausjan, hören, von Aufo, das Ohr; und das
Hochdeutſche hoͤren, von Obr. Wir brauchen
anſtatt hören. Daher iſt auch das Hochdeuntſche :
laauſchen und lauftern: wie auch Lofung, tefe
Be Wort uch vielfältig von a lebloſen Dingen,
65 wobey
1 > \ x.
FE ZN
- 806: 0" Los Lun
wobey eine e Genauigfeit Seat findet, eben wie ĩ in
Hamburg. S. R. De Farve luftert nau: die
| Farbe will forgfäftig geſchonet ſeyn. J
Beluſtern, belauſchen, behorchen. | |
| To luftern,- genau zu hören. Glofl. Kerön:: zua luu-
| ſtren. Luſter nippe to; borche wohl zu
2. Lüstern, Up lüftern, erhellen, aufbeitern, Sn.
n geben. Es iſt das Molländifche. luyſtern.
luſter. Die Stader brauchen es. 3. B. Denn
5 Pie Mutter will, daß die Tochter fich pußen und
.ſſhmuͤcken ſoll, fo ſprich ſie: luͤſter die een-bets
jen up. Wenn einer krank, oder niedergeſchlage⸗
nen Gemuͤths iſt, fo ſagt man: he moot ſik eert
betjen upluͤſtern. Wenn niedergelegene Betten
0. oder Federn: an die Sonne gebracht find, und is
27 dan wohl in die Höhe Heben, : fo’ Heißt es:
., BSeddern hebt ſik good upluſtert. Bus
Lur. S. Lün. | =
, „ Leu. S. Luvn. |
_ LuTer, lautee, unvermiſcht pur, ürum putum.
C — —
Pe
— -._
» DS
— — ——
—— -
u Luter Water: nichts als Waſſer. Dat 18 lu— |
‚tet Wind: es iſt alles erlogen,.
Lünen, und Lüttik, Mein, wenig. R. Cod. Atg
leitil. A. S. lyt, lyte, lytel. E. lite, little.
5 luttel. Set. litil. Schw. lyten. Die Uthau⸗
3 er ſagen liatka. Alt Frank. Lützel. ‚Gr Artosı
2 und iAarlav. Cambr. Ilyth, gering, valis.
"Daher vielleicht Lit, ein junges Kind. Luͤtjet
J u unn wol iß beter a8 wiet un weh: ein Sprw.
ee weiten von der Wehnung, ober überhaupt von
De Ä Einrichtung
en‘
In
- j ' . BE 7 .
&
z _ -_ R . . N
, . or
- . ‘ x
Lur "000 of
Einrichtung der- Sebensart gebrauche wird. Luͤt⸗
jet un vaken: bey oft wiederhohlten Kleinigkei⸗
ren. Um't luͤtje, oder all um't luͤtje: oft, ges
ſchwinde nach ein ander.” Aver luͤtje Luͤde fut
-
ET
man hen: Pleine, geringe Leute werden nicht der
merket noch geachtet. - Vele luͤtje maakt ee >
Grotes: aus vielen Kleinigkeiten erwächft was
Groſſes. Luͤtje wird auch oft als ein Schmes
chelwort gebrauchet. Rein. de Vos Fi B. 25
Kap. —
Wo luttyk wuſte he, dat deDeve
Em fonen Schat hadden genomen: d. en
Wie wenig wuſte er, daß die Diebe ihm ſeinen
Schatz genommen hatten.
Lier- lütjet, ſehr kein. R.
“ Lütje levet nag, ein Kinderfpie, worin ein manga.
detes Birkenreis, in einer Geſellſchaft, von einer
Hand in die andere herum gehet. _Derjenige,
ben welchem es gänzlich verlöfcher, muß ein: Pfand
erlegen.
Lütje- mann, ein tleiner oder geringer eur, den
v man nicht achtet, Es wird aur ın der Redensart
gehrauchet: Enen vor den Luͤtjen⸗ mann J—
len, oder hebben: einen nicht achten: einem ale
tles bieten dürfen, 5
Luxen; Afluxen, Beluxen &. ©. oben un
ww Luzen. Ä
—
„a8. Macn Man Mi
x ty
oo:
. . u
2 ‘ |
. r2 .
F ACHANDEL, Wachoider Mochendel ber |
A ven, Wachofderbeeren. ML und W werden
mebrmahls mit einander verwechfelt. © fagen :
wir z. DB. jet Wangen, für das alte Man
gon, Kinnbacke: daher das. Sr. manger, eſſen,
:.. mandere. Sn Sleſi ien ſagt man für Waqhlder
J Jochandel.
Mach EI geböret zur niedrigſten Pobelſprache ‚ und :
wird in Verwünfchungen gebraucht: Dat dur de
ſchwere Machei frigft! ‘wenn man einem alles
J u Unglück anwuͤnſchet. Die beftimmte Bedeutung
. beffelben, wo es eine bat, iſt uns unbekannt.
— Manz, Mae, ı.) Made, ein Wurm, der in der
Faͤulniß erzeuget wird. Goth. und A. ©. Ma-
ctha. Alt Fraͤnk. Mado, Modo. Herr Wachter
lieeitet es her von maͤhen, mayen, maiten, ſ ſchnei⸗
ben Aber warum nicht lieber von dem Alt Goth.
matjan, eſſen. A. S. metfian. : Celt. Maeth,
Mat, Mats, Speiſe? Deſſelben Urfprungs find,
das Hochdeutfche Motte," tinea: und unfer Mis
—te , eine Milbe. S. unten an ſeinem Orte. Ver
gleiche von Stade Erlaͤut. bibl. Woͤrt. S. 418.
a) Schlamm. - S. Muppe
MA DDELN, für Martern, ‘quälen, übel: pandhaben.
| Maddeler, Stümper.' Maddelije, Quaͤlerey,
Stuͤmperey. Maddelig, übel zugerichtee, ver:
bunzt. -Vermaddeln, verderben © Richey.
—R ©.Maın.
Maaz,
\
Mao. 2 | 109
Mage, ein Verwandte , Verſchwůgerter. a. S.
Mæg, Mag. Schw. Mag. Isl. Magur. Bey
den nördlich. Englaͤndern iſt Meaygh.ein Schwas
ger, nad) Jun. Etym. Ang. unter Maich. 67
Fraͤnk. machen, gebaͤren. S. Schiltet und
Wachter in ihren Gloſſariis. Stat. 7. Beha⸗
get idt ſinen Frunden unde ſinen Magen:
Wwveoſelbſt Magen ohne Zweifel angeheurathete
Perfonen bedeuten, weil fie von Frunden, oder
Blutsfreunden unterfchieden werden. In andern
Stellen aber wird es auch für einen Blutsvere
wandten genommen. Stat. 77. Heft ein Mark
od einen Maech, den he. jettet to finer Bas
deſn Tafeln, dede Loen up nemet: — bat
auch jemand einen Verwandten (andere. erflären
bier Maech durch Geſellſchafter, Compagnon,
Maffer:. aber unrecht ), den er an die Geſinde⸗
tafel feget, und der Lohn empfängt. -— Sweerd⸗
magen, Anverwandte von vaͤterlicher Seite:
Spill⸗ magen, von muͤtterlicher Seite. © im
Buchſt. S. |
Maagfchup ; Werwandſchat. A. S. Noegfeipei
; . Stat. 18: De‘ negeften Mage van jwlife
Syden, beyde van Bader unde van Moder,
liker Bort und liker Magefchup, feholen dat
Gudt like deln. Ord. 17. Weren of de
- Zügen des Klegerd Magen an de drudden Li⸗
nien —— fo fcholen feeinen Voreed doen,
dat fe dat doen dorch Rechtes willen, unde .
nicht dorch Mageſchup. Es wird im unferer
Stadt auch noch gebraucht in der Eides; Formel,
N er nn Mac, Mau‘ 2...
| in welcher ein neu ermäßlter Karheßerr ſchwöͤet,
‘daß. er richten tolle, nig na Frundſchup, nig
na Maagſchup. |
Magen -{wager, ein. Verſchwaͤgerter Ei. Joh. De
>: be Beſchreib. des Botdinges, in Herzogth. Bra
0: men und Verb. 1. Samml. ©. 55. Pu bebe
u... Mo. Borgen (lade ich vor, Buͤrgſchaft zu lei⸗
;,.. ſten) Fruͤnde, Magen⸗Schwaͤgere, eene
0... Warve, andere Warve, tho dem druͤdden
Mahle bedde ik tho Borgen, Srinde, Din
. gen ⸗ Schwägere.
Mach- tale, die Grade der Verwandſchaft. Su den
2... alten bremifchen Statuten : Unde de Machtale
ur . - feal men anrefenen , dat Brodere dat erfte
0 Lith ſy: und die Grade ber Verwandtſchaft foil
man anfangen zu rechnen von Bruͤdern, welche
das erſte Glied find. Stat. Verd, 138. Ran
'. .. be Upbörer des Herwedes — — benomen de
WMaechtale wo hemelick e dar to.fh mit 2
WMannen —— uth der‘ — **— van Va⸗
der ofte van der Moder wegen. —
Macr, Mägtig u, a. m. S. unter Mösen. *9—
Maı, May, ‚Majus. ©: Wachter unter dieſem Wor— |
| te.
‚ Ma- boom, eine Birke. Weil man im May die jung
zur ‚ausgefchlagenen Birken, des Geruchs wegen, in
den Käufern zu haben pflegt. Man ſagt auch
ſchlecht weg Mai. So braucht auch luther dieß
Wott einige Mahl in der Bibel, für grüne Zwei⸗
ge. Pfr CXYII. 27. Se dae "a mit
ü , \ 1 Mayen.
“‘ .
7 £ Mar. De 111
Yai-fisk, Ei, aloſa. Ein Fiſch, ori im m u
häufig gefangen,wird.
Mai-vagel, 1) Sonmiroosel Schmeuttling- Per.
pilio,
2.) der Kukuk.
M aD, für Maagd, Magd/ Midchen, —
Cod. Arg. Magath. 4. ©. Maid, Maiden und.
M&den. E. Maid, Maiden. H. Meyd, u i
Meysje: aber auch Maagd. Ser. May, Mey,
Alle in der letzten Bedeutung, virgo, puella;
Wachter laͤßt dieß Wort abftammen von dem ab.
ten machen, verbinden. Man kann aber eben fo
gut eine andere Bedeutung von machen, naͤmlich
gebaͤren, zum Grunde annehmen. Als dan mis
xe es auf beyderley Weiſe verwandt mit obigem
Mage: weil eine Jungfrau das Mittel iſt, we⸗
durch zwo Familien mit einander verbunden /voder
neue Schwaͤgerſchaften geſtiftet, und auch die
Blutsverwandſchaft fortgepflanzet wird. Ka⸗
Mer⸗ maid, Kammermaͤdchen. Stat. 4. Wol⸗
de od eine Vrowe edder eine Maget unfe
Borgerſche werden, de fehall-der Stadt ok
geven ene Mark: wollte auch eine Frau, oder |
Yungfrau, Bürgerinn unferer Stadt werden etc.
ndeken, Mäken, Mädchen, Mägdlein. Verkleine⸗
rungswort. Vor Zeiten fagte man vollftäidiger -
is binnen Jaren: pin Juͤngling, oder eine juns
ge Tochter, kann ſich nicht verlo en, r lange fie
minder nd. |
Mägedefen. Stat. 82. Ein Knecht edder Me⸗
gedefen mach fi nicht vorreden, - dewyle idt
en Na
er u. f | Man. i
\ Jäagddoom, Jungfrauſchaft: : hehe, Wogbthum |
—. Goth. Magathei. A. S. Mædonhad. E. Mai- |
Fr - denhead. ) Alt Frank. Magadheit.
| Msideborg, Meideborg beißt. die ‚Stat: Magdeburg |
0. Inunfern Chroniken.
'Maıen, mäßen, metere. Lat. barb. madere. Gr.
emαν, emauar. Cod. Arg, maitan, afrnaitan.
A. S. mawan. €, mow. 9 maayen. Camb.
medi? Isl. meida.
Maler, 1.) ein Dein, ber da mißa, Scnitter,
meſſor. |
a) en lobnbauer, Hofmeier, den man um einen
‚jährlichen Lohn dinget, daß er die Aufſicht über
“ein Landgut babe, und die Arbeit verrichte. villi-
cus mercenariUs.
3) Meier, ‚oder Bauer, der einen n Gutsherren bat:
‚der feine &änder zu Lehne, oder Meierrechte bat,
Er Lit. Pächter, Erbpäcter, colonus, emphyteuta
u j pradiorum. \
9 eine oberfeitliche Perfon, nicht nur auf dem
Sande, ſondern auch in den Städten, Vogt, Ober⸗
ſchulz. præſes municipalis Jurisdictionis, pr-
poſitus, prætor. Diefe drey letzten Bedeutun⸗
gen find ſtuffenweiſe aus der erſten entſtanden.
Friſch, umter dem Worte Mayer, läßt es. ab
ſtammen vom tat. major: Wachter aber naͤher
und richtiger vom Celtiſchen Maer, welches alle
dren angezeigte Bedeutungen hat. Und noch jeßt
iſt Maire im Franz und Engl. bie vornehmfe
7 gberkeitliche Perfon einer‘ Stadt. Man vergl. das
ambriſche Mawr, groß‘ S. Spelm. Gloſſ
N archæol.
—
at.
x #
R %
— —— A — — — —
Mar Mix. u — Fire
archzeol. voce Major, Hr Brem. und Verb,
ıte Samml. ©. 53. Dat fick des Gudes ne⸗
mand underwinde, he dhoe bat mit Heren’
Orloͤve, und mit Meyers. Leve, alle under
des Königs Bann
Maier -jagd heißt, im Rothenburgiſchen eine geor, |
weiche bie Gutsherren und Aedelleute zweymaht
im Jahr, im Fruͤhling und Herbſt, auf den Laͤn⸗
dereyen ihrer Meier, zu halten befugt find. Die—
fe Jagd gehet fo weit, als des Mieters Hut und - u
- Meide gehett und beißt fonft bie Jagd bi Gras. -
‚und Stro. u
Mäde, Mädland , Meetland, iſt im benachbarten. u
Dftfrieslande, Heuland, Grasland wovon das
Gras gemaͤhet, und zu Heu gemacht wird. A.
S. Mixed. €. Mead, Meadow, Wieſe. Beym
Friſch, une Maͤhen, iſt Mad das abgemaͤhete
Gras. Daher das Hochdeutſche Maͤtte fir Wie⸗
fe Oſtfre. Landr. 2 B. 266 Kap. Dair ein olt
Sloet geweſt is, ſo ſall itlich ſinen halven
Sloet maeken, dat ſy in Venne⸗ Sand eder
Meet⸗Land: woelbf ein alter Graben geraefen.
Aft, da follein jeder feinen halben Graben machen, .
....88:fen im Weidelande, oder Heulande. I
Mai-feld, die ordentliche Hoͤhe des grünen Landes in
einer Gegend: der mit Gras, bewachfene Grund,
worauf ein Deich lieget. Weil es kann abgemaͤ⸗
het werden. | |
Mas, adj. gelinde, fanftmüchig, friedſam, der Ge⸗ |
mächlichkeit liebt , und andern ‚gewähren, &
Meck, sl, Miuk, g" Dat, und. Osngbr. |
N N
—
+
l W
—F
ra
"Max
ſagt min, wie wir, mak. Von einem Mferde
ſagt man: 'tis mak: es iſt fromm. SE bin maß
un moͤde: ich bin ganz muͤde und abgemattet,
daß ich kaum Luſt habe, mich zu regen.
Mk fubtt. für Gemak, Ruhe, Gemaͤchlichkeit, Be⸗
u
. quemlichkeit. S. Gloſſ. Boxh. Kimah: Verel,
in Ind. Mak: aptum, commodum, otium.
©. Wachter in’Machen, aptare, : concinnare,
| Sprw. Melk un Mak: : gute Koft und. ein ru⸗
biges $eben: davon das. Gegentheil ift:- Wad—⸗
dik un Weedage. Up Gemaf: mit Bequem:
lichkeit, bey guter Muße, in Ruhe. Up fi en
WGemak een Pipe Tobak roken: in Rube eine
Pfeiffe Toback rauchen. Holt Gemak: halt
Frieden, ſey ſtille. In einem Vergl. der Grafen
u von Oldenburg mit der Stadt Bremen, von
403, verſprechen erſtgenannte: Bortmer ſchul⸗
le wy und unſe Erven und willet de van Wre⸗
men bruteliken unde mit Make befitten laten
inmn allen Erveguden, de fe hebben in unſer
Herſchup unde Gebede: ferner ſollen und wol
u E Ten wir und unfere Erben die von Bremen in-den
rubigen Gebrauch aller ihrer Erbguͤter, die ſie in
unſerer Herrſchaft und Gebiete baben, ſi ſiben laß
en.
. Maklik, Mäklik, r) adj. gemächlich, , träge. %
.&. maccalic, opportunus. Gloff. Pez. gimah-
chor, commodius. Maflife Arbeit: gemaͤch⸗
üüche Arbeit. Ene Maflife: ein gemaͤchliches
Frauenzimmer, das ſich gern bedienen laͤßt.
E adv, mit mGemachucheet, leichtlich, ohne Muͤ⸗
be
—
- \ zu ‘ — N
—— Mar. 113—
be, in Rufe. R Bor Zeiten auch makliken,
makkelken. Dat geit maklik an: das geht leicht
an. Vogts Monum. ined. T. II. p. 494. Wy
unde unſe Erven ſchoͤllet de vorfehrenene 2.
Stichte mackelken (ungeſtoͤret) unde brukeli⸗
ken (im Genuſſe) an den vorſchrevenen Gude J |
- befitten laten. So auch p. 499:
—E in der Redensart Hat un Mak, oier⸗
Geſindel, ſ. Hau. °
NäkeELn ſollte wol eigentlich heiſſe en! Matlereh trei⸗
ben. Wir brauchtn es aber nur für: tadeln,
Fehler finden. R. Weil naͤmllch die Maͤkler
beym Einkaufen der Waaren allzeit Mängel an
denſelben finden. wollen, um einen defto wohlfei⸗
lern Preis bedingen zu Finnen. Es ſtammet oht
ne Zweifel ab von maken. S. Wachter. | Aver,
oder Up een Ding maͤkeln: vieles an einer Sa⸗ I i
che auszufeßen finden, eine Sache tadeln.
3emäkeln,. verb. act. tadeln, viele Worte zum Nache
theile eines Dinges machen. He moot alle Fu
bemaͤkeln: er iſt ein Zadelgern, er baͤlt ſt 9 uͤber
alles auf. —
Mläkeler, 1.) ein Matler, proxeneta. H. Maake-
laar. Een Geldimäfeler, ein Wechſeler. Vor
Zeiten fügte man Maͤkeldie, Matllohn v. J
Maakelaurdy. ein
2.) ein tabelfüchtiger Menſch. ——
8.) der in die Hoͤhe ſtehende ſtarke Veum, wecche
die Windmuͤhle trägt, Dahin kann man auch
bringen die zte und gie Bedeniung welche dieſes u
Wort beym R. bati. ni der Diet, an einer
Wxo
| N | 2 . u
1 j
J W Mac Le
Windeltreppe, und der Pfoſten in der Splhe des
Giitbels, auf, welchen der Knopf geſetzet wird.
Mukelije, 1.) Mareleh/ ‚ bie Verrichtung eines Maͤt⸗
lers. | |
2.) das Tadeln.. it. bie Tadelſucht.
MAxen,'maden. A. ©. macan, inacian. ©. ma.
ke. H. maaken. Mafe to: made fort, zau
dere nicht. move te ocyus. 5, |
= Nake, das Machen. Auch die Hochdeutichen brauchen |
zuweilen das Wort Mache. Dat Tüg is nog
in der Mafe: die Kleider find noch in der Ar
u beit, “fub manibus Tartoris. _ De Safe is lan»
ge in der Mafe wegen: die Sache ‚ die Unter
handlung, ift Tange im Werke geweſen.
Maker, der etwas machet. Scho⸗ maker, Korfima
fer u. ſ. w. Maker⸗loon, der Machlohn.
\ Maker] e, Maak-wark, Gemake, Macherey, Au
beit. Otfr. Gimach. Wir brauchen dieſe Woͤr⸗
ter mehrentheils im nachtheiligen und verächtik
chen Sinne „fuͤr Pfuſcherey, Stuͤmperarbeit.
Dat is jo een dull Maal⸗ warf, oder ene dulle
Materie: s das ift ja eine wunderliche Arheiy
oder, ein wunderlich gemachtes Dinge on
. fir gemake,. Vermaͤchtniß, legatum —
‚ * "Maakfel, Arbeit: , verfertigee Arbeit, Wemchte.
AM | maken, abthun, eine Serung fehlichten, zu Ende
bringen. Lat und de Wirwarrije af mäfen:
laß uns die Irrung aus dem Wege machen, ' |
en, 1.) einfperren, einſchlieſſen. De Katte
in der Donfen bemaken: bie gahe in dee Stube
‚einfperen,
. ı
Mer er
2.) ſthuuatig machen, beſudeln. Wo de Swien⸗
egel ſik bemaket het! wie bat ſ ſch das BZerten bu
fudet!_ us
)Jaal maken, nieder laſſen.
lismaken, in der Mache, oder Arbeit ommchen, Ka
lich machen, verſtellen. |
Nismaakd, übel gemacht, in der Mache verdorben. J
baͤßlich, ungeſtaltet. Een mismaakd Minsk!
ein übel gebildeter Menſch. Een mismaald Ge⸗
ſigt: ein haͤßliches Geſicht. u
Im maken,. von neuem ‚machen, it. ‚eine. neue Geſtalt 5
geben, verändern. Sien Tüg um mafen laten: |
feine Kleider ändern faffem
Jp maken, 1.) auf machen. -
2.) auffägig machen, aufhegen, eine Perfon gegen
- Die.andere, ‚durch Ohrenblaͤſerey aufbringen. He
- het em gegen mi up mafet: et : bat ip gegen u J
mich aufgehetzet. |
Ipmaker, ‚Upmakerf ke, Aufbeßer J Aufpegerinn, Pas
Ohrenblaͤſer. Den Upmakers in den Mund
hoͤren: den Ohrenblaſern und Berläumbern Ge
hör geben, u | |
pmakenije, Oprenbläferen, das Aufhehen. |
ut maken, 1.). aus machen. Dat Vuͤer uut ma⸗
ken: das Feuer ausloͤſchen. | u
2.) einen empfindlichen Verweis geben, ausſcheiten E
Sonſt fagt man auch uut raffen. .
3.) nad) vorgängiger Ueberlegung und Karhofegung
beſtimmen. Enen to ener Safe uut mafen:
nen zu einer Sache, zu einem m Geſchaſte , Schi
| men Pe beſtellen. | |
53 | — . Nor |
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1 ”.
' * » F
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—E
⸗ 55 .n
| Vermaken, ) vermachen. |
I 2.) vergnuͤgen, ergoͤtzen. Sif vermaken: ſi 5 eis
"ne Veränderung machen, erluſtigen. He fan
mit ſinen Putzen de ganze Öefeltfchup verma⸗
ken: er kann mit feinen ſcherzhaften Schwaͤnken
u 1 bie ganze Öefellfchaft betuftigen. ‚5. vermaaken.
Vermaak, Eroößlichfeit, Vergnügen, Beluſtigung.
Daar hebbe if kien Vermaak an: daran finde
iich Fein Vergnügen, 'oder Gefallen. Cen ſlegt
— Vermagak: eine ſchlechte Luſt.
Vermanbliſe, ergoͤtzend, beluſtigend. |
Maxxer, Geſellſchafter, der zu einem gef Zoet
mit jemanden gemeinſchaftliche Sache Macht,
Kaompagunon, ſocius. A. ©. Macca, Mæcca,
ſocius, confors, sequalis. E. Match: vormals
Mache. Isl. Maki, aequalis, par.
"Maar, Ein Wort von tweitläuftiger Bedeutung: wor
5 von Wachter unter Mal nach zu fehen if. Wir
J bemerken folgendes: x.) das Zeichen, Grenzzei⸗
hen, fignum, meta, limes,. it. das Ziel,
Soot bim Maal holden: Zuß halten, nicht zus
ruͤck weichen, ſtandhaft bleiben. |
2.) der bezeichnete Dre, Z. E. wo die Kinder beym
Kegel: oder andern Spielen ihren Stand und Ru⸗
beplatz haben. Maal un Unmaal: die Seiten.
| eines Dinges, z. E. eines Wuͤrfels, die gezeichnet
„nund nicht gegeichner find. . Unmaal fallen: | nicht
guluͤcklich fallen, als ein Würfel, ober ein anderes
auf den Seiten gexeichnetes Ding: die Hofnung
betruͤgen.
Maal Doom, Sense, arbor terminalis,
| Maal·
/ ‘
A
‚Man nr as
.Maal - (chat, Brautſchat —
Maal-ſtede, Mahlſtaͤtte, ein beſtimmter Set, zu einem
Vroergleiche, oder Gerichte. :Menner bey dem J.
1580. Und oͤhnen tho ſolcher Gelegenheit .
Tide und Mahlſtede benohmet und angeſeutet:
Zeit und Ort beſtimmet.
Maal-fteen, Grenzſtein. =
Maal-teken, Mahlzeichen. it. das Bit, eine Sp |
‚be, wornach gezielet wird.
Mismaal, eine fchlechte Maßkpeit, Mangel an Appetit
bey der Tafel. He het nig een Mismaal dar⸗
um daan: er bat deswegen nicht eine Mahlzeit
weniger gethan; er hat ſich deswegen keine graue
aare wachſen laſſen.
NALBN, mälen, molere. S. Mörr, Muhie. nd |
Wachter unter Mulen. Sprw. De am eerften
| fumt, de malet am. eerften: prior tempore;. ,
potior jure Dat malet mi im Koppe herum: ,
das gehet mir im Kopfe herum, erwecket beforgli:
che und verdrüßliche Betrachtungen. Sa fofen
malen den Begriff von drehen und wirbefn in ſich
ſchließt, fo koͤnte mam daher am beſten den Na⸗
men des bekannten Maalſtroms berleiten. |
Marx, nom. 1.) ein jeder, jedermann. Es iſt zu⸗
ſammen gezogen aus manlif, manniglif, au .
libet. tat. 3. da von ber Rathsherren Wahl
die Rebe iſt: Were ock, dat twe up einen Eos
ren, umd de andern twe malk up einen Foren:
geſchaͤhe es auch, daß zween einem die Stimme
geben, die andern benden aber jeder auf. einen es
| ſonders ſtimmten. Stat. 7. De Kine, de,
— 94 | SE
+‘
120 u at Mau.
ock mit der Moder blivet umgeht, de beer
pet malk den anderen, de Moder den Kinder |
ven, unde de Kinder der Moder. —
2.) ein anderer, ein jeder anderer, - Malte Sins
» der verfüren : anderen feitte. Kinder verführen.
Kund. R. Art. 43. DE hoͤde ſik ein jewe⸗
lick an malckes Dyken by dem Weſerſtrome,
de betuͤnet, bepalet und beäftet ſyn, nicht tho
krenkende.
', Malkander, einander, Mit malfander: mit einans
rer, zuſammen. Under malfander: unter eins
ander. Dan malfander bringen: ans einan⸗
0° 2er beingen.: Malf.een, malt ander 2” under
“2, einander vermengt. tat. 1. oder Tafel Art.
2.72 Sf under mal anderen den Erd varı der
Eendracht wegene — togeven unde vor⸗
laten. |
Maus, unklug, choͤrigt. it. wild, unbeſdnnen in der
der Auffuͤhrung. Die Holländer haben es auch.
Es — * aus dem Celtiſchen ab. Een mallen
Gekk; ein thoͤrigter Menſch, ein windiger Nar⸗
re. Een mallen Bent: ein junger Saufewind.
— Biiſt damall ? biſt du etwa nicht klug?
"Mailen, thoͤrigt reden und handely: eitel, undefonnen
ſeyn, ausgelaffen ſeyn, im Saufe gehen.
_ Vermallen, auf eine thörigte Weiſe vershun, undefon
"nen durchbringen. Sien Geld:vermallen: fein
Geld vertändeln, luͤderlich durchbtingen, mit Un
verftand vertbun.
J ‚Marmasıen, und Malmefien , Malvafier. E.
Malmfey. Renners Chron. & 1445: Defulve
H
— | j Arad) |
Mau Man. EEE 27 BE
_ (Kiade) waſs geladen mit Moalmaſt ven,
Kruderen, Dlie, Waſs und anderen 50 |
chen Guderen. Stat. 66, Neen Borger
fchall vele lopen Taten Wyne binnen Bremen, -
ſunder forte Wyne, de mach he upſteken de
- warten to 4 waren, unde hoger nicht,
uthgeſpraken Malmefien unde Rummenie,
Tars, mürbe, zart, weich, mollis. Es wird vor⸗
nemlich vom Obfte, und andern Speifen —*
chet. Im Osnabr. malff, malfam. S. Die
Preuffen fagen molfch: die Holländer-aber, wie
wir, mals. Es gehöret zur Werwandfhaft von
Meel, farina, und Mull, was zerrieben iſt.
Es bedeutet alfo eigentlich, was fich Teicht zermal⸗
mien laͤßt. Dat Fleesk is mals: das ‚Sein iR,
muͤrbe und arte
lalſig, daſſelbe.
LALSCOLDT kommt vor in einem Sefieigugesee nn
fe des Erzb. Hartwich TI. in Vogts Monum. in⸗
„ed. T. I. p. 13. Conſenſu etiäm eorum, qui
‚ recipere debebant cenfum Malfcoldt, Daß ed
- yon Mal abftamme, und eine Art Steuer, oder
Kontribution, bedeute, das leidet keinen Zweifel,
Aber was für eine? Man ſehe die Anmerk. dee:
Heren Paſt. Vogt am angeführten Orte, .
Ian, Men, vor Zeiten auch am Ende abgefürzt, me,
vie Partitel, hat eine drenfache Bedeutung: 1. Bu
aut, tantum, wong. Holl. men. Gloſſ. Ke-
ron : mon doh, tantum. Da dieß Wort, in
dieſer und der’folgenden Bedeutung, einen Mans
se und eine Aueſchlieſſins zu erlennen gibt, ſo
DE een
.
'
7a
F Woord een Ban een Man en Man: ein
!
flammet es ab von dem Celtiſchen man, wenig,
gering. ©. ungen Mın. Man een luͤtjen Be⸗
tan: nur ein din wenig. Dat is man niks: das
‚das hat nichts zu bedeuten: "Einige fagen auch mant.
3.) aber, fondern. Holl. und Dan. men. Sf
weet dt wol, man if ſegge idt nig: . ich weiß
es wohl, aber ich fage es nicht. Stat. 8. Men
levede de Man unredeliken: lebte aber der
Mann luͤderlich. Stat. 14. Alfo dat de Vor;
mundt funder öhren Raht nicht en dde ——
men dat fe dat Gudt den Kinderen truwliken
- ho famende.holven: fo daß der Vormund, ob⸗
ne ihren Rath nichts thue — fondern, daß fie der
Kinder Gut treulich verwalten.
2.) Man, ben den Alten men und me, man, ift
das unbeſtimmte Fuͤrwort, womit die unperfönli
üuchen Zeitwoͤrter gemacht werden. R. In dieſer
Bedeutung gehoͤret dieß Wort zu Man, Menfch,
federmann. tat. 43. Wolde men uf eme
darumme ſchuldigen: wollte man ihn auch dar:
am verklagen. Stat. sı. So mochte me eme
loſen edder borgen s fo.möchte mau ihn mit Geb
de, oder Bürgfchaft, loͤſen. |
:Maan, Mohn, papaver. Vor diefem Magen: mit
melden das Gr. unzay, ‚Und das Slav. Mak,
überein kommt. ©. Friſch in Mahn.
Man, Mann, Mann: auch insgemein Menfh, Celt.
Man, Mon, Myn. Cod. Arg. Manna &c.
- ©. Wachter. MDiannes Hand baven; ein
Maun hat die Oberhand über ein Weib, Ken
ehr:
0%
\
\n
Mam. 000000 123
J ” ehrlicher an balt fein Wort; He fprift as
een Man, um ward hoͤret as ven Kind: ſagt
man von einem afbernen ader jungen Menfchen,
der fih mit ‚pralerhaften Worten ein befehlendes
und entfcheidendes Anfehen gibt, worauf aber
Niemand achtet. Up den. olden Man venfen:
in der Jugend fparen ‚ daß man im Alter nicht
Mangel leide, Man druͤckt auch zumeilen mt
dieſem Worte die. tandsmannfchaft aus, als
Franz man, ein Franzos. Munftersmm, ein.
Muͤnſterlaͤnder. Die Engländer thun daffelbe, z.
‘ €, English-man, Scots-män, Irish-man.
Allıman, jedermann. Hanke un Allman: der ge
meine Mann, ein jeder unter dem Poͤbel. Ag⸗
ter Allmanns Eers gaan; bey einer Proceſſion
hinten an gehen. Een Allmans⸗frund: ein
Menfchenfreund, der aus gutem Herzen gegen jes
dermann freundlich if. ‚Eine Allmang; hore: us
eine gemeine Hure, proftibulum.
Deenit- -man, BDienftmann, colonus, ninifterialis,
cenfualis. Vor diefem atich. ein: gemeiner gehn
raͤger, ein Vaſall, der Feine Risterdienfte thut.
= Deenſtmanne⸗Gud, gemeine Lehne; in Entge
genſtellung der Sehne , wovon ritterliche Dienfie
geleifter werden. tat. 9. Is dar od Leens
gudt edder Deenfimanne Gut, dar fchall idt
umme gaan, als ein Recht 18 vor den Heren.
Nalf· mep. S. unter Haur.
Land- man, auſſer der befannten Bedeutung, ein Ein⸗ |
M Sulveit-man, su : Ansemeifer, der fine eigene Nabs
gefeffener in einer Dorfſchaft. S. Uutman.
wWoð
>
3
224 ' U u Max. . J
Be rung treibt, Sonſt au Suff/meiſter, welches
Wort Friſch im Woͤrterb. II Th. ©. 262, erklaͤ⸗
ret: ein Handwerksgeſell, der als Meiſter arbeis
gen will, und nicht dazu ‚gemacht iſt. Stat.
69, Veen: Beder [hal Sulveſt Man tvers
den, fon Gudt ſy unbeworen werth 20 Marf,
Upperman. -&, Overman, unter Over,
Untman, ein Auswaͤrtiger: der zu einer andern Ge⸗
mieine, Stade oder Dorſſchaft gehoͤret. Stadt⸗
brem. Deichr. von 1449. Vellet ſick ock, dat.
cin Uthman, he were geiſtlik offte werltlik,
van ſines Landes wegen Swarne fcholde we
fen, und in der Swarenfchup velle, de ſchall
u * ein Landtman dartho vermogen, und in fine
Stede | cBaffen : begaͤbe es fih auch, daß ein
Auswaͤrtiger — feines Landes wegen Geſchwor⸗
ner ſeyn ſollte, und: die. Ordnung der Geſchworen⸗
ſchaft ihn traͤfe, der ſoll einen Eingeſeſſenen da⸗
| zu vermögen, und in-feine Stelle ſchaffen.
Mannken, 1.) Maͤnnlein, Männchen. |
u die Stellung der. Hafen und Kaninchen, wenn
fie ich aufrichten, und mit.den Vorderfüffen üben
die Nafe fahren. it, poffierliche Gebärden. Als
lerhand Maͤnnkes maken: allerhand luſtige Gri⸗
maſſen machen: ‚Komplimente, machen, wie ein
- 0 füffee junger Herr.
ö Marie, Männig, Mannig-een, manch, , mancher,
männiglih.: Man ba: vor diefem auch manlif :
7 gefaget,, welches: zufammen gezagen worden in
— malf. S. oben an. feinem Orte. Cod. Arg,
*° manag, in ber mehrern Zabl managal, viele.
* e
Mau etz
1. © manige, mænige. ©. many. $. mes
nig. Schw, maeng Fr maint. Im Ord. FE
12. wird gelehret, daß die Wiederklage erſt nach
geendigter Klage Platz habe, aber am Ende beye⸗
gefuͤget: mer he ſchall benomen, wo mennige
Schult he eme geven wille: allein er ſoll ange |
ben, wie groß die Wiederffage fe
Mannig- vuldig, mannigfaltig. Cod. Arg, manag-_ |
| falth., A. S. manig-feald, E. manifolk
Man-deel, der Theil, weicher aus dein gemeinfihaftli: -
chen Heulande einem jeden Eingefeffenen des Dorfs,
bey jährlicher Theilung, durchs Loos zufälle, >
Manne- guud, Manniehn. tat. 8. Is idt ockk
alſo, dat dar Manne gudt is, edder Deenſt⸗
manne gudt, dar fehall idt umme gaen, als
ein Recht is vor den Heren.
Man-leef, verliebt auf die Mannsleute, mannfuchtig,
buhleriſch. De Deern is Man⸗ /lef: das Min .
| chen laͤuft den Mannsleuten nah; - Ä
Man-tall, und Manns-tall. ©. unter Tar.:
Man-rode. &, Huus-maten unter MErENn.
Man-volk; bie Mannsperfonen in einer Hausbaltung. |
Ben den Bauern, =
MaaAno, Maant, Monat. Sr. Menath, Me
“ noth. %. S. Monath. E. Month. H. Maand.
Gr. um, menfis. Een Maand Tides: einen
Monat, oder Monat lang. Binnen Maand
Tides: innerhalb eines Monats. ‚on on Mane,
Mond. | 0
Ulen-maand, S. unter Urz. 2
Manz, ein Korb. ©. Mani, PR E.
| Nu |
230 Mas;
no: Maund. Gr. Manne, Einige wollen Mandel |
"eine, Zahl von fünfzehn, von dieſem Worte herfeie
ten: gleichſam, ' fo viel, als man in einem, Korbe
bequemlich tragen kann .
Mass, 1.) der Mond, luna, Cod. Arg. Mena,
A. S. Mona. €, Moon, Alt Fränt, Mano,
--... 9. Maan. Gr. pnem: nach der Dorifchen Munde -
20. art were, In ber Procop. Tatarey, Mine.
* Maͤhne, juba. E. Mane. Schw. Maan..
- Sambe, Mwng. Einige leisen es ber vom Gr
æawoc, Halsſchmuck.
Oſter -mane, eine Art runder Fladen mit einem aufge |
bogenen Rande, worüber Butter gegoffen wird
Dieſe Fladen haben etwa ihren Ramen daher,
weil, fie den vollen Mond vorſtellen, und um
Oſtern, aus Semmelteige, gebacken werden. Von
einem Frauenzimmer, weiches ein Kopfzeug bat,
2 fo rund um das Geſicht gehet, und voll Falten ift,
| fagt man: Se het een Ding up'n Koppe, aß
ene Oſter⸗mane: oder: Se fit. daar as ene
Oſter⸗ mane. In Osnabräd beißt Oſter⸗ ma⸗
ne auch, ein Spektakel, Aufſehen. 8 |
Manen- kind, Monkalb, Mondkalb, miola. |
Manen, erinnern, « it. ermahnen , monere, admo-
.nere. A. S. manian, manigian. Alt Fraͤnk.
manon, monere, Gr. wau: . Cod. Arg. ga=
munan: A. ©. munan, gemunän , gemy-
nan, ‚reminifci,‘ recordari: Mund, memo-
ria: Schw. Minne: Dän. Minde. Das
Stammwort iſt noch einiger Maſſen bewahret in
.dem E. Mind: 65 ‚Gemynd, Gemuͤth—
| mens;
\
| Mas RE
mens: "Un; usce. Zu dieſem Stamme geh
ren alfo auch unfer menen, meinen: Er mean:
A. S. mænan: Cod. Arg. munan: Isl. eg
meine: Schw. mena.ı. a. m. Dat manet
mi an dit of dat: dabey erinnere mich an dieſes
oder jenes. Enen manen: die Schuld von je:
manden einfordern: welches durch Erinnern ger
ſchiehet. Ord. 33. Dat ſchoͤlen de Rathman⸗
ne jo doen binnen den negeſten 14 Nachten,
werden fe des van dem Kläger gemanet: wer.
den fie von dem Kläger daran erinnert, oder des⸗
ae angefprochen. .
g, Manung, Erinnerung ‚das Mahnen. ad-
— exactio. A. ©. Manunge. K. Rol⸗
le Art. 146. Maninge doen: mahnen.
manen, einfordern, reclamiren. Renner J. 1459.
In einem, in dieſem Jahre getroffenen, Verglei⸗
che mit Bremen, verſprach Graf Mauritz von Ol⸗ |
denburg, daß er wollte truwlich by dem Rahde
tho Bremen bliven,, und öhnen öhre Recht -
flitigen helpen jegen Grayen Gerde bemah⸗
nen. Her Brem. und Verd. 6te-Sammi, ©.
165. So feholen unde willen wy anderen — -
deme ghennen, de fo overfahleh wäre, van des -
‚me Beſchedigenden fon Recht helpen bema⸗
nen: d. i. Gnugthuung fordern.
manen, erinnern, ins Gedaͤchtniß bringen. "Dat
gemanet mi an't Vorige: das bringt mir dag
Worige ins Gedaͤchtniß. Dat gemanet mi even,
06 — das kommt mir eben p vor Z als —
vn faut mir ein. |
| "Nemmmen,
18 Man Man. |
u Vermanen,-1.) eben wie gemanen, R.
=.) einmahnen, wieder fordern. Kenner J. 1430. |
" Dat men fines Broders Sohne ſcholde vers
don und. von finen Gude Handtrefinge
ohn, dat he fines Vaders Guth mochte ver⸗
mahnen.
Mantus, Mangel, sine Walze , oder Holle, ; womit |
= das Gewirke, und die Wäfche, gplaͤttet und ge .
glättet wird, S. Richey und Friſch.
Mans, mangelhaft, verſtuͤmmelt. S. at inancıs,
‚5. mank, lahm, binfend, - Fr. inanchot, det.
eine lahme Hand hat, Es ift von celtifcher Ab:
kunft: won man, wenig, gering. S. oben
—Mann, nur E. mangle, verſtuͤmmeln. Lat.
barb. mancare. Daher ſtammet atfo bag Hoch |
deutſche Mangel. Ital. Manco.
| Mankeren, mangein. Fr. manquer. Sal. mandate:
Es ift bey uns einheimifch ; oder mit dem Ft,
manquer aus einer Quelle gefehöpfe ;
u Man, Manken, jwifchen, darunter. In Hamburg
| Manft, R.S. Im A. ©. amang. €. among,
Ess iſt das Stammmort. von mengen, miſcere.
Sdudien⸗koͤtel manfen de Plummen , ſagt man
| im Spruͤchworte von einem Menfchen, der ſich
unter Geehrtere, als er ſelbſt iſt, menget. Mid⸗
den mank: in der Mitte dazwiſchen. Daher it
Almangſt, bisweilen. S. im Buchſt. A.
MAAN-SAAT. Sand zu Maan⸗ſaat austhun Beben
tet im Sande Burfen, es zum balben Bolten
. austhun. .
Maas, Nagt-maar, S Moom
"Manaxcen |
a — — *2
⸗ Mar. nn vg
ARAKKEN, 'ermübden , abmatten. Iſt in Ham⸗
burg, und im Hannoͤveriſchen gebräuchlich, R. |
Ohne Zweifel von dem alten Mar, Marach,
Mark k, ein Pferd, Reuterpferd im Kriege,
ſchaͤler. Marakken waͤre alſo eigentlich, durch
ſchwere Arbeit, oder Pferdearbeit, ermuͤden.
üre, Stute. A. ©. Mere, Mære, Myra. E.
Mare. H. Merry. Im Celtiſchen mar Mar) —,
Marach, March, ober Mark, ein Pferd: wie
unter Maraffen erinnert iſt. ©. Wachter in
Mar,‘ und March. Bi der Mären daal lig⸗
gan: vom Pferde gefallen ſeyn. it. ſich in u
glücklichen Umftänden befinden. Ik meende, ri
ſat'r baven up, un ligge bi der Mären daal:
ich befinde mich in einem ſchlechten Zuftande ‚»
u ich meinte, i ) wäre allen Uebel entlaufen, Mi
rens arbeit: Pferdearbeit.
‚AR- -REDDIK, Meerrettig. Welches ber- geineine
Mann bier in Bremen, eben ſo, wie in Hamburg,
Marz etif ausſpricht. Voͤn dem alten Mar,
Pferd: weil dieſe Wurzel den Pferden gefund feyn.
foll. Weswegen fie auch bey den EngländernHorfe-
radish, Pferderettig, genannt wird. Richeh =
x
‚meint, Mar: reddik fey fo viel, als Mouotreds
dik, weil er gern im Moorlande wachſet. Holl. |
Mierik- worte.
[ar GRETE. Margretens frede m zu Sionl, wenn
der Gerichtsdiener, 9 Tage vor Margreten Tag
eine rothe Fahne aus dem Kirchthurm ſtecket, und
de bis am gen Tage nach Margenen wehen — u
v \
\ “_ Ps .
130 . Man.
Wer! in dielen 18, Tagen ſi 5 ftäge , der witd
— ſchwerer, als ſonſten, geſtraft.
z Maayn Marie. Marje Pillen, ein dummes, oder
thoͤrigtes Frauenzimmer. |
Marjen- -appel, eine Are füfer früßzeitiger Aepfel.
Marjen-blome, Marienroͤſslein; beſonders die Ge
fuͤllten, welche man in den Gaͤrten hat. flos bellidis.
Mann, 1.) Merkmahl, Zeihen A. €. Mearc.
E. Mark. Fr. Marque. Span, Marea. Celt.
Marc. Perf. Marz. Ener Safe een Mark
—biten: einem Dinge ein deutliches Unterſchei⸗
Dungszeichen geben. Diefe Medensart aber wird.
gemeiniglich nur im Unwillen gebraucher: Heft
x Du em een Marf beten? kenneſt du ihn fo ger
‚nau , als wenn du ihm yusch einen Biß ein
Kennzeichen gegeben bätteft ? Marf un Maal
if. eine Medensart ,„ die befonders im Wurſt—⸗
u Srieslande „bey Verbeſſerung der Wege und Dei⸗
he, gebraucht wird, Naͤmlich die Deichgeſchwor⸗
ne ſtechen am Ufer des Weges eine dreyeckige gruͤ⸗
ne Sohde aus, und werfen fie auf. diejenige Stel⸗
Se, welche erbößet und verbeffert werden fol.
Wan man nun dergleichen Sohden auf dem We⸗
ge liegen ſiehet, fo weiß ein jeder, daß er das
“ . , Geinige. ausbeffeen muß. Auf ‚welchem Wege
nun die Geſchworne dieſes verrichten, davon heißt
nn, daß fie Mark un Maal darauf haben, ober
daß. fie die Wege aufgemerfer haben. .
=) Ein Bremer Mari ift eine cingebildete Man⸗
: 3: 32 Grote. |
Marken, 1») merken, ein Kuinyigen geben, Sign
Ä | Te,
"0... Mar. 131
re, notam imprimere. Beſonders, den zu ver -
ſendenden Sachen, oder Kaufmannswaaren, ein,
Zeichen geben. Cod. Arg. markan. A. S.
| mearcan, mearcian. "Alt Fraͤnk. ‚märchen.
g 4.) an einem gewiſſen Merkmahle Fennen, wabrneb⸗
amen, animadverfere, vifu notare. |
Mark- -pott, das Gefäß, in welchem die Farbe if, ,
womit man das Mertjeichen auf bie, zu verfendende J
| _ Kaufmannsgärer malet. 37
Markel-queft, der Pinfel, den man dazu gebrauchet.
Mark Marklik ift eine. veraltete Redensart, die get
braucher wurde, wenn die. Bezahlung unter wer
ſchiedenen Perfonen zu gleichen Theilen verfüget -
wurde, Stat. Stadenf. II. 5. ©. wor an.
Man unde ein Vrowe to famene fomet in
— unde twierhande Kindere hebbet —
unde ere Goet to ſamene is unghedeilet, ſtor⸗ u
ve erer ein, -dhe Scult ſcal men van dheme
menen Gode ghelden, mare markelic: Und
V. 134..So wor ein Man bi:flapender: Dhet
(Zeit) varet uter Stat, unde goden Luden
ere Öoet:umtforet, fo wat an dheme Huf.
blift fies Godes, dhes ſcal allererſt nemen
dhe Hushere vor: fine. Hushure —— unde
wat dhar boven is, fo wat fo dhat is, dhat
ſcolen dhe anderen hebben ghelic., de it mit
— rechten Tughen winnet, march markelic.
Dieß letztere marke lik ſind zwey Wörter Mar
und liek, gleich. So auch in den bremiſchen Star .
tuten, Ord. 87. Wert ock dat ander Guedt
belummert, men ſcheu daraf gelden marc by
NT
**
a |
marck Ayck, wes men fullnkamen mach. DS.
M AR.
99. Unde wat dat baven is, dat fcholen be
Anderen - (Glaͤubiger) hebben gelyck, de idt
mit rechten Tugen winnet, marck marck li,
Man erklaͤre es von einer Mark Geldes: daß ein
| jeder, nach dem Verhaͤltniß ſeiner Sorberumg, |
gleiche viel Marke befommie. -
| | Manzeın,. die Hände worin haben, manſchen, be ‚be
taften. Im Chur⸗ Braunſchw.
MARKETENTER, ein Feldkoch. ©. ‚unter Text.
. MARKT, ode Marked, "Markt: forum, .nundi
> ‘
i-
> ..
a
\ “ 4 ! —
° ° .
nee, mercatus. Cambr. Marchnad. Verel.
in — Markadr. E. Market. He ig van
allen Markeden wedder famen: er ift-ein ver: |
fihlagener , durchttiebener Menfch, voller Raͤnke
und Schalkheit. Sprw. Dat Markt leert fra
ment die Umſtaͤnde einer Sache geben: Berhak
tungsregeln: conſilium resque locusque dant.
it durch Uebung erlanget man eine Fertigkeit.
Wenn dat Marft uut id, brikt man de Telten
9. Setted Markt: das öffentliche Marke.
„ Maikts- gang‘ der Preis der Waaren, deren Werth
bald ſteigt, bald faͤllt. curfus fori mutabilis.
ni quo rerum venalium pretia pro tempore vel
ausgentur vel minuuntur. Ma Markts⸗ gang
verkopen: nach dem dermaligen Werth Yerfaus
fen He will mi de Waren levern to dem Pri⸗
|, wat denn Markts⸗ gang is: er will mir die
Waaren Kiefern zu bem Preiſe den f t aledan ha⸗
Im werden.
"Marktz
Karkt- Vaagd iſt in Brenn. ein x oberfeitlicer oder “
Stadtdiener, der an den Markttagen die Aufficht —
auf das Markt bat, daß feine Unordnungen vor⸗ J |
gehen. \ >
ÄarLEN ©. Aante- Kruud, unter Aanık
Aarıınan, Marrel- linen, eine feinere Gattung
/ dünner , geflochtener Stride, dicker gedreherer
- Bindfaden. 9. Marling. Vieleicht von dem
vetalteten marren, welches die Hollaͤnder noch bi. -
ben, A. ©, meran, hindern, aufpaken: ein
Schiff mit einem Seile feſt binden. |
NARREL, eine Schnelffugel _ ‚(globulus Iuforius),
welcher nicht, wie die Kniffer, aus Thon gebaf:
fen, fondern aus Märmor (woher er auch ver⸗
mutblich den Namen hat), oder Alabaſter vema cht
if. RR. -
IARSCE, Marfch- land, gemeiniglich Maſch, ein
niedriges, fettes und leimiges fand, welches ger
meiniglich an dem Meer, und an: groffen Fluͤſſen
liegt. S. Richey im Nachſch. A. S. Merle
E. Marsh. Das Stammwort iſt das Celt.
Mar, Mer, welches uͤberhaupt Waſſer, oder
Feuchtigkeit bedeutet. Zu dieſer Verwandſchaft
gehören alfo, Meer, mare: Moor, Moraſt:
Fr. Marecage, ein Sumpf: Goth. Marifaiw, |
u. a. m. S. Wadter in Marfch, und Mer:
und von Wicht Oſtfr. fandr. ©. 43. 44 “.
TAARTE, der Marder, muftela Scythica. Lat
barb. martes. % ©. Mxrtk- E. Märtern.
% Marter. St Martre. tal. Martori. Span.
I3 Ma
t
N
1346 Man Mas /
. Marta. Schw: Mierd. Maarten⸗ muffe: eine
Muffe von Marderfellen. Im Hannöv. iſt Mu
ter, 2.) ein Marder. 2.) ber Alp. Bu
Maxzeın,. ‚und Maddeln, . martern , peinigen.
I Marteln un quälen: auf allerley Art peinigen
Sit afmarteln: ſich abquäien, fätigare ſe.
Mbarteler, Märtyrer. it, einer der ſi ch beſtaͤndig abgud⸗ J
tt. Sonſt Quaͤl⸗page. Bu |
| MAArTEN, die Wachsſcheiben im Bienenſtock, Wa⸗
ben, Wefel, Kuchen, Tafeln, Rooß, Geeren,
EScheiben: welche Namen mit Maarten gleich
bedeutende Wörter find, favi, ceræe. Brood⸗
maarfen, die Scheiben, welche mit Immenbrodt
“ oder Sandaraf_von’ allerley Farbe angefüller find.
Dronen⸗maarten: Dronenſcheiben, worin die
junge Dronenbrut iſt. Das Wort Maarten
koͤnnte aus dem lat, matrix, wie man bie Waben
| wohl nennen kann, vwerdorben feyn. |
- .Maarten-honnig, Honigſeim, Honig in den Waben,
der nicht geſeimet iſt.
. Marten, Mörfer, mortarium. A. ©. Mortere.
E. Mortar. . $e. Mortier. _ Zu dem Heergewette
geboͤrete ehemals der beſte Marter. Jetzt ſagen
wir Moͤſe.
MAas, oder Maſs, der abgekuͤrzte Name Thomas: :
der aber mit Mag, Matthias, nicht zu vermens
gen iſt. Vogts Monum. ined. T. II. p. 254,
355. od Gerwert von Gröpelinge, Knape,
befenne — dat ick mit fiyhen Willen, unde
Vulboꝛth Maſes, mynes 4. Bioders, hie
hebbe
N
a
_
, "
RN AT. | Ä
PEN ’ ‘
“ Bi
uͤnde Au myn Broder —. -
"Mater, -Maaflel, die Mafern. E. Meaffels. Alt
„Bein, Mifelfucht, Maſelſucht, Ausſatz, le-
. pra: Mifolen; Nusfägige. Man vergleiche das
7
z Re — RE —und bald daranf: : unde Tat ie, Ä
Er .
ie Rn er
* 7
Hollaͤndiſche Malaets, malaedfch , ausſaͤtzig.
Der Hauptbegriff dieſer Woͤrter liegt in den Flek⸗
fen, der die Mafern machen. - Wan Mafe,
Flecken, Muttermahl⸗
Anb. in Mafe und Maſeln.
Mafeln, Maafleln, die Mafern haben. |
Mask. ©. Marsch.
MaAsKur. S. unter Maar, Kamerad.
MAST, Maſtbaum, malus. . Befaan: maſt, der hia⸗
tere Maſtbaum. Fok⸗ maſt, ber vordere Maſt⸗
baum. Top⸗ maſt, Bramſtange.
| Vermaften, ein Schiff mie Maften verfehen..” Kenner.
bey dem J. 1445. Averſt de Krade was ühne
veele to ſtark, beide tho hoge verbordet und
vermaſtet.
Maar, und Maatſe, Sein Kamerad. R. it. ein,
| Freund, Vertrauter. E. Mate, focius: Match,
zequalis. Koks Maat: der Küchenjunge auf -
den Schiffen. Schips Maat: Scifffneht,
Narbe. S. Friſchs Woͤr⸗
Matroſe: Fr. Matelot. Jan Hagel un fien J
Maat: der gemeine Poͤbel. Gode Maatſen
toſamen weſen: ſich gut mit einander verſtehen,
gute Freunde mit einander ſeyn. S. von dieſem
Worte Jun. in Willeram. p. 199.
Maatfke, fo nennet ein Mädchen das anders ‚ fo neben
ihr in in einem Hauſe dienet.
,
5. | SU En Nur.
x —
x
—
136 . Man
Maatf kup, gemeiniglich Mäfkup, und —
Aaatſkuppije, Maſkuppije, eine- Sleltchaft, |
ſich zu einem gewiffen Zweck verbunden hat: Rn;
in einer gewiflen Handthierung, Gewinn und
Verluſt unser. fich theilet: befonders“eine Hands
lungsgeſellſchaft. K. Maffuppije mafen: eine
ſolche Geſellſchaft errichten: auch insgemein, ſich
zuu einem gewiſſen Zwecke verbinden.
Mafkup - dräger heiſſen "daher die Brüderfchaft der |
Traͤger, weiche Hier in Bremen allerhand Getreis
de und Korn nad) einer gewiffen ‚unter fich verab⸗
redeten, und oberkeitlich beſtaͤttigten, Ordnung,
aus den Schiffen und in die Schiffe bringen. Sie
tragen die Kornſaͤcke auf den Rücken: und fi nd zu
uunterſcheiden von ben Boom + drägern, welche
Die Kaufmannsgäter (das Korn ausgenommen)
auf Tragbaͤumen aus ynd ein bringen, - Man
nennet fie auch Maffupdräger: Broͤrſchup.
. - Mate, Maaß: und
MaTEN, Anmaten, Undermaten , ſich aiciaſen. e
©. unter METEN.. Ber
J "Maarjes- -Herıng, wie es. jeßt ausgeſprochen
| wird, oder Madikes- -Hering, Hering, der ge
. fangen wirb, ehe er voll Rogen oder Mile iſt.
Wan er voll Rogen oder Milch iſt, heißt er
Vull⸗Hering. In einer Urkunde vom Ilſabeen⸗
Goaſthauſe in Bremen: ſcholen unde willen ko⸗
pen vyff hundert Pundt gudes Rothſchers
Wiſches (Seockſiſches) — unde ene gude
Tunnen Madices effte vulles Heryngts 1
5 t w.
. Marszen,
zu .
Mar.. — —— | 1 132
MATSKEN, öneiden, "Bauen, ſehen Es iſt daſſelbe
mit dem Hochdeutſchen metzen, metzeln, metz⸗
gen. Cod. Arg. maitan. H. matſen. FIr. maſ-
ſacrer. Ital. mozzare, und amazzare. Span
matar. Die Ungern fagen - metzöm. Slav. |
meſſar. Dalm, meszhar. Alt Sränf. meitzon.
Verdi in Ind. meida, Celt. medi. Arab. ma-
Dabin gehoͤret auch das $atein. mactare,
ehfachten » : macellum’, Fleiſchbank: und die
deutſchen Metzger, Meft, Mefler, welches uch
im Cleviſchen Meb beißt: Meiffel, und viel
- andere mehr. ©. Wachter in Metz und Metzen.
‚De is elendig to matffet: : er if elendig zerfetzet n
und zerhauen.
MATTE, 1.) eine grobe’ Decke, die aus Stoß,
Baſt, Binſen u. d. g. geflochten iſt. Lat. ſtorea, —
auch matta. R. A. ©. Meatta. E. und H.
Matt. Daber Matratz. Dan der Matten,
up’t Stro kamen: aus dem Regen in die Trau⸗
fe kommen. nen van der Matten up't Stro
helpen: einen, der ſchon in ſchlechten Umſtaͤuden
iſt, in einen noch ſchlechtern Zuſtand ſetzen. Yan
der Platten in der Matten kamen: :1.
Pıapvoe |
2.) Meße; der Theil vom Korn , welchen der Mist
fer für das Malen nimmt. R. Es iſt von Mas u
te, Maag; meten, meffen: weil der Müller mit
einem Meinen Maaß feine Gebühr aus den Saͤcken
nimmt. Eben fo, wie Metze auch ein Man bedeu⸗
tet. Man vergleiche das alte Mut, ein Kornmaaß.
sat. und Or, modius, uodioc. Celt. Mid. Beym
55 | ze
\
Er | Mau Men;
fayius Mute, } proemium, merces. Sm Deflen;
reich, und Baieriſchen Maut; Boll; ‚telonium.:;
Bey .den Frieſen int Matte der Theil ausgebror ä
J ſchener Fruͤchte, welchen der Deeſcher anſtatt des
Taglohns bekoͤnmt.
atten die Gebuͤhr fuͤr das Mahien vom Korne nf
men: "Aber Bermatten, diefe Gebühr geben. |
“ ‚Mattel- geld, Was Geld, womit man die Matte ab:
05, fauft, das Mapigel, Mälterlopn. ”
_ Marrtier if ih Hannoͤveriſchen eine Münze, welche
4 Pfenninge, oder einen bremer Groten, gilt.
Die Benennung wird vom Goldaſt vom heiligen
Matthias hergeleitet, deſſen Bildniß ehemahls dar |
auf geftanden. ©. Friſch im Woͤrterb. u
Marz, 1.) Mattbis. u
2.) ein eitler Narre, abgeſchmacktet Menſch. er.
Madꝛette. €, mad, unfinnig? amate und ama-
ze, finnlos machen, entſetzen. Gr. paraucc, ei
- tel, leer. Daher die Schimpfwoͤrter auf einen
weibifchen Kerl: Mas Got, und Mas Fuͤſel.
Mas Pump, ein einbildiſcher Narre.
Maux. S. Mour.
MAuEN, Miauen, mauen, ſchreien, wie eine Kae
Fr. miauler. Ital. miagolare. Daher
_ Maukatte, eine Kabe: ben den Kindern. | Auch wol
Pauus⸗ mau. |
Me, man. ©. Man © 5
‚ Meover, Muhme, bee Mutter Schweſter. Viel⸗
leicht beffer- Moͤdder: beym R. Moͤdderſche:
von Moder, Mutter, Dein. de 808 1 B.
36 a. . | |
ee Latet
4 u «
⸗
Latet yw dat nicht im to wedberen; |
u is feer vrolid) myt ſyner Medderen.
Bu Stat. Stad- II. 12. Och is dhe Halfbrobher: |
pſte dhe Halfſuſter, dhe echte Kindere fint,
naghere Erve op to nemende, dhanne dhe
Dm, oftedhe Vebdere, ofte dhe Vahde (des .
Vatirs Schwefter), ofte dhe Moddere.
y Me
erDıK, Meddike, Metke, ein Regenwurm. Ya
Hamburg Mettke. R. Im Hannöv. verbeißt
man es, und ſagt Meke. Daͤn. Mäddike. _
Schy. Matk. Isl. Modkar, oder Madkür. 1
flam ab von Made: Cod. Arg. und. % ©.
Matha, ein Wurm, Inſekt. - ©. Mavx.
Vepe, Mee (n), mit, zugleich mit, una. Der, |
mee ift allzeit ein. Nebenwort; und nimmer das
Vorwort cum. Dieß letztere heißt bey uns ſowol,
als bey den Hochdeutſchen, mit. Mee gaan,
mit gehen. Stat. 1. de dat mede anroret: on
‚die das. mit-angehet. Darmede, zugleich mit. it.
damit. Die Holländer ſagen auch mede.
Menue, Meed-land. S. Made, unter M ALIEN.
MEDE (e), 1.) Lohn, Vergeltung, merces, præ⸗
mium. Man findet es verſchiedentlich geſchrieben: u
wie Haltaus in dem Worte Miete bemerfe. U
E ©. Med, E. Meed. Alt Sränf. Mieta. Daher
das Hochdeutſche Miete, welches ehemals auch eis
nen Lohn bedenter hat. Auch in Pohlen Beißtes
Mito: in. Bößmen'Mzda. Cod. Arg. Mizdo.
. Womit das Gr. wirdoc überdin Fommt. Vieh.
leicht gehöre dahin. Das veraltete deutſche Medel,
und Dei, weiches vor Bein eine Der germgſten |
u
Mowr
E77 Zu J | Mes.
Minen bedeutet bat; noch im Hollind. My
E. Mite. S. Friſch unter biefen I.
, 2) eine Gabe, Geſchenk. A. ©. Med-feoh, und
j Med-fceat. Beym Schilter, Miete, donum.
7. Mede nemen tft, in dem uralten Frieſ. Landr.
2 ©efchenke nehmen, ſich beſtechen Taffen. Be
Bedeutungen find jeßt nicht mehr im Gebrauche.
Daher Bumede, Kurmede, Willig⸗ mede
= E welches noch ben uns üblich ift) u. a. m.- welche.
man in den Gloflariis fuchen muß. © wr
Wicht Offer. Landr. S. 10. uf. |
Wilig- mede. ©. unter WıLLen, mollen |
Neden iſt in den bremiſchen Statuten das Geld, web
ches man einem auſſer dem eigentlichen Lohne gibt?
20 bey dem Geſinde, das Handgeld, der Mietgro⸗
ſchen.“ Wir nennen es jetzt Medel⸗geld. Stat.
74. Een jewelik Minſche, de dar denet, mach
voor Rechte holden up den Hilligen fine Mies
derclſe, dat is 4 Schillinge. So lieſet Pufen⸗
dorf in feiner Ausgabe unſerer Statuten, Obferv.
Jur. Univ. T. II. in Append. Sn andern Hands
| ſchriften aber, wie auch in den aͤlteſten Statuten
von 1303, Ord. 84. nach der Ausgabe des
Herrn von Nettelbla, S. 90.) ſtehet das noch
dunklere Menasle. Und eben fo in den Stadi⸗
| fhen Statuten. Pufendorf am angezogenen Or -
, und Haltaus in Glofl. v. Menafne, meihen,
08 bezeichye den Gefindelogn, mercedem famu-
litiam, oder famuli defervitam, und wäre daſe
ſelbe, was meinen Aſne in den Braunſchw. Ge
ſehen y Km Leibnitz Tom. III. Script. rer.
nn | Ä Brunfv.
\
!
Brunſv. C 1.0.37. An e wird in den bre i
miſchen und ſtadiſchen Statuten ausdrücklich vom
Lbohne unterfhieden. ‘Denn unmittelbar nach den
angeführten. orten folget : Schuldiget he
averſt ſinen Heren, ofte fine Frouwe umme
ſinen Lohn u. ſ. w. Vielleicht aber fat Me⸗
—nasle oder Menasne auch bisweilen den Lohr u
des Geſindes bedeutet. Es ſcheint wenigſtens, Pa
daß es in einer alten bamelſchen Urkunde, welche
Haltaus anfuͤhret, dieſe Bedeutung habe.
Teden, Meen,: mitten, mercede conducere. Gr.
wogacas Von obigen Miede, Sohn. Es har
- aber keinen fo. toeiten Gebrauch, als das: hochdeut⸗
ſche mieten. Denn wir brauchen es hier nıir vom
Geſinde. Ene Maagd meen: eine Magd mie⸗
ten. "Stat: 74. Stervet ock de medede Min⸗
ſche, men is ſinen Erven nicht mer ſchuldich
cho gevende, denn he vordeent hadde: - ftirbei
auch der gemietete Menſch Von andern
"> Dingen, die man mietet,- brauchen t wir das Wort: !
huͤren, heuren.
fermeden, Verméen, 1.) mieten, Bingen‘; Wief
. Bedeutung iſt nicht mehr im Gebrauchesi Ofte
frieſ. Landr. 1 B. 94 Kap. So balde alſe
Hans horet, dat ſyn Knecht, den he alſo vor⸗
miedet hefft um dat Gelt, eder Dach» Even;
unmme bat Levent gefoemen is — ſo bald
Hans böret, daß fein Knecht, den er ſolcher Ge⸗
ſtalt fuͤr Geld, oder im Solehn gedungen dat, |
ums uchen getommen ſey ⸗
we 5) ver⸗
\
2 u Mar.
2.) ‚vermieten: Se vermeen: ſi *— in Dienſt 6 vo
mieten: locare operam ſuam ad famulatum.
Meer‘ ke, -Vermeörfke, Maͤgde⸗ vermeerffe, eine
.: , Mäflerinn für das Gefinde , ben welcher fich das
Geſinde, fo eine Herrfchaft, und eine Herrſchaft
ſo Geſinde ſucht, angibt.
—* geld, Meel-geld, Miergrofgen, das: Hand. |
‚ geld, welches Herrfchaften. dem. gemieteten Ge:
finde, u beyderſeitiger Verſi wen. z er die
Hand geben,
'Mrıen, Meier u. €. Mars, ;
Meveen cH ift ſowol ein männlicher, als weißticer
.; Zaufname: Meimericus und Meimerica. Seßt
ri: aber: ift er im. weiblichen Geſchlechte am oebraͤnch
— lichſten. Be |
MeEIMERN: aber ik. ein bloß mannicher Dame, der
jetzi faſt aus der Mode gekommen iſt.
NMEIıNERT,: gleichfalls ein mänpicher Zauſbame:
Meinhard.
Meist, meift, meiſte, plurimug, » Von. dem alten
poſitivo Meh: daher mehr, plus; und mehis
a zuſammen gezogen, . meifte. In Cod. Arg,
findet fich Der comparativus mais; mehr: womit
der G. usa „ groöſſer, uͤberein kommt.
Meiklik meiſtens, mehrentheils.
MELX, 1I.) Milch. A. S. Meolc, Meolac, Meo-
luc. E. Milk. Schw. Miölk : Slav. Mleko,
Mliko. Wend. Melauca. Theot. Miluh. Holl.
» > und Daͤn. Melk. Dieſe Uebereinkunft in fo ver⸗
ſchiedenen Dialskten: zeuget von dem Alterthume
u,: des Worts. Die alten Roͤmer haben ihm den
= En Ze Kopf
—
N
„I
— Mer. — 24143
J Kopf abgehen, und lac dataus gemacht. Beym |
Galen, und andern fpätern griechifchen und lateir .
niſchen Schriftſtellern, iſt melca entweder But⸗
termilch, oder durch Kunſt geſaͤuerte und verdickte
Milch, welche zum Woplfhmar genofien wurde:
De Melk Iopt mi nig meer uut dem Munde:
‚ich bin fein Kind mehr: ich weiß wohl, was ich —
thue und rede. Sprw. Melk up Wien, dat. .
is Venien; Wien up Melk, dat is vor elf:
Milch nach, Wein genieſſen iſt ungeſund, aber
Wein nach Milch, iſt keinem ſchaͤdlich. Es wird
gemeiniglich als eine Geſundheitsregel angeſehen;
wird aber auch im moraliſchen Verſtande von ei⸗
nigen gebraucht, wenn fie ſagen wollen, daß em. |
beffer fen, in der Jugend, fümmerlich.Ieben, und
im Alter voll auf haben, als umgekehrtrtt.
| * Melk nennen die Bienenwaͤrter die jungen weiſ⸗
ſen Bienen, welche noch als Würmer in ibrem
weiſſen Saft liegen: | |
Helken, melten A. © melcan, meolcian. “& .
milk. Schw. molka, . Lat. mulgere. ©. dUSA-
yw. Ma'r melfeh gaan: nach der. Weide ge
ben, die Kühe zu melken. Man braucht.es auch -
yon einem fehfimmen Advokaten, ber feine Clien⸗
ten, durch Aufhaltung der. Proceſſe, ſchneuzet.
Daher pflegt ein. beguͤterter Mann, welcher mit
einem wichtigen Proceſſe ſolchen raubgierigen gear
“sen in die Hände fälle, ene mellende Ko genannt
zu werden. BE \ ne Zu
Vielker, Melkerske, eine Deren, > ‚sine u, wel⸗
⸗ melket. * | | Ä
Zu a Boten.
—
: Meume ©, Magens, unter Mönm.
)
144 * — Bien : u » —
VNolken beißt bey unſern Landleuten die Much, und dl
les, was von der Milch kommt. Ge hebt vele
Molken: ſie haben viele Ri, melfen viele Kue
x de A. ©. Molcen.
_ Molken- -dag hieß‘ vor Zeiten. der Tag, an n polen in
den Hoſpitaͤlern Milchſpeiſe gegeben wurde. Sn
einer ‚zum St. Jürgens. Gaſthauſe in Bremen
gehörigen Urkunde von 145% Were of, dat
u Sunte Mattheus up enen Molkendag, ed⸗
der up enen Vaſteldach queme, fo ſchullen fe
und willen en geven een Richte, van gronen
J
Bifihen, ald Koddogen, edder ‚Defede ofte
Stcockviſche ꝛc.
Brei. baard, 7.) einer, der gern Michfpeifen ft
Auch wol Meitsfalf.
| „2 einer, . der noch Die Milchhaate um den Bart
hat, der eben anfängt Haare um den 1 Bart zu be
kommen. ren
_Meikel- ftede, ‚der Ort auf der Weide, wo die athe zu
gewiſſen Stunden zu kommen gewoͤbnet ſi find, u
: "dafelbft gemelket zu-merden. -
Meik-mösken, Milchbrey, Weizenmehl in Mich ge.
: tot. S. Moos, Mösken.
Melk- rinfe, tab, coagulum lactis. Beym Chytraͤ⸗
us. Rinfe, vor Zeiten auch in.andern. deutſchen
Mundarten Renſal, iſt von rinnen, gerinnen.
Merk. wark, 1.) mas zur Milchwartung gebdrn,
a Milchfpeife. .
- Mulken- töver, ber das Milchwerk Sejaubert 6. un⸗
5" ter TOVERN, zaubern.
⸗
Mes,
Eau...
—
| — — 1718485
Men, man: S. Maui. 2: SEE Er |
Maus, böfe, malus, rare. achrai⸗ ein Hupe |
work, ‚eine boͤſe That, malum: ackionis. ite
. Elena das Leiden, nitalatrispalienis.: A. ©.
man. Alt Fraͤnk. mein. S. Wachier unter
Meist: and von Stade:Erlaͤut. bibl/ Woͤrter &
4431. und 903 Daher iſt. Meen⸗eed, Meineid,
falſcher Eid. Meen⸗ eben, Mein: seder, ein
Meineidiger. AMuſfer: dieſen zuſammen gefegten iſt
48 auch. hier ganzlich veraltet. Wir bemerken bey
dieſer Gelegenheit, daß Herr’ von Senne im ange⸗
fuͤhrten Buche S. galzu:: da er einem Irthum in
Anſehnng dieſes Megts Ziigen wollen, ſelbſt in eis
nen woch · groͤſſern gafallen iſt, welchen nachher
Bi Wachter indem Worte Mein, malum Acti«
onis uf guten Glauben, ſuͤr Wahnpeit, ange:
nonmen bat ; Nämlich; wenn is In.deun vargebli⸗
: heit WVertrage ns, Hillebal mit der Stadt
Geemen? von 1256, CAſſert. Libert::Reipubl,
Brem. p. 743-Iegg.):Beißt: "Spawor. meyne
Gut ſteit up deßKoͤnings fryen Straten,
und kumpt dar nemandt na, deme dat Gut
fe 8. fo ſollnes cverfallen ſeynz ſo Te
900" Stade meyne ABU: bucch geſtohlnes But.
Alleinr es wird hier weder von geſtohlnem, Noch
gemeinen, ſondern von gefundenem Gute geredet.
Denaudie Stelle. iſt durch Unwiſſenhtit dee Ver⸗
bkeniger. dieſes unaͤchten Vettrags verſaͤlſchet. In
dem 38 Ordeel der hrem Statuten, wornus obi⸗
ger Artikel genommen iſt, ſteht: Sp nwor men
A meyne oder meene) Cut Mae up deß
K— Ey
146
Max, x.
u
Könige Heerfiraten — wenn man ingendun
Bur finde: ſ. wir Ein Koͤnigl. Schwed. Ar⸗
chivarius in den Herzogth. Bremen zind Verden
Hätte dieſes wiſen Finnen. ©. Aſſert PB 764
u 765. —
— „Mene, gemein, allgemein, ubiieis;. com- .
: munis.: A. S. maepe und gemazene: „Es iſt
ohne: Zweifel von denn unbeſtimmtun Fir worie
man, men; oder som: Man, Menſch. "Und fo
fiehet man leicht, wie mannig, maͤnnig manch,
fſolguch das Hochdeutſche Menge, vorZeiten
Zu Meinge, multitudo mit dieſem meem, ges
mein, von einem Stamt ſey.FJetzt verlaͤngern
— wir, mit den Hochdrucſchen/ lieber⸗ dieſt Wort, *
mit dem entbehrlichen Zuſatze ge, - und ſagen ge⸗
ne ers Sn unſern alten. Geſehhen kommt es hä
nn or FE in‘ der Eendr. um des menen
+ Belt: willen‘: des gemeinen Beſten wegen,
Steh zi.i em nie Orlich: ein? allgemeiner,
‚ober oͤffentlicher Krieg. - Sp: auch, mene Bor⸗
gere: die Gemeine fer: Bürgerfihaft ;:älfe Buͤr⸗
geb. DE mene Koopmann: die Kaufleute, oder,
die geſammte Kaufmaunſchaft. It: der; Tafel
heiße es . ben Schäden, der :gefchehn- toäre,
men oͤhme wedder verbetern van der _
E ‚Stadt menen Guderen, fo. alſe dat. was, vw
fe des entweldiget wurden. Gleich darauf:
= van der Stadt. menen Guderen: entrichten.
- Und bie Rathsherren ſchwuren vor Zeiten, daß fe
dem menen Gude wen fon wolten. Be
Meshei, van * | .. zu
ö Meente,
Men. ' 147 5
Meente, Gemeinheit, Allgemeinheit, communitas.
Es bezeichnet hauptſaͤchlich zweierleyv: 1.) eine
Gemeine, Buͤrgerſchaft, Bauerſchaft, die ge⸗
ſammten Einwohner eines Orts. In der Tafel
beißt es: daß der Rath mit Thodaet ber Meen⸗
heit die Statuten nachfehen ; und fo verbefien
folle, als dat nutteſt und beft vor-de Meenheit i
unde Stadt van Bremen is.
| 2) das gemeine Gut: dasjenige, was eine: Bar⸗ J
ger⸗oder Bauerngemeine ‘in Gemeinfchaft beſitzet.
Inſonderheit heißt Meente noch bey unſern Lande
leuten eine gemeine Trift, oder Wieſe, wo ein je⸗
der fein Vieh unentgeltfich weidet, oder feinen
— Gras mahet. 8. Im Dimatſchen Meen⸗
ma
Meenlik, adj. Meenlikent, adv. ſammtlich, maͤn⸗
niglich, allzumahl, Mann fuͤr Mann. Hier ſi Zu
het man — die Uebereinkunft mit maͤnnig⸗
lich, maͤnnig, manlik, malk, ein jeber, und
Die Verwandſchaft diefer Wörter mie Mann.
In einer ftadifchen Urkunde, in der 6bten Sammt.
der Herzogth. Bremen und Berden S. 139. dat:
Her Johann Yge Borghermeiter unde Mu
ſter der Wantfnydere mit Vulbord der Sm
ren meenhifen unde 40 ber Wantſnydere —
zint to rade gheworden u. ſ. w. =
Menäsıe, © Medelſe, unter Mens. Gras
Lohn.
MEnEn, meinen. it ‚gedenken, Vorhabene ſeyn.
putare, animo proponere, Cod, Arg. mus
. nad, ©, mean, Schw, mena. Isl. eg meine.
J 8 2. \ 9. mes.
130
| Mes. |
das Same, Tetta, welches eben biefen Voet
bedeutet, und auch das Engl. Titmouſe, von
zurdoc, Hein. Auch das Lat. parus kommt ver/
muthlich von parvus, klein. Weil die Maiſe zu
der kleinſten Gattung der Voͤgel gehoͤret. Steert⸗
meeske, Schwanzmaiſe, Pfannenſtjel. Reit⸗
meeſtke: f- unter Reır. -
ESKE, eine Mafche, eine. Rante im Nehwerke, ein |
Stich im Strumpf ſtricken.
— — Meſſing. Beym Pictor: Moch. Ak
. Engl. Maſtling. A. S. Mæſtling. Vermuth⸗
lich von miſ ken, miſchen, mengen: weil der
Meſſing ein aus Kupfer und Gatmey gemengtes
Metall iſt.
Mess, Mitt, Daunger. R. Cod. Aig. Maihft. A.
Zn
S. Myx, Meox. H. Melt, Miſt. &s fönnte
daher abgeleitet werden meflen Ce), mäften,
und Maſt. Die Holländer fagen: 't Land mes
er das fand düngen, Welches chen fo Klinger,
als wenn wir fagen wollten: das, fand mäften.
Welches fo. unfüglich nicht wäre. : Sinen Meſs
maken: die Exkremente von. fich laffen, cacare.
Welches vont Vieh und Inſekten gebraucht wird,
De Hane up finem Meffe het groot; Recht:
oder: Men be Hane up. finem Meſſe is, fo
kraiet hei in feinem Haufe bat einer ein groſſes |
Recht.
Meflen, 2.) miften, den Acker Bingen, . meſten.
2.) den Miſt aus dem Stalle werfen. Den Stall
‚amt meſſen: den Sul vom Ba at
nn at
N J
- Dat: ee af mefen: den "Mil aancer ‚beim mi
0. weg neßmen
Meſs- ale. &Aıe . .
"Mefs- beer, ein Schmaus, den. semanb ben Bauen Ä
0 gibt, wofür ibm ein jeder ein oder mehr Suber
Miſt bringt. mn
‚Mefs-faal, und
Meis-forke S. im Buchſt. F.
Meſs-hoop, Miſthaufe.
Mefs-kule, Miftpfüge, eine Geube Fu worin ber PB
aus den Ställen geworfen wird»... . .
Meis-lake, Miſtlache, u. d en. —
MesrT, Meſſer. R. Hollaͤnd. Mes. Im Cieviſchen
Metz. Ung. Metzökes. S. Marseen.. '
Dort Meſt ſtarven: abgeſchlachtet werden.
Sien Meſt up ſteken: fein Meſſer in die Schei⸗
de ſtecken: aufhoͤren zu eſſen. it. ſterben. Von
‚einem ſtarken Eſſer ſagt man: he moot wat
vor't Meſt hebben: er rs fi ch mit Wenigem
nicht abſpeiſſen.
Steck. meft, ein Dolch, . Verel. in. Ind. Stekametz,
pugio. end, Mecz: und Poin. Miecz; ein :
Degen, Zum Heergewette gebörete vordem. des
Verſtorbenen Stefemeft und fien Brrdmeſt
fein Dolch und ———
Meſt-maker, Meſſerſchmid. R.
Mer, das reine Schweinfleiſch, woran kein Sn fi
wovon die Metewürfte gemachet werden, und ben '
Damen haben. (Welche Herr Wachter, aus eis“
ner eingewurzelten Liebe zum, Hellenifiren, mit Un:
| recht von dem Gr. orlcs. weih, herleitet.) In
Ra | Ham⸗
.
J Zambur heißi, nach dem Michen, Miet: 9006 5
Be Men
gehacktes Fleiſch und Speck zu Mertwärften. Es
iſt ein uraltes celtiſches Wort, wo Maeth Spei⸗
ſe bedeutet, cibum, "nutrimentum: . fo wie in
2. God. Arg, Matsı A. ©. Met, Met: Frieſ.
Meytı ©, Meat: Jel. Mat: Pän. Mad:
beym Notker. Mazze: Fr. Mets; welches
aber ohne Zweifel vᷣon mettre, auffeßen, zu Ti⸗
ſche bringen, berzuleiten iſt. In Cod. Arg. iſt
matjan. eſſen U S. ‚metfien. · S. Wachter
unter Mus, Man vergleiche matffen, meßen,
meheln: Miet, Mes u. as m, davon oben an
feinem Ortes weil dieſes Fleiſch in. Fleine- Stick
joerſchnitten: und gehacket wird.
- Met. wurft, eine Wurf, die von ſolchem Schwein j
fleiſche gemacher wird. Mit der Met⸗wurſt na’n
Schinken fmiten: durch ein kleines Geſchent ein
Be gröffets fügen. . :
Ovum dat nulli,- niſi ſit retributio pulli.
Siaffen as ene Met- ‚wurft, de an beiden Eis
den apen is: etwas dummes und unbeſennenes
daher plaudern.
Maren Ca), meſſen. Dieß Wort findet ſich faſt in
9
- allen. befannten Sprachen. God. Arg. mitan,
A. ©. metan, Gr. para. Lat. metiri. Schw.
. mæeeta. Alle vom Hebr. Tin (madad), meſſen:
7
"me (Mad), Maaß. Enem mit det korten
len meten: ‚einem zu kurze thun: einem mehr
Schuld geben, als er verdienet. Sik meten la⸗
ten : ſich von einen Krankheit, als ‚Gicht u. d. 9r
von einer Somprahartan (welche unser. ſtetem
Mur⸗
#
Mer. u. J rys
WMirmeln ben Körper bes Patienten, nach der fie
ge und Breite, etliche mahl mißt) kuriren laſſen.
Sprw. Idt 18 beter time maal meten,. ad em
man ſich ein mahl verſiehte..
To meten, zu meffen, an meffen. -Sif een Paar
Schoe to meten laten: ſich die Maaß zu einen
Paar Schuhe nehmen laflen, .
Meter, ein Meier, beſonders ein beeibigter Kornmeſ⸗
ſer.
Metel-boen, ein Haus bier in Bremen auf ber
Schlachte, wo die geſchwornen Kornmeſſer zu fin⸗ |
denfind,
Metel-geld,, Defgeh, Dieferiopn, merces menfir
rationis. J
Mate, Bas Maaß menſura, modus. R Sehr =
2 (Mad), A. S. Mete, Dat Kleed is mi
nig to Mate: das Kleid iſt nicht nach, meinem.
Leibe gemacht, fi gt mir nicht gut, Kinder Mate J
un Kalver Mate moͤtet olde Luͤde weten: dem
Unverſtaͤndigen muß fein. Befcheidener Theil gegen
maal vergeten: man miffet Lieber mweymahl- de,
ben werden. Man bediener fich oft diefes Spruͤch
worts gegen Kinder, wenn fie mehr zu eſſen for⸗
bern, als ihnen zutraͤglich if. Mundes Dias
te; fo viel Speife, als eben genug ift, davon
' —
—
maͤſſig trinken. it. im Scherze: das Getraͤnke bey
Maaſſen einſchuͤtten. Alle Ding mit Maten,
dit to doon, un dat to laten: man muß in al⸗
fen: Dingen Maaſſe halten. To Mate kamen:
zur rechten, und gleichſam abgemiſenen ae fome -
Rs MU
⸗
—
——
8
nichts uͤbrig bleibet. Mit Maten drinken: J
E73 . Mer. an 0
wen Oevel t6 Mate kamen: über. anfaufen, |
Bo fame if hier to Mate! hier komme ich ja
. übel an In welchem Sinne wir fonft auch die
Redensart: to Paffe Famen, gebrauchen. Mo
nu to Mate! kann es nicht weniger, oder fach:
ter ſeyn: iſt eine Beſtrafungs⸗ Sormel, | In den
alten Urkunden findet man auch: In Maten
vorgeſchreven : vorhin gefihriebener Maaſſen.
Sn aller Mate, as uf eben, bie Art,
| wie —
” Mate wird.auch als ein Veywort gebrauchet, für; mäf
fig, gemäffige, modicus. Mate Leefte lange
Leefte: gemäffigte Liebe. dauret lange. Ä
- Matelik, mäffig, mittelmaͤſſg. | |
u Even- mate, adj. und adv. mittelmäffig: Even⸗
mate Luͤde: mittelmaͤſſige Leute: Leute vom Mit
telſtande, oder von mittelmaͤſſigem Vermoͤgen.
Idt geit em man ſo even⸗ mate: es gehet ihm
nmur mittelmaͤſſig: fein Zuſtand ift. nicht der vor⸗
. theilhafteſte.
Huus- maten heiffen ‚in unferer Nachbarſchaft die abe
getheilten Schlaͤge in den Deichen und Sieltiefen,
welche von. Häufern oder Intereſſenten, nad
-Kopfjabl, gemachet und, ausgebeffet werben.
ESonſt auch Mann; roden.
Mast- ftok, Maaßſtab.
Anmaten, Anmatigen fi k), ſich anmaſſem. ger |
Wachter leitet das Hochdeutfche ab von Maaß, in
ſo fern es Wilkuͤr bedeutet. Allein, warum nicht
lieber von der allgemeinen und etgentlichen Bedeu:
u dieſes Ayers ‚ menſara, modus? Dan
ter
‘
—
Mar. EEE 17
⸗
bieſſe es ſo viel, als: ſich als heinen Zeit zumeß
ſen. Oder man koͤnnte es füglicher von dent Go⸗
‚tbifchen, in Cod.- Arg. anamahtian, mit Gewalt
entreiffen., per vim extorquere, von ‚Mahts,
Macht, ableiten. Dan bedeutete fif anmaten eis .
gentlich, ſich bemächtigen, ermächtigen.
Undermaten, ſich anmaffen, an fich reiffen. Es kann
bbenmaͤſſig von dem Gotbifchen: Mahts, Macht,
abſtammen. Eendr. Art, 3. Deögelifen fchal
fit Nemand jenigerlei Regimentes, dat dem
Rade allene to- rathfchlagende gebören wille,
annemen unde undermaten, by Verluſt der
Borgerſchup unde der Stadt Wahninge.
Andere leſen undermachten.
t
Merjz, ein weiblicher Taufname ben. den. Bauern, Be
Metta. Metje mit dem langen Arme: ein
Waſſer⸗ Nir, womit man die Kinder ſchrecket, daß
ſie nicht ans Waſſer gehen. Schal hi de Metje
mit dem langen Arme ins halen? willſt du vom
Waſſer weg gehen, ehe du hineinfaͤllſt? |
Merz, Regenwurm. R. S. Meopie: U
METTE if ein allgemein bekanntes Kloſterwort: bee
| Morgengefang ‚. bie erfte yon ben fo genannten
horis. cantus matutinus, Es ift aus.dem Lat.
matutinus gemacht. In Koͤnigsberg in Preuf
ſeen nennet man noch die Fruͤhpredigt alſo: wie
Herr Prof. Bock Idiot. Pruſſ. bemerket. Wan
er aber daſelbſt dieß Wort mit Meſſe vermenget,
ſo muß man ſich billig. über einen ſoichen Irthum
verwundern. Sum de a lang malen:
einen
—
Fa N ” - Ed
‚ . [)
a a
)
—
— — —
L.- " “
156 Mer, Mev. Mew. =
| einen länge warten iaffn: durch —* Zaubern
© verbräßfich machen,
Merze bieß vor Zeiten eine Gattung ber größten Ka⸗
nonen, die in Belagerungen gebrauchet wurden:
ein Mauerbrecher. Der Name iſt aus Amaʒone
verderbt. S. Friſchs Woͤrterb: Eine ſcharpe
Matze war eine ſolche Kanone, die 100 Pf. Ei:
Sen ſchoß. Renners Chron. bey Erzaͤhlung der
Schlacht vor Drakenburg in welcher Herz. Erich
von Braunſchw. nach Aufhebung der Belage
rung ber Stadt Bremen, von den ſchmalkaldi⸗
ſchen Bundesveryandten aus dem Felde gefihle
‚gen wurde: Hertogh Eric) verlohr fine Ruf
wagen, und 18 .grote Stücke Geſchuttes,
- darmit waß eine ſcharpe Metze, > Kartou⸗
wen, s Schlangen, 7 halve Sehlangen. De
“Sharpe Meztze hetede eopardt, de eine Kar⸗
touwe hetede Nachtigall, de andere Catarina
— von Saffen, de eine Schlange hetede Serge
rinne, de andere flegende Drade, de drudde
de Falfe, de veerde Catharina. |
= Mevzs, oder Mewes, iſt der abgefürzte Name Bar
tholomaͤus. R. He gift et up, as’ Meves de.
Bicht: er Reber davon ad, bemuͤhet, oder bekuͤm.
mert ſich nicht weiter darum. Der Urſprung die⸗
ſes Spruͤchworts ‚ toelcher vielleicht in rinem klei⸗
nen Hiſtoͤrchen zu ſuchen iſt, iſt uns nicht bekannt.
I Men 1.) eine Art Waſſervoͤgel, wie Seeſchwal⸗
“ben geftaltet, welche ſtets Dicht an ber Oberfläche
des Waſers Risen, und die Fleinen Fifche weg
| ſchnappen.
— —1—
| chaarpen. Die Griechen nannten. diefen Beach |
Angog, larus: die Lateiner gavia,'A, ©. Mau.
E. Mew. H. Meeuw. $t. Mouette:” und am -
Mi Min. 14152
der Kuͤſte bey Dieppe Mawe. Herr R. ſchreibt
Meve, und erklaͤret es unrichtig durch Fiſch⸗Ar,
niſus: welcher vielmehr eine Habichtsart iſt. Kir u
nige leiten den Vamen Mewe her von mauen,
.. BU die Stimme dieſer Voͤgel eine Aehnlichkeit, .
mit dem Mauen der Kaberi ba. S. unfers ge
: „feptten Martinit Lex. Etyın. v. Larus. Se
mewe, eine gröffere Gattung Mewen, welche
J ſich am Meer aufbalten. E. Senmew: Jarus -
maritimus..
4) eine. Art Tauben mit eurzem Schnabel.
t iſt der Gebe⸗ und Klagefgll des Fuͤrworts St, ich;
mit, mich, Lat. mihi, me. Gr. por; mir; ne; -
mich. A. S. und E. me, mir, mich. H my,
ir, mich: Fr moi. Eben fa zeiget ſich dieſe Br
Verwandtſchaft nur mit veraͤndertem Anfange⸗
buchſtaben, in unſerm di, dir, dich.
ODE, die Mitte, medium... Cod.- Arg. Midjag. |
- % S. Midle,. Mittelpunkt, Centrum: Midiem, u
die Mitte E. Middle.
ddel, die Mitte, das Mittel, Patricien, den de |
-. Middel entſprungen ſunt, nennet man, "im
Scherze, alle verarmete Familien. Sunder J
Middel: unmittelbar, In einer Ofterbol;, utr
krunde, in den Herzogth. Bremen und Verden ste
Samml. ©, 432: De Eopie des vorfegelben |
\ Vreves fol byena hunde? Middel.
niden
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ar 0. x x .
158 | et Min. u 1
Ä 'Middel- farig voied hie und da ginn fe, en i
— ſig. Von faren. | on
Ä Middels been, die Mitte des Beine, bis an die Was
He geit bet Middels⸗ benen int Water:
oo — im Waſſer bis an die Waden. |
Middel-fJag, Mittelgattung. Middel⸗ ſ lages eide: |
| Leute von mittlere Gattung.
Middels- -mann, Mittler, Schiedsmann mediator,
u arbiter. |
Midden - fommer ,. Mid! fornmer., y die Mitte der
| Sommers, die Zeit um Johannis Tag, E. Mid-
ſummer, Mid - fummer day. In dee Tafel
Art. 4. Unde deffet feal ſchen (geſchehen) twi⸗
ſchen dit unde funte Johannes Dage to Mid |
denſomere negeſt komende. |
Ä Bid -wege, adv. in der Mitte, auf die Haifte eines"
| Raums, E mid-way.. Midde⸗wege up der
Straten ‚mitten, auf der Gaſſe. Midder wege
im Hufe: mitten im Haufe. Midde⸗wege up
dee Leddern: auf der Mitte der feier.
. f Midde- winter, die Mitte des Winters, die. Zeit ani
das Chriftfeft, ober Neujahr. Aber Medewin⸗
ter⸗ thing bieß vor Alters das Gericht, oder das
allgemeine Land⸗Ding, fo im Februar gehalten wur
de, wie die Saga lehret. S. Dreiers Sammi.
Vverm. Abh. Th II. S. 720.
Mid· faſten, die Mitte der Faſtenzbit. Eben ſo nee
| es die Engländer Mid-lent.. : - | |
Mid-nagt, Mitternacht. . E. Midnight.
Mıoder, die zarten und wohl: kömestenden Deifmn
am Sale ober vor der Bruſt eines Kalbes oder
Lammes.
* Mın.: Mi«.- — 19
3
">: nen es vielleicht deswegen Midder, weil € es mit
ten vor der Bruſt ſihet. J
Mınzy, Vermiden, meiden, vertaeiden, vitare. .
Alt Fraͤnk. midan. Enen miden, ad een flaend
Bed: einen meiden, einem aus dem Wege ge⸗
- ben, wie einem Pferde, fo hinten aus fölägt- u
cane pejus-et-angüe fügere.
Huom, in der Pöbeifpiache, piffen, feichen, R Jel. n
imũiga. Lat. mejere und mingere. Gr. sure
Ik will die ſlaen, du ſchaſt * migen, iR u
Teile: pöbelhafte Dropung,
Bemigen, befeichen. R.“
Vermegen. (5), alj.i der oft und viel eigen, it, Beni
ipder das Bette beſeichet. Een vermegen Cat:
one wermegen ne ein Madchen das‘ ſich sie |
beſeichet.
Mige, Urin, lotium, R S. wenẽ / mige: Dr | \
nes, ſchaales Bier, elendes Getraͤnk.
Mieg- eermke; Ameife S. unter EmeErKEN. 7
. Migen-kiker, ein Arzt, der das Waſſer beſtehet, uro-
| - ſcopus. R. Man braucht es gemeiniglich/ als ei⸗
en Spotenamen auf: einen’ ſchlechten ct, oder
Pfuſcher in der Arzneykunſt. u |
Miog:oord,, ein Dre zum Abtritte. - BE
Mieg-pott, Nachttopf a
Mieg: wäter, Urin, Harn, Dat. Miey· w water wſat
em jummer in den Ogen: die alte Hure ſtehet
immer und weinet. Di gründet fich wol auf
RE,
auimes : Kalbermilch, Kälberpreis‘, "gländula
tiymus, glandium vitulorum. An einigen
Orten wird es auch Sweder genannt." Wir nen⸗
—
- Middel- farig. tote Sie und da atdben Ar, miretnd
| fig, Bon. faren. ne
| Mies ‚been, die Mitte des Beins, 6is an’ ‚die War
He geit bet Middels⸗ benen i in’t Water:
oe — im Waſſer bis am die Waden.
Middel- flag, Mittelgattung. Middel⸗ ſ lages Biber |
eute won mittler Gattung.
Middels- -mann, Mittler, Shiamam, ‚ medien,
'arbiter.
E " Midden - fommer „. ‚Mid! fommer-, » die Miae ben |
- Sommere, die Zeit um Johannis Tag. E. Mid-
ſummer, Mid-ſummer day. In der Tafel
Het. 4. Unde deffet fcal fchen (geſchehen) twis
fehen dit- unde funte Sohannes Dage to Mid⸗ |
denſomere negeſt komende. |
Ä —* wege, adv. in der Mitte, auf die Hätfee eines‘
Raums, ©, mid-way.. Midde; wege up der
Straten z' mitten auf der Gafe. Midder wege
im Hufe: mitten im Haufe, Midderwege up
der Leddern: auf der Mitte der Seiten.
. Winde: winter, die Mitte des Winters, die. Zeit an:
das Chriſtfeſt, ober Neujahr. Aber Medewin⸗
ter⸗ thing hieß vor Alters das Gericht, oder das
ullgemeine Land⸗ Ding, fo im Februar gehalten wur
de, wie die Saga lehret. ©. Dreiers Samml.
u u verm. Abh. Th I. ©. 720.
-. Mid«faften, die Mitte der Faſtenjeit. Eben pr nee
es die Engländer Mid - lent.‘. : |
Mid-nagt, Mitternacht. E. Midnight.
Minen, die zarten und wohl. cpmerfenben Deifen
am Halfe oder vor der Bruſt eines Kalbes oder
Lammes.
“Min. Mi«- 189
Uammes: Kaͤllernulch, Rälberpieis, 'gländula.
thymus, glandium vitulorum. An. einigen
Orten wird es auch Sweder genannt. Wirnene
nen es vielleicht Deswegen Midder,. r weil es mis
ten vor der Bruſt ſitzet. Eee
IDEN, Permiden, meiden, vertieiben , vitare).
Alt Fraͤnk. midan. Enen miden, ad een flaend
en einen meiden, einem aus Dem Wege ge⸗
- gen, wie einem Pferde, fo hinten aus fölägt, u
! ‚cähle pejus-et’dngüie fügere,
— in der Pößetfpsache, piffen, feichen. R *
miga. ‚tat mejere und mingere. Gr.⸗
will die f laen, du ſchaſ Oehe migen ir |
eine pöbefhafte: Ben
emigen, beſeichen. R
megen (5), eodj. der oft und Liel riſſet. it. Din .
»Siober das Bette beſeichet. Een vermegen Sat:
“ehe vermegen Ko: ein Madchen⸗ das ſich of |
beſeichet. iR BE BE 1. N
ige, Urin, lotium. R. 8 erde mige: DD u .
nes, ſchaales Bier, elendes Getraͤnt.
ieg- „eernke; Ameiſe. S. unter Emerzen. 7
igen-kiker, ein Arzt, ‚der das Waſſer beſiehet, uro⸗ =
ſcopus. R. Met braucht es gemeiniglich, als ei⸗
nen Spotinamen Auf: einen’ ſchlechten At, ‚oder
Pfuſcher in der Utzuienkunfl. 9°
—*—* ein Ort zum Abtritte.
ieg-pott, Nachttopf. J
jeg- water, Urin, Harn. Dit: liegen water T
em jummer in den Ogen: die alte Hure ſtehet
Sammer und. weinet. nu: gründet fih wol auf
| RE,
J
—
⸗
Mir Mır..
nig.
as N, Mikken,, in Augenmiet nehmen , eicen, ,
viſiren. R W
Vant mikken, ansefehen, mi den Augen aucheichuen
nlicer ein in Handlanger ben den Artilleriſten Dit
vaagd, der Aufſeher der Miter.
Mikkr, 1.) eine kleine Pumpe i in den Hauſern, wo⸗
durch das Weſerwaſſer aus. ;den unterirdiſchen
e >. das, wong wir in einem andern Syruchworte w |
ſagen pflegen: wat ener wenet, dat piſſet he |
{
N
i
F
Ä
‚Röhren, ‚welche es durch die ganze Suade leiuen,
gepumpet wird,
Gliedern, und ſchwaͤchlichem Anſehen.
3 In einigen, Gegenden :ift Mikke eine Brode
ſchnitte, gder ein kleines Brodt, etwa da Pfund
ſchwer, welches denen gegeben wird, die den Zehn⸗
ten einfahren, oder ſonſt zu Hofe dienen.
Mikken, Waſſer pumpen. |
Muz, Meile; Lat. milliare; * & Mila, & Mile .
H. Myl. Alt Fraͤnk. und Alan, Millu, --Stt,
_ Myla. Chald, Mil. Syr. Milo. Arab. Milon,
Ohne Zweifel alle. von dem lateiniſchen. GS.
Wachter. Ene Mile upfief Barudeel: gun: .
ohne Noth einen Umweg nehmen. De Mile
hebt ſe mit dem Hund meten, ſagt man von eu⸗
ner groſſen Meile. © Husp... ..::-
MıLorn, bloͤde, leutſcheu. Wird, mr im. Fr
nboeifen sen nn fr
en Mivrs,
” .
‚
2) Ene kütje Mikke: ein. Feines Kind son, garten
nd
—
Min Mm. Min. 1686x
Morr 1) wit, fplen. Im A.S. ſewol, als im
| Engl, Schw, und Niederl, auch Mile
2.) Mid in den Fifchen, lactes. Daber
Milter, ein Milcher, das Maͤnnlein von den Fifchens.
weil er Mich anſtatt des Rogens im Bauche hat.
MımERN, verwirrt im Haupte ſeyn, hantaſtren, ver⸗
wirrtes Zeug denken und reden. Fi tieffinnig über
ein erlittenes groſſes Unglück nachdenken, Rund .
8 Hl inymeren, He ſit UN mimert; er
—ntzt und ſpricht mit ſich ſelbſt, „als ein Nark. it,
er ſchlaͤgt ſich mit wahnſinnigen Gedanken berum.
Minmerſt du woor? biſt du etwa nicht Hug?
- Die andere Bedeutung, welche R. diefem Worte
gibt, zum Verkaufe ausrufen, ift bier gar. nicht
gebräuchlich, * Mir fagen dafuͤr minen, unt mi
nen. ©. unte Mıizn, wien, N
.
Mimerer, einer, welcher phantaſtret, oder im Kopfe |
verruͤckt iſt, ein Grillenfaͤnger.
Miinerhaftig, dem Wahnſinne ähnlich, Mimerhaf⸗
tig uut ſeen: einem Wahn innigen, oder Grib
lenfaͤnger aͤhnlich ſehen. Gen mimerhaftigen
Snak: ein wahnſinniges Geſchwaͤtz. 9
Mimenije, der. Wahnfi Inn, das Phantafiren, die Grife,
lenfaͤngerey R, In der Mirherije verbeept:
in der Grillenfaͤngerey vertieft.
Mızn, Mine, mein, meine Von mi, mich, mir.
Cod. Arg. meins. A. S. und Alt Fraͤnk min.
Camb. man. Und noch im Perſiſchen men.
Minen, Uut minen, in einem öffentlichen Austufe
den meiftbietenden verfaufen, verauftioniren, Es
kommt ohne Zweifel von dem mien oder mein ru⸗
m
-,
T-
162° Be | 77
+ fen der Käufer, wenn fie ben Kauf-fich zueignen,
ber. Auch in Holland beißt mynen fo viel, als
myn reepen, mein tüfen, etwas zum eingefeßten
Preiſe annehmen, in einer Auktion erhandeln: ſo
U wie Myner einen Kaͤufer bedeutet. Es iſt aber un⸗
ſer uut Minen zu unterſcheiden von aus minden,
welches an einigen Orten die oͤffentliche Verdin⸗
gung einer Arbeit an denjenigen, der am wenig⸗
ſten fordert, bedeutet. Wovon Friſch im Woͤr⸗
terb. unter Min nachzuſehen iſt. In Hamburg
ſagt man unrichtig uut mimern: welches vers
muthlich eine verderbte Ausſorache von uut mi⸗
nen iſt.
Vautminer— eine beeidigte Perſon, welche in den df
fentlichen Verſteigerungen die Sachen den meiſt⸗
bietenden zuſchlaͤgt, Auetionarius.
Mix, 1.) wenig, gering. Rund S. Celt. man. E.
. mean. . ft. moins, und mince. Obgleich dies
% Wort jeßt bey den Hochdeutſchen gänzlich auſſer
ebrauche ift, fo findet es fih doch fehr häufig in
— J
den alten fraͤnkiſchen oder teutoniſchen Monumen⸗
ten. Wovon Schilter in feinem Gloflar. nach
LE zuſehen iſt. Und noch jetzt haben die Niederſach⸗
— ſen faſt kein ander Wort, das. Hochdentſche we⸗
ig auszudrücken. . Es irre alfo Herr Wachter
ſeehr, wenn er fo zuverfichtlich fchreibet, daß min,
auſſer den Abgeleiteten, bey den Deurfchen gäny
lich aus dem Gebrauche gefonmen fen; da ganze
anſehnliche Kreiſe in Deutſchland es taͤglich im
Munde haben. Dat is man min: das iſt nicht
viel. Comparat. minner/ weniger, geringer.
7 | | tat
fat. minor. Stat.2; "De Minneren ofte de
Mehreren: die Gexringere oder Angeſehenere.
Stat. 84. Is de Koep minnere, wenn eine
Marck: — * es unter einer Mark gekauft iſt.
Superlat. minſte, mindeſte, kleinſte, geringſte.
minimus. Sm: Gothiſchen, Schwed. und Fraͤnk.
minſt, minniſt. Auch in Leg. Sal. tit. 32.
kommen Spuren dieſes Worts vor, woſelbſt
Minechleno den kleinſten Finger bedeute. Ulp’t
minfte: zum wenigſten. &Stat. 3. Und wes
Min. . 5 x -. 163 BE
de meifte Deel der Körheren fir onrdregen,
des ſchall de minfte volgen: worüber der größte
Theil der Wahlberten einig wird,. dazu fell ber
Fleinfte fich bequemen, |
4) Wir brauchen aber min auch, , ale einen Com- |
parativum, für.weniger, geringe. Min of“
meer: weniger oder mehr, ungefehr, bennabe,
circiter. Kuͤnd. Rolle Art. 144. Nemand
fchall min vorzifen - dan veermal: tier
mand ſoll weniger, als viermahl im Jahre, Au
ciſe holen Taffen, Ss wird hier von den Brauern
— geredet. |
Mindern, Minnern, . vermindern, weniger machen.
Insbeſondere, im Stricken die Mafchen verminz
dern, daß der Strumpf enger werde. R. Isl.
minka, Schwed. minska. fat. minuere. Gr,
piwudew. Und im ‚Alt Fraͤnk. iſt minnironne,
weniger werden.
Mınwe, tiebe. Dieſes Wort iſt mit feinen Abgelei⸗
teten durch ganz Deutſchland, fo wie bey uns,
veraltet, ‚bey den Miederländern aber noch im Ge⸗
* 2 XRRXXRX
en Mın.
brauche. Nur iſt Minne bey uns noch ein
| Schmeichelwort der Kinder , welche ihre Gäugs
ammen und Wärterinnen alfo.nennen. . Zn wels
her Bedeutung, fo wie im Anſehung eines ger.
| meinfchaftlichen Urfprungs , es mit dem Franz.
--.. Mignon, und Engl. Minjon, ein Günjtling, -
Schooßkind, überein Fommt. Stat. so. En
ſchut eme dar nicht aff Minne edder Recht,
fo ſcholen eme helpen de Raedtmanne -
und fann er in Güte, oder durchs Recht nichts
erhalten, fo m Pratjens Herz. Bremen und.
Verden 6te Samml, ©. 139. He en were erſt
geſcheden van deme he ſchuldig were in Myn⸗
ne ofte in Rechte: In Mushards brem. Rits
7° ger. kommt in einer Urkunde ver W inne mafen,
9, für, Vergnügen machen. Were aver, dat en
— .Cipnen) dar jenich Hinderniſſe an fcheghe in
trofomenden Tiden, ſo wille sy — infomen
to Stade, und dar nicht uth, wy en hebben
en dat Ghud enturiet, edder ere Minne ges
maket: geſchehe ipnen aber in Zukunft darin eis
nige Hinderniß, fo wollen wir zum Einlager kom⸗
men in Stade, fo lange bis wir Das Gut frey ges
machet, ober fie zw ihrem Vergnägen ju Frieden
geſtellet Haben. Das Stammwort ift das Cambr.
mynnu, wollen. ©. ums, begehren.
Minen, lieben. Ein after Reim auf dem. bremi
ſchen Rathhauſe, in dem Rathsſtuhl:
Trauwe und Wiſsheit ſchaltu minnen,
= »Darmede Gades Hulpe winnen.- .
Niusx, Menſch S. daſondaben- cin Weibsbild,
. .
,
0, .
‚
en zur
—
wenn
wenn man: mit einiger Verachtung davon redet.
Frouens Minsk, eine Weibsperſon. Een
Minsk geit enen Gang: ein Menſch kann nicht
7 alles thun und in Acht nehmen. Cod. Arg Man- -
nisk: welches den Urſprung von ı Mann ſichtbar |
J macht.
Beminsken. Sf beminſten, ein Weib nmen, j
heurathen.
Mınte, Mine, menta. Kruſe Minte, Krauſe⸗ "
F minze: une Puge⸗ minte, Pfetdeminge, mente
ſtrum ſind in den Bucftaben K und P. anges
J fuͤhret.
Mırz, Ameiſe. Ein uraltes Wort, welches den Nie⸗
derſachſen mit den Hollaͤndern und Englaͤndern ge⸗
mein iſt: welche letztere Pis-mire ſagen. Celt.
Myr. A. S. Myra. Beym Verel. in Ind, My-
** ra und Maur. Gr. kung und AUpWOG: Auch
die Crimmiſchen Tataren nennen die Ameiſe Mie-
1a, nad) dem Zeugniſſe des Busbecks. S. Wach⸗
ter amter Miere.
Mıren, adj. Man fage vom einem: Menſchen: he
is miren, wenn er bey Tiſche, auf eine kleinſtaͤd⸗
tiſche und gezwungene Weiſe, bloͤde thut:: der
nicht zulangen und eſſen will, als ob ihm Speiſe
und Trank nicht ſchmeckte.
Mir adj. und adv. Fein und unfferfic gefihrie |
ben. Im Alt Eng, ift merk dunfel: Schott.
myrk: Dän, mörk. ne mirke Hand ſchri⸗
ven, und mirf ſchriven: eine kleine, fteife und
‚unleferliche Hand fchreiben : die Buchflaben zu
klein und Dicht an ein ander ſchreiben. Und von
——83 X
ÊF
Mıw. Mır. | 165
et AL
% 1
166
Mıx Miss
Br feige. uf foget mai: : bat fit
‚ mir
1 Mirken, Jerb. if daffelbe mit mirl fehriven, Im
Hannoͤveriſchen ſagt man, mit Verſetzung der
Buchſtaben, mikkern. |
- MiRREN, wimmern, weinen tie die Fleinen Kinder,
Man vergl: melfern,. eine zitternde Stimme hör |
ren Taffen, wie die Ziegen : ; murren, klagen:
und das Lat. masrerg, betruͤbt ſeyn.
Mis. wird gebraucht, 1.) als ein Vorwort in, vielen
I:
>
.: zufammen geſetzten, welchen es den Begriff eines
Mangels, oder eines Irthums, oder einer Ver⸗
kehrtheit, und eines Uebels mittheilet: eben ſo,
wie das Gotg · in Cod. Arg. miſſa, und das A.
© mis. © .Wachteri Proleg. ad Gloff. Sect.
V. =
| =) als ein Nebenwort: vergeblich, zu wäre, ve |
fehle: R. und S. Daar fumt he mis:
kommt er’ vergeblich oder zu ſpaͤt, und erreiche ”.
feinen Zweck nihe. Dat geit mis: das gelinget
nicht. Mis gaan : irren, des rechten Weges
= serfehlen, umſonſt geben. Daar fun ji mis in:
in dem Stücke irret ir. Dat is mis un even;
das iſt noch ungewiß: es kann gelingen, aber auch
nicht, Sprw. Hebben is wiß, krigen is mis:
bder wuͤrkliche Beſitz iſt beſſer, als die Hofnung⸗ defg
felben.
Millen, 1.) mangeln, entbehren, germiffen, carere,
= of.
- privari, defiderare.e Dat Ding miſſe ik va⸗
ken: die Bewrmuchten dieſer Sache vermiſſe ich
= fßten
—
nn Mis 167
2) ſehlen, mislingen, gegen die Erwartung aus. |
fallen.. R. Sprw. Giffen is miffen : oder,
dat Giſſen miffet: Murpmaffen Beträge. Dat -
kan nig. miffen, de veel drinkt, de moot veel
piſſen.
Mislik, adj. und adv. 1.) das fehlen oder mislingen
kann, veraͤnderlich, gefährlich, zweydeutig, an-
ceps,.quod eft in diferimine... Cod..Arg. mif-
faleiks: A. ©. miflenlik, und mislic, varius,.
-diverfus. ¶ Idt fleit mis lik es fieper gefäprlich |
aus: der Ausſchlag ift ungemiß.
2) Unmürphs voll, übel zu frieden, ſchwermuͤthig.
Wir ſagen ſonſt auch moielik. He is daar regt
mislik aver: er iſt damit uͤbel zu frieden.
Misdoon, Misdunken, Mismood, und viele andere
zuſammen gefeßre mehr, fe unter ihren Hauptwoͤr⸗
tern.
Mishellung, Mispelligfett Es komme in. ber Gens |
dragt vor. Sonſt finder man auch dafuͤr, in dem
alten Dokumenten > Mighegelicheit. © u unter
Hacen..
MısscHien, vielleicht. R.
Mıst, Nebel. R. Die Engländer und Solländer ı neng
‚nen es eben,fo. E. moift, feucht. 4. S. Mitt,
Dunkelheit. Welches beydes fich auf den Nebel
paſſet. Celt. mws, putidus, vapidus. Die
ESchiffleute haben ein Spruͤchwort: Miſt het den
Ooſt in der Kiſt: weil auf den Mebel gemeinigg
lich reine Luft mit einem Oftwinde folge
Mifig, neblicht. E. miſty. R. |
MıT, ı.) mit, cum, ‚una. . S. Meoe: (>
| 14 Hu las
— i68 J — J Mir.
*) Unſere Bauern Brauchen es. noch b, wie unfere
WVorfabhren, fuͤrꝛbey, apud. A. S. mid, bey
+ Mit enem denen: ben, einem in Dienſte ſeyn.
Stat..4. Hadde och ein unberuchtiget Frowe
edder Maget 3 Jahr mit ehem unk Borger
ofte Borgerfken gebenet, wolde de orger ofte
de Borgerſke oͤhr de Borgerſchup bidden,
des ſen ſcholen de Radtmanne nicht weigern.
Aruutsrolle der Goldſchmiede: Welke Mann un⸗
fe Ampt winnen will, unde hefft hier nicht ge⸗
lehrt, de ſchall bier tho vorne time Jahr denen
mit nem, tween offte dreen Meiſtern.
Mıre.. ‚ein ordentlich gelegter Haufe Heu, Stroh,
oder Garben, der oben, wo er ſpitzig zugehet, vor
dem Regen gedecket iſt. Es kommt genau uͤberein
‚ mit.bew Lat. meta, welches eine jede ppramidens
— foͤrmige Höhe bedeutet. Herr Wachter aber leitet
es mit Rechte her von. dem A. ©: mithan,
bedecken. Dieß Wort ift hier noch uͤberall im
Gebrauche, und nicht bloß allein im Pommern,
wie Friſch meine. Lat. barb. mita. Die Du
denburger fagen auch Wifte. | u
. Marz, eine Milbe, acarıs Ein bekanntes kleines
Gewuͤrm, welches ſich in unzaͤhlbarer Menge von
Kaͤſe, Mehl u. d. g. wäßret, und zum Theil fo
lein iſt, daß er einem unbewafneten Auge uns
ſichtbar iſt. Es iſt verwande mit Made, Med⸗
DIE und Motte, obgleich” dieſe Wörter verſchlede⸗
tie Arten von Gewuͤrm bedeuten. Denn fie flanıs
. men alle ab von matjan, eſſen. S. unter Ma-
BE wu die Engländer und Franzoſen nennen
rn eine
J 5 . N \ . v
37 a N.»
‘., | Non
4 .
Mır. Mon. 0 169
eine Kaſemilbe Mite. - Im Hannoͤberiſchen ſagt
man Memel, welches mit unſerm Emel überein |
kommt. |
Witerig, in Hamburg mietig, voller Mitben, wa
von Milben zerfreffen iſt. 3. B. miterigen Ki
fe, und miterig Meel. J
— beſſer Midnagt. Mitternacht. S. unter
MIDDE. | u
Mood, 1.) Muth, in der weitläuftigften Bedeutung. |
R. A. &. Mod, Mode. Sn Cod. Arg. aber
iſt Mod von eingefchränfterer Bedeutung, dee
Zorn, fo mie wir es auch ſowol vom Zorne, als |
von allen Gemuͤthsbewegungen brauchen. E.
Mood, Laune. In dullem Mode: im köllen
Sinne. Sines Modes vull weſen: : voller Uns
willen ſeyn: auch überhaupt, in heftiger Ge
muͤthsbewegung fen. Ginen Mood kölen:
das Muͤthlein kuͤhlen: ſeiner Rache ein Genuͤge
thun. In haſtigem Mode: aus Uebereilung:
im erſten Triebe der Affekten. Ik hebbe daar
kenen Mood to: ich habe. Feine Neigung dazu: _
it. ich babe Fine Hofnung dazu: ich zweifle an dem
guten Exforg. Ik hebbe goden Mood to dem We⸗
der: ich hoffe, das Wetter werde gut bleiben. Sprw.
Good maaft Mood, Mood maakt Aver⸗
mood, Avermood deit felden good. In alten |
Dohumenten fiefet man auch: funder unſen oͤve⸗
ben Mood: mit unferm guten Willen, obne daß
Wwir es uͤbel nehmen.
2. Ad Schaum auf dem eingeſchenkten Bier, R.
Welches wir.fonft gewoͤhnlicher Riem nennen.
2) bie dänne Sure von: cetechter Soßergräge ,
oder Scheldegerſten: Haberſchleim.
| Moden, Vermoden, vermuthen. Dat was if nig
“moden, oder vermoden: das war ich nicht ven
muthen: das hätte ich nicht gedacht, K. |
Anmoden, und Tomoden, zumuthen, begehren. Dat
moͤt ji mi nig anmoden weſen: das muͤſſet ihr
voon mir nicht verlangen, -
Modig, muthig. it. ſtolz. A. ©. modig, fletz: MO«.
cdiian, ſtolz feyn.
Modigen, Anmodigen, muthig machen, den Muth
‚beleben, anreizjen. De Peerde anmodigen: x bie
Pferde aufmuntern, anfpornen,
= Gemöt (os), Gemuͤth.
Ungemöte, ein Gemuͤth, das ſi ch ſeiner nicht mächtig
iſt, Unenthaltfamkeit, Ungenuͤglichkeit, inconti-
nentia, impotentia animi. Es iſt veraltet.
Rein. de Voͤs 4B. 2 Kp.
Alto vele hegheken was nerver[de gud: —
a, deſulve vaken myſſen mod,
Wes ſyn Unghemoͤthe darhen ſteyt;
| Unde frycht den Gheyſt der Ghyihcheit.
Avermood, Uebermuth. Avermödig, übermürhig.
Mismood, Kleinmurh‘, Schwermuth, Verzweiflung.
Mismödig, kleinmuͤthig, ſchwermuͤthig, zur Ber
uweiflung geneigt.
Sulf-mood, Muthwille, Eigenwille. Sulf⸗ moaig,
adj. und. adv, muthwillig, eigenmillig, eigens
maͤchtig. Sind veraltet, . Beym Renner, unter
dem % 1562, fehreibt der in der Hardenbergi⸗
ſchen Uncuße auegewichene Raih an die Aelierlente
| in.
‘/ ‚ »
. ’ ‘ ı —
*
Mo». . am
in Bremen. Und is juw genochſam bewuſt,
welker maten wy am 19, ock folgenden 21 und
22 January jungſt vorſchenen, van deren
uch unſem Middel, nomlich Daniel von Buͤ⸗
ren Borgermeiſter, Joh. Brandt und Brun
Reiners uch ſulffmodigen Vornehmende —
im Stole unſes Rhathuſes, dar wy ſampt |
mehr anderen Heren der Wittheit darhen ges
vordert, weder Gott und de Opericheit, abs -
ne billiche, vedliche und. rechtmetige Oorfafen, >
unvorſehendes ſulffmodich und mit der Daht
averfallen ıc. |
Jnmood, 1.) Unmuth, indignatio, æsritudo.
2.) Widerwillen, widrige Geſinnung. In einer
Urkunde von 1378, in Caſſels Bremenſ. T. IL
p. 284. Were of, dat en ofte den eren yen⸗
| ‚ nigherhande Schaden ſchude — dat ſchole
. wy un willet en witliken, un vrintliken weder
doen zunder yenigherleye Unmud binnen den
‚ negheiten. Mande Geſchaͤhe auch ihnen
oder den Ihrigen irgend einiger Schade, dag follen
und. wollen wir ihnen innerhalb des nächften Mies
nats Fund thun, und wieder erftatten, ohne einis
gen Widermillen. Be |
Weddermood, eine twidrige, bange Ahndung, Klein⸗
| muth, Bangigkeit bey Gefahr. - Iſt auch nicht
mehr gebraͤuchlich. Reineke de Vos, p: 52.
(Wolfend, Ausg. 1712.) Dat fi f eyn ſchal j
beth holden in Weddermod, wan em dat Her⸗
te van binnen to ſecht: deß einer ſich beſſer hal⸗
ten
‚ 174: 2 "Mon. =
ten ſolle bey einer gefahrlichen Ausfi dt, als im
fein Herz iniwendig.zufage.
Mood.balten, fich heftig bemuͤhen, aus dem. Athem ar⸗ |
beiten. R. Der lehte Theil diefes Worts it bar
ſten, baften, berſten. Es bedeutet alſo vie Auf
ſerſte Anſtrengung aller Kraͤfte der Seele und des
Leibes, gleichſam bis zum Berſten.
Mood-vwille, 1.) Muthwille, petulantia. |
2.) Bey unſern Vorfahren auch, freier Wille, ohne |
Zwang. Stat. Stad. V. 13. So wat ein Mar
dheme anderen lovet mit Motwillen unbe
| dhrungen, dhat ſcal he ometo Recht leiten. Und
Vill. 1. Untgeit oe ein Knecht finenie Hern
- mit Motwillen (d. i. aus eigener Bewegung, .
wie der Gegenſatz dafelbft zeiget) er rechter Tit,
he fcal fineme Deren wedherferen, fo wat ome
ſin Dere gheven hevet van dheme Jare ofte
van der Dart. So auch Stat. Rigemt. ber
Pufendorf T. III. p. 246. 2
Mönper, Mupme S.Meopper
.Möonx; Möe (s), mide A. S. methig. Set,
modur. H. moede. Es ift verwandt mit Mol
te, Mühe, Arbeit,
Vermöden, Vermöen, müde werden, laffari. . Ä
Moden, Weinhefen. Es gehoͤret zu Mudder, und
| hat nichts gemein/ in der Bedeutung und dem Urs |
ſprung, mie dem folge Moder, Mutter: wie R
‘in Id. Hamb. ſchon gezeiget hat. De Wien
ligt nog'up de Moder: ber Wein iſt noch nicht
von den Hefen abgezapfet. . |
Mopux, Mutter, mater. Gr. jur. De Menden.
2
C — —
Mon.’ a 273
A. S. Meder, Medor. 3. Moeder. e. Wachs
ter in Mutter. Man fagt auch Moor: wor
., von unter, Hier find zu merken Moder⸗minſ €
und. Modersfeel, in folgenden Mevensarten 3 ?
Daar let fif kien Moder— minſk, oder Moder⸗
feel ſeen: es laͤßt ſich Bein einziger Menſch (keine
Seele) ſehen. He is Moder · ſel alleen: er if
ganz allein |
ver, Moor ift aus Moder zufammen gejogen. 2) 5
Mutter, In der Pöbelfprache:. beſonders auch im
verachtenden Sinne. R.
2.) Baͤrmutter, matrix, uterus. it. das Mutter⸗
beſchwer. Die Bauern nennen auch die Kolik al
fo. De Moor fnipt fe: fie hat Mutterbefchwer,
‚oder, die Kolie Won der. Mebensert: Sine
Moor brien, ſ. unter Brüzn, und Bux..
3.) Moor für Nagt:moor, f unten befonders.
oderken, 1.) das Verkleinerungewort Maͤtterlein Pu
Mauͤtterchen. u
2.) die Mutter an einer Schraube, die Vefnung, ”
worin eine Schraube gehet. |
portjen ift das Verfleinerungswort von Moor : ..
Muͤtterchen. Oortjen van’t Moortjen nennen
wir eine Tochter, welche das Ebendild ihrer Mute, .-
ter ift, befonders in böfen Eigenfchaften. Gleich⸗
ſam, ein Städ oder Ende von der Mutter. Vom’
einem. Sohne, welcher feinem Water nachartet, |
heißt es: Aartjen van’t Vaartjen.
arken-moder, Schweinsmutter, eine ſaͤugende Sam
oder - kind, oder Moder - minfk, ein Menſch.
on ver dat nien n Mober find dat mag bes
ko! \
—
IE
176
on Moa | |
ſchriven, und fragede, offt he er (der Ga
fen) ock mechtig fin mochte tho Rechte? (an
poſſet habere potentiam eorum ad faciendam
juſtitiam? wie es Wolterus Chron. Brem. in
NMeibom. Script. T. I. p. 69. ausdruͤcket.) fü
wolde he ſick darmede bewerven, dat ſe geſche⸗
den wurden. Bald darauf: Do tog he uut
der Taſchen einen Breef, daar de Graven in⸗
ne geſchreven hadden, he ſcholde oͤhrer mech⸗
tig wefen tho Rechte (fie wollten ſich vor ihn,
als vor ihren Richter, oder. Schiedsmann , zu
Rechte ſtellen, und ſich feiner Entſcheidung unters
werfen) s und ſede fort: nadehme ick oͤhrer
tho Rechte mechtig bin, nu werde ick ock oͤhr
Viend nicht. Ick will dar gerne Dage twi⸗
ſchen maken, und juw in. Frundtſchup offte-
in Rechte ſcheden. Eben derſelbo unter dem J.
| 71408 Were od, dat Ede Winneken —
der Bremer Viendt bleve, oder de Bremers
hirna mit den Freſen tho Weide quemen, und
wy der Bremer mächtig weren tho Rechte
(wenn bie Bremer es unferer rechtlichen Entſchei⸗
i dung anheim ſtelleten), unde de Vreſen oͤhne
nicht dohn wolden, deß fe oͤhnen van, Ehr und
Rechtes wegen plichtig weren, fo ſchoͤle son
den Bremeren behulplich ſin up de Freſen mit
aller unſer Macht.
„2.) widerlich zu genieſſen. Es wird von einer
Speife gebrauchet, die wegen ihrer Staͤrke, oder
Fettigkeit, bald fättiget, und Eckel erwecken. Ene
nmnaaͤgtige
Moe. 0 0.0.47.
maͤgtige Koſt: eine ſtarke, Arge Speiſe. |
Auch weer⸗maͤgtig.
3.) ſehr, ausnehmend. Maͤgtig groot: | überaus |
groß. Maͤgtig heet: ſehr heiß, I
Amagtig, Amägtig, für Anemägtig. ©, im Buch
ſtaben A
Unmägig, Unmechtig, nicht mächtig, mas hicht in...
jemands Gewalt if, non compos. In den Pri
vileg. des Fleckens Buͤcken (f. Ratblefs Geſchich⸗
te der Grafſch. Hoya und Diepholz, Tb. III. S.
116.) heißt es: Toge aber Jemand daruth
- in andere fromde Jegendt ohne Unfern Bil
fen, da wy finer unmechtig weren — de
ſchall duffe Gnade verwrogt hebben : würds
abber jemand ohne unfern Willen in eine fremde
Gecgend ziehen, da wir feiner nicht mächtig wären, |
Ä der foll dieſer Gnade verluſtig ſeyn.
Voll- -mägtig. S. unter VuLL.
Weer-mägtig. ©. unter "WEREN (n).
‚Mägtigen, Macht und Recht zu etwas erteilen, be⸗ u
vollmaͤchtigen. Gemaͤgtiget weſen: Macht ha⸗
ben, bevollmaͤchtiget ſeyn. In einer Verordnung
des Raͤths von 19593, wodurch die fo genannten
5 Stuͤcke ohne Gnade in den bremiſchen Statu⸗
“zen gemildert werden: Wy Borgemeſtere und
Rahtmanne der Stadt Bremen don kundt
und tho weten — nachdeme wy — gemaͤch⸗
tiget geweſen, und noch ſeyn u. ſ w.
Undermagten, fich ermächtigen, unterwinden, anmaſ⸗
fen. S. Undermaten, unter METEN („).
Möge mr 1.) Vermögen, Macht. A. S. Mæge.
M Besten
"178 Zu _ Moa.
I Vaeltete Kedensarten find: volle Möge, Boll:
mache. Möge hebben: Macht Haben, können,
- Man fagt auch noch: dat was fien Möge, nig:
das war nicht in ſeinem Vermoͤgen. |
2) Wohlſchmack, Appetit. EIF fin Möge: ein
jeder. folge feinem Geſchmacke: chacun a ſon
gout. Aver Möge eten: über ſatt eſſen. R
Msgehaftig, 1.) eines Dinges habhaft, der die
Macht und Uebermacht hat, ſich bemaͤchtiget bat.
Es wird nicht mehr gehoͤret. Vogts Monum.
ined. T. J. p. 486. De deme oͤverfolde unde
worde moͤghafftig: welcher denſelben uͤberfiele
und uͤberwaͤltigte. i
2.) vermoͤgend, bey Kräften. Bremenſ. T. II. p.
498. Dat Gotfridus — in de Buden vor
deme Ghevele veer arme Luͤde, de oͤn behege⸗
lyk find, ſetten moghen, unde in de holtenen
Buden ene vrome moghenhaftige Vrouwen,
unde de ſchal de erben. veer kranken Luͤde
vorheghen ꝛc. daß er in die Buden vor dem Gies
bel 4 arme Leute, die ihm gefällig find, ſetzen
möge; undin bie Gölgerne Bude eine feomme Frau,
Die noch bey guten Kräften ift, daß fü ie bet odber
meeldeten 4 kranken Leute pflege.
Mich 1.) möglich, thunlich, Leicht zu leiſten, mäß
ſig, billig, erlaubt, Welche Bedeutungen alle |
eine aus. der andern flieffen. S. Haltaus unter -
diefem Worte, - Renners bremifche Chron. im fer
ben Erzb. Albere II. Do fede de Kopmait,
IE duchte ehm wißlich und geraden fin, dat |
J mem einen mioegeliten Schott lundigede up
Moa . i79
- | \.. on . Ä
- Dat. men de. Sefangenen loͤſede: da ſagte die
" Kaufmannfchaft, es dünfte ihnen vernünftig und
rathſam zu ſeyn, daß man einen mäffigen Schoß -
ankuͤndigte ꝛc. Brem. Barbier: Kolle von 1499.
Dar Cnaͤmlich im Kriege). fihall defulve finen
Soldt ock mede entfangen, und hebben van
den Wunden luttich und grot vor fine Arbeid
seinen moeglichen Pennich: d. ü ein billi—
ges Geld, So auh Kind. R. Art. 170 wo .
von dem Hopfen, der. unverfauft übrig bliebe, ver⸗
ordnet wird, daß er folle aufs Rathhaus geleger
werden, und bafür foll man mogelid) Stedegelt
van geven: ein mäfliges Stättegeld geben.
. Stat. go. Dat ſchall he eme gelden, und fis
nes Arbeides Ionen, als idt dene Rade mo⸗⸗
gelick dunfet: das ſoll er ihm erftatten, und für
feine Arbeit lohnen, fo wie. eg dem Rathe billig |
dünfe. Ord. 2. Unde dar ſchall men deme
Seryvere mogelick —— vor geven.
Man ſagt auch noch: ene mögelife Bede: eine
Bitte, welche leicht kann erfuͤllet werden.
=) adv. vielleicht. H. moogelyk. Zr, peut efre.
Idt kan möglif angaan: es kann vielleicht ge |
22: heben...
Mogenheit Bermögen, Kraft. Erb. Chriſtofſers
Vergl. mit den Ständen des Erzſt. Bremen von
1534. Welchen wy ock mit aller Macht ge⸗
treulich keren und af wenden willen. | S. Caß
ſels Bremenf. T. J. p. 589. |
Vermögen ; Dar vermögend woihelen- vermoͤ⸗
| EM a Be 3.
is 00 Mon
gende it, ſtotz J einig auf Reichthum und
Macht, großthuend. R. u.
"Moık, Moje, Muhme, matertera. 5. Moei,
NMoeye. Rein. de Vos, 1. B. 32 Kap.
Seed doch hir, myn leve Moye, |
af mob nu dregen yuwe Schoge,
Mir fagen jege dafür Waſe oder Waͤske.
Moss; ſchoͤn, huͤbſch, fein, artig. H. mooi, mooye.
Ene moje Deern: ein ſchoͤnes, huͤbſches Maͤd⸗
chen. Sik moje maken: ſich ſauber kleiden, ſei⸗
nen beſten Putz anlegen. Se is moje an tagen:
fie iſt zierlich gekleidet. Dat geit moje: das ge
‚bet gut. Daar will niks anders van weren,
a8 .moje Weer: diefer Sturm (Gefahr, Ver
- druͤßlichkeit) wird ſchon vorüber gefen. °
| Moır,. 2.) Mühe, Arbeit. Gevet jou fine Mioie:
bemuͤhet euch nicht, |
=) Kummer, Gram, SHeryleid. Diefe beyde Be⸗
deutungen hat auch das Gr. uoyoc. Verwandt
find moͤde, moͤe, müde,
va Moiheit, und Moite, eben daſſelbe in beyden Bedeu⸗
tungen, H. Moeite. Schw. Möda. Gr. uoyos
und wog. He maket ſik een Hupen Moite:
| er gibt fich viele Müpe, Menners Epron, unter
dem 3. 1366. Stodden oh, ‚Hollmanns
PDoͤren in ber langen Straten entwei, ſchlo⸗
gen oͤhme mit einer Genſen dodt, und hingen
obohme in fin glafe Fenſter vor ſiner Doͤre —
ddo dat fine Fruwe fach, vell fe in ohre Kame⸗
⸗
14 v
r
ten von, Moyheit und Schrecken dahl, ge
noht eines Kine, und ſtarff korts darna.
Eben
20000000... Möı. 0.0, 181
“ Eben derfelbe: A. 1368. ftarff des Biſchups
Vader, Hertoch Magnus (von Seaunſchw.
von Moite und Bedroͤffniſſe. |
Unmoite, Muͤhe, Unluſt. R. |
Moite -'maker, ein unrubiger, Menfh, der andern
Muͤhe und Verdruß verurſachet: ein Meutma⸗
her, Aufruͤhrer. R. fagt, daß es in der letzten
"Bedeutung, in Hamburg, nicht Ablich ſey: wir
aber brauchen es allerdings alfo. J
Moielik,.1.) muͤhſelig, was Muͤhe und Verdruß er⸗
wæecket, Ene moielife Sake: ein verdruͤßlicher
Handel‘
2.) leidig, erdruͤßlich, unzufrieben ; der Muͤhe,
Verdruß und Leid empfindet. He id ganz moie⸗
lik daar aver: er iſt ſehr verdruͤßlich deswegen: |
er grämer fich darüber, .
Moien, Müße made, kraͤnken, beteüben, affigere, |
eruciare. In Osnabr. moggen..S. Alt Fraͤnk.
muen, muohon, muwen. H. moeien. Gr.
uoyew. Luther braucht das einfache mühen. für
bemühen, Mühe machen, befehwerlich feyn, Marc,
V. 35. Dat moiet mi; aud) in der zurück keh⸗
renden Bedeutung (fenfu reciproco) : Ik moie .
> mi-daar aver: das. ift.mir leid, ich gräme mich
darüber. De Minsk moiet mi: und: if moie
mi aver den Minsfen: der Menfch bauret mich,
= Ach bedaure den Menſchen. In ber erften und eis
‚7 gentlichen Bedeutung des Bemüpens brauchen wir
es nicht mehr; fondern das folgende: - ,
Benin, bemühen, Muͤhe machen. Eendr. od den |
„Rath nicht wider bemoyen und befehmehren: Ä
. \ M3
—
. 182 Ä Mot.-
auch dem Rathe nicht weiter Dig: und on
den machen, |
Bemoiung, Bemuͤhung.
Mounpr, und Molle, eine Mulde, alveus, mactra. ü
A. S. Mele. „Sn Hamburg Molge, Mölle,
Idt reegnet, a8 oft mit Mollen gote, fagt
| man von einem flarfen Regenguſſe.
"Mölken (os), Lleine Mulde Kuͤnd. Rolle Art.
118. (105.) Nemand ſchall Molden, Tröge,
Töver, Schuppen, Moͤlcken (in einigen Ab⸗
ſchriften ſtehet Melen), offte dannen Delen,
buten unſer Stadt, mit Vorworden beſlan:
d. i. auſſer der Stade beſprechen und aufkaufen.
MöLe (or), Mühle, mola, molendinum. E.
Mill. H. Meulen, und Molen. Fr. Meule,
Moulin. Daͤn. Molle. Celt. Melin, Milin,
Meul, Mulinn. A. S. Mylen. Gr. vun .
Man ſehe, was unten bey dem Worte Mur
bemerket if. Dat is nog inder Mölen: an
dem. Vorhaben wird noch heimlich gearbeitet,
Daar id wat in der Mölen: man hat etwas
vor, das bald ausgeführet twerden fol. He het
enen Slag van der Windsmölen: er ift im
Kopfe verrücke. Dat is Water up fine Mole:
. das kommt ibm fonderlich wohl zu Statten.
..MoıLxen. ©. unter MELk.
MorT,.1.) Mat;, polenta. %. S. Mealt. €.
Malt. H. Mout. Hoppen un Molt is an di
verlaren: an dir find Koften und Mühe verloren.
Havern Molt: Habermas. S. Stat. 23. ".
=) ein Dale, ein Dan Sarie von 4 Schef⸗
feln·
*
|
Mom. 283 |
feln. X Engl. Maulder, Malder. Lat. barb.
molcium, maltra, ınaltrum, maldrus, und
maldarium. . ®on bem Goth. Mell, Mela:
el, Mal: Schw. Mææcel: Flandr. Mael: ein
Scheffel, Maag. Die erſte Bedeutung Malz iſt
vermuthlich aus dieſer entſprungen. Een Molt
Roggen: ein Malter Roggen, u
Molten,. Malz machen. H. mouten, | =
‚ Molter, ein Maler, der Malz machet. Holt. Mon
ter. W W
Möme (oe), Mutter, Mama. Cambr. und Engl.
| Nam. Fr. Maman. Span. Mama. $at. mam-
. Gr. wann, waumer, weumaav. Seht
nennen nur noch faum die Kinder der. ngefchlifs
fenſten Bauern ihre Mutter Möme: vor Alters
aber bedienten fich auch Perfonen vom vornehmen
Stande diefes Worts. In einer Urkunde von
1369, benm Vogt Monum. ined. T. Il. p. 174.
Allen Süden, den defe Bref geoghet werd (zu
Geſichte kommt), do wy under Kerften, .
- Grefe to Delmenhorft,. wittliden un open
bar, dat: vor uns, un unfe Möme, geweſen
hebbet Elaus Fleckenſchild ꝛ)c. Das Sprw.
Dat ſcholl de Hund ſiner Moͤme nig geven,
wird auch hier, wie in Hamburg, von einem Lecker⸗
biſſen geſaget.
Momme, Mömme (on), und Memme, ift eben daſ⸗
ſelbe. Die Kinder nennen ſo ihre Ammen und
Waͤrterinnen. Fuͤr einen weibiſchen und verzagten
Maſthen I brauche es auch die Hochdeutſchen.
Ma. Mömeken-
| 254
Mox. Mor Mon.
‚Mömeken- kind, .Mömeken- föne, ein vergdetfts u
Kind, Mutterſoͤhnchen. R.
‘ Monwnıx, Monnk, oder Munnk: ein Mind. it.
ein Schilderhäusgen. Iſt aus Dem Gr. novayoc,
monachus. Monneken, zum Verſchnittenen |
. machen, caftrare. | |
M oPs, ein Mopshund. ik ein ungefchliffener: dummer |
Menfh. Wir fegen dieß Wort, da es im Hoch?
deutſchen eben ſo bekannt iſt, nur deswegen her,
um dem alt: fächfifchen Urfprung deſſelben zu bemer:
Een: nämlich von einem Worte, welches die Engl
länder ohne Zweifel aus dem Angel-Sächfifchen,
beybehalten haben, bey uns aber verloren ift, ‚to
mop, ein häßliches Maul machen, das Maul aufs
werfen. - Demnach fi ind Die Möpfe alfo benennet
wegen ber eingebogenen und ſtumpfen Naſe. Mit
—
wenigerm Grunde leitet es Wachter ab vom Gr.
wu), myops, uͤberſichtig. In der uneigentli⸗
chen Bedeutung, fuͤr einen dummen Menſchen, ſa⸗
gen die Engländer Mope. Moppel, oder Mops
‚pelfen, ein Fleiner Mops. Womit Muffel, ein
Dickmaul, der groffe Lippen bat; it. ein Hund
miiit einer Dicken Schnauze, genau uͤberein kommt.
Fr. Muffle, Schnauze, ein haͤßliches Maul,
-„ Moor, Mutter. ©. unter Mover, .,
“Moor, Nagt-moor, ber Alp, incubus, ephialtes.
2. ©, und Schw. Mara. . €, Night-mare. H.
' Nagt-merrie. Fr. Cauchemar. Chytr. No-
mencl. Sax. Nacht⸗ maͤr. Aus Vergleichung
dieſer Dialekte erfcheint, daß unfer- Moor vers
derbet iſt aus Mine, Mar, Site, Pferd. S.
J Wachter
N
N
nırwen,
| Mor \ 188.
. MWachter unter Mar, Nacht-mar. De Moor
.. het em druffet: oder, de Nacht: moor het em -
reden: der Alp’ bat ihn gebrücket, oder geritten.
Es hat dieß Wort nichts, als den laut ‚gemein
mit Moor, Mutterbeſchwer.
Moor, und Moorjaan, ein Mohr, Maurus. Dieg
Wort bat vermuthlich den Begriff des Schwarzen
und Dunkeln: welches auch in dem folg. Moon.
Moraſt, fihtbar if. Vergl. das Gr, dpaupacı..
dunkel. ©. Wachter. J
Mauritania nomen | |
Oris ‚habet, titulumque fuo fert ipfa color,
Manil. Lib. IV, Mooriaan ift auch bey den
Holländern gebräuchlich. . He fut uut, as en’
luͤtzjen Moorjaan: er ſteher ſchwarz aus, wie
ein Feine Trr
Moor, fümpfiges, moräftiges fand ; beſonders ein
ſolches, woraus der Torf gegraben wird. ©.
Mere. sl, Myra. €, Mere, Moor. H.
Moer, Moeras. Fr. Marais. Man vergleiche
Mudde, Mudder, Made, Mae, welche
Wörter bey uns das Hochdeuefche Schlamm aus
druͤckeß: und Moder. Celt. Mor, Meer, ma-
re: und Morfa, Sumpf. Lat. barb. mora.
Morime fagten. unfere Vorfahren, anftatt Moor. Sm
Morime: im Moore,
Morig, Moorartig, motaflig. Lat. barb. morinus,
morofus. | |
Anmorig, etwas moorartig. - Das Land ift anmorig,
wenn es mit etwas Moorerde vermenget ift. |
Moor-aal, „ein Aal aus ſuͤmpfigem Waſſer , welcher
Ms5 Ä raue
⸗ —
z, [
186 ; u Mor.
brauner von Farbe if, aie der Fluß⸗ ober Befen
Aal.
Moor-damm, ein Steinweg durchs Moor.
Moor-farer, ein Schiffer, der mit platten Fahrzeugen
(Eken oder Bukken) den Torf aus vem:@oort,
‚die Wefer herauf, an die. Stadt bringt.
Moor- -maier, ein Maier im Moore, colonus in ter-
ra paluſtri et bituminofa.
Moor-vaagd, ber Auffeher des Torfmoors.
Moor - vagel, ein Waſſerhuhn, fulica. E. Moor-
hen.
Moor-wurteln, Paflinaten , Mooreüben : weil fie
gern in ber luckern Moorerde wachfen. - Junius
‘ in Etym. Angl. merfet an, daß More an eini⸗
gen Orten Englands eine Wurzel bedeute. . X.
©. Feld-mora, Paſtinak. Auch die Hochdeuts
ſchen nennen die gemeinen gelben Rüben Moͤh⸗
ten, gelbe Möhren, die doch beſſer in fandigen,
als moraſtigen Gegenden wachſen.
Avermörsk, jenſeit dem Moore, was uͤber das Moor
"herkommt. Avermoͤrſke, oder anermörffe Bu⸗
ren, nennet man in Bremen die Bauern, welche
bie hohe Geeft hinter dem Moore: ‚bewohnen, und
fich eben fo ſehr durch ihre einförmige Kleider,
tracht, als durch ihre Sprache von andern, in
uunſerer Machbarfchaft wohnenden, Bauern un⸗
\ terſcheiden.
MöR (on), muͤrbe, morſch, weich, mollis, fragilis.
A. ©. mærwa, mearu, mearwa. Alt Fraͤnk.
mar. Ge m meur. * morw, murw, Gloſſ.
won | Pez.
TOTEN
Mor, / 187 —
Peæz. muruui, teneritudine. lacherlich iſt die
. Ableitung vom fat. mollis. |
Mör- brade, das zarte Fleifch, welches unter den Nie:
| ren, am Ruͤckgrate der Rinder und Schweine
| figt. mufculus pfoas. R. | Ä
Mo: orp, homicidium, caedes. Cod. Arg. Maurthr.
X. ©. Mordur, Morthier. €, Murder. :
Fr. Meurtre, Hieher gehöret das Eelt. Murn-
‚dwrn, heimlicher Zodtfehlag, ‚von Murn,. Nach:
ftellung, infidiae:- und A. ©. Morth, der Todt:
at. mors: Gr. woeos: Perf. Mork. Dat di
de Moord flae: dag dich der — iſt ein gottlos
fer Fluch des Pöbels, |
Moorden, Afmoorden , - Vermoorden ,_ ermorden,
Die Holländer fagen auch vermoorden. Glofl.
Pez. farmurdran. Perf. mordaniden. Die
übrigen verwandte Dialekte f. beym Wachter.
Mördener (es); Mörder, €, Murderer. 9 Moor-
denaar. .
Moord-berner, Mordbrenner. Ord. 102.
Mordlinks, moͤrdlich, moͤrdlicher Weiſe.
Moor-kule, Mordgrube, Moͤrdergrube. |
Moord - fchelm, ein benfermäffiger Buße, Galgen⸗ |
Dieb, j |
Moord-vagel ſoll eigentlich. einen Raub; ‚oder Stoßvogel |
bedeuten. Wir nerinen aber fo ein Pleines Roll
brett mit feinen eingefchnittenen Streifen (ftriis),
mit einer-gleichfalls geftseiften. Walze, mit wel:
chem das Frauenzimmer die Spigen des Kopfpuz:
zes Fräufelt, Damit fie deſto vie an das Geſi cht
radeln ge
\
/ ‚Moxcen,
\
188 Mor
MorGEN, 1.) cras, mane, tempus matutinum.
Cod. Arg. Maurgins. %. ©.’ Mergen, Mor-
„gen, Marne. €, Morne, Morniig, Morgen:
„geil: morrow, adv. morgen, cras. Moren⸗
- morgen fügt man im Haunde, für, morgen früh:
E. mörrow-morning. Morgen is de Nagt
wege: ſ. Nacr.
2.) Ein Morgen Landes bäte ſehe Hund, ober
720 Ruten
Morgen - fprake, 1.) die. vorläufige Rathspflegung
der vornehmſten Glieder des Raths, welche des
Morgens fruͤh gehalten wird, ehe ſich der ganze
‚Rath verſammelt. Sonſt auch. Morgen; read,
conſilium matutinum. Daher iſt die Redensart
zu erklaͤren: Morgen⸗ſprake holden: die Koͤpfe
zuſammen ſtecken, uͤber etwas rathſchlagen, ohne
Zuziehung anderer, welche die Sache mit Ange:
ber: auch: insgemein, über feine Angelegenheiten
rathſchlagen.
2) die Zuſammenkunft der Handwerkszuͤnfte, in |
welcher fie fich über die Angelegenheiten ihrer Zunft _
berathfchlagen. -Conventus et confultatio opi-
ficum matutina. Es gefchiehet folches des Mors
gens; wie vor Zeiten alle feierliche und gerichtliche
‚Handlungen des Vormittags, bey Sonnenfchein
vorgenommen wurden, : Daher die Frage, bey
Hegung eines Gerichts , ob es ſolche Tages
zeit fen), daß man Gericht balten möge? ©.
Muldeher in relig. Juris Germ. in Stat, Fran-
cuſinæ eivitat. deprehenf, $. 2 |
Morgenfpraks: heer, ein Rathsherr, welcher; unter
oſfentlichen
“N . Nos Mor. 189
offentlichem Anſehen, bey den Verfammhingen der
Zuͤufte gegenwärtig ift, nicht nur, um den Bes
rathſchlagungen Anſehen und Gewicht zu ‚geben,
: fondern auch, um zu verhindern, daß in folchen
Verxſammlungen etwas verhandelt werde, das zu
Aufruhr und Meuterey Fönne Anlaß geben. Die
fes gründet fi auf dem 6ten Art. der Eendragt.
ORTAAN, gemengtes Metall, lockenfpeis, zes. .
it Meſſing. Es ift in dem Munde bes gemeinen -
.- Mannes verderbt aus. Metal, Ken mortanen
Möfer: ein Mörfer aus: Metall, oder Mefling.
005, Gemüfe, Zugemüfe: :befonders,. eine Mehl .
ſuppe, Brey. R.und S. ©. Wachter. Kinder
mötet nig.alle Moͤſe fchmeffen willen: Kinder
muͤſſen nicht alles ſchmecken wollen, |
ösken (os), diminut. eine Mehlfuppe, Pap fuͤr
die Kinder Moͤsken⸗geſigt, ein blaſſes Ges
ſicht, ein Menfch von blaſſer und kraͤnklicher Ge
ſichtsfarbe. | |
fitt-mösken, eine Nehlſuppe von Weizenmehl, in
Milch gekocht. it. : ein Menſch ‚ ber blaß und
ſchwaͤchlich ausſiehet.
lengel-moös, ein Gericht, fo aus vielerfen Sachen
zuſammen geruͤhret und gemenget iſt. it. ein jedes
Mengſel, auch von andern Sechen, ein in Miſ J
maſch.
loſen, zu Muus machen, quetſchen. R
[öserR (os), Mörfer, mortarium.
lösen (on), müfen. R. Ik moot, du mooft,
- he moot, wi.mötet ic. Ik moſte, ich. mußte,
. 5
It hebbe moſt , ich habe gemußt. 5. moeten.
ẽ.
190
" Mor.
E. i'muft, ich muß. A. S. ic mot, id kann,
ich darf. Moͤten is Dwang: gegen die Noth—
wendigkeit kann man ſich nicht ſtraͤuben. Men
de Buur nig moot, ſo roͤget he nig Hand nog
Soot: der Bauer will gezwungen ſeyn. |
— Möten (0), 1.) entgegen. geben oder. fommen, ;
begegnen, occufrere, obviamire. Cod. Arg.
motjan, und gamotjan. A. S. gemetan: E.
meet, H. moeten ,. gemoeten , ontmoeten,
.Dän. möde. Schw. möta. In dem alten
Saͤchſiſchen Hatte es auch die Bedeutung des Zu⸗
ſammen kommens. Denn welche ſich begegnen,
die ſcheinen ſich zu verſammlen und zuſammen zu
—4
kommen. Daher Mote, Gemot, eine Verſamm⸗
‘fung: Wittena-Gemot, die Verſammlung der
Weiſen; welches in England unter. Der Heptar:;
hie die Benennung des Parfements war: Folc-
mot, die Zufammenfunft des Volks: Mot-bell,
eine Sturmgloce, wodurch nämlich das Wolf zu
ſammen gerufen wird: Mot-ern,:. ein Contilk
um: und nod im Engl, Ward-mote, die Zus
ſammenkunft der Bürger eines Quartiers in einer
Stadt: Hal-mote, u. am. S. Spelm. Glofl.
p. 236. 273. 422. Schw. Preftemöt,. fynodus
presbyterorum. Isl. Mot, ‚Begegnung, Ver:
ſammlung. Hieher gehoͤret auch die alte Benen
nung ber hieſigen Gegend um Bremen, Wigmo-
dia, welches fo viel heißt, als ein Ort (Wig,
Wir, vicus), wo die Landftände fich verfamm |
len, mit dem untergebörigen ‚Diftrifte, Das
Staymmwort ift. noch in der ſchwediſchen und daͤni⸗
ſchen
Mor 2002. TOR.
ſchen Sprache, woſelbſt mod fo viel bedeutet, als
gegen, wider: daher müten, begegnen; eben fo
das Hochdeutſche begegnen y von gegen. Rein. |
de Vos 2 B 1 Kp.
| Ick dachte, he wolde my: vruntlyck moten: :
ich ‚meinte, daß er mir in Freundſchaft entgegen
gehen, mich freundfchaftlich empfangen ‚wollte,
Die Ueberſchrift des gten Kap- heißt: Wo Mar |
ten, de Ape, veyfede na Rome, und Reins
den motte: und Reinken begegnete. In dieſer
Bedeutung brauchen wir es jeßt nicht mer, fons
dern fagen dafuͤr bemoͤten. | |
=) im Laufe aufhalten, aptreiben, Einhalt thun,
widerſtehen. R. Dieß iſt leicht aus der vorigen
Bedeutung her zu leiten: denn welchen: man im
taufe aufhalten will, dem muß man entgegen ges
Sen, De löpffen Peerde möten:- die flüchtigen
Pferde aufhalten. Möt Hund, möt Hund,
he het'n Schinken i im Mund: Haltet. dei. Hund
auf, er hat in der Küche geſtohlen.
At möten,. abtreiben, abwehren, verhuͤten, arcere.
De Koie van't Koorn af moͤten: die Kühe von
der Saat abwehren. |
Bemöten, begegnen. H. gemoeten, ontmoeten. R.
In der Faum vergangenen Zeit wird ein d anſtatt
des t gehöret: He bemodde mi: er begegnete,
mir. .
Möte, Begegnung, Zufammenkunft, occurfus, con-
greſſus. Es ift das pure A. ©, wie 'oben bes
merket if. Isl. Mot. €, Meeting. H. Ont-
moeting,. Enem in de Mit, oder to Moͤte
KAM“
) \
1. Mor.
gaan· einem entgegen gehen, | ire in occurſum. |
Dän. at gaar een i Möde. In de Möte fm
men: entgegen kommen. Enem in:de Möte
ſteen: einem entgegen ſehen, mit Verlangen nach
einem warten. Dat hebbe if all längft to Möte
ſeen: das habe ich ſchon längft vermuthet. Ä
Gemöte, Gemood, Begegnung. 5. Gemoet. 9. ©,
Gemot, Zufammenkunf. Mein. de Vos, S.
49. (Wolfenb. Ausg. 1711. in 4. |
Sodanen mochte uns by Daghe möthen,
He ſcholde ung feer fruntiyf gröten. . |
Queme he by Nachte in unfe Shemod, |
He dede und quad, un nummer gud. d. i. |
Wenn ein folder uns bey Tage: begegnete, fo '
‚würde er uns ſehr freundlich gruͤſſen: kaͤme er-uns
aber bey Nachte entgegen, ſo wuͤrde er uns Boͤſes
erzeigen. Und ©. 52. Etlyke loͤven an de gus
den Holden, . etiyfe an. de ſwarte duͤvelſche
Kunft, etlyke an der Vogelſchrey, etinfe an
gud Gemöthe, als :efte em to Möthe fumpt -
eyn Deer, efte enn Vogel, efte ander ſoda⸗
nes, dar he fonen Loven hen ſtelt. Vermuth⸗
(ich geboͤret hieher die Redensart: ta Gemoͤte
foͤren: Vorſtellung thun, ver Augen ſtellen;
eigentlich, entgegen bringen: obgleich die Hochs
deutſchen zu Gemuͤthe führen fagen.. In dem.
ſelben Sinne brauchen auch die Holländer, te
Gemoet voeren,: Denn wir bedienen uns diefet
Medensart auch von Sachen , wobey das Gemuͤth
nichts zu tbun hat, . 3. E. von einem, der mit
gutem Appetit eine sanft ausgelseret bat, fagt
| man:
Mov. Mus J 198
man: Dat het he fit to Gemoͤte foͤret: gleich⸗
ſam, er hat die Hand mit der Speife dem Munde |
- entgegen geführet. |
Mouz, Aermel, manica. R. ſchreibt es s Maue. \
Hell. Mouw. Mouen an to fetten weten: ei:
— ne Sache geſchickt anzugreifen wiſſen. Ene Pre⸗
digt uut der. Mouen ſchudden: eine Predigt |
aus dem Stegreif halten, ohne vorhergehende nö;
thige Meditation. Won einer folhen Predige
"pflege man auch zu ſagen: fe ruft na der Mou⸗
en, d. i. man merkt es, daß fie geſchuͤttelt ift,
Quadder-moue, Handkrauſe, ein Aermel von ſaubern
| Linnen mit einer Einfaftung, ‚ welche vor der Sand Ä
I zugeknoͤpfet winidd.
| Vör-moue, daſſelbe. | |
. MucnLicH, baffelde mit Murrıa.'
Munns, Mudder, Schlamm, diefer Korb, "Engl. J
Mud. H. Modder. It. Mota. Ben den Frame
zoſen iſt moite, feucht, naß: madidus. Es
kommt uͤberein mit dem Hochdeutfchen Moder,.
und unferm Made, Mae: auch mit dem Gr.
wudav, faulen, ſtinken. Alle dieſe Wörter find’ aus
dem Celtiſchen Mwyd, Feuchtigkeit, Befeuche
tung: mwyth, weich: und mws, faul, ſtin⸗
kend.
Mudden, mit einem feuchten Tuche- den Unflat vom
Geſichte wiſchen, wie man den Kindern thut. Im
Hannoͤv. muthen: in Hamb. mutern. =
Muddenig, korbig, ſchlammigt. E. mudaed, und.
muddy. H. modderig, ,
Muddern, einen Graben vom Sstanm zeinigen. Be
N
er
\ f} —
m.
fie, einen Sielgraben, oder Hauyt⸗ Waſſer⸗ |
. zug, beym Durchſturz des Waſſers, mittelſt Ruͤh⸗ |
rung des Schlammes reinigen,: und folcher Geſtalt
ſpuͤhlen. Welches fonft auch rühen heißt. Den
Graven uut myddern: den Graben vom Schlam:
me reinigen. H. modderen. E. muddle.
„Muddig; ſchlammigt, truͤbe. E. muddy, maddily.
Dat is nig muddig: das’ darf fich ſehen laſſen.
Anſtatt deſſen auch einige Hochdeutſche zu ſagen
2.75 pflegen: das Ding hat ſich gewaſchen. R.
Ä Mudje, auch Mudde, und Mutte, eine Sau, Fer:
kenmutter. Weil fie geen im Schlamme wuͤblet.
it. ein ſchmutziges Weib, Eine Sau mit den |
Ferken locket man mudje, mubje. ‚Spw. De
Varken fönt nig liven, mat de Mutte vers |
fehuldet het 2 die Kinder Fönnen nicht ‚büffen,
was ihre Yeltern verſchuldet haben. Ener Mut⸗
ten Toom: Sachen von einer Art, deren das ei⸗
‚ne nicht beſſer oder ſchlechter iſt, als das ‚andere,
nr & Toom. |
. Mudder- hamen, ein eiferner Ring , woran ein ehe
beutel befeſtiget iſt, mittelſt deſſen man den Schlamm
ans den Waſſerloͤſen, Betterungen oder Sielged
ben ziehet. Ä
Mudder- möle, eine Maſchine, wie eine Mühle, wo⸗
mit der Schlamm aus den Graͤben und Teichen
gebracht wird. H. Modder-meule
| Mürreın, vorne im Munde effen, wie Leute, die
- Feine Zähne haben. Iſt in Hamburg- gebrätch
fih. R. Man feitet es gewöhnlich ab von Mund⸗
„vol ©. sus in Mimpfe. In Baieru ſagt
man
194 U Mun, Mein
&
D » "
J C
Br ai - x B
man mimffeln : | hier i in. Bremen aber iſt mum⸗
meln uͤblicher.
Morten, maulen, proßen, aus Misvergnügen das —
Maul hangen laſſen. Muffer, der das Maut,
hangen laͤßt. Im Hannoͤv. Sonſt iſt Muffel ein
Dickmaul, ein Hund mit einem hangenden Mau⸗
. . Je Fr. Muffle, ein haͤßliches Maul. E. to mop,
ein'haͤßliches Maul machen. S. Mops. -
Murren, ſchimmlig, anbruͤchig riechen, oder ſchmek⸗ J
‚ten, ſitum redolere. Iſt bey den Hölländern
ebenfalls uͤblich: bey welchen auch Muf, den
Schimmel, verdorbenen Geruch bedeutet.
Muffg, was ſchimmlig und anbruͤchig riecht oder ſchmek⸗
tet, mucidus, ſitum redelens.. Wir fagen
auch mulſtrig In Hamburg muffig und much =
li. R:
Mucar, Müde, culex. | Man vergleiche das kat.
muſca. Gr. wie. barb. uuvœ. A.S. Mycg.
Daͤn. Myg. H. Mugge. Fr. Mouche. Böhm,
Maucha. Nach dem von Stade, in.der Erlaͤut.
bibl. Wörter, S. 440. follen fie den Namen has
‚ben von muffen, den Mund aufthun: meil Die.
Mücken, wie er hinzu füget, das Maul wohl res
gen koͤnnen, weil fie herum fliegen: und zugleich
‚der fange Beine hat. -Muggen hebt de vof.
| Ruggen? ſagt man im nSorichworie zu jungen
Na
Leuten⸗
.. Mer. _Mva. 145
mit dem Maul ein Gelaut geben. Allein, die
Mücken’ find, ihrer Maͤuler wegen, nicht fonders
lich berühmt, Schilter führet aus Glofl. A. S.
mſc. an Mogg, longas tibias habens, culex:
5 196 —* — Mux.
Leuten, wenn fü e über. Rudeiſhuchen klagen
tollen: | Ä | |
‚ Muggen-pootjen. S. unter Por, —W v
MUGGERT; Beifuß, artemiſia. Beh einigen Alten
finder man Buk, Buckeln und Pusgel. S.
Friſchs Woͤrterb. in Beifuß.
= Muxe 1.) ein Anfall von Thorbett, narriſcher Eins
or fall, thoͤrigte Laune. Friſch im Woͤrterb. deres .
Mucke ſchreibt/ erfläret es: ein heimliches Ue—
bei, oder boͤſe Art: und fuͤhret aus Fauſtens Luͤ⸗
bee, Chron. folgende Stellen un: - Cd war ein
ns der pflegte bisweilen eine tolle Mude
zu kriegen. it Er fahe, daß fie die alten Muͤ⸗
cken nicht kunten laſſen. In dieſem Verſtande,
fuͤgt er hinzu, heiße Mucke fo viel, als oeftrum,
eine Breme, eine Fliege, die das Vieh quäler,
und bey nahe rafend macht. Und alfo ift dieß
Wort mie Mugge, Mücke, verwandt, und be
beutet ein jedes ftechendes Inſekt. In Bremen
ſagt man gleichfalls: he het Meufen i im Koppe:
er hat thoͤrigte Einfälle, er ift in einer närrifchen
Saune He krigt fine ofe Diufen wedder: er.
verfällt wieder. auf feine vorige Narrheit. Mat
une, dat vor Mufen? was ift das für ein Uns
fü nn?
=) Mauken: wine Krankheit der Pferde, naͤmlich
wenn ihnen bie Gelenke an den Beinen ſchwellen,
oder’ knotig werden: tumor ad acetabulum et
junfturam tibiæ cum pede. S. Friſch.
3. ) De Muken teen: loſen, vermittelſt ungleich
langer Stäbe, ne Halmen welche die Loſenden
| — ausziehen
B 4
{
.
Mur 107
ausziehen muͤſſen. In Hamburg hat dieſe Mer
densart eine’ ganz andere Bedeutung, nämlich):
das Maul, feämmen, Grimaſſen machen: da es
alsdan Herjufeiten iſt von dent folgenden muk⸗
ken, das Mauk;zjehen, den Mund aufthun.
Muxken 1.) den: Bund eben auftbun, den Mund
0 Jiehen zum Meden, unvernehmlich reden. Wir
fagen auch Mufien, und Muf feggen, Gr |
null. Lat. muffo, .muffito, mutio. €, mut-
ter. Auch iſt bey den Engländern mock, wie
bey. den Sranzofen moquer, fpotten, befonders
init einem hoͤhniſchen Gefichte, und, wenn es grob
kommt, mit verzogenem Maule. Gr. ucxoc,
fanna: uwreedai,. vultu diſtorto irridere:
— ‚ fubfannare. Muffe di ins, iſt
eine Drohungsformel: unterſtehe dich einmahl den
Mund auf zu thun: ruͤhre dich nicht...
2.) tuͤckiſch, hinterliftig, heimlich ermorden... In bier
fer Bedeutung fchreibt fich dieß Wort gar aus Iu⸗
dien her. Die Indianer nehmen zuweilen das
Opium in folchem Maaffe, daß ſie gleichfam davon
beranfchet md toll werden, und in. ber Maferey
. alles, was ihnen in den Weg fommt, ermorden;
baben fie beftändig Amok eufen, Daher haben die
Holländer das. Wort muffen, afmuffen, d. i.
Überhaupt ermorden, gemacht. Bey uns aber wird
es mehrentheils nur in der bemerlten beſondern Be⸗
a
—
deutung gebraucht.
Af mukken, Bean aus bem Wege zäumen, , ermor⸗ —
den.
Ze — 3 u | Mukker
J ’ .
} N Fa . N -_..,
. . , “ > AN >
- “ [4 h
’ . . t , . ‘
198 | Mur. u
. Mukker Afmukker,, ein Deucheimbrber, Beiice
Todefchläger.
Vermukt, verzweifelt, vertenfelt. Dat is een ver⸗
mukten Kraam! das iſt ein verzweifelter Hans
del. |
Mvı, Mul, lockere Erde: u, zerriebener Graus
und Staub von andern Sachen. R. Cod. Arg.
u Mulda. %. ©. Myl, Mold. st. Mol, Mold.
E. Mould. H. Mul, Mollm, Gemul. At
° fränf. Mel. - Glofl. Lipf. Melm. Bibl. Lyr.
WGemuͤl. Man fehe Wachter in Mill: und
..Friſch in Mold. Man kann und muß. diefes
Wort als-das Stammwort von Mehl, Muͤhle,
mahlen, malmen u.'g. m. anſehen. ©.Möur.
Torfsmul; zerriebener Torf.
Mulm, daffelbe. it. der Staub des verfaulten ober von
Würmern zerfreffenen Holzes den wir ſonſt auch
Ulm nennen. Hannoͤv: Moͤlm. Holl. Mollem.
Mulmig, ‚gerieben, zu. Staub gemacht, von Würmern |
zerfreſſen. Auch. ulmig, ulmerig.
| Mailen, zerreiben, zermalmen, zu: Mul machen, con-
terere. it. ſich felbft zerreiben, zerrieben werden,
conteri. Notker: mulen. Xsl..myla.. Man
vergleiche mahlen, molere. Gr, uurAw. Cod.
Arg. malan. om maala. Celt. malu. Alle
3— aus dem Hebr. 30 (mal), in particulas mi-
“0... nimas diffectum.. . ©. Löfcher. de cauf. L.
Ebr. p. 370: ° - De. harde Torf mullet: der
harte Torf zerreibet ſich. |
| Mil -grund, Mol-grund, mürbes Ackerland: in
Eutgegenſtelung des ſteiſen Abe⸗ landet.
—
-Mul-
| Mul - kare, . ‚eine Schubterre, womit Erde gefahren |
wird. Davon ifl unterſchieden Kojers Fare. . ©.
Ä . Kojerm. u Be N
Mut - hoop, ein Maulwurfshugel. Iſt im Chur⸗
Braunſchw. gebräuchliche H. Mol- hoop: E.
Mole/-hill. J
Mul ·worp, eulwurf. In Hamb. Bir ſagen in
Burmen Bin» worp. 9. Mel , Molworp, |
- - Molworm- €Mole. . I
Muur, Mule, 1.) Maul, R. und S, Her Wach⸗ Eu
ir leitet es.her von obigem mulen, mahlen, jew
veiben., Welche Ableitung man ihrem Liebhaber |
. verantworten laͤßt. Wir brauchen dieß Wort für
wol im weiblichen, als ungewiſſen Geſchlechte,
dat Muul, und de Mule. He het idt in dem
Mule: es ſind bey ihm Worte ohne Nachdruck.
He weet daar dat Muul nig na to holden: er
bat!dazu Fein Geſchick. He het en Muul vorä
Koppe, ad een Scheer» meft, oder, as een ze
Slagt⸗ſweerd: er hat ein böfes Maul, 2: -
2.) Mauleſel. tat: mulus. Renner unter dem J.
1502. Darna reht de Kardenal (Raimund).
up einer Muhlen. Ex
Ko-mule, das Maul von einer Sub, © Verdoon,
unter Doom.
Mulen, das Maul bangen laſſen und dadurch, auf .
eine kindiſche Weiſe, ſeinen Unwillen blicken laß —
ſen. Vielleicht komint daber das Hochdeutſche
ſchmollen, welches eben dieſelbe Bedeutung bat, .
mit Vorſetzung des zifchenden Buchftabens. Enem
to mulen: oder, enen an mulen: „einem ein
NA u —X
r
200 Mon
boͤſes und verdruͤßliches Geſicht zu machen, und.
dadurch feinen Unwillen ſtillſchweigend zu erkennen
geben. Goddes Gave moot man nig an mus
len: die Gaben Gottes muß man nicht mit Eckel
und Verachtung annehmen, Uut mulen, aufbo⸗
ren zu maulen.
Muulsk, adj. und adv. - per bie, Sefien bangen und
eiin ſauer Geſicht blicken laͤßt: ſauerſichtig. R.
Muulsk uut ſeen: das Maul bangen ef Ten,
fchmollen,
| Muul- trumme, Baukeommel, Drummeien, crem-
balum.
"Muul- -wrange, einer, der nicht gern redet, der das
Maul nicht aufthun will. Muul⸗ wrangiſch, |
adj. unwillig zum Reden. range bedeutet
eigentlich, widerfeglich, it. gebrange, was mit
Mühe bewege. wird... S. WRANGEN.
Muvr- Bere; Maulbeer. E. Mulbenry. Hol.
Moerbeſie. I | oo
= Mvre, Pantoffel. Sr Muyl.
. Mürge, ein Gemdfe von eingeneichtem Brodt. In
Hamburg. R., |
-MuLjen, himpergaftig malen. An muljen,. einen
- groben Anfteich.geben, Vergl. das fat, mollires
Fr. möuiller, anfeuchten, einmeichen.. Cod,
Arg. meljan, freien. |
Muljer, ein Stümper in der Matertunft, |
Mulje-pott, ein Farbetopf.
MULKEN-TövEeR S. unter Tövern, zaubern.
Muusterıg, müfsig, das nach Schimmel riecht und
| | fſchmeckt.
4
u er. 2
Mum. Munm : 2604
J ſcehmeckt. €; moule, und mould, ſchimmiicht,
muͤfzig werden: mouldy, ſchimmlicht.
Munmmeın, 1.) die Speife vorne in dem Hunde
zermalmen, wie die zahnlofen Leute und ‚Kinder
tbun. S. €, mumble. 9. mommelen. In
Baiern mumffeln. Hamb. muffein. R.
| 2.) Oft ſagt es auch fo viel,. als das folgende mum⸗ u
peln. . Es ſtammet in beyden Bedeutungen von
Mund ab.
Ei Mummeln aber, und. bemummeln, J vermum⸗ I
men, verkappen, iſt von Mimme, eine far
Von dem Gr. yopupw, ein Popanz, womit mag _
die Kinder ſchrecket.
Munreın, leiſe, oder. heimüch reden, muſũrara
E. mumble. H. mompelen. Es iſt entweder
Be Eu
von Mund; oderes Brüder den gedänipften fait '
Bes Flüftern aus, eben wie muftern, welches in
derfelben Bedeutung unten vorkommt. Mar
mumpelt. darvan : es fchleichet davon ein Ge⸗ _
ruͤcht herum: : man ſaget es ſich einander ins
Ohr.
mux 1.) Mund. S. Wachter. Een Hupen J
Mundes hebben: ſeinem Munde den Zuͤgel laſ⸗
fen: Nein unnuͤtzes Maul Haben. Brik mi den
Mund nig up, of idt kumt'r Duumsdiffe her⸗
ut: brich mir den Mund nicht auf, oder du
wirft etwas hören, das du nicht gern böreft: reize
mich nicht, deine Schande auf zu decken.
2.) die Mündung eines jeden Dinges : befonders,
. der Ausfluß eines Stromes. Daher fees: muns
der. wo bie Leeſſem bey Bremen in die Weſer
— M5 vn
u {
. Mvx. u
>. fälle Trave,munbensmitübetfifche Hafen, ws
die Trave in die Ofifee fließt, uUnd viele a. me
Im A, S. und Alt-Feig.:Muth, Mutha. E.
Month. »- Davon hatt Stadt Emden, in al⸗
ten Zeiten. richtiger Smatha, den. Damen befoms
men , weil daſelbſt vor: Alters: der Ausfluß des
Baches Ehe in die Ems .gewefen. 113: dis Hrn.
von Wicht Oſtfr. tandr. & 646. Anm. ).
Munden, gut ſchmecken, dem Gaumen gefallen. S.
Dat mundet em nig: das iſt nicht nach ſeinem
Munde, das ſchmecket ibm micht. H. monden.
Mündken, 1.) kaum Boften us; J
2.) einen kleinen Mund machen. =
-MunD hieß vor Zeiten fo viel, Als Mann, Benftand,
Beſchuͤtzer. S. Wechter und Srifch.e Daher
Voriung, welches uͤberhaupt eine Perſon bebeutet, die
u freie Haͤnde und die Macht hat, etwas zu verwal⸗
‚ten: beſonders aber, auſſer der bekannten Bedew .
—
tung, 1.) Beyſtand, curator litis. Stat. Stay
J vor dhem Kat umme eine Claghe, unde erer
ein fefet einen Voremunt, ofte fe beidhe,. vor
denf. IV.ı. Quumt ein Minfche ofte twe
dheme Rade uppe de Claghe, unde fo we Bo;
u remunt wert, unde wilforet Boremunt t0
weſende, dhe ne mach dhe DBoremuntfcap
nicht up gheven, dhewile dhat dhe Elaghe wa⸗
ret, an beidhen fiden. So auch Art. 3. Noch
Pape, noch) Dome, noch- Mannes hovet,
| dhe benedhen x8 Zaren is, ne mad) Safe vor;
öheren vor Rechte, noch antworden, nod)
Sm volakn, ofte gheven 1, ane re
nde
Mvums. . u ‚203 :
unde dhen Voremunt ſcal he keſen vor dhe⸗
‚me Rade miene; Und Art.5. So welt Man
to Voremunde foren wert; vor dheme Rade
uppe welfe Safe dhat fi, unde fo wat aber
deghet wert mit dheme Voremunde, it ſi mit |
Rechte, ofte mit Minnen ofte mit Leve,
dhat blift al ſtede. J
2.) ein Vorſteher, Beſchater, , Shchutzherr eines
Stifts vom vornehmen Range, advocatus. In
einer Urkunde von 1433, beym Mushard, S.
206. Wy Otto van Codes. Gin. Greve tor
Hoye und Vormund des Stichtes to Bre⸗
men ꝛc. — |
Munj&@, Geb, Minze - €. Money. Se Mon-
noie. A. S. Mynet. fat. moneta. Braan
Munje hebben: viel Geld haben, reich ſeyn.
MUNKELR, 1.) heimlich reden „ in geheim ſprechen:
muſſitare, ſuſurrare. Hol. moncken, und
monckelen. Man munkelt daarvanz es ge⸗
het davon beimtih die Rebe: : man ſagt es ſich ein⸗
ander ins Ohr. R
2.).nebeln, daͤmmern, truͤbe und dankel ausſchen. |
Hol. monken ‚ obducere vultum , ‚nubilari.
Idt munfelt, a8 wen't regnen will: die Luft
wird uͤberzogen , oder truͤbe als wenn es regnen
will. R.
3) Eine beſondere Bedeutung hat dieß Wort in
dem Sprw. Im Dunkeln, is good munkeln,
latet alle Katten graus im Finſtern darf man.
hun, was man fonft nicht darf fehen laſſen. Wo
“ etwa »P viel beiffen fol, als: heimliche Dinge
Urin,
\
204 8 Mux.
— verrichten, , die man ſehen zu laſſen ſch imet
bheſimiiche Handgebaͤrde machen, wid. g. S! Da
in allen Biefen breien: Bedeutungen: ber Begriff |
des Dunkeln und Heimlichen berfchet, ſo kommt
es uͤberein, «und ſtehet in Verwandſchaft mit dem
Hochdeutſchen Munker, ein Ausfpäher ⸗Verraͤ⸗
ther; welches in Friſchs Woͤrterbuche ſich findet:
der auch ein veralteres Wort Munf anfüßrer,
und erfläret: durch homo obfcurus: Hol: Mon-
— ckaerd, vultuofus, fimulator: Munck, blat-
ta lucifuga. it. curculid: beym Kilian. Man
vergleiche ach unfer muffen, und Muffer: da
von oben. E. moky, trübe, dunkel. Sal, mug-
| Munkeiig, neblicht, dunker, truͤbe. Munkelig er
der: trübes Wetter‘, dunkele Luft. - N. mon-
> kend. Monkende Weder , dunkel Wetter.
:.. monkende Kolen, unter der Afche glimmende
7 Kohlen. monkende Opficht,, eine gerunzelte
Srtirn, finfteres Geſicht.
Munster, 1.) Mufter, Modell, nach welchem
man ein Kleidungsſtuͤck, ober ſonſt etwas zuſchnei⸗
det, und verfertiget: typus, exemplar. H.
Monſter. Schw. Mönfter. Im Spott, eine
Frauens⸗ Perſon, die einen feltfamen Habit an
bat, die gleichfam zu einem Muſter der Ungereimt⸗
beit und Seltſamkeit dienen kann. Een Mun⸗
ſter van fliven: eine ſeltſam und gegen die Mode
0 geleidete Frauens⸗Perſon.
un ») ein Probſtuͤck vom Ganzen. Specimen, exem-
plum, fruſtum aut reſegmen præcidaneum.
W Munſtern,
— N . ‘
" \ [ .
R | | j s . Ru «
| ‚Mun. Mur. . 205
Munftemn, 1.) :den Kleidern ein ſeltſames Grit und
Anſehen geben. ..
2.) muſtern, die Gpldaten .ıc. . luftrare , nume-
rum inire, retognefcere. Uut munſtern
aus muſtern. Munſter—⸗ ſchriver, Muferfieis
ber, u. d. 9. | oe:
Uut munftern‘, durch ſeitſame Kleidung verſtlen,
ſeltſam ausputzen. —
‘Munfter - manſke, ein Frauenimmer, welches ſich
ſeltſam ausputzet, gegen die Mode kleidet.
Munte, Münze. Munten, münzen, Geld fchla
gen: Laat idt die munten: ſagt man zu einem, \
dem nichts gerecht oderagut genug iſt.
Müre, Mauer, murus, Celt. und A t feduf. Mur.
| H. Muur. J
Müren, mauren, murum exſtruere, murare.
Mürker, Mur-manm, Maurer.
Muren- ſchiter, Soldaten, die nur-in Beſehungen gi ge⸗
braucht „werben; Stadtſoldaten, Invaliden/ , die
nur hinter dee Mauer gut find. ı
Müren-fweet, gemeiner Kornbrantwein. R,
Murx, Murks, 7.)«ein unfteundlicher, muͤrriſcher |
Menſch. R. Alt Engl. Merk, dunfel, finſter.
Scott, myrk: Daͤn. mörkt Oder von mur⸗
ren.
2) ein kleiner unanſehnlicher Menſch. Man ver⸗
gleiche unſer MiRKR: und folgende in fe
Wboͤrterb. vorkommende: Murk, ein Brocken;
murken, oder murpfen, lat. barb. .murcare,
abbeiſſen. it. Morchen, Morcheln, eine Art
J bbarer Eeäodnan: Morche— Nachtſchatten,
a olmum. |
\
{
J | 206 u | . Mor.. Mus. = '
folanım. Welche beyde letzte Woͤrter alfo Beifz |
‚ fen, mie Friſch vermuthet, wegen der dunfeln S
| Farbe, und fchwarzen Beeren, |
MwRrxen, ermorden, toͤdten. Iſt Hambursiſch R „
Muras,. ein irdenes, oben. Durchlöcherteß Wermge
faͤß, oder Seuertopf, den das Srauenjimmner ung
teer ſich gen ©
\ Murs brauchen wir auch bier, wie in Hamburg. R.
Murg⸗dood, mauſetodt. Murs- entwei, ganz
ab gebrochen, oder geriſſen. Dat is murs ave:
das iſt ganz ab gebrochen. Es ſoll ſo viel, als:
ploͤtzlich auf einmahl, bedeuten. S. - -
“ MuRrT, mas Fein zerrielun iſt: beſonders, Mörtel,
mortarium, arenatum. Wir brauchen es vor⸗
nemlich nur noch in der Redensart: Grut un
Murt. ©. GRuU. J
- Murten, zerreiben, zerftoffen, zu einem Brey machen. |
- De Röven funt murtet? die Rüben find. zu ei⸗
nem Brey gefochet, oder, im Kochen mit dem
Kochloͤffel zerrieben.
Muus, Maus, mus, wu. H. Muis. €. Moufe,
Perſ. Müfh, S:. Wachter in Maus. De Mür
ſe wilt em im Schappe verſmagten: er hat
das liebe Brodt nicht im Haufe He fift uut
der Prüfe heruut, ad de Mius uut der Hoͤ⸗
den, ſagt man von einem, ber eine groffe Peruͤcke
trägt, die ihm beynahe das Geficht bedecket. Eis
ne folche Perfon wird daher Muͤsken in der Hoͤ⸗
de genennet. R. Wenn de Muus fatt is, {0
. 48’ Meel bitter: Sattheit erwecket Ueberdruß
und Eckel. vemper abundantes pariunt faſtidia
il | | menſæ.
| Mus: a 207 u
menfe. Luͤtze Muͤſe hebt vok Dem: man .
Ä buͤte ſich, den Kindern alles, was geredet wird,
boͤren zu laſſen. Luͤtje Müfe un grote Motten
ettet life geern dat Spek: Kinder verzehren wol
fo viel, als Erwachfene: auf Eleine Maͤuler muß
innder Haushaltung auch gerechnet werden, Bon
der Redensart: Gen Pott vull Muͤſe, fiebe une
‚ten, in Mufe-neeft. Lutje Muus iſt auch ein
Schmeichelwort gegen Pleine Kinder, welche fi ch
das Eſſen wohl ſchmecken laſſen. J
Spiker-muus,. eine Maus, die ſich auf: dem Kornſpei⸗
‚her aufhält. So flugge ad ene Spiker⸗ muus:
auſſerordentlich munter,.. gutes Muthes.
Mufen, 1.). mauſen Maͤuſe fangen, wie die Katzen.
De Ratte mufet good: die Kabe fängt viele
Moaͤuſe.
2.) — heimlich entwenden, lufſurari. Ei .
fränf. mofen.. ©. Schilter.
3.) bey kleinen Biſſen verzehren, mit Appetit ef
- fen. Es wird hauptfächlich von. Kindern gefar
‚get, die einen Apfel, oder dergleichen, umber bes J
nagen, als wenn die Maͤuſe dabey geweſen waͤren.
In Osnabruͤck, moſen, a als wenn es von Moos,
Mus, waͤre. wo
Mufe-kötel, Maͤuſedreck.
Muſe-neeſt, Mauſeneſt. Muͤſe⸗ neſter im 1 Koppe
c
hebben: in tiefen Gedanken figen, von Nachden⸗ u
Een fauer aus ſehen, Grillen Gaben. Von einem
ſolchen Menfchen fagt man auch: he fut uut, as
een Post vull Muͤſe. R. Es ſcheint uns, daß
Ä biefe Redensartn nicht ſo ſebr von Mäufen, ale
| = RE .
} Ä
= ' ’ l
- 208 2 / Mus.
vielmehr von dem alten, bey uns ſchon vergeſſe⸗
"nen, mufen, mit Nachdenken den Kopf zerbres
dien, abdita magno filentio, inquirere, ißten
Urſprung haben. Dieß heißt noch bey den Eng
kindern mufe, bey: ben Holländem muifen,
mäifeneren. Junius in Etym. Angl. leitet «6. .
won dem Thsot. muazon, vacare, otium elle,
her. Wovon das Hochdeutſche Muffe, . das Stat:
mufare, Muffe haben, und das Franz. amu-
fer, die Zeit vertreiben, ergößen. Eben daher
-ftammen auch unfer kalmuͤſern, ‚Grillen fangen,
| und Tufsmüfer, ein hinterliſtiger Menſch.
_Muus- teneken, S. unter TENEB, Zahn.
Mus war vor Zeiten fo viel, als Maſche, Net min
| ſche, womit es auch in Anfepung der Buchftaben
. überein fommt. Beſonders, ein eiferner Ring in
einem Kettenpanzer. Daher
Muſerie, ein Zeughaus, wo die Panzer verwahret wur⸗
den.
Muſe-meſter, ein Aufſeher uͤber das Zeughaus, cu-
rator armamentarii. ©. von dieſen, und an
dern hieher gehörigen Wörtern Friſch im Woͤr⸗
.. terb. unter Mus.
MUSKEDONNER. So nennet der gemeine Mann
ein Musteton, eine Büchfe mit einem kurzen und
weiten kaufe,
' Musseı, Muffelken , Muſchel, concha. Lat.
| barb. mufculus. Friſch leitet das Wort her von
den Mußfeln mittelſt weicher dieſe Schalenfifche
‚ihre beyden Schafen auf und zu machen Fönnen,
' E. Mufcle. H Moſſel. Fr. Mousle, Moule.
W Span
. \
N
Mus. Mur. = 209
-. . Span. Mexile. Muffel: mann, der bie eßba⸗
ren Mufcheln zum Verkauf bringe. Muffeltens
fchelle, Muſſel⸗ ſchulpe, Muſchelſchale. Muſ⸗
ſelken⸗ſchip, ein Schiff, worin die Mufcheln an
die Stadt gebracht werden. Von der Medensare:
be is daar- mit behangen, as Sunte Jaaks =
mit den Muſſeln, fr unter faass, —
Musszun- (MT ıinelli.), 1.) füdeln, ſchmutig w |
Werke geben. In Hamburg. R. .
2.) In Stade ift eg eben das, was bier das fols
gende muſtern.
. Mustern, leife reden, muͤrmeln, üftern, muffita-
re. Mir fagen auch puſtern. Sm Hanndv; .
und Stade muſſeln. Es draͤcket den taut. des
Fluͤſtern aus. |
Gemufter, Gefläfter, Gemutmel, muffitatio. .
MuTTe, 1.) eine Sau. &, Mudje, unter Mun-
DE. Folgende beyde Bedeutungen ſind ih im San z
noͤv. fonderlich üblich: |
2. ) Motte, Schabe, tinea. ©. oben unter den u
verwandten Wörtern Mas, Menpıs, M»
TE
3.) Hinderniß , Widerſchlichteit. Vele Mutten
maken: ſich widerſetzen, viel zu ſchaffen machen.
Murze, 1.) Muͤtze, mitra, tegmen capitis. H.
Mauts. Schw. Myſſa, mitur. Vor Zeiten be
deutete es auch ein kurzes Mannesfleid. ©,
Friſch im Wörterb, und Kil Dufflæi Etymol, v.
Al-mutfe. Sett nu dine Mutzen man med;
der up, ſaget man im m Spott zu einem, der fein
— ” 2 | drey
210. |
Mur. |
ES Seller werth auch zu einer Seche geredkt bat. ,
Dat haget em in der Mutzen: bas gefält, ober.
, vergnüget ihn fonderlih.
2.) eine verächtliche, oder unzlichtige- Weibsperfon,
9%. Mot, lupanar, proftibulum: Mot-huis,
Mot-kaffe, lupanar, cella meretricia. Beym
Hefvch. worJuss, exoleti. ‚Mit welchen das
Hochdeutſche Metze, ſcortum, ohne Zweifel ver⸗
wandt iſt. Stel, Mozza, Muzza, pudenda fœ-
minina: Fr. Mouſſe, Mousque: Gt, uuoxor.
\
-a
5. Mutfe, amoris oeftrum : De Mutſe heb-
ben, infanire amore: proprie :- furore .
uterino inſanire. S. Kilian, Wir brauchen.es
aber auch, in einem nicht fo böfen Sinne, als ein
ſcherzhaftes Schimpfwort: Ene luͤtje Muse:
ein: kleines naſeweiſes umd leichtſertiges Mädchen.
Eben. wie die Spanier ihr Moga, Muchacha
(Sorab. Mufchica, Muzica) für ein Mädchen,
- im guten Sinne gebrauchen: und die Holländer
ihr Meisje. ©. Wachter unter Mutz.
Nagt-mutze, Sblaſmube, Nachthaube. it ein ei
fältiger Topf.
Mutzen,- zieren, putzen.
Upmutaen, aufzieren, aufputzen. it. einen kleinen Gef
fer groß vorftellen, exaggerare verbis ‚in ma-
lam partem accipere.
N
N.
Na. Nas. Naa , 218
Ar Pre Na mi, nad; mir, Na un na;
v nach und nach, allmaͤhlig. Na un voͤr, nach
wie vor. it. ein Tbeil u Bem. andern Von
BR "nah, aß. eg
_ Nademaal , Äntemabt, Dermas.. & ven such bie.
- Holländer,
Nabef lagern,: -Nadrägen,: N aganern R a. m
| ſ. unter Die Hauptwoͤrter ·· Dur
| Naser, Nachbar, : In unſern Staniten auch Na- |
bur, Menps Nober. %.& Nechebur,; Neh-
bur. .EGEꝛ Neighbout, Hol, Buur. Mean ver
gleiche Buur. Es bedeutet eigentlich. einen, ' der
2 Rähft:an- einem: andern Jebauet bat. Sen: good
Naber is beter, as een veren Frund: ein gu⸗
Ss ter Nachbar iſt beſſer, als ein..entfernter Freund,
oder Vermandter. Naber lief. doon: in Lei⸗
ſtung der Pflichten es dem Nachbar gleich thun. |
Beſonders. bie Waaren zu dem Preis nr “
wozu fie ein anderer verlauſft.
Naberske, Mahbarin.: nn |
Naberfchup,. Nachbarſchaft.
NAcET. &GNacen.. 3.00.
Naan. S. unter Natess -.
NADEXL. ©. unter Desu |
Naueı, Nägel, Hagel, unguis, % &. Neglı
E. Nail.: Enem de Nögel Fort holen: einem
das Vermoͤgen Schaden zu thun, und, Unpeit iu
ſtiften, benehmen. ** a ſunt ei, fort,
wur
x
. . .. “
! 2
J r ie
|
en | Zn FE
21* NAG. ”
ober beſneen, heiße auch: er. bat feine Mitı
| kein Geld.
Nood- nägel, ein Saadchen vom Nagel des Finge
fe ſich von dem’ Abrigen Theil abſondert, un
aber mit der Wurzel: im Fleiſch feſt fügt. it.
RI Aufgefprungene Haut:des Nagels, ſo ins Flei
reiſſt. In Hamburg Nydnagel. R.. Bir n
men es ſo, weil ˖ es einem of viele Noch u. Schm
zen verurſachet. Er
Nude, Nagel, clavus. Den Magel up den Ko
| drapen: etwas wohl treffen, rem acu tängeı
in Magel mit Koppe maken: f.Kore. Ün
bogen Nagel hebben: ſich viel einbilden, fü
fehn. Enem /den Nagel: daal kloppen: ein
demuͤtbigen: jemands Stolz-nieder ſchlagen.
Kae vaft, was mit Nägeln befeſtiget iſt. Bey
"dem Hauskauf pflegt mit ein. beſchteden zu wi
den alles, was Eerd⸗MNeed⸗ un Nagel⸗vaſti
| Nägelken, 1. ) Nelken, Grasblumen. Ze
"3,) Gewuͤrznaͤglein. nn 4
Nirgelken- föker, ‘ein’ genauer Deufh; der auch di
on allergeringfte zu Rathe haͤlt. :
"Nast, Nahe. Morgen is de Magtn wege, iſt
ne ironiſche Formel, wenn man. einem etwas a
ſchlaͤgt; oder auch einen Irthum vorruͤcket. J
Hannoͤveriſch. ſagt man Nachtsavend, fuͤr, d
Abends ſpaͤt. Unfere Vorfahren haben, wie uͤbe
haupt die alten Deutſchen, die Zeit nicht nach de
Tagen, ſondern nach den Nächten ‚gerechnet; w
ſchon Tacitus von ihren angemerfet hat, .de I
G. cap. Xl.: Daſſelbe fage von den altın Gall
«
x
ern Jul. Cæſ. de B. G. lib. VI. c. 4. and giht
als eine Urſache an, weil fie glaubten vom Dite,
dem Gore der Unterwelt, abzuſtammen. S. Bay:
lens Abhandl. vom Tage, hinter deſſen Mörrerb,
4 B. 610 ©. der deutſchen Ausgabe, Moch bey
i ns iſt, in oberfeitlichen Mandaten und Beſchei⸗
den das Wort Diveer;nacht im Gebrauch. ©.
im Buchſt. D. Wenn, nad Stat. 16. Aeltern
ploͤtzlich ſterbaͤn, und Kinder nachlaſſen, fo ſchoͤ⸗
fer de Radmanne binnen den neghſten vertein
—- Nadhten,. wanner fe dat gevreſchet, twe bi⸗
darve Mann darto.fetten, nämtich zu Vormuͤn⸗
dern. Stat. 93. Well Mann offte Frouwe
deſſet vorgefereven brecft vor dem Rade, der
me fchall de Radt beden den brofe Binnen ver
tein nachten uth to gevende. ©. auch Stat.
ir 0.23.36
gt - braken, bey Nacht arbeiten, one: ſhedieren.
Vergl. WooL-BRAKEN.
Igt- good, eine Art Kopfzeuge des Sranentumet J
S. Goop. |
lagt-moor, der Alp. ©. Moor.. B
agt-mutze,. Schlfmäge 5. Murze. - -
lagt-rave, Nachtſchwaͤrmer. S. unter RAvE.
®
°
agtfen; das Machteffen, bie Abendmablzeit. Im
Chur Braunſchw.
län, nahe. Cod. Ark: nequa. WE. neh, nean.
E. nigh. Enem to nah doon: einem Unrecht
thun. Wo nah bi Lande? wie weit ſind wir
noch von unſerm Zweck entfernet? iſt n no vieles
J thun uͤbrig?
O 3
—
N
x
214 W Nau. NaAi.
| . vallsch, mr ein. de Vos Vielna, beynahe, fi ſchier.
In einer alten hiſtoriſchen Nachricht, im, Wille⸗
brandts Hanſiſcher Chron. ©. 52. Do. werde
pe de ene alfo fere, dat he in der Were gu
wundet wort, vulna an den Dot : da wehrete
id ber eine (Straſſenraͤuber) dergeftalt, daß er
e ‚beynaße bis auf den Tob verwundet wurde.
Nager, Neger (s),.näher. Sprw. Dat Hemd is
meger, ad de Roft: Verwandte haben den Vor⸗
: zug vor Fremden. Ä
Besen, nach, naͤchſt, nachſifolgend. ir finden «s
“im einer. alten Urkunde in Bogts Monum. ined.
2-11. p. 284. De de vorgenannte Praweſt,
in Priorne Convent unde Nakomelinge negert
jem (wo es nicht ein Druckfehler iſt, fuͤr negeſt)
ſchollet er genen. Proevene, in aller Wieſe, fo
en Praweſt gift, unde uthgeven leth ener ber
| :cgenenen Jungfrowen.
Niet, Negft (5), auch Nahft, Naaft, naͤchſt, adj.
od adv. De negſte, oder nahſte Frunde: die
nachſten Verwandten. Hier negſt: naͤchſt dem.
it in bein naͤchſten Hauſe: dichte hier neben,
Naaſt an: in dem naͤchſten Hauſe.
Nagte Négte, die Naͤhe. |
Naken⸗ naͤhern. It: aus dem Holländifihen abernom
men.
Narun, 1.) näßen, H. naaien. Alt gtant. nau-
J wen. Das Stammwort von dieſem, und den
folgenden Naad &c. u das erhe Neit, N eut, |
cin Faden.
2) for
Nan. Nax. | F 215
— 2.) for. laufen, ſich eilig weg machen. In dieſet
Bedeutung ſagt man: daar uut naien.
3.) Enem dat Wams naien, ober. dor naien:
einen brav pruͤgeln. .
. 46) einen Deich mit ‚Stoß oder Säit bedecken. |
“ S.. Desken Ä
Dör naien, 1.) durch: näßen. Een doͤrnaieden Rokk: Ä
ein Weiberrock, weldyer burchgenäßet oder. mit aller:
hand Figuren "durchfticker ift,
2). durchgehen, das Feld räumen, eilig Kaufen. —
3.) Doͤrnaied weſen: liſtig, ſchlau verſchlagen
ſeyn. dt is een doͤrnaieden Gaſt: er iſt in
durchtriebener Vogel. He is mit luter Schelm⸗
firefe doͤrnaied: er iſt auf Argliſt und Schelm⸗
| . ftücfe abgerichtet.-
Naien, fublt. die Naͤhſchule. In der Maien gaan⸗ 0
in die Naͤhſchule geben. .
Naierfke, Närperin.
Naad, Naht, future. Cod. Arg. Naat. U der
Naad pulen, oder uutder Raad kleien: wenig
Geld mehr im Sacke haben: nach dem letzten
Heller in der Taſchen ſuchen. R. In der mehren
Zap Nie. De Rokk rit nut allen Naͤen: an
dem Rock trennet ſich allenthalben Die Naht: ©
‚Naxxe, Moden. E. Neck. A. S. Hnecc. He
hhet en Haar im Rakken, dat em torugge
holt: er darf nicht frey ſprechen. Een Oge im
. Maffen hebben: nicht nur vor ſich, fondern auh
.: hinter ſich ſchen, vorſichtig ſeyn. Enen Schelm
im Nakken hebben: betruͤglich, hinterliſtig han ⸗
deln. Van ae bet to'm n Nalten: ‚von
dee
2316. NMaæx.
der Fußſohle bis zum Scheint, von unten bis
oben.
| Nakken- fläge, übele Nachrede. He het daar vele
Naffens [läge van: man vebet biefer Sache wer
gen übel.von ihm.
'Nakk-haar, das Haar im Naden, oder hinten am
Kopfe Enen bit Naft: haar krigen: einen
‚von hinten zu in die Haare fülen: auf der Flucht
| be den Haaren zurück ziehen.
Duuk-nakke. ©. unter Dvzen,
_ Schorf-nakke. "&. ScHorr. |
Nik, ift Yaffelbe mit. Naffen; font aud St, und
Knik, das Genick.
Nikken, und u
5 ‚Nik. ‚koppen, den Kopf neigen , mit dem n Kopfe eins
een, den Kopf vorn über beugen, fo daß Die Bes
wegung alleirt mir dem Genick gefihiehet, nidtare,
nuere, annuere. Im Hanndv. fniffen. De
- Daar'nifs foppet, de. gevet nig: fagt man im
Scherz zu denen, die anſtatt Sa zu fagen nur mit
dem Kopfe nicken. Die Sprw. iſt entſtanden
von dem Betragen armer Leute, welche mit dem
Kopfe zu nicken pflegen, wenn ihnen in ber Kirche
der Klingbeutel zugehalten wird.
Wikker, 1.) der Henker. Entweder von Nik, weil
er das Genick abſtoͤßt ‚oder vom A. S. næcan,
toͤdten.
2%) der Teufel: welcher if ein Mörder von Anfang.
E. the old Nik, © Janii Etym. Anglic. v.
_ Nick,
Nax- -RO0D, Nakkerocd, bleichtotb roſenfatbig. |
Fr. Nacarat, J | Nam,
Nam. Nar. Nar. 217
| Name; nomen. - |
_Upname, bie Aufſchrift auf dem: UmpSioge eines Brie— |
fes. J
NMaam- liesken. So pflegt man ein Kind zu nennen,
das noch nicht getauft iſt, und noch Beinen Nainen
hat. Vielleicht ſtat Naam⸗lovus.
Nomen (os), nennen, einen Namen geben. it, Er
webhnung thun. R. Beym Kero, nemmen. He
is na minomet: er bat bey der Taufe. meineh
Namen empfangen. |
Benömen, benennen, namentlich Seftimmen. ‚De
Schuld benömen: anzeigen, wie groß bie
- Schuld fen. Das Paflivum, benömet werden wird
auch von demjenigen ‚gefaget, ..deffen. Namen ein
Kigd bey der Taufe empfängt. De Waſe id bes
nömet: das Kind hat den Namen der Baſe em⸗
pfangen. Benoͤmede Borgers: namhafie/ an⸗
geſehene Bürger. Renner.
To genömet, jugenamet
NAAMDAg, ſtatt Pamiddag, Dating R. .
Narr, hoͤlzerne Schuͤſſel, Napf. ©. Nappe, I
- Hnzppe. S. —
NAAR, ſchrecklich, gräßtich: I Hol, aber
auch bier gebraͤuchlich.
NARE, und Narve, Narbe, cicatrix. € Narrew. _
Wachter leitet Narbe ber vom A. S. nearwian, i
beengen, fi zufammen ziehen. | |
Narven. . De Delle narven iſt bey den Gerbern, Sie
Haare vom Felle abftoffen. Rarved Ledder: Le⸗
‚ber, wovon die Haare abgeftoffen find. Welche
Seite des. Lebers eingeſchrumpft wie kleine Nar⸗
O 5 vn
218 | | oo. ‚ Nan.
ven, arzuſehen if Daher fagt man gauch: Dat
Ledder het fine Narven, wenn. es fein genarbet
iſt: welches die Eigenſchaſte eines es ſeſten geders
iſt.
Nären, ernaͤhren.
| Naruns. Narung, Nahrung, alimentum, victus,
lucrum. Taͤrung un Naͤrung wird oft gegen
“einander geſtellet, fuͤr Aufwand und Gewinnſt.
N ärig, haushaͤlteriſch, ſparſam, der fleiffig: über fein
Brodt aus iſt. ‚it. ein wenig geizig. R.
Närigkeit, Sparfamfeit, ber Fleiß im Rahrungeſtan⸗
be Imgl. Gewinnſucht, Geiz. R.. Naͤrigkeit
bedrugt de Wiesheit, iſt ein Sprw. auf dieje⸗
nigen, welche aus gar zu groffer Gersinufucht fi ch
ſeloſt Nachtheil zu ziehen.
Nancens, H. nergens, nirgend, Es iſt zuſam⸗
‚men gezogen aus Nie, nicht, und argeng, ergend,
irgend. . ‚Sn. gemeinen Reden. pflegt man noch eis
ne Verneinung folgen zu Taffen : nargens nig,
J nirgend. In den brem. Stataten heißt es ner⸗
er Ord. 3.
Nannr, ftultus, morio. En Narre maket tein
Narren: nichts iſt ſo thoͤrigt, das nicht viele an⸗
dere nachahmen ſollten.
Narrije, Narrheit, Thorheit, Narrenpoſſen. Laat
dog dine Rarrije: voͤre doch auf Poſſen zu trei⸗
- ben.
Narren ‚%). naͤrtiſch thun, Poſſen treiben.
2.) einen zum Narren haben; veriren. Narret
kine vi Luͤde: ihr möffe feine alte deute veru
ren. | |
- Nirt-
-
| Narr. Nas 0. _ 219
Nirt- -narren, iſt das frequentat. necken, beſtandig ve⸗
xiren, einem allerley kleine Poſſen erweiſen. Laat
bien Nirt⸗ narren: laß doch die ewige Neckerey
bleiben.
‚Nirt-narrije, Mederey. Wat ſchall de Nirt⸗ nar⸗
rije? wozu die unauſboͤrlichen Poſſen? |
Narve © Nare. |
Näse, 1.) Naſe. A. S. Nofa. Dan. Naefe. € Noſe.
| R. ſchreibt Neſe. De Näfe hangen laten: fh
fhämen. it. bey den Schwierigkeiten muthlos wers
den. nem Naͤſen anfetten: einem eine Naſe
drehen. Enen trafteren mit der Näfe up'n
Diff: einen dergeſtalt zu Gafte haben, daß er nicht
begehret wieder zu kommen. Ene Naͤſe, oder,
euch, ene lange Naͤſe krigen: einen Verweis
befommen. De Naͤſe allerwegen mit inftefen: _.
ſich in alle Sachen mifchen. De het de Naͤſe
becgaten: er iſt betrunken. Dat will if di nig
up der Naͤſe kleven: das werde ich dir nicht
entdecken. Dine Raͤſe! das war getroffen, ſci-
icet. Ware du dine Naͤſe: bekuͤmmere du
dich um deine eigene Sachen. Eerſt ene Naͤſe, u
un denn ven Brill: fage man im Sprw. zu des
nen, welche zu früh etwas verlangen; oder auch et⸗
was unternehmen wollen, wozu fie das Geſchick noch
‚nicht: haben: man muß nicht: eher fliegen wollen,
ehe einem die Federn gewachſen find. De fi ine
Naͤſe af nid, ſchaͤndet ſien Angeſicht: wer
von Perſonen, die ibm am naͤchſten ſind, etwas
- Machtheiliges ausbreitet, der fände: ſich
ſelbſt. Opite Nik, un ſpicen Kinn, F |
| W
N
| 210 2 Nas |
ſitt de levendige Duͤwel in : M ei gemeines
Sporw. das nicht mehr Waberbeit hat, als andere,
die von der Bildung: des Koͤrpers genommen find.
2.) Näfe heißt auch der Vordertheil einer Sache,
©. alles, was hervorraget. So heißt in den nordi⸗
ſchen Sprachen Näs, oder Nos, ein Vorgebir⸗
ge. De Naͤſe van een Schip: ein Schiffſchna⸗
bel. Dahin gehören auch die eigene Namen der
| Dexter und Gegenden- die an einer Spike, oder
vorn an. einer Dorffchaft liegen: z. B. Blanke—
nnaͤſe im Stadtsbremifchen Gebiete.
Nufe dook, ‚ein Schnupftnuch.
Maſe- dröpel (on), ein Tropfen an der Safe. I R. S.
'Näfe- meier, ein Schimpfname, womit man einen bes
leget, der mit einer langen Naſe begabet iſt
Naſe-water, ein Naſeweiſer. K.
Naſe- -waterije, ein nafetonfes Bejeigen , af |
| Worte, Borwiß,
Nuſe- watern, naſeweiſe Worte gebrauchen: vorwibig,
| ungegruͤndet, unberufen tadeln. : -
Näfe-wies.: ©, weiter unten Wies-näfe. -
‚Näfen, Afnäfen, einem eine Naſe, oder ——
den Verweis, geben, boͤniſch ablaufen laſen. €. |
"=... to.nofe-one. “
"Brak-näfe, eine eingebrhefte Naſe, detgleichen die
Hunde haben, welche man Brakken nennet.
——— naſe, eine wind gefallene, geſtoſſene, oder
geſchlagene Naſe, eine zerkratzte Naſe. it. einer,
dem die Naſe geſtreift, oder verwundet iſt. In
Stade Naͤſeken⸗ fchrapper, Schraap⸗ näfe
ſpelen: die Naſe wund allen: in einer Schläge
u j rey
\
Nas "Nat. 221 u
rey eine etiabie oder verwundete Naſe daven
tragen.
Stuuv-nãſe, eine fm af i it. der. eine Rumpf
Maͤſe hat. S * =
„Wies-näfe, oder auch umgefehet,. wie die: Hochdent
ſchen veden, Naͤſe⸗ wies, ein Naſeweiſer, ein
Kluͤgling. naſutulus. Naͤſe⸗ wies. is fin Bra -
gen⸗ wies: Naſeweisheit, oder. eingebilbere Klug: |
heit, iſt feine wahre‘ Weisheit,
Nask, Unnask. S. im Buchſt. U. oo:
NAsSKEN-SÖKER, ein darger Menfih, der auch das
‚allergeringfte zu Rathe hält. Ohne Zweifel wird
“es richtiger Aeslen⸗ſöker, oder Esfen ; füfer
beiſſen muͤſſen, von Esken, ein Aß, das leichte⸗
2 Me Goldgewicht: ſo daß das n vor dem aͤ odere
aus dem articulo een, durch eine geſchwinde Aus⸗
ſprache, ſi ſich eingeſchlichen bat. Im Haaundo. ſagt
man Naͤbeken⸗ſeuker.
Nat, Narr, naß. Gr: vorıog, von york, die Feuch⸗
tigkeit, und dieß von ben, van, ich ftieſſe Cod.
Arg.martjan, netzen. Se ſchuwet vor een nat
Saar: ihm iſt vor derbe Merweife,. oder Strafe,
bange. Matte Ware‘: flüffige Waare, als
Bein, Dehl, Eſſig ꝛc. So natt as ene Katz
tes pudelnaß. Natt un droͤge uutſtaan: at
len Ungemaͤchlichkeiten der Witterung bloß geſtel⸗
det feyn. - Subſt. dat Natt, die Feuchtigkeit,
fluͤſſige Sachen, humor,, liquor He levet
het Natte: er iſt ein Saͤuſer. He het to veel
an’t leve Natt daan: er iſt dem n Trunk ergeben
verweſen. J |
| | Nacias
222. | = N ar.
Nattigheit, die Naͤſſe.
Naten, 1.) active, negen, naß machen. Col. Arg. :
| natjan. "Gr, voricew.,
2.) intranſ. ſich benetzen, Feuchiigkeit von fh laſe
ſen. De Wunde natet: aus der Wunde flieſſet
Feuchtigkeit, oder Eiter. Na naten, ſagt man
von Dingen, aus welchen das Waſſer nicht bald
3 auf einmabl.beraus läuft, ſondern die noch lange
hernach Feuchtigkeit von fich geben; wie z. E. un
— kochtes Gemuͤſe u. d. g.
I Dar naten; 1.) durchnehen, durch um durch 207 me
2... den: | Br | |
0 2) durchflieſſen. en
j Naren, 1.) ein Thor, eine Pforte, Das es cher
- mahls. diefe Bedeutung bier gehabt, betveifet die
noch jeßt.übliche Benennung zweier Derter in un⸗
ſerer Stadt „wo. vor Zeiten Stadtthore geme
fen, die aber längft eingegangen find. So heiſ⸗
ſet die Straſſe nächft den neuen Kornhauſe noch
jetzt vor der Nateln, weit daſzlbſt ehedem die
Grraͤnze der Stade, und alſo auch ein Thor gewe⸗
ſen iſt, ehe die Stadt erweitert, und das St.
Steffens: »Biertel in ihre Ringmaner gezogen wor⸗
den: welches im Jahr 1307 geſchehen if. Ja
auch noch lange hernach iſt bier. ein Thor geweſen,
welches die alte Stadt von der Steſſensſtadt abge:
ſondert hat. So erzähle Renner. unter den J.
3532 — 1534 Folgends (nach Dämpfung
des geoffen Aufruhrs der 104 Männer) wurd de
Natell webder fehluthaftig gemaket, und be
| Sm, de tho gedicet waß— wurdt wedder
uy
| Nar. ..: 223
up geruͤhmet. Bis endlich dieſe Scheidung im
Jahr 1551 völlig aufgehoben iſt: wie Renner bey
." ‚diefem J. melde In der Rund: Rolle Art.
ar. wo jedem Quartier der Stadt fein Sammeb
platz, zur Zeit eines Auflaufs, oder Lärmens, an⸗
gewieſen wird, ftehet : St. Steffeng Vern⸗
deel in der Ralein, de dar binnen wanet;
und de up St. Steffens Stadt wanet, bu⸗
ten der Natel up den Geren. Der andere Ort.
iſt die-fo genannte Biſchups Natel, oder das
Stadtthor, . welches zum Gebrauch der Erzbie
ſchoͤfe gewefen „ wenn fie ihre Refidenz in ded
Stadt gehabt. Jetzt führer diefe Pforte nur noch
- auf den Wall, aber nicht aus der Stade Yu
einer gefehriebenen brem. Chron. wird gemeldet :
De Raht verbeterde de Stadt Muren, up
den Graven jegen der Kerfen (Dom: Kirche‘)
twifchen den Deftern und Herden- Dover: dat
‚nam Bifchop Johan tho groten. Undanck up,
klaget fölfes dem Panft, und behelt dat
Thor, des Biſchops Natel gebeten, vor ſick,
dat he moͤchte ush und in-teen, wenn he wol⸗
de. In einer Urkunde, zum St. Juͤrgens Gaſt·˖
hauſe gehoͤrig, von 1315, ſchenket Otto von Buk⸗
ten an dieſes Hoſpital unter andern ſexaginta
marcas Bremenſis argenti, quas habet in he-
reditäte patris fui, videlicet domibus et areis
ſitis ante portam civitatis noftre, que Natle
- Epifcopi nuncupatur. Woher das Wort
- Matel in diefer Bedeutung. feinen Urfprung habe,
Ä ü ſchwerlich mit. Gewißbeit zu beſtimmen. Et⸗
IT
224 Nat ‚Nav.
wa von bem’ celtifchen Naid, Nawdd, eine Zu⸗
flucht, ‚ein Ort dee Sicherheit, |
2.) eine Nabel, acus. Cod. Arg. Nethla. A. ©.
Nædl. E. Heedle. Vermuthlich auch aus dem
celtiſchen niddu, und neza, nähen: Gr. ung.
- ‚Man vergleiche auch das Gr. vurlav , ftechen.
Sf ſitte, as wen if up Nateln feet, ſagt man,
wenn man dringende Geſchaͤfte hat, und doch wi⸗
der Willen ſtill ſitzen muß. Mit der heten Na⸗
tel naien: fo näßen, daß die Nabt bald wieder |
auf reißt.
Narürıık wird. bier chen fe: gebtauchet wie S. in
. Idiot. Osnabr.: meldet., Idt regnet fo natuͤr⸗
hf: es fälle ein gelinder, angenehmer Regen.
He ſut natürlif uur, as fien Bader: er ſiehet
feinen Bater ſehr ähnlich. Ä
Mau, 1.) adj. genau, karg , enge. 9. nauw. %
S. hneaw, tenax. Sprw. Naue Raad
- fümt van armen eiden: weiches unfer Pobel
unpöflicher ausdrückt :- Lut enen nauen Eers
- geit een nauen Furt: wer nicht viel hat, behilft
fih, fo gut er kann. Mit nauer Nood: kaum,
nicht ohne Schwierigkeit. Heel nau wefen: ſehr
karg, filzig feyn.. Een nau Verlaat: eim enger
+ Det, Stube, oder Haus. Man fagt auch een
tort Verloat, , in demfelben Sinn,
=) adv. genau, kaͤrglich, eng, forgfältig, kaum.
Idt is mi hier to nau: es: ift mir hier zu eng,
Nau befifen: forgfältig beſehen. Idt geit hier
wat nau-her: es iſt hier nur armfelig beſtellt.
Idt feerde man nau to: es fehlte nicht viel, non’
| multum
J—
un. er,
—
Navi Ne; . 7 223
wmultum Abluit. it: es war au genüg. | Ik |
fon daar nau weſen, as — kaum war ig da,
als —
wen, beengen, deingen. Win de Hood näüet:
went die‘ Noch dringen | -
nauen, ab’preffen, dutch. Veangſugung ab bringen. |
Erzb. Nikolaus verfpricht in ‚einer. Urkunde von
1425: Un Wi — en id) allen nemede (Nie
- mand), de de Strate tom Langwedele vorben.
- fofen, Gud noch Geld nenerleye Wis Vor⸗
biddelgelt, Dinggelt, Mandgelt ofte anders
wodanne wis men dat nomen wil oft mad),
edder nenerleye Save mit Borjate af dringen,
af eſchin, af nouwen, of nergen mede been⸗ |
gen / binderen ofte Tetten. — Eu
mauen; beengen, beklemmen, die Luft beneßmen, FR
beaͤngſtigen. Benauet went seinafige ums |
Herz beklemmet fen u
rülgkeit, Genauigkeit, Kargbein.
iute, die Enge, anguſtia.
naute, und |
Anautheit, Beklemniung des Herjend‘ obnnecht.
au-Rerig, adj. und Adv, genau, accuratus. Iſt
auch Hol: VPon nau, und keren, wenden.
AVE, Nabe, modiolus rote. A. S. Naf. E. und
H. "&ud) Nave. Chytr. Nomenel, ‚Sax, Rade⸗ u
Navel. Daher e |
äviger,: Neviget', ein Nähen. Eidentlich ein Bob⸗
rer, womit die Nabe. auedebobret wird: dan |
ae.
=() 2 iſt eine Bypeinungs Paritel, en |
| u ws |
|
; 226 En “Ne, „Nap.- . . 3
Br m « ee. ” .. > r
. gewiſen. Wortern vorgefcht wird. E. vay, nicht.
So iſt j. E. neen, oder nien, zuſammen gezogen
aus ne⸗-een, nicht einer, feiner: nargens, aus
ne— argens oder ergens, 1’ g irgend, nirgend:
ch a. m. '. Daffelbe hichen, Auch ‚a Hoch⸗ |
deutſchen PR -Niiernand,. iv Ne; jemand: ni.
gend fauͤr ne⸗ irgend:. nichts für ne⸗ ichts &.
©. Wachter i inNe, non. . : -
= Pe ift ſo, wie en, ein unfern V Vorfahem fer. |
‚üblichen Flickwort. ©.En..
u Ne (z), nein, Die Kebereinftimmung in Deefehieber
nen Sprachen ſ. bey Wachter in Ne... Bi ja. um
ne: ohne Schwuͤre. Ne to kope hebben, wird
| ” von ſchlechten Kaufleuten. und. Krämern gefaget,
welche oft Mangel. an Waaren haben, und, ‚alfo |
soft gewungen ſind, Wein ju fagen, wenn bey iße
nen angeftaget 1 wird, ob fi ie. Biefe oder. jene Waare
haben.
*
Nenen, Benenen, Vernenen, verneinen , leugnen. .
‚Neep, Need-nagel, ein ſtumpfer Nagel, der uns
‚ten platt gefchlagen wird, damit die Theile, die .;
er zufanımen holten: fol, nicht aus einander ge⸗
| en. So Heißt ;. E. der Nagel, welcher bie:bepe.
den Theile einer Sthere zuſammen Bil ‚bat |
Need.
| „Need - un Nägel - va, "was feft genägele in, und
zwar eigentlich. fo, daß die heraus vagende Spigen
der Nägel, zu. mehrergr Feſtigkeit amgeſchiagen J
ſind. | ©& umtet NAGEL,,, Bu
| Node, neön, « tofamen n neen J mit, einem. nn befer
Er EEE ſtigen,
9 — .
. “'r .. Ar. \ N , ” “ ‚ va
“or , r .
v: .
. ° » u —
S: vr 2 Na. N
‘er. PER | Studer + . ‘ *
— N f f .
! —
— u
| Nem — 227
> fügen, an ainander Bea ini Aigen nien, |
= umınieh. . J
Um ‚neden, um: ned, die. umetfte heraus ſtehende
ESpitze eines. jeden Nagels, wenn er dureh. ein
Brett oder.fonft etwas getrieben ift, umſchlagen.
Nenpen, unten, it:unter. R. A. ©, neoth, nee ·
- othan. Alt Fraͤnk. nidan, nithan. Schwed.
.nedh. _ H.meden. Wieden brauchen die Hochs -
deutſchen nur. in hienieden. Na nedden tor
Bach unten zu. Na nedden varen: den Strom.
bGbinunter fahren. Nedden im Huſe: unten im
Haufe. Luͤde van nedden herup, nennen wir
die Leute, welche aus den Marſchlaͤndern unten an
der Weſer berauf nach Brenmien konmen. De
ſitt nedden mi: er fügt unter mir. ‘
Benedden beißt daſſelbe. R. Holl..beneden. € be-
ro meäth. K. Rolle Art. 170. Venedden up dat
Rathus: unten auf dem Rathhauſe. DW.
.. De baven eine unde benedden eme wanet: die -
- Machbaren zur Rechten und zur Linken. Undan
‚ einem andern Otte: dat benedden veer Grote
gekofft werd: das unter 4 Grote gekauft wird,
Nedder wird mit andern Wörtern fo verbunden, als
2 daß Hochdeufge nieder. A. S. neothor. & u
‚ı neather. -
Nedder- fällig, ſachfaͤllig, der im Gerichte verliere. .
Up des Nedder⸗ fälligen Koſten: auf Koſten
des Sachfaͤlligen. Ord. 82. So ſcholde he
, des Worendes nedderfellich weſen: ſo fol er
"Res Rechts verluſtig ſeyn, ſich feines Gewaͤhrs⸗
mannes iu feinem Vortheil gu bedienen,
oo Pa we
DE J N
228 | u Nep D.' Ner.
_ Nedder- gericht, Niedergeriche. u > |
Nedder-hemd, Unterhemd... 2,
| Nedderfte,. hiebrigfte ,. unterſte. "Sat Water ſteit u
up der nedderften Treppen ſagt man, wenn ei
nier fein, Wafler wicht Länger: halten kann.
| Beneddrigen, erniedrigen, unterdruͤchen. Renner un:
ter dem J. 1568. Darna. ſe oc ergangener
andlung, und voriges. Unwillens halven,
Bug) ( sener). nicht ſcholen gehindert, be⸗
neddriget oder beſchweret werden.
Verneddern, Veéerneddrigen, erniedrigen, herunter
bringen, in Verfall bringen, das Anſehen rau⸗
ben. Schenen und Reinsbergs Chron. im Leben
Erb. Hermann: Diffe Hermannus vorned⸗
derde allent wath he am Stiffte vandt. In
einem Kaufbriefe, von 1433: ſunder jenigerleie \
» "Argelift, nie Sımde und Hulperede, dar men
ee Breff mede krenken und vorneddrigen u
mad. - Ä
Narren, Neffens, neben, nebſt, nachſt Sen; ges |
“ gen. R. Meffen der Karke: neben der Kirche,
He wanet hier digt neffen an: ex wohnet ‚bier.
naͤchſt an. Liek neffen aver: gerade gegen über,
Meffens mi: nebſt mirt. a
_Nexen, Nevens („), daſſelbe. Neffen und Nleven |
. braucht man ohne Unterfcheid, eben. wie Effen
‚and. Even. Woor⸗nevens? eigentlich, nebft:’-
wem? gemeiniglich aber fraͤgt es ſchlechthin/ wor
ubinam ? Woor—⸗nevens hei ji em ſeen ? wo
dab ihr ihn geſehen? Woor⸗ nevens wanet he?
wo wohnet « er
Dora u.
N j ° : . ; iR u
. u ' “ " . w“ j ’
. . \ ,
_ " - Es r ö J ‘ . Br:
_Beneffens, ;
, | | oo
FIRE: Nee. Nem.. 0... 239°
eneifens, Benevens; beüebſt, una cum, I eine
man e Verlängetüng des Worts.
EGELN (7): S. Nögeln unter —
EGEN CH), eun. A. S. nigan, nigen nigon,
Grieſ. niughen: H. negen In den ai adern Dialet⸗
ren wild das g’bermiffet:”" K. Rolle Att 134.
wente des’ anderen Dages to negen: bis um.
neun Uhrves folgenden Tages: Negende neun:
TS, ‚igothe. ‚ Megentig , heunzig. A.
2 hündnigontig: "Von dieſem Hund, wel:
ches unſerẽ alten Vorfahren einigen Ordiungszah⸗
len ſo unnuͤßz vorſehten⸗ ſ⸗ Wachter in Hund.
egenthüde,’ die Söfefte Art von Slutfhwäten, die
wir ſonſt auch Puun nennen.” In der alten frieß
Sprache Niuggenheude; wie Cadovii Müllers
"" Memöriäle‘ Fri, Infe: lehret. Die, Urjache der
Benknnimge ; weil bey: dieſen Gefghäten. Die
- Kant ſich ofe'blättert; ünd abſchaͤlet. ‚Denn Du
b. de iſt der plur. von Hi,“ Haut, |
egen- -mörder ;?eitt kleiner weiſſer Raubodg gen, in der‘
Groſſe tincs Droffels welcher oft Alt b —
ihn ick gi Haͤnnov. äbrafer:
eh in feinem‘ Woerarbuch⸗ nennet ibn. Neun⸗
9: toᷣdter, Dorndreher Verdätfter, lanius cingreus,
piea vontatet⸗ ze! Hamburg iieunth ww die
u u oe Nefenmördet, "SER, BE
An zöge,: Meanäüge, Prife "N
er; ch, nach or unter Nam. PR
kien, nähen, ® SNarkm. | unf
EMEN (7), I.) nehmen. au⸗ alte Dialekte ha⸗ |
' | 9 N un |
; . 1} ‘a
2 - . . B .
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So
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‚ben niman: welches ge folgenden Age |
ten. wegen zu.merßen. iſt. J De
25. enipfangen, Betorumpn,, aten tragen. Die
Berentung. iſt guch- bey dm Hochdeutſchen üblich,
in der Redenvget: : Schaden nehmen. Renners
„Chron, 425.Als ſe tho ſtornien gingen,
Bu "nehmen fe to vele Doden, dar fermoften wed⸗
der affruemen abziehen ), do nehmen ſe noch
7 pele. mehr Dioden un-Semundeben... —
Beiieien, "Sufer..dps allgemein, befannten, Bedeu⸗
BE tung; ———— beſchaͤftiget halten, ogeupare;
J Br — — giftinere. Drd, 1, Idt en bene⸗
u Ant Deine Rade Notſale: es 8: fire dens, daß
hueghvindide und. deingende —
en
us Pe er
er ‚adj. und adv. B u ae
Niemhaftig, flug, wihig aufinertam * eds. it.
un „was. ei und Pe —— Se N Notk. it
Fri
ee
IR ur} " 5 .
ei mig, nut, 73 das —— „des Bien ı und.
nes ten es it —— —*
we der —— un des —* länger, ‚Richie Sit |
J nd Mi 12 merkficher Auf. dem Giefühte. eb; als dieſe
u: konmenheit d der See: und nichts, reizet we⸗
mger, ale bie Tegelmäßigften Böse, wenn dabey
Dummheit, oder Albernheit qus den Augen gaf⸗
fm Nimhafig a w liten: —J J ſe⸗
oe. — ⸗
J Ner Nas Bu 281 u
Veran nentiet man ein. a fleines, Kind, das a ijee
gibt; "alles vernimmt und verſtehet. u
‚Vernimftig,” "then daſſelbe 9 mas nimig und niem⸗
u F haftigeEs wird aber nur ‚von kleinen Kindern
gebrauchet, die ffir if Alter fehr Eing find. Dat -
Kind is recht -vernimflig x. dag. Kind iſt ſehr
ET es merfet auf alles. R.
| Wol- -nemen, Bohl‘ aufnehmen, "wicht übel dauer, &
wird nur fubftäntive gebrauchet. In't Wol⸗
nemen: mit Exlaubnig, -ich bitte es nicht übel zu 5
deuten, falva veni.
——— auch Nien, in unſern Statuten auch Nein;
- "feiner, fein. €, none. R S. Nꝓp. (4) |
Nenerhand, und .
_ Rentrlei, Ninerlei, adj. reiuerley, von feiner Art.
NERGMN, nirgends. S. NARGENS. |
NEERSTIG, fleiffig ,. aufmerkſam. H. naerttig.
Oſtfr. ande. 1 B. 27 Rap. ‚Dat de. Richter. in
Saeken, dem Lyve un Bloide, vef eines Mans‘
nes Chre andrepende, voele nerfliger ſall ſi in:
de Tuigen thawerhueren wo
Necrfighöit, Fleiß: Eben. daf. 1B. 51 Sapı —
Nese (1). © Näse
NEST, Neſt, nidus. iv ein ſchle htes Haus. S J
He findet een leddig Neeſt, de Jungen ſunt
al ut flagen: er kommt zu fpät, feinen beaͤug⸗
‚ten Vortheil ju erlangen. Sen warm Neeſt fin⸗
den wird von demjenigen geſagt, der durch Erb⸗
ee oder ee in eine gute Woßnung und
ME 4 bnes |
”.
232 on
Nes, . nn |
ſcchoͤnes Vermoͤgen zu ſihen kommt. Gm vuul
Meeſt:ein barfaui jes Haus. it. eine haͤßliche
und verdruͤßliche Sache, wobey, wenig Ebre, und
— > viel Berdruß, ‚au ‚holen iſt. Sen ouul Neeſt 10
gen: ſich an die Ausbefferung ı eines ganz baufaͤl⸗
mn Tigen Haufes wagen, fih mit ‚einer verdruͤß lichen
Sache bemengen. To Neſte gaan: zu Bette
gehen. . “
Neften, niften, ein ref machen. In neſten, einni⸗
ſteln, ſich einſchleichen und feſt ſetzen.
u Ree- neften, tin Neſt bereiten. S. unter Reor,
.
”
Ree, bereit.
| 'Neeft- duven, ‘junge Tauben, die noch nicht ansgeflas
gen, fondern aus dem Neſte gengmmen ſind.
. Neeft-ei, dag Ep, welches man im Neſte liegen tft,
damit die Huͤner fortfahren barin. zu legen.
Neeft - kiken, das Tegte und ſchwaͤchſte Küchlein, pP
I.
0, aus den Eiern von einer Brut auskriechet. Im
uneigentlichen Sinn, das. zuletzt geborne Kind -
it. ein eg, ein ſchwaͤchliches Mutterfähns |
chen. S. Idiot. Ditmarſ. Bm Friſch Neſt⸗
uack.
ee Neftelnadel, Haarnodel. Sf wahr⸗
ſcheinlicher Weiſe von Neeſi, Neft, uneigentlichz
‚ein oben auf dent Kopfe. zufammen gebundenen
Hagrzopfd des Frauenzimmers. S. Friſch im Wor
terb. Oder von Neſtel, ligula,. J
_Nesreun, Up nefteln;, gemeiniglich ſpricht man
Up neffeln: “einen ſcharf behandeln, uͤbel begeg⸗
nen. De. ward di. up neſſeln: der wird dichs
Yen. ren Wr Ah, dir Hofe 108 mas
chen,
) Nenn ec J 233
den, Sefonbers wenn man einen Knaben mit der
Ruthe züchtigen will. Nach eier veralteten Be |
deutung, aufhenken: fufpendere laques.
em (#), Niffe,-lendes. 'R und S. Celt. Nedd.- u
A. &-Haitı, E. Nit. Din: Gnid.-- Schw,
. ‚Gneet. Gläv. Gnida, Alt Bent. Ni
\ hen, voll Niſſe, lauſig. Een netrigen Deef, ober J
u Dorf: eim lauſiger, ſchaͤiger Menſch. |
Nete- kamm, zxin enger Kamm. Weit: ‚ch ſolcher
7. Kamm ſehr dichte Zaͤhne hat damit erikhts u.
| a ruͤcke laſſe, darum nennen einige auch Einen Geip
els, Xt alles an und u reifen wil nen
Nete⸗ kamm. ——
Nete- kopp, ein lauſiger Menſch. en V
Nereın (4), zaudern, moras maclere, it, wid t
anfboͤren koͤnnen von einer Sache zu reden, einen J
langwierigen Stil im Tabeln Haben. Es iſt ein
Wort, welches den Bremern befonders eigen, und
>. beffen Abſtammung noch unbekannt iſt. Man
könnte es von Noth, in der Bedeutung der Ver⸗
binderung, impedimenti, moleſtice, hetleiten.
. Da es dan noͤteln muͤßte geſchtieben werven. H.
neuteln. In Hamb. noͤhlen und nuͤſſeln Bu
Benetein,. in \einein verdrßtichen Ton und Stil etwas
tadeln. nn
Beneteld, verlegen, verwirrt! undewiß, wie an ſich
helfen ſoll. Sonſt auch betunteld.
VvVor neteln. Enem wat vor neteln: einen was vor
tandeln, wor plauden.
Neteler, Zauberer, langſamer Menſch, es fl in der
Abel, oder im Reden‘ J Hamb. Nuͤſſeler.
EZ P 55 Netel- we,
4: | | u | ” Bu =
234 Nur.
—2
nn deſſen nuͤtzlich bedienen. ‚Sur der köten Worte:
„Netel, goos, af |
. Netelhaftig, und | | I
Nerein jauderhaft,, F berrechlch⸗ langhen Di
. wird der Unterſcheid auch im gemeinen Reden,
beohachtet, daß das erſtere mehr von Perſonen,
letzteres zur von Sachen gebrauchet wird. Ene
netelige Safe iſt alſo eine verwickelte Sache, wos
mit es. wicht fort will, womit man Verlegen iſt.
9F Ken: netelhaftigen Snaf: n langweiliges Ge⸗
ſchwaͤtz Hr, Strodtimann, det ſich ſonſt in ſei⸗
E nienm beliebten: Idiotico Asraßr.. nicht oft um die
Abkisung bekuͤmmert iſt beh dieſem Worte in ſei⸗
ner Muthmaſſung, daß es von: Rat; Re, koͤn
ne abſtammen, nicht gluͤcklich = J |
‚Netelije das Zaubern; Gezander· —
Netei- kutte, ein: Zauberei" ein Pibeiwert.
Ene rechte olde Retel⸗kutte: aein Ernanderet.
Nersuse S. unter NirTen. "9
Nasen, Geneten (2), nieſfen, geriet, fh mit
Vergnuͤgen bedtenen, frui. Ood. Arg. niutan.
A. Ge: notian, nyttiam Schw. nyttia. Alt
er Fränf,; nioton, ‚niazen, ilezen- Bas tat. uti
ſcchaint. damit in Verwandſchaft zu. ſtehen. Das
a - einfäche neten iſt veraltet. Das andere tvnjugi⸗
ren wir: ick genete, du genuſt, he’ genut ꝛc.
Daher Nutt, Mutzen, mit feinen Abgeleiteten)
Imp. if genovt, ich genoß. Perſ. ik hebbe ge⸗
. Noten; ich habe: genoſſen. Ord. 72. Mochte
he des tugen, des mochte he geneten· kann er
Folds. Durch: Zeugen beweifen, - fo fan er ſich
ſihet
ſtehet in andern anggefen: Se ie des an ane
GSchaden.
— das Netz. Cod. Arg. Nati, ‘. ©. Net,
:Nyt. E. imb H. Nett. fat. naſſa, Fiſchreuſe.
Agter' tNett ſiſken: zu ſpaͤt kommen, benn ein
ander den Vortheil ſchon weg hat. Enem vort-
. NMett heer fiffen : : einem in Erhafihung, eines
Bortheu⸗ zuvor kommen. Enem dat Nett
aver'n Koppe teen: einen. beruͤcken, in die Falle
locken. He is vor enem Nette nig fangen: er
iſt ſchlaur er laͤßt ſich fo leicht nicht beruͤcken.
Fette - bitdel,, ein Beutel aus. einen Netze gemacht,
ein geftrickter- Sad.
1 si, Nette, hör, habſth niedlich, , ein, rein⸗ ur
Bi E. neat. Fr. net. Ital. netto. Lat. niti- .
dus. ¶ Das Faufmimitfehe Netto, welches von
den Waaren gebrauchet Bird, wovon das Tara
abgezogen worden, iff’bas ienltänifihe Wok, und
becdeutet:ſo viel, als rein. Daher brauchen wir
nett in gemeinen Medensciten für)‘ nichtz mehr.
und! nichts weniger, genau. Dat is et ſoꝛ
das iſt genau fo, bar Egentliche her sache.
2. Mettiaßiet eben fe; als — non aliter ac.
n- |. nette, was in fi) feiöft, "ohne gefüchten Pag, oder
xbergten Zaſet, ſchon iſt · S. im Buchſtaben u
L- |
Fersen, MNeſſel. ECelt. Hhanaat A. S. Netl,
Mytle. ENettle. H. Netel. Schi; Naettla
und Neesla. Es if verwandt mit Matel, Na:
J ah ©. ler ih PM Bil Done, \
| — OD
» ’ N
® . .
236 - Ä Nerv. Nm: u u
. nn ‚nn vn
auch. 88. er nes A
4
—* auch dove D Nettel, \ caibe Nefleh, bie nicht
brennet, urtica iners, galeopflis Ss iſt das
pur celtiſche Danadl. .
| Hidder- nettel, Brenn: Neffe, urtica. Bon hid⸗
dern, brennen; und diefes von heet, beiß.
"Ni EVE (s)» Vetter, Schweſter oder Bruders Sof. |
| u Bordem. Neffe, nepos. Fr. Neven·
"NEvEN. S. unter NurFd B
Nrwrxux, Niewerle, nimmer. S. unser Want,
| adv. |
"Nine, der Schnabel, it. die Kae. % ©. Ne.
E. Nib. H. Neb, ‚Sn; Hamb. Nüffni Es if
das Stammwort von,uuften Snibbe; Snippe,
uünd den, Hochdentfchen Schnabel. Schnepfe,
Be u. a. A: mit —— ades 8
ii ge chte uic EN ‚ale wenn ı einer; —*
Giectraͤnk zu ſich henommen. sreul
Fach, und Benibbeln,,. umher. Henagen; wenig zur
Zeit abbeifjen: wird eigentlich von Vögeln gebraus
-scheße if, mit den Vorkerzäßnssrneffen,. appeutlich
Selen: wie Die ‚Kinder. vom Zuckerwerk. Daber iſt
nibbeln. €, nibble; nel sn ®
ee den. Schnabel rinchnken. Wir brauchen
* es über nur im uneigentigen Sinn To Deep
oe in
—
*
v* [1 . P7 - ‚ .
“ N . .
ı . .
J J
— . 5
of wol ins in de Ketten: weiße feute febten
1
]
- x ———
Zune —
5 D . - .
- *
N
Nın, Neo, | ‚ Nır.. = 2 237.
in nibben: — viel Fate Gernfe zu ſch neh⸗
um.
bken, den Schnabel fe eintuͤnken. it. das Getraͤnk
eben ſchmecken, wenig zur Zeit trinken, pitiſſare: J
Wir ſagen ſonſt auch fißfen..
IBER, ‚adj. und adv, fein, artig, niedlich. Läibn,
Collect. Etym. P. I. p: “48. ‚nieper, Schön hell
und Har.in den Augen, Im Lineburg. nyfer.
8. Een fütjgt niber Geſi igt: sin kleines nied
liches Geſi | Dat kt niber: das f chet nied⸗
lich aus, 0
ICH, nicht. ©. Nic.
tED, Neid. A. ©. Nith. Ak Fein, Kid. Ps u
wandt iſt Niet, Verlangen, Begierde, beym
Notker. von nieden, nioten, vergnügen, Belus
fligen, Daher auch das Hochdeutſche niedlich"
abſtammet.
iden, Beniden, neiden, beneiden. Beter benidet, as be⸗
klaget: malo invifiam, guam mifericordiam.
iedsk , adj. und ‚adv? neidiſch, begierig , be
tig. R. und 5, Niedsk im Eten: begierig,
geizig im Eſſen. Niedſke Kulde: heftige Käts
te. Dat Kind (riet niedsk: das Kind ſchreiet
beftig.
IF, eine Naſeweiſe. it. eine ſchwatbhefte f & Aug
vuͤnkende Perſon. Es wird gemeiniglich nur von
Weibern gefagt. "Ene olde Nif⸗Nif: eine Alte,
die viel zu meiftern. bar. Wir fagen auch Nifke.
9 Nüf und Nüfke. Die eigentliche Bedeutung
iſt noch in Hamburg üblich ‚ wo Nuͤff eine Naſe,
Pam beißt. R Alſo i Nif daſſelbe mit
Weoꝛ
238. .Nir Ni N
Mlbbe. ‚Welche befiäeriger wird durch dag Han⸗
nd Nibbernaͤſig, naſeweis. Im Engl, | bedeur
tet Nifie, nichts wehrte Dinge, Pofien.
‚Niffen, naſeweiſe Anmerkungen machen, viel zu meis
fe und zu tadeln haben. He het jummer wat
to niffen: er macht immer Sadelnbe Aumerkun⸗
gen.
N: 1G, nicht. Einige ſchreiben es, wie 8. mit einem
ch. Uns duͤnkt aber, daß wir dieſem fremden
Buchſtaben hier billig feinen Abſchied geben koͤn⸗
nen, vornemlich da ihn die alten verwandten Dias
'Iefte nicht fennen. Cod. Arg. nithau.: A. S.
nice. Alt Fraͤnk. niga, niut. Im Celtiſchen
— iſt Nag, Nagca, Berneinung, abfchlägige Ant:
wart. Schw. neka, leugnen, Zu dieſer Samt:
Tie gehören das lat. negäre. Nig dog: gar
nicht, minime. Dog nig ? ſollte es wicht ſehu?
wuͤrklich nich? Nig maar? iſt es nicht or
‚glaubt du es nicht auch? nonne?
_ Nıarn, fi) neigen, eine Kniebeugung machen. Es
wird nur von dem Kompliment oder Verbeugung
eines Frauenzimmers gebraucht. Cod. Arg, hnei-
wan. A. S. hnigan. Want. hneigen. Vergl.
Kniks
| Nıy Nije, nen, In unſern Statuten nige, nigge
. und nie. Ein Wort, welches viele Sprachen, |
| " mit ‚geringer Veränderung, unter ſi ch gemein ha⸗
ben. ©, Wachter. Celt. newidd, neu, nevls.
Cod. Arg niujo. A. S. neowe, niwe. E.
.... 7. new. Dän. und Schw. ny, nyt. Idt ſchal
mi nij doon, wo dat uutfallen wills ich bin
, .
Y
\
W beoheris
i
gie als auf was Reueh) nr aofen, wie
8. ausfallen- wird. Nie Beſſen feget rein: £
| Bessen. Noeutr. nijt: als, een nijt Huusz
Ren nenes Haus. Stat 35. niges (a van
nies) buwen: wen: aufbauen." |
Speldet-nij, ‚Spooklet-nijs ganj neu, ‚gar mie.
gebraucht, | |
" Ne. Land ,. eine Doefſchaft im Stade: ſbremiſchen Ge 3
au: de, auf ber mittägigen Seite der Weſer; wel.
> che vor Zeiten ein Sumpf gewefen, abet im Jahr
. IIZEOR Hollaͤndern (dure hollardrico) ausge
than worden, welche dieſes Land urbar gemacht
haben. Wovon die Urkunden za Tefen find in des feel,
m Paſt. Vogts Monum. ined. TI. pP. 9.
und TIL p. 418. S Flämsk Arne, Flänick ;
‚ ;Regt, uad HoLLER-LAND.-
Aerör- nij⸗ land, Over-⸗nij- -land, "eine Dorffiafe
: an der andern Seite der Wefer, dem Mijn: lans
de ‚gegen über. Welches Land ſchon im J. 1106,
‚ @uf gleiche Weiſe iſt urbar genecht ©. Hoı- |
LER- LAND
Nik 1.) nen
2). luͤſtern, i als aach etwas Neurs Se I
is daar nijlik to: fie iſt laͤſtern darnach. 8.
x) Angewoöͤhnlich, feltfam. Idt fag nijlik wut:
es ſahe feltfam aus. Sn nijlik Minst: ein
ſeltſamer, wnnderinchet Menſch |
"N — Neugiet, Luͤſternheit. Idt was man um
de Nijlikheid: es geſchabe ur, um ‚bie Neugier
zu befriedigen.
Nijepligtern; neugierig, luſtern, eig nach einer
Et lebe | en
“
J
pr
Br 77 — Nı7. N nn
ſeltenen Speife Sf find bie — Saum
j oft nije pligtern. et
Nijs-girig, neugierig; | I
Benijen, fremd und unerwar tvorkommen. Dat
| ſchal di benijen: du ſollſt dich verwundern, es
wird dir uͤbel gehen. Iſt eine gemeine Bebro
bungsformel. |
- Vernijen, erneuern,-- Hennogth Veem. und Vard. ste
- Sanmıl. ©. 153. De Breve vornijen; .
Privilegien erneuern Sik vernijen: ſich ver⸗
ändern, ſich durch die Abwechſeluns ein Vernd⸗ |
ge wachen. |
Nıx mit den abgeleiteten- Nikken, Nikkoppen, Nik- |
u ker, f. unter Naxkm- |
-Nıx# iſt das zuſammen gezogene und verzärtelte Nied.
lik, niedlich. Deſſen Abſtammung unter Niro
angewieſen iſt. Nike⸗ warn: angenehm. war...
Nıixker 1.) der am Ende abgekuͤrzte Name Niko⸗
Ä lqus: iſt aber hier nicht uͤblich. Wir verſtum⸗
mein ihn von vorne, und fagen Claus. Br
2.) ein Feines Pferd. Daß daher: das Weſtphaͤli⸗
ſche Pumpernikkel (bon pour Nikkel) den
Namen habe, iſt bekannt. E. Nag, vom A. S.
hnægan, E. neigh, wiehern. S. Wachter in
‚Nack. . Im metaph· Sinn beißt Del eine ge
meine Hure... |
N ins, nichts. Nifd:nig:: . ‚gar- nichts. Srew.
Niks is good im Oge, man quaad im Buufz:'”
wenn man einent verweiſet/ daß er nichts verſpre⸗
den will, oder eine abſchlaͤgige Antwort gibt.
wo man ausluch ef das hywiſche Dichten
welches
c
. | Nm Nım. - Nam. &r. 241 |
welches eine Augenarzney iſt, ,- und in ben Apothe— |
fen nifilum album, ‚oder tutia, ‚genannt wird,
ſiehet.
NILEN, Vernilen, jernichten , verderben ‚in nihi-
lum redigere. R. Wir haben dieß Wort von
den Hollaͤndern. | u
Nımıg; Niemhaftig S. unter Neuen.
NieEn, feine. © NeEen .
Nınsen, Ninnken. ©. Nünnen | unter Nunse
_ Nıpr, eine Urt Kopfzeuges des Stauenzimmers, Ent
x. weder von Nibbe: oder von Nappı wegen der.
Aehnlichkeit.
"N — Nippe, adj. und adv, genau; ſcharf. Es
wird nur vom Geſichte und Gehoͤr gebraucht, wie
in Hamburg. R., Nippe to fifen: genau zu -
ſſehen. Hör nipye to: höre fleiffig zu. Wippe,
Ogen: ein fcharfes Geſicht. Es fcheint von
nibben , nipken zu ſeyn, den Schnabel einfie
ken: uneigentlich, die Mafe, oder das Gefiht,
nahe an etwas bringen: welches Diejenigen thun,
welche etwas ſcharf beſehen, ‚ ober genau börn
wollen. — 9D
Nirıc. ©. Nüric.
NIRT-NARREN. ©. Narren,
_ NıeTe, eine Nulle, ein £oszettel, fo ohne Gewinn
beraus kommt. Iſt aus dem Hollaͤndiſchen. J
N ITEN, mit den Hoͤrnern, oder mit dem Kopfe ſtoſe
ſen. Eigentlich wird es nur von dem ſtoͤſſigen
Hoyndieh gebrauchet. Don dem A. ©. Nyten,
Rindvieh. E. Neat, ein Rind, Damit iſt auch
ohne Zdeifel verwandt ein ealenes deutſches
SD. Bun
| Norıs- -KRooc. S. OBI1S-KRood.
x Ü
222 No, ‘Nom. Non . J ”
Wort beym Friſch im Worterb. ſi ich nieten, ſ f PR
beſtreben, ſi ch ſauer werden laſſen.
Nietſk, und Netelfk (n), ftöffig, petulchs, cor-
mupeta. Netelſke Koie: ſtoͤſſtge Kuͤhe.
"No, (ein kurzes o, welches denſelben Laut hat, als in
nog, dog) nun, interjetio. No denn! nun
Bohlen! No, wo will't werden! wo will das
\ binaus! mache es nicht zu arg, mäche dich. nicht
jzu dreiſte. In den meiften alten Dialeften fagte
mannu, auch wol no, fuͤrnunun.—
NOoBBEN, Anötchen von Wolle an gewiſſem wollrei⸗ |
chen Zeuge, Zotten. €. Nap. A. ©. Hnoppa, 5
Villus. Einige fagen Nubben.
Nobben, verb. folche Nobben an dem Zeuge macheit,
| Sit nobben: : im Tragen folche Nobben befom:
Genobbed, mas Nobben hat. |
Nobberig, was Nobben bat. Nobberig Tüg. €.
'nappy. Cloth, that wears nappy: Zu, das
‚ im Tragen rauch witd. Andere nubbig.
'Nossen, und Gnobben. Sik nobben : ſich mit
den Zaͤhnen ſchaben: wie die Pferde e einander “un.
Vexrgl. GNABBELN. |
Nocu, und Nocutern 6, Nos, Nod-
TERN
_ Noon‘ 1.) Noth. A. S. Neod, Nyd. E. Need.
Isl. Neid, Naudur. Cod. Arg. Nauth. Nood
is een bitter Kruud: durum telum neceſſitas.
Wen de Nood an den Mann kumt: wenn es
die Moth erfordert. Nood leret been: in ber
Dion age man an Min, die man fonft nicht ers
kann
—
Non. nn - 243. .
ennt, ober genchtet Hat. Dat € beit nog kien
Nood? die Moth iſt noch fo dringend nicht.
Wenn /averwunnen id. de Nood, den kumt
de Dood: wenn. ein Menſch feine Sachen ein
‚ wenig in guten Stand‘ gefeßet bar, fe muß er. J
davon.
2.) Nood, und Wief⸗ nood haiti bey den Alten |
auch die befondere Bedeutung eines gewaltthaͤtigen
Beyſchlafs, Nothzucht. Stat. Stadenſ. IX. 3.
So we mit ener Wifnoet begrepen wert ofte
beſen, ofte mit dem Srrichte vertughet —
dat ſcal he beteren. |
3 ‚) eine Hinderniß, In den alten Dokumenten.
Echte Nood, auch Ehehafte Nood: : Ieiti-
mum impedimentum.. |
Nood-ammer, Feuereimer. | Ba
Nood-bedisk, oder Nopd-beisk, adj. ber "4 lange |
| um eine. Gefaͤlligkeit bitten laͤßt. |
Nood-diek. ©. unter Die. |
Nood- geld, das Geld, fo zu Aagung bei Erimis
nalkoften angelegt wird.
2
_ Nood- gericht, das Blutgericht, welches in Bremen
über einen Entleibeten, deſſen Mörder fich mit ber |
Vlucht davon gemacht, geheget wird. | |
Nood-groten, ein Motkpfenning; Geld, das man zu⸗
ruͤck legt, um bey dringender Nord dazu zu grei—
fen.
Noodhaftig, gefegmäffg, rechtmaͤſſtg. Iſt veraltet.
Als der bremiſche Erzb. Albert IT ſich in Bremen
. und. Hamburg batte befichtigen laſſen, um Die Ber
ſchuldigung/ daß er ein Zwitu ei au —* |
DR WO
|
1m [2
24 | a J Non.
ten: do feben fine Wedderpartie⸗ de Vorho⸗⸗
“ringe und Beſichtinge wehre nicht na Utwi⸗
ſunge der Rechten geſchehen; darum wehre
de Proces nicht nothefftig. Do leth he ſick
thom drudden Mahl beſehen tho Stralfunde,
und wurdt unſchuldig befunden. Reuners
Chron. J. 1376,
Nood-loos, unbekuͤmmert, unbeklaget ine impeti«,
tione ſ. lite), der vor Gericht nicht verfolget.
7er, Im Dokumenten 5
Koodnigel, S. untet Nacer, "unguis. |
Need ſake, eine Nothſache, alles was Rchig iſt.
| Er is Fine Nood⸗ ſake: 2,08 iſt ſo ger nöihig
I nicht.
Nood · ſtall- ein Stall, ven die Huſſchmiede vor den
Häufern-haben, worin die unbändigen Pferde be: \
ſchlagen und zur Aber gelaffen werden x. Stat.
Verd. gg. Idt mag ok kein Schmidt buwen
einen Nohtſtall up de Straten, dar tho vorn
keiner geſtanden hefft, ane des Rades, der
MNaober und der Borgere Bewilligung. Man
ſagt auch; Man fit hier, as im Nood+ftall: -
man ſitzt hier ſo gedrange, , daß man ſich kaum ter
gen kann.
Noidigen, 1.) noͤthigen. Bor Zeitin auch
2.) nothzuͤchtigen. Stat. 53. Nodiget ein Mann
ein Wyff, will fe dat beklagen, dat ſchall fe
doen an der Stunde, wenn er idt er beſcheen |
is ꝛc. So auch im Oſtfr. Landr. ı B. 102 Kap
Nöboraxen, verb. wird von den Pferden gebrau:
He, welche, wenn fie Suner fordern, ‚oder fonft,
Ä einen
W;
.>
- /
\ !
—_
‚Now 245
einen ſchaͤcernden Laut durch die Nafeldcher ma:
:.. Ken: der aber von dem Wiehern ſehr unterfchier
den il, Es iſt aus dem laute gemacht. Virgl.
GNIDDERKEN, \
-Nope, Nos, aud Nüde,- Nöe, ‘adv. "ungern, mit Ä
Widerwillen. Otfr. noti. Holl. noo noy,
node.. Es iſt entweder per aphæreſin aus dem
folgenden Unnode gemacht, von dem Alt Fränk,
od, odi: A. S. ead, eath, leicht, faeile,
möglich, in Hamburg oͤde: ‚oder es iſt von obi⸗
= ....gemNoon. ;, Wenigftens kommt daher das. ver:
altete nöte, ungern, coadte : und dag zuſammen
geſetzte unnoto, freiwillig, voluntarie, beym
Otfried. ©. Schilt. Gloſſ. p. 641.-He will
| Ks node an: er aonſchlieſet ſich una day
"Unnode, Unnoe, daſſelhe. x. ©. un- sathe. An.
Fraͤnk. unodi, ſchwer, ſchwerlich, difficile. Dieß
Bart ift auffer Zweifel von od, ot, leicht, mög:
lich: iſt alfo wohl zu unterſcheiden von:dem Alt
Fraͤnk. umoto, gern, als welches von Not,
B Nood, herſtammet. Ik doe idt unnoe: ich
thue es nicht gern, cum reluctantia. |
-No, Noch, 1.) noch, adhuc. Wegen bes ch ift
"Hier eben das zu erinnern, was ben) nig angemer⸗
ket iſt. |
2.) noch, nec. In anſern alten Schriften wird
es auch für weder gebraucht: Nog und edder,
fuͤr weder und noch. Eendr. Art. 9. Dur
der na duͤſſem Dage fchole nemandes, ‚noch de
Sunpmellere der a edder de Kerkſpel
SU.
mn
u 248 u J Nos. IJ
guoͤde ir in enigen Geſcheften de KVerlſpel⸗ ane
Weten und Vullbord des Rades, toſamen ve ver⸗
baden laten.
> Nogtans, dennoch. u
--Nooe, gmng A. & genog, gench. Cod. Arg.
ranoh. E. enough. Schw. nog. Dat is
wiſſe noog: das iſt ganz gewiß, überläffig be⸗
ſtaͤtiget. Zu
Nöge Cs), Oniige, Alt Fraͤnk. Nuht. Er) r Noͤge
betalen: zur Gnuͤge bezaplen. -
Nögehaftig, gnugſam, binlänglich, - fufficiens, idos -
neus. Herzogth. Brem. und Verd. 6te Samml.
S. 175. Derhalben dejenne, de ſothane Kor⸗
* he fößrten, : nögehafftigen fehölen. certificeren
und verſoͤkern ꝛc. Man finder. es auch nochaf⸗
Big geſchrieben. Vogts Monum. ined. T.I.p
367. Unde des tho merer Zekerheidt und
nochaftiger Tuͤchniſſe zc.
— Negeln, vergnuͤgen, befriedigen, bejahlen.
Orb 73, ſtatt der Werte: darmede en is he
nicht leddig, alle-de wile dat he eme nicht en
gelt: fo lange er ihm nicht bezahlet; flehet in ei⸗
nem: alten Cod. membr. der Statuten vom Jahr
1363: alle de wile dat he ene nicht gheneghelt
. en. heft, in andern Handfchriften neghelt.
Benögen, begnügen - Benogen laten: genuͤgen laſ⸗
| fen:
Benöge, Gnüge. Man fhrich.cs vor. Zeiten auch
Benoch. Sn. einer Oſterholz. Urfunde, in der
sten Samml. der. Herzogth. Brem. und Verden
© 430. Uppe ſo danne ſchal de genante mie Ä
| nefe
"Noc. Nox. _Nori 247°
— neke offte ſ ſyne Erven, edder yemand van ſy⸗
mner weghen, noch wyten offte wrelen, wen
(obne Zweifel ſoll es men, ſondern, ben) des
„ein gudt Benoch hebben. |
u Genöge, Genögte, Önüge it, Vergnügen,
Vernögen, vergnügen, beftiedigen: Kimd. R. Ark.
| 145. He enhebbe dann ohme tho vorne pornoͤ⸗
. get: er habe ihn denn zuvor befriedige. Vogts
‚ Monum ined. T.II. p. 336: Vor 10 Bremer
Mark, de dem vorbenömden Magnus voll to
| finer Pöge: vernoͤget ſind: die ihm välig ur
BGnuͤge entrichtet find.
NoGrTern, nüchtern. . Gen hogtern Kalf: ein fehe
ijunges Kalb, das noch nicht gefoffen bat. Nog⸗
‚tern Kalf⸗ fleesk: ſehr elendes Kalbfleiſch, als
waͤre es von neu gebornen Kaͤlbern. Een nog⸗
tern Junge: ein junger Roglöffel. - dt ie nog⸗
tern Wark, ſagt man ſpruͤchwortsweiſe, wenn
einer gaͤhnet, als wenn er eben aus bem Schlaſe
erwacht,
Vernogtern. - Sif vernogtern: . feiiftücten, etwas
für die Möchternheit nehmen, dejeuner.
Ä ‚Nöxs (09), braucht man im Stadifchen, wenn man
‚die Schweine locket. it als. ein Scheltwort: du
olde Noͤks, du dumme Noͤks. —
Mou: daher benölen, benälen, Benul: wilche im
Buchſt. B. angeführet find, *
NöLeEN (on). Es ſcheint dieſes Wort von noͤteln,
| neteln, jaudern, und nöfeln, oder nuͤſſeln, her⸗
um wühlen, nichts beſchicken, herzukommen, mit
Auslaſungt des oder t. Es hat wenigſtens eine
Q4 | dowi
\\
- 5
. J a
248.
Nos. NMor. Nu. Non. | .
damit verwandte Bedeutung, und ‚wird auch fe
damit verivechfelt. Es bedeutet, -beyseiner Arbeit
nichts befchichen : ſich aus -einer ſchlaͤfrigen Traͤg⸗
heit dariv verwickeln, ohne damit zu Stande zu
kommen. Beym R. iſt noͤhlen, zaudern, wei
ches unſtreitig ans noͤteln iſt. Gloſſ. Chauc. in,
u u Leibn. Collect. Etym. P. J. p. 48. nöleit, mit,
Freſſen und Saufen die Zeit ® bringen. a Ds
nabruͤck ift olen, wuͤhlen. S.
"Nönen. - ©, unter Name. = |
NÖSSELN, arbeiten-und nichts beſchicken . Nören.
N ÖsseL ift ein bekanntes Wort, welches ein gewiſſes
Manf fiüffiger Dinge bedeutet. | Daher fagen eis
nige
| . Benöfelt, d. i. betrunken: gleichſam, der mehr Noͤſ⸗ |
ſel ſtarkes Getraͤnk zu ſich genommen bat, ale er
BE vertragen konnte.
Nöreın (om)ı zaudern. S. NETELN. |
"Norg, nota mufica: Idt fumt em up een Hands
JS
vull Noten nig an: er redet ins Wilde: er nimmt
es mit einigen Wörtern mehr fo genau nicht. S
Nu, adverb. und interj. nun, jetzt. Vergl. Non
Nu um dan: bisweilen, von zeit iu Zeit.
Nvsse ©. Nonnen. '
‚ Nunenn, fioffen, Rippenſtoͤſſe geben, ‚ heimtackiſche
» Stöffe geben, H. noopen.. E, nubble, mit Faͤu⸗
ften ftoffen. Alt Engl. Neif,. die Fauſt. In Luͤ⸗
beit gnubben und gnubſen ſtoſſen. Gnup
und Gnups, ein Stoß.
Nvubben-neeſt, ein enges fchlechtes Haus: eigentlich, |
das fo enge if, daß man n ſich darin nicht regen
| | kann
- Nun. _ — 249
‚ann, ohne einander zu ſtoſſen. Dit is een regt |
Nubbensneeft vam Hufe: es ift ein elendes
‚ Neft:som Haufe
| \
Nonn, und NUTT, der Muhen a. S. Not, No-
Verel. in Ind. Nyt. Im Alt Frieſ. beißt
Fer „Nota, Note,- befonders die Landfruͤchte.
3. B. Gysb. Japix Frieſche Rymlerie { Frieſt·
ſche Gedichte ), Franeg. 1681. und 1683. pP.
.. pa:
— PDear fiucht in Duw,
Hier rint in Schiep, dear git in Kuw,
- - - “Hier’buwgt it Not az Wetter- weagen,
Dear bleak ret uwz in Marr foor" Eagen.
d. i.
| Dort ſlieget eine Taube,
hier faͤhret ein Schiff, dort geht eine Kuh,
be beugt ſich das tandgewaͤchs, wie Waffen |
wogen,
Dort blitzet uns ein Graben in die Augen.
—
Wir haben uns nicht enthalten können, diefe
Probe der frieſiſchen Sprache -und_ Poeſte, viel⸗
leicht manchem Leſer zu gefallen, hier her zu ſetzen.
S.. von Wicht Oſtfr. Landr. S. 470. In den
alten Dokumenten kommt häufig vor: aller f Ing
“ te flutt: alle Weten- von Nuͤtzungen, - ober
uͤnften eines Landguts. In einer Urkunde von.
1380, verfpricht Otte Gr, zu Delmenhorft: dat
| Slot ſchal en open bliven tho al eren Nuden
unde Noden: - das Schloß (zu Delmenhorſt)
foll ipnen (den Bremern) ftets_offen fiehen, -
‚ Wan ihr Nutzen ober ipre Noth es erfordert, In
> > NUN
f
—
. " ,
n
⸗
.
450 Ä
.
„Ne '
r
_ Nun. BE
einem ice, worin Erb. Albert: Wilbbechauſen
dem Kapitel und der Stadt Bremen verſetzet, vom
Jahr 1376. Ock moghet de Deken, Capittel,
Raetman un Borghere tho Bremen zik we⸗
ren Unxechtes van deme Slote Wicbelde um
de Voghedye — tho al eren Nuden unde
Noden. Vortmer ſchal dat vorbenompte |
Shot unde Wicbelde und open wezen tho al
| unzen Nuden unde Noden, unze unde unzes
Stichtes Unrecht daraf tho werende ꝛc. Ord.
62. De Amptmann ſtorve edder entweke van
Nude edder van Noth: der Handwerksmeiſter
ſtuͤrbe, oder entwiche, entweder feines Nutzens
wegen, oder aus Noth. Stat. 15. Van der
Put des Gudes unde van der Rente ſchall
men de Kindere bekoſtigen unde kleden: von
hen Nuͤtzungen der Guͤter, und den Zinfen, ſoll
"man den Kindern Kofi und Kleidung geben. .
Ord. 5. Unde hebbet an Put unde in Gelde:
er ziehe davon den Mußen und das Geh, ©.
auch Stat. 64. Es ſtammet ab von neten, ge⸗
nieſſen.
Natte, adj. migti a. ©. nytte. . nut. Gr;
. oVnrok.. |
Nutten ‚und benutten. ; ober benuttigen s- nuͤten,
zum Nutzen anwenden, ‚gebrauchen, Nutzen von
etwas ziehen. A. ©. .notian. Alt. Engl. note. .
Isl. niota, nyt. H. nutten. Verwandt ſind
das Goth. in Cod. Arg. nutan, nehmen, cape-
re, occupare. Glofl. Lipf nutun, poflidere.
0: niet,
+". Nux. -Num, a5
niet, poffide. Welches eine ſcchtbare Weberei
kunft mit unferm neten, genieffen, ba
luttigheit, Nuͤtzlichkeit, Mugen. To ſiner Nuttig⸗ |
“ heit behoven: zu feinem eignen Gebrauch beduͤr⸗
fen. Kuͤnd. R. Art. 152.
ür, Nüfke. S. Nır. Bu
[EXX, 1.) ein Tuͤck, Heimtuͤck. R. He het Nuk⸗
ke: er iſt voller Tuͤcke. Dat Ding het nög
NMufke: die Sache ift noch nicht fo richtig: es iſt
fo leicht noch nicht gethan.
2.) ein Anſtoß, Paroxysmus. |
luksk, tuͤckiſch, heimtuͤckiſch, der einen alten —*
Am Herzen heget. Daher iſt aach
ukkern, beſtaͤndig über ein Verſehen brummen: nicht
aufhoͤren koͤnnen, ſich uͤber etwas zu beſchweren:
ober, in einem verdrießlichen Ton einem Bermeife
. geben. R.
'UMMER; immer, niemahis. In den luͤtzen
Mummers—⸗ dagen, ſagt man im Scherz; für
himmer, ad Kalendas Graecas. €. at Never-
mas. Bu |
'ums, Niemand: gIm SHannde. Nemmes. lid; |
ſam ne Minsk. Cod. Arg. Nimanna. A.
©, Nanman. E. Noman. tat. nemo. Daar
is Nums fo ſtark, he finder ſinen Mann:
Miemand iſt fo ſtark, der nicht leicht einen noch
ſtaͤrkern finden fol. Nums to nömen, Nums
te verbömen, Jan Giffen is fin- Nam:
wird fprüchwortsweife von folchen gefagt , die
awat den Schemn des Aſumtdens nicht haben wol⸗
J ‚den,
en | VE EEE
25 . © Num. Nur. 'Nvs.
den, und ſch milerweilt dech daran 2 ma⸗
‚hen... \
None, Nonne Daher , nn | ”
-Nünneke, Nünnke, eine Blafche,aben mit einem Zaeß
kin, welches eine Arhnlichkett mit einer Warze
der Bruſt bat, aus welcher die Säuglinge Mitch
. fäugen. R. "Wir nennen es fonft Titte⸗ bufke.
— Nünnken, Ninnker.. it. Ninnen, faugen, ‚wenig und.
behende ttinken. R. So fraͤgt man die Kinder,
ob ſie trinken wollen: wult du ins ninnen?
Nunnen- furte, eine Art Gebackenes, etwa in der
Form und Geoͤſſe einer Mandel: Nudeln. ©.
Valen-furte.
N VUR, ‚neuerlich, neulich, "Die Hochdeutſchen ſagen
2... auch nur foͤr neulich, modo. Im Hanndv.
nuns. Muur Dages: neulichen Tages, vor
einigen wenigen Tagen. So auch Nuur Avends:
Muur Morgens: Nuur Middages.
Nürıe, oder Nirig, adj. artig, niedlich. R.
-NURKEN, murriſch, verdrießlich ſeyn, brummen. R.
Nurke-pott, ein Brummbart, ein graͤmlicher Menſch.
. Sonſt auch Murfe pott, und Brum⸗ pott.
-Nt URTEN, und Nurt- eerfen, bedentet daſſelbe/ was
I .HURTEN.. .° 24
5 Nusskun, 1.) mit.der Naſe worin herum müßten.
Ä E. nuzzle. Von Naͤſe. It. etwas durchſtaͤnkern
unm etwas aus zu fpüren, Metaph. ‚von den Hun⸗
den...
2.) zanderhaft arbeiten, R; ©. N ören.!
‚“Nuffeler, dem die Arbeit nicht von der Hand gehet. R.
J > ber aͤmſi iR, und Doch "iii beſchicket.
| VNadehie- |
yo wird, R.
“ Nüssen, {fl molli) fi & nicht citſchleſen tonnen.
| Chur Braunſchw.
. ze Nos. Nor: 253 .
Nuffelije, eine Gefäfigkeit, R womit nice bechier j
"Nuste R, 1.) das Naſeloch. pl. Nuflern, die Na—
ſeloͤcher, die Naſe, nares. E. Noftrils,
2.) der halbe fauf eines. Giels, oder einer Schieu⸗
ſe, fo durch eine Mittelwand in zween Theile ge⸗
theilet iſt.
Nuſteren ( die mittelſte Sylbe ein langes e), herum
nuſteren: etwas durchſtaͤnkern, durchſachen.
Iſt von den Spuͤrhunden entlehnet.
Nur, Muß, nux. A. ©; Haut, E. Nut. 6.
Noot. Ohne Zweifel von neten, genieſſen. Plur.
Noͤte Con), Nuͤſſe. Dat deit he nig um der
doven Noͤte willen: das chut er nicht umſonſt,
ohne eigennuͤtzige Abſicht. In de Nöte gaan:?
verloren geben. De Botter is fu ſoͤte as ene
Nut: die Butter‘ bat einen reinen ; füffen Se
ſchmack.
Nat (chellen, giußſchalen Schipper up der Nut⸗
ee. iſt ein‘ Spottname. auf einen ſchlechten
Schiffer, der ein kleines Schiff fabret, und
| doch ein Schiffer heiffen will.
Nöte- biter. ©. Biter, unter Bıren.
Kläter - nöte, Pfeine wilde Hafelnüffe, Pimpernäfe,
Von dem Kfötern, oder Raſſeln, fo-fie machen,
wenn fi ie gefchüttele werden. "Daber bat ſowol
in Hamburg, als hier, ein Gebuͤſche von Haſel⸗
®
rnuͤſſen den Namen Klater⸗ buſk. k. S. unter Brä
‚TERN,
Pegen-tie oo
{
——
Nurz, Nuhen. ©: Nunz. Br
234 08 "Och.
Peper- nöte, eine Yet Gebädenes in. getahrfelter Born,
aus ſuͤſſem Kuchenteig, worin Pfeffer iſt; biper.
ta dulcia.
V.
'
. ‚ - . /
u. . N ”.
- e ° PR
j — 2*
* . J .
5 u . .
.
„a - _ Bun , 7 “. !
I .
- J
\
A
=. Or der Baden, ode —* am
Spinnrad.
Obberken - blad, das. Wocenblatt, welches um den
am Rocken gelegten. Flache gebunden wird, —
''OBERMAN. . ©, Overman, unter Over.
OBiS- KROOG, Obs - kroog, gemeiniglich Nobis-
krong, da das n aus dem Artikel in der Redens⸗
J are na'n Obis⸗ kroge ſich eingeſchlichen hat.
Was iſt aber Obis⸗ kroog für ein Ort? Wenn
wir dem Kilian nebſt dem Schilter glauben ‚vo
iſt es die Hölle, und Dbis: froog ſo viel als
Abyſſe⸗ kroog, von abyflus, der Abgrund; mels
ches wir dapin geftellet feyn laſſen ‚ bis, man et
was Gewiſſers hat. Die Wbleitungen deutfcher
Wörter aus dem’ Lateinifchen und Griechiſchen
ſcheinen uns ſehr oft verdaͤchtig: und ſehr oft ſind
ſie wuͤrklich falſch. Wir brauchen es uͤberhaupt
für einen Ort, woher Niemand zuruͤck koͤmmt;
den Tod, den Untergang. He id na'n Obs⸗
kroge: er iſt nicht mehr in der Welt: man weis
nicht, wo er geblieben iſt. =
Oonrum, der Schwalichinte- der Zepenbe vom
| - Vieh,
O8. 25
Vieh, minuta.deeima. Es koͤmmt in’den alten
Urkunden oft vor. Vogts Monum ined. T. J.
2. 605. vendidi Venerabili Dominse Abbatif-
foe ‘et Conventui monialium Monafterii in Li-
liendale. decimam duarum peciarum '
— cum fuis minutis decimis, que Och⸗
tum dicuntur. T. II. p. 37. Gerhardus D.
. G. Sanctæ Brem. Ecclefise Archiep. — No-
“verint omnes hanc literam intuentes,, - quod
Albero, civis Bremenfis, decimam quandan
- in Wurfacia, que Ochtum dieitur —
manus noftras in bonorum virorum praefentia
zefignavit. Ib. p. 61. Privilegium-decime
- in.
minutze in Worfatia, quae vulgariter Ichtum
dicitur, et duos magnos maodios filigi-
nis, qui Strickſchepel (durch einen Druckfeh⸗
fer ſtehet Strickſpepel) dicuntur, ‚pro, ligno,
quod Ochtum dicitur,. perfolvat. Hr. Halte
aus, in dem Worte Ochtme, leitet es. ber von‘
dem alten verbo auchen, ochen, vermehren, -
Oopmöniıs, demüthig. it. ſanftmuͤthig. R. A. S.
edmod.- H. ootmoedig. Alt Fraͤnk. Odmuati,
Demuth. S: Wachter in Gloſſ. col. 1158. und
Schilter p. 646. col. 2.
Oodmodigkeit, Demuth, Sanftmuth. ‚Renner. |
Oodmodigen, demüthigen. Eben daſ. Schenen und .
Reinsbergs Chron. vom Erzbifch, Albert ‘dem I.
He bewifede den Deneren Godez grothe Ots "
modicheit, des gelichen den armen Pelegrymen.
Den Forften der Werleh, und deß gelicen,
wolde he ſick nicht otmodigen. Das Beige:
nn, I IR
0 \
z-.
- . -
“ Or,
. \
‚ x ,
* ” > .
. . f
OÖ . j —
F.
er begegnete den dummen Moͤnchen, den faulen
Muͤſſiggaͤngern, den bettelnden Landlaͤufern, kurz |
den fchlechteften Leuten, mit groſſer Demuth: aber
vor den Fütften der Erde, Durch welche Gott die
Welt vegieret, "wollte er ſich nicht demuͤthigen.
Und dieß wird ihm zum gobe gerechnet; — "ek
che Zeiten! =
2) ‚od, an, num, mumguid, utrum. "ge
ef.
2.) oder. Unſere Alten fagten- ‚oft ‚ ofte, und if⸗
te. Willeram. avo. AU of niks: alles oder
nichts. Wenn es wiederhoßlet wird, fo heißt es
das erſte Mahl fo viel, als ob, utrum, und das
andere Mahl oder, au. Ik weet nig, of if“
toͤve, o of nig: ich weis nicht, ob ich warte, oder
Oft,
=
nicht. Of dit, of dat: entweder dieſes, oder
jenes, Bremenſ. T. IE ?.300. Men fchall
. den ‚Unfchuldigen umme des Schuldigen wil;
“ Jen nicht hinderen ifte theven Ctögen, auf
halten, oder auch in. Haft nehmen).
Ofte, 1.) ober. Jetzt fagen wir of.
2.) wenn, wan, ob etwa, fi, ſi forte ©, if
A. S. gif. Alt Fraͤnk. oba, ibu. Stat. 3.
kein Rathmann ſoll den Rath aufgeben, es ſey
denn daß er ſchwoͤren wolle, daß feine Kräfte und
Vermoͤgen ihn dazu unfähig machen, \offte de
‚meifte deel der Witheit den Eed van em heb⸗
ben wille: wo anderſt die. meiften Stimmen im
Rath den. Eid von ipm verlangen. In Erzbiſch.
Joh. Rode Befchreib. des Botdings: Ofte
des mienen r Enidigen Dam noth were * im
all,
Or 0%... 257,
galle, daß es meinem gt. Herrn vonnoͤchen wäre
Auch in diefer Bedeutung fagten unfere Alten bie:
Bu weilen ifte. Bremenf. T. IL p. 300. Un ifte
fe eöder de eren — und wan auch ß e oder die
Ibrigen —
—E—— opfern. it. ein xGeſhent zum neuen dahr⸗
oder zu andern gewöhnlichen Zeiten, geben. Bon |
lat. offetre.
* geld, oder Offer » « Berining,, ein Bifhene in |
Gelbe, welches zu gewiſſen Zeiten, nach Gewohn⸗
beit gegeben wirb. Beſonders das Geld, To man |
‚um Dtenjäßt, oder Johannis⸗Tag, dem Geſin unde
„gibt, das man behalten will. S.
—S Opfer, gottesdienſtliche Gabe. Es ſoll
billig Offerande beiſſen. S. Tuinmans Fakkel
der Nederduitf, Taale; unter Öfteren Ren:
ners Chron. in diffen billigen Buſche (der ab⸗
5 göreifchen Wenden) dorffte nemandt gahn, den
J allene de reſters und welcke Offerhatden
dohn wolden.
—
gun 1.) Auge. R. und 8. Bei diefem Worte u Ä
det ſich eine groſſe Uebereinſtimmung vieler Spra⸗
hen und Dialekte: Wovon Wachtet nachzuſehen iſt.
A. G. Kage. Enem ee frundlik Oge to ſmi⸗
ten: einen liebreizenden Blick auf jemand wer:
r
ZN
fen, liebadugeln. De Ogen in der Hand ne⸗
“ment wohl zu ſtben, ſich nicht blenden laſſen.
He het de Ogen in det Taffen had: er hat die
Augen nicht aufgethan, nicht wohl zu geſehen.
GEen Oge im Nakken hebhen: hinter und vor
A ſeben, find Anſmertſameeir nicht lbeicht etwas
riet -
2 58 | 06. 7
eeeantwiſchen aaſſen, klug und vorfichtig.fepn. Enem
Be gen to nageln: einem die Augen braun und
blau, ‚oder fo dick fhlagen, daß er. nicht. gut eben
konns . Een good Oge up enen hebben: : ‚einen
“mit günftigen Augen anſehen. it. ſich eine Perſon
u. Angerfehen zum Chegemabl, zu feinem Dienfte,
zu einer vortheilßaften Beförderung ze, . Sm Ges
gentheil ſagt man: ik hebbe kien good Ogen up.
em: ich babe ibn, im ‚böfen Verdacht, ich traue,
ibm nicht, ich bin ihm abgeneigt, _ Een Dge to
doon: durch die Singer ſehen. Een Oge dran
wagen: ben einer. mißlichen Sache etwas aufs
Spiei ſehen, oder daran wagen. Nig ſo veel,
as man in’t Oge liden kan: gar nichts. Gro⸗
te Ogen maken: die Augen aufſperren, ſich ver⸗
wundern. Ogen as Sewpſchotteln: groſſe
offene Augen: aber allezeit in ‚einer ſchimpfenden
Bedeutung. Een Dge uut teen : in einen
Dreck treten. Allen Putten un Polen de Ogen
tut treen: unvorfichtiger Weiſe in Schlamm und
Pfügen treten, Enem sat up’t Oge drukken:
einen beftechen, daß er Durch die Finger f jeher. it.
im Verkauf ſchlechte Waare fuͤr gute anſchwaͤtzen:
welches gemeiniglich durch den Betrug der Augen
geſchiebet. Enem de Ogen im Koppe nig gun⸗
nen: einem nichts goͤnnen, ſehr beneiden. He
ſchol em wol de Ogen uut dem. Koppe kleiet
hebben: er war ſehr erbittert auf ibn. Quade
Ogen nennen die Abergläubifchen die boͤſe Eigen⸗
ſchaft der Augen, wodurch einige Leute etwag ſol⸗
len benaberi ronnen. ©, Verſchiren, unter
IJ | SCHIER.
Qegelken (on), dimin dimin. Aruglemn,
Rn
On
ScHiER, Daar ſunt quade Ogen aver ka⸗
men: das Ding iſt Durch boͤſe Mugen behext, fa-
ſecino corruptum eſt. Enem een Oge uut ſlaan
laten, iſt auch ‚eine Redensart des Aberglaubens z :
“nach einem Wahrfager oder Nachweiſer gehen,
daß derfelbe durch Zauberen mache, daß einem un⸗
. > befannten Diebe, der etwas entwendet, ein Auge
‚ausfalle, damit er fennbar werde. De DOgen
nig vuli krigen koͤnen: in feinen Begterden nah
einer vor Augen habenden Sache unerfättlich feyn.
De Mund is eer vullet, a8 dat Oge: ober:
Sie Ogen ſunt groͤter, as ſien Mund! ſagt
man von denen, die mehr Speiſe auf dem Teller
nehmen, als fe zu verzehren im Standt find,
: Wat dat Oge nig ſut, dat quaͤlt dat Harte
nig: man wende, fo viel möglich, die Augen von
‚unangenehmen Dingen ab. Go, wie Hagar
nicht zufeben mogte des: Knaben Sterben, 1B.
XXL 16. Een Oge mit in't Segel heb⸗
hen! Acht: mit Haben, daß eine Sache ordentlich
‚und gebuͤhrlich zugehe. Up fine fiev Ogen flaan:
eigenſinnig bey einer ungereimten Meinung ver⸗
harren. Welche Redensart von den Augen auf
den Wuͤrfein zu verfteben iſt.
2) ‚eine kleine Inſel. S. EILAND. Wanger⸗
oge, Spiker- oge, Langer⸗oge, Schiermon⸗
nik⸗oge, And Beine Inſeln, die in der Nordſee
zwiſchen dem Ausfluß der Weſer und Emſe liegen.
Die Jaſeln Oland und Oeland, haben den Na⸗
men auch daher; gleichſam Oge⸗ land, Euard. |
des·
) 260 J W Ö«.- _
Dege (Cor); das Ange einer Naͤhnadel, ein NRodelöht.
Oesken, zuſammen gezogen aus Oegesken. ©, Esk .
43 KE N.
| Oegeln,; liebaͤugeln. In Hamb. ſhueihenm. € ogle.
| Gr. ‚ayyafın aublicken.
Oegen, (.08), zeigen, - offenbaren, vor Augen legen;
Cod. Arg. augjan. %. ©. eowian: wo das ꝗ
inn w verändert if. Die Hochdeutſchen haben es
jetzt nicht mehr, auſſer in eraͤugen, ſich eraͤugen.
Sit oͤgen: ſich offenbaren. He draf ſik nig
oͤgen: er darf ſich nicht zeigen, ſich nicht unterſte⸗
» hen. Dege di ins ift eine gemeine Drohungs⸗
Formel, für: unterfiehe Dichs einmaßl, rühre
dich einmahl. Unſere Voraͤltern fagten ogen.
Bogts Monum. ined. T. I. p. 174. Allen
- Lüden, den defe Bref geoghet werd (gezeiget
. wied, zu Öefichte kommt), do wy Junker Kers
ſten, Grefe to Delmenhorſt wittlifen un
openbarie |
| Ogen- dener,. ein Schmeichler, der nur vor Mugen ges _
fällig iſ. Es wird am meiften von falſchem Ges .
- finde geſaget. Chytr. Degelr.
. Ogen-fchien, ber Augenſchein, infpectio ocularis,
2 evidentia rei. Ogen⸗ſchien is aller Zügen
beſte: der Augenſchem beweiſet mehr, als alle
| Zeugen.
zu Aver- Be aberſcchti . R hoerdoet. Chytt. aver⸗
oͤg
| Beogen, beäugen, in die Augen faſſen, zu Geſt St be⸗
kommen. Go ſagen unfere Bauern noch: if
bb em van n,D0ge nig beoget: ich Baur ihn
- eute
.
. 8
0 02 | 261
pen nicht gefeben,. ‚ er iſt mir nicht vors Se icht
gekommen. | .
lirr-oge, ©, im Buchſi. F. |
lep-oge, und Gluup-oge, ©. im ui G
lap-oge, und. Kolp- oge. ©. im Buchſt. K.
ſſen ·ogen. S. Speigel-koken.
ink-ogen, und Plür-oge. &; im Bucht. P.
aan-oge. S. im Buhl. T.
OK, auch. Cod. Arg. auk. A. S. eac, æc. E.
eke:. Din: og. Hieher gehoͤren die Latein. ac
und quoque, das Griech. zu, mit verſetzten
Buchſtaben, und die Hebr. Ide, (ach) und
"> (ko): alle in berfelben Bedeutung Es gei
boͤret zur Familie des alten ofen, auchen, vers
mehren, ‚hinzu tfun: wo es nicht gar das Stamm⸗
wort deſſelben iſt.
XxER, plur. Okern, der ſcharfe Winkel, den der uns
terfte Theil des Daches. mit dem Boden, oder
Soͤllerboden maht: der Theil, oder die Ede
des Bodens dichte unter dem Dache, welche auch
wol pflege abgekleidet zu ſeyn. In Renners
Gloſſ. Frif. mfe. heißt Oke der aͤuſſerſte Rand am
Dache, die aͤuſſerſten Latten am Dache: und
Rhan ofen das dufferfte Ende an den Segelſtan⸗
gen. In Hamburg iſt nach R. Oken der oberſte
Hausboden im Dache: welcher bey uns Hane⸗bal⸗
Sen heiße. Sprw. Gladde Katten gaat nig
under de Okern: Weiber, Die täglich geputzt
find, greifen feine Hausardeit an.
!KER-NAME, ein Beyname, den man einem aus
est, ober zum Shen; sibt: e ein Spigname,
R 3 Mox
—
‘
u 2
5 Ox. 01. |
Dan fee R. in Oekel name... Hochde
Eckelname. |
"OERER- WENDSK, bauderwelſch, was von der
des ſprache abgehet, wunderlich und ſeltſam it
Ausſprache. Eigentlich zeigt es ben f lavoni
Dialekt an, deſſen ſich ehemals, und zum %
auch noch, die Einwohner der Uckermark, w
von Wendiſcher Abkunft find, bedienet he
S. Friſch in dem Worte Uder. Wir ſagen
Ueferwendef : welches dem Urſprung äpnt
iſt, He ſprikt Hferwendsk: er ſpricht ka
welſch er hat einen fremden Dialekt.
OxsnooFD, OxHoorFD, ein Weinfaß, we
etwa anderthalb Am, ‚ eder fechs Anker, f
E. Hogshead.
Ooıd, al, R. ©. eald. E. olä. 5
!
Wenn diefes Wort am Ende verlängert wird
wird ben uns in der Ausfprache. das d geme
lich ausgeſtoſſen. De Olen, ſtatt Oolden,
Alten, die Aeltern, die Vorfabren. De“
der Vater, die Mutter. Seven mit der O
Mutter mit 6 Kindern. Cine gewiſſe Inſc
eines Kirchhofes irgendwo; on
Hier ligget ufe Dlen:.
Wi hebt fe di, God, bevolen.
Du heſt ſe in diner Raſt:
Hold du fe ja vaſt.
Wente ſcholen fe wedder upſtaan,
So moften wi van Bufesum von F
Sm De Ofen Fan man wol eiope,
- RR 0 N u . , .
‚“. .
.—. . . en ‘ N .
| OL ! 263°
R s - ⸗
= j . j ON 2063
nig enkräben: man kan dein alten Saiten wol
entlaufen,, aber ihrer Erfahrung, und ihres
Raths nicht entberen. As de Dien ſungen, fd
“ pipen de Zungen : ' Kinder ahmen den Alten .
nad. De Dien ſunt good to beholen: die
0 Meter muß man nicht verachten, weil ihre Klug:
I den‘ Jungern nuͤtzlich iſt. Up den olen
Mann denken: ben gutet Zeit ſparen, und der
für forgen, dag man im Alter ein ehrliches Aus⸗
Pommern habe. Ene ole Wurſt! eine Formel,
—wenn man Jemand mit ſeinem Begehren ſchimpfich |
abweifet. |
Bolden. olen; alt werden. Aber das Mitteiwort ge⸗
older, alt, iſt nicht mehr im Gebrauche.
Af oolden, af olen, Alters wegen untauglich werden,
abgenuͤtzt ſeyr. De Mann olet ganz af: der,
alte Mann wird ganz unvernioͤgend.
Ölder, 1.) das ter. Dat Older ſchadet der
Doorheit nig: alte Leute begehen auch Thorhei⸗
ten. De in der Joͤgd faret, moot up’t Ol;
der gaan: wer in der Jugend gtoß thut, und 2
\ verſchwendet, der muß im Alter darben. ‚Dar
Olers (flare Diders) her: von Alters ber. |
2.) einer von dar Xeltern, parens. Es iſt biyuns
nicht im Gebrauch ‚in bee einfachen Zahl. Es
kommt aber vor im Oftfe. Landr. 2B. 98 Kap.
Sinnen de Oldern nicht allicke hemelid tb.
voan beiden Siden, fo nimpt de Older’ gfleine .
dat Guet, de dair hemelickeſt tho is: Mind die
Aeltern von beiden Seiten nicht gleich mäße dazu,
* R A | | fo
N
264. UV ı | EEE |
R nimmt derjenige unter hen Aeltern, welchei am
noͤchſten dazu iſt, das Gut alleine.
Oldern, verb, altern, alt werden. A. © ealdian.
. Alt Fraͤnk. alten... J |
Oldern, die Aeltem. |
Ooläfke, Dolfke, eine afte Frau, Mutter. R. R.
Oold: binder, ein Saßbinder, Böttcher, der nur alte
Faͤſſer ausbeſſert, und mit neuen Reifen verſie⸗
het.
RER ‚deel,. was ben den Bauern die Alten ch vorbe⸗
halten und verſchreiben laſſen, wan ſu e Die Stelle-
an die Kinder Ähergeben,
_ Older-man, plur, Older-lüde, Nelterleute bie Alter
ſten der Kaufmanſchaft, oder einer andern Sories
tin 3. E. Olderluͤde der Bruwer, K. Rolk
dirt. ma. © Aldermann, |
. Ofer- wetsk, altmodifh, |
. Qle-wifer. Dans. Dles wife: der auf alte Gewoßn
heiten ſehr geſetzt iſt, ugd nicht ig d davon ab⸗
gehet.
Ooid- er, Schuhflicker. EEE |
Oldings, adv, vor Zeiten, weiland, von tanger Zet
per Pan Dldings; von langer Zeit ber, Es
iſt niche mehr im Gebrauch: formen aber: Burg in
den Urkunden vorr. J —
Elder, ein Aelteßer. S. im Bud. EB u
Orıym, Od, oleum. Gr, zw. Eelt. Eli. x. &
"Ele, Daͤn. Olie. In unfeen alten Schriften
.Olig: % E. in der Kuͤnd. R, Art. 184. Roͤf⸗
olig, Raͤbdt, Ss wil di flaan, du ſchaſt Oel⸗
KR gen: it eine pebelhafte Drobungsformel. -
Oeljehaftg. |
Br
. x Om. Om. | J 265 |
Ichaftig, dligt. 8. | =
Jetäten, ‚allerhand zur Amen sehe Saiten, J
Quarkſalbereyen. |
«F, Olven, eilf. %. ©. ‚endiufon, arlufon. ©.
.:eleven. . Theot. einilifin.. |
m, oder öhme (on), ihm. Iſt in den Doeumen⸗ =
ten der Dativus von ber er. Jetzt ſagen wir lie⸗
ber em. =
IM, Oheim, des Vaters, und der Mutter Bruder,
patruus, avunculus. A. ©, Eam, Hr. Friſch,
welcher die lateiniſche Sprache mit aller Gewalt
..- zue Quelle der unſrigen machen will, leitet es per
von avunculus.. Weniger feltfam klingt es,
wenn man es vom Griechiſchen ana, ein
Blutsverwandter, abſtammen läßt. Aber ſchon
im Urabifchen heißt Am des Vaters Bruder.
Eerſt Dom, denn Doms Kind: der Oheim
geht vor dem Vetter. Fromde Dom, iſt in der .
Kinderſprache einer, ber, die Aeltern zu befuchen
kommt.
oot-· oom, des Vaters, oder der Mutter Oheim.
mken, Diminut. (0). Man braucht es als ein
Schmeichelwort nicht nur gegen Verwandte, ob fie
gleich Feine Oheime find; fondern auch gegen ans _
dere Perfonen, mit welchen man vertraulich iſt.
per- ömken, im. Spar, ein kleiner Gewartkea⸗
mer.
m, Oeme (os), nennet der Bauer hier einen Vet u
tet, Neveu.und Cöufin germain. |
EN, ‚Önen m) \ ihnen. Dativ. plur. von he, |
Ä er. | 2m |
| en 5 WB PER
Ä 266 OR
2: -
5 Oz, örer (nl; ihr, ißrer, fuum,illörum. See
| Man: ihr Mann, maritus ejus. Der Huus:
ihr Haus, domus ejus (fœm.) it, illorum.
| Den vren; den Ihrigen.
| Orr (on), oder, Vordem fagte man etder. €. or. |
A. S. athor, outlier, other.
Orr (os). .. S..die-2te Bedeutung vom: folg. Vor.
Vor, 1.) Ohr, auris. €. Ear. %. ©: Eare. Alt
Fraͤnk. Or, Ora. Isl. Eyra, Cod; Arg. "Aufo.
Gr. sus. Hebr. ix (ofen). - He is doͤr't Dor
brenned, oder beten: er: ift durch Schaden ge
witziget. Wat up de Dren geven: ie in un
ſern Statuten: to den Dren ſlaen: Maulſchel⸗
len geben, binter die Ohren ſchlagen. Idt geit
een Oor in, un't ander uut: es wird nicht ge⸗
aachtet auf das, was geredet wird: man vergißt
die Ermabmmg gleich. Geiſt du up den Oren?
ſagt man im Verweiſe zu einem, der nicht gehoͤret
hat, was ihm gefaget oder befohlen worden. Aber:
mæeen ji, dat if up den Oren gae? meint ihr,
daß ich nicht Flug bin? . He het Bonen in den
Oren: oder auch: He het Bonen geten, De
Booſſen ſunt em vor de Oren ſchaten: fagt
man fpottsweife zu einem, ber fich ſtellet, als baͤt⸗
te er etwas nicht gehoͤret. De Oren wurden mi
lang bi all dem Snab: . Zeie und‘ Weile wurde
mir lang bey dem ewigen Geplauder. Veel um
de Drei hebben: viele &efchäfte haben. Nit
mag he fif agter de Dreri kleien: nun bat er.
Urſache, fein Verſehen zu bereuen. Wol het
mi daar bi' t Oor? pflegt man im n Schetz zu fa:
gen
B J _
‚gen, wenn einem die Ohren gellen.: Es rührt
aber Daher, weil man ehedem-gemeinet, -es’Flän;
gen jemand die Ohren, weun von ihm inter dem
Rücken geredet-wärde; und zwar das rechte Ohr,
wenn von ihm Gutes, das linke aber, wenn Br
fes gefprochen würde. ‚He het fe agter de Dien,
‚oder: He het fe Duumsdiffe agter de DOren:
‚er ift fo einfältig nicht, wie er ſcheinet: er ift ein
durchtriebener Schalf, wie ehrbar auch ſein Anſe-
hen iſt.
2.) Dor und Oer “), ‚eine Handpabe an Ge
ſcchirren R. Lütje Potte hebt ook Oren: in
Gligenwart der Kinder darf man ‚nicht frey veben,
u weil fie alles ing Ohr nehmen. | |
Oor-batfche, vor Zeiten Oor- flag, Daulfäeie, © ©.
| unter BaTs.
Oor- klaker, Ohrloͤffel. 6 ‚Kuaxzan.
Oor- luus. S. Luus. „a: = |
Oor- flag, Mautfchelle, Öbrfeige. Stat. Stad. VL
3. So welg ufe borghere theme anderen enen
orflach gift ce |
Oor-worm, Ohrwurm, ſcolopendra, fullo. So
frundlik, as een Oor⸗ worm: ſchmeichelhaft
und verſtellt freundlich, infidiefe blandiens. R.
Duun-oor, ein Durchtriebener. S. unter Duumn.
Lunk-ooren, verb. ©, im Buchſt. L.
Steil-oor, ein Eigenſinniger und: Stolzer. u |
OORBAAR, Orber, 1.) ſubſt. Nugen, Vortheil,
Gebrauch. Herzogth. Brem. und Verd. 4te
Samm. S. 10o1. De my deger — betalet,
unde u
unde vort in myn unde myner > Eon beſte
unde Orber gekehrt unde angelegt ſynd. |
2.) adject. nüglih, brauchbar. Ronm ebenfalls
or in eier Urkunde von’ 1483. J
Orbarheit,. Mugen, Gebrauch. In einer Urkunde
zum Ilſabeen⸗Gaſthauſe in Bremen: Dat wy
van eynem vramen Prelaten der hilghen Ker⸗
fen t0 Bremen entfanghen um upgebort hebs
ben geyn golden Rynſche Gulden, de wy vort
in deffulven Gafthufes vorben. Orbarheyt
um Profit gefert hebben: — En
Oorn, Oort, 1.) Ort, locus. en
| 2.) ber Winkel, die Ecke. A. S. Ord. Um den
Dord gaan: um dis Ecke gehen. Aver Dord
gaan: bey Seite geben, Aver Oord bringen:
aus den Augen ſchaffen, aus dem Wege raͤumen.
Wuat Winkel un Werde ſtelet, kumt wedder:
was man nur verleget bat, pflegt f id) wieder iu |
ffinden.
3.) der Anfang, das Keufferfie eines Dingen. Es
ſcheint das uralte or, ur,. der Anfang, princi-
pium, origo, zu feyn. ©. von Wicht Oftfriefe
Wwandr. S. 580, Hieber gehoͤren das Lat. ora,
der Rand: Gr, don, das Ende, die Graͤnze:
Celt. Or, der Rand. To'n Dorde: zum En
de Dan Oord to Ende: und: Van enem
Dord to'm andern: von einem Ende zum az
dein. Idt id nu um enen forten Oord böget:
es wird. tum. nicht lange mehr währen, Kuͤnd.
Rolle Art. 126. Und ſcholen de Sakke up
WW— 2 | I ‚beiden.
OR. | 269.
> beiden Orden binden: und ſollen die Sacke an
beiden Enden zn binden. |
4.) der vierte Theil einiger Sachen, beſonders einer
... Münze Diefe Bedeutung iſt aus der. zweiten
.. entftanden. Denn wenn man etwas in vier Theis
le kreuzweiſe zerfchneider, fo ſtellen die Theile fo
viele Ecken und. fcharfe Winkel vor. Gen Dord
Dalers, een Dord Guldens u. d. g. En
: - Dord drinfen, iſt bey den Bauern, den vierten
Theil des Bierfruges ausleerei. Und wer dem -
andern einen ſolchen Trunk bringet, der ſaget:
idt geld di een Oord. |
Oertje, Oertje,. ift das Verkleinerungswort von Dord |
- in der 4ten Bedeutung, und heiſſet bey.den bes
nachbarten Frieſen der vierte Theil eines Stuͤbers.
Afoord, ein abgelegener Ort, ſeceſſus. Zu
Schäm-oord. ©. unter Schaan Mm | \
| Schul - oord, ein Ort, wo fich jemand verbirget, ein
EScchlupfwinkel. ©. SCHULEN. Ä u
Oord- band, Obrband: das Blech, weldhes m unten um |
die Spitze einer Degenſcheide geleget iſt.
Ord-huus, ein Eckhaus.
Oord-ifern, Oprband. Een fuloen Oord⸗ em: Ä
‚ ein ſilbern Ohrband. :
Oord- :fcheev, : adj. ſchiefwinklig, verſchoben. Me⸗
tapb . falſch, betruͤglich, voller Raͤnke. K. De
is oobrd⸗ fcheen: er liebet Verſtelung, er geber
mit Raͤnken um. |
Orper L, Urtheil. Der letzte Theil dieſes Worts iſt von
3... Belen, entſcheiden, urtheilen. Was aber or hier
* eigentlich bebeute, | barin find nicht alle einer Meis
EEE
PY RO
270
OR.
nung. S. Wachter in Urtheilen ‚ und Leibn.
Collect. etym. P. II. p. 178. Wir fügen noch
bey die Ableitungen:derer, welche eg zufammen
fegen aus or, welches als eine Borfeßungs « Syl⸗
be eine Vermehrung. oder Vergröfferung andeutet,
und Deel, Gericht: und anderer, welche es aus
dem. Hit Sic fchen or, nicht, und Daͤl, Theil,
holen; gleichfam, ‚der feinen Theil am Lafter bat.
‚Welches fehr felfam gedacht iſt. Beſſer koͤnnte
man es herleiten aus obigem Oord, Ende, ‘oder
dem Celt. or (&.Oorn in "der sten: Be;
deutung), und delen, theilen, entſcheiden. Der
zweite Theil des bremifchen Geſetzbuches enthaͤte⸗
und hat den Namen: de Ordele, oder: Mes
nen Ordele, d. i. Geſetze, die aus den gemöhns
lichen Urtheiffprüchen entftanden find. . 7
| F lug- ordeel, "Flug-urthel,. heißt im Amte Hagen :
ne Rechtsſpruch, weicher in einem gemiffen Fall,
ohne Benennung der Daben intereffirenden Berfon,
becgehret und bald gefunden wird. Cs ſoll jedoch
daſelbſt in vielen Jahren nicht mehzr im Gebrauch,
im Alten kande aber bey bem Kiecfpil Gericht
noch uͤblich ſen. )
| Ordelen, I.) urtheilen.
2.) zuerfennen. So heißt es Sit. 102. daß tan‘)
dem vors Gericht gebunden gebrachten Dieb ſchall
den Vorſpraken ordelen. al. untdelen.
ORDOER, nach der gemeinen Ausſprache Odder, 1.)
Ordnung. tat. ordo. Es iſt ein celtiſches Wort,)
welches in ber alten cambrifchen Sprache Urdd
heißt. Armor: ordreui, ordnen. Gr. sedcw.
| 71%
/
or. ara
far. ordino, Die Engländer ſach auch Order.
H. Orde. Fr. ordre. Order under dat Volk
holden: das Volk in Ordnung halten. Alles
inmn Order finden: alles in Ordnung finden,
2.) Befehl. Auch in Diefer Bedentung ſagen ſo
wohl die Holl. als Engl. Order. Fr. Ordre.
Order ſtellen: Befehl geben. Niks ane Order
ddon: nichts ohne Befehl vornehmen.
Unarder, 1.) Unordnung, wuͤſtes Leben. Fu
" 2.) Die Alten brauchten es auch für; das was fh
nicht gebuͤhret 3 u ſagen, ober zu thun: gleichſam, |
was wider die gute Ordnung iſt. In der Amts⸗
„rolle der Goldſchmiede: Sprickt he Unorder an
ſine Ehre und an fin Ruchte, und. he ſick dat
tho Hone thuͤt, dat fchall he beteren mit einer ©
Bremer Mark: redet er etwas Ungebuͤhrliches |
.. » gegen deſſelben Ehre ımd guten Namen, daserfih
zum Schimpf ziehet, dafuͤr ſoll er in einer Bre⸗ |
mer Mark-Steafe-verfallen ſeyn. Ä
Oorzor, Urlaub, Erlaubniß,- Bergünfgung. R.
Verloͤf. if ijegt bey uns gebräuchlicher:. welches
im Buchſtaben V. nachzufehen iſt. Kind Role
Het. 5. Idt en ſche bi Drlöve des Rades:
es geſchaͤhe denn durch Verguͤnſtigung des Raths.
Jet. 123. Sonder Orlof des Rades.
Oorlaven, Oorleven, erlauben. Ord. 73. Men:
ſchall ock nene Frowen to Pande geven —— ,
mer men orleyet deme Manne er.overfte Kleth
to allen tiden fo. lange wente he fon Geld
be: man erlauber ibm aber ihr. Oberkleid iu i
len ‚ achmen, bis ge fein Geld hat.
Öenron,
_
!
/
‘
2 0. OR.
” Oonios, bieweilen auch in den Dofumenten Orlich,
Krieg: U, S. Orleg. Theot. Urluge. Isl. und
— Holl. Orlog. Schw, Oerlich. Von der Abſtam⸗
mung dieſes Worts iſt vor allen andern nachzufer
"ben Died. von Stade Unterfuchs und Erforſchung
des Wortleins Ur, Stat. sı. Idt en were
alſo, dat de Stadt hadde eine mene Orlich:
| rs roäre den, daß die Stadt in einem gemeinen,
oder Öffentlichen Krieg befangen waͤre. Ord. 101
aber ſtehet Orloge, in einigen alten Abſchriſten |
Orlinge.
| Orlogen, Krieg führen: M Renners Chron. untet bem
| OoRsasen, veruefachen⸗ In den Urkunden findet, |
31376. Deß krech he de Stifftgenaten tho
Hope — und orlogede ſick wedder int
Stifft: kam mit gewafneter Hand wieder ins
Stift.
Oorloʒ ichip⸗ —R KR. ‚Chytr, Oetling⸗
ſchip.
man auch, ſik oorſaken, ürfprängtich, herruͤhren.
Vogts Monum. ined. T. II. p 351. Sodane
Twiſte un Schedinge, alſe ene tydlang twi⸗
ſchen uns beeden Conventen un Kloſtern gelos
pen hebben, ſick orſakende van wegen der Erb.
Catrinen Suͤwals ı;
Oorr, Ort. &O0oRD. -
= Our, -Ortels, was das Vieh vom tutter abeis zelat
ſen hat, und verwirft. Ort⸗ſtro, das Strob,
welches das Vieh uͤbrig laͤſſet Hr. Rice, un⸗
-. ser Oerden, irret, wenn et dieß Wort von
DR Winkel, ableitet, weil das Vieb das Fut⸗
ir,
—
\
\
iS
c
)
OR... Oos. 273
ter, ſo ihm nicht ſchmecket, in den Winkel der |
. Krippe mit der Naſe von fich flöffe, Denn im
Engl. find Orts Brocken, übrig gebliebenes Ef
fen. Und daß es in diefer Bedeutung ein uraltes
-
j
seltifches Wort fen, beweifet das Srländifche Or- -⸗·
‚da, als weiches dafjelbe bedeutet. Man vergl
che das alte Jrt, ein Mahl, epulum, : beym
Wachter: und Oerte, oder Uerte, eine Zeche
beym Friſch
Orten, Verorten, aus dem Sutter (oder auch, aus
den Speiſen, wenn es von Menſchen gebraucht
wird) nur-das Beſte ausfuchen, und vieles als
unnöß verwerfen, aus Leckerhaftigkeit vieles übrig - -
laſſen. In Hamb. und im Hannöv. oͤrden.
Du mooſt ſo veel nig orten: du muſt nicht fo.
viel von den Speifen verwerfen.
Orteriie, die Verwerfung, , oder auch, die Verwahtlo⸗ u
fung der Speifen.
ORVELTHE, Urfehde. In den. Dokumenten, S.
Pufendorf Obſ. Jur. Univ. P. II. App. p. 267.
‚Orfeiden, Verorveiden, bie Urfehde beſchwoͤren. So
findet man: De Stadt mit Lofte unde Ede u
verorpeiden: die Stadt verſchwoͤren.
OESE (07), die Dachtraufe ohne Rinne: das unterg-
ſte Ende des Dachs. Alt Ftieſ. Ofa. In den ak
ten Goßlariſchen Geſetzen Dnefe. S. Friſch un⸗
tee Oeſe. Die Engländer nennen es Eaves,
Unfere Bauern verftehen auch darunter den'Tro:
pfenfall, oder das Träufeln des Dachs ſ loſt.
Denn wenn bey einem Regen die Dächet ran:
fein j ſo har fie: a Dit lopt um't Huus.
u
.
v
&
a
add. 0O8.
Das Stammiort haben. die Engländer aufbehal⸗
ten, ooze, Feuchtigkeit von ſich geben. Daher
ooꝛy, moraſtig, ſuͤmpfig. WS. Waes, und
Il. Vos, Feuchtigkeit. Daher nennen wir noch
rode Wees das roͤthliche Waſſer in den Ocker⸗
haͤltigen Moräften, S. Wees. Von eben dies
| ſem Uefprung iſt |
oeln uutöfen, das Waſſer ausſchöpfen. Enen
Sood uut oͤſen: das Waſſer aus einem Bruns
nen rein ausſchoͤpfen. Beym Friſch finden wir
das Wort oͤſen für oͤde machen, ausleeren; web
ches. aber nur eine uneigentliche Bedeutung ift,
- Oele-vat, ein Gefäß, womit man ausfchöpfet. Chytr.
Oechſe. Holt. Oofe, hauftrum, eine Öelte,
Gieſſer, Gießſchaufel. |
‚Orseı (on), Lichtſchnuppen, glimmender Dacht vom
Ucht. R. Beym Friſch it Deffel, Oeſel, und
Uſel, glimmende Aſche. Dieſe Woͤrter haben
Merkmale eines uralten celtiſchen Urſprungs, von
Eit, Feuer. ©. Wachter in Eit, und Eiten.
- Sn den, meiften abftammenden Wörtern ift das t
imn s verwandelt. ls: Cod. Arg. haize, Fat—⸗
kel. Se Eyla, glüende Aſche. Ital. Efca,
‚and Span, Yelca, Zunder: Unſer Eſe, Eſſe,
Schmiede; Effe, uſtrina, u. a.m. Hieher ge:
hoͤret das Hebr. UN (Efch), Feuer.
. Ossz, Ochſe. A. ©. Oxa. Sprw. He ſut uut,
ad een Oſſe, de enen Slag verſtaan het: oder:
de dem Slagter entlopen is: er ſiehet being
ftigt, verwirrt, oder auch, wuͤtig aus. In
dem Buren hoͤret Röven, un in dem Su:
h | Stro:
Pe? 7
Stro: man wuß einen jeden nach ſeiner Faͤbig⸗
. Reit und feinem Geſchmack behandeln.
Bull offe, ein Stier,‘ der, nachdem. er fehan. einige
Sabre, gefprungen hatte, verfchnitten wird; u
Offen-ogen G. Speigel-koken, | =
OosT, Oft, oriens. A. ©. und E. Faſt. Um de
| Ooſt faren: eine Reife nach Oftindien .thun,
Nach Weſtindien heißt um de Weſt.
Oosr, der Aſt im Holze, nodus, rami pars latens,
Die $ateiner nennen ſolche Aeſte oſſa arbo- |
rum. A. S. Oſt.
Oſtig, voller Aeſte und Knorren, nodofus, Oſtige =
Delen: Dielen, die voller Aeſte ſind. IJ
Ooſt· lok. ein Loch in der Diele, woraus das Ste”
des Aſts heraus gefallen ift.
Oster, Auſter. Celt. Iſtr. © Oilter. Fr. Huiftre
"Sat, oftrea.
Osternort. Diefen Namen haben zwo Derffhat
ten; oder Gegenden, ohnweit Bremen Da
Dfter, U. ©. Eoftra, eine alte ſaͤchſiſche Gott⸗
beit ift, worunter der Mond verflanden wurde;
fo meint ein Biefiger Gelehrter, daß diefer Name
daher ruͤhre, weil vor Zeiten in diefen Öegenden
Wälder gewefen, die dem Mond geheiliget waren,
Welches deftomeht Daraus erhellen ſoll, weil nahe bey
dem einen derStadt am nächften gelegenen Oſter⸗
| holt ein Dorf liegt, welches Maandorp (Monde
dorf) heiſſetz und ein anderes den. Namen
Hoorn träger, , von. deni Horn, woraus man ben '
den Feſten der Oſter getrunken, und welches ſeie
ner BVermuthung nach bieſclbſ bewahret worden.
© a Dox
276 0.0.08 Ov.
Das fäße r ch zwar fagen, und auch enlhch 68%
ren. Da aber diefes Dorf der Stadt Bremen ges |
= gen Often gelegen ift, fo koͤnte es auch daher Desz.
Namen haben. Maandorp koͤnte vielleicht rich⸗
> tiger Maendorp geſchrieben werden, und Dem
Namen haben von Made, Mae, Schlamm ; a |
weil es in einem niedrigen Marfchgrunde am Fluß
ſe lieget. Hoorn aber bedeutet wohl: unftreitig
die Ecke, ober den. Winkel, welchen die Heerftrafs
fein diefem Dorfe macht. ©: Hoorn. Was
den andern Ort, Klofter: Dfterholt, betrift, fo
iſſt es wenigern Ziveifeln unterworfen, daß er nicht
== ri Namen. von der Göttinn Oſtra haben ſollte.
©. Herzogth. Brem. und Verd. ıte Sammi. S.
149 uf.
OSTER- MANE. ©. unter Man. | |
OSTER-vÜER Gunter VüR
Ouwe, Schaafmutter. U. ©. Eowu; €. Ewe. $
Ouwe, und Oye. Span. Oveia. . tat. ovis.
Gr. si. Ene tänslofe Ouwe: ein ‚altes Weil,
das feine Zähne mehr hat. 0 u
Ouw-lamm, ein Mutterlamumnmn. —
Ozver (m), übel, das Uebel: A. &. yfel E.
evil’ H. euvel,. Celt. yfall. S. Wachter in
Uebel. Oevel werden: einen Anſatz zum Er:
‚brechen befommen. under finen Develen :
ohne daß er es übel nehmen kann. Baffer: und
Deich: DOrdn.
OEVEN (0); üben. it ausüben, Hol. oeffenen.
. Schw. öfwa.
Over, Oever, ‚über, Mir fagen mehr Aver: wel:
| | . ches
*
Ov. 2 277.
hes nachzuſehen iſt. Davon And fotgende jetzt
veraltete Woͤrter: |
verly, übrig. it. was oben iſt. De overly Hand J
beholden: die Ueberhand bebalten. |
ter-ächter, ein Verbannetet, Geächteter, der vogel⸗
frey erflärer iſt. ‚Her. Saltaus in Aberächter .
erklaͤret es durch, reus iterata profcriptione ag-
gravatus, ab omnibus perfequendus. Wie
wol die deutfchen Mechtsgelehrten einen Unter:
ſcheid machen zwiſchen Aberacht und Oberacht.
S. Friſch unter Acht. Erzbiſch. Albert erlaubet,
in einem Privileg. von 1377, denen von Stade,
dat ſe vryliken brufen feholen unde mogen oͤh⸗
re Rechte, unde oͤhre Sede —— jegen oͤhre
Overaͤchter, de an oͤhren Rechten ſunt, unde
hernamals werden fredeloos gelegt, alſo dat ſe
de angrypen mogen ꝛc. Ock en fehalen my,
noch en willen oͤhre Overaͤchter tegen fe nicht
verdedigen ꝛc. Herzogth. Brem. und Verd. Gte
Samml. S. 154.
erheid, Overicheit, Oberkeit. In einer urkunde
hinter Meieri Orat. de Scholæ Bremenſ. natal.
p. 65. Sn Macht unſer Overheide: aus un ⸗
ſerer oberkeitlichen Gewalt.
ermann, auch wol Upmann, und pperman
Cateichnie wir auch fagen Upperhöfd, Ober
baupt), der oberſte Schiedsrichter, arbiter fupe-
' rior. Penner unter dem J. 1441. Nadehme
ſich Schelinge erhelt twifchen Edzard und.
Olriche, tho Emden, Auride und Gretziel
Hovetlingen. — fo fint fe verdragen von
En 7 RT
F > |
| Ov. |
Y4
1
8 oͤhrer zuden Frunden und einem Overman⸗
ne. Man findet auch ſchon in einer Urkunde von
1533 Dbermann, Bremenf. T. II. p. 304.
Unde im Fall, dat fich defulveften 4 Schedes⸗
frunde eines einhelligen Uthſprokes daraver
nicht verglyken Fonnen, ‚fa follen defulsigen de -
- Macht hebben , einen unpartheyiſchen Ober⸗
man daraver to erwelende ꝛꝛ.
Osver Ca), 1.) Ur. A. S. Ofer. Alt Frieſ.
Owera. Welches Herr von Wicht im Oſtfrieſ.
Landr. 2 B. 265 Kap. Anmerk. v.) mit vieler
2 Mahefcheintichkeit, von dem alten a, au, O0,
Waſſer, und Were, Wehre, propugnaculum,
herleitet. Denn was ift ein Ufer anders , Als eis
2 ne Wehre gegen das Waſſer? Befonders Nennen
. vwir fo bie kleinen Daͤmme an den Flüffen, Canaͤ⸗
‚fen und. Gräben: die Bewallungen um einen
"Kamp, oder Weide, weiche mit Buſch pflegen be:
pflanzet zu werden, und ſtatt der Veſrietigungen |
Bienen.
| 4.) eine Gattung platter Fahrzeuge, 6. Even.’
Slik-over. S. unter Steie
Oexern, an einem Graben‘, oder Waſſerzug, durch
Hauen und Abſtechen, rein Ufer machen.
PB
wich ganz beſonders gebrnüchee in dem Ebrichw. |
Daar hebbe if een ? vor ſchreven: ich ‚babe
„ bafür
\ " '
Pan 2279
daflı geſorget, daß ſich Niemand daran wagen, i
oder daran vergreifen wird. .S. Strodtm.
Par, 7) die Fußſohle. Ein uraltes celtifches Wort
Pedd, der Fuß. Vergl. Foot, Fuß. Pote,
Pfote. Patſche, Hand, Fr. Patte. tat pes,
Gr. ass, Buß. Peda, ein Fußſtapfen, beym
reſtus. Daqhder iſt auch, Padde, eine Kroͤte.
Schild⸗padde, Schildkroͤte. Mehr verwandte
Woͤrter ſ. unter Pedden. Dat Pad is em nog
nig warm: er iſt des Gehens noch nicht ge⸗
wohnt: er gehet noch nicht hurtig genug. Es
wird hauptſaͤchlich von Pferden geſaget, welche
bisweilen, wenn fie erſt auf den Weg fommen,
binfen; welches ihnen aber vergehet, fo bald f ie
anfangen, warm zu werden.
2.) Pfad, lemita. %. © Paadı, E. Path. H.
Pad. Gr. zero. Jummer up n Pad weſen:
allzeit herum laufen. He geit finen framen
Dad: S.Fraam. Enen up den. Pad fris
gen: einen überreden, daß er mit gehe. Pad
uiit gaan: ausreiffen, fih aus dem Staube mas
Gen. Paͤde, Paͤe, die Gänge in den Gärten... '
“ Pad-weg, ein Fußſteig. Inſonderheit ein erwas erhös
heter Fußpfad neben einem Fuhrwege.
Hunde- pad, daſſelbe. j
Padjen, mit fugen Tritten Laufen. Wirb ſonderlich
von dem Herumlaufen der Kinder gebraucht. In
Osnabr. Padken. 8S. Wir ſagen auch putjen.
- Dör dik um dunn padjen: durch Schlamm und
‚Dreck laufen. S. das bald folgende Pedden.
_Padje-hakke, der mit kurzen Tritten Läuft: der, wie
SA je.
)
10 0.0000," Pam. ——
die Rinder, in alle Pfüßen rritt, nich iufhet,
wo er lauft. Beym S. Paddehack.
Padje-hakken, verb. ift einerley mit Padjen.
| Pedden treten, oft treten, mit Fuͤſſen treten, pedibus
: . calcare. R. Eine Uebereinkunft biermit hat das
at. vadere, gehen: petere, ſich wohin bege⸗
ben: repedare, beym Feftus, juruͤck geben.
| Gr Farm, Batew , und Dear, geben. Hebr.
‘ MOa (paſach), er ift vorüber 'gegangen: IIUM
((gpaſla), erift gegangen. Celt. bet. Noch nd
\.. ber kommt in der Bedeutung das alte, in dem
| Saliſchen Geſetze vorkommende Wort, trabatti-
re, mit Füffen treten, oder, wie wir fagen, ters
pedden, zertreten: Lex Sal. Tit. XXVIIL 4.
und das Hebr. 2 (bus), er hat zertreten. ©.
Pan. nen mit Füfen pedden: einen mit
Fuͤſſen treten. Sprw. Man fan de Uetze fo
lange pedden, bet fe quaffet : auch der Sanft⸗
muͤthigſte verlieret die Gedult, wenn man ren mis⸗
= brauchet. .
Bepedden. oft nieder treten, dicht und feft treten, .
Terpedden, zertreten, conculcare.
. Päte-foten, für Pedde-foten,. zappeln. it. im Elend
ohne Huͤlfe ſeyn. Eigentlich ſagt man es von ei⸗
nem Thiere, welches verrecken will, und mit den
Fuͤſſen zappelt, Fr. gigotter. Enen pätefoten
laten: einen im Elend zaypeln laſſen. He ward
daar nog vor päteifoten möten: er wird es noch
| buͤſſen müffen. -
Päten, zerquetfcher werden. Im erſten Sinn bedeutet
2
N
J
oo Pärebe
>
es, durch Treten (pedden ) gequetſchet werden.
x... Par Pac agı =
patede Appel: Aepfel, welche im Herunterfal⸗
tr oder fonft gequetſchet fi nd,
A IN ein Wort, Das den Schall nachahmet, ‚
wenn etwas geſchlagen oder los geſchoſſen wird:
wie Puff, wovon unten an feinem Ort. Dat
ging Paff, Diff, Puff, fast man von vielen
Schuͤſſen, die gleich aufeinander folgen. Paff
draͤcket einen jeden lauten Knall aus: Piff zeiget.
den Ton eines Gefchoffes an, der Pleiner und
fhwächer ift, als er feyn follte, oder vermuthet
‚wird: Puff wenn der Ton vom Schlagen oder
- Schieffen tiefer und.dunklerif,
affen, einen Knall hören laſſen. it. ftarf Tobackr rau⸗
chen. S. Von dem Schall, den man im Ausbla⸗
ſen des Rauchs mit dem Munde macht. |
AGE, ein Pferd. R. Wir muͤſſen bier einen Gehe
lee des Hrn. Friſch in feinem Wörterbuche unter -
Tage, bemerken. Er führet daſelbſt aus Tom.
II. Seript. Brünfv. die Stelfe an: Dar (naͤm⸗
lich als der Herzog von Burgund die Stadt Neuß
belagerte) gefchah grot Mort van beiden
. Parten, ‚unde de van n Rufe eten manigen gu;
den Pagen i in deme Jare, dewile dat de Bor⸗
gonier darvor lach: und erflärer Pagen durch
Pack, Bagage, als wenn der Sinn wäre: fie
hätten gute Beute gemacht. Er hat alſo nicht
gewußt, daß Pagen Pferde ſind, welche die Be⸗
lagerten in der Hungersnoth gegeſſen haben.
Blinde Pagen nennet unſer Bauer ſehr uneigent⸗
lich, die Pfluͤge. K bornpage, ein alter bremi
ln Ss; ee 1 20
U
—
282% re Paa. | |
ſcher Familien⸗ Name, beißt fo viel, als Korn
hengſt.
Quul-page, ein Katrengaul, ein Pferd, das Bed
dig ſchwere Arbeit thun muß. De Mann ie
een rechten. Qual⸗ ‚page: der Maun thut Pfer⸗ |
dearbeit.
Ried-page, oder, wie man gemeiniglich ſpricht, Ri⸗
. page, ein Reitpferd. Wir brauchen 28 nur noch
für einen lebhaften, oder murbwilligen Knaben,
der allenehalben hinauf klettert, und auf Stülen
| und Bähfen gleichfam herum reitet.
. ' -Ried-pageh, Ri-pagen, verb. auf Tiſchen, Stuͤlen
and Baͤnken herum klettern, oder reiten, wie die
mnthwilligen Knaben.
Pagen-ftall, ein niedriger Pferdeſtall, ein Fuͤllenſtall.
| Pagen-toorner Feld heißt ein feuchtbares Bel nahe vor
- Bremen: entweder weil vordem, etwa zu den Zei⸗
ten der Erzbiſchoͤfe, in dieſer Gegend eine Stute⸗
rey geweſen ſeyn mag, oder weil es vielleicht, we⸗
gen ſeiner Fruchtbarkeit an Haber, Gaͤrſten und
dergleichen Pferdefutter, zu einer berrſchaftlichen
Srtuterey gehoͤret hat.
PAcrmeNT ‚ Pagiment, Pagenmünte , Paye
ment, Bruchſilber: das Geld, ſo man auf eine
geringhaltige Münze legen muß, um cs voll zu
machen: Plein Geld. it. eine Muͤnzſorte. Vom
SIr. payer: Itol. pagare: E. pay, bezahlen.
- Daher Payement, Pagamento. Kuͤnd. Rol⸗
le: Nemand fall lodich Silver (in andern
Handſchriften Tiefer man ladig Silver welches
. man durch unbearbeitetes Silber erklaͤren will),
edder
| /
Pac. Pan 283.
erdder Pagement, dat he bernen laten will,
bringen edder bringen laten uth unfer Stadt,
- edder Pagiment bernen edder bernen laten bus
ten unfer Stadt by so Marf:. Niemand ſoll ; |
‚Wörhiges Silber, oder Geld, das er. will ſchmel⸗
zen laffen, aus unferer Stade führen, oder füß:
ren laſſen, . noch Geld auſſer unfer Stade ſchmei—
zen oder ſchmelzen laſſen, bey 10 Marf Strafe,
Herzogth. Bram. und Verd. 4te Sammlung ©.
116: Unde eme wedder geven unbe reide betas :
len ere ſoven unde ſobentich Bremer Marf,
den erſten Penningk by dem leſten in Pagen ⸗
muͤnte, alfe to Bremen vor der Weſſele gan-⸗
7 ge un geve ys: und ihm wieder geben und baar
bezahlen ihre 797 Bremer Mark, auf einmahl, in
ſolcher Münze, als in Bremen ben der Wechfels-
banf. genommen wird, In Mushards Monum.
Nobilit. antiq. S. 309. Scoͤle wy und mil
let jum (ihnen) bereden druͤttich Mark def
ſes vorfereven Pagimentes (naͤmlich alſe tho
Hamborgh ghinghe und gheve ſint mit re⸗
den Penninghen. |
PasEmtuNnTe. S. Pogge-munte, untee Poace,. "
PaJE-FooT. ift in Hamburg einer, der mit. breiten
Fuͤſſen weite und Iangfame Schritte thut. R. Viel⸗
feicht ift die Ausfprache verderbt aus Padje⸗ foot,
von -padien, „treten, laufen. - |
Pass, Friede, Freundfchaft. Es ift das Franz paix.
E. peace, Friede. Wir brauchen es nur in der
Redensart: good Pais mit enem weſen: ſich
nu mit jemand ſteben: in Eintracht leben. Die
Re
Paxen. ©. Poxen.
' PäkEe-wäsken. ©. Bakwasken untter Bax.
Pakken, wie das Hochdeutſche, packen, faſſen, ‚A:
bunden. Fr. Bagage. He is mit Pakk un Sakk
r
284 Pan Pax.
‚In pakken, einpacken. Pak in! pak in! weg mit \
Pakk, 1:) ein Paͤckgen: Sachen, fo zuſammen gebun, |
tige Manng Kleidung ; ; nämlich: Rod, Weſte
Hollaͤnder brauchen es. auch. x Care ſege r in
—
gendwo: —
Als Karel met Geweld de Gotten had ver- ww
\ | dreven, IN
En nu als Wereld- Vorft i in Pais vermocht
te leven.
Paiken, von n Pit. Enen paifen: einen durch. ti |
ofen zu Frieden ſtellen, Meeiden, Fr. appallt
E,appeale. °
greifen. it. mit Den’ Verftande begreifen, verfe
ben, ing Gedaͤchtniß faffen. Ik hebbe”r paffet:
ich habe es gefaffet, oder -verftanden. ;
_ deinem unnüßen Geſchwaͤtz! ziehe deine Pfeife
nur ein: hoͤre nur auf zu pralen. |
den ˖ ſind. Sr. Paquet. E. und H. Pack. Isl.
Bapgge. Man vergl. das Gr. Dinsros, welches
daffelbe bedeuten. Sat. compactus, zufammen ge
J . seetroffen: er iſt weg gezogen mie allem, was
er bat. S.Puna.
2.) Gen Pakf Klever: cine völlige zuſammen gehoͤ⸗
und Hoſen.
3.) ſchlechtes Volk, beruchticher Poͤbel. Pakt un
Ploje: allerband. ſchlechtes Geſindel. Horen⸗
Fall, Schelnen/ Pal Deoed⸗ ——
=.
4 .
r
Pax. Pai. 285
ikk-buur, einer, dem man ſtets alle Laſt und Unge⸗
machti hkeis aufbürdet. Ik wil dien Pakk⸗buur
nig laͤnger weſen: ſuche Jemand anders, der
dir in allen beſchwerlichen Dingen ſtets zu Dienſe
ſtehen will. |
ikken-dräger, der auf den Dörfern mit Packen auf .
dem Rücken hauſt ĩren gehet. |
ıkk-hoop,. niedriger Pöbel, fchlechtes Volk,
ıkk-hoopsk, pöbelhaftig, niederträchtig, gemein.
kk-wark, ein ſchmales langes S chlengenwerk, bey
dem Deichweſen. ©. SLENGE.
AIKKERN, mit Burzen Tritten laufen, traben. E⸗
iſt vom Schalle, den man beym Traben boͤret, ge
macht.
AL, 1.) Pfahl. palus, 4. ©. ‘Pal. €. Pole.
Schw. Pla. Pale des Landes : Gränpfähle.
De dre Dale, heiſſen beſonders drey ſteinerne
Pfeiler, welche oberhalb der Stadt Bremen, an
der Weſer, das Hannoͤveriſche von dem Stadt⸗
bremiſchen Gebiete. ſcheiden. Buten dren Pas
len: auſſerbalb dieſer Graͤnzſcheidung.
2) Das Gefchlechtsglied - der Stiere und Ochſen.
priapus tauri.
rpale, Pfaͤhle, welche dem Fuß eines Bollwerfs oder
Deichs vorgefchlagen werden, Daß er nicht ausmeis
che. Uneigentlich ift Börpale ſlaan: einer Sa⸗
»che, die uns fchaden kann, zuvorfommen : fich
vorher verwahren , um ſich von einer Beſchuldi⸗
gung, . die wider uñs einlaufen wird, los zu ma⸗
den. R.
ren, mit Pfählen sefefigen It. genau beſtimmen,
X
236 - PAL.
beſchrenken: durch deutliche Beſtimmung allem
. Misbegriff vorberigen. Metayh . von den Grin.
pfählen.
Verpalen, mit Pfablen fig) vertwaßren ra von Ä
fhanzen. R.
PAuEN, die Scheten,, oder auch die ledigen Huiſen
der Erbſen und Bohnen. ſiliquæ. Chytr. Bo⸗
nen⸗ paal. E. Peel. Es ſcheint verwandt w
ſeyn mit Sell,. pellis: E. Pelt. _ |
Palen, uut palen, ausfernen: Erbſen oder-Boßnen
aus den Hilfen nepmen. H. pellen, €. peel.
Fr. peler. Uutpaalde Arffen : : Erbſen die |
aus der Hülfe genommen. find, : die ausge: '
huͤlſet werden muͤſſen, deren Schalen ı man nicht
mit iſſet. R.
Pau, iſt ein Schiffwort, beym uchten oder Aufwin—⸗
den des Ankers. Naͤmlich an dem Haſpelbaum,
oder ſogenañten Brand, ⸗ſpit, ift ein eiferner Ring,
oder Scheibe, mit eingefchnittenen Kerben oder
‚Zähnen befeftiget, worin bey dem. Umdrehen ein
Sperreifen fällt, damit ,. bei. dem Nachlaſſe des
Umtoindens, die Welle nicht zuriick Taufe: Wenn
nun das Sperreifen in eine folche Kerbe greift, -fo .
rufen die Schiffleute ; welche bey dem Hafpel wins .
den, Pall I und machen eine Paufer Daher har
. ben wir die fehr gebräuchlichen Redensarten, pall
ſtaan: unbeweglich ſtehen, ſtandhafte Gegenwehr
un To Pall ſetten: feſt ſehen. Slim to
Palle kamen: uͤbel anlaufen: mit vieler Mühe
feinen Zweck erreichen. |
Paın nennen wir die Weiden, wenn an adeiſthem ‚im
. 5
U,
Par. Pam. Pam . 287
Anfange des Fruͤhlings, die ſogenannten Kaͤtzlein J
oder rauche Bluͤte paniculæ, juli) bangen.
PALsken. ©, Pv1sken.
PALSTERNaR, Palfternakken, Paſtinack, Mohr⸗ |
übe. S. Iſt eben fo verdorben, wie das Ham⸗
burgiſche Pingiternafel,
Parrz, ein Lappen :* ein abgeriſenes, oder abge⸗
ſchnittenes flaches Stuͤck. R. Frieſ. Palt. Wir
ſagen auch Pulte.
Paltrig, zerlumpt, jerriſſen. R. Gebräuchlicher ir
Pultrig. €. paltry. Dän. palted.
PALT-Rox, ein grober Ueberrock, Regenrock. R.
Fr. Palleotte. Vergl. das kat. palla, welches
auch von langen Maͤnnerroͤcken gebraucht wird.
Parruren, Eingemeide vom Ochſen. Gefräufel des
Viehes. Iſt jekund veraltet. Etwa von obigen
Palten, abgerifiene Stuͤcke; oder von Paal,
J priapus tauri. Kuͤnd. R. Art. 76. Ock will de
Rach, dat de Knakenhauwers ſcholen de Pal;
tuten van dem Miarfede vorfopen laten, und
| nemandt ſchall de Paltuten to Talge brennen,
Pampe, dicker Brey, Mehlbrey. In verſchiedenen
Mundarten Pappe, Pampe, Pimpe. Daber
ſagen wir Stampel ; by für Pampel ; bey.
Stampe ⸗dik, für Pamperdif.
Pampen, Slampampen, ©. im Buchſt. SS.
Pann, ı.) ein Pfand, E, Pawn. 2.) Im befons
dern Sinn wird alfo ‚genannt ein unbewegliches _
Gut, welches man verfaufet , deſſen Ruͤckkauf
aber, oder Einloͤſung, man ſich in einer beſtimm⸗
ten Zeit ‚für. denſelben Preis vorbehalten bat.
an
>
Eur Y: 7 pax. we |
| Wobeh in den alten Kaufbriefen die Formel ges .
brauchee wurde :, ere Pande unvertaget: di.
daß es nicht als ein verfallenes Unterpfand ſollte be⸗
ttrachtet werden. Vogts Monum. ined. rer-
Brem. T. Il. p.485. 486. Od fo hebben Jo⸗
haann un fine Erven —— uns de fonderige -
Gnade geven, dat wy unde unfe Erven möge
wedder kopen dejet. vorfehreven Guth —
in allen funt Peters Dage ald he up ven Stol
gefettet ward (jedes Fahr auf Peters Stulfeier),
vor de vorbenomede so Bremermarf; wo wy
eeme den Wedderkope kundigen in den 12
Machten to Wynachten — un fo ſchoͤen
muy umn unſe Erven eme deſe vorſchr. so Br.
M. betalen an den vorbenoͤmeden St. Pe⸗
ters dage, binnen Bremen, mit wien unbe
wohrenen Penningen, alfa dar vor de Wefle
linge genge unde geve find, ehre Pande un⸗
vertaget. S. auch p.490..—
3.) Ein von Papier geſchnittenes Muſter, Patror,
Modell, nad) welchem etwas zugefchnitten wird.
4) Nuten: pande, Roks⸗paͤnde, find die Stüf:
ke, woraus eine Müße oder. Rock zuſammen gefeßet
iſt. Vorpand, ein Vorderſtid. Agterpand,
ein Hinterſtuͤf.
3.) Diek⸗-pand, eine gewiſſe Lange, ober Portion
von eiriem Deiche , fo jemand zugeböret, und für
deffen Ausbeflerung er forgen muß. Wir nennen
es auch Slag, und Diek: flag.
: Exen-pand ift, wann bey einem unbefugten Holtzhie⸗
be bie, Art genommen wird, Exen / pand ha
et.
un t ’ sv
X
| Pam 289
ben: des beimmichen Holzbiebs Balder die U zu \
nehmen befugt ſeyn. =
Vrook-pand. S. Wrook-diek, unter Dierk.
and-kare, der Wagen, wodurch die oberfeitliche
"Pfändung: gefchieber. Enem de Pand:fare vor
de Doͤre ſchikken: einen auspfaͤnden laſſen. |
and- fchilling, das Geld, ſo man gegen ein Unter: -
ppfand aufgenommen bat. Transadt, Hilleboldi,
A. Ep. Brem. cum Civ. Brem. de 1259. So dat.
verſettet Pandt den nicht mert ingelöfet, den -
mag de Vaget den Klägeren in dat Pandt
. . xechtlifen wyſen, ſynen Pandtfchilling. mit
Gerichtskoſten daruth tho erhalen. ©. Affert.
Lib. Reip. Brem. p. 747. Veyläufig bemer⸗
Een wir, daß derjenige fehr ftarfgläubig feyn muͤſſe,
welcher ſich uͤberteden kann, daß dieſes Die Spra⸗
he eines ſolchen Alterthums, und daß folglich die⸗
fer Vertrag nicht untergeſchoben ſey. u
andefch Pandsk , adj. ahterpfänblich. Vogts
Monum. ined. T. I. p. 491. Ick Wilh. von
dem Bukh, tho Wildeshufen Ammann, be⸗
kenne und betuͤge — fo. ik der, van der
Kerken und Stichte tho: Bremen, Öhre Burg, .
Ampt und Voͤgedeie tho : Hildeshufen in
pandefchen ehren hebbe (d. i. unterpfändlich
im Def babe), na Vermoge ea unde Dre
ven .
danden, pfaͤnden.
Verpänden; verpfaͤnden, beeſehen, zu Pfunde sehen, |
Sbpyrw. Wen dat Hoon een Ei im Cerſe het,
ſo ist all. H.verpänbe auf jemand, der ſo tief in
ö Sy u
—_
a > ’ . »..:
Ä eo ; "Pam. \
ESqgiden ſtecket, x daß er ſeine Gliubiher auf. ei⸗
nen noch kuͤnftigen Gewinn vertroͤſten muß, um
ſie zufrieden zu ſtellen.
Verunderpunden, daſſelbe. |
' PAnELE, eine hölzerne Bekleidung der Wände, in n⸗
\ fonderheit die, aus viereckigen mie Leiſten einge
faſſeten Feldern beſtehet. S. E. Pannel, die
viereckige Leiſte an einem Schreinerwerke.
PANETTEN, Hand-panetten, Handkrauſen, Man⸗
ſchetten. ‚Es ift aus bem Fr. poignets gemacht.
R.
pPan 1) Pfanne, E. Pan. A. G. Panna. 8.
2.) ein in einer Pfanne gedaͤmpftes Ragout.
3.) ein Dachziegel, Frieſ. Paan. Man vergleiche
ddas Engl. Pane, eine viereckige Scheibe,
Brägen-panne, Hirnſchale. ©. Bräcen.
Pann-koken, Eierfladen. nr
Pann-likker, Tellerlecker, Schmarußer.
Panneke-fett. S. BaukErert. -
J Pansse, Panze, 1.) der zweite Magen des Kinds |
— —3 R. Engl. Paunch. Fr. Pance. Hol.
| Stat, Pancia, Panchia, Panza. Span.
z Pan tat. pantex. Der erfte Magen des
Rindviehes heißt Salter ; der zweite Panſſe;
der dritte Mode, oder im Scan Flatterige Bok⸗
fe Das ſamtliche Eingeweide eines Thiers nen;
net man Pinfeln un-Panffen. Ä
=) ber Wanft , der Schmeerbauch «ines Menſchen,
der haͤngende Bauch, wo der Magen und die Ge⸗
daͤrme liegen. Daher hat Panzer den Namen,
leichſan ve Man büre dies Wort jegt
nur
%
| Pam — 29% |
nur im a veräcilihen Sinn, und {m ungeföiffenen F
WRenden. Ene dikke Panffe : ein dicker Bauch.
It. eine dicke fette Perſon. Aber ene luͤtje Panſ.
fe: ene loſe Panſſe, ſind gelinde Scheitwoͤ
ter gegen Peine ſchalkhafte Maͤdchen. Siehe R.
He geev em enen in de Panſſen: :er ſtieß ihn
vor dem Bauch. Sprw. Mit, leddiger Panſ⸗
fen i8 quaad danfien : < mit hungrigem Mas
gen laͤßt fich nicht gut tanzen, oder eine ermuͤder
de Arbeit unternehmen : wer nichte'zu effen bat,
> ber geht nicht leicht dem Vergnügen nach: Sine
Cerere et Baccho friget Venus.
Ko- panfle, Kuhmagen. De Minsk moot ene Ko⸗ i
panſſe hebben: er kann unmenſchlich Feten |
Panffen-feger, |
Panffen-klopper, R. und - u
Panffen-fchudder, find Schtmpfnamen gegen Schach u
... ter, welche die Rindermagen rein machen. -
Panflen-ftool, ein großer breiter Stul, den man uns
ter bein gefchlachteten Vieh ftellet / daß beym Auf⸗
> fihneiden der Magen und bie Gedaͤrme nicht auf
| die Erde herab bangen. | |
PanTER, eine Handbatſche, womit £ einige Schul⸗
meiſter die Kinder in die flache Hand ſchlagen.
Enem Panters geven: einen auf dieſe Weiſe
ſtrafen: auch überhaupt: einen ſchlagen, pruͤ
geln. He kreeg Panters: F er bekam Schlaͤge.
R |
Panzer, Panzer: Daher iſt bey ei einigen die Redens⸗
art üblich: Panzer fegen, fuͤr, einen enfilr .-
gm Verweis und Ausputzer, oder u, eine
22 voo
t
gute Tracht Schlaͤge geben. of will em ſo Pan⸗
zer⸗fegen, dat he an mi denken ſchall. Cs.
Fl aber Panzer von Panſſe: gleicht, Panz
a | 12 Eure
_ Parz, 1.) Pfaffe. Cambr. Pop. %. S. Papa. Dies
Weort iſt dus einem Ehrentitel jetzt ein Schimpf:
wort geworden. Vor Zeiten ſchimpfte es nicht:
SG.. Strodtm. Stat. 30. Neen Borger offte
Bocrgerſche ſchall geven, offte vorkopen, offte
10 Pande fetten Wickbelde geeſtlicken Luden
edder Papen: kein Bürger ſoll geiſtlichen Per
ſonen oder Ordensleuten Weichbilde geben, oder
verkaufen, oder zu Pfande geben. De Pape
ſegt het nig meer, as eenmal, iſt ein Spruͤch⸗
wort, wenn jemand eine Sache nicht zweymal ſa⸗
gen will. In Hamburg ſagt man: Myn Va⸗
der is geen; Pape well. R.
2 ) ein Papagay. Sonſt auch Papegoje. In duͤ⸗
beck wirft man die beiden erſten Sylben weg, und
ſagt Goje oder Goge. Gogen ſcheten, Voͤgel⸗
ſchieſſen. Sprw. Enen Gogen afſchaten heb⸗
ben: eine nicht. viel bedeutende Unternehmung
gluͤcklich ausgefuͤhret haben.
3.)N Papen heiſſen auch in unſeret Nachbarfchaft, im
WMarſchlande, Meine Hügel, fo mitten in einem
- Hüttswerfe, woraus die Erde zu.den Deichar:
beiten genommen wird, ‚Reben bleiben zue Auf
\ meflung der Tiefe, .
Doom-pape. S. im Buchſt. D. |
| Slender- -pape. . Si unter SLunnzun. Bu
. Fapea- ‚beten, und Bu
| - = bvaben —
292 ——— Pan
\
Papen-ftukk, das bene Sic Kinpfeifh aus bem Hin⸗ |
terviertel. u \-
Paapheit, ‚Die Mönche, Geiſtlichkeit, Kleriſeh. Do
halede oͤhme in de gantze Papheit und Gemen⸗
heit (Kleriſey und gemeine Buͤrgerſchaft) mit
Crutzen und Fahnen, in den Herdendohre:
Renner unter dem Erb. Albert IE
PareGcojeE. ©. Pare. —
Paar, Paar. Daher
Paren, verb. 1.) paaren, mit einander verbinden, ve ver⸗
ehlichen. Beſonders aber, Sachen, die man
\ Par. Par. - BE 298
nicht. bey. einzelnen Stüden, fondern paarmweife
verkaufe, zufammen binden ; etwas Schlechteres- zu. :
dem Guten binden‘, . und. zufammen- —
He paret ſe, as be Bloklander de Goͤſe: S
Goos.
2.) Ale paren, Aale fangen mit aufgereißeren Re
genwuͤrmern. Die Sache befteher darin, daß
viele Regenwuͤrmer, der Länge nach: auf flarfen
Zwirnfaden gezogen, und daraus Buͤſchel gema⸗
chet werden, die man an einen Stecken befeſtiget,
ins Waſſer haͤlt, und die daran beiſſende Aale ge⸗
ſchwinde in den Machen ziehet. In Hamburg J
beißt es poͤddern, von Poͤdder, Köder. R.
Een- parig, gleichlautend, einſtimmig. adj. und adv.
De iß een⸗parig, oder mit een / parigen Stem⸗
men waͤlet: er ift einftimmig erwäßle. en
yarig ropen : : gleich als aus einem Munde ru⸗
fen.
Pancner, eih Stüt, eine 1e Partey : ein 1 Teil von.
3 0. Waaren,
—
FR
= 294 0 ‚Par.
Waaten j elcher bey den Auetionen auf einmabi
vertauft wird. E. Parcel. Fr. Parcelle.
- Parssen, in einer verdorbenen Ausſprache Paflen,
preſſen. H. parſen, perfen, E. preaſe, preis,
at. preflare.. N |
Up paflen, dutch die Preffe einen neuen Glanz geben, |
\ Wird von Stoffen, und Kleidungsftücken gefagt.
'Paffe, beffer Parffe, eine Preffe. H. Pars und Pers,
€. Prefs, eine Preſſe. Pearſe, das Gedraͤnge.
| fat. preffuora.
_ Pafler, Heet- paſſer, der die wollenen Tücher preſſet,
daß ſie einen Glanz bekommen. H. Parſer. |
Part, 1.) Theil, Antheil. Ik vor. mien Part:
was mich betrift. Half Part holen: zur Haͤlf⸗
te am Gewinn oder Verluſt einer Sache Theil ha⸗
ben. Kuͤnd. R. Art. 173. noch od Part ed⸗
der Deil darſulveſt an hebben: ; noch auch Ans
theil daran haben.
2.) eine Partey: zuſgmmengehoͤrige Eochen, die in
Parteyen abgeſondert find, deren Theile eine Aehn⸗
ichkeit haben, oder die zu einem Zweck dienen.
Een Part Strikkel⸗nateln: find 4 Nadeln von
5 einer Groͤſſe, die zum Strumpfſtricken gebrauchet
werden. Gen Part Kleder: eine völlige zu:
ſammen gehörige Kleidung. Dan fagt auch een
Pakk Kleder.
vanen nom. plur. contrahirende Parteyen. It. Ge⸗
richtspartenen. Tafel, oder Stat. 1. Alle
Schelinge —— de twifchen den ergenannten
Parten beth an deſſen jeghenwardigen Dag
—— engetley wife gehn hebbin: ; alle Uneinig⸗
Eu kei, |
N ne
N
| Pas 2898
keit, welche qwiſchen den vorbenannten Parteyen
bis auf gegenwärtige deit, auf einigerlep Weiſe,
geweſen iſt.
Anpart, Antheil.
Schips-part, der Antheil in der Reederen an ein J
Schiff. Die Groͤſſe eines ſolchen Parts wird
mie den arithmetiſchen Bruͤchen ausgedruͤcket,
3 Part, Part, Part x.
Parten, verh. theilen, Eintheilung machen. Par⸗
ten un buͤten: eine heimliche, hinterliſtige Thei⸗
lung und Vertauſchung vornehmen, zum Nach⸗
ttheil eines dritten. ©, Büten
PASEL. © Pöszı |
Pasen, Beutelwuͤrſte. Syn Hamburg, R
"PAASKEN, Oſtern. Aus Pafcha. R. Hr. 3 |
Des andern Mandages na dem billigen Dage
to Paefden.
| Paask- -eier, Oſtereier —* welche die genteinen Lute zu
faͤrben pflegen. Du ißt nog wol een edder
meer Paask⸗ tier: du warteſt noch. wol ein ober
- mehr Sabre. R.
. Praske- prunk, Feierkleider, ein feſtlichet aleiderput
Pass, 1.) die rechte Maaſſe: die rechte gelegene Zeit.
R Im Engl. und Hell, eben ſo. Dat Kleed
— is mi recht van Paſs; oder to Paſs: das
RKleid ſitzet mir gut nach dem Leibe. Dan Paſſe
weſen: in der Maaſſe ſeyn, wie es muß. To
Pate famen : zu rechter Zeit kommen, : St. ſich | |
fügen. Dat-fumt daar nig.bi to Paſſe: das
ſhicket üder füge fich nicht dabeh. St. das iſt
acht damit in Vergleichung zu fielen Idt ie
-
ITTEVTL
296
Pas
mi rcht van Paſſe: 28 iſt mie ſehr wößlgefe
— gen. Een Ding to Paſſe bringen: etwas
wohl anbringen: zu gelegener Zeit vorbringen,
oder reden. Dat ſchall mi wol to Paſſe ka⸗
Men: das wird mir viele Dienſte thun, Nutzen
ſchaffen. Man kan't em nig van Paſs ma⸗
ken: man kann es ihm nicht zu Danke machen,
Idt is em nig to Paſs: es iſt nicht. nach ſei⸗
nem Sinn, : Ik bin nig wol. to Pal; ibn
unpaͤßlich. Sr Wachter irret, wenn er Dies
Wort vom Fr. propos ‚ "und. dem Lat. propofi-
'- tum herleitet. Mit mehrerm Rechte haͤtte er das
Fr. compas, ein Zirkel , eine. Maaſſe bier ben
bringen koͤnnen.
22.) Acht, Achtung, Auſneicſanceu Dal J—
ven: Achtung geben, mit Aufmerkſamkeit war
ten auf etwas, aufpaffen. ‚Eigentlich : : auf die
rechte Maaß oder Zeit merken.
2) Die verfchiedehen. Bedeutungen, die: das ort
auch im Hochdeutſchen bat, ‚aber zu unſerm. Zwok
nicht gehoͤren, uͤbergehen wir.
rrat Eingriff. Gleichſam, Eintritt, wodurch man
jemanden in ſeinen Gerechtfamen zu nahe tritt.
Bon Paſs, “ein Schritt, Ueberſchritt. Iſt ver:
‚alter. Renners Chron. im Leben des. Erzb. Hart⸗
wich J. Up den Ridesdage tho Merßburch
was Vicellinus ock. Den radde Hardewcus,
dat he von den Keyſer den Staff entfangen
—2 — Dat geſchach alſo: Hardewicas der
de dit nicht tho ehren den Keyſer, fondern dat
be den Hartogen (Henrich den n. lowen) ——
etah⸗
?
Beſi itz Inpaſs geſchehen ꝛc.
Nater- pafs. S. unter WATER.
>affen, verb. 1.) meffen, abzirkeln. Unter den Zu, u
fammmengefeßten , in diefer. Bedeutung, find zu
merken: af paſſen: abmefjen, abzirkeln. De
rechte Tied af paſſen: die rechte Zeit, oder die -
bequemſte Gelegenheit ergreiffen. it. Die rechte Zeit
abwarten. An.päffen, anmefen: ein Kfeid, ehe
es völlig fertig ift, probiren, ob es nad) der Maafie |
iſt. To paſſen, zueignen. |
2.) diefelbe Maafle haben, angemeffen ſeyn. it.
ſich fuͤgen, ſich ſchicken, anſtaͤndig oder gefaͤllig
ſeyn. De Schoe paſſet mi nig: die Schuhe
ſind für meine Fuͤſſe nicht gerecht. De Stulpen
paſſet up den Pott: der Deckel ſchiieſſet auf den
Topf. Sprw. Daar is kien Pott ſo ſcheev,
daar paſſet een Stulpen up: ©.StuLren
Dat paffet nig, dat man’t fegt: das ſchickt fi fh
micht zu fagen. Dat fan mi nig paflen: das
kann mir nicht dienen, Den Deven paſſet as
Pas 00 207
u beichle mochte, dat he ohme gopeſe in ſiner
Iurisdiction gedahn hadde. Im Leben Ger⸗
hards II. Da oͤhnen averſt hierna in ſulcken u
les; den Dieben ‚gefällt alles, fie Heiffen alles mit ge: .
ben. Dat paflet minu fü: es gefällt mir nun
ſſo: fie volo, fic jubeo, flat pro ratione vo--
luntas. Wen’t fif paffet: wenn es fich fügen,
will: bey einer ſchicklichen Gelegenbeit. Dat
kon ſik wol ins paſſen: das koͤnte ſich wol ein⸗
mahl zutragen.
3) aufmerken k Acht geben, Amt und. Id Pflicht wahr —
T5— NV
9298 . .:- Pas Par
nehmen. Up paffen, aufpaffen, aufmerkſam
ſeyn. it. aufwarten, die Aufwartung haben, als
Bedienter. Paß up, gib Achtung. Es wird |
auch bisweilen den Hunden, anflatt-eines Ma
mens, bengeleget. Daar. hört di.up to paffen:
deine Pflicht ift es; darauf Acht zu geben , ode
dafür zu ſorgen. Dat fchall up mi paſſen:
die Sache foll allein zu meinem Dienſte und Ge⸗
brauche ſeyn. Daar paſſe ik nig up: ich gebe
nicht Acht darauf. it. ich achte es nicht. Enem
up den Haſpel paſſen: S. HasPEI.
4.) warten im Spiel, das Spiel vorbey geben 1
fen, dießmahl nicht mit ſpielen. |
Paffer, ein Zirkel, circinus. Ze
- Pafslik, adj. und adv. ziemlich, mittelmaͤſig, Jo Gin.
i E. und Sr. pafläble. De Weg is nog fe paß⸗
lik: der Weg iſt noch ſo mittelmaͤſſig gut. Idt
geit mi nog paßlik: mein Geſundbeitszuſtand iſt
uoch ſo ziemlich. |
| ‚Uppaffer ‚ Aufiwärter, der ber Hochzeiten und andern
groſſen Schmauſereyen zu Tiſche dienet.
| Verpaffen,. die rechte. Zeit durch Unathtfamfeit vorben
ſttreichen laſſen, die Gelegenheit verfäumen. - Dat
Sdpill' verpaflen: das Spiel vorbey gehen Taf
fer, und das mabl nicht mit ‚fielen,
PÄTE-FOTERN, und -
Pärten, fs oben unter Pan.
_ Paren, pflanjen. H. Booten, Bonen paten,
Bohnen pflanzen. Herr Wachter unter Potten,
meint, es ſey das abgefürzte Impolten, von dem
Staumaworte Imp, ein Pfeopfeis: daher fey
enfäng:
NO.
0 Par: = m 299
| anfänglich impen, einpfropfen,, , "und das q S.
| ‚impod, eingepfropfet, entftanden : und von Dies -
ſem participio fey endlich impotten gemacht, wels .
ches der gemeine Mann in potten abgekürzt. has
de Wir fuͤhren dieß nur an, als ein Beyſpiel,
daß ein groſſer Sprachkuͤndiger groſſe Fehler bege⸗
hen koͤnne: weil es faſt nicht möglich iſt, alle
Dialekte der deutſchen Sprache ſo genau zu ken⸗
nen. Unſer Dialekt beweiſet, daß potten, oder,
wie wir ſagen, paten, nicht impfen, ſondern
pflanzen, hedeute. Ja unfer Landmann kennet
das Wort impen, impkn, nicht einmahl; ſon⸗
dern braucht dafür das uralte riſen. Im Gegen⸗
theil kommt impfen von.paten her. Mor Zeiten
bar man impten, d. i. inpaten, das Pfropfreis
- einpflanzen, gefaget. S. Srifch in Smpfen.
jepaten, bepflanzen. Dat Oever bepaten:: das. Ufer _
‚eines Graben mit jungen Bäumen, oder Buſch—
werk bepflanzen. |
a paten, einpflanzen. Gr. —E | Be
ate, eine Pflanze, ein junger Baum. Befonders, ,
ein Pflanzftock von Weiden, oder Pappeln. Gr.
- Aorov. Sprw. Men de Pate (Boom) is
groot, ſo is de Planter dood: wenn der Baum
groß iſt, ſo iſt der Pflanzer todt. Kuͤnd. R.
Art. 31, - Nemandt ſchal uthe des andern
Garden — nenerley Paten, Appel, Ber
ven, edder andere Fruchte nehmen: ‚niemand.
ſoll aus eines andern Garten junge Bäume, Ae⸗
pfel, Birnen, oder andere Früchte nehmen, Eben
daſelbſt Art 180. Ock ſchall nemant Bi
. oo | | N
300 Par. ‚Pav.
don ar n unſen Werbern, und Degen, de na
unſer Stadt to und afgan, an Paten, Buſche,
Holte, Bruggen ꝛc. auch ſoll niemand Gewalt,
“ober. Muthwillen, uͤben, auf unſern Werdern,
und den zu und von der Stadt leitenden Wegen,
an jungen Baͤumen, Vuſch , Hoͤtzungen, Bei
cken ꝛc. |
Paat- bonen, Saatbohnen, die man pflanzen will,
Paat-asfken, Saaterbſen. |
PATTE, der Aufſchlag am Kleide, Ebur⸗ Braunſchw.
'Pauen, mit. einem feinen, pfeifenden, und klaͤgli⸗
chen Ton reden, wie die Kinder, wenn ſie etwas
zu klagen haben. Beſonders wird es auch ge⸗
braucht von dem Geſchrey der jzungen/ ealecutiſchen
Huͤner. Es ſcheint auch eine Nachahmung davon
zu ſeyn. E. bawl, laut ſchreien. In Hamburg
‚beißt, nach R. pauen, zanken, widerbellen.
De Kinder pauet enem ſo veel to'n Oren:
die Kinder uͤbertaͤuben einen faſt mit ibrem wei
nenden Geſchrey.
Pauke,. ein Kind,. das immer Flaget und heulet.
PAuXXEN, pauken. it. mit hohlem Munde reden, mit
Geſchwaͤtz uͤbertaͤuben: wie mit dem Schall der
Pauke. Beym S. iſt pauken und pooken, we
den, ſchwatzen. Paufe mi bör, ‚paufe mine:
fage bin, fage ber,
. Pauker, ein Paufer, Im Spott beißt ein Schulmei— |
ſter, der mit dem Hintern der Fleinen Kinder um:
barmherzig umgebet, een Aare: paufer: ein On
bilius. 8.
Paur UUN, beym Chytr. und pnft Pageluun, ein
— Pia
A . u
| x . *
“a m,
Pau. Paz. Pen ur 30x‘
Ad
Pau, R ‚ind 8. A. S. Pawa, pavo. Sik
ftriven, oder- treen a8 een Pauluun : ſich bruͤ⸗
‚ fen, einher treten, wie ein Pfau. Up den Foͤ⸗
ten gaan a8 een: Pauluun : < an Deinen und
| Faſſen nachlaͤſſig gekleidet gehen.
2.) Paulun war, nach einer verdorbenen Ausſpra⸗
che, bey den Alten auch ſo viel, als Pavillon,
Thronhimmel, Schirmdecke. Auch wol Bawe/
ln, Willebrande Hanſiſche Ehron. S. 45. Veer
Dombheren drogen fin (des Kaif. Karl IV.)
- Yanlun, unde andere neere ere (Der Kaiferinn)
Paulun, dar ſe under reden. |
D aus, Pauft, Pawelt, der Pabft. Stat. 1. und.
anderwaͤtts häufig in den alten Schriften. Wat
Some ik mi um em,‘ wen he gof de Pauſt van
Rom were: mas befünmere ich mich am ihn, .
ex. fen ſo vornehm, als er wolle. Dubiftdog
wol de Pauft nig : du biſt doch wol nicht der
Mann, vor weichem fi ich alles ſchmiegen muß.
Pausdoom, Pabſtthum.
PAVEDETTE, Povedette, Pawedette, eine Art
“Tauben mit fleifchigren Naſen, und rothen Augen.
In Hamburg Paudette. R. Pavedettensogen:
rothe trieffende Augen. .
Pazzıa, troßig, flolz und beleidigend im Ren . 9m .
Hamburg Pratzig. R |
PenDeEn, wet. S. unter Pan.
PEDDIK, das Mark, das Innerſte, medulla, ma-
trix. R. A. S. Pitha. E. Pitn. Ya Osna⸗
bruͤck Piek. S. Den Peddik uut drukken:
den yerbaͤrteten Eiter aus einem Geſchwuͤr druͤe
AN .
t
e >
den. Und metaph. Ik moot den Peddif man
tut druffen: ich muß die unangenehme Warheit
nur heraus fagen. nen bet up den. Peddif
uut fügen: einen bis auf das Mark ausfaugen,
gaͤnzlich ausmergeln, durch Erpreſſungen arm ma⸗
chen. Uut fragen bet upn Peddik: ſ. unter
FRAGEN.
PXIGEI. (m. 1.) Vor Zeiten bedeutete es eigentlich
| “ein gewiſſes Maaß flüffiger Sachen, ein halbes
Noͤſſel. So erklaͤret esChytreus ‘in Nomencl.
Sax. col. 477. und 478. hemina, een Pegel,
fextarius, ungefebrlif Dre Pegel. Naͤchſt dem
nennte man bier auch alfo einen inwendigen Ring /
“: einer Kanne, der zum abmeſſen des Truͤnks in
den Öelagen diente, und etwa ein halbes Niffel -
bemerkte. Unter den Meifteiftücken der biefigen
Zinnengieffer iſt noch jegt- eine Kanne mit Pe⸗
geln gebräuchlich. Da eine folche Kanne mit vers
ſchiedenen dergleichen Ringen verfehen gewefen, fo
bat ehedem ein jeder Der Saufbrüder gerade bis
auf einen folchen Ring, ohne abzufegen, trinfen
muͤſſen. Hatte er diefen verfehler, fo war er gende
> higet, zur Strafe, auf den folgenden zu trinken.
Woben der ziemlich unböfliche Zuruf gewoͤhnlich
geweſen: Suup up den Pegel, du Zlegel!
Daher fage man auch noch: enen goben ‘Pegel
ſupen: einen guten Trunk verftehen Fönnen ; : ein
groſſer Säufer feyn.
) In Hamburg heißt Pegel Brennholz, welche
aus mittelmaͤſſigen Aeſten der Baume geſchlagen
wird · R.
| Pegeln.
302 Prao.
—
12 , [i .
" Prı \ Pix. zog
— 1.) Saufen, des Gaſeſfes nicht ſatt werden
J koͤnnen. R. Wir fagen auch picheln, im derſel⸗
ben Bedeutung. Uut pegeln, ausſaufen.
2.). die Tiefe des Waſſers mefien. Senf auch di⸗
en,
Pegeler, ein Saͤufer. R U
Picheln, daſſelbe mit pegeln in der erſten Vrwennmg Bu
Prıs.. S. oben Paıs. E
Pzıt, fauber und nett gekleidet, im Sontageſchmuck.
Es iſt verwandt, oder daſſelbe mit dem alten
weittige, beym Lazius, welches ſo viel iſt als
ſtolz, hochmuͤthig. Holl. weitz, weuyts, ber
irn ſchoͤnen Kleidern ſich brüfte. ©. Leibn. Col-
lect. etym. P. II. p. 187. Im Spur Braunſchw.
| ſagt man petünte. > —-
u Prxs, eine Piefe, Picke. Fr. Pique. Peken⸗ deep, —
ein Paar Klafter tief. S. Renner unter dem J.
3309. Ein jechlich Landtman im Viehlande
ſchal hebben tho ewigen Tiden einen Degen,
einen iſeren Hodt, ein paar Wapen henſchen, |
„ein Schilt, ein Warfbarde (etwa eine Zin⸗
meraxt, ober eine Streitaxt. ©. BarE.), und -
einen Pedc von 16 Voeten und korter nicht;
bey Bröfeı Mark.
Prxzı (7), Salzbruͤhe zur Erhaltuug des Fleiſches
amd der Fiſche: Boͤckel, muria. E. Pickle. H.
Pekel. Gr. amyos, Salze Herr Richey verla⸗
cher mit Recht die Meinung, daß der Name ſowol
als die Erfindung ‚von einem Holländer Wilpelm
Böskel herſtamme. Pekel⸗fleesk, Pekel⸗hering
x. engen Si Herins Mn
ur Dekan, J
un
‚ . \ j . D
300 Par. Pau.
don an n unſen Werdern, und Wegen, de na
unſer Stadt to und afgan, an Paten, Buſche,
Holte, Bruggen x auch foll niemand Gewalt,
‘oder. Muthwillen, üben, auf unſern Werdern,
und den zu und von der Stadt leitenden Wegen,
an jungen Bäumen ‚ Buſche ‚ Hoͤtzungen, Brůͤ⸗
er. 21 ꝛc. Ä | |
Paat-bonen, Saatbobnen, die man pflanzen will.
Paat- arfken, Seaterbfen. \
PATTE, der Xufichlag am Kleide. Chur: Braunſchw.
Paumu- mit einem feinen, pfeifenden, und klaͤgli⸗
chen Ton reden, wie die Kinder, wenn ſie etwas
zu klagen haben. Befonders wird es auch ger
braucht von dem Geſchrey der jungen’calecutifchen :
Huͤner. Es ſcheint auch eine Nachahmung davon °
zu feyn. E. bawl,' laut ſchreien. In Hamburg
beißt, nach R. pauen, zanken, widerbellen.
De Kinder pauet enem ſo veel to'n Oren:
die Kinder uͤbertaͤuben einen ſaſt mit ibrem weis
menden Gehen. |
_Pauke, ‚ein Kind, das immer klaget und‘ heulet. |
_ PAuxen, paufen. it. mit hohlem Munde reden, mit '
Geſchwaͤtz Ubertäunben: wie mit dem Schall der :
Pauke. Beym S. ift paufen und poofen, ver
den, ſchwatzen. Paufke mi vör, ‚paufe mi na:
ſage hin, fage ber.
: Pauker, ein Pauker. Im Spott heißt ein, Schulmei⸗
ſter, der mit dem Hintern der kleinen Kinder um:
baruberzig umgehet, een Aars⸗ paufer: ein Sn
86*4
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bilius. 8. F
Pa ULUUN, beym Chytr. und pnf Pageluun, ein —
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u \ ——— —
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Pau Paz. Pen 3081
, l
Pfau. R und 8. 1. ©. Pawa, pavo. Gik
ſtriven, oder. treen as een Pauluun: ſich bruͤ—
Iſten, einher treten, wie ein Pfau. Lip den Foͤ⸗
. ten gaan aß een Pauluun : : on Beinen und
Fuͤſſen nachläffig gekleidet gehen.
2.) Paufun war, nach einer verdorbenen Ausſpra⸗
che, bey den Alten auch ſo viel, als Pavillon,
Thronbimmel, Schirmdecke. Auch wol Bawe⸗
fin, Willebrandt Hanſiſche Chron. S. 485. Veer
Domheren drogen fin (des Kaiſ. Karl IV.)
Paulun, unde.andere veere ere. (der Kaiferinn) |
Daulun, dar fe under reden, |
aus, Pauſt, Pawelt, der Pabft. Stat. I. und.
anderwaͤrts häufig in den. alten Schriften. Wat
ſchere ik mi um em, wen he ook de Pauſt van
Rom were: was bekuͤmmere ich mich um ihn,
er ſey ſo vornehm, als er wolle. Du biſt dog
wol de Pauſt nig: du Gift doch wol nicht der
Mann, vor welchem ſi ch alles ſchmiegen muß,
ausdoom, Pabſtthum.
/AVEDETTE, Povedette, Pawedette, eine Ar
Tauben mit fleifchigten Naſen, und rothen Augen, |
In Hamburg Paudette. R. Pavebetten, Dun:
xothe trieffende Augen. . - |
Jazzıa, troßig, ſtolz und beleidigend im Ren. In
Hamburg Pratzig. R u |
)EDDEN, treten. ©, unter Pan.
EDDIK, das Mark, das Innerſte, medulla, ma-
trix. R. A. &, Pitha. €. Pith. In Osna⸗
bruͤck Piek. S. Den Peddik uut druffen:
den verbaͤrteten Eiter aus einem u Geſcheör he.
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302 | N . ‚Pre, | J | j u . :
dem. Und'metapf. of moot ben Peddif man *
tut druffen: ich muß die unangenehme Warheit
nur heraus fagen. rien bet up den Peddik
uut fügen: einen bis auf das Marf ausfaugen, }
gänzlich Ausmergeln, durch Erpreſſungen arm mas |
Gen. Uut fragen bet up'n Peddif: ſ. unter h
‚FRAGEN.
u Paosr (m. 1) Vor Zeiten bedeutete es eigentlich : Fi
ein gewiſſes Maag flüffiger Sachen, ein halbes:
Noͤſſel. So erfläret esChytraus in Nomencl. '
Sax. col. 477. und 4778. hemina, een Pegel, .
fextarius, ungefehrlif dre Pegel. Naͤchſt dem
nennte man hier auch alfo einen inwendigen Ring A
- einer Kanne, der zum abmeflen des Truͤnks in
den Gelagen diente, und etwa ein halbes Näffel
bemerkte, Unter den Meifterftiicken der Biefigen °
Zinnengieffer ift noch jetzt eine Kanne mit Pes
geln gebräuchlich. Da eine folche Kanne mit vers.
- fehiebenen dergleichen Ringen verfehen gewefen, fo
hat ehedem ein jeder der Saufbruͤder gerade bis
auf einen folchen Ring, ohne abzufegen, trinken
muͤſſen. Hatte er diefen verfehlet, fo war er gende
tbiget, zur Strafe, auf den folgenden zu trinken.
Wobey der ziemlich unpöfliche Zuruf gewöhnlich
geweſen: Suup up den Pegel, du Zlegelt
Daher fagt man auch noch: enen goben Pegel
-- füpen: einen guten Trunk verſtehen koͤnnen: ein
groſſer Saͤufer ſeyn.
2) In Hamburg heißt Pegel Brennholz, welchee
aus mittelmaͤſſigen Aeſten der Bäume geſchlagen |
wid, R.
un We
Prı \ Pax. | — 303.
Regeln, 1.) Kaufen, des Gaſoffes nicht ſatt werden
koͤnnen. R. Wir ſagen auch picheln, in derſel⸗
ben Bedeutung. Uut pegeln, ausſaufen.
2) die Tiefe des Waſſers meſſen. But auch di⸗
pen.
Pegeler, ein Säufer. R
_ Picheln, baffelbe mit pegeln in der erfen Seren |
Prıs. S. oben Pais.
PeEıT, fauber und nett gekleidet, im Sontageſchmuck.
Es iſt verwandt, oder daffelbe mit dem alten
weittige, beym Lazius, welches fo viel iſt als
ſtolz, hochmuͤthig. Holl. weits, weuyts, der
in ſchoͤnen Kleidern ſich bruͤſet. ©. Leibn. Col-
lect. etym.P. II. p. 187. Im Chur: Braunſchw.
ſagt man petuͤnte.
PEEB. eine Pieke, Picke. Fr. Pique. Peken⸗ deep,
‚ein Paar Klafter tief. S. Renner unter dem J.
1309. Ein jechlich Landtman im Viehlande
ſſchal hebben tho ewigen Tiden einen Degen,
einen iferen Hodt, ein paar Wapen henfchen,
ein Schilt, ein Warkbarde (etwa eine Zim:
meraxt, oder eine Steeitart; ©. BarE.), und
einen Peck von 16 Doeten, und korter nicht;
. bey Bröfeı Mark. .
‚ Pexer (7), Salzbruͤhe zur Erhaltung des Fleiſches
‚and der Fiſche: Boͤckel, muria. €, Pickle. H.
Pekbel. Gr. awyos, Sal, Herr Richey verla⸗
ET
cher mit Necht die Meinung, daß der Name ſowol
| — als die Erfindung von einem Holländer Wilhelm .
Bockel herftamme. Pekel⸗fleesk, Pekel⸗hering
x. eingefalgen Fleiſch, Herins *.
(“
t
J | x | | u Dorada, |
304 . Pex Per. :Pen. |
| Pekeln, 2). ‚inpefeln, ing Satı ‚in die Satzöräbe 4.
legen.
2.) intranf. ‚Dat Solt pekelt al: das Salı zer⸗
gehet, oder ſchmelzet ſchon auf dem Fleiſche.
Pekel- ſunde, eine alte Schuld, die noch nicht gebüfs
fet iſt. In einer aͤbnlichen Metapher ſagen wir
auch dafür: een Schinken im Solte. |
PrxeEen. S. unter Pır.
Peer ift im Ditmarf. ber Kopfpuß einer Braut an nik |
rem Hochzeittage. |
PELEGRIMARE, verb. eine Wallfaper chun. In
den ſtadiſchen Statuten kommt es vor: So welc
uſe Borghere willen pelegrimare ꝛc. Wenn je
mand von unſern Buͤrgern wallfahrten will. ©
Flot-ferdig, unter FLETEN.-
_Pelegrimacie, Wallfahrt. Im Mein. de Vos.
PELMBEE, eine Frauensperſon, welche ſich mit Taͤn⸗
deleien beſchaͤftiget. Im Chur⸗ Brouuſchm.
PELTERIIE. ©. unter PıLs.
Pens &Piemn
Penn, .ein hoͤlzerner Nagel, oder Zapfen. it, ein in öl |
zeener Thuͤrriegel. E. Pin.
Pennen, To pennen, verriegeln, die Thüre mit eis
nem Riegel verſchlieſſen. Im Ditmarſ. to pan⸗
nen. |
Verpennen, ‘Bretter mis Pleinen hölzernen Nägeln zu;
fanmen beiten.
PENNING, Pfenning, eine Pupferne Scheidemuͤnze,
der zwoͤlfte Theil eines guten Groſchen. US.
- Penig, Pening. . E. Penny. Es wird oft für
Geld aberhaupt, und für eine jede Mänje genom⸗
men.
Pxn. 305
men, Penuing Pennings Broder: r! eine Re⸗
densart, welche die Gleichheit des’ Beytrags zu
einer Zeche ausdruͤckt. R. Sn plur. Pemin⸗
ge, zuſammen gezogen Penje. He het braav
Penje: er hat viel Geid. Stat. 48. So
wor twe ein Erve tho ſamende hebben, unde
nicht aver ein en dreget, unde erer nden ſynes
Dels entberen will umme Penninge; fo-welf
erer van dem anderen will, de mach dat Erve
fetten umme Penninge tho Hure. Wenn
zween ein Erbe in Gemeinfchaft haben, und fich |
nicht vertuagen koͤnnen, und Peiner unter ihnen
feinen Antheil miffen oder abftehen will fie Geld;
ſo mag: derjenige, welcher fich von. dem andern
ſcheiden will, das Erbe zu einem gewiſſen Preife, -
...Mofüe es foll vermiethet werden, anf & GS.
and. Stat. 49. Drd. 34. Umme leende ‘Pens
ninge unde bewifede Penninge ſchall men jew⸗
liken Marme dachdingen aver Dwernacht:
wegen geliehenen Geldes, wovon man den Bes
"Weis gefuͤhret, fol man pebermann" (or ſeh, wer
.aer wolle) vor Gericht laden binnen 48 Stunden,
Betalen, oder bereben den eerften: Penning
by den leſten, kommt oft vor in den Dofumens
ten und Kaufbriefen, fürs in einer Summe, auf
4. einmahl bezahlen, ohne Termine.
FHu- penning, ein Pienningfagfen. ©. Hinzn,
huͤten. —
Penn-wek, Sun Wer
'PEnS, und. Pens- knikker, bielekiye kenn Dani |
u Ä „Sniffer,-
X
N
3066 ..° ° Peru: Prem
“ knikker, eine gröffere Art: glafurter Kugel von.
7 Thon, womiit die Kinder fpielen. Ä
' Pent je, ein Schimpfname einer zur Arbeit unbeque -
men Frauensperfon: eine, die ihre Hände bey der
Arbeit nicht befudeln mag. . Pentje Sondaags:
daſſelbe. Pentje up der Nai⸗natel! eine feine
u Närperin, welche zur Hausarbeit ungeſchickt iſt.
-Persr (nn Dfefer, piper. Gr. mins. Det
Peper :sorup leggen: ‚einen hohen Preis für eis
"ne Wac.e fordern. Ik molle, dat Du. wereft, |
.: : woort. Peper waffet: ich wollte, daß du waͤ⸗
reſt, ich weis nicht wo, oder 1000 Meile von
2, mir SE hole minen Peper. ſo good, as ji
ö jouen Saffraan: ic bin- in meinen Gedanten
neben fo gut, als ihr in den eurigen. |
Pepe, 1.) mit Pfeffer würzen. Dat is heet pe⸗
pert: es iſt zu viel ‚Pfeffer daran gethan. it. es
iſt zu theuer gekauft. |
>) ein flechendes, oder ſchmerzendes Jucken empfin⸗
den. De Foot pepert, wenn nach, dem ſo ge⸗
nannten Schlafen des Fußes das Geblär wieder
feinen. freien Lauf nimmt; welches ſich beſſer em⸗
pfinden, als beſchreiben laßt. —
-— Peper. kämen, römifher Kimmel, - ©, Känen.
- Peper-nöte.. S. unter Nur, u
Peper-mken. S. unter Oom. |
Peper-panne, ein mit Pfeffer —æ* Hagont von
| Kalb: oder Lammſleiſch. S. Panne
Peper-geld kommt vor in einer Urkunde von 1353,
worin Marquart Wolf dem Kicchberen zu Beder⸗
keſa ein Pfond Peper⸗ gelbes für 3 Mark Bremer
Silbers
l .
Silbers verkauft. S. des Herrn Prof. Caſſels
BE... 0.307
Bremenſ. T. 1. p. 5i8. Wir wiſſen nicht, was
dadurch zu verſtehen iſt.
PEERD, Pferd. H. Paerd, Damit kommt aberein —
das lat, veredus, ein Poftpferd, Up' t Peerd
kamen: ‚empor kommen· Ban dem Verde 1
‚upn Eſel famen: zuruͤck fommen : ſich infeinen 8°
Bluͤcksumſt aͤnden verſchlimmern. Enen van’t
Peexd up'n Eifel helpen: etwas day: beytragen,
€
daß jemands Gluͤck krebsgaͤrgig wird. HE I |
Di een, Peerd wifen, dat harder fopt:. ich
„Bit etwas noch merfwürdigeir ſagen: ich will hie
= " folche Geſchichte, Beyſpiele, oder Gruͤnde ſagen,
die noch ſtaͤrker beweiſen. it. ich will dir ſolche
Mittel, oder Goͤnner, anweiſen welche deinen
Zweck noch beſſer beſoͤrdern koͤnnen. Dat Peerd
geit dre un dartig: das Pferd gehet auf dreyen
Beinen, oder hinket. Enen up’n valen Peer⸗
de finden; ‚jemand, auf einer, fügen, der Um . |
Treue, ertappen. Man braucht dieß Wort auch
in vielen, Befchreibungeng-menn man eine Sache
_ yergröffern mil: he lvpt as een Peerd: fritt
a een Peerd: fupt as een Peerd x. Sorw.
Halet de Duͤvel dat: Peerd, fo hale he den
Zoom daarto: Düven . Dat Peerd, dat
°... por de Drek⸗kare geit, kumt nig vor den War
gen, oder Kutſche: wer einmahl in einem ge⸗
wiſſen niedrigen und verächtlichen Amte lebet, der
gelanget ſelten zu einem wirdigern : Mer wie |
Zuvent ſagt:
Ma Haud
3
zes
Pax.
Hand facile einergunt, quorum virtutibus
obſtat
Res ängufta- domi
Dat Peerd, dat den Havern verdenet, krigt
en nig: Perſonen, die dem Staat die nuͤtzlichſten
Dienſte thun, werden gemeiniglich am kaͤrglichſten
beſoldet: ein geehrter Muͤſſiggaͤnger genieſſet die
Fruͤchte, die dem Fleiſſe anderer gebuͤhren. Das
Ackerpferd und das Kutfch ober Paradepferd fi nd
bequeme Beyſpiele von dieſer Ungerechtigkeit.
Witte Peerde koſtet veel to ſtreuen: die Wahr⸗
beit dieſes Spruͤchworts beweiſen die bubleriſchen
und ſtets geputzten Frauenzimmer.
Hand- peerd, Handpferd: befonders das Ofen, ſo an
"der linken Seite vor bem Wagen gebet. 'it. eine
Perſon, welche man fists, als einen Notbbelfer, zu
"feinen Dienſten hat.
Ho-poerd; ein Pferd; in der ainderſprache Von
ho, Ho! dem Anfmunterungsworte der Fubr⸗
—
een im unkigentlichen Sim ‚ dr ſtolzes
Frauenzimmer, das den Kopf in den Nacken wirt:
ein Steilkopf. Aare —
Peerde-migen Pferbebarn it. ein uirdbes und ſchiech⸗
tes Getraͤnke: in der Poͤbelſprache. S.
Purpumnıs, Perdums. Tis een Perbummnis: :
es iſt das eine, wie das andere. S. R. Einige
fagen Paterdums.
— ein ſtarkes Schiffſeil, welches dienet die
EStuͤnge, oder ben oberſen Theit einer Maft zu
befe⸗
| Per. Prs. 309
beſeligen und empor m baten. 6. Perdben,
‚and Stag-Touw. |
Pernuus! ift ein Ausrufungswort, wenn etwas
ploͤtzlich faͤllt. Perduus daar lag he: auf eins.
map fiel er zu Boden.
BER ot Wallfahrt, Pilgrimſchaft. Ord.
82. Bere he ock uthe umme Kopenfchupp,
edder in Peregrinatie, edder umme ander
Werff, edder alfo verne, dat he to.deme
Richte nicht famen en mochte ꝛc. wäre er auch
abweſend, des Handels wegen, oder auf Wall
fahrten, oder anderer Gefchäfte wegen, oder fo“ .
weit entfernt, .daß er. vor Dem Gerichte nicht er⸗
ſcheinen koͤnne ıc,
| ‚PeuMENT, Permint, Pergament, In einer alten
Urkunde, in des Herrn Prof. Caſſels Bremenſ. u
T. I, p. 482. Wy Botgermeiftere und Rathr
manne der Stadt Bremen befennen und bes
tugen apenbare in defleme Breve, dat Her
Hinrick san Haßbergen wandages unfe mede
Borgermeifter -vor uns brachte enen gpenen.
befegelven Permintes Breff mit angehangenen |
Ingeſegel u. ſ.w.
PERMUTTEN- BEREN, anch wol. Pargemutten .
beren, Pergamotten. R.
PERNVXXEL, if ein Spiel der Kinder, wenn: of |
Steinlein verſtecken.
— (m) „ ein Ochfenziemer, nervus genitalis tau⸗
Holl. Pees. E. Pizzle. In Preuſſen
Peferik In Osnabruͤck Pitte. Celt. Pid,.
fiſtula, canalis: Pidyn, mentula. Es iſt
u 3 —— Te u
sie — Pes Bar
U daſſelbe mit unſerm Fiſel. © im Buchſt F. |
+7. Dpne Zideifel ſtanimet daher piffen.
. Bullen- pefel, daſſelbe. it, eine Peitſche von Riemen.
R.
gmeerpelol, ein chnuther Due, ‚ ein n Sin; Mi⸗ |
er. 7)
Swien-pefel, daſſelbe. u 5 |
‚Pefel-borg; ein verſchnittener⸗ Che. S. Borc.. Er
ne verfchnittene Sau heißt Suzborg.
PEsen (6), eine Stube unten. im Haufe S. Pr
3.7 SEL —
Perereen, ein n Dieterich, ; Hakenſchluſſel, Diebs⸗
ſchluͤſſel. Wir ſagen auch Dierker. Woher mag
es kommen, daß dieſe Art Schluͤſſel Maͤnnerna⸗
on men haben? Wir finden obiges Wort in einer
| niederſaͤchſiſchen hiſtoriſchen Nachricht: Men
fund by om 4 ifern Inſtrumente geheten Pe⸗
Hd dar fe de Küften mit hadden uppe ma⸗
fret.
— 3338 ein Sritenfänger. Iſt vom gemeinen.
| anne verderbet aus Phyſikus, oder Philoſoph.
Piesepg, faufen. S. Pegeln, untere Pecer.
Picar ift. ein Ausrufungswott der Gaffenjungen,
wenn fle in dem Spiele, Kaak af genannt, den
Kiefelftein eines andern treffen. Ob’es mit Piel
- indem Kartenfpiele Piquet, und dem Fe, pi⸗
quer, ſtechen, treffen, im Spiele einen Vortheil
erhalten, verwandt fen? mögen andere beurihet
len.
J eine Jacke, oder warmes uUnterkleid, ſonderlich
| der Kinder, ‚ von n Stanell, Bon, ober andern gro:
: den
2* N
> “ - x . B —E N N
‚ N .
Pij- laken, grobes wollen Tuch, das zu rien Klei⸗
Pij-rok, ein Oberrock von dergleichen großen. Tuche.
Pjhry. Prx. = — ‚gıı
ben. wollen Tuch. In Hamburg —2 R In |
Osnabruͤck Pigge, und Pyke. S
dern gebraucht wird,
R.
Pivx, adi. und adv. auch wol fubft das Befte in ſei⸗
ner Art: vortreflich, auserleſen. Holl. puyk.
Es ſcheint zuſammen ‚gezogen zu ſeyn won Ped⸗
dik, das Mark, das Beſte und Edelſte eines
u Dinges, In Osnabruͤck wenigftens fpricht man
J Peddik. 8. Dat is Piek: das iſt ausneßmend
Piek, und im n Chur; Braunſchw. Peek, ſtatt
ſchoͤn. Piek fett: ſehr ſett. -
PrEx un pANDER iſt die verderbte Ausſprache des u
Franzoͤſiſchen pis que pendre, Piek un pas
der. van enem ſpreken: das Allerärgfte von je: -
mand binter feinem Mücken reden, einem alle
Schande und Lafter nachfagen: : dire pis que pen-
dre de quelqu’ un.
Pır, Pech, pix. Ge. ri, wre. Cambr. Pyg.
Slab. Pekal. In den caſibus obliquis ninımt
Armor. Pec. A. S. Pic. €. Pitch: und in
tancafter Picke. Fr. Poix. 9. Pk und Pik.
Pitk bisweilen, flatt des i, ein e am: gleichwie
auch in’einigen Abgeleiteten. . Ge holet to hope
as Pif un Teer: ſi ie fi nd fehr genau und feft mit
geraͤth in. heftigen Zorn, tumet ira. Metaph. |
einander verbunden. Dat Pik ward .heet: er
von der Aufwallung des kochenden Pechs. Ja,
u 4... 9ik!
—
3 - — \ Pri.
air und Pie ſchaſt du hebben: it, gi uut |
| dem Eſel: nichts ſollſt du haben.
Peken (=), pichen, mit Pech uͤberziehen, mit Pech |
uſeimmen. heften. He ſitt daar, as wen he'r
peket is: er ſihet da fo lange, ale wenn er feſt
geheftet waͤre. Ge ſunt jummer bi een ander,
as wen ſe toſamen peket ſunt: ſie ſind immer
bey einander, als wenn fie: zuſammen gejochet w&s
ren. | |
Bepeken, verpichen, u; |
u Feke- draat, Pechdrat, ein gepichtee Faden ber Schu
| ſter. Peke⸗draat⸗ his, und, Meiſter Peke—⸗
, draat, find veraͤchtliche Beynamen eines Schu⸗
ſters. .
Pik- balje, bie Halfte einer durchgeſageten Pechionne.
Luͤſe im der Pik⸗haljen ſoken: einen kahlen
Vorwand, eine nichtige Urſache erſinnen, zu 162
dein oder zu hadern: nodum in fcirpa quaerere.
Pik-lecht, Pechkerze, eine Kerze von dem ſchwarzen
Uuſchlitt, welches zu allerlegt- aus den Grieben
_ (Greven) gebranut wird. Weil diefe Pik⸗ lech⸗
te nicht viel wehrt ſind, fo ſagt man; be ſchall
nig een Pik⸗lecht hebben: ‚er fol nicht das Ges
ringſte haben, Ik hebbe'r nig een “Pi lecht
man kregen: mir iſt nichts davon zu Theil wor⸗
da
Pik. mutze, eine tleint ſchwarze Muͤtze, fo die Min: Ä
ner ehedem, als die Peruͤken noch nicht fo fehrin
der Mode waren, unter dem Kur getragen ‚haben.
. Fin, bringen © Oral, “ iſt das Franoͤſi ige Pi-:
| que
nn Pıx. Pın. oo. 313
que. Enen gif up jemand hebben: einen.
Groll gegen jemand hegen. u
Pıxkew,. mit. dem Schnabel, ober. einem Wihigen u
Werkzeug baden. "Man faget richtiger biffen, |
von Bel, der Schnabel, Bu
Pikkern, bikkern,. leife und oft Flopfen. Bag. B d-,
u KERN, und PuKKERm
Pırmeves, ein fleines ſchwaͤchliches Kind, welches
ſein rechtes Wachsthum nicht hat. Ss ift das
. verberbre Pygmee, ein Pleines Ziwergmännchen. |
| Pızı, 1.) Pfeil, Or, Asxcc. In den älteften Zei:
sen’ bat es eine allgemeinere Bedeutung ‚gehabt,
- und alles Gewehr, man mag es abſchieſſen, oder
werfen, bezeichnet. Lat. pilum, Wurffpieß,
Cambr. Bilan, Lanze. Die Schweden und Hol -
laaͤnder fagen auch Piel, Pyl, fagitta.
2.) Pile, oder Pilen heiſſen auch die zarten Kiele
von Federn, ſo noch in der Haut ſitzen. S. Dar
her beiffen im Ditmarſ. junge Aenten und Ganſe
| ielfen.
Reet Pen. ) pile, die jungen Sproffen des Saite |
rohrs, man fie eben aug der Erde bervorbrechen, u
| und wie Spargel ausfehen,
Uut pilen, verb. ı) bie jungen Federn ausrauffen. —
2) Es wird auch geſaget von den jungen Federr,
und dem Barthaare , wenn fie anfangen bervor zu |
kommen. |
Pıraars-Karer, heißt in einer verderbten Aus:
| forache die Wilhadi Kirche in Bremen. |
Pilsats- Sood, Wilhadi Brunnen.
u 3 ‘ u PıLer,
- ” —
n le » =
! J J J x
- 4 > “
|
Bar 1 7 Pır. TE
Pırer, pfeiler. sat: pila. Gr. ur. Cambr Pier.
‚Sr. Pilier. Span. Pilar. |
Pırıkn UT. Es Fomme dieß Wort vor in des En, —
Joh. Rode Kapitulation, und bedeutet vielleicht
Buͤchſenvulver: Ick will und ſchall oe alle
Kleinodien van Salbe und Silver, Buſſen,
Pilikruth, und andere Rehtfchop des Stidy
tes up allen Schlaten und Borgen, in Hide
und Bewahringe nehmen, und beſchrihen la⸗
‚ten, luͤttig und grot u nn
| ‚Pırk. ©. Pienlik, unter Pıem. \
PreiKke-TArEL, eine lange Spieltafel, “anf welcher
- man: mit Kugeln fpielet: eine Art Billiard: Tafel:
eine Drucktafel, Es ift mit dem Franz. Billiard,
und Bille, -eine Billiard: Kugel, verwandt. Das
Stammwort iſt das deutfche Ball, Tat. pila.
Pırı-maan, bie männliche Ruthe, ſonderlich der
> Beinen Knaben. Man ſagt auch Piep⸗ haan. |
PırLicen, berauben, pluͤndern. Fr. puler. Lat.
;expilare. Renner bey dem J. 1539. ‘Und heb⸗
ben Kayf. May. Underfahten gepilliget: des—
gelicken der lofflicken Koninge van Franckrick,
Engelandt und Portugall Underſohten an oͤh⸗
. ren Schepen, Bolde und Guederen dahtli⸗
- den und gewaltlicken ſick vorgrepen ꝛc. Mehr⸗
mahls iſt es uns nicht vorgekommen.
Pius, Pelz. Pils und Fell ſtehen in Verwandtſchaft:
und eg fheinet au, dag fie vor Zeiten in der
Bedeutung nicht unterſchieden geweſen. Alſo kom̃t
das Lat. pellis genau damit uͤberein. E. Pilcht,
und Felt, Fr. beliſſe. A. S. bylce, ein Rod
| NN“
, ⸗
Pım. Pıwm - | 315
von Fellen. Gloſſ. Pez. Pelliz, melota, ‘ein
Schaafpelz. nen den Pils fegen? "einem ei:
ne Tracht Schläge. geben. it. einen berben Ders
, weis geben. Se legt enen diffen Pils to: it.
Se legt idt alle upn Pils: ſie wird fehr fett
Enem Luͤſe in den Pils ſetten: jemand gegem
einen: andern aufbrin en: jemand ergwöbnife |
machen.: Man moot nums Luͤſe in den Pils‘
‚ ‚fetten, fe famet wol van fulveft darin: man
muß ben einem Argwöhnifchen durch Einblaſungen
| den Verdacht nicht vermebten, u |
J Smeer- pils, und
Swien-pils, ein ſchmutziger ſauiſcher Menſch. =
Pilſter, ein Pelger, Kürfchner, pellio.- ‚Br Pelletier.
‚ Daher hat bier, mie in Hamburg, eihe Gaſped den
Namen Pilſter⸗ſtrate. | |
Pelterije, Pelzwerk. J
Pımr-stEen, Bimſtein, pumex.
PiIEN, 1.) Strafe. Daß dieß die erſte und Haut
| bedeutung ſey, daran wird niemand zweifeln, Der
da weiß, daß dieß Wort in den alteſien Sprachen
diefe Bedeutung habe. Celt. Pön. Gr. omg.
fat, poena. A. S. Pin. In unfern alten Do
kummenten wird es auch Pöne, und Pene gefchrier
— ben: und fowol von Geld: als $eibesftrafen ge:
brauchet. Pine des Dodes, oder Pine: des
Hovedes: Lebensſtrafe. Ord. 102. Enen
Valſcker ſchall men fen umme valſche Pen⸗
ninge, unde dat Valſche barnen up deme
Market. Duſſe Pine des Dodes mach de
— Raedt been in enen anderen Dan gie
u ER
4
\ r
N " .
a ‘314 0 Pır. zu
Pırer, Dee. ‚Sat: pila. Gr. ung. Cambt. Piler.
Sr. Pilier. Span. Pilar.
Pırızrur. Es kommt dieß Wort vor in des Enß, “
ob. Rode Kapitulation, und bedeutet vielleicht
Buoͤchſenpulver: Ick will und ſchall ock alle
Kleinodien van — und Silver, Buſſen,
| Pilikruth, und andere Rehtſchop des Stich⸗
tes up allen Schlaten und Borgen, in Hude
und Bemwahringe nehmen, und beſchrieven I la⸗
‚ten, hüttig und grot - en .
‚Pıra S. Pienlik, unter Prem. nn
Preiee- -TAFEL,: eine [ange Spieltafel, “auf welcher
man: mit Kugeln foielet: eine Art Billard: Tafel:
eine Drucktafel, Es ift mit dem Franz. Billiard,
und Bille,.-eine Billard: Kugel, verwandt. Das
Stammwort'ift das deutfche Ball, Tat. pila.
Pıri-maan, die männliche Ruthe, ſonderlich der
“ . Beinen Knaben. Man fagt auch Piep⸗ haan.
"Pırzices, berauben, plündern. . Sr, püler, Sat.
‚expilare. Renner bey dem $. 1539. Und’ heb⸗
ben Kayf. May. Underfahten gepilliget: des⸗
gelden der lofflicken Koninge van Franckrick,
E.ngelandt und Portugall Underſohten an oͤh⸗
ren Schepen, Bolde und Guederen dahtli⸗
den und gewaltlicken fi vorgrepen ꝛc. Mehr⸗
mahis iſt es ung nicht vorgekommen.
Prus, Pelz. Pils und Fell ſtehen in Verwandtſchaft:
und es ſcheinet auch, daß ſie vor Zeiten in der
Bedeutung nicht unterſchieden geweſen. Alſo kom̃t
das Lat. pellis genau damit uͤberein. E. Pilch,,
"und Pelt, Zt, Peliſſe. A. S. Pylce, ein Rod
5. | —— von
+
| Pım Pın © 0 315°.
von Fellen. Gloſſ. Pez. Delliz, melota, ‘ein
Schaafpelz. Enem den Pils fegen? "einem er
ne Teacht Schläge. geben. it. einen derben Vers
, weis geben. „Se legt enen diffen Pils to: it.
- ©&e legt idt alle up'n Pils: ſie wird fehr fer.
Enem Luͤſe in den Pils ſetten: jemand gegen
einen: andern aufbringen : ‚jemand argwoͤhniſch |
machen. Man moot nums Luͤſe in den Pils
‚fetten, fe famet wol van ſulveſt darin: man
muß bey einem Argwoͤhniſchen durch Einblaſungen
den Verdacht nicht vermehren. W
Smeer pils, und |
Swien -pils, ein ſchmutziger ſauiſcher Menſch.
Pilſter, ein Pelzer, Kuͤrſchner, pellio.: Fr. Pelletier.
Daher hat hier, wie in Hamburg, eine he Safe den
‚ Namen Pilſter⸗ſtrate. w \
Pelterije, Pelzwerk. en |
PimP-steen, Bimſtein, pumex, 0
- Pıen, 1.) Strafe Daß dieß die erfte und Haupt
| bedeutung ſeyh, daran wird niemand zweifeln, der
da weiß, daß dieß Wort in den Alteflen Sprachen
dieſe Bedeutung habe. Felt, Pön. Gr. vom,
at. poena. A. ©. Pin. In unfern alten Do:
kumenten wird es auch Poͤne, und Pene geſchrie⸗
ben: und ſowol von Geld: als Leibesſtraſen ge:
brauchet. Pine des Dodes, oder Pine des.
Hovedes: Lebensſtrafe. Ord. 102. Enen
Valſcker ſchall men fen umme valfche Pens
ninge, unde dat Valfche barnen up deme
Market. Duſſe ‘Pine des Dodes mad) de .
Raedt delen in enen anderen Doet: dieſe To⸗
ir
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’ ” B . . 8
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iS " x
—
316 Be Pım,
deeſtafe kann, nach Sutfinden des Racks, mit
einerandern Todesart verwechfelt. werden, Kuͤnd.
- Rolle Art; 37. By Pene 10 Mark, fo vafen
dat we brefe: ben 10 Marf Strafe, ſo oft je
mand dagegen handelt. So auch Art. 20. 83.
und 84. Oſtfr. Landr. 1 B. 110 Kap. Und
| dairna fall oef de Mortbrenners de Pin wer⸗
den angelecht in Broeke und Boete: d. i. die
Strafe in Brüche und Buße,
2.) Pein, Schmerz⸗ Alt Fraͤnk. Pina. Das oben |
angeführte Cambrijche Pön, "und das Fr. Peine,
bat.auch diefe Bedeutung, | |
J 3) Tortur, peinliche Frage. Menners Cbron. In
duſſem Jahre 1565,. wurdt tho Bremen ge
grepen eine Srume —— umme der Toverie
willen, de bekande vele Quades in der Pine,
ſtarff up dem Dwenger by dem Oſterndohre.
4.) Mühe und Arbeit, Fr. Peine. Gr. zovc.
Hofaard moot Pien liden: Hofart führer Un
gemach mit fih. Dat is de Pien nig weerd:
doas iſt der Mühe nicht wehrt. Fr. ce ne'ſt pas! la
peine,, ce ne vaut pas la peine,
‚, Buuk- - pien, Bauchfhmerzen. 3 Ä
Kop- pien, Kopfwehe. J
Ruſen-pien, Zahnſchmerzen, u. dergl. m.
| Pinen, verb. ſtrafen, ſchmerzlich ſtrafen, peinigen.
— Iſt veraltet. A. S. pinian. Alt Fraͤnk. pinon.
fat. punire., Gr. wonav. Das Franz: peiner
heißt Mühe mahen: In eihem alten .Codice
membr, der rem, Stat. (f. unter dem Worte
‚Heue) ſtehet: Will en or ene ſbannen
.” m
| | Pım. | 2 U — 317
wit ener Helden, dat mach he wol doon, an⸗
ders ne ſcall he ene nicht pinen: will er ihn
auch in Feſſel ſchlieſſen, das iſt ihm erlaubt, aber
weiter ſoll er ion nicht peinigen, oder Kummer =
machen. |
Pienlik, veinlih. _ Eine veraftete Bedeutung diefes Ä
Works, welche Friſch im Woͤrterb. aus dem Je-
rofchin anfuͤhret, iſt: mit groſſer Muͤhe und ——
Sorge. Hieraus iſt zuſammen gezogen. |
Pilk, Pilken, kraͤnklich. it. gar-zu zärtlich, der ben
dem geringſten Ungemach Plage. Een pilf
Minsk: ein Bränflicher Menſch. it. einer, der
bey den Herinäften Schmerzen zu ſehr Hager. Dat
Kind is regt pilken: das Kind ift unpaͤßlich —
oder, es gebaͤrdet ſich, als wenn es krank iſt.
Nach dem Herrn Strodtmann bedeutet es in Os⸗
nabruͤck verdrießlich. In Stade auch, mager. J
pPien-bank, Folterbank, Tortur. |
Ponen, uut ponen, eigentlich bas Strafgeld erle⸗
gen, Wir brauchen es aber auch für: zablen,
auszahlen überhaupt, das Geld heraus geben.
To ponen, zuſchieſſen, Zubuße erlegen. Daher
in Osnahruück Poͤnkeby, der im Spiel Geld zu:
ſetzen muß. Welches Herr Strodtmann nicht
hbiilaͤnglich erklaͤret hat: indem bi ponen, oder
bb pönfen fo-viel beißt, als: Zufchuß thun, zur
2.. Strafe züſetzen. r
. Peonje, Strafe, Zubuße “ |
Pıworz, rine Schelle, tintinnabuhum. Ein Wort,
das. mit dem Klang einer Schelle übereinfomind,.
“ | | Pingel- |
J ! eo
u Gepingel, Geklingel.
‘-
E17 ee Pım
- Pingel - klokke, baffı elbe, it. eine feine Glocke 9—
Thurm.
Pingel - pott, iſt gleichfalls, im verachtlichen Sinn,
eine kleine Thurmolocke mit einem ſchwachen Klan⸗
ge.
Pingoln, verb. ſchellen, klinge 7, tinnire; tintinne-
bulo fignum.dare. . Eneh up pingeln: einen
mit Klingeln aufwecken
„PINKE, eine Art Sagdfchiffe, celox. _ &s ſcheint ur⸗
ſpruͤnglich ein Wachtſchiff, navem ſpeculatori
am, zu bedeuten: E. Pink. Fr. Pinque: und
ſtammet vermuthlich ab von. einem Ale ſaͤchſtfchen
Wborte Pink, Licht, Ange; welches die Engläns
der bewahret haben in pink-eyed, Holl. pink-
⸗
oged, blinzend. Statt deſſen wir jetzt, mit Eins
ſchiebung eines Buchſtaben, fagen plink⸗ogen,
blimzen. In Luͤbeck Eſpink, ein kleines Schiff,
ein Kahn.
PINXEL, der Maſtdarm. Pinkel⸗ darm N daffelbe.
Pinfeln un Panſſen: das, ganze Eingeweide.
Sm Osnabruͤck fagt man Pinfen. S. Bon eis
‚nem gefchlachteten Rinde bedienet map fi fi h’des feb
tem Maftdarms, eine Art Würfe davon zu ma
hen, aus roher Habergruͤtze, Zwiebeln und an⸗
derm Gewürze, welche gleichfalls Pinkeln heiſ⸗
ſen; und welche man in Hamburg Kalunen oder
Klunen, im Ditmarſiſchen Kunkelpipen, wid
annderſtwo Umſtekel⸗ Wurſte nennet.
Pinkeln. verb. 1.) In pinteln den Bau) mit
A Speife
x —— N
I Pix. nn MZIg
e Speife füllen, "alles binim eſen. Iſt ein Poͤ⸗
belwort. |
m.) In Hamburg iſt pinfeln, pi m R. or
| Pınken, und Pinkepanken, bämmern, anf dem“
Ambos Elopfen, wie die Schmiede. Ein Wort,
fo von dem Klang des Haͤmmerns gemacht iſt.
Pinkepuk, der Klang verfchiedener Haͤmmer durch
einander, Gen Pinfepanf, ein Schmid. Pins °
feyanf in welfer Hand? Tragen die Kinder,
wenn ein ander rathen foll, in. welcher Hand fie -
etwas verfchloffen haben, indem fie beyde verfchlop
fene Haͤnde gegen einander auf und nieder. beide;
gen.
-Pınn, ein Eleiner Pflock. | |
.. Pinnfoul, ein Schufterpfriemen (©. Sovurr). it.
ein karger Filz. S. R. unter Pinn⸗-Suhl.
Die Weſtphaͤlinger ſprechen es Pinſuͤvvel aus,
8. Im Hanndo. Pinnſuler. In Preuſſen pin-
ſeln, genau dingen. In einem alten Vocabul. |
‚von 1482. Pinz, fubula. oo .
PINNass, eine Art Seeſchiffe, ein Zaodſchif. Ber:
gleiche oben Pınke.
‚Bıneen, Aale von der mittleren Groͤſe. Die Groß |
ſen'nennen wir Pann⸗ale. Davon, ſcheinet Pinn⸗
ken das Verfleinerungsmwort zu ſenn.
‚Pınsen, ächzen, Elagen. In Preuſſen iſt pinſeln,
nicht nur klagen, ſondern auch genau dingen.
Rein. de Vos, S. 95 der Wolfenb. Ausgabe
son 1711. Dat drydde is de lyſtyghe Klock⸗
heit Reynkens, wo he begunde to pinſen, bi.
| loß to dedyngen u. ſ. w.
Ram
I.
\
320 = . Pım., Pır | u
Pınr, dis männfiche Glied, vox obfe, et pleb. fat
penis. €. Pintle. Von Pint, oder Punt,
punctus. ©, Haltaus unter diefem W. Yan
Pint, ein Schimpfwort: ein weidiſcher Dann,
ein Weibernarr.
PinxSTEn, Dfingften, pentecoſte To Pinxſten
F upen Iſe: nimmermeht, ad calendas græcas.
Jan Pinpften: ein Naͤrrchen, wird ale ein
ſcherzhafter Schimpfirame gebrauchet. J
— —— Luren as een Pinxſt⸗voß: wird von
einem ſchlauen Lauerer geſagt. R. unter Voß.
PırR, 1.) Pfeife. Celt. Pib. %. S. und &, Pipe
Hund Schw. Pyp. Fr. Fifre. Ital. Piva,
Fleuten ſunt holle Pipen: das find. füfe Lügen,
dee Berfprechungen. Du fchaft na miner Pis
pe danzen: mir ſollſt dir gehorchen. De Pipe
geit in den Sak: er faͤngt an zu weinen: ſeine
Munterkeit verwandelt ſich in ſtumme Traurigkeit:
welche Redensart von dee Sackpfeife entlehnet iſt:
gleichwie auch folgende: De Pipe in den Sak
ſteken: plotzuch verſtammen/ bie Pfeife einzie
hen.
2.) eine Roͤbre tubus, Aiphon, canalis,; Before.
ders har diefen Namen ein. Canal hier in der
Stadt, welcher aus der Hroflen in die Peine We⸗
fer gehet, jetzt aber groͤßten Theils zugeworfen iſt
Luchter⸗pipe: die Roͤhre des Leuchters, worin
das licht ſtehet. Dat Lecht brennt in de Pipe:
die Kerze brennet in die Roͤhre des Leuchters.
Wenn. eine ve Teobagopfaiſe ven, oder voll Uns
. J 4 .
reinig⸗
— -
Pırr 322
reinigfeit iſt daß fie —* ſo pflege man ”
fagen :. de. Pipe fnaffet mit.
. 3.) eine Art fpanifcher Wein: ‚und Deifäfer x von w ‚
Ä wa 100 Stuͤbchen. R, Span. Pipa. , .:
Scharn-pipen, Schierling. © im Buchſt. S.
Sadr- pipe, das blecherne Roͤbrlein, womit die Schnuͤr
Litzen am Ende beſchiagen ud. In Hamburg
Reſtel⸗pipe.
Pipen, 1.) ‚pfeifen, tübia canere. ‚R. g, e. pipe
Schw pyp.
2) pfeifen, wie die Meinen Vögel, und. dag Amos
Federvieh. Lat. pipire. Gr. mnker. it. mit
feiner Stimme reden. 8.
3.) fh Magen, ſtoͤhnen. R, s. Se pipet jum⸗
mer; ſ e klaget ſich immer⸗ ſie iſt allxit kraͤnk⸗
lich.
4.) elften. S. Sorw. Van Pipen up de Kin
pen kumt Vrundſchup under de Slippen:
ein Stanenzimmer, bas ihrem Liebhaber verſtattet
es zu kuͤſſen, iſt auf dem Wege, ihm: ftaffelsweife
noch mehr: zu.werflatten,: und ihre Ehre aufzuope.
fern: die Liebe verleitee Perfonen beyderlen Ger
ſchlechts von einem Grad der Vertraulichkeit zum
andern. Zi. mögt mi wol pipen un flobben,
Ä man fhoont mi de Lobben: f- unter Loser.
| Piper, Pfeifer. A. S. Piper. Den Piper. Ionen:
das Gelag bezahlen, für die Berahlung baften,
. payer les violons, |
Piepkk, und Piephafffg, adj j. und adv. Hagen,
kraͤnklich. Een piepsk Minsk: ein Zärtling,
‚der leicht ſtebnen 8 ward ſo piephaftig: ee
fängt,
[0
| | 323 u ; . Pı». | | J
fängt an zu tkrankeln. Dieß letztere Wort wird
uch in. der zwoten Bedeutung "Des Zeiworts pi⸗
pen gebraucht. Piephaftige Stemme: : eine
Feine Kinderflimmne, . |
Pipen- döpp; der. bürchlächerte Des anf einer Er
backspfeife.
Pipen-goſſel, Pipen- goſßske. 6. Gollel. unter
Goos. Man ſagt auch Piep⸗ goos. R.
Pipen-knaken, ein Roͤhrbein, der Haupt⸗ Schenfek
ober Beinknochen, os tibiee: ein Markknochen.
Pipen:ftave, Piep-ſtave, geſpalten Eichenholz, wor:
aus die Faßdauben zu den Pipen und andern
Faͤſſern gemacht werden. Es wird als eine. Hands
lungswaare von bier: nad). Spanien. und Frant⸗ |
rtich gende: ©. Star :ı :
Piep- haan, mentula. R ©, PILL- HAAN.
Pie, vr Pips, Zipf: der Schnupfen der. Voͤgel,
beſonders der. Huͤhner, wobey ihmen die Naſeloͤ⸗
cher verſtopft find. R. E. Pip. Fr. Pepie. far
pipita. Den Pipp weg hebben: eine Krank⸗
beit gefaſſet haben, oder den Anfang davon em⸗
pfinden. Beſonders vor Schwangern: den Ans
ſchein, die Zeichen der Schwangerſchaft haben.
Wir ſagen Auch von andern Dingen, die anfan⸗
gen zu verderben: dat Ding het den Pipp al
weg Ä
Pipperling ein Zaͤrtling, der. nichts vertragen tann.
R. Dieß wird wol von pipen, Magen, ſtoͤbnen.
: Abzuleiten ſeyn.
| rend Frei, anti, R ge —
ig
“ Fr .
. « .
—7 = >.
Pır. Pıs.. Pır. 323 |
Ber figh. Pippel⸗ ſeeksk uut ſeen: eb eine blaſe Trink
liche Farbe haben. .
Pipp- meesken, und ‚Pipp - meves, ein ſchwacher |
_ ränklichee Menfch von blaſſer Farbe, . Von
Meesken, eine Meife, parus. Das letztere fe.
vielleicht nur eine Verwechſelung mit Pikmeevs.
S. oben an ſeinem Orte.
PıREn, genau: ſuchen, ſorgfaͤltig ſammeln. Chur— |
Braunſchw. »Vergl. PurREN. J
Prarien. S. unter PuRREN.
PISAKXEN, plagen, quaͤlen, Klagen. R. Enen
doͤr piſakken: einen derbe pruͤgeln. Es fraͤgt fi u
. was.diefes Wort für einen Urſprung habe?
Prsxi, eine kleine Stube mit einem Ofen. Iſt auch
| Frieſiſch. Fr. poisle. Aber Peſel ( s) iſt im Die
marſiſchen die groͤßte und beſte Stube im Hauſe
ohne Ofen. Id. Ditmarſ. Vergl. Wachter unter
. Püfel, culina, conclave. u
Pr: — piſſen. Celt. piſo. Fr. piſſer. tal. pifeia- Ä
BR Schw pifa. Es, könnte abſtammen von
Seel S. oben. : Piffen geit vor danzen: die
nothwendigften und dringendſten Geſchaͤfte gehen
var den weniger nothwendigen. |
Briten, befeihen. Von einer böchft lacherlichen Sa⸗
che pflegt man zu ſasen ; daar ſcholl man ſik
aver bepiſſen.
Piffel-dook, Pifs- lappen, ein Wirt für junge .
Kinde R. 0
Bırz, das Darf, das Beſte von einer Sache. E.
Pith. Es if ſowol im Urſprung, als in der Be⸗ =
‚ Deunangz »pajleibe mit FEDDIKE, |
2 Pırea-
324 I + Pır.: Pıa. u
PITERPATER, ein unvernehmliches Geſchwaͤtz, ein
Geplapper, Geplaͤrr. Beſonders nennet der ge
Meine Mann alfo eine Rede in franzöfifcher, oder
einer andern, ibm ungerftänblichen Sprade, ab:
ſonderlich wenn die Ausſprache etivas geſchwinde
| iſt.
biterpatern, verb. etwas unverſtaͤndliches daher plau⸗
dern. E. pritle- pratle, plaudern: patter and
pray, etwas anbächtiges bermurmeln. Ohne
Zweifel von Dem Herplappern bes. pater nöfter in
der römifchen Kirche.
Pızryz, eine in ihrer Arc fehlechte Feucht, welche den
gehoͤrigen Wachsthum nicht oehabt bat. Chur⸗
Braunſchw.
PIXTSXE, Peitſche. Pietſ ken, patſchen. Aus
dem Wend. biju, bicz, ſchlagen. u
' Prappe; ein Fetz: ein, abgetragenes, oder jerfumps
tes Tuh. Es wird bey uns nurnoch gehörer in
der Redensart: Dat kumt van der Pladden in
der Matten (im Hanndv. uut den Pladden
in den Phinnen): das ift gerade einerley: der
+ eine Zuftand ift nicht beſſer, wie der andere. G.
M ATTEN, | Man ſpricht es gemeimiglich Plat⸗
tn aus.
PLanpern, plätern, pludern, plaudern, plerren,
blappern. Es ſind dieſelben Wörter mit flͤtern,
flaͤren. S. FLÄTRER.
| Piäter- taf ke, Plaudertaſche.
P LADDERN, pladdern. Im Water plabdern. R. R.
Gr. rad, Mäffe, Feuchtigkeit, —X
Sad, naß. Vergl. unten Prasken.
| EEE Plad--
Pia 000 0.0335
Pladder- natt; füknag ; über und uͤber begeſſen.
Pladder-napp, vor Zeiten, ein Trinkbecher. Vie leicht |
‚auch, ein Spuͤlnaff. =
PLaGaen, platte Hafen, Erdſcholen, die unter den
7 Mift gemenget werden. R. Es kommt übeein
mit Flage, die Flaͤche: flakk, flach; platt.
Plaggen maien: dergleichen Erdſchollen hauen,
welches mit einer Querhacke geſchiehet.. Es iſt
von PILAXXE in ber a2ten Bedeutung. Die
Plaggen find von dreierley Gattung: Gras;
- plaggen, Heid: plaggen und Entern (wie fie im
efjineburgifchen heiffen). Dieſe legten: baben e et:
was vom Graſe und Heide zugleich, nn
- »Plaggen, verb. Erdſchollen hauen. ”
. Plaggen-faal. ©. unter Faaı. |
Plaggen- - maier,, einer der Plaggen hauet. Up: dem
Buuk liggen, as een Plaggen; maier: mit
dem Barıche auf. der Erden liegen, wie sin ermaͤ⸗
deter Plaggenhauer im Graſe. |
' Plaggen-feed, Plaggen-fekel. ©. unter. Searn.
PLaxk, Plakke, ı.) Fleck, Flecken, macyla. Rs.
S. Een Plaffen im Rokke heiße im uneigents
lichen Sinn, bey dem Frauenzimmer, ein böfes
Gerücht von ihrer Ehre und Tugend: wie auch
die wuͤrkliche Beſtchmuͤtzung derſelben. ‚Sprw.
Daar heet kien Ko hunt, of ſe het enen Plak⸗
fen: Niemand kommt ing Gerede der Leute ohne
alle Schuld. Herr Wachter, unter Flech, leitet
es her von blak, adj, ſchwarz. J
2.) ein Stüuͤck: forwof ein abgeriffenes, und abge:
ſchnittenes, als angefegtes.oder angeklebtes Stück:
3 . me -
326 . | Pra. |
fruftum, fegmentum 5 affumentum , com« '
miſſura. Baum Saucen mir es noch in dieſer
Bedeutung. Es bat fih beynaßt verloren in
Flikke: welches im Buchſtaben F nacyzufehen ifl.
Doch ſagen wir noch Plifk un Plakk für, Klei—
nigfeiten. ©. das bald folgende Plikk.
3) ein flaches Stuͤck Landes. Es iſt daſſelbe mit un:
er Flag, Flage. Luth. Blachfeld. Lat, plaga.
S. Friſch im Woͤrterb. unter Plache.
Plakken, verb. 1.) Flacken machen. Swarte Kaſ⸗
* fesberen‘ plakket: ſchwarze Kieſchen machen Fle⸗
cken.
2.) Flecken bekommen, ſleckig werden. R. Witt
Tuͤg plakket ligte: weiffe Kleider‘ bekemmen leicht
Flecken.
3.) heften, kleben, fgerei Ss iſt ſichtbar von der
aten Bedeutung bes Woris Plakke. Friſch füßs
ret aus Alberi Lex. an: ich plarf , reconcin⸗
no, reſarcino: ich ſetze einen Placken an, af-
Sud. "Daher Plakaat, ein oberkeitlicher Vefehl,
der ah Öffentlichen Plaͤtzen angeheftet wird: affi
zum: Wie auch Plugge und Pluf, Pfleck,
. womit man etwas anheftet. An plaften, an
heften, ankleben. Up pplakken, auf kleben.
Siien LTuͤg allerwegen daal plaffen: feine Kleis
der allenthalben Stuͤckweiſe nieder legen, hier ein
Stuͤck, und dort ein Stuͤck: wie nachlaͤſſige Leute
beym Auskleiden zu thun pflegen. Es iſt auch in
dieſer Bedeutung bey den Hollaͤndern uͤblich.
45 einzelne unordentliche Schuͤſſe thun, beym Ex⸗
| ereiren der Soldaten, wenn ſie zuſammen auf ein⸗
mabt |
madhl feuern muſſen. Geſchehen viele dergleichen
> umordentliche Schuͤſſe, fo:.nennet man es plik⸗
plaffen. Auch Biefe Bedeutung ift von der zwo⸗
3: ten bes Worts Plakke entſtanden, ſintemahl der⸗
gleichen einzelne Schuͤſſe als abgeriffene Stuͤcke/be⸗
| trachtet werben koͤnnen. - |
J % ) abzwacken, unter allerhand Vorwand Abgaben
erpreſſen, plagen, exaftionibus vexare. Daher
Plakker, ein Schinder, exaftor. . Plafferije,
Schererey, Erpreſſung. Cs ſind dieſe Woͤrter
auch im Hochdeutſchen uͤblich. Wir fuͤhren es
nur an’ der Muthmaſſung wegen, daß es von
—Plakke in der aten Bedeutung möchte gemacht
ſeyn, und eigentlich fagen wolle: bey Kleinigkei⸗
ten erpreſſen. Gemeiniglich wird es als ein fre- u
quentat. von plagen angefehen.
Beplakken, 1.) beflecken, fleckig machen. |
82.) befleben, bekfeiften.
Plakked' ift das particip. geflecket. Rood ⸗ plakled,
roth gefledet. Swart⸗ plaffed, ſchwarz gefle⸗
det. Ene ſwart⸗ platlede Ko: eine Kub mit
ſchwarzen Flecken.
Plakker, ein einzelner Schuß, der beym Exeteiren zur
unrechten Zeit geſchiebet. Enen Plafker maken
heißt demnaͤchſt auch uͤberhaupt: etwas zu unrech⸗
ter Zeit thun, einen Sehler begehen. |
Pläkkerig, flecki ig. BE '
Plk'- ſtede, ein Ort, wo die Plakate angeſchlagen |
jr werden. it. mo man. allerley Sachen nachläffig
nieder wirft. He fut mien Huus wor ene Plak⸗
fire an: er fi ebet mein Haus an, als einen Vers
Br 2 ws
28. Pia
wahrungsort von allem Plunder. Dan fügt
auch: he maket daar ene Plafsftee van: er
muacht eine Gewobnheit daraus. |
-Plik, eine Kleinigkeit, ein Punkt: gleichfem, . ih lei
nes Stuͤck, ober The. Von der aten Beben
mung des Worts Plakk. In Hamburg und Os
nabruͤck Prik, ein Punfe R. und S. Bi Plik
un bi Plak: bey Kleinigkeiten. Man ſagt auch
Klik un Klak. Dat Geld kumt bi DE um
bi Plaf in: das Geld kommt ber kleinen Poften,
ne nach und nach bey Heller und Pfenningen
He weet idt uppen Plik: er weiß es
san; genau He dropt idt.uppen Plik: er
trift es genau, oder, wie bie Hochdeutſchen ſezen;
er trift den rechten Fleck.
Plikkerij je, Kleinigkeiten. u
.Dlik-plakken, ©. die 4te Beentung t von Plakken:
Plik-fchulden, Beine Schulden. Sprw. Plik⸗ſchul⸗
‚den un Ötofsregeit dringet dör: viele kleine
- Schulden und Staubregen dringen durch,
Praure, ein kurzer und breiter Degen. ©. Pıırz,
Pranx, ein balbes Noͤſſel. Im Ditmarſ.
PuANXT, 1.) ein Breit, eine Bohle. Sat. plan-
ca. Eelt, Plange. E. und H. Plank. Fr. Plau-
che. Gr. ůä. |
2.) ein Zaun, eine Wand non Brettern, zur Be
ftiediguns eines Gartens ze; In Ungern heiſſen
die Doͤrſer, welche mit dergleichen hoͤlzernen Be⸗
friedigungen, wider den erſten Buell, eingeſchloſ⸗
Rum, Ealanken BE J 3*
\
| Pıa. 329
Beplanken, mit Brettern ober Palliſaden einſchlieſſen, |
2 und befriedigen. F
PLanten, pflanzen. A. ©. pfantan: fat. nlantare, |
Planter, 1.) Pflanzer, der pflanzet. Spruͤchw.
Denn de Boom is groot J ſo is de Planter
N) |
..2.) Planter, oder‘ Bonensplanter, iſt ein ns
ſttrument mit einigen Zapfen, fo man in die Erde
ſtecket, um auf einmahl viele Löcher zu machen, |
worin man die Bohnen wirft. S. |
Blant-kruud, Plantel-kruud,. ‚Pflanzen von Blu⸗
men und Gartenkraͤutern, welche man von dem
Einwohnern der Vorftäbte, die fie. in der. Stadt
herum tragen, kauft und pflanzen R. |
Plant - ftokk, ein. unten zugefpißter. Stock, womit
man, beym Kohlpflanzen, die ter in die Erde
machet.
Pras KEN, platſchen, ſpuͤlen, Waſſer oerſchuͤtten.
©. oben PRAPPERN. Waffen un plaſken:
eine Arbeit hun, moben viel Waſſer verſpuͤlet
und verfhütter wird. R. S. Es iſt gemacht vont
taut.des ausgegoffenen Waſſers. Schw. plalka,
mit Waſſer beſpruͤtzen: wofuͤr die Engländer
ſplash ſagen. Man weiß aber, wie gern die ak
sen Sachfen ein f vor den. Woͤrtern geſetzet.
. Plash- if ſonſt ben den Engländern ein ſtillſtehen⸗
7 bes: Waffer: plafhy, voll fiehendes Waffers: -
> amd to plash, befprengen. Wend. plawiu,
. plawicz, ſchwemmen, waͤſſern, am Waſſer hand⸗
thieren: ploju, pluju, fprüägen. -*
Pialern, wird von dem. Geräufche des anf. die Erde
& Ss ww
®
| 2 39 \ Pra.
ee Yallenden Waſſers gebrauder. Ohr regiet, dat
et plaftert: es regnet mit einem groſſen Geraͤu⸗
ſche. Hör maal, wo idt plaftert: höre, wie
ſtark es regnet. In Hamburg. plattern. R.
Wir brauchen auch in dieſem Sine ehren. Das
beit
Plafs-regen, Piatzregen. |
| prass heißt in einigen Redensarten ſo viel, als Ding.
Fr. Place. Lat. barb. placea. S. To Plaſ—⸗
fe kamen: eigentlich, zu Boden fallen. it: haͤß⸗
lich anlaufen. Hier kame it aisk to Plaſſe:
bier laufe ich ſchlecht an. Euen to Plaſſe brin⸗
gen: einen zu Falle bringen, zu Boden ſtuͤrzen.
Reineke De Dis, 13.24 Rap
He fiholde myt foneme falfchen Spele
To Plaſſe bryngen vele unde vele,
unde den Konnynck brungen von ſyner
&s in alfo vieſe Kedensart-in der Gottſchediſchen
VUeberſetzung dieſes alten niederſaͤchſiſchen Gedichts
unrichtig gegeben durch, auf die Beine bringen.
PLASTEÆR (aclar.), Pflaſter, emplaſtrum.
Plaſtern, beplaſtern, mit Pflaſter bedecken. He pla⸗
ſtert geern: er hauͤlt viel von Pflaſter.
Schön-plafter, Schoͤnflecken.
PLASTER (a obfour. ), Pflaſter, ſtratum, pavi-
mentum. Won einem Haufe, oder andern
Gruarſticke das zu theuer gekauft iſt, oder wor⸗
an viel Geld verwendet iſt, ſagt man: Dat ig em
een duͤr Plaſter: das hat ihm viel Geld geko⸗
A: Im weißen: Redensart Plaſter zwar mil
Ä einem
| Pra:. | \ 831 J
einem Bellen a (a claro) ausgefprochen wird; .
es muß aber doch hieher gebracht werden, und die
Ausſprache bes a ift verfaͤlſchet: oder Plaſter
hat hier eine Dritte Bedeutung, welche noch bey
den -Nolländern ., Englaͤndern und Franzofen
uͤblich if, nämlich Mörtel, Gyps, Kalt, E.
_Plaifter. H. Plaafter, Pleyſter. Fr. Plätre. |
Alſo koͤnnte es nicht unfüglich ein Gebaude be⸗
deuten.
Pra TT bat alle Bedeutungen ben uns, bie es im
Hochdeutſchen hat: flach; eben, breit, duͤnne,
nieder gedruͤckt. Im figuͤrlichen Sim :” ohne
Falſch, ohne Umſchweife, gerade zu. Fr. und
H. auch plat, flach. E. flat. Schw. flaat. Isl.
fla, flatur. (Es ſcheint alſo mir fleten, flieſe I
ſen, nahe verwandt zu ſeyn) Gr. mAzruc. Bon
dieſem Worte ſtammet Platz ab. SE will di
platt f laan: ift eine gemeine ———
He is platt: er macht nicht viele Umſtaͤnde:
ſagt einem jeden die duͤrre Wahrheit ohne —* u
- Haltung. He is man fo platt weg: er verſte⸗
bect ſich nie auf Seremonier und Somplinme —
Sm Scherz antwortet man auf die Frage:
geit idt? wir gehet es euch? platt under, pr
de Se. -
Piat- foot, eigentlich, bei einen Sreiten Fuß hat. it.
der einen baͤueriſchen ungeſchickten Gang bat. S
Schw. Flaat-foot. tat. plautus, latipes.
2) In Hamburg heiße dieß Wort, fo wie u
Plattxn / dutter, ein Menſch, der nicht an ſich
Ä balten
r
332 on Pıa
halten fan, , "fondern gerade mit der Sorache ger
aus gehet.
Platt-näfe, der eine face und breite Nafe bat: Sqhw.
| flaatnaefot, fimus.
Platt-fnute, ein breites Maul: der ein breites Maul
hat. Wir fagen auch Breet⸗ fnute.
Plätten, pletten, platt oder flach machen. it, glätten,
kevigare. €, flat, und plat. |
‚Plättern, Plettern. Terplettern, pat drücken, je
qquetſchen.
Plate, 1.) eine Platte, Blech, platt geſchlagenes Ei
fen, oder ander Metall. R. Engl. Plate. A.
S. Platung. Berg. A. ©. plætan, fehlagen,
Blad in Disfsblad, Tiſchplatte, ift vermuth.
lich nur eine verderbte Aueſprach⸗ für Disk⸗ plate. |
2.) eine Weiberſchuͤrze. Daher nennet man ein
‚ungeftümes, raufchendes- Frauenzimmer Ruus⸗
ken⸗plate. S. im Buchſt. R.
3.5 eine Sandbank, oder Untiefe mitten im Strom.
Dieſe werden ben der Ebbe entweder fihtbar, oder
nicht: im letztern Fall heiſſen fie blinde Platen.
4) Vor Zeiten bedeutete es auch einen Bruſthar⸗
niſch, Die eiſerne Bruſtplatte, Panzer. Und ges
> ‚hörete mit zum Heergewette: Sine Platen, fin
Gruſener, Schilt und Kragen: fein Bruſt⸗
harniſch, fein Waffenrock, Schild und Kragen.
Isl. Plata. Daher heiſſen noch, an einigen Or⸗
ten, die Harniſchmocher Plattner. Isl. Pla-
ttari.
| Platte, I.) eine face breite Se € Platter.
Fr. P lat.
2.) ein
Pıa. Pım . 338
2.) ein Fetz. GS. oben PLaune, . m.
PLATTERN. ‚©. oben Plaftern. |
Pıesen (2)- 1.) pflegen, verpflegen, Sorge für
etwas tragen, forgfältige Handreichung. leiſten,
curam agere, tuer.
2.) pflegen, gewohnt ſeyn, folere, confueviffe.
In diefer Bedeutung tonjugiren wir in Imperfi
if plogte, auch wol if plag, ich pflegte :
Preet. if hebbe plogt, ich babe gepfleger: *
dieſer Bedeutung iſt der Sinn von der Sorgfalt
zu der Gewohnheit uͤbergebracht. Denn man
pflegt dasjenige am meißen zu thun, worauf uns
fere gröfi efte Sorgfalt gehet.
32.) verpflicgtet, verbunden, ſchuldig fepn. A. e.
plihtan, fi verpflichten: ſpondere, oppigno-
rare. Dieſe Bedeutung iſt veraltet, aber einiger
Abgeleiteten wegen beſonders zu merken. Kuͤnd.
Rolle Art: 145. He en hebbe dann oͤhme tho⸗
vorne vornoͤget datjenne he em plegende we⸗
ve: er habe ihm denn zuvor bezahlet, was: er ihm
ſchuldig war. Eben dal. Art. 183. Ock en
ſchall nemand jenigerlei Guth, ofte Guedere,
welfe de Zife efte andere Borplichtinge plegen
und plichtich ſin, foͤren ofte foͤren laten je
nige By⸗efte Ummewege: auch ſoll Niemand
einiges Gut, oder Guͤter, von welchen die Acciſe,
oder andere Auflage, zu entrichten iſt, durch Ne
benwege oder Umwege, fahren, noch fahren. la -
fen,
+) To plegen, Handlanger fen: einen, Frohn⸗
bienſt leiſten, wodurch n man einem Arbeiter, beſon⸗
— ANTTS
334 en PLX.
ders einem Maͤuder, an die Hand gehet, und das
Noͤthige zu langer. Damit kommt ziemlich übers
ein das Hochdeutſche zupflichten, oder beypflich⸗
ten, auf jemandes Seite ſeyn, Benfall geben.
Plegelik, gewößnlid. In einer alten Urkunde von
| 1397. 30 hebbe wy ·Here Thiderife von dem
Horne eynen publicum notarium ——. ge
ſcriven Taten deffen Bref, de uns.of den Wed⸗
derbref — — geſereven hefft, unde getefenet
Ä myt ſynem plegelifen tefenerc.
Piege - mann, ein Handlanger, S. In der Kuͤnd.
Rolle wird verordnet, daß Zimmerleute und
Maͤurer von Oſtern bis Michaelis ſich mit 15
roten Taglohn, nach Michaelis aber mit-ı2 Gro⸗
sen, ſollen begnügen: laſſen: der Pleged mann
aber folle 2 Groͤte weniger haben.
- piigt 1.) Pflicht, Schuldigkeit, obligatio, offici-
um. Von plegen in ber zten Bedeutung: |
v2.) eine jährlich zu entrichtende. Steuer, befonders
das Geld, weiches die Prediger und Küfter auf.
dem Sande von den Eingepſarrten beben. De
Koſter ſammelt fine Pligt, ſagt mar; wenn
der Kuͤſter von Haus zu Haus gehet, feine Ge
oo. dahr einzuſammein. Wenn es in Naturalien
entrichtet wird, fo nennet man es Pligt⸗ eier,
Sp igtsroggen: u. ſ.w.
2) Pflege, Sorge, Verforgung, ‚cura, tutela.
von der ıten Bedeut. des verbi plegen; Beym
Pufend. Obſ. Jur. univ. T. IIII Append. p. 68.
Wanhe dar mach men ie anderen mit
mnicht
fi
N
vom
Pın 338.
ni karder in Plycht tho nemen, alſe he ſyn j
eigen Gudt deith.
—E ein kleiner Rauum forn und binten auf. cinem J
Schiffe; 19. Plegt.
* ungeroßßnlispe Abaabe, die über Sir Gebabr be—
,„zabler, wird: ‚praeftatio indebita, et modum .ex-
. .cedens. !: Weil aber Die Leute gemeiniglich meis
nen, Dad fie über die Gebuͤhr bezahlen, was ſie
Dad. zu, entrichten ſchuldig fi find ;. fo neringt man
auch im gemeinen Gebrauch Unpligsen, und boys -
gerlike Unpligten alle buͤrgerliche Abgaben und
Steuern, die Das. gemeine Weſen erfordert.
Disc, verpflichter,, verbunden, ſchuldig. Ord. 16.
ver 4
Lv
Sp we Rente plichtich is to genende der
Stadt: x. ſo jemanb. ſchuldig iſt Zinſe an die,
Stadt zur bezahlen. Eben daſ. Offte eme de
Raedt van der Stadt. weghene wes plichtich
were: es ſey denn, daß der Rath ihm von Stadts
n Wegen etwus ſchuldig waͤrt. Kuͤnd, MR: Luk
139. Dar men de Zife af plchtich is: wovon
man die Acciſe geben mußß.
Pligt- anker, ber vornehmſte oder Hauptaute, an-
. chora: facra; Er Beißt alſo, weil er auf der
Pligt lieget, um flets ben der Hand zu fepn. S.
Pligt in der 4ten Bedentung.
Inplichten enem ene Safe, alicui rem), eigem die
| Gewaͤbrleiſtung einer Sache anſinnen: einen ver⸗
“ pflichten;, daß erfuͤr den Schaden, der qus einer
Sache entſtehen kann, hafte. Wenn von zween
Landleuten, bie ihre Deichſchlaͤge neben einandar
haben, der sine feinen Deich gut, der andere aber
u —
336 -Pız.
ſchlecht, ober gar nicht gemadht Güde ; s fo ſollen
"die Deichrichter (nach dem Oftfrief. Deich: und _
5° SphlReht.c.]. $. 13.) dem unmilligen Dy⸗
der ded andern Mannes guden Dyck, de by
eme up deu Dykk benabert is, inplicyten mit
deſſen Dyck⸗ rechte. Gefchege dann dem willi⸗
gen Dycker, de ſinen Dyck wol gemaket had⸗
= de, daraver Schade. van ſinen Naber, fo
’ fall de. unwillige Dycker oͤne finen Schaden
| entrichten und betalen, wat em de Dyd tho
‚mafen gefoftet hadde ır. Imgl. 5. 12. Wol⸗
den ock de gemeine Karſpels⸗Luͤden nemandt
nahmhafftig edder ſchuldig maken (zu einer
ſtreitigen Scharte im Deiche, oder Kiefsgat), fo
ſoelen de Dyck⸗Richter met deſſen Dyck⸗ Rech⸗
J te der Gemeine datſuͤlve Kyffgatt fo lange ins
plichten, thor Tyd de rechte Schuldige ge⸗
noemet worde ꝛc.
PLEISTERN, auf-der Reiſe einen Ruheſtand machen,
und ſich mit Eſſen und Trinken erquicken. it. die
Pferde unter Weges-füttern, 8. Hol pleyitera
| uhd peyſtern. |
Puxım, Rechtsſtreit, Proceß. Man findet es auch
Ployt geſchrieben. In einem Baßdaliſchen Re
ceſſe Erzb. Chriſtoffers von 1534. Und nach⸗
dem unſer Cloſter Oſterholt durch Ploytt
und andere Rechts Furderungh zu unſer und
gantzen unſen Stiffis merklichen Schaden in
ewigen Verderb gefuerett ꝛc.
— Dleiten. Proceß führen ‚ rechten. S. A. ©. flitag, Fraͤnk.
Aiæzan. ni to plead, 9, pleyten, 5 plaider. Alt
‚ran
PEFFFR Nennwoͤrter Pro ‚Flitere, Zungendte⸗
ſcher: ‚fit-full, zankſuͤchtig: Flit- -georn, der
gern proceffirgt, vitilitigators . Flit-wite,. die
. ‚Strafe: wegen eines angefangenen ungerechten
Proceſſes. €. Plea, ‚Streit, Proceh. .. Fr,
Plaid, und Plaidoyer... H. Pleyt. Alt fraͤnk.
‚: Flitz.- :&8 verdienet bier angefuͤhret zu merden,
was Spelman in Glofl. v. Pixa, ven dem
ſaͤchſiſchen Urfprung dieſer Woͤrter anmerkerz
VPLXA. Saxon: Pleo et Pleoh, i. juris actio⸗
dictum opinor a Pleah, i. damnum, pericu-
24 9
. .
. um, prepterea quod lite agere nihil.aliud eft,
quam periculum facere, quid. juris. fit de re
litigata: atque hinc deductum plane videtur ..
vVvox Anglicama to play, Sax. plegan, i. lude-
e, q. decertare et periclitari, quis ludi bra-
- bium, ſeu victoriae palmam.. reportaverit.
- Das Stammwort von pleiten ift alfo das X. ©,
. “Pleah, Verluſt, Gefahr. .. Man findet es auch
ploiten -undyplechten geſchrieben. In Hamburg
zechten un plechten, proceſſtren, gerichtlich aus⸗
fechten. R. Renners Chron. unter dem J. 1366.
Herr Friderich Odielie, Sangmeſter im Doh⸗
me, ploeitede jegen den Biſchup tho Rome, dar⸗
unmme dat che voͤhme in finen Guderen befchedis
‚:gethadde. Daraver wurd Biſchup Albertus
condemniret in 700 Marck.
— ſchleppen, ſchwere Arbeit thun. of heb⸗
9 mi möe plenget: ich babe mich muͤde Searbei
tet. Sik af plengen: ſh san abmatten duch
ſawere Arbeit,
» —R
N
338 u Pık. Pır
-PLENTERN, verſchleudern, ig verhun. Im
Cupbur⸗Braunſchw. Daher Plenter-geld, Spiel⸗
r geld. Mair vergleiche FLENTERN.
PLeTtERN (m), beſſer Plätern. ©; PLADDERN.
- PLETTERN, zerquetſchen. S. unter Prarz.
Prior. ©. oben unter PLEGEN.
Prix, Plik - plakken, Plik - fchukden. ©. unter
DPILAXX.
PLinken, und Plink: :open, winken mit ben Au⸗
gen. E. pink, und blink. Schw. blinka. H.
pinken, pinkoogen. S. Pınke. He plin⸗
kede, oder plink⸗ ogede mi to: er Du mir ie einen
Wink mit den Augen. 0
Prirem. S. PLüren.
. Prive, 2.) ein kurzer breiter Degen, ‚ein groffs ge
fährliches Meſſer. Beym Friſch und Machter
Plaute: ſonſt auch Plampe. R. im Nachſchuſ⸗
fee Es ift Bier nicht mehr im Gebrauch. Es iſt
entweder von platt, breit; oder vom A. ©. plä-
tan, ſchlagen. Welche jedoch unter einander ver⸗
wandt find, Gr. arm, bauen, vertwunden.
2.) eine Wunde, ein Schlag, oder das Mahl von
einem Schlage. Diefe metongmifche Bedeutung
baben wir noch. Das Gloff. Chauc. beym Leibnitz
p. 49, leitet das Franz. bleſſer davon her. He
het em enen doͤgden Pliten geven: er Hat ihn
hart verwundet, ee , einen berben Schlag ver⸗
ſetzet. 2
” 3.) eine verfülßserifche Badierinn ‚ unguchtiges
Weibsbild. Vielleicht alſo, weil fie junge und
unerſahrne Mannsperſonen in Schaden und Ver⸗
| I... ’ derben
"Prır Pro. | 339 |
derben bringen ’Tis ene regte Plite van der
Deren: es in ein Mädchen. obne Ebhre und
Zucht.
4.) Pliten nennen wir auch Feine Piattfifche: auch
wol Pliten⸗tuͤg. Unſtreitig von platt. Dieſe
Bedeutung gilt auch in Hamburg. R. Im Hans
növ. heiße. Plite auch ein breites, dünnes Sci J i |
Brode Ä
PLITT, eine Gattung Stirnbinden. Chur: Braun⸗
ſchweigiſch. Ohne Zweifel von PLart, flach.
Prooe, 1.) Pflug. E. Plough. 9..Ploeg. Dat -
i8 ſien Wagen. um ſien Pong: damit erwirbt
er fich fein Brodt. * |
2.) ein Trupp oder Bättde Acheiter, die unter einem
Baas, oder Aufſeher, eine gemeinſchaftliche Ar⸗
beit verrichten. Z. E. ein Haufen Leute, die bey
den Deicharbeiten, in einem ſo genannten Puͤtt⸗
werke, nach einer gewiſſen Ordnung, befchäftiget
find, und entweder Soden ſtechen und Erde aus
graben, oder diefelben an den Deich fahren... Die
Leute, ſo zu einer folchen Oefelifhaft gehören,
nennet man Moog: voll, oder Jungens. Auch
die Holländer gebrauchen Ploeg in diefer Bedeu
tung. Und bey den Friefen-wird Ploeg, auffer
Der angeregten Bedeutung, genommen für ein
‚ Haufen teute, die ſich in eine Partey zuſammen
gerottet haben, ſecta, factio. Lat. barb. ara-
trum. (Sn einer gewiſſen rief. Chron. Snel- .
gerari et eorum aratra inceperunt campanas
trahere). Im Alt frief. Flinte. S. von Wicht
Vorrede zum Oſtfr. Landr. ©. 159. Daher iſt
Ma
Ro
340 Pro. . _
66, daß mir Ploog auch häufig in verachtender
. Bedeutung fuͤr fehlechtes Gefindel, gemeinen Ps:
dei, nehmen. Een Ploog van een Keerl: ein
» ſchlechter, gemeine Keel. MM. un fien
3008: N. R. und feines gleichen Lumpenvolk.
Man fagt es auch von ſchlechten Sachen: dat is
in „man Ploog: das iſt nur ſchlechtes Zeug. |
"Slik-ploog. ©. unter SLIK.
we (05); pflügen. N. ploegen. Schw. ploya;
Zn ‚mit. Doſchwerlihtelt im tiefen Sande: sehen,
oderfaßren |
‚Ploog: ifen; Pflugeiſen, VOflugſchar, vomis: und
Pflugfäge, culter aratri. it. ein ſtumpfes Meß
oe fürs
Ploog- rad, Pflugrad. Im Scher die Zirk elrunden
Kragen, oder Halsfraufen, welche man hier dor
Zeiten trug, und an einigen Orten noch trägt.
Ploog- fchat, gebötete vor Zeiten mit zu dem aufferor:
| dentlichen Einkommen der bremiſchen Erzbiſchoͤfe;
und wat ein Zins, der von dent Pfluge, oder von
den Aeckern mußte entrichtet werden, Er wurde
aber auch entrichtet von den Unterthanen, bie fein
Ackerland hatten. Und alsdan wurden 4, 6, 8,
oder auch 12 ‚dergleichen geringe Sandleute für eis
nen Pflug gerechnet. ° Pufendorf. Obf. Jur. Vol.
Ep. 80. Renners Ehron; Do he (Erzbischof
Giſelbert) mit dem Hertoge to Lüneborch fris
gede, do kreg he einen Plochſchat uth dem
vF Stiffte (es iſt alſo mw eine auſſerordentliche
Steuer ivm Se bes Krieges erden): und
TEmaE AUS zu wat
* wi
09 \
Pro. Prv. — 8341
wat van dem Gelde awerblef ‚dar buwede he
| dub Huß mede.
PLoIER, eine’ alte, plica. R. Holl. Plooi. E.
Plait. Ene Safe in de beſte Ploje leggen:
‚etwas ins Feine bringen, bemaͤnteln, auf derbe
ſten Seite vorftellen. Idt is in fine Ploje: es
iſt in guter Ordnung.
‚Plojen, verb. in plojen, in Falten legen: ut plo⸗
jen, aus den Falten machen, aus einander legen.
H. plooyen. E. plait. Fr. ployer, deployer.
bror ein Brocke. Daher Plökken, ſpeien, ko⸗
tzen. Chur⸗Braunſchw. Es kommt überein mit.
unſerm PLUXx in der zten Bedeutung. .
PLÖöREN, durch einander. ſchuͤtten. Ploͤr⸗ wien, ver⸗
miſchter Wein. Chur⸗ Braunſchw. u
PLuvern, plaudern
PLUceE, ein Pflock, hoͤlzerner Ragel, oder Zapfen, |
womit man etwas befefliget ; dergleichen vornem:
lich fich die Schufter und Küper bedienen: paxil-
lus, clavis ligneus, -&, Plug. R. und S. Es
ſtammet ab don plakken, heften, anheften He
mag Pluggen ſnien, ſagen wir auch im Spott
‚von einem, der zu feiner. Handthierung geſchickt |
ft R . |
„Pluggen- fniör, der- für bie Sgufe bie Piäce ober
Schubpinnen ſchneidet. R.
Pluggen, verb. mit einem hoͤlzernen Nagel befeſtigen, |
einen Pflock hinein fchlagen : paxillo figere.
Pluggen un to prinen: ſchlecht zuſtopfen. Auch
vom ſtuͤmperhaften Naͤhen. Gleichwie auch
Pluggze, das Subftantivum, wol für eine plum⸗
„3 BEN
342 | piv.
pe Nabel gebraucht wird. He pluggete eite ganze
Hand vull Nateln in dat Tüg: er ſtecket über:
— mäffig viel Nadeln in das Zeug. :To pluggen,
mit einem Pflock verftopfen. _
_ Pruxx, 1.) ein Block, Klotz. truncus. it; "quevis -
maſſa rudis et. folida. E. Block und Log. Fre
Bloc. Een forten diffen Pluff: ein karvr |
dicker Menſch. Een ſwaren Plukk vam Zus
gen: ein kleiner Junge, der wohl bey Leibe, und
folglich ſchwer iſ. Een Pluff am Been: ein
"Kind an der Bruſt, das die Mutter hindert nach
Gefallen auszugeben , ohne es mit ſich zu ſchlep⸗
pen. |
3.) ein Pflod, hoͤttzerner Hagel Sm dieſer Be
deutung ift es eines Urſprungs mit Plugge.
Den Pluff freten ift eine Redensart bey einem
gewiflen Spiele der Gaffenjunge, wenn einer zur
Strafe einen Pfloc mit ben Zaͤhnen aus dem
Sande ziehen muß.
PR ein Pflock etwas zu zu ſtopfen, Stoͤpſel: ein je⸗
des Ding, womit man etwas verſtopfet, obtura-
mentum. E. und H. Plug. So heiſſet z. B.
eife der papierne Pfropf, den. man auf die Ladung
in einem Schießgewehr ftopfer. Gen Plukk im
Halfe: der zäpe Schleim im Halſe, den man
. nicht anders, als mit Mühe, herauf bringen und
auswerfen kann. SPluff vor allen Holen: ein
Menſch, der fih aus Vorwitz um alles befüms
mert. Dieſe Medensart wird in verfehiedenen -
Gegenden verfchtedentlich Aausgedruͤckt. Die Luͤ⸗
becker ſagen: Hennk voͤr allen n Vose. Die
| Fu 93 Hams
!
Pıu 343
Hamburger: Henneke voͤr allen Hoͤlen. Die
Mecklenburger: Antk voͤr alle Haͤle. Die Ds:
”.. nabrügger:- Haͤhnke vor alle Daͤre.
4) Befonders brauchen wir dieß Wort in der Re⸗
densart: een doͤgden Plukk Geldes: . eine gute
Summe Geldes. So reden auch die. Holländer: 5
Een braave Plok Gelds. Im Engl. heißt Pluck,
ein Griff, eine Handvoll. H. Plok und Pluk;
7 €. geßörer zu dem folgenden pluffen. .
Pıuxxen, pflicken, ‚zupfen, rupfen, ausziehen. A.
sı8.pluoeian, E. pluck. Schw. plecka.. 9.
plucken.. Sr; eplucher... Plukken ift gleihfam .
uch. . belufen‘, von luken, ziehen: welches naächzuſe⸗
beſn iſt. Ik hebbe mit di nog een Hoͤnken to
pluffen: > ich bin dir noch einen Verweis ſchul⸗
dig. - Die Engländer ſagen eben fo;. to plucka 2
: Crow: with‘pne;. jemand einen. Berweis geben;
Enen plufken: ‚einen berupfen, Baht machen,
‚nach und nach ums Geld bringen. - In plub
ken: einbeöceln. Bevod in de Melf pub
ken: Brodt in die Milch broͤckeln. Wat man
Ro in.pluffet, moot man uut eten: mas. man ein:
bröcfelt, das muß man auch auseffen: mas man
verſchuldet bat, das. muß man leiden.
Plukkede Finken. S:unteFınıze.
Plukk:fisk, gehackter Sodffh. ‚
Beplukken, durch Abpfluͤcken berauben, oder F |
machen; . berupfen. De Böme- bepluffen:
Fruͤchte von den: Bäumen pflücken.. Enen be;
pPplukken: einen berupfen, ſchneuzen. .
— DA °°.: . ‚Pluk
[4
” . “
. \
— - 4
4
a
* x? 8
344 Pet.
Pluk - Haren, die 2* ausranfen , “ den Haaren
ziehen: . ;\
PLume, Pflaumfeder, pluma. 8 Samt. Plu,
- Pluen, Pluyn. % ©. Plum-fether. E. Plu-
me. H. Pluym.
| Plumen -ftriker, Plaunmfreicher, Schmeidter E&
"Plum-Rriker. 9 Pluymfiryker.
Prumms, Pflaume. . Vom katein. prunum: · Gr.
mes: mit Veränderung: des r in l. Beym
Apherdian. p. 64. findet man noch Pfraumen
und Ryf:im Spiegel der Geſandh. hat. Prume.
Welche beyde Friſch im: Woͤrterb. anſuͤhret. H.
"Pruym. Aber 2. © und E. Plum. Daͤn.
'Blöomme: 00. 6324
Plummen ſin joor —8 man in Sunt ‚gi ein
: Schimpfwort aufeinen: Gewärjkeidier. .-
Plummen- week ,,, weäd wie eine Pflaume: ; Bon Eis
ern, welche weder zu hart, noch gor tzu deich ges
J kocht ſind, cheißt es Se ſunt plummen: week.
PXVM, grob, ungeſchickt. R...S..: €. plump. H.
plomp. In Stade auch plumpẽt
Plumperjaan, ein ‚mgefehikter, grober, aneſchuſſe |
ner Menſch. R. |
Prumr, eine Ynterjestion, die den Schall‘ ausdricht,
. ben etwas ſchweres macht, mann es ins Waflet
faͤllt. Z. E. He ſmit den Steen in't Water,
plumpl ſegt datt.
| Plumpen, verb. mit einem folchen Sal: ing Waſſer
fallen, immergi cum ſonitu. R. E. to plump
in the-Water. He fult in't Water, dat bet
plumpede: : ober auch: He plumpede int Was
| dei :
rn dert. er fiel ins Waſſer, daß es plumpte. nt
©: Water plumpen bedeutet naͤchſtdem auch, mit
| groffen Stangen ins Waſſer fehlagen,. und das‘
buch ein sfolches.Geräufch. machen. Welches
vo: Beym Ziſchen selbe, um die Sie ins Ri.
en zju jagen: = u
‚ Plumpe ‚kitle, eine. länge, dicke Stange, bie beym
Fiſchen zum. plumpen gebraucht wird. Mit der
Plumpe⸗kuͤle kamen, oder: Mit der Plum⸗
pe kuͤle darin ſlaen: -greb und unbeſonnen! zu
fahren, mit dee Thuͤre ins Haus: fallen. Here
Richey hat dieſe figuͤrliche Bedeutung auch; bat
aber Dip. eigentliche aus der Acht gelaſſen. ch
lnp⸗— „kuͤl beißt anch eben das, was Pluni⸗
yerjaam, ob ſie wol benbe von verfäitenem Ups
‚fpeunge find. : | |
Plump- ſtokk, eben daſſelbe. 2 Fe
Prunder-merK; oder Plunnersmelk; dicke, ge⸗
ronnene Mid. 5 GBn- Hamburg Pampers
melk. ae |
Prunnzs, kumpen:. it. Kleider und: Geraͤhe gerin⸗
nn gentante Ru S. Hell. Plunje. Vor Zeiten
iſt es auch wol Plunden geſchrieben worden.
| Als: Script: Brunfv. T. III. p: 289.. We
1 pefind toch an toreten Plunden, alſe ein Be -
nm. .Delerr. Wedekind zog zerriffene Lumpen, oder
Kleider, an, als ein Betiler. Daher das Hoch:
deutſche plündern, diripere: wie R. recht an
gemerket hat. Mine beten Plunnen: meine
geringe KHabfeligkeit; _ recule mex. Oere
lunnen tofamen fmiten: fi mit einander ver:
Ä Ys5 ARE,
3% u Pıv.
- ehlichen: eine gemeinſchaſtliche Haushaltuug, oder
Wirthſchaft, anfangen. . Enen up de Plunnen
—fſaen: einen pruͤgeln. |
Plunnken, diminut, ‚allerhand Pleine Kappen, ſchlechte
| Lumpen. Een Kind van Plunnken: eine Pup |
pe, die von alten Lappen gemacht:ift... Metaph.
eine Sache, die unſere Hofnung betruͤgt.
Plunnken-kramér, ein Troͤdler, „der mit ‚alten Klei⸗
| dern und Geraͤthe handelt.
Plunnken-tüg, daſſelbe mit Plunnken.
PLüren, die Augen zuſammen zieben, um ‚genau zu
ſehen. R. plyren. E. blear. | 0
‚Plür up’n Dütjen. ©. Dütjen unter Daur.
Pluur-ape. S. unter Are. 0.
Plür-oge, und das adj. Plür- oged, bedeutet in der
veraͤchtlichen Sprache, einen Kurzſichtigen, oder
der mit engem Auge etwas fſichet. Im Engl. iſt
blear- eyed, der ſchlechte Augen bat, triefaͤugig,
„welches wir bleer⸗ oged nennen.
Pluur-wulf, ein. Menſch, der finſter und heinnuͤckiſch
ausfiefee.:: "Es: iſt daſſelbe mit Pluur⸗ ape.
Vielleicht möchte man dieſe Wörter füglicher von
beluren, Belauren, ‚als von n plären herleiten.
S.. Lvuren. Ä
PLUsEn, Pläfen, fäfetn , saufen. R: Holl. plui-
fen. Es iſt ohne Zweifel verwandt mir fluͤſen,
Wolle pfluͤcken: und Fluͤs, eine Franje, ein Faͤ⸗
ſerlein. In Hamburg heißt pluͤſen auch zupfen.
Daher iſt Pluͤs; Plaͤſch, ein halber Sammer,
Herr Richey irret, wenn er dieſem Worte ei⸗
ne zwote Vedentung , des Hervotragens/ beyle⸗
get,
| Puu. J | 347°
get; da es in den gegebenen Grempeln nur ‚eine
uneigentliche ift, Die fich gar leicht mit der erſten
vereinigen laͤßt. Denn, de Voͤrmauen pluſet
heruut heiße nichts Anders, als: die Handaͤr⸗
‘ mel zeigen fich hervor, mit einer zierlichen: Unords
nung, als wenn fie zerzaufet waͤren. Doͤr plu⸗
ſen: durchſuchen, fo daß man die Sade, die
man durchfucht, verwieret. Uut plufen: aus
einem verwirrten Haufen heraus ſuchen. Zr.
uftern, frequent. zerzaufen, im Durchſuchen vers
wirren, verworren ‚machen. Doͤr pluftern:
durchſtaͤnkern: von Sachen, die leicht in Unord⸗
nung gebracht werden, z. E. von Kleidungen ,
Papieren u. d. g. De Pruͤk to pluſtern: die
Peruͤke zerzauſen, aus dem Geſchicke bringen.
De Hoͤner pluſtert ſik ſagt man, war die His
ner fih mit dem Schnabel. die Floͤhe abſuchen,
oder auch, Die. verworrenen Federn in Ordnung les_
gen. Denners Ehron. J. 1562. Und wurdt .
den Bremern vorgunnet mit Den oͤhren aff tho
tehen (vom Ottersberge), wowoll oͤhnen noch
vele gepluſtert wurdt.
Pitiferije, allerhand Plunder unter: einander, verworre⸗
ne Sachen. |
PLurzıc, völlig und rund im Geſichte, aufgebfafen,
aufgedunfen. In Hamburg plüffig. R. In
Osnabruͤck pluͤß. S. Im Holländifchen ift plots-
und plotſig beynahe daſſelbe, plump. Een plu⸗
zzig Geſigt: ein aufgedunſen Geſicht. Plutzi⸗ -
ge Bingen: runde referat Bingen. |
Po
343 Pomæ ‚Poc. |
Pocmzn;: pluͤndern, mRiripere, expiare. Iſt ver:
vater &Punem, fehlen. io...
Ponager, und Podameläft die ehemalige. verderbte
Ausſprache des Wotts Bodagras: 1. Do: mwurdt
Neinhardt⸗ vam Damme. Found. un Podavel,
Mm... 2...
| Pönnzs, Koder zum Alalfang Pradern, Aale
fangen. S. Paren in der zten. Bedeutung.
Pocan, ‚ein Froſch. A. S. Frogga,: Freisca. R.
ET 8.Sifk riven, oder treen, : as de Pog⸗
2 gerins Maan⸗ſchien: fig: beiften _ mit einer ans
genommenen Gravitaͤt einher tretin. Daar funt
meer. Ebers, as Poggen: ſ. EBER. So
oold as ene Pogge: eiskalt. Man mag de
= Pogge immer draͤgen, ſe huppet like wol in
den Pool: von einem, dem man wider feinen.
Willen und Neigungen. Wohlthatenterzeigen will,
iit. der: nad) feiner. Stanbeserpebung. feine pöbel;
hafte Gewohnubeiten behbehaͤlt.
Quaad- „POBEO, it Sand. e eine Kroͤte. Be. Wir fagen
Uetze. no, 2 |
Poggen - diek, ‚©. unter Dır«. — on |
.Pogge-minte; Pogge-munte; eine unedie Art: der
Kranfeminge, wilde Mine, Feldminze, Korn:
. minge, : Zeichming ; sınenta. palaltris, menta
campeſtris. Einige ſprechen es Pages minte
aus: welches eine beſondere Gattung der wilden
Minze iſt, Pferdeminze, mentaſtrum. ‚Bon.
Page, ein Pferd. Ä
Poggen- -0ge, ;1.,) eine gewiſſe Gattung. genz. Feiner
Schwaren, deren fünf auf einen + Orseen geben.
2
Pocsofoxr. 49
’
+2.) von Thon gebackene md glaſtrte Schnellkuͤge⸗
lein : ſonſt. auch Snikter. glohiuli*Kıforii
fſſictiles. ur Re 2.
Paggen- ponl;' :eim Sumpf: : worin we ic Froͤ⸗
| fche aufhalten,’ De LE Bu Et
Poggen- ſchott.Froſthlaich. 18: "Andere: henhen es
Poggencraff, und Poggenruff. In Hamburg
Poggenkuller. R. ° >= :: |
Poggen - ftool, Erdſchwamm, Bin, Efamfiguen,
.fungus, botetus. Round .. deu-2i. 00
Roos, 1.) ein Dolch. Es iſt daffelbe mie den fat.
„pugio. Hol. auch -Pook.. Eg gehoͤret zur Fa:
milie des Worts piffen, -püngere. Fr. piquer.
©. Friſch unter Picken. Ger oold Poof: ein
altes, abgenüßtes Mefler. Auch heißt eine Na:
bel, die zu grob und die iſt, , een Poot van det
Mate -- |
2) ein Stich, eine Wunde: ® Eben. e wie
Plite einen kurzen Degen, und auch die damit ges
3 machte Wunde, bedeutet. Gleichwie auch vor
. Zeiten Dolch für eine Wimde. gebrauche wurde.
| S. Schilter in Dolg. -
3) Im Chur⸗ Braunſchw. geiße Poof auch nö
ſcchwacher, unvermoͤgender ber ;
‚ Poken, fiechen, eine Wunde ſtechen. R
Poxen, einige. fprechen Paken, die Druͤſen tn dem
Eingeweide des Viches, fonderlich der Leber und
dem Sette, Gleichſam Polten puſtulæ, va-
riole, :
Reet-paken. S. unter Rent, Reer. ‘.:
Poor, P Pfubt; Sumpf, R. - tat; palus, "aqua fta-
4. . . sms.
%
348 Ä oo Pow: :Poa. Ä
Po care X; : plrübern , Miripere; eure: Ä "St ver:
altet. S. Punem, fehlen: Hu... .
Ponagzı,. und Podameläft. vie; ‚ehemalige verderbte
Ausſprache des Wotts Podagra. Do wurdt
Meinhardt vam Dame‘ koand. im Podaoel.
Menner. .y.
= Pöonzi, ‚Köder: sinn Yalfang..- Biddern, Yale
fangen. S. Paren. in der aten. Bedeutung.
Pocan,, ‚ein Brofch.. u ©. Frogga,:.Frekca. R.
BU 8.Sik friven, ; oder treen, as de Pog⸗
gerim Maan⸗ſchien: ſich · bruͤſten , mit.einer an⸗
genommenen Gravitaͤt einher treten. Daar ſunt
Meer. Ebers, as Poggen: Eser. Go
kooldas ene Pogge: eiskalt. «Man mag de
MPogge immer draͤgen, ſe huppet like wol in
den Pool: vom einem, dans man wider feinen.
.Willen und NeigungenWohlthatenterzeigen will.
itt. der nach feiner. Sandesarhebung ſeine poͤbel⸗
hafte Gewohubheiten behbehaͤlt.
Qunad-pobge, in raue eine Kroͤte. Bi Wir fagen
Uetze.. m. Br
Poggen- diek. ‚©. unter Dıe«. ar. :
"Fogge- minte, ‚Pogge;- munte, .eine: " Umebte Art: der
Krauſeminze, wilde Minze, Feldminze, Korn⸗
minze, Zeichminge; ınenta. paluſtris, monta
campeſtris. Einige ſprechen es Page⸗ minte
aus: welches eine beſondere Gattung der wilden
Muinze iſt, Pferdeminze, mentaſtrum. Von
Page, ein Pferd.
Poggen- -0ge, ;1.,) ‚eine gewiſſe Gattung. gen. Peiner
Schwaren, deren fünf auf einen Groten gchen
2
Pos, xolox. $49
’
n 2.) von Tbon gehackene. mm glafurte Schnellkuͤge⸗
or lem: Paft auch Rnitter· Blohiil Auſorii
KRdiles we SH ‚gan 43 219 st
Poggen- ponl;; em Sumph; remain w ira Side |
ſche aufhalten. te "Ei 202 3 Zw
Rogge. ſchott Froſthlaith.n Sir {74 uber ueiden es
Boggmaifi, und. Poggenruff. "Je Hamburs
Poggenkuller. R. #2 2: .: Inst
Poggen - ſtool, Eaſchwamm, Sitz, 4 Efamignn
fungus, boletus. R:und& . i Jeu-2ind.
» Poor, 1.) ein Dolch. Es ift baffelbe miete tat.
zu „pugio. Holl. auch Pookk. Eg gehöre zur Fa⸗
milie des Worts pikfen, pungere. Frpiquer.
©, Friſch unter Picken. Een oold Pook: ein
altes, abgenuͤtztes Meſſer. Auch heißt eine Na⸗
del, Die zu mob und diet if, een Poor van’ der
2) ein. Stich, eine‘ "Wunder. R: Eben wie
Plite einen kurzen Degen, und auch die:damit ger
ya x machte Wunde, bedeutet. Gleichwie auch! vor
Zeiten Dolch fuͤr eine Won de / gebrauche wurde.
S. Schilter in Doig.
3.) Im Chur- Braune. peißt Poof au. ed .
ſchwacher, unvermoͤgender ——
Poken, ſtechen, eine Wunde ſtechen. R
Poxen, einige. ſprechen Paken, die Drüfen in dem
Eingeweide bes Viehes, fonderlich der Leber und
dem Fette Gleichſam Polen, puftulse, va-
riolæ.
Reet-paken. S. unter Rerr,; Reer. Ä
| Poor, Publ; Sumpf, R.: "tar palus, aqua fta-
Ä 9. —XXE
%
3390 = Bor _
gnans. Ceſt. Pwi, Poul. %. ©. Pul. €,
Pool. Set. Poll. H. Poel. Putten un Poͤ⸗
le: ein ımebenes, moraftiges Stück andes: ein
und, woriiien siele Eleine Suͤmpfe find. Wofür wie
auch fagen: Kolf un Kulm. Wenn alle
Putten un Poͤle vull funt, fo kumt de Froſt:
es kommt ſelten anbaltendes Froſtwetter, ehe das
Land vom Regen voll Waſſer iſt. Enen goden
Pool piſſen, ſagen wir auch R.
| Aunte- pool, 1.) ein Teich , auf welchen man Aenten
haͤlt.
2* ein Pfuhl, neben welchem ein Vogelheerd iſt,
| wo die milden Aenten gefangen werden. :
Katten: pool wird eben fo gebraucht, wie Katten⸗ 0b.
S. unte JacEen. .
Poggen-pool. ©. unter Pocam
- Water-pool,. ein jedes ſtehendes Waffer, wenn’ auch
nur vom Regen auf einige Augenblicke in den
Gruͤften ſtehen bleibt.
Pölken (os), fein Waſſer laffen, piſſen. Es wird ge⸗
mieiniglich nur bey den Kindern gebraucht. Sonft
auch: enen ‘Pool pifien.
_ Bepölken, bepiffen,, anpiffen. Sik bepoͤllen · ꝛ ſich
beſeichen. Von einer hoͤchſt laͤcherlichen Sache
pflegt man zu ſagen: Ik dagte, ik ſcholl mi be⸗
poͤlken: ich tonnte fuͤr Lachen kaum das Waſſet
halten.
J Pool-mann, ein Waffermann, Schiffer. Daher heißt
der h. Nicolaus im Bremiſchen de hillige Pool⸗
mann, weil er ein Patron der Schiffahrenden g&
veſen oder die Aufficht über bie Seen und Ge
| vaſer
. "Porn m. kapi . 351.
wäͤſſer gehabt, wie der Herr General⸗Suwerint.
Prarje vermuthet. S. eijogth. Bremen und
Verd. ste Samml. p. 206.
Por (on), Pfuͤhl, Bertpolfter, pulvinus,, S& x |
76, Pyle €, Pillow. 9. :Peuluw:. Bon,
dem alten Bol, jetzt bey uns Polle, ‚der Konf.
GS. BouLTSAX. Een biffen Pi: ein. dicker, | E
fetter Mn
Porz, 1.) der Kopf. E. Poll. Def e es.in diefer
Bedeutung ein uraltes celtifches. und phrygiſches
Wort ſey, und auch noch in der heutigen: perfi:
ſchen Svprache gefunden werde, zeiget Baxter:
in Gloſſ. Ant. Brit. mit vieler Gelchrſamkeit.
S. Wachter unter-Polfter. Enen bi der Pol⸗
le frigen: einen bey dem Kopf faflen: in die,
Haare fallen. Enem de: Polle luſen: einem
die Haare raufen: die Kolbe lauſen. |
2) der Zopf,. ober Federbuſch, den einige: Voͤgel J
auf dem Kopfe haben; als Huͤner, Aenten, Wied⸗
hopfe, und Lerchen. |
3.) dee: Mipfel eines jeden Dinges, ſonderlch der
Baͤume und Pflanzen. R. und S. |
Harte-polle, das Herz, ober.die jungen zarten Bläß
‚ter-in den Pflanzen, +5. €; im einem Kohlhaupte.
Polled, adj. was einen natürlichen Strauß, oder Zar
derbuſch auf dem Kopfe träge, criftatus. Pol⸗
lede Höner, Pollede Aanten: Huͤner, Aenten
mit — In Hamb. Poll ⸗hoͤner,
Pollen- dekkel, ein n Sun, eine Mige. Sm tadelnden
und "gehäffigen Sinn. Kanſt du den Pollens
u | NS
N
‚35% Por — Pos. _
u dekkel nig af: memen? kannſt du den. Hoe nicht
3 «a rabgiehen? Heſitt daar mit dem Pollen⸗dek⸗
kel: er ſitzt da, als ein ungeſchugeuer Bl, © mit
brdecktem Haupte. nn
Poll-exe& ; S. unter Exe.: _ |
Poll- haar, Zopfbaar⸗ das: Haar. ar dem. Sri
. «Re oo, l
| Polt- foor heiffen die Saum, —2 Wohel— verdorret
| iſt. &.SooR. ", n.ltı.. el
Ponr. Strafe: und‘.
Ponen,::Strafgeld edlegen: Ä ©. unser Pınm
P OPPELKE; gelbe: Waſſerblumꝛe. , Seerblum⸗ nym·
pheææa aquatica.
—— Gicht, Lahmung, Schleg. € Pal-
ſey. H. Popelſy. Diefe Wörter find verderber
und verſtuͤmmelt aus: paralyſis. Hier hoͤret man
| s es jetzt nicht mebr·· Rein. Dr Vos * B. 2
‚Be vlokede mi darto de Poppelfge: |
d. i. er fluchte oder wünfchte mir alles Uebel: an
den Haͤls, : oder, daß ich verrecken mh.
Poortz. Pforte, porta.:. .
Poorten-kıuppel, ein. Sölgerner: Zporriegel Es .
auch ein n Saiohfeame ‚eines eltinen kurzen Men⸗
W ſchen. R 54
Poos Poſe, eine abwethſelnbe Dauer; * paula. R.
"Gr, raucic, wavawın. : Fr. Repos. Bi Po⸗
Zr fen: "nach einer abgemeffenen Dauer: mit vers
ſſchiedenen Abſaͤtzen, und darauf, folgenden Ruhe⸗
ro punkten, Bi Poſen arbeiden: bald eine Ag:
SE i arbeiten, und bald eine Rubeieit machen. Eine
| | Poſe
N
Pos. Por. . 353
n of füben:. eine beffimmte Zeit {äuten, und
. nach einer Ruhe wieder anfangen. Auch vom
Fieber oder andern Krankheiten, die mit abwech⸗
ſelnden Anfaͤllen kommen, ‚beißt es; de Poſe is
voorbi: der Paroxysmus iſt über Eu
Twasken- -Poos, Zwifchenzeit, Abſatz in der Arbeit
| intervallum, .interftitium temporis. |
"Posg, eine Spule, ein ungefchnittener Gederkil R
Pässe (4): ©. PEsen
PöseuN (og), muͤbſam arbeiten und nichts: beſchik⸗
fen, ſich in der Arbeit verwickeln, R. Wir far
gen auch noͤlen, und nuͤſſeln. In Preuffen pus
he. 2
| Afken- pöfel wird infonderheit von ſchmuhigen Koͤchen
an Und Koͤchinnen geſagt: bedentet aber auch einen je⸗
ze», ben, der. fich flets: mie. geringen und unſaubern Ur
„beiten beſchaͤftigen muß.
| Ar ken- pöleln, geringe und ſchmutzige. Arheit chun.
POSRN, waten, im Waſſer oder. Schlamme gehen.
Im Chur⸗ Braunſchw. ee
Posr, Porſch, wilder Rosmarin, Inyrica, ledum,.
cthymelæa. Eine ſtark viechende Staude, welr
che, wenn ſſie an das Bier gethan wird, macht,
‚daß es berauſchet. Wend. porfkam, uiefen, >
| Porz, Pfote, der Fuß eines Thiers. H. Poor. In
Pate. E. Paw. Auch die Griechen nennen die
2! Züffe der Thiere weder, Die Verwandſchaft die⸗
ſees Worts ſ. unter Pan. Uneigentlich heiße es
auch, die Hand. S. Sine Poten darunder
ſetten: ‚eine Schrift unterſchreiben. He hal.
ſine Poten wol daraf laten: er ſoll nicht ver⸗
3 IS SD
N
L
Ä 354 u — "Por. J
moͤgend ſeyn es atzuruhren. peten geven,
wird von Hunden geſaget, wenn ſie die eine Vor⸗
| " derpfote einem in. bie Hand reichen,
Agter-pote, der Hinterfuß. Sik up de Agter ⸗ po⸗
ten fetten: ſich widerſetzen, fi ſich zur Webre ſtel⸗
len. |
; Hunger- -pote, De Hunger; poten fügen: Hunger
und Kummer leiden.
Pootje, 1.) eine kleine Pfote. Muggen⸗ pootjen
nennet man die kleinſte Art Stednadeln: : eigene
lich, Muͤckenfuͤſſe.
2.) das Podagra. | 5
Pootjen, verb. mit den Vorderpfoten Geharden nach
der Jaͤgerſprache Maͤnnlein, oder Männchen)
machen, wie die Hafen, Katzen, Hunde x. wenn
ſie ſich auf die Hinterbeine fegen „ und mit .den
Pfoten über bie. Nafe führen, oder geichfam
trommeln.
PGTERE, Verpôtern (a), verfaufen, verfchimmeln,
verwefen. it, die Farbe verlieren. Es bat einen
u gemeinfchaftlichen Ueſprung mit dem Griechifchen
ud, ich mache flinfend und faul; wuSowey,
Lat. puteo, und putreo, ich werde flinfend, ich
verweſe. Here R. ſchreibt verpetern, und iſt gee
neigt, es von Salpeter abſtammen zu laſſen.
Welches irrig iſt. Partic. Verpoͤterd, derfau⸗
det, verweſet. it. wurmſtichig, alt, verlegen, fi-
tu, vel quovis alie modo corruptus. Ders
poͤterd Tuͤg: Alte -verlegene, und won Motten
zerfreſſene Kleider, it. Zeug, fo von Alter die Far⸗
be verandert het. em bold verpoͤterd Geſigt:
ein
| Por. 355
"ein Geſicht, welches das Alter, oder eine Krank
heit verwüfter hat. '
Port; ein Topf: S. Engl. Franz. and Hol. auch
Pot. Daͤn. Potte. In Hamburg Putt. R,
Here Wachter meint, Pot ſey das umgekehrte
| Zop oder. Topf: er fagt aber feine Urſache, wars J |
unm Topf nicht das umgekehrte Pot ſeyn könne.
Up'n Pott gaan: zu Stule geben. Sprw.
Daar is kien Pott fo ſcheef, daar paſſet een
Stulpen up: eine Perſon iſt fo ſchlecht, die
nicht im Heurathen eine Parten findet, Luͤtje
Pootte hebbet ook Oren: Kinder‘ faſſen alles in
die Often: dürfen daher nicht alles hören, . Idt
kumt nig all to Potte, wat kumt uut dem.
Doppe: viele Dinge, oder Perfonen, misras -
hen, verfommen, ehe fie ihren Nutzen eigen: |
in vielen Dingen wird Ubficht und Hofnung
nicht erfuͤllet: vieles verungluͤcket: inter. os et
offam. . Es will dieß Sprw. eigentlich ſagen:
..viele Küchlein flerben, ehe fie fo weit fommen,
daß man fle zur Speife bereiten kann. Tobrake⸗
ne Potte gift het allerwegen : Fehler und
Maͤngel ſindet man aller Orten. Kief.in den .
= ort: ein Mann, der ſich in Küchenfachen merk
ger In den blauen Pott piffen: in dem Yu
= relberge "(ein Sefanguip die in ber Su) ae
fangen ſihen. |
Kakel - pott, ein eiferner Topf, oder Grapn, dem |
man uͤber das Feuer. hänge E
Piß- Pott, ein ee matula. Doktor gi
= vott⸗
u
— —
*
356 Por Pra. |
J potte ein n ſchiechter At, urin— Gucker, , Date
+.
fhreir.
Schiet-pott, ſ. v. das Geſchirr in einem WMachtſtuhl.
Enem to'm Schiet:pott ſlaan: einen. muͤrbe
pruͤgeln, die Knochen entzwey ſchlagen. Es ge
bhoͤret zur niebrigften Pobelſprache. | u
ar pott, Spaarbüchfe.
Ateel- - pott;, > ein kleiner irdener Topf, mit einem n Stil,
22Wobey er angefaſſet wird,
Tiekk- -pott, ein Theetopf: - ©
Pott. digt, ganz Dicht, feft zu gemacht, R. |
Pott-baft,. in Feine Stücke gehacktes Fuͤſch, fe frz A
=. gbgefochet-wird. S. In Hamburg Hüß;putt. R.
Pottje- büel, ein Gericht von dick gefochtem Reis,
| oder Scheldegerfte, mit Roſinen. Es heißt alfo,
weil es in einem Beutel (Buͤdel, Buͤel), oder
reinen leinen Tuch gebunden, und alſo gekocht
ti. wird. H. Potjebeuling. Hier bedeutet Beu-
7lipg aber eine Art dicker Wuͤrſte welche die Eng⸗
x. Iänder Pudding, die Frauzoſen Bondin nennen,
| Pottjer, ein Töpfer. Pottjer⸗leem, Töpfererde.
Pott-kefe, after fauler Kaͤſe, der. in einem Topfe gaͤh⸗
Teen und feharf werden muß: worauf er durchge⸗
netet wird, bis er, wie Butter , aufgeſtrichen
%o, „werben: kann, a |
| Pott kiker, - ein Moann, ber eh um hdie Kidı und
| Speiſekammer mehr bekuͤmmert, als. na ſur ihn
213. ‚fdletet, an BaCaEE ra 5 an
Pott-lapper, ein Keffeflicer, ee
Pott-likker, ein Schmarogr. "I
Ä PReCHER, sin Yen, Bettler. Der fing die:
ſes
.
‚ Pra | sıT
ſes Worte ift ſehr verdeckt: obmol Wächter; az
‚ter Bracher ( wie er es- wider. allen "Gebrauch
ſchreibt), es von brechen, gebrechen, herlei⸗
tet. Welches unſere Mundart nicht Teidet; "Sry
"den Engländern iſt prog. fo. viel, als: etwas zu
effen ſuchen oder anſchaffen. Junius m: Etym, .
Angl. bemerfee, daß Prog-hain bey den Irlaͤn⸗
bern beiffe, Kummer, Sorge. Proctor, welches
ſonſt auch einen Hroclrotor bedeutet, heißt auch,
bey dern gemeinen Manne in England , "ein. Bett:
ter. &. Jun. Etym. Angl. v. Proctor. : Sprwo.
Je ſlimmer Pracher, je dikker Luus: je 4%
"mer, je trotziger und unverſchaͤmter. Wenn een
Pracher dem andern wat gift, fo freuet ſik de.
Engeln im Hemmel: ſagt man fpöttifch,s wenn
ein Ürmer- dem andern, nach -feiner Art, Wohl |
thaͤten erzeigen will. He het de Lügen to Gre⸗
pe, as de Pracher de: Luus: f Greepz unter
"GRIPEN: ..2
Pracherije, Betteley, Aemſeligkeit. R.
Prächern, betteln, unablaͤſſig bitten, R.- „ Prashern
= un’bidden:- "nieberträchtig bitten, a: .
Praclter- harbarge, eine Hetberge, :wo nur ae $andfäufer -
und Bettler einkehren: ein Beltelfeng. . Dat is
hier up der Prachersharbarge: Tage man von
einem armſeligen Gaftmahl.- it. wenn man wgend
wo iſt, wo man nichts haben kann. |
Pracher-häge, ein Schmaͤus yeringer feutei .-
Pracher-pakk, WBetteloolf, armſeliges Gef. R
Prächer- ftaat; - eine atmfelige — welche WR weni:
Sen Tape gemacht wird. R. Ze
BR N
\
Pe "7
Pracher-vaagd, Bettelvogt. R. Welche Venennung
I aber ſchimoflich iſt. Man ſagt ſonſt Ratlen· de
| ner.
| Pracher- wark, Armieligkeit.
Pracherhaftig, armfelig, bettleriſch. |
Pracntr- = APPEL, eine verdorbene Ausſprache für, |
| Prager Aepfel. Eine Art golögelber Renetten.
Praren, wie im, Hochdeutſchen. Sorw. Prale
wi nig, ſo ſun wi arme Luͤde: es ſind nicht alle
reiche Leute, die von ſich ſelber pralen.
Groot-praler, ein Praler, Pralhans, Großſprecher.
Praıı, adj. und adv. dicht geftopft, voll: fo daß
das Xeuffere, oder. der Ueberzug gefpannet ift,
. und dasjenige, was daran flößt, zuruͤck prellen
macht. R. Daher prellenz zurack fpringen,
vibrari, und.prallen, vibrare. Pralle Was
ben: fleifchige und zierliche Waden: teretes fu- .
zer Een prallen Sjunge: ein kleiner gefunden.
Junge, deſſen fleifchige Glieder. hart anzufühlen
find. Stickeren und Zeichnungen ſtehen prall,
„wenn fie ihre Richtigkeit und Lebhaftigkeit haben.
Phaam, ein flaches Schiff, womit Magen und Pfers
be über einen Strom gefeget werden, ponto. E.
' Prawm. :. Verel. in Ind, Pram. Die Holläns
der fagen auch Praam.. |
Pas MED, Dicht fiopfen, preffen , ‚ premere. nu
prammen, hinein pfropfen, prefien, flampfen. S.
ſchreibt graamen. Den Buuk vull prammen:
dbbermaͤſſig eſſen: eigentlich, den Bauch dick aus⸗
floyfen.. Prammed vull: geſtopfet voll, vol
| serefie. Dem fügt auch wol prampen.
7
Pran-
Pra. 0 m 359 F
PRANGAB, ein groſſer Stock, Stange. Im Banndv;
PRAMNGEMN, druͤcken, preſſen. it. hart an einander
ſtoſſen, Widerſtand thun. Im erſten Sinn brau⸗ =
chen es auch die Holländer. Lat. premere, par- .
angiare, von angiare. Man’ vergleiche auch
das vorfichende prammen, welches Teicht aus
prangen kann gemacht ſeyn. Es iſt jeßt veral⸗
tete Renner im Leben Erzb. Albert II. Dar
quam vele prangens aff twifchen den Raht
und der Gemenheit: wente duſſe uproren⸗
ſchen nemen eine. Fahnen van einem Schepe
., mit der Stadt Wapen, ane des Rahdes
Verloͤff ꝛc. Zur Erlaͤnterung dienet eige Be
deutung, welche die Holländer biefem Worte bey:
legen, nämlich: ſcharf gegen den Wind an lavi;
ten. Kero, pranlian, redigerg.
Pratan, ſchwatzen: von unerheblichen Dingen re
. bu -R Es iſt auch Holländisch. . E. prate,
und prattle. Gr. Dealer , reden. Daher auch
— ———— Fratzen, poſſenhafte Reden, pugæ.
Statt praten ſagen wir auch praatjen. |
| Praat, Gchmäg.: R. Dat is wol man Praat: |
Das find vermuthlich nur leere Worte, ohne
Grund. Wiver⸗praat: Weibergeſchwaͤz.
Präat; en-maker; ein Schwaber. R. In Oerabruͤc
=: Praatiensdrüder.. S: -
Prateln, Präteln, plaudern, : Dlappeen. R.
Prätel, ein wafchhaftes Maul, le Caquet. R. |
Prarzıa, flog, Abermürhig, In Hamburg. R R
Beym Kilian ift pratten, übermüshig: ſeyn.
Wir ſagen auch patzig. |
EZ 34 | 2 SS
\ 369 . | Pra. Par.
Paieen,; Prabende eine Wohithat aus geiſtlicher
Stiftung. So empfingen vordem die Geiſtiichen
fire ihre Amtsverrichtungen, als Taufen, Leichen⸗
reden u. d. 9. Praͤven an Brodt und Fleiſch.
So heißt es im Rein. de Vos, 1B. 29 Kap.
Eme konde an der Provene nicht ghenogen,
De em ſoͤs Monnyke updroghen.
| Bifonders: wird das Hofpital zu St. Nemberti in
hieſiger Vorſtadt, woſelbſt eine gewiſſe Anzapl
Perſonen, aufſer einer freien und beſondern Woh⸗
mung, an allerhand Einkuͤnften ein Gewiſſes ge:
nieſfen, der Praͤnen genannt. Welche Einfünfs
te durch eine maͤſſige Summe Geldes erkaufet wer⸗
den, und alſo eine Art Leibrenten find; Enen
Praͤven kopen: ſich in Remberti Hoſpital kau⸗
fen, Enen Praͤven bewanen: daſelbſt woh⸗
nee Auch wird dieß Wort im gemeinen Ge
brauch fir einen: jeden beflimmten Theil genorüen.
It hebbe minen Praͤven all kregen: ich habe
ſchon erhalten, was mir zukoͤmmt.
Prävener,, der. eine Praͤbende zu gehieffen bet, prae=
bendarius. Eine, der in Nemberti KHofpital
zer.
Präven- beten, eine eine abaeneſene Portion, de-
menfum.
Prxven- freter, im verachtenden Sin, einer, der von
Praͤbenden Ieht, "der: geiſtliche Spenden im Muͤſ⸗
ſiggange verzehri. R |
Pravestr, Prawft, Prof, prepeline.
Prerzr. S. unter Prıie.:
Preem, Pfriem. Sol Prien, Bon dem alten
| bremen,
/
! Pre Pre. 0 3b.
bremen, flehen. Vergl. Braam, Genift,
- + Pfrtemenfraut. Es kommt im Urfprung und der
Bedeutung überein mit dem uralten deutfchen
Wort framea, ein Spieß. Wovon Tacitusde
Mor. Germ. c. 6. rari gladiis, aut majoribus
‚lanceis utuntur: haftas, vel ipforum vocabu- .
lo frameas gerunt, angufto et brevi ferro,
‚Jediita acri et ad ufum habili ut eodem telo,
prout ratio pofeit, vel cominus vel eminus
_ pugnent. In der mittlern Zeit hieß framea ein
Dolch, oder Stillet, fo man in einem Stade
verborgen teug : jet noch bey den Hollaͤndern
Moord- priem.
PRENTEN bieß im Anfange der Buchdruckerey ſo
viel als, drucken, ein Buch drucken: typis im-
primere. S. Friſch im Woͤrterb. Und ſo
brauchen die Englaͤnder ihr print, wie die Hollaͤn⸗
"der ihr printen , auch neh. Fr. empreindre, |
tat, imprimere. Bey uns, fo wie in Hamburg,
beißt jezt noch prenten, groſſe zierliche Buchftas
ben ſchreiben, Die mit; den gedruckten Aehnlichkeit
haben: Fractur: Buchftaben ſchreiben. Eu
Prent- fedder, eine breite Feder zur Sractur : Schriſt
R.
Paicnen, ſchwer athmen, engbrüſtig fen; feis
chen. Chur⸗Braunſchw.
Prı Er, Verfleinerungsw, Priöiken, eine Sommers
laube, ein Luſthaus im Garten: und überhaupt‘
ein Zimmer, wo eine Geſellſchaft pflegt bey ein⸗
ander zu ſeyn, um ſich zu erluſtigen. Im vor⸗
uͤslichen Sinne beißt in Bremen alſo das vor⸗
35 ı | STE
nd , R
” ‘ ı .
362 | Pr |
| nehmſte Zimmer im. Stadtsweinfeller ‚ für ober⸗
keitliche Perfonen, und ſonſt angefehene Gäfte,
m Paicer, Regiments: Scherge, Profes. lictor ca-
ſtrenſis. Diefes jezt bey uns allgemeine Nenn:
wort iſt aus einem eigenen Namen entſtanden.
Denn vor einiger Zeit hatte man in Bremen einen
Profos Namens Prigge, welcher dieſe Wuͤrde
lange bekleidet hat. Nach deſſen toͤdtlichen Hin⸗
tritt hat man, aus Gewohnheit, nicht nur den
unmittelbaren Nachfolger deſſelben in dieſem Amie,
ſondern auch alle folgende Profoſe, Priggen ge⸗
nannt. Der Wohnkeller unter dem Rathhauſe,
in welchem ber Profos Prigge gewohnet bat, und
welcher jezt mit zum Stadtsweinfeller gezogen iſt
beißt daher noch Priggen: Keller: Wir bemer:
ken noch, jeboch ohne Abſicht jemand zu ſchim⸗
pfen, daß im Engliſchen Prigt einen Dieb,
Schelm, bedeutet.
Prix, ein Punkt, ein Stich. A. ©. Prikka,
punctum. Din. Prick. Up’n Prik: ganz ge
nam R. und S. Wir — auch: Up'n Plit:
S. Plik, unter Prarx. . Daher
2 Prikke,. Aal-prikke, ein Kammfoͤrmiges eiſernes In⸗
ſtrument , deſſen Zaͤhne Widerhaken haben, wels
ches an einer Stange befeſtiget iſt, womit man
die Aale unter dem Eiſe faͤngt. Naͤmlich man
hauet kleine Loͤcher ins Eis, wo man Yale vermp
rihet, und ſticht mit der Prikke auf den Grund:
ſo bleiben die Aale, welche getroffen worden, zwi⸗
ſchen den Widerhaken bangen.
Prikkel, und Prökel (m: ein Suchel. In ſonder
| ‚ heie
Pax. WVWB 363
heit, ein dannes zugeſpihtes Stzcklein , womit
man die Dünnern Gedaͤrme, bey dem Wurſt ma⸗
chen, zu heftet. R. Zu
Prikkeln, und Prökeln, y.) ſtechen. Dat priffelt.
mi: id habe eine ftechende Empfindung davon.
De Wurfte priffeln Cin Hamburg pröfeln),
mit einer Nadel in die Wuͤrſte fiechen, beym Ste
pfen, oder, auch im Kochen, damit die Luft beraus
"gehe, und fie nicht berften. Bey uns aber ift,
Wurfte proͤkeln: die Wuͤrſte, wenn fie geſtopfet
‚find, mit dem Proͤkel verfchlieffen.
2.) Proͤkeln heißt auch ſtochern. Mit der Natel u
in de Täne pröfeln: bie Zaͤhne mit der Nadel
flohen. |
Pribkken, “ ſtechen. A. ©. prikkan. €. to prick.
| Din, at prikke. Mit der Natel priffen: mie. -
der Nadel flechen, oder etwas durchloͤchern. Ale
priffen: Aale mit der Prikke fangen. S. Prix-
ke.
An prikken, oder An prikkeln, anftchen, anfpor: |
Zn, anreisen.
Dör prikken, durchſtechen, durchlochern. |
"In prikken, einftechen, ein Lech. einflechen.
To prikken, fortfahren zu ftechen. 0
- Prikkel-flede, Prökel-[lede, ein; Heiner Scfietn,
den der darauf; figende. mit zween Stöcden, die .
mit eiſernen Spigen befchlagen find, die man
Proͤkels nenner, auf dem Eife ſelbſt forttreibet,
Prıxexz, Neunauge, murznula
Prıxxer ift im Ditmarſ. eine Kroͤte.
Paızıexum, mit ben Handen rollen, als Bachs, |
| ER
Pr
264 I u „ Pro.
oder Teig. . was zwiſchen den Sanden
gerollet iſt. Chur⸗ Braunſchw. mn
Prim- ALTAAR, der hohe Alter: von primus, ber
vornehmſte. In einer Urkunde des Kapitels. PN‘
©: Anfcharii in’ Brenen, von 1397. Ofk fo
mogen de Bommenftere unfer Rerfen: dat vor
fereven Belde zunte Dorotheen‘ eres hilgen
Avendes, unde in eren hilgen Dage, zetten
vor unfe Prym Altar, unde in Begenfniffe
‚Der vorfereven Broderſcap uppe dat zulve Al⸗
tar ꝛc.
| Prınısere N, einer Sache tief nachdenken, ſpictiſ⸗ 1
ren. He primiſeret darup: er denket ber Sa;
che tiefſinnig nach. In Hamburg ſagt es ſo viel
als, phantaſiren, im Haupte verwirret ſeyn. Hü
Mattheſon leiter es ber von primiberio, fcil.
cantore. SR. E
Prinz N, grob and ungefhicht nahen. ‚Herr Richey
ſchreibt es pruͤnen. To prinen: ſtummpethaſt u
näben. °
Prinerije, Stümperen im Nahen. R Ro
PRGöKEFEL. ©, Prikkel, a EEE
ProrrEn, hinein fopfen- oder wingen, vol Ropfen,
ſtipare, farcire. To proppen, zuſtopfen, als
eine Flefche u. d: 9. Schw. proppa.: H. prop-
pen. . Man vergl. das Gr. een, obturo,
obftruo, Propped; gepfropft, voll geſtopft.
Propped sul, feft und: voll geftopft, voll Ki
drückt und gepreßt, ſpiſſe plenus.
Propp, Pftopf, Stöpfel auf. einer Flaſche, oder dergl
u feier , ein Pfied auf einer Ladung im Schieß⸗
| Ä gewehr.
Sn
a _ No
Pro. Prü, 2 365
gewehr. E. Prop. Sm Schey, oder an⸗ Ver⸗
achtung, nennet man auch ‚einen, kurzen dicken
Menſchen enen Propp Ein pöbelhaftes
= Schimpfwort iſt: Propp up der Schiet ; kru— u
fen. -.
ROVEN, Pröven (a); peifen : probiren ,. koſten
ſchmecken. Es kommt mit dem Lat. probare
uͤberein, oder iſt daraus gemacht. |
tove, Probe, Probeſtuͤck.
rörer (os), Probirer, "explorator, examinator.
Kuͤnd. Rolle Art. 136. Dof en ſchall nemand
2 neen Bremer Beer unt.foeren — idt er
Bi thovoren geprovet van den Proevern: ah
; fol Niemand Bremer Bier ausführen, es fey
„' denn vorher von dem Probirern geprüfet. ”
RövEn (on), Praͤbende. &.Präven.
RUDDELN, ‚anfangen: zu Fochen, aufwallen. R. An⸗
dere ſetzen ein | davor sub ſagen ſprudeln.
—* druͤcket den Laut aus, den man im Kochen boͤ⸗ J
ret.— ]
RUDDELN,: im Chue⸗ Beaunſchw und-Dsngbr. be
1 omuben,. nerunſtalten, Prudderig, ſchmutzig,
verunſtaltet. Pergleiche bruddeln —. unſpubere,
ſchlechte Arbeit machen. |
ROLL , Prulle , - eine nichtswuͤrdige Sage ‚en
ſchlechtes Ding in ſeiner Art. Nach dem Richey
J ſind Pruͤllen alt verlegen Zeug: Pruͤllker, ein
— „Knicker. Cs ſcheint von obigem prud⸗
deln, pder bruddeln, nit Perbeiſſung des dd,
zu ſeyn. Een Prull vam Keerl: an ſchlechter
| Kerl.
366 nn Pau. |
Kal. Een Prull vam Voet: ein elendes
Buch u. ſ. w.
-Prümmer, en Brocken. Pruͤmmeln, cbröckeln,
zerbroͤckeln. Hanndv,. W
Prünzn, ſchlecht naͤhen. S. Prınen | |
PRrunKEnN, 1.) neutr. in dem beften Kteiderpuf
glänzen, Staat und Figur machen, prangen, ſtol⸗
ziren. H. pronken. €, prank. Wenn wie |
auf den Grund geben wollen, fo ſtammet dieß |
Wort ab von dem alten Brun, Brunia, Bruni.
ge, Pun: % 6. Bym: Schw. Bringe:
7° welche esltifchen Urfprungs find, und nicht nur die
Bruſt, fondern auch einen Bruſtharniſch, andeu⸗
ten. Wachter unter Brun. Daher hat man
mit der Zeit brunieren gemacht, welches noch
-jeßt bey den Goldſchmieden ſo viel, als poliren,
glaͤnzend machen, iſt: eigentlich aber, die Harnb⸗
ſche und andere Waffen glänzend machen, Wel⸗
he Wort auch bie Franzofen behalten haben:
hrunir, pofiren, und Brunifloir, ein Brunier⸗
Stahl. Brunk hieß daher vor Zeiten, dee
Glanz, den die heil polirten Waſſen und Harni⸗
ſche in der Sonne von fih warfen. Man ſiehet
alfo, daß brunfen, oder, wie wir jetzt fagen,
prunken eigentlich Heißt, in Heil glänzenden Waß⸗
fen prangen. Mit der Zeit aber iſt es auch von
anderm Kleiderputz gebrauchet worden. G.
Feiſtt⸗ Woͤrterb. unter Brunieren, und Brunk.
Prunken as een Paulum: Rehisen, wie ein
Pan — | |
| = ro J 2.)
| Pu _ | 367
2.) active... Up nn aufpugen, den beſten
Pug anlegen. E. prank up.
unk, Kieiderftaat, Aufpuß, Parade, Sinen be
ften Paasken⸗Prunk an hebben ; in feinem be
ften fetlichen Putz erfcheinen. Up'n Prunf
ſtaan: zur Parade, zur Schau ſtehen. Was
Prunf im eigentlichen Sinne ausdruͤcket, ift fo
eben unter PRUNKEN bemerker.
unker, ein Figur: Macher, ‚der über feinen. Stand
und Vermögen in fchönen Kleidern pranget. Een
Prunker up der Straten, un Pracher in der
Katen: ein Menfh, der zu Haufe kaum das lie
be Brodt hat, aber, wenn er r ausgefet, e eine groffe
Figur machet. |
unk- bedde, Parade: Veir.
unk- makerſke, Putzmacherinn. u
TUSTEN, 1.) niefen, ſternutare. Es ift von
brufen, braufen, Geraͤuſch machen.
2.) pfuchzen, wie die Kagen, oder Hamſter. Sprw.
Wenn de Katten pruftet, will't good. Weder
, werden. Im uneigentlichen Sinn ift pruften
ſchnauben für Zorn. ‘- - °
J, a pu! eine Interjection der Kinder , wodurch ſie
Eckel und Abſcheu vor etwas Garſtigem and Stin⸗
kendem anzeigen. Man hoͤret es auch als ein
Nennwort brauchen. Dat is a pu: das iſt ein
Dreck, oder etwas garſtiges. Vielleicht iſt a pu
das verderbte Fraujoſ ſche al put, es Rinft, Dis
‚ber ift
fegel, für Pufege, oder a pu fin, ber unteefte
Kirchen⸗
N
368 . . Puc Pop.
Kirchenknecht, der die Kirche teren , und den
Kirchhof vom Unflate fAubern muß.
Puvagel, nennen die Bauern den Wiedhopf , entweder
wegen ſeiner ſtinkenden Unflaͤtigkeit, weil er ſein
Meſt aus Koth macht; oder von ſeiner Stims
me. Der letztern Urſache wegen heißt er auch
bey den Landleuten Puup⸗oß: ſo wie bey den La⸗
teinern upupa. E. Hoo-poop.. Der erſteren
wegen nennen ihn die Miederländer Kackhaan. -
Puchen, pochen ,‚ twoßen, troßig drohen. Es iſt
mit puffen, klopfen, ſchlagen, verwandt: und
fchliege den Begriff des Schlagens in fih, da ein
trotziger Pocher fo oft mit Schlägen drohet, und
auch wel in der Hitze des Affekts mit geballter
Fauſt vor jemanden auf den Tiſch fchläge. Das
her auch das: Hochdeutſche pochen nicht nur ein
trotziges Drohen, „ſondern ‚auch. das Stampfen
und Zerſtoſſen der —* in den Bergwerken, an⸗
deutet.
Popoıa, dich, J Eiwa von Butt, ſuurf , groß,
vo Daher
Pudding, ein in Waſſer gekochter dicker Kuchen. Eben
ſo im Engliſchen. H. Beuling. Ditmarſ. Bud⸗
den, und Mehl⸗buͤdel. Vergl. Pottje-büel,
Puddeln Pudeln, im Gehen wackeln, von einer
ESeite zur andern fallen, wie dicke, fette Perſonen,
und kurzbeinige Thiere-zu thun pflegen. R. Das
Her Hat der Pudel, Pudelhund, feine Benen⸗
nung, wie Richey richtig anmerket, weil er hinter
feinen Herrn an pudelt, oder wegen ſeiner dicken
HBoaare ju wackeln feinen, Verwandte Woͤrter
| ſind
Pop Por. 369 I
fd wudbeln, mei, wurreln. © Wem |
Pudde-wurft, eine dicke Wurſt, „Blutwurſt. it. ein
dicker fetter Menfch. R: Fr. Boudin, BE Beu- |
ling ©, unter Purt- ende.
-Puddel, nd u
Puddel- rund. &. unter Poren. oo.
Pudel - dikk, ſo defoffen, daß einerauf den Beinen =
nicht ftehen kann. Zunaͤchſt von pudeln, war⸗
— keln.
_Puoer, eine Art dick bedrigte Hunde. ‚©, Pud- \
deln.
\ 2 ein kurzes Stuͤckſaß oder Lagerfaß zum Wein. J
3.) ein Febler, Verſehen. Beſonders ein Fehl⸗
"warf im Kegelſpiele. nen Pudel maken, und.
pudeln, einen Fehler begehen, R.
Punzn, 1.) . Puder, Haatpuder. ER poudre. E. =
Powder.
| 2) Bor Alters, Gewuͤrz, fein geſtoſſenes Geroin, .
aroma. Gepuderde Soppe, oder, wiebeym
Chytraͤus, gepuderde Juche: eine gewuͤrzte
Bruͤhe, jus aromaticum, embamma. Man
| fagt auch Puer.
Puvackı, und. |
| Purncen © oben unter Pr. Ä
p UFF, ein Schall, ein derber Schlag, oder Ei
Ein Wort, fo den Schall eines Schlages nachah⸗
met, eben fo, wieParr. Lat. barb, Bufla, u
“ eine Ohrfeige. Span; Bofeton,
Ruffen, verb.: druͤcket den dunkeln, dumpftgen Schall |
eines, Solg⸗e oder Seſes, vder Schliſſes/
Aa
X
23.
Du
370 | Por Por. |
aus. He fleit darup, dat at vaſſet er
ſchlaͤgt derbe darauf.
Verpuffen, fi ſich ſelbſt um etwas bringen, durch Mach⸗ *
laͤſſigkeit verluſtig gehen. NHanndv. -
PUFFRR, I.) Sackpiſtole, Terzerol. Bon Puff. |
Man fagt auch Tagfenspuffer.. Und im Scheer
‚je wird eine Brantweinflaſche , welche die Säw
fer pflegen in. der Tafıhe in tragen, Tasten ‚puff
fer genannt. Ss Ä
J 2) ein dicker Kuchen. 9. Poffertje, und Poffen-
‚brood: von pof, aufgebfafen. E. to puff, auf
blaſen, auffchwellen. Fr. bouffer, eben das A
boufſfir, auflaufen, ſchwellen.
Puux. ein altes flehus Bette. In Hamb. Punch
und Poof. R. im Nachſch. Im Hanndv. Pu⸗
che, ein Beue, Polſter. Die Englaͤnder haben
ein Work, Pucker, melches von einem Kleide,.
oder Stuͤcke Zeug gebraucht wird, das, weil es
nicht genugfam ausgeftopfet iſt, in Falten zuſam⸗
men faͤllt. Welche Bedeutung ſich ſehr wohl zu
Puuk ſchicket: da es nichts anders iſt, als ein
aus Mangel an genugfamen Federn in Falten zu⸗
ſammen fallendes Bette.
‚Puxen, 1.) klauben, zwacken, ſchaben, kratzen.
Af puken, abkneipen, abkratzen, z. E. die ver⸗
dorreten Blattern, den Schorf oder Grind. Luͤ⸗
ſe puken: uf jagen: ſchaben wo es einem
jucket. J | |
2.) eine Kleinigkeit behende ſtehlen, tleine Diebe
rey begehen, R. Im Eur: zunſche. peiken.
Lelboe Gloffa. Chauc. pocken. E. poche,
| poach,
—
Pux. u 371
poach, heimlich weg maufen : poke, mit dem
"Singer, oder Stecken, worin herum rühren,
Das Stammwert iſt das A. ©. Pocca, Poch- :
‚cha, Poha, eine Zafde: E. Pocket, Poke,
Pouch, Bag: Sr. Poche:. Verel, in Ind.
Bagge : Hochdeutſch Ficke. S. auch unſer
PVXXE, und PuNGEL. Aus Vergleichung
dieſer Woͤvrter ſiehet man leicht die, Verwandſchaft
der beyden Bedeutungen, klauben, und ſtehlen: u
und dag pufen, weg pufen, eigentlich. fagt: in
einer Taſche klauben, um ſie zu beſtehlen: oder,
in ſeinem Sad ſtecken. In welchem Sinn auch
die Engländer ſagen: to pocketup. Mit pu-
ken kommt nahe uͤberein fuken, fukeln; welches
nachzuſehen iſt: und das veraltete pochen. ‚ plüne
dern, diripere, beym Friſch im Woͤrterb.
Pubkerije, behende Dieberey, geringer Diebſtal. Hans
nd. Peikerie, Pikkerie.
Puukhaftig, diebiſch, der lange / Finger machet. R
Purke, Paͤcklein, Buͤndel. Chur: Braunſchw. Hier
im Bremiſchen ſagt man Punge, Pungel. |
. Pure, 1.) Nürfen, Buckel, dorfum, gibbus.
Von Bak, Rüden,
2.) eine Art eines Fiſchnehes, eine Reuſſe. Im
Ditmarſ. |
Pukkelhomo , Pukkelhomini, ein Vudtigers Es
| iſt eine ſpaßhafte Verdrehung des italiaͤniſchen Fa⸗
miles Namens Piccolominii. |
‘ Pukkel-up, eine Art Ballfpiels, woben man ſich eins u
| ander mit Baͤllen auf den Ruͤcken wirft. \
PUzEEN, pochen, klopfen, ſchlagen. H. beuken. |
Yan on a-
\
> !
Due ı 2 . Bu
Sr. bırauer A ala porte, an bie Thare Fiopfen.
. Bielleigpt geböret hieher Buff, Bock: und das
- $at. baculus, Stock. ©. Machter in Pochen. .
Dat Harte puffet mi: das Herz klopfet mir.
Pukkern, verbum frequent. immer auf einen klo⸗
pfen, oft ſchlagen. Berge.‘ biffern, und bis
fern: und das €, to bicker, flteiten, zanfen.
Enen in dem Rugge puffern: einen auf den
Ruͤcken ſchlagen. He ſit'r jummer up to-pußs
- fern:: er klopfet ihn alle Augenblick, Ä
Puk-vagd, Puk-vagden. ©. unter Vacn.
Puk-fuuft. Unter Fuust.
Pvıen, klauben, kneipen. it. zupfen, rupfen, sem
ren. E. pull. R. In der Naͤſe pulen: mie
dem Finger in der Naſe wuͤhlen. Up der Naad
pulen: den letzten Heller aus der Taſche ſuchen.
ut pulen: heraus klauben. De Nateln uut
dem Tuͤge pulen: die Stecknadeln mit ſpitzigen
Fingern aus den Kleidern ziehen. Es wird ‘auch
von Schlägereien und Haarzauſen gebraucher,
He het em enen to pulet: er hat ihm einen ders
» ben Schlag werfegen. Se pulet fif: fie zaufen
ſich berum, it. fie tändeln, als Verliebte, mit
. einander: hauptſaͤchlich, fo fern es ein Werk der
Hände if. Du mooſt daar nig an pulen: du
mußt mit dem Finger nicht daran tuͤhren. Af
pulen: ‚Durch öftere Berührung, oder durch Kras
Gen abreiffen: wie z. E. bie ‚Kinder die Blattern
abkneipen.
Puleken, Pulken, aimin. ein wenig, Elauben ‚ ober
Eneipen, wie Die Kinder mit ihren kleinen Fin⸗
.. ger
r
J
ei
L .
N—— - ; x —
1 *
*
Pu 00000 Br
geen. Up den Knaken pülten: * an den Kno⸗
chen nagen; aber ſo, daß man nur ein weniges
zur Zeit ab klaubet: minutim carpere.
Puler,..ein Klauber, der bey einer feinen Arbeit, wo:
bey viel zu klauben ift, ſich feine Mipe und zeit
dauern laͤßt. ro
. Pulig, adj. woran viel zu klauben iſt. R. —
Puul- arbeit. Pulige Arbeit: eine ſubtile Arbeit,
woju · Gebult und Zeit gehoͤret. 3. Ems
cherarbeit, feine Stickerey u. d. g. |
Puul- knaken, ein Veinlein, 1 woran noch etwas zu na⸗
DR > 2 2
Purx ift en Schimpfwort, momit mar ein ſchlotteri⸗
ges und unreinliches Weibsbild beleget.
. PorLKEN wird von einem klopfenden Schmerzen ge⸗
| braucht: fehmerzen, brennen, als eine Wunde
Pure, eine Flaſche, -eine Kanne mit. einem dicken
Bauche. it. ein dem Trunk ergebenes Weib.
Dieß Wort. verräch feinen celtiſchen Urſprung.
tat. ampulla.. .&, Bowl, ..9, Pull. : A. ©.
Bolla. ° st. Bolli. Gr. aus, . Bol, oder
- Bül, bar Oberfat den Begrif des Runden ımd
Bhudigin. S. Wachter in Bulle, vas poto-.
rium. Vergl. Buddel, , Buttel, eine Flaſche,
=. eu
. &
Bouteſs: - weiches gleichfalls zu dieſem Stamme⸗
geboͤret. Beer» pulle, Bierflafche, Bierkrug.
Blak⸗ pulle, Dintenflaſche. Brandewiens⸗
pulle, Brantweinflaſche. it. ein Weib, das.
"gern Brantwein ſaͤuft. Oelje⸗pulle, Def
ſche. Suup⸗ pulkı eine. Sauferinn, u. a. m.
2—
a4... Peu 00,
| Pullen, ſaufen, flarfe Züge thun. €, pull, ziehen.
Herum pullen: den Trunk in der Geſellſchaft
| herum geben laffen. Uut pullen, austrinfen.
Puliken. r trinken, die Pulle oft vor ben Mund fe
u Gen. 8.
Pull-metter, ein Säufer: eigentiich , ber Meifter ift
‚über die Flaſche. Pulb imeſterſ ke, eine Saufe
rinn.
PuLmenT, Mus, Brey, puls, pulmentum, ih
in einem Gtiftungsbriefe des Ilſabeen Gaſthau⸗
ſes in Bremen gefunden.
PuLsk,; Rohrkolbe, Teichkolbe, Es iſt eine Art
Schilf, auf deſſen Stengel oben eine braune Koh
| be ſtehet, worin. der Samen ift: typha.paluftris.
| PuLszen, im Waſſer plärfcheen: im Waſſer, Ider
mit dem Waſſer ein Geraͤuſch machen: mit Spuͤ⸗
len viel Waſſer verſchuͤtten. R, Wir ſagen auch
paalſken, und plaſken: weiches letztere hachzuſe⸗
Ben iſt. Pulſken un palſken, iſt daſſelbe,
was: waſ ken un plaſ ken, welches oben ange⸗
fuͤhret iſt.
To pulſken, zu ſchatien, umgeſtumlich zu gieſſen.
| Daar hebt fe Water to pulſ ket: es iſt Waſſer
dazu gefchüttet. R,
| "Vut at pulf ken, dureh ungeflänte Bervegung,. oder durch |
ſtarkes Ruͤtteln, verfchätten. R. Saat idt nig
uut pulſken, ober aver pulſ ken: verſchattre es
nie
Verpülfken, verfpien, mit Waſchen und Soulen ver⸗
| ſchuͤtten. it. mit Waſer vermengen, verfälfgen.
R. |
| _ Pulfk-
Pot. Pum. BE 373 .
J Palsk- ei, rin &; das, wenn es geſhättel wird, ein
Geraͤuſch macht; woraus man erkennen kann, daß
88 faul und verdorben ſey, ein faules Ey Man
Braucht auch pulsk, fie faul, wenn von Eiern
| Be iſt. Dat Ei is pulsf: das © iſt
fau . 0.
Pulsk - paisk, em ſchlechtes Gertrane J londemich ein
ſolches, das durch Zugieſſen worden iſt. Imsl. J
eine ſchlechte duͤnue Suppe
PriLster, Polſtet. ©. Pör, und Burr-sax. |
Pure, tappe, tumpe. Ss iſt mit PaLte ein
Wort. R.
Pultrig, jerlappt, zerlumpt. R ©. Pattrig.
—7 poltern, ein. Geraͤuſch oder Larm machen
TR Wetſen, Schlagen, Ballen. it. mit Geſchrey
und harten Worten. Damit kommt in ber Ber
. deutung Überein das tar. phitare, pulſate, Mer
Pfen. . Schw, bulira. S. Buster.
Gepulter, Gepolier, Laͤrm, Geraͤuſch. Wir haben .
bier die ſeltſame Kröemsart! mines Gepulters,
fuͤr: meinent wegen: wenn man etwas wit eini⸗
| - yeri Unssitfin einwilliget oder zugibt.
Phne. Pomp, Geptänge, pompa. Daher
Pump- boxe, vor Zeiten, die groſſen praͤchtigen Ho⸗
"fen, wozu viele Ellen Zeugs gehoͤrten: ſpani⸗
ſche Pomp-hofen: Jetzt nennen wir noch alſo die
weiten Schifferboſen. it. ber ſolche Hoſen trägt.
Im Spafe, Jan Bump; bope. \
Watz Pump, ein wunderlicher Menſch eingebildeter |
Phantaſt. R.
Bunr, ‚ Pampel, Pump- ok, ein Sıöffl, Stem⸗
Aaa4 | SS
a |
NND
.. Bfers ein dickes Stüd Holz, zum Stampfen, piftil-
lum. Spruͤchwortsweiſe wird es auch von den
geringſten Kleinigfeiten unter dem Hausgeräte
gebraqucht. Deapber. ein dicker ungeſchickter |
Menſch.
Pumpeln, Rampfen ,, im Moͤrſer ofen. R.. Diefe
%.
Pumpen» barer, ein. Pumpenmecer, Brunnen
: Wörter haben; fehmwerlich einen. andern Urſprung,
als den Ton des Stampfens.
Punrz, Pumpbruun, Pumpe: antlia, machina
hauſtoria. Ein: Wort, das vielen europaͤiſchen
Sprachen, als der Holloͤnd. Engl. Franz. und Spa⸗
niſchen, gemein iſt. Im Chur⸗ Braunſchw. iſt
Pummp eine Pfute
Bon baren, bobren: weil⸗ er. die ie Robren
Pumpen bobret. *
Bun, 2) Pfund, übra 16 unciarum.. Cod.
Arge und SS aud Pund.- 8; Paund. 9.
“Pond. : fat: pando, :: Bunde fampen: tie
Pfunde nach dem gefegraiigen Gewichte beſtim⸗
| men und. bezeichnen ·
| 2.) Vor Zeiten war Pund in Bremen Luch eine ein⸗
gebildete, nie geprägte, Minze. Stat 22. by
ſoſtich Punden: ben Strafe won 60 Pfunden;
Ein Pund aber war. ao Bremer Grote: wie Yb-
mer. ben dieſem Statute anmerket. Es iſt an
merklich, daß die Alten gemeiniglich. ihr Pfund,
wan es vom Gelbe gebramdht wurde, in zwanzig
.Xpeite getheiler haben, 3. &, ein Pfand Steri
Ting it 20 Schillinge: bie franzoͤſſſchen Pfunde,
— 2 a | |;
\
/
Pux. = 5 j : 377
ober Livres de France, haften a0 0 Saus, oder
franzoͤſiſche Schlilinge. |
"Pundern, 1.) ſchwer wiegen, viele: Pfunde im Ge⸗
wichte haben. So ſagt man, wenn man von
dem Gewichte. eines. gefihlachteten Ochfen muth⸗
maſſet: he will braav pundern: er wird nicht
wenige Pfunde halten. |
2.) hoch anrechnen, aufmusen, für ein groſſes Ber.
—
brechen rechnen, und als ein ſolches ſtrafen. Dat
hebt fe em hoog pundert: das haben fie ihm als u |
ein groffes Verbrechen angerechnet.
Punde-kämper, ein beeidigter Mann, der die Pfun⸗ |
de nach” dem gefeßmäffigen Gewichte beſtimmet
... und bezeichnet. S. Kämpen, unter Kamp. ‘
Puße, -Blutgefhwär, carbunculus: Ik moot de-
Pune (oder. den Puun) man ut druffen: .
ih muß die unangenehme Waprpeit nur beraus
ſagen. In Osnabr. Pue. 8. —
Pona, Punge,. Pungel, ein- Bandel, Packlein,
7 ‚voller Beutel. A. S. Schw. und Daͤn. Bung,
Pung, Lat: barb. punga, puncha, pochia, °
x... pera, Gr, barb. mouyyn, wovyyior, facculus
burſa, crumena ex .corio. Cinige, fonderlih
neuere Mundarten, Haben das n verbiſſen. E. Po-
2. cke, Pouch, Pocket,: Bag: Daher auch das
H.“”oochdeutſche Pad. Fr. Poche. Syst, Bagge.
- ©. &, Jun. Etym. Angl; voce Bung: und Wach⸗
“2er in Pack. Een Punge Geld: . ein ſchwerer
Beceutel mit. Gelde. He het enen ſwaren Dun, ⸗
* m to draͤgen: er hat eine ſchwere Buͤrde zu tra⸗
— #5 gen.
ar
R
378° © Pux Pur.
den. Sn Osnabr. if Punge ein Heine Sad
Geetreide. 8.
Pungeln, einen ſchweren Pack tragen, ſenderlich af
der Achſel, bajulare. He fumt an pungeln:
en bringe es getragen.“ Sit san af pungeln:
ſich ganz muͤde tragen.
Hakken. pungel, eine Laſt, ‚die inem an die Ferſen
ſchlaͤgt. So neunen auch diejenigen ihre jungen
Kinder, welche ſich eine Saft aus benfelben mas
hen.
Punken-Dier, ein Deich, nebſt den daran ſtehen⸗
den Haͤuſern, an der Weſer, in der oͤſtlichen Bor
ſtadt von Bremen: : welcher ehemals ungächtiger
Perſonen wegen uͤbel beruͤchtiget war. €. Punk,
— eine gemeine Hure, proſtibulum.
Puns, Punz, Haarneſtel. aufgeflochtene Haare. Ep
Braunfhw.
Put, Punte, Spige © und 8. Point, Holl.
Ppunt. Vom tar. punctum. R. Den Munb
in de Punte teen, oder dat Mundken int
Puntken teen: den Mund ſpitz zufammen ziehen.
Pour, druͤcket den Schall: ‚eines heimlichen Windes
aus: ein Wind, crepitüs ventris. \
= Pupen, ‚einen lauten Wind reichen laſſen, pedere.
. Puup-eers,: der Hintere ws wird nur ben Kindern
gebrauchet. --/
Puup-oss, ein Wiedhopf. S. Puvagel, unser Pr.
PUurrEHN, gitten, beben. Dat Harte puppert
mi im Live: ich Babe ſtatkes Herzklopfen. it. Das
dun ziuett mir ef Angſt. Daher Pabbert.
| > Ss Bus»
/
on Pus. 379
| ©. Bunseer. Cs ſcheint das freguenitati- .
.vum von beven, beben, zufen.. |
Puur, oder Puer, für Puder: alles was zu Pulver _
gemacht iſt. Peper um Puer: allerband zu
Pulver geſtoſſene Gewürze. S. PUDRR.
Puun ‚ rein, unvermiſcht, unverfälfchet, purus,
Wenn wir wine Sache genau befchreiben wollen,
fo fagen wir: puur uut; ‚ganz und gar, durch⸗
aus. Puur ut, as nicht anders. als
He is puur uut nig wies: er iſt ohne
DE Bu Zweifel nicht bey Sinnen, Dat moot if puur
—uut nog doon: ich ſehe Fein ander Mittel, als
dieſes zu thun: ich muß mich nur dazu entſchli
ſen. |
Puavırew, durch eine verderbte Ausſprache / für |
brcodiren, Sr. broder, fiden.: 5
Purrer, für Puddel, Subft. ein dickes Ende , ab
was kurz und dick if. ©. Pupvic. Ct
dikken Purrel: ein Furzer dicker Menſch.
#Purrel-rund,: ruͤndlich dick, rund ausgeſtopft. Man
braucht es auch von einer hoch ſchwangern Dan
He het fif-purrelsrund apen: er ift ganz be
foffen, €. burly, dickielbig: Purl, “eine Art J
.. Bier. met
Purrein, purzeln,. Surzefn, — J
Punnen, eigentlich, mit einer Soihe in einem Din⸗
„ : ge Plauben, oder wuͤhlen. it. ſchuͤren, aufruͤhres,
anregen, reizen. R... Hol; porren. Uut pur⸗
ren: ein doch oder eine. Roͤhre, die verſtopft iſt,
... mit einem Stichel, oder einer Raͤumnadel, reini⸗
gen. Dat Ser up purren: das Geyer auf⸗
N RR
“
2.880
ſchuͤren. Enen purren? jemand zerren , zergen,
zum Zorn reizen. Purre mi-nig: reize mic
nice Ik laat mi nig pürren: oder, up der
ale purren: : ich laſſe mich nicht auf ber Naſe
ſpielen, ich bin ·kurz angebunden. Laat mi un⸗
gepurret? laß mich -ungezerret..: An purren:
anſpornen, anreizen. Um purren: umruͤhren.
vorn en; durch Purren, d. i. Stechen und Boh⸗
ten, machen, daß etwas verſtopfet oder ſonſt vers
derbet wird. De Sake is verpurret: die Sa
che iſt durch ungeſchickte Behandlung vederbet,
oder ſchlimm gemacht. | Ä
Pierken, oder beffee Pürkeh,' un, . |
Pirtjen, flnd Werfleinerungsmörter von purren; we
nig und ohne‘ Appetit eſſen. Eigentlich, bald Dies
fes, bald jenes. in. bet Schuͤffel berühren, und ein
wenig davon nehmen, klauben, pitiſſare9
"Purrjak, die Kräge, Von purren, beruͤhren, und
Joͤk, das Jucken. Denn das, Jucken der Kraͤtze
reizet zum Beruͤbren mit den Bingen, oder wi |
Kratzen.
Purren, und: Das diminut. purtjen, in daſſche
—Xä
—
Purt--
mit pupen: _ "&,FuRtEnN.
" Purt- kötel, excrementum. S. Kören. Een
luͤtjen, Purt⸗ ‚fötel: ein kleiner drolligter Junge:
ein kurzer Monſch von laͤcherlicher Figur. 24
endo, das Ende eines ditfen ——— zur
Wurf,” it. die davon verfertigte Wurſt. Aus
Spott: ein kleiner dicker Menſch, ein Kind, das
nicht hoch gewachſen iſt. Es ſtheint zwar von
urten iu ſeyn, 2 mn es das Ende eines Dicken
Darms
0 _ Pos, | as
Darms bezeichnet: es iſt aber tg eine ver⸗ u
WVerbte Ausfprache für Butt; ‚ende, - und. alſo dafs
. . felbe mit. Pudde - wurfl. Man finder es auh
ungekehrt Ende ; butt, beym Eborraͤus. In
übe Enn⸗butt.
us, der- Name der Kaben, wobey man fi ruft: es J
ne Katze. E. Puſs. H. Poes. Ra
hius-- katte, Puus»mau, baffelbe. _ j
'uus - gladd,- Puus - wakker, aud) Puus- ‚katten-
. gladd, fo gladd a8 Puus : aufferordentlich
geputzt, fauber und veinlich ‚gekleidet. Es wird
ſonderlich ‘vom Frauenzimmer gefagt. Die Siebe
‚der Kagen zur Reinlichkeit ift eben fo befannt, als |
die Neigung des fehönen Geſchlechts zum Puß:
'use, pudendum muliebre. Isl. Puls: Cambr.
Puttain. Gr. url. Im Franz. ift Putain,
eine. Hure. Chauc. Puta, eine Hure! Pufa, °
. eine Ehefrau. ©. Leibn. Collect, Etym. P.
L p. 40.
AsEL, eine kleine Stube. S. Pıser
Usgen, Wollengras, MWiefenwolle, linagroſtis,
gnaphalion, Chytraͤus nennet es Wiſchen⸗
flaß. Es iſt eine Grasart mit vieler. und langer
Saamenwolle. Vermuthlich von Puus, oder
Puse. Püsfen wird wenigſtens auch bey un⸗
ſerm Pößel als ein Verkleinerungswort von Puſe
gebraucht. |
vusten,. blafen, flare. Gr. Surar. gIn Sch
fehens Worterb. finder man bufen, umd in Wach⸗ ⸗
rers Gloſſar. bauſen: wovon puuſten, pauſten,
frequentativa ſeyn ſolln. Dat Der an (rd |
| W
u fen: das Feuer anblaſen. Dat Lecht uut pi
ſten: das Licht ausblaſen. In de Hand puu—
ſten: In de Finger puuſten: bey kalter Wit
terung den warmen Odem in die Hand, und auf
die Finger, hauchen. Idt is een korten Som⸗
"mer, wenn man in de Hand puuſtet: Sprw.
von einem kurzen Vergnuͤgen; ; oder von einem
Houaͤlfsmittel, das nicht lange Dienſte thut. Se
kan't jo nig klaar puuften: ich kann es nicht fer
‚tig hexen, ich muß Zeit. dazu haben. Daar puus
ſte ik wat im: ich gebe nichts Darum, ich achte
nichts darauf. Hier ift puuften ein euphemif-
. mus, für, pupen, fargen, fh * * So aud
‚in der folgenden Redensart: ‚SE will di wat
puuſten: : ich will dir dieß und jenes thun; wenn
man einem mit Verachtung abfchlägige Antwort
gibt, Puuften heißt, auch im Scherze, aus ei:
nem Feuergewehr fehieffen. Den DBagel weg
puuſten: den Vogel herunter ſchieſſen. Buͤn⸗
tings Braunſchw. Chron bey dem J. 1529. Sie
haben mit Buͤchſen und Cartaunen in die Ve⸗
ſtung gepauſte.
Hachpuuften, Hechpuuften, eurz athmen , als ei⸗
"ner, der ſtark gelaufen iſt Sonſt auch hach⸗
en.
Be: en, £uft ſchopfen, nicht mehr ſchwer athmen,
ausrubhen. Sitk verpuuſten: ſich erhoblen:
vom Laufen oder anderer ſchwerer Arbeit ausru⸗
hen. R.
puſter ein Peiner Blaſebalg in der Kuͤche. it. ein
Blaſerohr, womit man das Gen anblaͤſet. R.
Ä und
382 | u J Pus.
Pus. Pin. — Be - 383 |
amd 8. Schw. Puft, Sn Duriem, fufflate-
zum. Een diffen Puͤſter: ein dicker Junge,
ein kurzer dicker Menſch. Een Ende vam Puͤ⸗
ſter: eben das. Eigentlich bedeutet es einen,
der gewiſſen Winden einen freien Ausgang verſtat⸗ |
te -
hftern, den Blafebatg Srangen : Das Feuer damu
anfachen. un
üfter-Nikker, der bie unbraudbaren laſchab ause⸗
becſſert. |
üfter-flikken, überhaupt, verſte llte Dinge ausbeffern. |
He het jummer wat to puͤſter⸗flikken: er bar.
flets etwas auszubefiern. it. er brauchet faſt be⸗
ſtaͤndig Arzneien.
uftern, heimlich reden, lüfter, ins Ohr blaſen,
oder raunen. Es kaunn auch Yon dem Laut des
Fluͤſtern gemacht ſeyn, wie muſiern, welches die⸗
ſelbe Bedeutung hat.
wulte, Pufig, 1.) aufgeblafen von Luft, winrig,
kolikaliſch. In Bremen iſt puſig am gebraͤuch⸗
lichſten: in embuns aber, wie auch im Hannoͤ⸗
perifihen prauflig, R-
2.) Auf eine jede ändere Art gedunfen, geſchwollen,
ruͤndlich fleiſchig. In dieſer Bedeutung fagen
‚die Holländer poefelig: als, poeſelige Leden,
ründliche, fleifchige Glieder,
hus-bakke, Puuft-bakke, Pansbacke. R. und 8S.
vuuſt · roor, Blaſerohr. R
uu⁊ iſt das locwori,g womit man die walſchen Sie. Eu
ner er rufen
Puut-
334— — Pur. u
Puut- haun, Puter- haan, Puter- höner, wäle
Hahn, kalekutiſche Hühner. E. Turkey-powt.
Pautern, geſchwind und unvernehmlich reden. Von
der Aehnlichkeit mit dem Geſchrey eines walſchen
Hahnen. it. im Reden mit dem Speichel ſpruͤtzen.
Porz. eine Art Fiſche, die in Pfuͤtzen und fchlammis
.:gem Waſſer leben, und. zu dem Geſthlechte der
Aale gehoͤren; ausgenommen daß fie etwas kuͤr⸗
zer, und wie.die.Eidepef geſprenkelt find. Gie
pfeifen, wie die Maͤuſe. Im Engl: ift Powt eis
.ne Lamprete: Eel2powt, ein Meiner Aal.
Puutje ift das. Verfleinerungswore Es bezeichnet
aber nur eine fäuifche Srauensperfon, ‘welche ftets
im Schmutze lebet, wie eine Pute im Schlam⸗
me.
Purjen, 1.) mit kurzen Schritten laufen. Es iſt
daſſelbe mit padjen: und ſtammet alſo von Pad,
Fußſohle, Zußfteig, bin
2). To putjen: aufbetzen. Durch pvenbläferen
die Zeindfchaft geöffer machen. Vom Engl. to
put, ſetzen, ftellen: to put on, anſetzen. |
P UTKE-AMT, das Schenfenamt, das Amt eines Cre⸗
denjers, officium præguſtatoris. ‚Cities von
den Stift + bremifchen Erbhofaͤmtern, welches
aber, nebſt andern, eingegangen iſt. Mit dies
ſem Amte waren ehemahls die Herren von Bord
zu Horneburg belehnet: wie Erzb. Johann Mode
in feinem Regiftro bonorum caftri Vorde mels
de. Won putten, fehöpfen: püttjen, einwe
nig teinken, ſchmecken. S. unter Porn.
Burs, Polen S. Puzzm
Porz,
ng Pur. . \ ’ | 385 .
Purt,. zopf 6. Port. Bu
Purt, weich, mürde Im Chut ⸗ Bruunſchw. Es
iſt ohne Zweifel daffelbe mit unferm päted, zer⸗
quetſchet: welches fonderfich vom Obſte gebrauchet |
> wid. ©. Päten, unter Pan.
Purrte, 1.) Pfüge, lacuna. : €. Pit. A. ©. Pyt.
Alt fränf. Buzza. Hebr. 2 Cbotz), Koht,
coenum, palus. Wir nennen einen gewifien
Fiſch, der ſich gern in ſchlammigen Pfüßen auf.
hätt, Pute S. oben: Wir fügen oft zuſam⸗
men Putten un Hole, ſchlammige, moraſtige
Gruben. S. Poor... in de Putten treen:
in die Pfuͤtze treten. it. hinken. |
2.) ‚eine. Goffe, Gaffenrinne, wodurch das Regen: .
waſſer und der Unflat abläuft. |
3.) ein Ziehbrunnen. Rund S. Engl. Pit. 9.
Put. tat. puteus. Fr. Puits. ‚Der urfprüngs
liche und Hauptbegrif liege in dem Tiefen, und ift
im Celtiſchen zu ſachen. Isl. Botn, die Tiefe:
Gr, Buoc 5 (Jedoc. Celt. boddi in eine Tiefe J
hinab ſenken. it. verſinken, mergere und mergi.
Das erflere hieß auch ben den Griechen Bogılan.
©. Leibn. Collect. Etym, P I. p. 96. und
Wachter unter Putte.
4.) Putte und Putt⸗ warf heißt beſonders, in
dem Marſchlande, das ausgegrabene und ausge⸗
ſpittete, oder noch auszuſpittende Land, zum Ber
huf eines Deiches. Sonſt much. Spittung,
Spitt⸗dobben, und Soden: gruft.
5.) Endlich nennet man alfo Das Maaß, nach wel,
chem das augedtach Jut— werk berechnet wird
Ru.
386 u ‚Pur.
nämlich der Cubik⸗Inhalt iner Ruthe lang und
breit, und 4 Fuß, oder Schacht, tief. Nach
welchen Maaß der Putt⸗ meiſter, oder Diebe
baas, bezahlet wird. |
"Putten, 1.) Waſſer aus einem Ziehbrunuen ſchoͤpfen,
oder ſonſt aus einer Tiefe herauf ziehen. R. und
8. Uut putten, ausſchoͤpfen, durch Schoͤpfen
ausleeren, den Beutel fegen, kahl machen. Gr.
puiſer, epuiſer. Daher im Hannoͤveriſchen und
in Stade das Vereninerungewort püttjen, nuͤ⸗
pen, ein wenig trinken.
| 2.) ansfpitten „ Hafen und Erbe ausgraben zu der
Deicharbeit. Ze |
- Putt-baas, Putt- meifter, der Aunehmer eines Putt⸗
| werks, oder eines gewiſſen Deichwerks. Auch
Diek⸗baas.
Putten-paal, ein Pfalb, der die Wagen o von den Gaſ⸗
| ſenrinnen abhaͤlt.
Putten-ſnakk. ©. unter SN AxxxN. |
Putten- treer, ein Schimpfname auf den jüngften Dr
ficien bey einer Bürger: Compagnie,
Putten- water,. Pfuͤtzenwaſſer, das unreine Waſſer in
einer Gaſſenrinne.
Purææ, Puzze, Poſſen, Sb, Shen, luſtiger
Streich, "it. loſer Streich. K. S. Friſch in
Poſſe. Gloſſ. Pez. Gipoſi, nugas. Griech.
waren, ſpielen, ſcherzen. Putzen ſunt Lecht⸗
ſcheren: eh Poſſen! R. He het mi enen aiſ⸗
ken Putzen tagen: er hat mir einen garſtigen
Streich geſpielet.
‚Putzig, vom irlich, poſſenhaft, wpaßbeſt luſug, lacher
lich,
—
Bu | Puz. Qua | 387
Mid, ſeltſam. R Gen putig Minsk. ift nicht J
nur ein ſcherzhafter Menſch, ſondern auch wol ein
ſeltfamer Menſch. Dat is putzig: das iſt lu.
| ftig. |
Putzneiken, ein fpaßhafter Menſch, ,. Tuftige Perſon.
vom Ital. Polichinelli, die luſtige Perſon im
| Puppenſpiele. R .
Putzen- maker, Luſtigmacher, Poſſ enreiſ et. |
Putzen, 1.) pußgen, reinigen, zieren, ſchmuͤcken.
S. Friſch im Wörterb. unter Buß.
2) ‚Sefonbert, barbiren. Im uneigentlihen Sin:
die Schäffel leeren, rein aufeffen, S. He |
fan good pugen: er Fann ſtark eſſen. He puts
zet alles weg: er iffet alles auf, Enen pußen,
oder uut pußen: einem einen. Derben ‚Verweis. '
‚geben, Ein Kriegsheer wird auch bey uns, fü
wie bey den Hochdeutfchen , geputzet, wenn es
einen Verluſt, eine Niederlage, leidet.
Ä Putz bekken, Putzel-bekken, Barbierbecken. 5.
‚Putzel- -tüg, Barbiergeraͤthe. ’
‚Putz-männken,. Bartfcherer.. Iſt ein Spaftwort,
Q
| O UABBE, Quabbel, eine Wamme, die hangen⸗
de Haut an der Kehle des Rindviehes,⸗palear.
itt., ein wie-ein kleiner Hügel hervor ragendes Fett,
oder Fleiſch, an einem Körper, Welches letzters
: in. Hamburg Quubbel heißt. R. In Osnabr.
Quabbe— ein Stuͤck ſetes Fleiſch. S. H. Quab,
U
NN
u
388° — . Quä.
und Quabbe, palear. E. cicb, adelune—
fett, feiſt. |
_ Quabbein, ſchlottern, beben, zittern „ wie ein fetter
‚oder weicher Körper bey der geringften Bewegung.
Zr He quabbekt van Fett, ift die Beſchreibung ei⸗
ne ſehr fetten und dicken Menfchen. Imgleichen
fagt man von einer Gallerte, dicken Brey u. d. g.
ide quabbelt. Wir fagen auch- jedoch nic fo
‚häufig, wabbeln. | 2
Quiabbelhaftig, und |
- "Quabbelig, woran Dickes Fett zu fühlen if fleiſchig,
das von dickem Fette, oder weichem Fleiſche ſchlot⸗
terig iſ. Beym R. quubblig. Mi is fo quab⸗
belig to Mode: mir iſt uͤbel, bis zum Erbrs |
chen.
“Quabbel-fett, heraus Refenbes, ſablbates Set an eis
nem Körper. 2
Quaan, böfe, übel. R. und 8 Celt. gwaeth, |
fchlimmer, ärger. Es ift mit Koth verwandt.
S. Gaur. Det Quade, oder Quae, das
„Boͤſe. Duaad werden: böfe werden. em
quaad Striff: ein tofer Schelm. Enen quaad
0°" mafen: einen böfe machen, reizen. Den Hund
quuaad mafen: den Hund zergen. . Folge Ow
"der undo quad: wer da thut, was ihm beſoh⸗
2. Jen ift, der-Bat des fehlechten Erfolges wegen kei⸗
ten Verweis zu erwarten. Quaad Seer: der
boͤſe Grind. Quade Woͤrde fprefen: ehren
Nhrige Worte reden. Stat. Stad.VI. 4. So
we vor Rechte dhen anderen ſleit to then
Ä Dun, other amade Worte ſprecht (ſtatt def
ſen
—
(
Qua 389
ſeen iin andern Abſchriften ſtehet: edder Horen
Gone bet), ofte leghen het dat ſcal
he beteren theme Voghethe. Eben daſ. 14.
Sprake ein Man dheme anderen quaet achter
fine Rugghe?c. Quade Feyten -beiffen in den
alten Dofumenten, boſe Shaten, Miffenpaten, u
: male faeta:
. Qualik, ‚Quelk (welches lehttere bey uns gebraͤuchlicher |
iſt, ben; den Miederländern aber quaalyk, quau-
delyk), anftatt Quadelik, übel. It bin quelf,
oder, mi is quelf: mir iſt uͤbel. Dat ſmekt
quelk: es ſchmeckt, daß einem aͤbel werden ſollte.
DODſtfr. Landr. 1B. 109 Rap. We eine Frou⸗
we bevechtet, eder quelcke handelt, de ſchwan⸗
ger is, dat ſe ein doit Kint thor Werlet brin⸗
get — dat ſall men alle duͤbbelt boeten % |
Onaadheit. Bosheit. it: Unmwillen, Zorn, Haß.
Quaad -.aardig, boshaftig, bösartig, argliftig,. von
boͤſer Gemuͤthsart, malignus, pravæ indolis.
Quaderteren; eben daſſ. Es ift nach der. Form des -
Hollaͤndiſchen goedertieren. gemacht. Rein. de .
Wos rw B. 27h
uUn mochte dat ſeggen van ander Deren,
Wolde he weien quaderteren:, .
d. i. und koͤnnte er das von andern! Thieren ſa⸗
gen, wenn er boshaft m wollte,
Quaad-pagge,.eine Kröte. R |
Quaad-fprekern,. verlaͤumderiſch. Een Maod · ſpre⸗
fern Minsk: ein Verlaͤumder, ber von allen
Leuten Boͤſes redet. |
Quappei, eine Blatter , Meſſelbrand, W Ham⸗
— B b3 TR
390 Qua.
—
1*
burg Quarl. Diemarſ. Quiddel. Es ſcheint
zu kiddeln, kuͤtzeln, zu gehoͤren, wegen des Juk—
kens, welches eine ſolche Blatter verurſachet.
QUADDER, ode Quarder, ei Querfaum : eine
Einfaffung gemiffer Kleidungsſtuͤcke, - vermittelft
eines Saumes oder Bandes vornemlich eine fol:
‚he, die mar um den Hals oder Leib, und vor der
Hand zufnöpfen kann. R. Etwa von dem fat.
quadratura plicae: ° Bopen-quadder, der Ho⸗
fengüttel, der um den Leib gehet. Hemde, quads
der, die Einfaffung, der Saum eines Hemdes,
“der um ben Hals fehlieffee, und vorne an dem
Aermeln: Preife, Preisgen, Prisgen; wie f e
an einigen Orten genennet werden.
Quadder-mouen: S. unter Moun
QuUADDERN, quatſchen, manſchen, kneten. Han⸗
nuoͤs. Es iſt mit quetſen, quetſchen, verwandt,
QuaHACHEN heißt in einigen Gegenden, überfaut,
aus vollem Hatfe lachen, cachinnari.
Quarxern, eigentlich, waren. Wie brauchen es
abber nur noch in der uneigentfichen Bedeutung,
unbedachtſame Worte reden, die man nicht halten
kann. % ©. cwacian: E. quake, beben,
"zittern. (Daber haben die Quaͤker den Ttamen ).
- Man vergleiche das A. S. wägian: E. wagge: .
Schw. hweka, wackeln; vacillare:. und unfer
wigelwageln. . Bey den Hollänbern ift quakken
und quakkelen nicht nur, ein anbeftändiger
Winter ſeyn, Bald frieren, bald auftbauen; fons
dern auch, wankelmuͤthig verfchleudern, verthun.
Es gehöret dieß Wort ohne Zweifel zu ‚Aueh
wu u '
Qua 331
Quik, lebendig, lebbaft. Dacon unten an ſei⸗
nem Orte. Denn was ſich beweget, oder was
Felt, ſcheinet lebendig oder lebhaft zu ſeohn.
Verquekken, durch Undeftändigfeit verthun, durch.
Wankelmuth verderben, ſich Durch übereilte und
unbebachtſame Worte zu ettvas verbinden. Sien
Geld verauaffeln: fein Geld vertändeln, - un;
nüger Weife verthun. if verquaffeln: ſich
uunbedachtſam und leichtſinnig in ein Ebeverbuͤnd⸗
—wiß einlaſſen. Welches eigentlich von unbeſtaͤndi⸗
gen Liebhabern geſagt wird, welche die erſte die
beſte Perſon zur Ehe waͤhlen, und es ſi ch bald
darauf gereuen laſſen.
Quäkkeler, ein unbefländiger, feichtfinniger Menſch.
Quakkelhaftig, wankelmuͤthig, unbeftändig.
Quaxken, 8) quacken: ſchreien wie ein Froſch,
oder Aente, coaxare. E. quack, und ſqueak:
welches letztere aber kreiſchen bedeutet. Man ver⸗
gleiche unten QUIKEN.
2.) Wir brauchen aber dieß Zeitwort auch von ei⸗
nem ſchallenden oder klatſchenden Laute. 3. E.
‚He fullt to'r Eerden, dat idt quakkede! er fe
zur Erden mit einem lauten Geraͤuſche. Ik
ſloog em, dat idt quakkede: ich ſchlug ihn, daß
man es laut hoͤrete; wofuͤr andere ſagen: Dat he
quakkede, d. i. dag er ſchrie. Alsdan aber
geboͤret es entweder zu der folgenden. Bedeutung,
oder man vermenget es mit quifen. -
5.) aͤchzen, fiöhnen, als. ein Kranker. Eigentli⸗
cher kreiſchen, laut ſchreien. Bor der. erften
DB BBe—
seen.
..
”
392°... Qua
Wedernmng. In dieſem Sinne Wied es vornem⸗
Hd im Hanndw gebrauchet. Daher
Quakke-brook, ein weichlicher, kraͤnklicher Menſch,
der nicht viel vertragen kann, der bey dem leichtes
ften Schniergen Achzet und ſchreiet. Beym Friſch
iſt Quack ein ſchreiendes Kind: und Neſt⸗quack
das letzte Kuͤchlein von einer Brut, welches wir
Reeſt s fifen nennen. ©. im Buchſt. N. H.
Quackel, eine Wachtel: E. Quale, und.Quail.
Sr, Caille: tal, Quaglia. Ihres Geſchreies
wegen.
| Quak- falver, Quadfalber, Marktſchreier. E. Quack.
Sn Preuſſen iſt quackeln, Quackſalberey treiben,
Wir ſagen quak⸗ſalven. Von quakfken, ſchret—
em. „Der will man es, weiches noch fuͤglicher zu
ſeyn feine, von dee dritten Bedeutung dieſes
Zeitworts ableiten, ſo iſt Quak⸗ ſalver eigentlich
. ein Menſch, der Leuten, Die: über Schmerzen kla⸗
gen, mit feinen Vflaſtern und Salben ſucht zu
helfen.
Quaan, cruciatus. Im Holland. auch ſo. Vor
Zeiten aber. bedeutete Quale auch, im flandris
ſchen Diatefte, Bosheit, malitia, nequitia.
Welches einen leicht auf die Vermuthung leiter,
Daß es von quaad, . oder am. näcten von
qualik, quelk, anſtatt quadelik, abſtammen
moͤgte.
Quäler, einer der fh ſelbſt abquaͤlet, durch ſaure Ar⸗
beit: der es ſich um fein Brodt ſauer werben läßt.
In rabt. Quecler, Queller, Gottsquel⸗
In, 8. =
| | Qui.
Qua. 393
ußl-etifch, wahleriſch im Eſſen, dir feinen Apperit
zu Eſſen hat, eckel. Hannoͤv.
ual-koorn, eine Art Getreide, welches ſehr ins Kraut,
waͤchſt, und daher, ohne der Erndte zu fehaden, \
verfchiedene Mahl: abgemähet werden fann, zum '
Sutter für das Vieh: Spelt, Dinkel, fecale, a
wäl-page S. unter Pace. j
)UALM, ein ſchwuͤler Dampf, Brodem. 9. Walm.
%. S. Wylm: und Gloff. Keron. Uualm, fer-
vor, zftus. Bon wallen. S. Schilt. p. 832.
E. Qualm, Herzweh, Ohnmacht, Lebellele,
Einige haben es Twalm ausgeſprochen, "wie
Friſch im Woͤrterb. bemerket: daher unſer dwel⸗
men, bedwelmen, benebelt, betäuber feyn;. Im
figärlihen Sinne it Qualm alles; was - einem
Unluſt und Quaal verurfacher. Quaim maken:
Unluſt, Mistrauen, Verwirrung ſtiften. Wenn
ein Unternehmen durch einen unverhoften widrigen
Zufall verhindert oder erſchweret wird, ſo ſagt
man: daar kam een aiſken Qualm twuſ ken.
— dampfen. Bequalmen, mit Denpf übers
ziehen. Verqualmen, verrauchen. R
J)UALSTER, 1.) jäber, dicker Schleim, pituita,
pillegma.. % ©, Geolfter, virus, fanies,
tabum: Gilleftre,: pituita. Cod. Arg. Spais-
kuldra, fputum.
2.) ein platter ftinfender Käfer von gelblich grüner
Farbe, der dem Vieh fowol als dem Menfchen gifs -
eig iſt: die ſtinkende Baumwanze. So geel as
een Qualſter: von einem, der eine gelbe Haut,
Sb 5 | de
a
uw
39. 6 1: 7 een
oder die Gelbſucht hat. Und weil er garſtig fin
ket, fo fügt man auch: flinfen a8 een Dualfter.
Qualitern, vielen dirfen Schleim auswerfen. In
Preuffen fölftern , - öfters buften. S. Bocks
Idiot. Pruſſ.
Qualitrig, ‚det vielen. Sceim auswirſt, Phlegmati-
cus.
Quam, fam: in der kaum vergangenen Zeit, von fü
men, fommen. R. Die Alten hatten auch das
q in der gegenwärtigen Zei. S. Kamen.
Quant, 1.) ein liftiger, ſchlauer Vogel. it. ein lu⸗
ſtiger und poſſi jerlicher Menſch. Die Hauptbedeus
tung dieſes Worts iſt noch bey den Holländern,
wo Quant einen Spielgefellen, auch einen, wo⸗
mit man- handelt und Warren umfeßer, Bedeutet:
und quantfelen, Waaren umfeßen. In Hol⸗
fein, quanten, mit einem andern in Waaren
unter Der Hand durchſtechen, welches doch den
‚Schein einer ordentlihen Handlung hat. S. Ri:
chey unter Quanswys. Beym Friſch ift ver
quanten, verbergen, einen Vorwand haben.
Man vergleiche das bald folgende quaͤnteln, quaͤn⸗
tern. Als ein ſcherzhaftes Scheltwort brauchen
wir, Jan Quant, ein poſſierlicher Menſch.
I 2.) ver Schein: eine Handlung, womit es ung fein
Ernſt iſt. Hanndv. vor Quant, zum Schein,
fir die lange. Weile.
| Quänteln, Quäntern, zum Schein thun, nicht im
Ernſt handeln. it. wenig austichten. S. was
eben unter QUANT bemerket iſt.
Verquänteln,, Verquäntern,. ‚werfihleudern , vergeu⸗
>
*
—
im Ä
Qu. 39095
den, inſonderheit im Kaufen und Verkaufen, E.
ſquander, verſchwenden. H. verquantſelen,
Waaren verthun, umſetzen, permutare, COMr
“ mutare, :
Quänteler. der: feine Waaren, oder fein Geld, vers
ſchlendert. H. Quantfelaar, Quantfeler;
Quants- -wies, ‚Quants-wife, zum. Schein, für die
Iange Weile, in fpeciem, fimulate, dicis.gra- |
tia. H. quantfuys. , Welches Kilian. Dufflae-
us in Etymol. dem Urfprunge näher, durch col»-
luſorie, luforie, erfläret.. Wenn man weiß, |
was Quant bedeutet, fo ift die Erklärung diefes
\ Worte feiner Schwierigkeit unterworfen, wie Hr. -
Richey glaubet; und man fchenket dem Herrn.
Strodtmann gern alles das, was -er zur Une
zeit bey dieſem MBorte vorbringet. Dat: deit
he alle man quants + wieß, ober voͤr quants⸗
wiſe: das alles thut er nur zum Schein.
Quapr, ein Beutel, Schlauch, bangender Bau,
eine Beugung oder alte in. den Kleidern, Die fich
als ein Schlauch aufwirſt. Es ift im: Chur⸗
Braunſchw. gebräuchlich, und. das Stammwort
‚von Quappe. Bergl. 'Quanse,. und Quab-
| bein. |
Quappig, ſchlauchig, was als ein Bauch hängt, bebl: .
2 DB. in den Kleidern, wenn das Oberzeus wei
ter ift, als das Unterfurter. =
Quarre, Aalraupe, gobio capitatus. Gr. —R
H. Quabbe, Ael- quabbe. Wachter leitet es
ab von Kopp, Kopf; teil dieſer Fiſch einen ſehre
groſſen Kopf hat, Aber feines dicken Bauchse
REN |
—.
306. u Qua.
wegen kann man ſeinen Namen , ingleich beſſer,
von obigem Quapp herleiten. Duappen fans [
oe ‚gen, im Scherz, in eine Pfüge treten. -
Quapp-kule, ein Loch im Eiſe. it, eine ſchlammige
Pfaͤtze. Quebben find im Osnabruͤckiſchen fürn:
pfige Loͤcher, die im lehmigen Grunde einfallen,
wan ddie Erde nach dem Froſte wieder aufthauet.
8.
| Ovasz, Koht. it. eine nichtewardige Sache.
QUarzE, Heurath, Das Freien... So wird in Glofl.
Cyhhauc. ap. Leibn. Collect. Etym. P. I. p. 45.
| Kuärre erfläret. Und Wachter meint, es fey
verderbet aus dem Slavoniſchen Kwafs, welches
eben daſſelbe bedeutet. Uber im Osnabruͤckiſchen
bedeutet es doch auch eine Perfon weiblichen Ge |
ſchlechts: a Duarre vam Wicht, ein Pleines
Mädgen. 8. Das Sorw. Eerſt de‘ Parre,
den de Quarre, iſt bekannt genug.
QUARREN, 1): quacken, fchreien wie Die Froͤſche.
2.) Speichel und Schleim. mit einem Geräufche
auswerfen, taͤuſpern, ſcreare. Wir ſagen auch
harken.
* Man druͤcket auch mit dieſem Worte dag Gurten
im Leibe aus.
u 4) murren. In Chur Braunſchw. Man ſichet
wol, daß dieß Wort in allen Bedeutungen aus
dem Laute gemachet iſt. Hieher gehoͤret das Hoch⸗
deutſche kirren, und kerren. Verel. in Ind.
kuarra, in gutture voces ſupprimere. S.
Friſchs Woͤrterb. in Kerren. |
2 WB — Quarr>
der Winde im Bauche, venter murmurans.
-QUART, ein Viertel vom Stuͤbchen, quarta pars fu-
PR.
Quäs, der Fraß, das Eſen. In Hamb. Quaſt;
welches R. durch Aufwand:erkläret, und von qui⸗
ſten, verthun, ableitet. Veides iſt unrichtig.
Denn Quas iſt ein Stammwort: im Slavoni⸗
ſchen Kwafs, eine Hochzeit, Gaſtmahl, Schmaus |
ſerey. Sprw. Daarna Gras, daarna Duas:
man muß den Aufwand nach dem Vermoͤgen ein
richten: wer viel hat, kann viel verthun. In
. . Qua. . 397
Quarr- buuk, das Gurren im Magen, das Poltern
Hamburg ſagt man: Daarna Gaſt, daarna
Quaſt: wie der Gaſt iſt, ſo wird er bewirthet:
annulus ex vitro vitreo donetur amico. S.
Friſch in Quas.
Qualen 1.) freffen, uͤbermaͤſſig effen, binein mirgen. Es
wird vornemlich von Kindern gefagt ‚Die im Er
fen, befonders im Obſte, feine Man deren. |
Daar fan hein quafen: das ſchmeckt ifn:
kann nicht ſatt davon werden. Up quafen, be j
gierig verzehren. In quafen, hinein, wuͤrgen.
In Hamburg qudfen, in quöfen. R. In Preuf
fen quaafien, ſchmauſen, ſchlemmen.
2.) plaudern, fhwäßen, ein Gewaͤſche vorbringen.
Sonſt auch fofen, wofür wir jeßt fören fagen.
»EBSG. im Buchſt. K. In Osnabr. quaasken. S.
Quaſerije, und Gequaſe, ein lang gedehntes Ges
—., ſchwaͤtz, eckelhaftes Gewaͤſche.
Quas-Worm, ein freſſendes Geſchwuͤr im Schwanze
der Kuͤhe und der Rinder, wovon derſelbe abfau⸗
Br
-_
"398 ZZ Qua Qu. j
let. Sonſt nennen es unfere Bauern 6,
Steert⸗worm.
| Quast 1.) ift Hochdeutſch. 6 Qussm. .
| 2.) Es ift auch ein Schimpfwort auf einen verkehr:
ten, eigenfinnigen, wunderlichen und feltfamen
Menfhen. Gen dullen Quaſt: ein naͤrriſcher,
verkehrter Menſch. Een finen Quaft: ein klu—
ger und liſtiger Kopf, in deſſen Aufführung aber
etwas. feltfames ift:
Quarz RTAMPER. So verhungten unfere Von
fahren (wie zum Theil noch der gemeine Mann)
das Wort Quatember, die Quartal⸗Faſten im
Sabre, - Zn. einer - das. Slfabeen: Gafthaus in -
Bremen: betreffenden, Urkunde: dar wyy willen
‚vor Holden faten in’ unſem Gafthufe twe ewi⸗
‚ge Zelebade, eyn in der quater tamper vor
| Pe eyn in der quater tamper vor Mi⸗
Quarsıen, verb. 1.) wird von dem aute geſagt,
‘den eine feuchte und, meiche Materie macht, wenn
- man mit Händen oder Fuͤſſen darin wirket; be:
fonders auch von dem Werdufche, den man im
Gehen macht, wenn man. die Schuhe voll Waf
‚fers hat. Beym Strodtmann quafken und quaſ⸗
u en. '
2. y Es drucket auch bisweilen den Ton aus, den ein
weicher, oder nicht gar harter Koͤrper macht, wenn
er mit Gewalt zur Erde geſchmiſſen wird.
QuEDar ſagen einige anſtatt Quadder. S. oben.
Queı, ſanft, gelinde, muͤrbe. Dieſes und die beyden
«et
-, f
folgenden Wörter ſi Rd im: Hannoͤveriſchen uͤblich.
| ie
X
BE ue. u 399
Hieher gehöͤret vielleicht das Preuffifche queicheln,
ſich verzaͤrtein. Bocks Idiot. Pruſſ.
QuEir,. Vorwand, Entfchuldigung.
QusımELN, wanfen, unfchlüffig feyn. |
Quer, Quik, lebendiges Vieh, ohne Untere, vi
vum, animans, dwov. Es iſt ein altes. ſaͤchſi⸗
fches, mo. nicht celtifches Stammmwort, deſſen
häufige Abkoͤmmlinge ſich in verſchiedenen alten
und neuen Mundarten ansgebreitet haben; und
bedentet lebendig, lebhaft, rege. A. ©. cuce,
cwic, cwicu: Alt fränf, quech, quick: Ve-
rel, in Ind. Kuikr.: €. und H. auch quick:
Schw. qwick: Dän. qwig, qwiger und qwi-
ckar: alle in der benannten Bedeutung. Bey
zen Engländern und Holländern bedeutet quick
auſſerdem aquch, , munter, hurtig, ſchnell. Gloſſ.
. Lipf. Quiccafe (Quickhaſſe: ſ. Ahr. Nylii
Archæol. Teut. ap. Leibn. Collect. Etym. P. II.
P. 141.), gleichſam Quik⸗ ver, Quick⸗ habe, leben⸗
diges Vieh. Gloſſ. Pez. quecchaz Fleiſc, caro vi-
va Im Cod. Arg. wir Marc. XII. 27. Gott
der Lebendigen/ uͤberſetzet, quivaite God. Vet,
Teut. beym Mylius l, c. p. 140. quikko, quek»
Ko, ich lebe. Celt. chuythu, athmen, ſpira-
re, anhelare, sl. kuikna, anfangen zu le⸗
ben, das Leben empfangen. Schw. qwickna,
wieder aufleben. A. ©. cucian, cwiecan, le .
bendig machen. Rab. Maur. kequichit, anima-
tus. Auch im: Holländifchen iſt quicken leben,
ſich bewegen; it, ernähren, auferziehen, und ber
wegen €, quicken, Iebendig maden, befelen,
' | | XX
}
r
⸗
um
aus der Ohnmacht bringen, ermuntern: quick
with Child, ſchwanger mit einem lebendigen
Kinde. Im Flandriſchen iſt Quick ein Geiſt,
Geſpenſt. Schw. Qwiga, eine junge Kuh. Hie⸗ i
ber gehoͤret das Gr, zrum, th vermag, :bin bey.
Kraͤften : "und ’bie deutſchen, Die hier ifren nicht
"allgemein -befannten Urfprung finden, erquiden,
gleihfam, wieder lebendig machen; Küchlein,
pullus, welches wir Miederfachfen, aus eben die
ſem Urſprung Kiken nennen; keck, lebhaft,
kuͤhn; quaffeln‘ (davon oben), - wackeln, be⸗
weglich, unbeſtaͤndig ſeyn: denn die Bewegung
iſt eine Wirkung des Lebens; ferner, wecken, er⸗
wecken, gleichſam, wieder ins Leben bringen;
quiken, quaͤken, welches bie Stimme eines leben⸗
digen Thiers ausdruͤcket; und andere mehr, wo:
von die bier gebräuchlichen hier unten folgen. ©. |
- mehr von diefem und dahin gehörigen Wörtern die
Aunmerkung 'unfers berühmten Thesd. de Hafe,
Bibl. Brem. Clafl, VI. p. 173. fegg. Welcher
doch darin irret, daß er faget, es fen das Wort
QQuek oder Quif-dey uns ans dem Gebranche ge
kommen, da es: doch, fonderlich. bey der Landleu⸗
‘ten, nicht felten annoch geböret wird, bey welchen
Kruup un Muif alles lebendige Vieh auf einem
Bauerhofe bedeute, Kuͤnd. R. Art. 8. Veen
Saft, funder alleine unſe Vorger fcholen
Quick .driven up de Borgerweide by twee
Marl. Woſelbſt es allein von Küpen zu verſte⸗
ben iſt. Und an einem andern Orte: Ock en
ſchat men wwerley Quit, Schwyne ofte Su
len
= Qum ' \ 401
len driven nu unſen Geheden, by Verluſt
des Quekes. it. Wen ock Schwyne ofte
Queck ankumpt up der. Weſer, dat men anerr ,
ſchepet, we dat nimt und dem Rahde bringet,
de ſchal darvan hebben den veerden Penning,
wes Daryan fumt. Ord. 93. So wor ei
Quick lopt leddich up der Straten, idt 3.
Peerd, idt ſy Oſſe, idt ſy Swien, unde doet
dat welcken Schaden, den ſchal idt ——
wohe ſick aver jenich Man dat Quick to, de
ſchall darvor antworden.
2.) Graswurzel: eine Grasart, welche ſich durch die
Wurzel ſehr verbreitet, und daher ſchwer auszu⸗
rotten iſt. Rund S. Engl: Quitch- graſs, und
Couck- gras. Gloſſ. mſc. A. Sax. quique,
gramen. Im Ditmarf, Quitſch. Die Wur⸗
zel nennen wir auch Queek⸗wurtel, und das
Gras, Queken⸗gras. Es iſt von quef, !quif,.
lebendig. Denn kein Gewaͤchs hat mehr Lebrus⸗
kraft, als der Queek, wie die Land⸗ und Gartens
bauer mit Verdruß erfahren, | |
Joorn-queek, Hornvieh, Rindvieh. | |
Aueken,. 1.) fi ch vermehren - und fortpflangen, FT
und häufig fortmurzein, wie der Queel. R. H.
Ä quicken, leben, ſich bewegen: beym Kilian.
Alt ftaͤnk. quekken, leben. Jol. kuikna, le⸗
bendig werden.
2.) ernaͤhren, Wachsſthum geben, aufjiehen. 9. u
queeken. €. quieken. A. S. cucian und
ewiccan, ‚lebendig. machen. Hochdeutſch erquil⸗
ken. S. Que, . .
DL 7 SE NG
. An queken heißt: daffelbe in beyden Bedeutungen: fih
yermehren, fortpflanzen, ſowol wenn von Thies
‚ ren, als von Pflanze, die Rede iſt: und, einer
Pflanze, oder eines Thiers Wachsthum und Ver:
mebrung befördern, einer hingen Brut ‚pflegen,
| daß fie fi) vermehre.
| To queken, eben daffelbe. Wir, fagen aber auch, be⸗
u fonders in Abficht auf die Quefen, ‚oder Gras;
wurzel: dat Land is to quelet: das fand ift vol⸗
: Te Queken. |
V oort queken, fortwurzeln, fich forepflanzen, fih ver |
mehren. it. durch ‚Die Erſiehung und Wartung |
| vermehren. 0 |
Quekerije, . Queck - -Tchole, Pflanzſchule, , femina- |
x. zum |
Quek: - beren "nennen einige bie: rothen Vogelbeeren,
oder die Beeren · der Ebereſche. S. Vermuthlich J
weil ſie in groſſer Menge twachfen, und fich leicht
Tortpflangen; ober weil fie vielen Vögeln, ‚fonders
lich den Krammetsvögeln, zur Nahrung und fe
bensunterhalt dienen, » Den. Baum nennen: wir
fonft gemeiniglich Quetſen. S. unten. _ |
Quik - born,. eine lebendige Quelle, Aueligeund, ©.
unter Born. Ä
Quik- fand, Triebfand, in weichen man hinein finket:
derrgleichen im fandigen Boden, bey den Quellen
gefunden wird. Man nennet ihn auch Quell fand
‚and Sluup⸗ fand, fabulum. fallax, quod fa-
cile movetur.
| Queue, ein gar is nöfafer Bart. ie. ein un⸗
— beſtaͤu
\ ‚Qum; 4403
deſtundiget Wortelmdchier Menſch dr auf bey:
‚den Schultern traͤgt. =
Ri fteert, eine Bachſtelze, motacillg.. Von der
. „venäubigen Bewegung des. Schwanzes, So fin⸗ |
det man es auch beym Chytr. Nomenel. Sax. it.
ein algulebbafer Menſch, der immer in Bewe⸗ .
8gung iſt. R. Be Er E
Auik fteerten, herum huͤofen, nicht ange auf eek
=: Stelle. bleiben, koͤnnen. R u
Quik=fulver, Queckſilber, argentum vivuln, Von
ffeiiner Beweglichkeit. A— S. Cwicſeolver. Qui
ſulver im Eerſe hebben: nicht langt Ride: fü ige
koͤnnen.
| Qusse-naen, ein Spielbrett:: viele, st ein. Brett; j
fol Wir finden es in einigen Ab hriften dr
De Kündigen Rolle: nene Quefebrede noch Dob⸗
belſchole upholden, noch dobbeln af up Due
febrede ſpelen.
| Oueıe G. Qualik,. unter, Quaam. : | u
QUELL-SANDY: SS: SLUUP:SAND,:
Quenoen,. Quindel, en. niedriges Gewaͤchs J ſwo in z
dee Marfch, auf dem Schlicke, ‚zueift aufwaͤchſt:
8Saturey, Huͤnerkohl, cunila, cunilag.
Wiran Zn), eine junge Kuh, die noch nicht gekal⸗
bet hat, oder Die zum erſten Mahlkalben fol,
it. xine verfchnittene Kup. R. nnd 8. Vor Zei⸗
ten iſt: dieß Wort auch vom "weiblichen Geflecht
gebraucht ‚worden, und bedeutete ein Weib, -
Er Hausmotter Ehefrau. J Die Aebereinſtimmung
An mancherley Dialekten fi: beyn Wasprer,, Wir
“fügen, nach; bey‘ aus, Boxhoras. abiheinten
C ea —
404
— | Q um.
in Veldenars Chron. van Holland, daß Gena
ein alt teutfches Wort fey, und Weib: bedeute;
5 Quene im Engl. eine Frau — Quiuna bey den
. Schweden — Kuna bey den Ruſſen — 'yum
ben den Griechen; und daß Cena bey den Gau⸗
len eine alte heilige Grau geheiffen. Abr. Mylius
in Archzol. Teut. ap. Leibn. Colle&t. Etym. P.
I II. p. 140. ſchreibt: Quenum, vet. Teut. mu-
lier, Quinnam adhuc Suedis Danisg. Que-
ne, Queen Britannis pro uxore regia, res .
gina, adhuc in uſu s£oxag, alioqui de nulla
. . alia foemina. (Die if ein Itthum: den Quean |
ift bey den Engländern ein-Tüderliches Weib, eine
Hure). Belgis in contemtum hæc vox abi,
de vetulis contemtim, de oude Quene.
Saxones F rifüque ufurpant Queen pro
. Juvenca vacca. Es iftdies Wort vom celtifchen
Urfprung, und ſtammet ab von fennen, gebäs
... ren, A. ©. cennan, Gr. yavan, Celt. cenedhu.
| &, was unter Kunte bemerket iſt.
QuEnTzın,Quentern, Verquentern. S.
Quänteln, {inter Quanr.
\ Ques: R, zahm. cicur. Im Chut-Braunſchw.
| Quzzn, jwerch, transverfus, transverfe, oblique.
Wir fagen auch dweer, welches, wie das Hoch⸗
deusfche zwerch, ‚genauer mit dem X. ©. thwe-
or, thwur, thwyre, obliquus, praepofterus;
und Dem Sei. tuer, transverfus, überein kommt.
| Urſpruͤnglich und eigentlich bedeutet queer, was
von der geraden Linie abweichet, wie aus den Ue⸗
berbleibſeln der alten eltifchen Sprache abzunehe
men
1
Que 4035
men iſt; wo gwyr, krum, gebogen, ſchief, re-
curvus, limus, und cwrewn, eine Kruͤmme,
Ke'mmung, curvatura ( daher auch das folgen
de Queern, eine Muͤhle), bedeutet. Vor
queer, uͤberzwelch. Ener Queer⸗Hand breed:
einer Hand breit: palmi latitudine. Daher hat
die Queern⸗ ſtrate in Bremen den Namen, eis
gentlich Queer⸗ſtrate, weil ſie queer durch zwo
Straſſen gehe. Queer⸗ſtreke, Zwerchſtrich,
linea transverfa. Queer⸗weg, Zwerchweg: u.
andere, die auch im Hochdeutſchen üblich find.
Quere, Subftant. obliquitas. Auch dieß Wort braus
chen die Hochdeutſchen. In der Quere liggen:
überjiverch liegen, fitu transverfo collocatum ef-
Se In de Quere famen: von der Seite br
kommen, als wolte es die gerade Linie durchkreu⸗
jen: ex trausverfo, oblique venire/ it. Hinde⸗
rung in ben Weg legen. SP quam em in de
Quere; ich verhinderte, A feine Abſicht.
In't Kruͤtz un in de Quere lopen: in die Laͤn⸗
ge und in die Breite laufen: unordentlich durch
einander laufen. | |
QueEErn, eine Handmühle €. Quern. Ss .
- Cwearn,Cweorn, Cwyrn,Cod. Arg. Quaira. Alt
- ftänf, Quirn, Chuira. Schw. Quarn. Dän,
Quaern. Isl. Kuern. Etwa von dem alten
wirren, beym Kero in Gloſſ. kehwerban, fi
drehen, converti, in gyrum agi. ©. Eccard.
Catech. Theot. p. 158. 159. Celt. Cwirwn,
curratura: ap. Leibn. in Celt. p. 112. Kuͤnd.
R. Urt, 16, ‚oe en ſchall nemandt mit Quer⸗
ze | a \ oe
J ae —— Qun —
nen Molt oder jenig Korn ho Mehle nah
len — by Vorluft des Gudes und 10
Marck Straffe. er:
Gorte-queerm, :eine Srägmüpfe> & Er ad
Quasi (N). © unter QUETSEN;: quetfägen.
5 Quast, ein Duaft. Bedde ⸗queſt /:wer herab hans
gende Quaſt im Bette, wobey man ſich aufrichtet. |
Hed⸗ queſt, ein· Quaſt von Heidekraut, der. in
ver Kuͤche zum Reinigen deu» Kuchengeraͤthes ge⸗
Braucht wird. Wij queſt, ein Weihwedel,
Sprengwedel in der roͤmiſchen Kirche. Witjel⸗
quiſt, der Dicke Pinſel von Schweinsborſten,
womit die Wände geweiſſet werden, u. a m.
ne Seren, Uut queften, mit einem’ Quaft reinigen,
In Hamburg quäftlen. R. De Getten uut
queſten: die Milchnaͤpfe mit einem Auaſt von
Heidekraut reinigen.
Quarsen, ‚oder Quetfken, Quetfän- boom, der
Vogelbeerbaum, Ghberefche, forbus aucuparia,
Die röthenr Beeren diefes Baums, womit Die
Ktrammetsvoͤgel; gefangen werden, heiſſeni in Zieg⸗
lers Id. Ditmarf. Quitsbeeren: tm’ Hanndver.
Quitſer: in Chytraei Nomendi. Sax. Quitzen/
5 beer: fonft auch an einigen Orten Quek⸗beeren.
Qunrsen, quetſchen, zerfniefchen ; zerdrücken, durch
J Druͤcken oder Preſſen verlegen. A. S. ewyfan:
E. fqueefer Alt fraͤnk. quezzon: H. quetſen.
In Osnabr, quetten, und quedden, adden,
quetſchen: quettern, - den Saft ausdrücken. S.
: Man vergl, das fat. quatere, cutere, quaffa-
re, e, hinein, flogen, aueiſchen. Gr. Koran.
—* Sorab.
Qurx. Qui. 407
BSorab. kwoczezu, "ich ſchlage. Auſſer “obiger
Bedeutung wird quetſen bey den Niederfachſen,
fo wieben den Holländern, auch von einer: jeden
Verlegung und Verwundung gebraucht. Oſtfr.
Sande: 3 DB. 55 Kap. Dair gene Lichlauwen
di. Narben, Merkmale S. des Heren von
Wicht Anmerk. uͤber dieſes Wort am angefuͤhrten |
Orte) van ſinnen, dair men by ſeen mach of |
- he gequetzet is. Daher ift
.Queie (6), ein Bläsgen, welches vom Druͤcken,
Kneipen, oder Klemmen, an der Haut mit Blut
oder Waſſer unterläuft, R. Sprw. Ungewenm
de Arbeit maaft Quefen : eine jede ungewohnte
Arbeit iſt muͤhſam und verdrießlich. nz
Queſen-kopp, 1.) ‚eine Hirnkrankheit der Schaaft
2. ) ein naͤrriſcher Menſch. Im Chur⸗Braunſchw.
Quvıx, Quiks - quaks, u. a. m. ©. unter QURXx.
Quizen, quaͤken, ſchreien wie ein Thier, ſonderlichh
| wie ein Ferken, welches gählings gepeiniget wird.
E. fqueak, . freifihen: quak, fehreien tie ein .
Rabe, oder’ eine Aente. Vergl. oben Quar-
"KEN. Es ift entweder vom Laute gemacht, oder
es ſtammet ab von Quif, ein Iebendiges Thier.
Il will di flaan, du fehaft quifen, as ene
Ppggge: ich will dich \ehlagen, daß du laut fehrei: -
ef. Man kan de Uetze wol fo lange pedden,
bet ſe quiket: ſ. Pedden, une Pan
Quri LEN, up quillen, uut quillen, Siſewoen |
durch: Feuchtigkeit fich ausdehnen. R.. "Imp. if
J auufl, id) quoll. Partic. quuflen, gequoͤllen.
Dat Holt is gun; das Holz if gequollen,.
‘4 5 | \S,
- ' ’ ZZ.
» . . . . \
v . . ”
⸗
’
_
Ä er — Qui.
hat ſich nushedehner Das Sanmmoı ift
Dudle. |
Quiusıer, ein Baſchel. Im Hannd.
Quines, kraͤnklich ſeyn, ſich Elagen, eine allmaͤhlig
auszehrende Krankheit haben, languere, tabe-
fcere. R. Hol quynen, quenen. Din. qui-
nie A. ©. quanian, cwinan. Das Stamm⸗
‚ wort ift das Celt. Cwin, Klage, das Weinen:
‚ und, das Zeitwort cwyno, klagen J feufzen.
. Ced. Arg. whinon, quainon: Isl. kueina,
oo Daher. alſo auch wenen, weinen. Idt is beter
wat'r ſchinet as. war quinet: und, lange qui⸗
nen is de wiſſe Dood, ſind Spruͤchwoͤrter, die
auch bey uns gebräuchlich find, SG: Richey.
Verquinen,, von einer laugſamen Krankheit aubgezeh⸗
reet werden, lento morbo tabeſcere.
Qua: fügt, . eine langſam auszehrende. Krankheit, .
Schwindſucht, tabes. Sik de Quien⸗ſugt mes
ten laten: fi durch Segenfprechen von ber
Schwindſucht befreien wollen. . Die Sache beſte⸗
bbet darin, daß abergläubifche feute fih duch |
Murmeln und Segenſprechen, wobey der ausge⸗
ſttreckte Körper verſchiedentlich in die Laͤnge und in
die Quere gemeſſen wird, von ber Schwindſucht
"= wollen kuriren laſſen.
Quinzenm, Quinkeleren, hoch, fein ſt ſt gen, wit
ſchern und pfeifen wie die Vögel Ohne Zweifel
von quinteren, quinteleren, auf ber Quinte ei⸗
nes Saitenſpiels fingern. R
Quinz-suac, ‚ein feiner, ige Sig, Manke,
die
—
Qu 20.40.
Die einen guten Sein haben, Auch dieß iſt an⸗
ſtatt Quintsflag, von Quinte auf den Saiten⸗
ſpielen. R. He het. fif:dör enen Quink⸗ſlag
darvan los mafet: er bat ſich durch eine Liſt her
aus gewickelt. Quink⸗ſlaͤge im Koppe heb⸗
‚ben: liſtige Anſchlaͤge im Kopfe baben, auf Raͤn⸗
ke bedacht ſeyn.
—E— 1.) die fünfte und feinfte Saite: der fünf. Ä
=. 16 Ton, auf einem Inſtrument. it. die Fiftel im
Singen. Es ift das Sat, quinta. De Quinte
brikt: er uͤberſchreiet ſch. Dat de Quinte nig
brikt: treiber die Sache nicht iu boch: ſidelt nicht |
zu grob. Ä .
. Daffelbe was Qui. ‚flag. In Fran heißt
Quinte auch Eigenſinn. Quinten im Koppe
hebben: voller Raͤnke feyns m allerband liſtigen
Raͤnken faͤhig ſeyn. — |
Quinten-maker, ein verfchniißter Men), der zu los
fen Haͤndeln ‚aufgelegt iſt: ein Intrigenmacher
In Osnabr. Quinten⸗faͤnger. Sl |
Avını, Querrel: cin befanntes Küchen s Znftrument, on
welches gemeiniglich nichts anders, als ein kleinee
Zweig, oben mit drey oder vier Nebenaͤſtlein, iſt,
womit man Eier, oder dergleichen Säfte, dur . _
Unmdrehen des Stiele zwiſchen beyden Händen,
duͤnne macht. Von dem alten wirren, keh-
werban. S. Quzern, eine Handmuͤhle.
Quirlen, mit einem Querrel dünne. wüßren, |
Quisr, Schaden, Nachtheil, Verluſt, Veegudung,
| Auſwand. Es iſt ein altes, noch kaum ben uns
& nn bewahr⸗
I
Qu, 2 5
_,
Bemaßrie Stammwort. Auch Oefried gebeanche
in der angezeigteir Bedeutung. H. Quiſt, und
Quiſting. To Quiſte gaan: verloren gehen.
Sprw. Twiſt mafer Quiſt: Uneinigfeit bringe :
| Schaden: Proceffe teeren den Beutel: lite patri-
(
|
moni vires diffi ipantur: discordia res magnae
| dilabuntur. —
Quiſten— Verquiſten, vergeuden , verſchieudern un
Nnuͤtzlich vertbun, durchbringen, Iſt auch Holläus
diſch. Cod. Arg. quiftjan,., und fraquäftjan.
E. quash, vernichtigen. ‚Fe. gaſter, gater,
Ital. zuaſtare. Man vergleiche wuͤſten, vers
| = wüften: . tar vaftare: Gr disown Im Engl. i
. heißt walte bendes, verwuͤſten und durchbringen,
verſchleudern. He het dat Sinige verquiſet:
"er hat ſein Vermoͤgen durchgebracht. |
Vergiter, Durchbringer Verſchwender, prodigus.
H. Quifter.’
. Quikterije, Verſchwendung/ Verſchteuderung, prodi-
galitas. Geld: ; quifterije : unnühe Ausga⸗
ben, Verfchleuderung des Geldes.
Qvit, ‘Quiet, To, ohne Anſpruch, liber, folutus,
jmiinunis: ° * Wachter leitet es ber vom tat. vi
duus? Fiſch aber bequemer von quietus, 'rubig,
zufrieden“. H. 'quyb E. quit. Be quite
Enen quit ſchelden: einen von allem Auſoruch
fen erklaͤren, quitiren. Lange borgen is nig
uit ſchelden: "Tage geborgt iſt nicht geſchenkt.
It bin mien Feber quit: ich bin meines Fiebers
9 los. Een 1 Ding auit Faden: eines Dinges ent
1 )
| ediget
. L x , ⁊
lediget werden. Dat bin if quit gean: | das
habe ich verloren, vas iſt mir entriſſen. Quit
of ine ſo ſwiet iſt bie Bedingung beym Spiele,
3 da einer.entweder das Verlorne wieder gemwinnet, =
odet noch einmahl fo. viel verlieret, Man fagt-ts
auch, werin einer alles’ waget. d% Jouer ä quit- |
te ou a double
niten, 1.) quit machen: frey und von Anſpruch⸗ (08
ſprechen quietum, ſolutum ae liberum ec
rare. Es iſt jetzt veraltet. S. Haltaus. |
quit, acquit. H. quyten. St. quitter. ac- 9J
quitter.· Span. quitar. J
2.) Sie quifen, ſich feiner Pfliche- entledigen, feis
ae r Berbinbticteit nachkommen. H. fick quy-
St, C’acquitter, He het fif queten, as
een Mami: er bat fich männlich, ritterlich ger
"halten. So reden. auch die Engländer: Re. did
quit himfelf like a Man.
)UITTERN, fpigläheln. Im Hannoͤv.
)UÖSEN, quetfchen, zermalmen. In Hambur · R a
Vergl. QAuETsEen, und QuAseEn. F
)UULLEN, gequollen. (Cs iſt das Mittelwort vom
»QUILLEN. a
JUURKHALSEN, ſich wuͤrgen ‚als einer 2 ‚den etwas
im Halfe ſtecken bat, das er gern heraus bringen
will. Im Chur⸗ Braunſchw. Auch in Hamb.
R AIn Veemen fagen wir wor, halfen. “
"412 I "Raa
Ä R AA, Segelftange, antenna. R. Es tft die
“ Querſtange an dem Maſtbaum der gröffern
. Schiffe, woran das groffe Hauprfegel befeftiget
| a Auf den gröffeften Seefchiffen bat man, nach
der verſchiedenen lage, verſchiedene ſolcher Segeb
ſtangen, als: Begien⸗Raa, Beſaan⸗Raa,
Fock Raa, Top: feilds Ran die kleine Segelſtange
oben an dem mittelſten Maſtbaum, u. a. m. deren
Mamen nur beh den Schiffleuten üblich find. Kilian
Hält es für ein alt ſaͤchſtſches Wort. Und Hals
aus, unter dem Worte Rahrecht, führer ein
_ fächfifches Wort Ra, Räh, an,’ welchem er die
Bedeutung von ausgefpannt, ausgeſtreckt, ex-
tentus, gibt. Er melder aber nicht, wo er es.
her har. Unterdeſſen ſchickt ſich diefe Bedeutung
ſehr wohl zu einer Segelſtange. Die Hollander
ſagen Raa und Ree.
Raa-fegel, Raa-feil, das groſſe bierecige Hauptſegel
„an bee Raa. R
Rau, oder Res ( * wft der Steuermann Sem Lavie⸗
| ren, wenn das Schiff umgewandt und auf die
| andere Seite gelegt werden ſoll. u
\ Rämansi ift eine Ausrufung der Schiffleute bey vers
= ſchiedenen Gelegenheiten, beſonders beym Abfah⸗
ren, wobey fie die Huͤte über den Kopf ſchwingen.
4 der Jungen, und des Poͤbels, wenn jemand
an deit Pranger; oder ‚ins Halseiſen geſtellet
wird. Na
. .R&,
WBG Ra Rau nn 413 J
I ru dei, Korper, Rüden, Rippe. it. beichnum. —
Ddieſ⸗ Bedeutungen ſind unter einander verwandt, 9
ſowol als die Namen, die dieſen Theilen in den
alten und neuen Dialeften gegeben werden. 4 .
S. Hrew, und Hreaw :. Ss Hre: At.
J frank. Ereo, Hrao, Chreo: bey einigen Die
derſachſen Reef, Meve, und. jegs noch bey uns
Rif, Rift, geichnam, Gerippe, it. Bauch. S.
Rır. Wir brauden Raͤ nur noch in einigen
"wenigen Redensgrten. He legt een DIEE Raͤ
10: er maͤſtet ‚feinen Körper, . legt einen dicken
Bauch zu Kaam ik di up dat Ri — iſt ei⸗
ne Drohungs⸗ formel: Hüte dich für Schläge
Enem wat up t Raͤ geven? einen prägeln. In
gleicher Bedeutung fuͤhret Friſch, im Woͤrterb.
J
unter Raͤf, die Redensart an: einem eines auf Eu
das Meff geben. Ä Be
bar Sen vold Rabak: ein altes verfallenes Ge
ſtell, Schrank, Haus m. Ohne Zweifel ahmet
dieß Wort dem Laut des Raſſelns und Klappernus
nach, welchen ein altes hoͤlzernes Geſtell macht.
abakken, raſſeln, klappern, ein Getoͤſe machen, los
pfeu, bämmern, als wenn man ein altes Geſtell
zerbricht.
‚ABBELN, geſchwind und unbedachtſam plaudern. |
Es gehöre zu Rap, geſchwind, hurtig. u
‚ABUNTEN, Rabunten gaan, herum ſchwaͤrmen,
ſich Tüderlich aufführen, auf böfen Wegen geben.
H. rabauden, agere nebulonem, dolofe ag»
re mendicum. Von Rabaud, welches nicht
nur einen anbftreicher, ſcheimiſchen Bettler, be⸗
J nz
\ — _ \ a .
.
. 2 22
414
—
*
Ran e
deutet ſondern auch aberhaupe, "einen. Mdertichen
Beluben, Hurenjäget. Ital. Ribaldo. Sr. Ri
baud.. E. Ribaude, Ribauld, S. Kilian,
Dufflaei Etym. -
. Raan, 1.) Rath, Ue cberlegung, Rathſchlag⸗ Ent
fchlieffung ; eonfilium. it, Vorwiſſen, Zuſtim⸗
: mung’, Gutheiſſen, conſenſus alicujus, qui in
conſilium adhibitus eſt. A. S. Rad, Rad,
Raed. Ist. Rad. Schw. Rad, E. Read.
Dat is mi.to Rade geven: das iſt mir gera⸗
then, als ein Huͤlfsmittel angerathen worden.
Dat is fin Raad: das iſt nicht, zu rathen.
== Ya Raad uut weſen: ſich bey einem Nachwei⸗
ſer, Beſchwoͤrer oder Teufelsbanner Raths erhoh⸗
dem Raad doon laten: ſich von ſolchen Be
truͤgern helfen laſſen, ſich aberglaͤubiſcher Mittel
bedienen. Wo nu to Made!. iſt eine Formel,
wenn man jemandes Unbeſonnenheit oder Unge⸗
J ſtuͤm Einhalt thun will: wie will es mit dir wer⸗
den? kann es nicht weniger ſehn? of bin des
to Rade wurden : das habe ich beſchloſſen.
EStat. 2. Do wurden de Rathmanne mit der
Witheit und Vulborde der. ganzen. Menheit
to Bremen des to Rade: da faßte der ſitzende
u Rath, mit der Wittheit und Zuſtimmung des: ganz
. zen Volks zu Bremen, den Entſchluß. Stat.
135: dt en ſchee na. Rade des Rades: es ge⸗
ſchaͤhe denn mit Zuftimmung des Raibs. Und in
der Kuͤnd. Rolle wechſelt die Redensart na Ra⸗
he des Rades ab mir; mit, Orlove, oder mit
— Verlove des Rades: u. alfo gleichguͤltig
ſind
_ Ss”
Pi } >
Ran. W ars
9*F ſind. S. Het. 188. vedl. mit 150, und 155.
der Pufend. Ausgabe. Im 150 Art. iſt beſtim⸗
met, daß der Rath mit der Gemeinheit, den Brau⸗
ern und Aemtern waͤre einig geworden, daß kein
bamburger Bier ſollte in die Stadt. oder deren
Gebiet gebracht werden, und. es follte Niemand
ſodane Beer noch Rades efte Dades nich hu⸗
ſen: dergleichen Bier weder ſelbſt im Hauſe ba⸗
ben, noch dazu behuͤlflich ſeyn, daß es jemand =
hätte, < Ord. 83. heißt es von gefundenem herrn⸗ J
ůſen Gut, daß man es niederlegen ſoll bey einem
-angefeffenen Mann, by Made der Radtmanne
(nad dem Öurfinden, oder mit Zuſtimmung des
eoaths — mer de idt gefunden hefft,
ſchall men geven Arbeldes Loen by Rade der
Radtmannen: wer es aber. gefunden bat, dem ”
ſoll man Arbeitslohn geben , nach dem Gutfinden
des Raths. |
2.) der. Rath , concilium, fenatus., Insbeſonde
re, der halbe Rath, der im Eide fi ist, in Entge⸗
genftellung des ganzen Raths oder der Wittheit.
Andere Bedeutungen, welche auch das Hochdeut⸗ J
ſche Rath hat, uͤbergehen wir. |
Mederaad. das Einrathen, Beyrathen. In einem |
Reeeſſe e des Erzb. von Bremen, Chriſtoffers, von
1517. Ock willen wy nene Seide annehmen,
fondern.nah Mederade und Medewetende der
Ledematen: auch wollen wir feinen Krieg unters :
nehmen, one Beyrathen und Mitwiſſen der Glie
der oder Stände des Stifts. | =
Vortaad, Vorſatz, worharhebende ucherlegung/ vorher
| | Men
a6. ..... Ran
” ab etlegter Anſchlag wohl baechmich⸗ Thet. Lo
. vor, und Raad. Stat. Stad. X. 4. So me.
den anderen wundet ane Borerat, de. fcal uter
Stitat ·weſen fe Welen, met Borerade en
Half Zar — So welt Man mit Bon
rade den anderen wundet, oder mit Vorrade |
den anderen feret Blawe unde Bloet, de ſcal
jummer deme, de der wundet i8, oder feret
is, twevoldighe Beterinche geven, mer de
Vorrat unde de Vorſath de hoghet ſych alfo
vaſte, in dem Sachewolde alfo in der Stat),
Götting. Ausg. von 1766. ©. 93. _
- Raad-mann, Rathsherr, Senator. In der mehrern
Zabhl Raad⸗manne, nicht Raad⸗luͤde.
” Raden, Raön, 1.) rathen, Rath. geben, confilium
dare , fuadere. A. ©. ræd. €. read. -
“ =) rathen, errathen „ divinando adſequi. Hie⸗
ber gehoͤret das Goth. rathjan, rahnan, fihäg
zen, zaͤhlen: in Cod. Arg. af vaden, € ein Raͤth⸗
ſel auf loͤſen. |
| Afraels, ein Raͤthſel, senigma. |
. Beradtn, ı.) berathfchlagen, cönfilium inire, con-
, fultare. Sik aver ene Safe beraden: über
eine Sache rathſchlagen, eine Sache uͤberlegen.
2) verſorgen, fuͤr einen ſorgen, proſpicere alicui.
Daar het he ſik ſlegt beradet: darin. hat er
ſchlecht für ſich ſeldſt geſorget. Sprw. As de |
Weerd is, ſo berad Gott de Gaͤſte: ſ. unter
WEERD, Wirth. J
3.) Insbeſonder, ausftatsen, ausſteuern, verheura⸗
then. De Mann het alle ſine Kinder bera⸗
| bet,
u . , u . . j j j R j
Br x s Pr — \ . » -
- - Ran °...°. "417.
det: der Mann hat alle ſeine Kiüder verheura⸗
thet, oder auch uͤberhaupt, verſorget. Stat. 7.
Heft de Frouwe ene Dochter de alſo verne
Tamen is, dat fe einen Mann nemen mad, -
der fchall men na Örer Grunde Rade (mit ige
rer Freunde: Beroilligung ) geven eren Deel,
up dat men fe-defto erlifer beraden moghe;
damit man ſie deſto anftändiger ausſtatten möge, -
- Stat. 1I1. Mann oder Frau, die ihre Ehegatten
verloren haben, de ere Kinder hebbet.van fi
gedelet edder beraden (die mit ihren Kindern ges
theilet, ober diefelde ausgeftgftet haben), diemds
7 gen mit den Gütern, bie ihnen bleiben, nach Be⸗
lieben ſchalten und walten. Stat. 14. So J
welcke ock duſſe Vormundere — der Kin⸗
der jenich beraden (in einigen Handſchriften ber
rede), binnen duffen Jaren der Vormunde⸗
ſcchup ane der andern willen, de ſchall gheven
der Stadt 20 Marck, unde den vorſmadeden
Vormunde 20 Dark. | -
Berade, 1.) Berathſchlagung, Ueberlegung, das Be
denken. Wi wile ide in Berade nemen: wir
wollen uns darauf bedenken, ‚wir wollen es über
Segen.
2.) Ausftattung , Verehlichung. Er, m Berade -
famen: ausgeftattet werden, ‚einen Mann bekom⸗ |
men, beuratben. J
Beraden, adj. uͤberlegt, bedacht. Mit beradenem
Mode: nach reiflicher Ueberlegung, wohl be⸗
daͤchtlich, conſulto. Stat. Stad. X. I. |
- 2). verforgt, ausgeſtattet, verheurathet. Stat. 8.
nn Du Or
—
Fi
Unde for de Rindere beyde de aſten unde
de leſten beraden, unde ſtarvet de Mann dar⸗
na, de erſten Kindere mit den leſten de ſcholen
daat Erve unde Dat Gudt lyke delen.
VUnberaden, 1.) unüberlegt, unbedachtſam , incon-
| fultus. |
. =) unverſorgt, unverheurathet, moch nicht ausge
ſtattet. Stat. 8. De’ Frouwe mit eren Kin
deren, de unberaden fon, de fcholen nemen ly⸗
fen Deel in Erve und an Gude. |
- Inrädig, Inredig, - beyraͤtbig⸗ mit Rath behuͤlflich
Renner: Und mit den Olderluͤden inredigh ſin:
und den Aelterlenten bepräthig fenn.
_ Ungerade, was ohne Heberlegung und Vorſatz, ober
von Öhngefehr, zufälliger Weiſe gefchieher. Ders |
altete Redensarten find: van Lingerade, und |
‚mit Ungerade, ohne Ueberlegung und Vorſatz, Ä
ohne Abficht Böfes zu thun: wovon bas Öegen:
"theit iſt, mit beradenem Mode, oder mit Vor⸗
rad, verbenäctlih, mit Vorſatz. Man- liefet
es Stat. Stad.X, 1. Mer fomet Lude an ene
veile Taverne, Inde feut dheme Werdhe mat
van Ungerade, efte jenegheme Mlanne, dhar
“ne is nen Husvrede ane brofen, nochte de
Werre (Were) bevochten: kommen aber feus
ein ein Öffentliches Wirthshaus, und widerfaͤh⸗
ret dem Wirthe, oder einem andern Manne, oh⸗
ne Vorſatz etwas Boͤſes, dadurch iſt der Hausfrie⸗ |
de nicht gebrochen, noch die Sicherheit des Hauss
rechts beleidiget. Und in dem gleich folg. 2ten
Art. Were in aver ein bedherve Man ofte
J ein
Ran | 419
. ein Geöherse Knops, unde mit Undferbe that
brefe % ſ. w.
Verraden, Verraän, verrachen. En: ſchabt nig ver⸗
xaen: ich kann nichts davon nach ſagen, man hat
mir nichts "davon wiſſen laſſen. He fchal de
. Stadt nig verraen: erift ein dummer Tropf,
er hat das Pulver nicht erfunden. |
Verrädlik,. wird gemeiniglich ausgefprochen , verreed⸗
lik, verraͤtheriſch, dem nicht zu trauen iſt, unſi⸗
der; gefährlich. Dat 38 is verrädlif, fage mar,
wenndas Eis dünne Stellen bat, da es unter eis
nem nicht haͤlt. Verraͤdlike Wege : Poli
ge Wege, wo man hinein fi nket.
Vorraad, Vorſatz, iſt oben ſchon da geweſen. | |
Ra, rota, iſt ein celtifches Wort. Cambr. Rhod. |
- Armor. Rat. Hihern, Rit, Rhotha, Fr.
Roue, S. Wachter in diefem Worte. Em is
een Rad uut dem Wagen lopen, ſagt man
wæenn einer einen Beförderer verlieret, oder wenn
ihm fonft ein Mittel zu feiner Wohlfahrt entgeher.
Under Rad: nach ein ander, einige Mahl gleich
‚hinter einander, iteratis vicibus. . Ik ging
daar dremanl under Rad hen; ich ging drey⸗
mahl gleich nach einander bin. In Hamburg
ſagt man in dieſem Sinne: nd der Radt; wel:
ches Herr Richey erklaͤret: “nach der. Heiße, nach
„einander: vielleicht wie Die Speichen oder Schie⸗
„nen eines gedrebeten Rades.“ Bequem genug.
Sonſt koͤnnte man auch das Wort Rad in dieſen
Redensarten fuͤr ein beſonderes Altſaͤchſiſches hal⸗
ten, welches die Bedeutung „ bald, geſchwind,
Dd a . Ä ww
—
20 u Ran | | ——
hurtig, bai, das Siaumwert von "unferm drade
und grade iſt, und ſelbſt mit Rad, rota, in
Verwandſchaſt ſtehet. A. S. rath, cito, con-
—3 ræthe, protinus: hraedeft, brevifli-
“hrade,' hraed,. celer, alacer. ‚Eben |
ö * Bedeutung hat das Alt fraͤnk. rado, und
das Holl. rad, ras, ſchnell. Gloſſ. Boxh. fo.
ratlo, quantocyus: rader, citatus. A. S.
hrsdian, eilen, laufen: . welches in verſchiedenen
celt. Dialekten heißt rhedeg, rhedaf, rhedec, rhe-
den: Gr. podaw: Hebr. rn (rutz). S. Wach⸗
ter in Rad, dito, celer: und Raden, car.
‚rere. | -
Radebraken, Ratbraken, radbrechen, raͤdern. it. et⸗
was verunſtalten, eine Sprache im Reden ver⸗
_ flümmeln a balb gebrochen reden. | ‚Önj jargon-
ner. S.
Rabe, das Gerade der Weiter, S. Reom
Rabe, Ras, eine Art Unkraut, das im ‚Getreide, -
ſonderlich im Rocken und Gaͤrſten, haͤufig waͤchſt,
mit einer weiſſen, fleiſchfarbenen, auch wol rothen
Blume, bald als eine einfache Nelke ‚gefaltet,
“und mitrunden, ſchwarzen Samenkoͤrnern: Korm
roſe, lychnis coronaria, lychnis ſegetum,
pſeudomelanthium. Chytr. nennet es Ger⸗
ſten⸗ radels. In andern bdeutſchen Mundarten
Madden, Ratte, Radelen, Ralen, Roel.
Herr Strodtmañ, Idiot, Osnabr. ©. 337, irtet,
indem er es mit ber Tremſe oder blauen Kornblu⸗
me, cyanus, vermenget. Man koͤnnte Rade
“ableiten, von raden, ausreuten 7. ober befjer von
| raiden,
—
— x
. De Zr
Ran. Ran % j | ‚421 J
I eaiben räden, reben, reitern ieben aüefeben; >
weil man den Samen der Rade durch das Sieb aus
- dem Getreide bringe. S. Friſch in Raiden.
- Spw. De Diſteln un Made faiet, de mag -
veel Unkruuds maien: was einer ſaet, das F
wird er erndten. u u
'Rankn, votten , verrotten. S. Raten. Ze J
Rapri, Raen. Uut raden, rotten, ausrotten, mit
der Wurzel ausrotten, reuten, ausreuten. Sa
andern Mundarten roden. Im Hanndv. rodde⸗
ten, durchwuͤhlen. Hiemit find verwandt uns -
ſeer wroͤten, und rüden, wuͤhlen, zerruͤtten. ©
: jedes an feinem Orte. E. root: out,' “austottin: -
von Root, die Wurzel, radix. H. uyt rooyen.
—Il. rota, ıydia, mit der Wurzel ausreiffen,;
\ Bäume ausrotten: rioda, verwuͤſten. Alt fraͤnk.
riutan. . Eine Hacke, ein Karſt, oder Werkzeug,
> womit man Die Erde umwuͤhlet, und Wurzeln
ausrottet, bieß in der alten britanniſchen Sprache
Rhaw: Lat. rutrum. Daher iſt auch das Hoch⸗
deutſche zerruͤttn. Viele Namen der Oerter
J J ſtammen von dieſem Werte ab, weil dafelbft der -
Boden von Buͤſchen und Bäumen ift gereiniget
worden: als Rade, Appenrade, Hilligenrade,
Walsrade, Harzgeroͤde, Gernrode, Tan
quarderode, Wernigerode, und, viele andere,
welche Herr Friſch im’ Woͤrterb. unter Meuten ans |
"führer. Stubben uut raden: die Wureln ı ei⸗
nes gefaͤlleten Baums ausgraben. '
Ranscnop.- ©, Reedfchup, unter Rren.
Rar, 1.) die fetten Floßſedern von dem gedorreten
Do 3 nn —B
/ . *
7 “
ey ı Ran, Rar.
zu Heitbutte ‚ der aus Bergen in Rorwegen koͤmmt.
Das Fleiſch an dieſem Fiſche iſt der Länge nach in
Riemen aufgeſchnitten, doch ſo, daß es an einan⸗
02 Bee ‚und los über den Graͤten haͤngt. Dies
2... fe Riemen werden Mefel, und det ganze auf dieſe
Weiſe zerſchnittene und gedorrete Fiſch Raf un
WReekel genannt. Einige unterſcheiden nicht Raf
von Rekel; wie Kilian in feinem Etymologico.
Raf iſt deffeben Urfprungs mie Rif, Gerippe,
N weil ein folcher Fifch wie ein Gerippe ausfi ie
und mit dem aleen Mef, eve, der Bauch. €,
„Rift, eine Spalte, Ritze. S. unten in Rır.
29 Das waͤhrend des Winters verdorrete Gras und
Kraut auf dem Sande, E. Kiffraff, ſchlechtes
unnuͤtzes Zeug.
3) Poggen -rof, Froſchleich. ueblichen aber iſt
Poggen⸗ ſchott. Andere ſagen Poggen⸗ruf.
Räne, ein groſſer Hund. 6&.Röoe
‚ Räxen, rächen. : Üeblicher ift wraͤken, und wre⸗
ken: welches nachzuſehen iſt.
Raxen, 1.) rühren , beruͤhren, ‚treffen, betreffen.
St. gelangen zu etwas, Bingeratfen. R. Die
Holländer fagen auch in diefen "Bedeutungen Raa-
ken: gfeichwie wir faft alle Redensarten, welche
fie mit dieſem Worte machen, mit ihnen gemein
Haben. Es ift faft daſſelbe mit reken (5), rei⸗
‚en, welches unten vorkommt. He is ligte ra⸗
Fed: er iſt Teiche empfindlich gemacht: Vam
| Blitz raked: vom Blitze getroffen. Wat raket
mi dat? was geht mich das an? Dat ſunt
Salem, de di nig ratet;: das find Dinge, die
dich
—R
Rax. 44323
dich nicht angehen. An den Grund raken:
decn Grund berühren: mit dem Schiffe auf den
. Grund zu figen kommen. Weg rafen: weg
— fomiten. Loos rafen: los kommen. Faſt ra⸗
ken: feft werden, feſt zu ſitzen kommen. Klaar
raken: fertig werden. Ik kan't nig raken:
ich kann es nicht beruͤhren, daran langen, treffen,
dazu kommen. Vorbi vafen: neben hin treffen, -
= vorbey kommen. To ſamen raken: in Zank ger
rathen. Up't Dröge raken: aufs Trockne ger
rathen. it. nicht mehr zu trinken haben. Quit
raken: frey ausgehen. it. beraubet werden.
2.) ſcharten, raffen, wegruͤcken ſtreichen ‚ fegen.
E. rake. Sr, racler. Daher ſagen die Hoch⸗
deutſchen, in einer eingeſchraͤnktern Bedeutung,
rechen, raftro eolligere: A. ©. raccian; und
XReche, raſtrum: A. S. Raca, Race: €,
Rake. Dafür wir und die Holländer jeßt, mit
Verfegung der Buchftaben harfen, und Harfe .
ſagen. R. Dat Geld to fif raken: das Geld
uu ſich ſtreichen, mit der Hand zu fich ziehen. To
Hope raken, oder tofamen rafen : zufammen
raſffen, oder fegen. Mit der Hand van een
raken: mit der Hand aus einander ſcharren.
Anraken. anrühren, berüßren, anftoffen. Daar bin
. it anraked: da bin ich angelaufen. it. bag babe
ich unvermuthet erhalten.
Beraken verſcharren, einſcharren. Mit. Sant, ober
imn't Sand beraken: in den Sand verfharren.
‚In raken , einfcharren. Dat Vuͤer inrafen : das
Feuer gegen die Nacht mit Aſche bedecken, damit
Dd da— III
Y. 1
N
q
\
un \
424 . ee Rau = J — on.
man bes Morgens gfüenbe Kohlen Ander Ä Dat’
Geld in finen Saf rafen : das Ger in feinen -
Beutel fteeihen.
To raken, zuſcharren. Dat Vler to raken; daſſel
be mit inraken.
Ungeraked, was nicht dahin gehöret,, ungefüge, un⸗
gebuͤhrlich, unanfländig. Fr. impertinent.
Stat. 92. Spreke ein Mann roͤkeloſen ein uns
geraket Wort vor deme Rade, unde ſick des |
>. de Radt edder ein ander to Hone toge
redete jemand unbedachtſamer Weiſe ein unanſtaͤn⸗
diges Wort vor dem Rathe, wodurch der Rath,
oder ein ander, id) beleidigt hielte .
Raak- ſpoon, ein Stüclein Holz, womit man etwas
urmruͤhret, ober ſcharret: alferculus, fegmen-
- tum ligni, quo quid colligitur aut removetur.
Een Raaf » ſpoon van der Naͤſe: eine lange
MNMaſe.
Rakken, 1.) im Koht herum ruͤhren, unflätige Ar⸗
beit thun, mit vieler Muͤhe vom Unflat ſaͤubern.
BR. Es iſt ein intenſivum von raken. De
Straten rakken, oder up der Straten rakken:
die Straffen dom Kohte reinigen, die Gaſſen fe—
gen, Daar is veel to raffen: da ift viel zu
7 reitligen, « Rein rakken: was beſudelt iſt, mit
5 vieler Mühe reinigen.
| 2) raͤuſſern. Im —* Wir ſagen harken.
As: rakken, Kobt und Unflat abfegen, „ berunter beine
gen. R.
. Na rakken, reinigen, was ein ander beſudelt hat,
oder beſudelt hat liegen laſſen. Wol will ben
\ N r
-
u 3 . on .
J "ou b = —
Be Rax. | . . i 425 ,
get na a rakken? wer mil für Big den‘ uirach
weg ſchaffen? Eu
arakken (ben Aecent auf 1); mit Unflat über zu
richten. R. . Se het ff aisf to rakket: er har
ſich ſehr garſtig gemacht. Wenn man aber ſagt:
be het fif to vaffet, und den Accent auf rak le⸗
get, fo beißt es fo viel, als: er bat ſich ben dem
rein machen ermuͤdet. | u
ut rakken, 1.) bie Unreinigfeit, den Unflat ausfer
gen. Dat Secreet uut rakken if. eine Arbeit .
der Schinder.
2.) ausputzen, ſchelten, einen derben Berniie ge
ben: R.
utrakkels, Auskehrig, ausgefefrter Unfat. "Man
vergl, das Islaͤnd. Hrak, abjectamenta: wel⸗
ches wir Wrak nennen. .
akker, ‚ein Schinder, ‚Henkersfnecht,. loacariüd:
von raffen, unflätige Arbeit thun; und tortor,,
‚camifex: vom E. rack, beym Kilian racken,.
recken, auf die Folter fpannen. Rakker ift aud) |
* Engl. und Hol» Wir brauchen es auch als einen
Scheltnamen, fonderlich der Hunde, R. Datdi
de Raffer hale:. daß dich der. Henker! |
2.) eine Art fchöner blauer Heher, die blaue Hl
oder Mandelfräpe, graculus caeruleus. Wel⸗
- cher dieſen Namen von feinem Geſchrey rak rak
traͤgft. S. Roox, Rabe.
akker-hund, und Rakker-teéde, ein Scimgun. |
akker-kare, Schinderkarre.
akker-knegt, Schinderknecht.
akker- kule, Sainbarube, Schindangen
Ä Dy 5— Rabbex
N
. . * —
N
Y - - —
- J — u . ‚ . R - 4 -
B " ” — — ”
- : Br}
426 Ran Ran. |
_ Rakkerig, unfauber, ſchmutzig. R.
Rakkerije, Unflätigfeit. R.
Raux, eine Riole, Regal, Bacherfach oder dergler
hen Geſtell, worauf man allerhand Haus: und
Stubengeräthe ordentlich aufftelle, oder hängt:
repoſitorium, Joculamentum. €, Rack. 9.
0% Rak, Rek. Damit komme überein ein altes
a bolländifches Wort Reke, eine Linie, eine Reihe
| it. eine Sammlung; welches mit reifen, ‚dehnen,
amd folglich! mie Rik fcheint verwandt zu feyn:
weil auf einem Raff die Sachen in einer Reihe,
= Der fänge nach, geſtellet werden. Glaſe⸗rakk,
t wo man die: Glaͤſer aufftellet, ein Glaͤſerfach.
Thee⸗rakk, ein dergleichen für die Thees Taffen.
5. Kledersraff, ein Tafelwerk mit Zapfen, woran
7 man bie Kleider hänge. -
| Rik-rakken. ° ©. unter Rıx.
F Raurææꝶ. 1) ein ‚groffes Getoͤſe machen, tarmen,
i toben. Es wird vornemlich von dem Umherlau⸗
fen der Kinder beym Spiele, und von dem rau⸗
0... fhenden Herumzauſen murhwilliger und luſtiger
| Perſonen, gebraucht. Hol, rallen und rellen, |
\ plaudern, ſcherzen, Poſſen machen, . E. rally,
ſcherzen, ſpotten. Fr. railler.
*) Bey unſern Nachbarn an der Nordſee wird mit
dieſem Worte insbeſonder angedeutet das Leber
Saufen dee Wellen über einen ſeichten Grund;
"3 "oder der Anlauf. derfelben gegen eine Fläche hin⸗
auf Won dem Geröfe, den Die Wellen machen.
Gleichſam rollen. |
‚Balken, daſſelbe mit rallen in der un Bedeut. De
N — u Kinder
a: — Ss
E74
Ram 0000 a,
ainder ralket: die Kinder. machen « einen tobens
den, muthwilligen ärmen, , vaufen ſ ſich im Spiele
berum.
Raam, Ramen, ı. ) Rahm, die Einfapung gewiß
fer Dinge, der Fenſter, Spiegel, Schildereien
26 oder worin etwas ausgeſpannet wird. Ss
Rima. E. Rim, uud Frame.
2.) der Rauchfang in den. Saucrhänfen, die feinen
Schornſtein haben. .
3.) In einigen Gegenden. bezeichnet es ein aufgehan⸗·
genes Geſtell oder Brett in den Speifefammern \
oder Kellern, allerhand Victualien darauf zu le⸗
gen, damit ſie luftig und trocken liegen, und vor
Katzen, Maͤuſe und Ratzen geſichert fon S
| Stade fagt man Rämen.
Wand- raam. S. unter Wann, Tuch.
Raam-holt, Holz zu allerhand Schreinermiit, welches
die Bauern über dem Ramen, oder Rauchfauge, J
legen, und trocken werden laſſen. J
ar
' Raam, 1.) ‚ein gefeßtes Ziel, terminus, ſcopus.
In der Vorrede des Sachſen⸗Spieg. Ich fiehe
tzu Rame, ſam ein Wilt, daz die Hunde bu⸗
ſten am: ich ſtehe zum Ziele, wie ein Wild, das
die Hunde anbellen. Script. Brunſu. T. iii. p.
7, Up den Ram: auf die beſtimmte Zeit.
S. Friſchs Woͤrterb.
2) Entfcheidumg,, Ausſoruch, fententia, deciſio.
Friſchs Woͤrterb.
3.) Gedanke, Mathmaſſung, Wahn. Dieſe Ber
deutung iſt nur noch bey uns uͤblich, Up enen
t M >. | J \ ” J J Raam
/
>
TEE: J
a 48 zu Ran
Raam tamen Ki ch einen Gedanken‘ in den Senf
feßen, auf eine, Muchmaffung gerachen.
Unraam, ein irriger Gedanke, Irthum, Argwohn:
gleichſam Abweichung vom Ziele, oder Verruͤk⸗
kung des Ziels. it. Verruͤckung, Verwirrung des
Sirtnes: Up enen Unraam kamen: aufi irige |
Gedanken, oder auf einen Argwohn gerathen. R
He is ganz up'n Unraam· er iſt im Kopfe ver⸗
ruͤcket: ‚ein gewiſſer grilenhaftzer Einfall bat ihn
danz eingenommen.
Ramen, 1.) zielen, collimare, Din. ramme, das
Ziel treffen. S. die Gloſſaria.
2.) beſtimmen, treffen, der rechten Zeit wahrneh⸗
men, zu Rechte finden, entſcheiden, durch Nach⸗
denken erfinden, muthmaſſen, errathen. Mate
ramen: Maſſe halten. "Man kan't nig jun
mer ſo ramen: man kann es nicht immer fo ge
nau treffen. R·He ramede wat hen un wat
her: er fiel in feinen Murhmaffungen bald auf
dieſes, bald auf jenes. . Tied un Umftände rw -
met mit: Zeit und Umftände-geben auch Beſtim⸗
mingsgruͤnde an die Hand. Renner unter dem Jahrt
1220. De Raht und de gemene Kopman (zu
Bremen) wehren nicht tho vuele, ruſteden
mit groter Haſt einen groten Koggen thom
Vrloch tho, rahmeden eines groten Waters
und guden Windes, und ſegelden de Keeden,
dat fe in twe Stucken Tach: der Rath und die
Societaͤt der Kaufleute-fäumten nicht fange, ruͤſte—
ten in aller Eile ein groſſes Kriegsſchiff aus, naͤh
‚ men ber Otegenfeit e eines ee boben Waſſers und Zu
07 gen
—
Ram. 429
2 mn Windes wahr, ind ſegelten auf die PR
dbaß ſie in zwen Stücke zerbrochen lag. Eben der °
ſelbe im 3. 1407. Se wolden des beſten rah⸗
mens fie wollten. thun⸗ ‚mes ihnen das beſte blins |
kete.
zeramen, und Anberamen, beſtimmen, einen Ter⸗
min ſetzen, definire, conftituere, terminum
praefigere. Einige Hochdeutſche ſagen unrecht u
beraumen. Daͤn. berämme, beramme. R.
Enen Dag heramen: einen Tag beſtimmen, an
ſetzen. guͤnd. Rolle Art. 168. Na der Tidt
und Ordnung, ſo darup beramet: die Beder
ſollen nach der beſtimmten Zeit und Ordnung bak ⸗
ken. | J
Na. ramen, durch Machſinnen erfinden. wolle, zu steffen un
ſuchen, muthmaſſen, nachapmen. R. Hera
met idt fo na: er muthmaſſet es nur. Dat fon
“ inignaramen: das kann ich nicht ausdenken,
errathen, oder auch ‚nach: einem ‚gegebenen 2 Mus
ſter nach. machen. _ | oo
Naramels, ‚ein Mufter, nach wechen. man enwas u
ſchneidet, und machen, | oo
Verramen, vor Zeiten Vorramen; beſtimmen , feſt
| feßen. In der. Vorrede der Eendracht vom J.
2534 heißt es: Deß is darna van dem upge⸗
melten Rade —— mit eendrachtliker Bele⸗
wvinge, Vulbort unde Willen der gantzen Ges
mieenheit duſſe folgende Ordinantien, to Ver⸗
kleringe unde Vorbeteringe der vorgeroͤrden
olden angeſtalten Vordrachte (de Tafel ges
name) uppet nyge up oerichtet unde verra·
u See
Pa
BE on I Rau. | |
me. Und die Kundige Rolle Gebt fi sn mit die
ſen Worten an:. In dem Jare na der Geborth
Chriſti unfes Heren dufent veer hundert, dar⸗
na in dem negen und achtigſten, ſint duͤſſe na⸗
beſchrevene Stucke vorramet.
| Räneı. S. RemeL
ur Sik up raͤmen: ſich Geben, , als vierfuͤſ
ſſige⸗Thiere, wenn ſie im Aulſtehen auf die Hinter⸗
beine treten, ſich ſteilen, aufbaͤumen, als ein
Pferd. it. ſich aus Stolz bruͤſten. Man hoͤret es
2 fonderfih in Stade und im Hanndveriſchen.
_ RAMENTEN, rumoren, ein Geräufch machen‘, laͤr⸗
men. R. Sm. Holland. und in Osnabt. ram⸗
: min.
. Raum, 14) en Bo, Schaafbock, aries. Im
“ ‚Engl. und. Holland eben fe Eu ©. Ram und
Rom.
2.) der Krampf, , fpafmus. R. In diefer Bedeun⸗
tung ſcheint das Wort verkuͤrzt zu ſeyn aus
Kramp. S. Kramp, unter Krımpen.
ü Ramm-buk, 1.) Schaafbod, virgregis.
on 2) eine. Ramme, Rammblock, filtuca.
Ranmes- -hoorn, Bockshorn. . Renner unter dem J.
2405. De Lohegerwers hadden dar (mo regt
das Rathhaus in Bremen ſtehet) do oͤhre Muß,
‚dar fe plegen tho famende tho famende. Dar⸗
van hebben fe noch de Privilegien im Winkel⸗
. der, dat fe darinne moegen.tho famen kamen,
und hebben dar oͤhre Bank, und an der Wandt
dh Wapen, a8 tive Rammeshoeren.
| Rammes-näfe, „ein. Pferd mit einer krumm geboge⸗
J n am.
|
—
nen Bocksnaſe, equus fimus: Wie fagen ns
Ramms⸗ Topp. E. Rams- head. H. Rams-
hoofd.
Andere von Ramm abgeleitere Wornr „ale“
Ramme, amd. Rammel , ein Block die
Pfaͤhle einzurreiben: —** , inire-foemi-
nas; welches vornemlich- von. Boͤcken, Hafen,
Kaninchen und Katzen gebraucht wird: Ram⸗
Hochdeutſchen bekannt.
men, Pfäßle eintreiben, u, a. m. find auch den |
- ’ ” ‘. ’ . 5 _ "
\ . . x , +‘ J J .*
Ram 0. gar
. - . 4 .
‚Amp, Elend, Noth, Herzleid, Infortunium, mie
feria, malum. Iſt bey uns veraltet. , Die Hol -
‚länder haben es noch. Mein. de Vos, 18.
7 Kap.
0 Bafen frei) he van my den Kamp.
Und 3 B. 2 Kap. am Ende:
De Duͤvel mothe foner wolden, .
Un motheeme gheven eynen quaden Kamp |
‚Amp, Vielheit, Menge verfchiedente Sachen in eis
ne Sammlung. Im Hanndv. Wir fagen in
Bremen Rummel und Rufe. Br. Ramas. &,
Rummel,. unter Rummern. . m Ramper - |
in der Sammlung, im Bauſch und Bogen,
ampen, tn Bauſch und Bogen.faufen. Daher iſt ach
amp- -fäkk, ein Sad, darin man vielerlen Durch eins
ander ſtecket. it. dee Magen eines Menfchen, der
vielerley Durcheinander iſſet. Hannoͤv.
ÄMSKEN,. wiehern. Hannoͤv. Sn: Dsnabrüd fagt -
man rünffen von einem Pferde, und ranfken |
vom Gefchrey der Eſel. S.
"AND, and, ora, margo, ambitus. Een olden
| TERM.
Ir. Br
" on!
RT
. 1}
..
432
r.
N .
\ B
> “ \ \.
Rau.
Rand nennet man auch ein altes: Weib, aus Ver⸗
achtung. Aber, een olden Rand! ey Poſſen!
wenn man im Unwillen etwas laugnei ‚ oder ei⸗
nem etwas abſchlaͤgte. ü
Ä Randen, An randen, ſich an etwas machen, einen
aaungreifen, anfallen. it. einen anrufen, an reden.
Es ift auch Hollaͤndiſch. Wir fagen auch dafuͤr
anvanzen, oder an randſen. S. Friſch unter
Ranzen.
Ranges, ein lang aufgefehoffener Junge, oder Ma,
R. Wir brauchen es aber insbeſonder von einem
u groſſen Jungen, der ſtets auf den Gaſſen herum
N
ſchwaͤrmet,/ und muthwilligen Lärm macht: ein
r ringfortiger Bube. Man möchte es herleiten von
'. dem bald: folgenden ranf, ſchwank, Hoch aufge
ſcchoſſen; „oder von ringen, colluctari. Vergl.
„noch folgende: €. rank, muthwillig, 688, fchnd
de, geil: und die deutfchen beym Feifch, Ran⸗
geeine San. it. ein wuͤſter Menſch: ſich ren⸗
ken, ſich bin und wieder kruͤmmen, winden: wel;
ches zum Begriff der Ringfertigkeit gehoͤret.
| _ Straten- range, ein-Bube, der-anf den Gaffen lärmt
r.
und. Muthwillen treibt, Ein Renommiſt unten
den Gaſſenjungen. J
angen im Spiele, mit Hingen, | ein wildes Latmen
muachen, wie die muthwilligen Jungen, wild her:
unm laufen, tumultuaricolluctando, difcurren-
do &Cc. R. In Hambürg ſagt man auch rani
geln fuͤr ringen: und wir wrangen. €. range
‚up and down, bin und ‚ber laufen: wrangle, |
zanken. | Be
| ‚Range- wage,
| i ‚Ram. . 433
_ Range- -wäge, ein n wie Jings Wie Straten⸗ ⸗ran⸗
e.
eng ſcheint ein Verkleinerungswort zu ſeyn von
Range. S. unten beſonders.
Rank, ſchlank, fhwanf , lang und ſchmal, Goch.
| aufgeſchoſſen, gracilis. In einigen deutſchen
Mundarten ran, ranig. S. Friſch. Holl.
ran, rene und rank. E. rank, geil aufgefchof
ſen, luxurians planta: Range, eine lange Deich⸗
ſel. He is rank un ſlank: eriſt ein gerader ſchlan⸗
ker Menſch. Im Hannoͤveriſchen Ranketank.
Odbiges Range, und rangen, wrangen, rin⸗
gen, ſind mit dieſem Worte verwandt.
Rankẽ, ein Rebe, ein kleiner ſchwanker Zweig, pal-
mes, flagellum vitis. Hoppen⸗ ranfen, bie.
Schoͤßlinge vom Hopfen, Aupuli farmenta, Br
nenstanfen ꝛc.
Ranken,. verb. hoch aufſchieſſen, wie Wzeinreben: : im.
Aufwachſen ſich um etwas winden, hin und wie⸗
der kruͤmmen, wie tuͤrkiſche Bonen „Hopfen,
Winden (convolvuli) ꝛc. Daher im uneigent⸗
lichen Sinne Raͤnke, liſtige Erfindungen,
"RANNÖGEN (os), die Augen verkehren, als ein
Sterbender, mit dem Tode ringen. Es iſt im
Hannoͤveriſchen gebraͤuchlich. |
RANZzEL, oder befiee Randfel, ein Kohtfaum am-
oder Von Rand, Iſi gleichfalls Hannoͤv.
Ranzen, An ranzen. S. ımter Ran. |
Ränzuuns, Ranzion, töfegeld. Nenner. ‚€. Ran-
dom. Fr. Rangon. Schw, Ranzon. Nah .
dem Wachter ift es zufanmıen gefeit aus dem alten -
a4 — Ram
Ran, ein Raub, und Suͤne, Gosfaufung
Daß alfo. Kakzuun eigentlich die Loͤſung eines
Raubes bedeutete. Es koͤnte aber auch aus dem Fr,
: Rancon übesnommen,. und aus dem fat, reẽm-
tio, redemtio, gemacht ſeyn. |
' ‚Banzunen, sanjioniten, losfaufen. st. rangonner,
E. to ranſom.
Rar, ſchnell, hurtig, , geſchwind, raſch, rapidus. R.
Die Holländer. haben es auch. Rap im Muns
de: hurtig im Munde, gefhwind. im Antworten.
Map up den Boten: hurtig zu. Fuſſe. Daher.
hat ohne Zweifel das. Rebhuhn den Namen, in
Hamburg Rapphohn: Schu. Rapphöna. ©.
Richey. 4.
Rapen raffen , huena zuſammen faſen Cod. Arg.
raupjan. E. reap. „N raepen. ‚fat. rapere,
Leg. Sal: tit. 44. 10. rapan, rapere. Hieher
gehoͤren, als verwandte Wörter, roͤpen, rauf
fan. roven rauben, und das bald folgende
reppen. Imgleishen Rape, Rabe, als «in
raͤuberiſcher Vogel, „am, U 6. ripan,
‘.hriopan; Korn muͤhen, erndten: gleichſam ru⸗
pfen. Lat. barb. reſſare: €. reapı H. roo-
pen, reupen, in derfelben Vaguuns/ falcare,
.colligere fegetes, |
Rappeln. ©.-Rappel- koppif k, oo.
Rappen, Rapfen, geſchwind reiffen, eilig caffei, Up
dern Rade rappen: hurtig ſpinnen. Daher
Roappſe, Rappufe, Raub,-rapina, direptio:
> Welches Wort Luther einige Mafi brauchet: Jer.
XV, 13. Ed ‚XXIII, a.
Ä | Rips-
;.
—W Rar | | 435
gentlich die Handlung des hurtigen zuſammen raß⸗
fens, und wird gebraucht, wenn viele nach etwas
greifen, und an ſich reiſſen wollen, He ſpelet
rips⸗ raps in minen Sak: er teiffe alles pa ſi ſich.
Stat. ruffa- raffa.
Rebbes, oder Ribbes, ein Kaub, das Nauben, ein
hurtiger Diebſtal. Es iſt daſſelbe mit Rappſe,
Rappuſe. Man braucht es auch für ben Profit,
den jemand im Handel: und Wandel in ber Ge⸗
- fchwindigfeit und mit Bebendigfeit machet: mehr
Rips: raps, in aller .Cile, raptim. Es bezeichnet ei⸗ ö
—
⸗
rentheils aber fuͤr einen unerlaubten Profit, wor
bey ein ander überfihntellee wird. He meet ſinen
Rebbes wol to maken: pr weiß feinen Schnitt
ſchon zu machen er ver ehr ſich auf“ das Scha⸗
chern.
Rappel- koppisk, jachjornig,: ungehalten, aufgebracht: |
te toll, unſinnig. R. Won der Ießten Beden
tung haben wir auch das Zeitmort ra peln, in
der Redensart: idt rappelt em im Koppe: es
koppisk Peerd: ein ſcheues, fluͤchtiges Pferd.
it. ein Pferd, das den Koller hat. Beym Friſch:
ein rappiſch Pferd: unter Rap.
bey. ſchnell zum Reden und naſeweiſe iſt:
Gelbſchnabel. KkK.
Raeppen, bewegen, hurtig wewegen, rahren. Ohne
‚Zweifel von Rav. R. Sik reppen: ſich hur⸗
Sig bewegen, eilig fort machen. Man kan ſik
nig 3 reppen nog vögen: man kann ſi ſch nicht re⸗
Era . REN
— -
.
0... fpufet ihm im Kopfe: er raſet. en tappels
j Rapp· fnavel,, ein junger unerfahrner Menfch, Ber De u
436. — Bar l |
gen noch bewegen. He het daar nig van rep⸗
pet: er hat deſſen nicht mit einem Worte Erwaͤb⸗
| nung gethan.
VUp reppen, 1.) aufraffen. Sit un reppen: : ſich
aufraffen, von einem Falle geſchwind wieder auf
ſtehen.
Zu 2.) Es wird auch vom Aufſtoſſen des Magens ge⸗
braucht.“ De fette Koſt reppet mi up: die fette
- Epeife, bekommt mir übel, Yerurfachet das Auf
- floffen aus dem Magen, - Auch im moralifchen
Sinn: dat wil di fuur, ober Önelup reppen: -
das wird die ſchlecht bekommen, das wird dir be:
kommen, wie dem Hunde das Gras freien.
Repp, Bewegung, Geſchaͤftigkeit. Repp un Roor:
ein groſſer Auflauf, Zumal © Roor, unter |
| RöREN . |
_ Repplik, beweglich: und : _
- Unrepplik, unbeweglich: werden ſanderlich von be⸗
neglichen und unbeweglichen Guͤtern gebrauchet.
Oſtfr. Landr. 1 B. 19 Kap. Wurde daraver je
maant wet. mit Gewalt genoemen ſuͤnder Er
entniſſe des Rechtes, ſo ſall de Richter van
deſuͤlvige Saeke nicht horen of erkennen, id
ſy dan id ſuͤlvige alſo mit Gewalt genoemen,
rrreplich edder unreplich, den andern mit allen
ſinen Schaeden:ſy eeftlich weder tho geferet.
2 ,.2 8. 177 Kap. Is oek dat Guet betagen
2 (Cheerbet), dat fe. Kinder tofemen gehat hebs
ben, und ſinnen geſtorven, ſo is vere Guet
Fu wſamen betagen Erffniſſe, ſo ſall alle replich
GG Sun, Pe ixende Have, Timme⸗
ringe,
a . Ra Ran Ras. | 437.
ringe, fo fe fm gemaeket hebben, “alle ges
—wunnen Gueder, Schult unde Schade halff
und halff wefen, uthgenaemen unreplich Guit,
2. Hui - Hoff, Erve, Werve, Sant, Sant ꝛꝛ.
Rapi- .bas geöbfte Linnen, welches zum Umſchlag J
| um die Linnenpacken gebraucht wird... u
RAP-SAAT, Ruͤbeſamen, worqus der Raͤboͤhl ger |
preßt wird, rapiftrum. R, Soll, Raapzaad. E.
KRape· ſeed. Vom ol Raap, eine. übe. Ja .
rapa.
u Nicht bios in der Bedeucung des Seiten;
3. fondern: auth des Schönen, wird es Hier gebrau +.
2 Rs Dat let raar: das ift ſchoͤn, ſiehet Huͤbſch
"aus: Dat fünt rare Luͤde: das find-Hebfche,
artige Leute. Maar antagen: fehön gekleidet.
Rakzn wird hie und Da von dem Gebölfedes Rind:
viehes gebraucht: mugire, Anſtatt deſſen wir
———— In Hamburg heißt es plaͤrren,
ſchreien, laut weinen. R. E. roar, vordem
roore, rore, ſchreien, vrallen zaufchen. |
©. raran: H. reeren: Fri reer.
Rask, heißt. eben‘ das, was rap, ſchnell, huttig.
Man ſollte bermuihen, daß es urſpruͤnglich rapſt
bieſſe, von rap. Luther brauchet riſch, ı Sau,
2: XX,:38.,& rash. H. ras. Gloſſ. Monſ.
raſco, vivaciter: raſcor, ardentius. · Notk.
Pf. XXVIII, q. roſche, velox. A S. ratl.
ræthe, confeftim, protinus. :&. Rap; ro .
a De Ole is nog rask un kask: der Alte if
noch hurtig in ſeinen Geſchaͤften und munter.
Rass, Rufe, Arraſch, Harraß: eine Are Gewirke,
Ge 3 | | or
J “se Ras. Rar. 9
per Zeuge von Wolle, Es hat den Namen von
der Stadt Arras. S. Friſch in Arraſch und
Seh.
Rafsımerok, eine dergleichen. Aet Zeuge, , ſo bare mot
len und halb feiden iſt.
Rusızan, raſſeln, ftrepere. Raſterer, ein Plans
derer. In Hamburg. R. Es gehöre in ra⸗
teln und raͤtern.
| Rasr; Ruhe. Raften, ruhen. ©. Rusı. -
Rate, das Gerade. : ©, Rede; unter Reen.
* Rate, eine ſchnarrende Kfapper der ——
| crepitaculum, crotalum. &; Rattle. H. Ratel.
Ratein; Räteln, raſſeln, klappern. it. geſchwind und
viel reden, das Maul wie eine Klapper geben laſ⸗
- fen R. In Oonabruͤck ratteln 8.Holl. ra-
‚telen. E. rattle.A. ©; hriſtlan. Raͤteln
un’ -hteln: unaufhörkich plaudern und plappern.
Enem veel ton. Dren raͤtelnt emen mir feinem
| SGeſchwaͤtz betaͤuben.
Rätern.. ©. unten beſonders.
Rätel - ding ift'daffelde mie Ratel. R. Be
. Rätel-tafke, Plaudertaſche. 8. Ratteltaf fe. 4
Ratel · waont, die herum gehende Nachtwaͤchter.
| RATEN, rotten , -verrotten, faulen. ©. rot. A.
©. rotan, rotian ; ‚ Putsefeere: : ‚Rot, putre-
u ctio. Sn; SU u
Af räten, abfaulen, putredine feparati.. *
An raten, und
In raten, andeuchig werben, ‚anfangen zu ſalen⸗ wie
| ‚ein Apfel. -
Verraten, verrotten/ verfaulen, Patredin confumi. |
\
Rat Rau, Ba 439 |
a ſunt dag nine verratede Appel: es iſt doch
fo gar ſchlecht nicht: es iſt doch etwas werth.
Rate, die Faͤulung, - das Verrotten. it. der Ort, wo ets
was faule, A. S. Rot.: Dat Flaß in de
Rate leggen: den Flache ins Waſſer legen, bie
durch die Faͤulung die Stengel muͤrbe werden, da⸗
mit er- zum Brechen bequem ſey. In Osnabruͤck
Reute, Reutekuhle und Roͤtekuhle. 8. Han⸗
noͤv. Rote: Eule.
Rätern, zittern, - trernere. In Sade raddern.
Eigentlich zeigt es ein Zittern an, das- von einem
ſtarken Gepraffel und Knall entſtehet. Und. fo
koͤnnte man es von räteln, ‘waffen, : ‚Bepleiten.
"Man muß aber dieſe beyden Woͤrter nicht wider
die Gebuͤhr mit einander vermengen; wie man in
Hamburg ihut. R.: Beym Nock.iſt: Rido, tre-
mor; ridondo, trementes. - Henſloog de
Doͤre to, Dat et raͤterde: er ſchiug die Thuͤre
zif, daß alles zitterte und bebte. Idt Donnact,
dat idt raͤtert un bevet: es donnert, dag alles
kracht und bebet. Daher ſtammet ab |
Retken, zittern. Retfen um beven: gifterw und beben.
RATSscH wird gebraudht beym Reiſſen, weun.der da:
von entjtebende Laut ftark und heftig iſt: Ritſch
aber, wenn der Laut nicht gar ſtark iſt. Dat,
geit Ritſch Ratſch, ſagt man, wenn eiwas in
| viele Stücke jerriffen wird. Daper Ä J
Ratſchen, henin ratſchen, einen Riß in etwas Kun,
. Raus, Ruhe Einige. fhreiben Rose, Rouwe.
Willeram: Ruouue: Motfer: Rauua. Verel.
in ‚Ind. Roi. Gr. gun... Nemet ufen Kits
| 0 Era N
440 u Rau. Rav. —
dern de Raue nig mit,. ſagt man zu einem, der
bey uns einfpricht, und, obne-fich zu: ſeten, wie⸗
| der. weg geben will, fuͤr: ſetzet euch:
"Unraue, Unruhe. Alt fränt, Unrauua..
Rauen,. ruhen. it. Zriede halten. - Alt fränf. rauuon.
Sif rauen: ausruhen. Gr: gewan., ©. |
_ Berauen, 1.) beruben, on eben. S. Vogts mo-
num. ined. T. IlI. p: 4
3) ruhen laſſen. He fan r ine Krankheit nig bes
xauen; er hat in feiner Krankheit nicht. Die mr
thige Ruhe: feine Lebensart und Umſtaͤnde vers
ſtatten ihm nicht, ſich in feiner Krankheit gehörig
ni pflegen
Rauelik, rubig. Gerzogth. Brem. | und Verden 6te
Samml.S. 182. An ore roumelifen und bru—⸗
7 Felifen Were und Macht: zu ihrem tubigen |
Giebrauch, Eigenthum und Mache Ä
Raufam, unb’Geraufam, ruhig, gerubig. - Wenn
E jemand einem andern, -aus gutem Herſen, eine
gerauſame Nagt wünfcher, fo muß er das ge
nicht zu kurz abbeiſſien.
Raumkr, ein Mannsname, Ruardus. Ss will ei⸗
gentlich ſagen: ein Bewahrer der Ruhe und des
Friedens; und ſcheint aus dem. Niederlaͤndiſchen
Rou-waard, Ruuwaard, zu kommen, welches
. einen Statthalter einer: Provinz, oder einen Drös
| ſten, ‚bedeutet: vindex quietis publice.
Rave, das Harfche-auf einer Wunde, oder einem
| Geſchwuͤr, efchara. H. Rappe, Roof, Roof-
ken Alt ſaͤchſ. Raua. Im Hanndv. Robe.
Im Helandiſchen vi Rappe auch die Raͤude,
bet
Rav.“ REB. Rech. gar
der Schurf, feabies. R. A. S. Hreofla, der,
Auſſatz, die Kraͤtze. Im fraͤnkiſchen und ſchwaͤ
biſchen Dialekt Ruf, Ruf: Alt fraͤnk. Riob. |
S. Roor.: |
Rave, der Rabe A. ©. Refn. €. Raven. H.
Rave, &s iſt von roven, rauben: A. S. rea-
fian. ©. Rapen, raffen, unter Rap. Daß
der. Nabe ein räuberifcher Vogel ift, ‚bezeuget das
allgemeine Spruͤchwort: He ftilt ad sen Rave,
oder Rook: er iſt ein Erzdieb. E
Nagt-rave, eigentlich ein Machtvogef, nycticorax, -
noctua,. caprimulgus : Gloſſ. Pez. Nahe
Ram. it. einer, der. aus Nacht Tag macher,
oder des Machts arbeiter: ein Rachtſchwaͤrmer. —
E. Night-raven. Sonſt ie i im Engl. rove. J
herum ſchwaͤrmen. |
Ravens-toorn, ein Thurm in der Mauer der Stade
Bremen, nach Se. Steffens Thor... Sin. der
Kuͤnd. Rolle ift verordnet, das jedes Schiff, fo
- bie Wefer hinunter faͤhret, ;der.Aecife wegen, bey
dieſem Thurm anlegen folle: -Des gelifen ſchall
- nen holden by dem Ravenstorne nedder⸗
warts.
Räven. - ©, unten Raven (n).
- Resseın. E&.Rerrgsın 0:
Resses S. unter Rap. oo
RecHT, als ein Hauptwort, hat. verſchiedene Bedeu⸗
tungen, bie hier Platz finden, als: 1.) Richt⸗
ſchnur der Geſetze, Inbegriff mehrerer Geſetze,
principium dirigens actionum humanarum,
Juris et juſtitiæ regula. A..S Riht. „Engl. u
Sees. Kiss, |
44%
“ x r ‚ " . ! .
| Recz:
N
‚Right. uUnd ſo on es überein mit unferm
Richt, Richtſcheit, Richtſchnur, norma,
u amuſſis, regula.- tat. 2, Do na Bades
Gebort weren vorgahn 1433 Jahr —— do
wurden de Rahtmanne mit der Wittheit und
Vullbort der ganzen Menheit tho Bremen
des tho Rate, dat ſe wolden oͤhr Recht be⸗
ſchriven. — Breke ock jenig man deſſe
Rechte, de in duͤſſen Boke ſtahn edder beſchre⸗
ven werden u. Ord. 22. Schipprecht hefft
ander Recht. van Sthaden: nach dem Schiff⸗
rechte wird dei Schaden auf’ eine andere Art ver⸗
guͤtet, oder gebuͤſſet.
2.) Urtheil, der Aueſpruch nach Vorſchrift der Ge
ſetze. it. Gerechtigkeit ,..: Gefegmäffigkeit} jus,
— judicialis. A. S. æ-riht, jus le-
Stat. 4. Wurde he ock wunnen mit
Rechte uth der. Stadt ——- wuͤrde er and
gefegmäffig (nach vorgaͤngiger Erkenntniß der
Sache) aus der Stadt abgefordert, als ein Leib⸗
eigner. — Ord. 22. So wor ein den
andern ſchuldiget une. Schaden, unde be;
kent he des Schaden, he (halt en eme tho
Rechte beteren: ‚er ſoll ihni den Schaden recht⸗
lich erſetzen. Mit Ordeel und rRecht: : nach
Urtheil und Recht.
3.) Gericht: conſeſſus judicum, locus judicũ.
"To Rechte gaan: proceſſen, einen Rechtsbandel
vor Gericht haben. Enem to Rechte antwoor⸗
den: und, enem Rechtes plegen: einem zu
Rechte ſehen. Se einer alten mern des Guͤdings,
u | oder
u
u Recm, | u" 443
oder Seiminät, Gerichts, heißt es, vaßıc ein Erb,
Math der Kaif. Maj. vor dat Recht. ſtaan will,
d. i. daß der Rath es vor Kaiſerl. Gerichte ver⸗
"antworten wolle. echt ſitten beißt in den bre⸗ =
miſchen Geſetzen, Gericht hegen. =
+) Eid. Mach dem Aten Stat. darf einer, der
in den Rath erwaͤhlet iſt, die Wahl nicht von ſich
ablehnen, noch. ein ſchon in Eid genommener
Rathmann, fein Amt. nieder. legen, idt en ſy,
- dat he dat mit fineme Rechte vorwaren will,
dat he des nicht en vormoge an Live üfte an
Gude, ofte de: meifte Deel der Wittheit den -
Eedt van ehme hebberi wille: es wäre: ‚denn,
daß er. mit einem Eide erhärteh wolle, daß er, fo
wenig in Anfehung- feines Koͤrpers, d. i. feiner
prerſoͤnlichen Eigenſchaften und“ Geſchicklichkeit, als
ſeines Vermoͤgens, dazu im Stande ſey, im Fall,“
daß der groͤßte Theil: des ganzen Raths ſolchen
Eid von ihm verlangte. Stat. 74. Schuldi⸗
get he aver ſynen Heren offte ſyne Frouwen
umme ſyn Loen, dat ſcholen fe eme geven,
offte mit oren Rechte dar vore ſtaen: wenn
das Geſinde ſeinen Herrn oder ſeine Fra des
. fehuldigen‘Sohns wegen verklaget, fo follen fie ibm
. Denſelben geben, oder auf die gefeßliche Art abs
ſchwoͤren. Orde 18. Wes he befent, fchall. -
he leſten und gelden, vor dat ander- mach he
fon Recht doen: worauf er :befennet, "das foll
ee leiften und bezahlen, von dem andern. mag er
| & durch den Eid los machen. . Ord..ae. Bes
ent he des Sqhaden, he rom en BER
nr
444 nt Recm
- Rechte beteren: unde vorſecket he des Säu
ten, he mach mit-fynem Rechte entgaen: be
kennet er den Schaden, fo foll er ihm denfelden
‚rechtlich erfeßen: laͤugnet er aber den Schaden ab,
fo mag er durch einen Eid ſich davon befreien.
In den Reverfalen der Biſchoͤfe heiße es, daß,
‚wenn. der Erzbifchof die alten Sitten, Gewohn⸗
heiten ꝛe ‚der Stadt: follte Eränfen wollen, ſo funt
.. twe der oldften- Radmanne tho Bremen’ neger
mit öhrem Recht tho beholdende der Stadt
olde Recht, Seede, Wanheit, Fryheit und
u Privilegien, den wy ofte anders jemand de
fjirgene mede tho brefenbe. edder-tho krenkende.
S.. (Conring) im gruͤndl. Bericht, 18 Kap.
Welches Krefting, der eben daſelbſt angefuͤhret
wird, in feinem Diſcurſu erklaͤret: Si qua inter
civitatem et archiepiſcopos contentio incidat,
quæraturque, quid civitati, quid atchiepi-
ſcopis debeatur, id non vi, imo nec jure,
ſed duorum fenatorum, quos nunc Wicman-
os nunc Camerarios nuncupagt. literæ, jura-
menbo decifum et diremtum iri..: Vergleis
N ccen Priviegium, ſo der. Stadt Ste: ertheilet
worden, liefert der Herr General » Superintend.
.. ; Pragie in den’ Herzogth · Brem.. ‚und Verben 6te
Samml. S. 176.—
Recht, als.ein Beywort, bat alle Bedeutungen, wie
im Hochdeurfehen. Auſſer dem bedeutet: es noch:
2.) gerecht, "juftus, bonus. A.S. riht, Alt
fraͤnk. und. Alam, reht. Ene vechte Safe heb;
Ä benz eine gerechte Sad haben Liek un erde
te redli
/
8
Rech BE 445
redlich und gerecht. Jedem Liek un Recht
doon: gegen einem jeden gerecht und billig hans .
‚den
2.) rechtlich, rechtmaͤſſig, geſetlich: legitimus,
judicialis. Rechte Vormund: der rechtmaͤſſi⸗
ge, oder geberne Vormund, tutor legitimus.
Stat. 14. Rechte Biſprake: rechtlicher An⸗
ſpruch, gerichtliche Kige Stat. ar. Ord.
53. |
Übirecht heißt bisweilen, in den alten Dokumenten, ſo
viel, als: Abgaben, Leiſtungen, praeſtationes?
vieleicht aber nur ſolche, welche fein Geſetz, ſon⸗
I bern die Gewohnheit, über die Gebühr, einge⸗
7 führer hat, x Sie fönnen auf diefelbe Weiſe fo ge;
. nannt- werden, als Unpligt. eine Pflicht bedeutet.
S. Unpligt, untte PLesen., Renner bey
: ‚dem J. 1437. Und dar hefft de-Dttersbardy
de Pandinge anne, und alle Unrecht und Uns
plicht. In einer.andern Bedeutung kommt dieß
Wort vor beym Haltaus, welcher es ertlaͤtet duch -
jus non-ufu antiquatum. |
Unrechten ‚ Verunrechten, fommen in alten Urkun⸗
... ben vor, für: Unrecht thun, injuriam facere
= quovis modo. Herzogth. Brem. und Verd. ste
Samml. S. 429. . Dartho ſchall unde will de,
: fülve Heinefe nemanden in dem Gerichte ba;
„ven Recht und Unglympe oberfalen, offte
yhyergen wormede unrechten.
Revereent S. unten beſonders.
Rechtfeerdig, 1.) rechtfertig, gerecht, juftus, juftie
ficatus. Wir t fagen auch rechtfardig.
— NL.
446 | Rech.
2): rechemäffig, legitimus. So koͤmmt es’ vor in
einer Stelle, weiche unten bey Redelik angefuͤh⸗
rw
u Rechtfeerdigkeit; Gerechtigkeit. In den Gerichts⸗
boaͤnken auf dem bremiſchen Rathhaufe ſtehet der
alte Spruch: Salig ſint, de dar dohn Recht⸗
ferdigheit tho allen Tiden: ſelig ſind, welche zu
aller Zeit Gergchtigfeit-üben.- Imgl. ein anderer:
Vor de Rechtferdigheit kive beth in den Dodt:
für die Gerechtigkeit ſtrebe , ſtreite/ bie in ben
| Tod.
| Unrechtfeerdig" Unrechtfardig, ungerecht. Een |
unrechtfardig Minsk: ‚ein ungerechter Menſch,
| der feinen Naͤchſten vervortheilet.
VUnrechtfeerdigkeit, Ungerechtigkeit. |
| Rechticheit; Gerechtigkeit, : Den Stabtvögten wurde
in den alten Beſtallungsbriefen ſolche Vogtey ge⸗
geben, mit der Rechticheit und Herlicheit, mit
aller oͤre van older Herkumſt Thobehoringe
uund Rechticheit to beſittende to bewarende
nund to brukende. S. Conring im gruͤndl. Be
ih, A "20 Kap. - In einem Mevers des Raths
wegen der Muͤnze von 1423. (Aſſert. lib. reip.
. "brem. p. 361.) Und wanner deſſe vorſchre⸗
ven teyn Jahren umme kamen und geſchleten
ſint, fo en hebben wy an unſes Heren Muͤnte
nenerley Inſage unte Rechtichet.
Rechtlicheit, daſſelbe. Herzogth. Brem. und Werd,
SGte Samml. &; 181. Item ock ſchall de Heer
Abbet unde im Conrent na a alße vor alle ſy⸗
ne
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‚„ % . Dr . »
Rech. _ 447
"pie unde .öred Kloſteres Sedtlichnte unde
Herrlicheyde beholden. |
Rechkloos, der nirgends Recht bekommen, noch zeug
.. "exclufus, infamis, profcriptüs. Enen echtes .
niß ablegen: kann: - der. Hechtsmoptthaten beraug
bet: expers juris dieundi, a juris beneficiis
los, rechtelos, fredelos leggen, kommt in eis
ner alten bremiſchen Achtsformel vor. ©: Ech-
te-los, und Frede- los. °
Richt, 1.) Gericht, judicium. Tafel, Int, 9.
Vortmer ſeggen wy Schebeslute, were dat -
. jemand wolde fafen uppe de Nichte, de van.‘
: der Eendracht gefchen find: ferner ſagen wir
...,Schiedsmänner, Daß, wer folche Sachen, fo ein:
traͤchtiglich ‚entfchieden find, rügen, oder deswe⸗
gen, Klage erheben wollte. Eendr. am Ende: \
Doch alles und jedes hirinne begrepen ſuſten
in anderen unſer aller ſampt ofte befundern
. Odberichheden, Richten unde Rechten unver;
nadelet unde unverſenglik: Doch fo, daß alles,
was bierin begriffen iſt, uns, einem jeden. infons
bereit, und affen insgeſamnit, ſonſt an unſerer
Botmaͤſſigkeit, Gerichten und Rechten, nicht
nachtheilig und ee DM. 32. So
1
we vor. Richte baden wert, de ſchall umme de
Dwernacht tho Richte kamen, alſoverne alſe
dat Richte wert: unde wert dar neen, ſoe
| J ſchall he. kamen Tg, dene negeften. Nichte :
. wird jemand vor Gericht geladen, der‘ foll inner
halb .48. Stunden , wenn alsdan Gericht gehal⸗
ten wird, vor Gericht erfcheinen, wo nicht, auf
| Bu Ä | X
N
448 | Rack
dem näcften Berichtstage. Ord. 53. W⸗ ein
Erpe leth vgf deme Richte, de ſchall kamen
por den Raedt. —— Mer ein Erbe: gericht:
lich überläßt, der fol vor dem Rath erſcheinen.
—— Befit he dat darna Jaer und Dach fun
‚ der rechte. Byſprake vor Rade offte vor Rich⸗
te beſitzet er folches .hernach Jahr und Tag
ohne gerichtliche Anfprache, es fen vor dem Kath,
oder vor dem Gericht des Vogts. —
2.) Gerichtsbarkeit, ein Diſtrikt, der zu einer Ge
richtsbarkeit gehörer, ein Am. Dat Richt F
Achim: die Gograͤfſchaft Achim. He is uut dem
NRichte, fagen die Stadtsbremifchen Bauern, für:
. er ift aus der Gogräffchaft Achim.
3.) Gericht, ferculum. R. Von richten, an
richten. Een-Richt Fiffe: ein Gericht Fiſche.
Stat. 2. Es foll der neu erwaͤbre Rathmann der
ganzen Wittheit enen Deenft don ——— und
ſchall genen [08 Nichte Koſte, und-nicht mehr:
eine Mahlzeit geben von: ſechs Gerichten und
nicht mehr.
— Richte, „bie Richtung, Direftions: &inie, it. der gerade F
und. fürzefte Weg. De Michte nemen: bie
MNichtung bemerten die Direktions⸗ Linie wahr
= nehmen. In de Richte gaan: den geradeſten,
und folglich kuͤrzeſten Weg gehen. Enem in de
Richte kamen: gerade auf einen zu geben. it.
den Ausflüchten und endangen , -Die jemand in
- feiner Rebe machen will, vorbeugen: einem zu
Mife tonmen, deß er * in ſeinen Gebanken,
| und
—
at Ren 44 2
und Worten nicht verwickele, oder von ber Sue
fache abfhweife.. kl
Richten, 1.) nach, einer geraden: Unie machen: Seine
- gerade Linie nach dem Richtſcheid, oder nach. det -
Schnur machen; wie die Maurer und Zimmers J
leute.
2.) Gericht üben, Recht ſprechen, eerichtlich erken
‚nen. it nach den Gefeben firafen, das Urtheil
. vollfieben, enthaupten, in ſofern «8 das Ant des
Nachrichters iſt. Ord. 23. Den ſcholen de
Raedtmanne to den leſten veerteyn Nachten
- richten uthe den Weren, unde ven Broke ok
richten uthe den Weren: fd ſoll der Rath,
nach Verflieſſung det. letzten 14taͤgigen Friſt, die
Pfandung aus feinem Kaufe verfügen, und wer
gen der Strafgelder eben fo verfahren. Von
welcher Att dat Richte vor de Doͤre to leggen,
der Herr won Pufendorf handelt in T. x. Obſerv.
x jur. univ. ObL 52. Tafel Art. z. Dat ſchal
de Rad richten, alſe vorſcreven fteit: das fol
-der March, wie vor gemelbet, befkzafen. . Und
at 11. Dat fchal de Rad richten in fon Hr
gheſte: Das ſoll der Nach aufs fehärffie, oder mit _
des Verbrechers Tode, beftrafen.
3.) aufrichten, ‚gerade in Die Höhe ſtellen: ein Zi
merwetk da, wo es flchen fol, zufammen feßch
und aufrichten. Sien Huus richten laten:
dus Zinmerwerf einem neuen Heuſe aufriche J
ten laſſen.
Africhten, 1.) abrichten, erudire j informare, |
| 2. 2 Als ein verakierss Gerichtswort beißt es: durch
5f 5 Urekeit
I .
” . ‘ ' . ” m
’ “ .
F
‘
. 450
.
Recn.
| Urtheil und d Recht abfprechen, ab erkennen. of
mad he
frieſ. Landr. ı B. 17 Kap... Wort einem cine
Safe ai gerithtet. van: den Amtluiden, fo
ine Saeke beropen, ‚indem he mil,
binnen 10 Daegen an den Land ; Richter:
wird einem eine Sache von den Amtleuten ab er:
kannt, fo mag er fih,. wenn er ‚will, innerhalb
+20 Tagenan ben-Sandeichter berufen. :
Up richten, entrichten, erflatten, erfeßen, Stat.
Stad. I. 2. Breke eme wat in ther Warfcap,
that feal de Borge uprichten: würde’ während
der Gewaͤhrleiſtung ein Mangel, oder etwas ju
feinem Nachtheil, erfunden, dag foll der. Buͤrge
ihm erfegen und gut thun. Oſtfr. Landr. ı 2.
3 Kap. Und of he anders werde doen, ſall he
den Partten, dem Unrecht ſchege, alle den
Schaden vorfuͤllen und uprichten: wuͤrde er
(der Richter) anders handeln, fo ſoll er der Par⸗
"ten, welcher Unrecht geſchehen würbe ‚ allen
:- Schaden nöllig erſetzen.
— aufrichtig. He is fo uprichtig, as een
Ko⸗ſwanz, fagt man im Scherz, oder Sport,
von einem, der den Sein. ber Auftichtiaken ha⸗
ben will.
Kichtuͤle, gerchtlich.
Ungericht, Ungerehigfeit,. y; Seweltheaigrein Be⸗
ſonders werden, in den alten Geſetzen, die Haupt:
verbrechen, Mord, Diebſtal, Rauberey und
Nothzucht, mit dieſem Worte bezeichnet. S. ei⸗
ne Urkunde in Senkenb. Select. Juris et Hiſt.
7T. II. P. 4854 Sn. unfern aͤuueſten Statuten iſt
ein
2,
‘ 2
——
| Rech. BE 451 |
ein Titel Van —— von Miſſethater.
Stat. Stad. IX. 1. So welc Man umme Uns
cgerichte verclaghet wert , dhat an fin Sif-ofte
an fin Sunt geit (um sein Verbrechen, basic
bes; oder Lebensſtrafe nach ſich ziehet), untforet
ddhene jummende melöelife unt dheme Kite,
* unde wert he ghevanghen, he ſcal dife Pine -
doghen dheme misdadhegen Manne. Und XI.
2. Herberghet ein. Man Lude, und ſleit erer
en dhen anderen ddet, — ofte fo wele Uun
gerichte dhar ſcut, de Werdh ſcal is bliven I
ane Scadhen. |
Zichte - bank, die Anrichte- in den Küchen : : ‚ein. Br
Schrank, deſſen unterſter Theil zum, Anrichttiſch,
und zugfeich. zum Brodtſchrank dienet, oder auch
mit Zugladen verſehen iſt, der oberſte aber ge⸗
‚braucht wird, Schuͤſſeln , Teller und begleichen -
Kuͤchengeraͤthe auf den Borten aufzuftellen. - RR
und 8. Glaſen Richte⸗bank: ein vergfeihen
Schrank mit glaͤſernen Thuͤren. Dolten Rich⸗ =
te⸗bank: ſ. unter Doxke. V
Richtei. beer, ein Schmans, welchen bey den Sandy |
‚leuten jemand feinen Nachbarn und Freunden gibt, _
die, ihm bey Aufeichtung des Zimmerwerks am eis
nem neuen Haufe behilflich, geweſen find. Sounſt
uch Huus⸗boͤringe, Huus⸗boͤrje.
Richte-dag; Gerichtstag. it. Gerichts: Termin. In
einem Koiferlichen Mandat an König Chriftiond:
in Daͤnnemark, beym Renner unter dem Jahr =
1481. So eichen und laden Wy Zum ernſt⸗
hr dat Gy J an up den “ Da, den negs
sfai N
482, | Rech“ "Ren. |
mer
\ ; & ' .
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\ s
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ſſten, na den Juw duſſe Unſe Sit geant
wordet edder verfündiget ward, deren Wy
Juw 2ı vor den erften, 21 vor den anderen,
und 21 vor den drudden und Ieften Nichtedad)
fetten und benomen — Antwort und Nod⸗
turfft der Safe vor thöbringen . : -
Richt-holt, Richtſcheid, bey den Maurern und Zim⸗
meetleuten, aorma. re
Richte- fchien, ein gerichtlicher Schein, oder Doku
ment, teflimonium judicii‘ de cauffa judicata,
Bogts Menum. ined. T. II. p. 291. Na lude
ened Richteſchiens darup verfegelt.
- Richt-ftool, 1.) Richterſtul, der Det, wo Gericht
geheget wird, tribunal.
2.) Snsbefonder heißt fo eine gewiſſe Gegend im
Stadt: bremifchen Gebiet, im Hollerlande zwifchen
Horn und Oberneuenland, wo vormahls ein Ge
richtsſtul unter alten noch vorhandenen Eichen
ſtand, und wo jaͤhrlich das Hollerlandgericht pfleg⸗
‚te gehalten, auch die Mifferhäter aus diefer Go⸗
aſſhaſe hingerichtet zu werden.
Richte- vagd murde vor«Zeiten bet Stabivogt. in Bi
= men genannt. In dem Vergleich des Erzb. Hit
lebold von, 1259. De Bifchop ſchall Macht
" Hebben in der Stadt Bremen uth den geme⸗
nen Borgeren, und andere nargen, einen Ride
tevagt to fefen. |
J Richte- wald, oberfeitliche oder richeeruche Gewalt.
S. Haltaus v. Richt-Gewalt.
Rexo, Rede (2), bereit, fertig, paratus. R. Re-
die, „paratus ; Brit. notag’ editionis Willera-
| 2 | mi
N
— Ræob. —— — 453 |
Sure Ani Merulange ad Gloff. Gaſſar. E. ready. 2. |
2. Taedsgeeed.. Sal. radan. It bin rede, -
oder ree: ich bin fertig, bereit‘ Ree maken:
ſercig machen. Enem rede fitten:- anf-jeman
. .des Wort, oder Wink, bereit ſeyz, Reed Geld:
rede Penninge: baar Geld. Uut den vedeſten
Middeln wat vermaken: ein Vermaͤchtniß ma⸗
| Gen, das aus den. ficherften und beften Gütern
ſoll entrichtet werden. GSprw. Man moot dat
MRede nig to Unrede, averſt dat Unrede to
„Rede maken: man muß ſich, ‚in Abſicht auf ſei⸗
ne Einkuͤufte, nicht in Schwierigkeiten verwickeln, —
gewiſſe Einkuͤnfte nicht in ungewiſſe verwandeln.
Reed, Reeds;, Alreeds, Alree, bereits ‚+ fhen, ale.
bereit. R. Cod. ‚Arg. raihtis. - & already.
HG. reeds, alreede, Man: vergleiche das A. S.
rath, rathe, ræthe, bald.
Gereed. bereit, fertig. R. Gereed holden: in Ber Zu
writſchaft baten, ‚Si gereed: mafen: fh fer
“ug machen. \
Reden (8)5" bereiten, Bereit und fertig machen, Zu⸗ .
—. Dereiung machen. A. ©. gersedian. Isl. ra-⸗
a da, reida, greida, Schw. reda. NH. reeden.
2) 3 Gothiſchen ift’vea, ‚hrea‘, reda, reida,
nicht ine bereiten, parare, ſondern auch, das
Taugliche von dem Untauglichen abſondern, etwas -
Verworrenes auskinander fehen :Cfü. wird reen
u in Obnabtuͤck gebraucht. So Strodim. ,
feternere purum ah impurõ, explicare. To
Dit un to Potte rxden: das Eſſen fertig ma⸗
m für die Mahlzeit forgen, |
' 513 | — Rene.
nu EG
\
—
—
| Bu J v Ren.
Bereden, r) Sereiten,, ‘fertig machen. and bern
den : Tud) bereiten. :R. Huͤde beteden: Hau⸗
te, Leder gerben.
2.) bezahlen; "enteichten. Gleichſam ji das Ge,
. oder Die Zahlung bereiten und fertig machen, eine
Schuld in Richtigkeit Bringen; Bon reden. Ans
deere leiten es ab von Mat, Zahl, und raten,
zählen: Aber zu gefehweigen, dag Rat und ras
ten, in dieſer Bedeutung, nimmer ben uns geh
tet toörden., fo’ würde xs alsdan bernden, nicht
bereden, ‚heiffen. Es iſt veraltet. Ord. 23,
Dat he de Schuld in 14. Nachten berede:
daß er die Schuld binnen 14 Tagen bezahle.
Ord. 70. Unde ſchall dartho ſweren, dat he
anders nene Pande en hebbe, dar he de Schul⸗
de mede bereden moge: und ſoll babey ſchwoͤren,
daß er keine andere Pfaͤnder zur Sicherheit der
Schuld geben koͤnne. Welches in dem Statut.
‚Verd. 42. gegeben. wird: dat he anders nene
ande hedde, dar: he de Schulde mit betalen
koͤnne. Ord. 74: Ock en mad). neen Mann
den anderen bereden mit Arve edder mit Gu⸗
de, dat buten Wickbolde gelegen ie: auf
kann feiner den andern mit unbeweglichen Erbſtuͤk⸗
ken und liegenden Gruͤnden, die auſſer dem Stadt
gebiete gelegen ſind, befriedigen. In einem
Kaufſbriefe von 1353, der in Caſſels BRremenſ.
T. Lp. 518. abgedruckt iſt, ſtehet byret anſtatt
beredene Dot dre Mare Bremer Sulvers
unde Bremer Wicn, be m sahen on af
yret
a
nr : ‘ N
Ren en 455
yet An. Vergl. Pufend. obler. jur. uni, z-
T. L’append. p. 92.
| Beicder, der etwas bereitet. Wand⸗ bereder: ein
Tuchſcherer, Tuchbereiter: den wir fonft auch
Droͤg⸗ ſcherer nenuen. R.
Bere (die mittelſte Sylbe 5), Bagahlng/ ſo⸗
lutio debiti. Man vermenge es nicht mie Bere⸗
dung (bie mittelfte Sylbe 5. von reden, lo- - |
‘qui. Dr. 23. So ſcholen eme de Rad ·
manne anderwerve beden de Beredinge echt
binnen 14 Nachten: fo foll ihm der Rath zum
andernmabl befehlen, gleicherweiſe binnen 14 Ta⸗ |
gen zu bezahlen.
Bereedfel, ‚Bereidfel, ein von Haueblaſen, ober an⸗
dern niederſchlagenden Dingen, zubereitetes Mit⸗
tel, das man in den Bein ſchattet, um ihn klar.
zu machen. R R. |
- Inreden, Schiffepare nehinen J feinen Theil zur Aus 5
ruͤſtung eines Schiffes‘ betragen. R ”
‘To reden; Zuruͤſtung, oder Vorbereitung machen. R
Se redet darup to: ſie machen die Vorbereitung |
dazu.
Dut reden, ausruͤſten. Es wird vornemlich von Aus⸗
| rüftung ber Schiffe gebrauchet: inftruere naves.
R.
Rede; und Reide, ry ein bequemer und ſi cherer Ort
fuͤr die Seeſchiffe, wo fie anlegen‘, warn fie an⸗
kommen, und abfaßrem, wan fie Teben oder aus⸗
geruͤſtet ſind. K. ©; Road. Fr. Rade. H.
Reede. Von redet; fertig mach ein, —
=) Unetgentlich, ein Anfenthalt ‚de Ruhe an ei⸗
se W
- 456 Be Ren |
- nem Orte. Nargens Reide hebben: nirgends
eine bleibende Stätte finden.- nem Reide ge;
"gen! einem einen ſichern Aufenthalt geben. He
het hier fine Reide: er kann, oder darf ſ ſich bier.
nicht lange. aufpalten..
Reder, 1.) der Schiffsherr, der Eigentümer eines
| Schiffes, der das Schiff zum Theil oder ganz
‚ augrüftet, 'exercitor navis. R.
2.) In Bremen beiſſen auch ſo die Herren des
Ralchs, welche Das gemeine Gut, das Einkommen
| -ber Stadt verwalten. |
wu Rederije, 1.) die Ausruͤſtung eines Schiffes , wozu
die: Koften, von den Medern beſtritten ‚werden,
Welche Bagegen den Vortheil, welchen das SM
mit den Trachten gewinnet, ‚unter fich theilen. R
2.) Die Geſellſchaft der: Reder, welche Theil an eis
nem Schiffe haben. De Rederije kumt tofar
men: die Meder verfammeln ſich. Welches von
aemtich gefchiehet, wenn das Schiff. fell. ausgerür |
ſtet werden, und wenn der: Schiffer, ,nach ſeiner
Zuruͤckkunft, die Rechnung ablegt.
| Er Die Verwaltung des gemeinen Guts.
“ Reder » bfeef,. eine Obligation von ber. Reber kam⸗
mer.
u | Reder - ‚kamer, De Stube, wo ſich die ‚Reber, oder
> 27 De Verwalter des gemeinen. Guts verſammeln.
J Recäfchup ‚ Reefchup, 1.) Bereitſchaft. a Ree⸗
cchup holden: in Bereitſchaſt haben.
23 Geraͤthe, Werkzeug. Isl. Reidt. Dands
wayrks Reedſchup: Das Geraͤthe, die Inſtrumente
Der Brad. u Alten Ford es auch
Ds Retſchop
Ren 4687
.. Reiſchop und. Reſchun⸗ Kund. Role Art.
= 140 Nemand fchall bruwen ‚ofte brumen las -
ten Beer to Kope, ſonder — mit ſinem
eigenen Ratſchoppe: es foll Niemand Bier zum
Verkauf brauen, ober brauen laſſen, auſſer mit
ſeinem eigenen Geraͤthe. So kommt es auch oft
ei: dem Alteften Teftaments Buche der Stadt Brer
meaeien vom J. 1500 vor, Das. jemand ein. Brau⸗
haus mit allem Ratſchoppe vermachet. Sea
Brem. und Verb. 6te Samml. S. 166. So fchos.
fen unde willen. wy Gert —— dartho vol;
gen mit aller unſer Macht, unde wy Rad to
Bremen mit unſem Raſchup, des men dar⸗
tho behovede: ſo ſollen und wollen wir Gerhard
(Erzbiſch. zu Bremen) dieſem Feldzug beywoh⸗
ner mit aller unſer Macht, und wir Rath zu Bre⸗
men mit unſerm Geraͤthe, oder heerzenge, web
ches man dazu nöthig bar. |
Reeneften, und Reenelteren, ein Neſt bereiten Es
rubhe alle Neſter umwuͤhlen, umd fich neus machen.
Man braucht es im uneigentlichen Sinn. anſtatt:
Vorbereitung machen, fish wozu anſchicken. it
PP
wird eigentlich von den Hünern - geſagt, welche, I
wenn fie anfangen wollen zu legen, mit vieler Uns .
. . alles in Unordnung bringen, beym Aufſuchen ges
wiſſer Sachen. alfes durch einander werfen. Dis.
ur reeneſteſt fo. large herum, eer du an't Wark
kumſt: de machſt ſo langwierige Vorbereitungen, -
ehe du zum. Werke ſchreiteſt. Wat heſt du hier
to reeneſteren? warnm muͤbhleſt du hier alles herr
f
*8 vn
%
um? In dem Bedde herum reeneſten: une
. 88
—
ꝛ nn . Rum.
“ Big. im Bette liegen, ſich von einer Sene auf bie
Ä 1: andere werſen.
Reeſtemmen aber gehoͤret nicht hieher. ©. Renr-
00. STEMMEN, unten befonders. - -
REDDeEn, retten. A. ©. hreddan. ©, vid. 9.
redden. De Sake redvet ſik wol ſulveſt: die
"Sache wird wol von ſich ſelbſt wieder in Ordnung
kommen, wird ſich ſchon geben /
xeiden 1.) Retter, Erretter. Ge urn. Beym
- Spiel ſagt man: dat mad een Redber: wenn
man einen gtäcklichen: Wurf thut, oder fonft einen
gluͤcklichen Vorfall im Spiel hat, wodurch man
einen Theil des Verluſtes wieder einbringet.
3.) In der Jaͤgetſprache iſt Redder ein Windhund,
‚welcher die andern Hunde abhaͤlt, daß fie ben Ha
fen, den fie gefangen haben, nicht-freffen.
_ Reddern, adject. arbeitſam, hanshälterifch : “einer,
"der gern mit Ehren durch die Welt will, der fi
"und. fein Vermögen für droßende Ungiefsfälle zu
tetten ſucht. Een reddern Wief: ein arbeite
mes Weib, das nicht ſhaft wan ein Wortheil
zumachen iſt. | | |
. Röddig, daſſelbe.
Redde- loos, huͤlflos, das nicht mehr zu tetten ift:
baufaͤllig, das zerfallen will. R. Wir Brauchen
es infonderpeit- von Bölzernen Gefaſſen, woran die
J . Weiffen fos-find-und abfpringen, fodaß:fie zuſam̃en
fallen wollen..." Dieß nennen die: Frieſen radde:
Renners Gloſſ. Friſ. mſct. Holl. reddelogs,
| "ind ontredderd. A. S. reddekaes. ,
. Vureie, sin von unfen Banem ſeltſam verſtelltes
oo Wort,
x
—
Bert, für untreldinge, ein Ketamgenitel,
| ; "Yusweg, Ausflucht. Von redden. - Von er
nem, der ini Betlegenheit ſich nicht zu Helfen uoch u
zu rathen weiß, ſagt man: he weet kine Uuts |
reeje.
IEDDıR, Rettich, raphanus. 2. ©. Rædic. E.
Reddish. CGloſſ. Monſ. Ratich, radix.
lar⸗ reddik. Sim Bude. M. .. Ä
teddies,. oder. Radies, eine bekaunte Art der kleinen
aͤnglichten Rettiche, raphanus minor.
LeDE (s),. Rade, Gerade. it Wief-rad, Wive-
ne
rathe, Radeleve,: &c. die Gerade, weibliche
Geräthe und. Kleider, welche dem nächften: weibli⸗
: chen Erben vermachet werden. . Es Fann entweder
ſo wiel peiffen, als Geraͤthe, von reed, bereitett;
oder es hammer ab vom A. S. Rzde, Geſet
- Werordnung : Gerad, conditio, lex alicui di-
. u.
cta: Cod. Arg. Geraid, ber beflimmte Theil,
- » Ripendium confitutum. In einer Verordnung.
des bremiſchen Erzbiſch. Hartwichs, daß niemand
"Das Gerade einer Frau, die im Weichbild geſtor⸗ |
ben ift, fordern noch nehmen. folle, vom Jahre
1206, beißtes: Inde eft, quod dilectis no-
ftris Burgenfibus ; in Brema ex Capituli noftri
majoris ac minifterialium. noftrorum Burgen-
Ä fiüumque ejusdem civitatis noſtre conſilio ſta-
tuimus, ut oujuscunque mulier ſub jüre ci-
vili, quod vulgo Wycebeletd vocatur, mor-
‚tua fuerit; muliebres ejus zeliquias, que.
vulgo Wyfrad naminantur, . nullus vir aut
mulier auferre de cetero aut Jeguirere prefu-
..
.. Fe
ge
9 Rem
| mat &c· Stat. Zellenf. apud Pufendorf. obf
jur. univ. T.: IL: App. p: 24. Redhe te gibt
5. men Richt. ‚Gerade: wird nicht gegeben. ‚Sn
‚ Charta Erneèſti Ducis Brunſu. et Einneb, ibid.
' P..275. Sialiquis hofpes debet peterg here-
x: ditatem, gaze vocatur Herwede vel Kathf,
. deket :judici ſolidum. In den Statuten von
Salzwedel, ihid. p. 399. de hys, que vulgo
Made diountur, taliter procedetur. :- Sicut
. femina.:in. diebus folempnitatum' incedit &c
Man ſehe auch Haltaus inGerad.
Rem. (7), 1. ) Rede, Geſpraͤch, Unterredung. Es
ft ein erlsifches: Wort... Cambr. Araich: > Cod.
Arg. Razda. .. Isl. Ræda. Ge. pnorıc. dictio.
fat oratio. :. Stat: 3. heißt es von den zur
"Wahl zu verſchlieſſenden Rathsherren, daß ſie mit
J— Miemand, als dem overſten Baden, ſprechen
ſollen, „aber-nicht anders als in aller Gegerwwart:
de andern dre fon. jegenwardich darby, de Me
de mede to horende: daß ſie die Unterredung
mit anhoͤren koͤnnen.
2) Verrunſt, Urſache, Grund, Beweis. Cod.
Arg. Rathjo. Im alt: fränf, und ſchwaͤbiſchen
Dialekt Reda und Redina. H. Reden. Hie⸗
her gehoͤret das Fr. Raiſon: Irl. Reſun: und
das.Lat. ratio,‘ Wir verbuipfen alſs auf dieſelbe
Weiſe dieſe beyden Bedeutungen mit Dame: Worte
RMede, als die Griechen mit ihrem Adyı. In
dieſer letzten Bedentung brauchen es. auch die
Hochdeutſchen,, in der Redensart: Rede und
Antwort geben; ‚ Bactenum ratianem raddere.
| dad
" Ren: er 7 vu
gebech tonnee dieß auch zu ver Folgenden Bedeu
tung gezogen werben. Daher hieß bey den alten
Frieſen bireda, und vor Zeiten ‚auch bey den
Deueſchen bereden ſo viel als, beweiſen, Geund
und Urſache anzeigen. S. Hn. von Wicht ben dem
Mife: Sande 1 B. 27 Kap. Anm. (9). AU wi.
‚man beit, root man mit Redan doon: in ab,
den. it. man mug. nichts: ohne Urfache sun ur
Dat is Fine Rede: das Vorgeben hat Leinen
Grund. Daar hebbe ik mine Reden to: dazu
habe ich meine Urſachen. Uut wat Reden deiſt |
du dat‘? warum thuſt du das?
er 2.) Als ein Gerichtswort bedeuete es vor Alters
auch eine Vertheidigung vor Gericht, cauffe di-
clio. it.. eine Antlage , compellatio forenfis:
anſtatt Klagrede. Daher. ift. die Medensart:
enen to Rede ſtellen: einen zur Rede ſetzen, zu
erklaͤren. Redeloos ſagten die Alten, anſtatt
klaglos. S. Haltaus. Bey den alten Frieſen
war Redens auch ein Rechtsſpruch, Dekret. Da⸗
her Redieva und Redjer, ein Richtet. Bey
den nordiſchen —— Ratlars, Rattare⸗ting
ein Gericht. S. Herr von Wicht on ' angejoge =
nen dDe u
lulpe rede, use, Gange. ©. unter Here
PEN. Ä
eden kommt ver aſtatt heſprechen- Abagen , in
Diplom. Stadenfi, Brem. und Verd.
Gte Samml. S. 174. Ale deſe vorſerevene
0 Stucke
ar. Rem
Stucke reden un loven: alles vorgefäichene
;.. werfprechen und geloben.
SR i. ) uͤberreden, perfuadere.
= 2) Sik been, eine Unterredung beiten, collo-
qui.
u Beredung, Geſpraͤch/ das Oteden. He mafet to veel
‚Beredung daraver: er macht zu viel Gewaͤſche
— uͤber dieſe Sache. Im Hannoͤo. Beredige.
. Merreden, Vorreden, 1.) ſich durch. Reden verbind⸗
UUich machen, verſprechen, verheiſſen. Ord. 79.
So mwe ſick wedder den anderen vorredede al
fo, dat he eme wolde geven, dat he hadde —
wenn jemand einem andern verſpricht, daß er ihm
.. "geben wolle, was er habe. —— Beſonders
hieß ehemahls fif vorreden, ſich verloben. Stat.
82. :Neen Knecht edder Megebekm nach. fid
vorreden, dewnle idt is binnen J „saren; fein
Junggefelle, oder Mädchen, kann ſich in ein
Edheverlobniß einlaffen,, fo lange fie minderjahriz
find |
2.) Sif verreden beit auch. wol po viel, ale: Xi
rede nehmen...
Redelik, vernuufimäffig,, vernünftig, gegränder, bil⸗
lig, ziemlich. In des Raths zu Bremen Beſtaͤ⸗
rigungsbriefe der Privilegien der Tuchhaͤndler von
1503. Welke Bede uns dochte redelik unde
rechtferdig weſen: welche Bitte uns billig und
..rechmaͤſſig ſchien. Renner unter dem J. 1531.
Tho dehme fo hadde de Biſchup de Schule
gemaket ahne redelike Orſacke, ock ahne oͤhren
or Rhat: zudem haͤtte der Viſchof die Sqhuden
*
ne degruͤndete Unſachen auch ohne fie. (die Sans
2) um Rath zu fragen, gemacht.
Unredelik, unvernuͤnftig, ungeziemend. Oſtfr. Sande.
1 B. 83 Kap. Dat dumme Beeſt, De. eder
‚Hunt, eder ander: unredelich Beeſt, de in
duiſern plegen tho weſen. Stat. 8. Men
ſevede de Mann unredeliken, dat hefpn Erve
unde fon Gudt, unde foner Kindere, unnut⸗
Tiefen tho bringen wolde: führte aber der. Man
eine. unvernünftige Lebensart, daß er ſeine und ſei⸗
ner Kinder Erbſtuͤcke und Güter unnügtic verbriu⸗
gen wollte.
nic Vernunft , Vernunftmaſſ igkeit, Billig⸗
keit. Die alten Teſtamente fingen gemeiniglich
be by Wetenheit und MRedelicheit ſiner Sins .
nunft.
REDESTEMMEN, Reeflemmen. FR einen Rah
. "4
REpv-ı5, eine. dünne Stelle im Eiſe, wo man hinein u
über eine. Perfon oder Sache halten. it. ſich ta⸗
delnd uͤber eine Perſon oder Sache heraus laſſen.
Man koͤnnte es von Rede, nach allen dreyen Ber
deutungen deſſelben, und ftemmen, anſtimmen,
bequem genug herleiten. Fuͤglichet aber iſt die
Ableitung vom. A. ©. Rad, Alt: Engl, Rede,
Rah, Ratbfhlag, confilium. Jetzt iſt noch
vey den Engländer, doch nur. An. im: Ger’.
brauch Read, Rath Ä
I
an, daß der Erblaffer das Teftament gemachet bs -
j
nen: bey völlige Verſtande und guter Ber u
finfet. Man fagt fonft verreedlit Is. © j |
Verradlik unter RaaD, .
— Reeı-.
—
N
4... Rem
RueL- Kost, alle Vorkoft, die mie Löffel gegeſſen
wird: Suppe. Es mag eine verderbie Ausfpre:
che für Roͤrel⸗koſt feyn: non rören, rühren;
juſammen rühren, - umruͤhren. Aber im Hannoͤ⸗
veriſchen heißt es Rihe.
Rerr, Riff, ..1.).-ein. eines Segel, welches ben
ſchwachem Winde an das geoffe gefeßet wird. E.
Riff, H. Rif, -Rift, Reef: %. ©. Rift, ve-
* um, velamen, -involacrum. Daher iſt Mid⸗
| belsreff, © Middel⸗riff , Zivergfell,. diaphrag-
"ma; welches noch bie. und da, fondenfich bey den
MNiederlaͤndern, gebräuchlich iſt: E. Midriff.
2.) eine Sandbanf im Waller, eine lange Reihe
Klippen in ber See. Eden ſo im Holland. und
Engl.
3): eine über der Senſe empor ſeehende Gabe, oder
ein Buͤgel, gegen welchen im Maͤben das Getrei⸗
„de oder Gras ſich ſammelt, und welcher es bey
"dem vollendeten Hieb der Senfe unverworren auf
die Seite wirft: merga,
Reifen, ein Reff an das Segel ſeben. it. das Segel
J zuſammen ziehen. E. riff. N. reeven.
Rerreın, faſern, faſen, ſich zerfaſern. Es wird
von den Faͤden in einem gewirkren Tuche gebraucht,
we nn dieſelben ausgezogen werden, oder fich ſelbſt
os geben. Im Haundos und Braunſchw. ver
beln, rebbeln. $.ravelen, € ravel: toravel
J out, ſich zerfaſern: to unravel, ‚ ausfafern.
Up reffeln, ſich zerfaſern, auf: läufen. Dat Tüg refs
\ felt up: die. Fiden an r diefem Zeuge geben ſich
| I laufen auf
- „ Bu = . . Uut
= | Rea, Ren 465
Unt reffeln, die Fäden aus dem Zeuge jiehen., - Min £
"fagt aber auch: dat reffelt uut: es faſert aus.
Reor, Reihe. S. Riem
Reaeı (>. 4) wie das Gogh Das, re- \
_ gula.
Winsbeck Regil.
3 die langen nerfötier, woran die tatten eines u
Starfets, und bie Deeistr. einer Planfe genagelt |
Li
.
> {
- B
’
werben, Zu
‚ Regeln, Regeln verfehreiben, zur Ordmung und E zu⸗ I
ten Sitten anhalten.
Regel holt; Holz, woraus die. Bwerhölier an einem |
Ä Stacket gemacht werden.
Ruden Ce), rühren. S. Röaen,
Reseren, 1.) regieren, regere. v |
2.) toben, larmen, poltern, ungeſtuͤm zu Werte
geben. >
3.) Sif regeren, ſich verhalten, ſich auf fuhren.
[ .
Wo regeret ſik dat Feber? was für Zuſaue ſint nd
bey dem Fieber? —
RRXGq s TBR iſt allgemein bekannt. & findet Gier nur
einen Platz, um dabey zu bemerken, daß man in
Bretinen eine lange Perfon een lang Regiſter
vam Minſken zu nennen pflegt,
REGNEN (7), regnen, pluere. Een Keerl as
wenn he regnet is: ein ſchoͤner weblgewachſener
Kerl.
Regen-wolp. S. Worn, 9—
Reınz,. ein Ort zum Anlegen ber Shife, feat Ä
© Rede NE unter REED,
x .
9 Rue.
2.) ein Riegel, - & Rail, repagulım. Dom u
.
IN
| 266 WB Rær. u
Reıem '&, Rıyem Er
Reıer, Neger, ardea. A. G. Uragea. Unſet
Bauern nennen dieſen Vogel Schit ⸗reier, weil
derſelbe, wegen feiner: Gefraͤſſigkeit, durchgehends
beym Auffliegen ſeinen Unflat aus der Luft fallen
laͤßt. Von fehiten, feheiffen.-
. Rzımoor, Reimoth und .Reinmoth (denn auf
beyde Art wird es geſchrieben in einer Urkunde in
Bogts Monum. ined. T. II. p. 497.), ein faſt
aus der Mode gelommener weiblicher Taufname,
welcher von ber Reinigkeit des 6 Gemuͤths ir erklaͤ⸗
ren iſt.
Reın; adj. und adv. 1) zei, purus, pure, Cod.
Arg. hrains. A. &, rein. Schw, reen. Rein
Huus malen: das Haus raͤnmen. it. alles Ge
finde abfchaffen, und neues nehmen.
| ur Als ein Nebenwort hat es hier dieſelbe Daher
mung, als in Hamburg: ganz, gat. Rein
dull: ganz toll, raſend. He is rein nig wies:
oo ® hat gar ſeinen Verſtand verloren. R.
Renlik, für Reinlik, reinlich. |
Reıner, und Reinier, maͤnnliche Zauſnamen, Rein
hard.
RXINEXX, 1.) gleichfalls ein Mannsname, und oh⸗
ne Zweifel derſelbe mit den beyden vorhergehenden,
mit der Verkleinerangsendung fe.
2.) In der Fabel ift es der Name des Fuchſes. Wer
kennet nicht das vorteefliche niederſaͤchſtſche Bud,
Reineke de Vos genannt? Daher nennen: wir
- auch Reineke einen‘ verfchlagenen , eegfiftigen
Menſchen. Em olden Reincke: sein alter
. Do Au
- \
2
\
Ren nn 467
Fate, durchtriebener Eat; , veterator. Fr.
Renard. Reineke iſt von rein, liſtig, ver
ſchmitzt: Verel. in Ind. reinki, verſutus. S.
Wachter in Reim .
5 Beınraan, richtiger Reinfaren ,- Waldfahren, |
Murmfraut, tanacetum fylveltre, parthenium |
mas. H. Reynevaar, Reyn-vaeren. Die
J ‚Engländer nennen es Tanfy, aus dem Lat. tana-.
©. cetum,- Es hat den Namen von Rein, Rain,
der Rand eines Ackers, der ſchmale Grasweg zwi⸗
N fhen zween Aeckern; wo DiesKraut gern wild wächft,
— Raise, I.) Keife, iter.. Dun Staum ſ. in RısEn,
"4 Bedeu, —
2.) Wir brauchen es auch, vu wie die Hollinder, haͤu⸗
fig für: Mapf, vice. Ene Reiſe, einmabl:
. te Reife, zweymahl: nog ene Reife: noch‘
einmaßl, . Bor de eerſte Reife au erſten
mahl ꝛc. nt
Schott-reife. S. unter Schott. 0
Reısıs, S. unter Rısem.
Ruıster, Reelker, ein. ſchmaler Lappen von Udet, IJ
den bie Schuhflicker an das Oberfedernäben, .
wan ſelbiges von der Sohle abgeriffen iſt Bon '
rijen, heften. R. See Hannöverifchen. ſagt man
"Reufter : : daher reuſtern, obenbin ausbeſſern,
ausflichen. |
Reit, Reet, Riet, Kiep, Schilrehr arundo, ca
‚Jamusipaluftris. A. ©. Hreod. E. Reed.. 9.
| Ried, Cod. Arg. E
> Bam Lageniern.: iſt reta r Rohr ‚, nicht unbekannt
me deber rer, einen Fluß oder Waſſer⸗
—
gt, Rofeau. Much bey.
Ga | RX
⸗ J
R . ” 5 .
\ \ N -
46 Ræi.
ug dom Schilfrohe rrinigen ;. welches Wort Gel-
lius L. X: c. 17. aus einem alten Edicto Præ-
„tor. anführet. S. Wachter unter Ried. Soprw.
De im Reite ſit, het good Pipen ſniden: wer
‚im Rohr ſizt, der kann ‚gut. Pfeiffen ſchneiden:
wer die Gelegenheit hat, der kann leicht feinen
Vortheil machen. Das Goth. Raus, und Fr.
Roſeau, machen, die Meinung des. Hrn. Wach⸗
ters wahrfcheinlich ; daß dies Wort von. rifen,
reiſen, auſſchieſſen, in die He ſteigen/ ber
2 ſtamme.
| 1. reit, Schilfrohr, welches i im Winter auf dem Eiſe,
die Haͤuſer damit zu decken, abgemäpet wird.
ESonſt auch Js-dak. -
— —— Rohr, welches im Hexbſt, da es noch gruͤ⸗
nes Laub hat, geſchnitten wird.
| Reiten, Reten, aber. wie es die Bauern auch. ausſore
chen, Reien, Rijen, bedeutet bey den Leinwe⸗
bern, die Faͤden der Scherung durch den Kamm
ziehen. Es iſt von Reit, Robr, woraus die
Kamme gemacht werden. Reien aber, und
— rien, kann ein beſonderes Wort von ganz
\
u anderm: Urſprung ſeyn, welches unten an ſeinem
Orte vorkommt, und ſo viel bedeutet, als Fäden
durchziehen, einreihen.
KReet· ein mit Ried⸗ oder Schitrohewurzeln be⸗
%
F
feſtigtes und durchwachſenes Deichufer. Sonſt
auch Schallung, und Reetſchallen. GS. unter
ScCHÄLEN,.fpilen:
Biete "BIS, Robert, Selm ulva;. carex.
—8 Reit- „mecsko,
5 ar un
” „one on
: yz
Ren Rex. Zr 469 |
_ Reit- meeske, Hebrmeife: tin Sayası, Ber fih
gern im Schilf aufhaͤlt. 4 J
Reet- die dicken knolligten Br du Soit
rohrs. Nein. u ? ,
Räct-fchallen, S. lect 2 .
Reit-ftok,. ein fpanifches Rohr⸗ gab. 5. Ried- |
ſtaf, Riedſtok. E. Reed-Taff.. | \
Reeeı („); 1.) ein "größer: Baurehuhd. A. ©. “
Reecc. In Schottland iſt Rache‘, eine Huͤn⸗
din, Petze. Man ſchreibt daher beſſer Raͤkel.
Man ſagt auch een Rekel vam Hunde, für Re
fel allein ; fonderlich, wenn maͤn im Umpillen Ä
von einem Hunde rede. 7 |
2.) ein grober, ungeſchliffener Menſcha Ohne Zwei⸗ |
fel von reffen, dehnen. Een Rekel vam Keerl:
ein grober Luͤmmel. — — — =
» Das in: lange Riemen gefehrittene: imd gebörrete i
FSleiſch der Heilbutte. S. Ram: Friſch fchreibt
es Recling, und bat. einen verworrenen m Besrif
davon.
Bank- rekel, 1.) ein geoßer tägke Hind. |
2.) ein grober fauler Menſch, der ſtets auf bee Ban .
geſtreckt Tiegee,
Rekeln, Sif refeln, fi auf eine‘ un hoͤfiche Weiſe
recken und dehnen : .E. das Bein Uber den
| J Stul ſtrecken, den Ellenbogen aufden Tiſch le
gen u. d. g. "Man vermenge es nicht mie ſik rek ⸗
Ten; ‚welches, ohne unboͤflich zu ſeyn, geſchehen
Bann; ; wie ern, wan man aus dem Schlafe
ertwacht.
Rekelhaftg, grob, bauriſch, nageſchien ‚Sit re⸗
‚693: E URS. Ä
j
-
klhafti wfhrenz 3 fh ungeſchliffen auf führen; . |
—
Y RB
Rrx.
Een re elhaftigen Snak: eine ungeftrete, grobe
Mede.
Bee Grobheit, Ungeſchliffenheit 5 3. fo fern ſolche
ce
in der Stellung und: ben Gebärden des Leibes be.
ſtehet. ruftiettase
Rexen (1), 2) .tein, umermiſcht. Een reken
Wief. ein reinliches Weib. Reken Botter:
reine Butter, wovon Das Thara ähgezogen iſt. R.
De Ko is reken, wie die Bauern reden; wenn
die Nachgeburt von ihr gegangen. Den Stall
reken maken: den Sul reinigen ‚den int hin⸗
aus werfen.
29 unverworren richtig, ordentlich, anfgeräumet
it. wozu man leicht gelangen kann. De Hare
reken kaͤmmen: die Haare auskaͤnmen. Dat
verklatterde Gaarn reken maken: das verwor⸗
rene und verwickelte Garn in Ordnung bringen.
Reken Huus maken: das Haus rein machen,
aufräumen. Reken Baan makkn: alle Kinder:
niffe aus dem Wege fhaffen den Weg bereiten
Reken Safe finden: eine richtige Sache, oder
alles in Ordnung finden : : etwas vorgearbeitet
‚finden, das ums der Mühe es in Richtigkeit zu
bringen uͤberhebet. Ene refene Sträte : eine
offene Steaffe, wo nichts im Wege ſtehet. Re⸗
fen Geld ift nicht nur Geld, das bequem zu zaͤh⸗
len ift, als 4 Groſchenſtuͤcke, Markſtuͤcke, u. d.
gl. fondern auch, das richtig gezäßlet iſt: imgl.
bey defien Empfang feine Schwierigkeit iſt.
De Böfer ſunt reten: bie Aenntungebäder
. Zoo ſind
*
a 41nx
find richtig. og bin if reken: jetzt Gabe ich
"mich aus. meinem verworrenen Handel heraus ge⸗
wickelt. Reken up teren: rein aufzehren, daß
miichts uͤbrig bleibt. He is reken nig Hopf: eo
iſt ohne Widerſpruch nicht klug. Dat iS refen
‚verlaven : Bas -ift ohne Zweifel verloren. Dat
‚x :hebbe ik reken vergeten : das habe ich. richtig, --
.- gänzlich vergeffen: Vogts Monym. ined. T. Mo
2 .:Ps304. So ſcholet fe uns un: unfen Even
unſe Bud wedder folgen laten vefen un rum?
ſo ſollen fie.uns und. unfeen Erben unfer Gut wie
. , der abfolgen kaffen, frey und ledig. In Osna⸗
. Brück fagt man reggen für rein. Wenn man die⸗
fe weftphälifche Ausſprache zu Huͤlfe nimmt, ſo ſte⸗
bet reken mit rein in Verwandſchaft. Vermuth⸗
lich auch mit Rechen, raſtrum: U. ©, Race:
E. Rake: md A. S. raccian, rechen, ‚salro
uti. Denn ein Rechen ift ein Werkjeug, womit
man ‚einen. Platz reken macht, ober“ abraͤumet.
Man kann es bequem ableiten von raken, fdaw _
» ten, ſtreichen, fegen ; oder vaffen, reinigen,
„‚Sanbern. (welche: oben : an. ihrem. Orte angefüßret.
find), beym Verel. in] reka.
Jnreken, ift Das Gegentheil von reken in beyden Bu |
deutungen: fonderlich aber, werworten ; unor⸗
dentlich. Untefene Safe: AUnrichtigkeit, der u
wirrete Sache. Und ‘als ein Nebenwort: dt
ligt daar im Hufe unreken fo : es liege in her
Hauſe alles: unordentlich durch einander.
lEKEN (C), I.) reichen, laugen, fi erſtrecken, er⸗
hen tangere, attingere , pertingere,. 1.6.
9.4 TRAUN
2.
: ræcan. E. reach. A. reiken. Schw. ræka.
REX.
Gr. speyew. Hieher geboͤret das fat. regere, ri-
gere in arrigere, erigere. Vergl. raken, ruͤh⸗
ren, beruͤhren, treffen. Idt is mi to hoog,
i6 fan’t nig reben: es iſt mir au boch als daß
ich daran langen koͤnnte.
2.) dar reichen, uͤberreichen, zulangen ‚ geben: web
ches mit Ausſtreckung des Arms geſchiehet. porri-
gere : 180 das. einfache rigere auch in dieſer Bes
deutung mie dem Deutſchen Aberein kommt.
Af reken, 1.) (der Aecent auf re) daran reichen, ers
reichen, mit Ausſtreckung des Arms beruͤhren.
Ik kan't nig af reken: ich kann nicht daran lan⸗
gen, oder reichen. He rekede idt man even af
mit enem langen Staken: er konnte es mit ce
ner langen Stange nu kaum berüßren.
2.) (der Accent auf af) herab reihen, von oben ben
unter langen ober geben,
Bereck, ein Raum, den man Durch nichen, oder
worin man wirken kann: ein Wirkungskreis.
It. das Vermoͤgen. SD Bereyk. E. Reach;
Idt is buten minen Bereek: ich kann fo weit
I nicht reichen: es iſt auſſer meinem Vermoͤgen.
Binnen Bereek mer Kugel: innerhalb eines.
Raums, den eine Kugel durchfaͤhret: intra teli
jactum. Dat is buten den Bereek fines Ders
ſtandes: das ift über feinen Verſtand.
Verroken, überreichen, barteichen, "geben... Man
boͤrt es jetzt nicht mehr, - In. einem Vertrag des
brem. Raths mit den ſchwarzen Mönchen im Kar
arm Kloſtar vn 153% Unde be
. ale
"Rex. en 43°
fe de Helfte up Pafchen , une ve ander.
- - Helffte t0 allen Sunte Michaelis Daden to
eren Handen to ſtellen unde vorredfen Taten. .
Baden, rerfen, dehnen, Es iſt das intenfivam von
refen. : Cod. Arg. rakjan. Isl. reckia, Als |
Fraͤnk. recchen. €, rack. H. rekken. Hebr.
ꝓpPo (raka). Gr. deeyer. Von rekken ſtanimt J
ferner ab treffen, ziehen, und» ſtrekken, deh—⸗
nen: Vielleicht auch Strich, funis, und: Stre
Se, Strich, tra@tus, linen, m a.m. Sik rek ⸗
fen: ſich ausdehnen, pandiculari, diſtendi.
Bon: einem: Vorrath, ver bald zu Einde geben
will, ſagt man: Man moot darmit reffen;
. der : Man moot de Safe veffen: man muß, - »
ſparſam damit umgehen, damit’ es zureiche. Enen
tkekken, eder uut rekken: einen auf der Selten |
Bank yeinigen, =
Rump- -rekken, mit Gewalt und ngeftim reiſſen, aus
| bebnen, zerren. Eigentlich ‚auf. die Folter ſpan⸗
nen. It. eine Sache durch eine plumpe Vehand⸗
tung aus dem Geſchicke bringen. R.
Rekel. S. oben beſonders. | u Be
Reke, ein Rieſe. Verel. in Ind, Reckar viri pro-
ceri et robuſti. Unſere Landleute nennen noch
bisweilen einen lang aufgeſchoſſenen Menſchen enen
langen Reke. In den aͤlteſten Zeiten hat Reke
| auch einen Helden, Fuͤrſten, Regenten bezeichnet.
BSG.. Wachter in Recken, heroes. |
Reks (v), Riks, eben dafſelbe. Een langen Reks,
oder Riks: ein groſſer langer Menfch. Man⸗
ge möde denken, dies Wort kaͤme von Ri,
BE Ss W TUE
3 .<
A. BEE
eine lange Stange ; welches: unten an feinem Orte
vorkommt; abet auch⸗ dieſes Rik former von
rekkfen ab. |
‚Rekke-bank, Folterbank, Tortur. ee
Rekke-been, der Tod; R.-. Im Hohen ;toürde
- man Ötredebein fagen..
Rekk-halfen , den Hals in die Höhe ſitecken , auf °
— meerkſam in die Hoͤhe ſehen, ſehr nach: etwas ver:
| langen. Ste. etwas mit Beſchwerde hinunter
wuͤrgen, oder ſchlucken. Die: Holländer brau⸗
/chen es auch. |
| Rexenen. (#) gemeiniglich, aber. unehe Reken, Ä
1.) activ. rechnen, computare ,. numerara St. |
- halten, fchägen : putare.: A. ©; reecan. ©.
reckon. H. rekenen. Schw. rækna. Cod.
| . Arg. rahnan.:son-Rache, Grund , Urſache.
Ex Er neutr. abrechnen‘, eine Rechnung ſchlieſſen, con·
ferroe rationes: Ord. 72: Lege een Mann ſeech
unde is he ſchuldich, unde ſendet he Baden
dem be ſchuldich is unde will mit eme
rekenen —— lieget Jemand krank, der einem
andern ſchuldig iſt, und ſendet alsodan Boten an
feinen. Gumbiger : daß et mit om. abrechnen
= wolle —— *
Berekenen, auf Rechning Rellen.; :. 5 Aufinadung
dder Rechuung, odor beym Abrechnen , etwas zu
| Weide, oder gegen audere Waaren, fepen.
. Misrekenen,- fiih im Rechnen verfeßen.
Up-rekenen; verſchiedene Summen auſenmen —
0. in eins rechnen, addiren. 3
| Rekenfchup, ’ Rechenſchaſ. rn
\ y Rekenung
ww,
N
| Rerm, Remen (r), 1.) ein Oülemen, lorum. A.“
| u Rex. Rem. = N 475 2
. Rekenung, Nethnung. E. Reckoning. Sorw. Kor .
te Rekenung lange Frundſchup: wenn man oft
, mit Jemand abrechnet, und Die Rechnung nicht zu
weitlaͤuftig und verwirrt werden läßt, : das-beuget
den Streitigkeiten vor, und unterpält bie Freund⸗
ſchaft.
Rekens- ann, der bie geechmung uͤber ein —
Be, oder eine gemeinfchaftliche Sache, fuͤh⸗
re Eine Stelle, wo es vorkommt bey dem
Deichwefen,, wird engefüßrn in Veripaden, un⸗
ter 8SPADB. — or
Retır. S. Rorea.
„
S. Ream, Reama, Reoma, en Band.
2.) ein Ruder. Lat. remus. Fr. Rame. Dat
Harte under den Remen holden, iſt eine Re⸗
densart'der Schiffleute: tapfer zu rudern, aus
aller Macht rudern: wenn nämlich Die Ruderpure u
ſche ſich ruͤcklings überlehnen,, ſo daß die Handha⸗
habe des Ruders ihnen über das Herz kommt.
Sorw. Eerſt in dem Boot före von den Rus -
men: bievon zu reden tft noch nicht Zeit und Ge
legenheit. In Hamburg hat man * das Zeit⸗
wort remen, rudern, remigare: R. welches
aber in Bremen nicht uͤblich iſt.
3.) Een Remen Laß, ein halber Wenug-
Viellejcht weil er fo platt als ein Miemien iſt.
Reemker,. und Remen- ſnider, ein Riemer. . 2
Remer (9), 2.) find im Oldenburgiſchen die Erd⸗
ſchollen, welche von der Pflugſchaar aufgeworfen
nr werben. Im Haandorriſchen Remifche, Furche,
—
5
I”
476 DRM
Strelf, Suich Ohne Zweifel von Remen) u
Riemen, weil der Pius die Oberfläche der Felder
gleichſam' in Riemen zerſchneidet. Vergl. Raͤ⸗
mel, welches in unſerer Nachbatſchaft eine kleine
Kenne oder. Zurche,, worin das Wuſſer abläuft,
Hey uns Mille, bedeutet. Wiewol Memel und
>... Mämel ein und daſſelbe Wort zu fen Rheine:
"denn 10. der Pflug die Erdfehollen aufwirft, da
enitehe au eben dadurch eine Farche oder Kan
= =) Remel, Raͤmel, Kamel, ein Bandel Flachs
voon 20 Pfunden. Es iſt deſſelben Urſprungs.
Oder von dem alten Rehme, ein Weiberguͤrtel:
beym Friſch. Es kommt vor in einet alten Baß
| ſumſchen Urkunde vom J. 1213. tres Ramel b-
ni: welches durch eine afte Hand auf dem Ruͤcken
diieſer Urkunde erfläret wird durch deey Stein
Blade. Sonſt iſt ung dieß Wort in n dieſer Bu
0 Beutung nicht vorgefommen:
| RemeNTen. S. oben RamenTEN.
" Remı wird gebraucht beym Korbers pie, war die
Lefen auf beyden Seiten gleich find, und alfo das
on ‚Spiel: verloren iſt. Fe remis. Auch ſagt man:
"he is remi, von einem' verdorbenen Kaufmann,
‚der bald einen Bankerott machen wird. it. won ei⸗
nem, ber ganz betrunken iſt.
——— die Seitenbretter eines Si. —
ſcheint es von Raam, Rahm, margo, cin
lum, herzuleiten; weil fie rings um das Shi
herum geben, Bey den MWafferdeichen Heiffen
Runmen die Auerbalten an ber er Beſchaluns oder
nn | | Belleis
Rem. Rem. — ar u
eleinang eines Deige, | © sus unter
Riem.
Renten (n)x ſoll den Speiſtſnal in den Kifftern
‚2° bedeuten, und aus refectorium verdorben feyn.
Welche Ableitung in dem hamburgiſchen Reven⸗
ther noch fichtbarer iſt. Wie mannigfaltig das
Woort refectorium in dem Munde der Möinde
und gs gemeinen. Mannes verſtellet worden, das
kann man in Friſchs Wörterbuche unter Rebender
ſehen. In, Bremen nennet man Remter den
tl.
—
Platz in. dem ehemahligen Katharinen; Kloſter,
2. „welches jetzt das Gymnaſium iſt, wo man won ber
Ssddgeſtraſſe durchgehet in die Katharinen s Straffe, .
Es ſcheint aber nicht, daß dieſer Platz jemahls ein
Speiſeſaal könne getvefen ſeyn. Vielmehr mag
es zum. Spiel und. andern Ersöfungen gedienet .
haben. . :
Resn, Gränze, Markung, der Hand eines. Ackers,
der ſchmale Grasweg zwiſchen zween Aeckern, ein
Rein. Verel. in Ind. Ren. Schw. ÆEker-
reen. Niederlaͤndiſch Reon und Rein. . Cs ift
jeßt bey. uns nicht. mehr. im Gebrauch , aber doch,
ein altes ſachſiſches Wort. Vom A. S. hrinan:
Alt fraͤnk. rinan, berühren, angraͤnzen. Daher
| Rand, margo: und. Gränze oder Grenze, li⸗
mes. ' Nus diefem Worte iſt das: Wart- Renna⸗
len, welches. Herr Haltaus zwar ouſubret, aber
N, unerfläret gelaffen, zu erläutern. . .“
Reen.- boom, Renne - boom, Grampfahl, einge |
| baum, ein, Schlaghaum auf der Graͤnze, axhor ter⸗
„zuinalig. Veſondere bei alfo die Geänzfgeidung
EN Ge
478 | | |
2: zu Haflede, welche das Stadt: bremiſche von bem
-
’
r
ZZ Res
Ehur: Hanndverifchen Gebiete trennet, und vor
Zeiten aus hölzernen Pfählen, jetzt aber ans drey⸗
en fteinernen Pfeilern, beſtehet. S. von Stade
in der Unterfachs und Erforſch. des Woͤrtl. Ur,
©. 831. Kuͤnd. R. Art. 45. Ock en fchal
nemand Waldt doen an unſen Werdern und
Wegen, de na unſer Stadt tho und afgahn,
an Paten, Buſche, Weiden, Laden tho fniden,
Holte, Bruggen, Porten, Bingen, Ren
u :nebomen (in einigen Handfsriften Ronnebo⸗
men) imd Stegen, de tbo houwende und FE
Auch foll Niemand Ge
vornichtende.
walt üben an unſern Werdern, und Wegen, die
nach oder von unſerer Stadt zu und ab gehen, an
Pifanzſtoͤcken, Gebuͤſche, Weiden (ſalices), iv |
den oder Schoͤßlinge abzuſchneiden, an Hoͤtzun
.
gen, Bruͤcken, Pforten, Zingeln (ſind enge
Durchgaͤnge, die gemeiniglich mit einem umlau
fenden Kreuze für das Vieh verfchloffen find),
Gränzbäunmen und Steigen; ſelbige mit Hauen
doder ſonſt zu- vernichten. — z3In einer Urkun⸗
de vom J. 1387 erlaubet Erzbiſch. Albert den
Bremern , eine Bruͤcke uͤber die Leßme zu bauen,
— 2wo jeßt Die. Burg bey Bremen iſt, und einen
.» Damm bis an die Geeſt zu machen. - Linde de
Brugghen, Heißt es in-diefer Urkunde; moghet.
ze holden to ewighen Tyden, unde moghet de
veſtenen myd Borchvreben, myd Buwe unde
u myd Runne⸗ bomen, unde Al luten unde vor⸗
"Maren
Rem. 7 7
waren ze wo en dat nutteſte dunſet Holl.
auch Reen-boem: Kilian.
BnDra, Rennig; ein: männlicher Zaufname, wel⸗ |
cher anfängt: felten zu werben. Vermuthlich ders
ſelbe mie Reineke. |
EnESTEN. ©. unter Recon. 7
ENGEL, ein muthwilliger Junge. S. oben Ran-
Einen Haufen ſolcher Jungen nennet man J
Rangen um Denels Dafe. 0:00
‚ngeln, mit Zwangsmittel zur Pflicht anhalume eine
ſtrenge Zucht gegen Jeinand üben, wie es gegen.
muthwillige Zungen noͤthig' iſt: beftrafen. In
Hamburg rangeln, doͤr rangeln, durchpruͤgeln. \
R. Sf will em vergeht, ‚he. ſchall an miden
fen: ich wi ihn ſo ſtraſen, daß er daran denken u
fell. — |
ENKEFILEN. ©. RınkErILeN. Ä
ENTE, -1:) alfe und jede Einkuͤnfte: beſonders die
Zinſen von ausgeliehenen Kapitalien. Fr. Ren-
te: von rendre, einbringen: und dieſes vom
tat. reddere. Siner Rente leven: von ſeinen
Einkuͤnften leben, ohne ein Amt ober Handthie⸗
rung zu-haben. Dat vermag mine Rente nig:
dergleichen Aufwand Pönnen meine Eintunfie nicht =
beftreiten: das ift mir zu heuer. —
23.) Zerbrechung, Vernichtigung, Verwahrloſung
eines Dinges. Rente maken: eine Sache durch
Verwabrloſung zu nichte machen: inſonderheit,
Porjellan, irdene Geſchirre, uber anderes Haus⸗
| gerärhe, aus Unachtſamkeit zerbrechen. Vate |
mi mine Rente: - jerbrich es mir nicht. |
| | — J
—
N 489 \ | . Rem. Rep.
mböchte denken, die Redensart Rente maken wer⸗
de hier, nach der erſten Bedeutung, im Scherj,
‚oder im ironiſchen Sinn, da mas von dem, was
man faget, das Öegentheil verflanden ‚haben will,
genommen,. Allein Mente muß in. Diefer zwoten
Bedeutung ohne Ziöeifel ein, altes fächfifches Wort
ſeyn, da es auch in der englifchen Sprache noch
auͤbrig iſt; wo to rend, zerbrechen, zerreiſſen, be
deutet, und a Rent, ein. Riß, ein Bruch, Ren-
ting, das Zerreiſſen.
Rentenerer, einer, det von den Einkünften feiner Guͤ
ter, von den Zinfen. ſeiner Kapitalien lebet. H.
Rentenier. |
j Berenten, mit. jäprlichen, Einfünften verſorgen, dotis
re. Gr. renter. Renners Chron. a. 1578 #
buwede Ehriftopf van Iſſendorf eine nie few |
fe tho Defe by fienen Hufe, by Basdahle ge⸗
legen, berentede deſuͤlve, und ſettede dar einen
nboen =
. Renssen, Renzel, , Reiſeſack Reiſebuͤndel, den
dder Wanderer auf dem Ruͤcken traͤgt. In Kilo
ans Etymol. Rentfer. Wachter in Ranze lei⸗
— tet es ab vom Gr. pwog, ein Fell. Im uneigents
lichen Sinn heißt Renzel der Bauch: it. der Ruͤt⸗
ten. He het finen Renzel vull: er hat ſich
‚fat: und dick gegeſſen, den Magen voll geſtopft.
. &nem. wat up den, Renzel geven: : einem eine
Tracht Schläge geben. - Schall if di up den
Renzel famen? ſoll ich mit dem Pruͤgel uͤber dich
| Sommer ?) 1
Razr, 1.) ein Ei, Sit, Tau. R. In Os⸗
| | habe
—
1
Rer. 00.0481 -
abe, Reip. 8. Einige Hochdeutſche ſagen
Reif. S. Friſch und Wachter. Selbſt Reif,
in der Bedeutung eines Bandes um die Tonne,
it mit Reep verwandt , "oder vielmehr baffelbe,
Celt. Rhaff, funis, reftis: Rhefawg, funis:
_Rheffyn, chorda, funiculus: in Boxhorn.
- Lex. Ant. Brit. A. S. Rape, ein Seil, Cod.
Arg. Raip; 'ein Band, Riemen. €. Rope.
AAlt frieſ Raap. Daͤn. Rech. 5. Reep. Ve
rel. in Ind. Reifar,. Windel, fafeie, A. ©.
rsepan, binden,
J 2) Sen Reep Holt if eine Maaſſe Vrennholz M Bu
N
viel als wir fonft een Faem Holt nennen: ein
Klafter hoch und Breit.
Dräge-reep, das lange Seil an einer Winde, , woran
der Haken iſt, womit man etwas auf und. herunter.
windet. |
Repel-baan, bie. Drehbahn der Seiler, > der Ping, .
‚ wo die Seile gedrehet und gefchlagen werden. R.
Repel-boen, die Buden oder Sitten der Seiler auf.
der Drehbahn.
Reep-[läger, eit Seiler, reftio: R. In einer Vreuſ. .
Kammer : Orbn. von 1648: Reif⸗ Schlaͤger:
and in einer Roſtoc. Kleider: Ord. von 1585.
Reper.
Repen (s); 1.) Hay meſſen, welches mit einem Seil,
oder einer Kette , geſchiehet ©. das folgende
Repef. Ä
2.) rauffen, rupfen, reiſſen. Iuſonderhei⸗ wird es
von dei Landleuten gebrauthe, für: den Flachs
wiffeln, oder, vermittelſt eines kallanſſrmigen
J 9% |
Sn Ä
482 u Rer.
Inſtruments, die Samen knoten vom Flachſe rauf
fen. Idiot. Ditmarſ. repeln (7): in Osnabr.
reppen: im Hannoͤv. und Braunſchw. repeln
und reppen. Holl. repen.
2.) Im Hannoͤveriſchen heißt es auch ſo viel, als:
ſcheuren, rutſchen, beſpringen. De Vulle re
pet: der Stier beſpringt die Kuh. In Osna⸗
bruͤck reppen. Einige Hochdeutſche ſagen reb—⸗
ben, und brauchen es beſonders vom Hengſt.
Vom Wendiſchen Ryba mewmnbrum genitale
equi admiſſarii. |
-Repe, 1.) eine Nauffe, worin man den Pferden das
Futter vorlegt. H. Ruyf, Ruyfek _
2.) eine Riffel, oder, wie es Friſch ſchreibt, Raͤuf⸗
fel: ein groſſer eiſerner Kamm mit langen Zaͤh⸗
nen, mittelſt deſſen die Samenknoten von den F
FFiiachsſtengeln abgerauffet werden. In Osnabr.
Weppe. Chur⸗Braunſchw. Repel, Reppel.
H. Repe. Man vergl. das Holl. Ryt, und
Schw. Reefwa, eine Reche. H. reupen, rauß
fen.
3.) ‚die Luftroͤhre der Vögel ©. Röpen, unter
‚ Ropen, rufen.
Reper, 1.) ein: Holzmeffev, ein beeidigter Holzſetzer.
Kuͤnd. R. Art. i11. Dat Berneholt, dat
tho Schepe und tho Kope kumt, tho unſer
Stadt, dat lange Holt na duͤſſer Tidt ſchall
. 10 Bote lang‘ weſen, und dat Forte ſöſtehal⸗
ven Voet, und de ſwaren Reper ſchall dat
mit der Keden-vepen, und de Länge meten:
a ano Bene ſo zu Se in unfere Stadt zum
| Ver⸗
/ 5
N
f
Ren Res. Rer. u u 483.
‚das längfte fen, und das kurze. 53 Fuß: und der
beeidigte Holzmeſſer foll.es mit. einer Rare repen,
"und die Laͤnge meſſen. |
2.) In der Roſtock. Kleid. Ord. bedentet dieß Wort |
einen Seiler, —
RErPEN, bewegen, rühren. S. unter Rap.
REER, nahe daran. S. Rör, une Rörem
Ruxnzen, eine Nymphe, Jungfer, libella. Ein
Inſekt, das R. unter Gaespeerd beſchreibt. Wir | |
nennen es auch Ridder⸗ peerdb. Der Name
Reereer ift entweder aus Ridderpeerd verdorben,
oder von dem zitternden Laut ſetner Fluͤgel, dem
das häufige r ſehr wohl nachahmet, gemacht.
Resvier, Auffhub, Verlängerung: eines Termin;
‚Zeit fich zu erhofen : dilatio, reffirandi ſpatium.
‚€; Reſpite. H. Reſpyt. Es ſcheint von re-
ſpirare herzuftammen. nem fien Reſpiet ge⸗
ven, oder laten: einem keinen Aufſchub verſtat⸗
ten, einem keine Ruhe oder Erhohlung goͤnnen.
He het mi enen Dag Reſpiet geven: er bat
mir einen Tag Aufſchub bewilliget.
Ress, im Hanndv. das Abfall vom Korn, Syreut
korn. Reſſen, abfallen. Reſſelſe, Abfall⸗
fleiſch, Kopffleiſch, Leber und Safe vom geſclach
‚teten Ochſen ꝛce. |
Reer, Schilfrohr. ©. Reir.
Rere (»n), Ritze. S. unte Riten.
‚Rersın (9) ©. unter Raten ı 0 ©_
ReterRN (9), und Ä
REercken. © Rärenn. —— |
| 95h en N
\
Vertauf gebracht wird, ‚foll nach Biefem von 10 Fuß |
| 484 J nt Rev. .
‚Revster ©. ReEISTER.
Reven (9) 1.) tiefſinnig nachdenken, fh mit Ge
danken herum fchlagen. E. rave. Fr. rever.
- ä. revelen. Und revaller ift bey den Franzo⸗
ſen, unruhig ſchlafen, verdrießliche Träume Haben,
2.) im hitzigen Fieber wahnwitzig denken und reden,
raſen. Reveſt du woor? biſt du etwa nicht ge
ſcheid? He revet daar wat her: er bringet ein
ungereimtes Geſchwaͤtz vor. Im Hanndverk
ſcchen ſagt man reweln, und brauche es für: ge
ſchwind und unbefennen reden. Daher Rewel⸗
"rege, ‚eine lange auswendig gelernte Rede, ;. €,
- eine Einladungssede- der Hochzeithittet: 3it. ein
Geœwaͤſche, Tand, næeniæe.
Bereved, mit ſeinen Gedanken irrig worauf gehefte,
Up ene Safe bereved welen: in Gedanken und
aus Mangel der Aufmerkſamkeit eine Sache für
die andere nehmen: einen Vorwurf :mit. deni an
dern verwechſeln, und bey. diefen falſchen Gedan
"Een eine Weile verharren. Dieß ift der Fall,
worgus fo manche Deieverftänbnifle in den Unter
| redungen entfliehen. |
“ Reverije,. 1.) tiefe Gedanken, Zieffinn. Ä
2.) die Unordnung. ber Gedanken im Fieber, fieber⸗
hafte Grillen, aberwitzige Einfälle. E. Raving.
Sr. Reverie. 5 Reveling,- W
Reverecat, und
‚REVERISK, gerade über. ſich in die Hoͤbe gerichtet,
ſenkrecht aufgerichte. De Minsk het enen res
veriſken Gang, oder geit reverisk, fagt man,
wenn ein Menſch zwar gerade aufgerichtet, aber
dabey
Ris. nn 488
J Beben ſo ſteif gehet, als wenn er feine Gelenke
5 Bitte Dat Peerd ſteilde ſik reverecht in de
PHoͤgte: das Pferd baͤumte ſich gerade in die
He
Rıma. böret man bieweilen in der Redensart: Riba :
| gaen: davon gehen , fih aus dem Staube ma:
den: eigentlich tüderlich herum ſchwaͤrmen.
3 Ribaud: "€. Ribauld, ein luͤderlicher Bube.
S. Rasunten, und Rivalen. : Mau
fagt.auch: dat Ding geit Riba: die Sehege
bet verloren, macht ſich unſichtbar. u |
Rınox, 1.):Rippe, coſta. A. S. und E. eben fo;
Gl. Rab. Mauri,.Ribbi. Verel.inInd.Rf
Schw. Reef. De forten Ribben: die untern
knoͤrplichten Rippen , eoftze inferiores feu nos
ctthæ. under de forten, Ribben nennen wir die
weichen Seiten unter ben. unechten Rippen, ſonſt
WVLante, hypochondria.. Des Ribben ſmeren: |
peitſchen.
=) Der Aehnlichkeit wegen nennen. wir auch fo die
krummen Hölzer, woran die Seitenbretter eines.
Schiffes beſeſtiget ſind. it. Die wagerechten Hoͤlzer
inn den krummen Schleuſenthuͤren. |
Scham-ribbe. :&, im Buchſt. 8.
Beribbed,. was Rippen hat. Beribbed mefen: ſtar⸗
ke Knochen haben, wohl ben Leibe feyn. Daar
er he nig na beribbed: dazu ift fein Körper zu
ſchwach, dazu bat er nicht Leibeskraͤfte genug.
Ribbfpeer find in Hamburg gebratene Schweinsrippen,
\ ee bobl moanen senäpet, und sefäe find,
4 Rs C..
EL ab nn ER
| 486. ” Rım ‚Rec. Rın, J u \
Rınnen, reiben, ſchaben: inſonderheit, den Flachs
oder Hanf, nach der Brechung, bevor er gehe⸗
chelt wird, mit einem dazu dienlichen eiſernen In⸗
ſtrument ſchaben, daß er weich werde, und die
noch übrigen Splitter der Flacheſtengel ausfallen.
8.
u Ribbe- fen, das eiſerne Jaſtrument, womit der Flachs
| geſchabet wird, 8. |
Ribbe - lappen; ein lederner Lappen, wie eine kleine
Schuͤrze, den die Weiber bey dieſer Arbeit auf
2 ben Schoos fegen, und den Flache darauf (hu F
ben. Se is ſo ſlapp, a8 een Ribbelappen:
der dicke Bauch iſt ihr vergangen, f e Rs gam ma⸗
ger und abgezehret. |
ı .Rısee, Rebecke. Vergl. unten Rörxz.
_ Rıcar, judicum,- ınd.ferculum, mit alfen Abge
| leiteten, fe unte Recnt. & 447 m fi
‚Rınk, Rie und Riet iſt in dem benachbarten Fries
land ein Graben, ein Wafferlauf auf den Gew
fen © Sonft auch Gete und’ Loop. Im Luͤne⸗
burgiſchen Riehe. Rige heißt daſſelbe: wie
auch Riole, Rille. S. weiter unten. Gloſſ.
Lipf. Riiha, torrens. Wobey Somnerus am
merket: Hoc Saxon. Riw (fat. rivus) Cam-
bro-Britanis. Vadum Rhyd et Rhydle.
Man finder auch das Celt. Rhych, eine Furche,
eiin kleiner Waſſerlauf. Dee Herr Regierungs
ach von Wiche, Oſtfr. Landt. S. 583. leiter Ri⸗
de, Riet her von riten, reiſſen; weil Durch den
Graben, und das dadurch flieſſende Waſſer, das
send Aleichſam von einander geriſſen wird.
u Rınen,
|
N N
Y
Rıan, Rien, reiten. A. S. ridan. | © ride.
!
Schw. ryda. H. ryden. / Enem den Rugge
riden: einen hinter feinen Tücken verläumben :
don einem afterreden. Sprw. Tis nien Kin⸗
der;fpill, wen oolde Luͤde up Stoffen rider; .
wenn Alte teure, Findifhe Handlungen vornehmen. .
Anriden, einreiten: befonders, zum Cinlager einreiten, .
ſich mit Pferden und Knechten an einen beftimm; |
ten Ort, zum Arreſt und zur Verſicherung, ein⸗
ſtellen: equitando introire locum jure obſtagii.
©. Inleger, unter LEGOGEN. Vogts Mo-
num. ined. T: IH. p. 291. Do ick des den
ches nicht alfobald, wan ıch deshalben angemab: "
veertein Dagen darnah, war id darum ger
t
nicht vorth mit der Mahninge Cthue ich fol:
net werde), ſo ſchall ick unde moth fort in
ſchet bin, inriden to Wildeshuſen, in ene
ehrſame gemene Herberge, dar men my den
inwyſet, unde dar leſten und holden ene rechte -
Inleger up mynen Schaden (d. i» auf meine
Koften), unde dar nicht uthrümen dages ofte
nachtes, ick en hebbe erften dat Gud van aller.
Anſprake fry, leddig un loes gemaket 2c.
Renners Chron. unter dem J. 13584. Thom lu
ſten both he (der Graf von der Hoya), he wol⸗
de mit ſinen Broder Johan riden tho Bre—⸗
men in, und dar nicht wedder uth, he hadde |
den iderman recht gedahn, na Köhre twier |
uth dem Rade.
dari,
. — a. . . " x
4 R j J J
Ridder, 1.) ein Ri, eques. Verel. in Ind. Rid- |
964 an
488 = u Rın
2.) ein rotpferd. En geben Kibter : : eig
tes Pferd zum Traben.
3.) Arme Rider , Brodfchnitte , woruͤber man
Eier ſchlaͤgt, und welche man in Butter bäck,
©. Bocks Jdiot. Pruſſ. Daher das zweydeutige
Sorw. Arme Ridder um fette Greven kan man
wol bakken in Smolte.
Ridder. peerd, Ritterpferd. It. ein gewiſſes Inſekl
- & REEREER,
Rider, aud) Riter, ein Reiter, 'equitans : - ein Gob
N u
dä .
“
u
dat, der zu Pferde diene, A. ©. Ridda. Ris
ter to Peerde : : fo nennen die Kinder einen jeden
Reiter: it. ein Stückchen Specks auf. einen Bif
- fen Brodts, fo viel, als man auf einmabl in den
. Mund ſteckt. Riter vor der Poorten, ift ein.
Kinderfpiel, da einer in: beyden zuſammengeſchloſ⸗
ſenen hohlen Händen, einige Nuͤſſe oder dergl. raß
ſeln läßt, woraus ein ander abnehmen muß , wie
viel ungefehr darinnen ſeyn mögen. So viel er
raͤth, die muͤſſen ihm gegeben werden, wenn ſie
darinnen ſind; raͤth er aber mehr, fo muß er ſo
viel beylegen, als er barüber gerathen hat Sprw.
Na den Huͤder kumt een Rider: nach dem
Sparer kom̃t ein Verſchwender.
Riter -gaar, nicht recht gar, halb roh. Es wird nur
vom Sleifche, das nicht gar.ift, gebrauchet. Ent⸗
weder daher, weil die Reiter im Felde nicht Be⸗
quemlichkeit, auch oft nicht Zeit gnug haben, ihr
Fleiſch durch und durch gar zu machen: oder von
der Gewohnheit einiger Tatarn, bie das Fleifch
a N - im
on Rın Rın J 4680
im Reiten, wiſchen des Pferdes Ruͤcken und ih⸗
rem Hintern; ‚, gar oder warm werden laflen, -
Ritt, equitatio. Uneigentlich, Schlägeren, Streit,
Zank. - Welches von dem. Turnieren, ‚oder tanz
zenbrechen, ba bie Kämpfer auf einander zu reiten,
hergenommen if. Enen Ritt mit: enem wa⸗ ;
gen: es mit einem aufnehmen. Ik hebbe enen -
vdoͤgden Ritt mit' em hat: ich bin Heftig mie‘
ihm zuſammen geweſen, , ih babe vechefhaffen mit
- ihm gezanket. .
- Rır, und Rift, Gerippeé. it. Nas, fceleton, cada-
ver. A. S. Hreav, eine leiche. Beym Iſi⸗
dor, Oifried u. a. iſt Hreve, Reve, der Bauch.
Gloſſ. Lipſ. Ref. A. S. Hryfe und.Hrif, al- -
vus, “uterus, Gloſſ. Monf. giriffeta, aruit.
Hieher gehöret das Hochdeutſche Rippe, coſta
Cdaher Gerippe), Verel. in Ind. Rif, und das
veraltete Greibe, Schinder, Abdecker, beym
Friſch. Man vergleiche, was oben unter Rä, ı
‚> amd Ran bemerket if. In Osnabr. Ref. :S,
He is een Rift: oder. fo mager, as een Rift:
er iſt fo mager, als ein bürtes. Gerippe, |
Rırr, S. Rerr. - J
‚Rırers, 1.) Furchen sieben, Streifen mochen, der⸗ ur
- gleichen die Schafte einiger Säulen Haben : Itria-
re, rugare, In Osnabrück: wird es gefagt,
wenn die Fewen im Neſſeltuch, oder loſen Linnen,
ſich verſchieben, und ſolcher Geſtalt Streifen ma:
den. 8. Alt Engl. rivle, Streifen machen:
H. ruyffelen: Ruyffel,. eine Runzel, E. Ri-
vel. Jett pin: bey den Englaͤndeen ruffle,
28 5 1 in,
490 94. Rım
kraͤuſen, zerfnettern, Falten: machen, Hieher
muͤſſen auch gebracht werben das Holl. ryven,
hoaarken, raftro colligere; weil eine Harke, aber
Reche, Streifen und Furchen hinter fich. läßt;
‚unfee Rive, Reibeifen, 9. Ryf, Ryve, aus
derſelben Urfache: die Hochdeutſchen Reif, in
der Baukunſt, ein Staͤblein an einer Säule, a-
ſtragalus, fernibaculus, - Helmveiffe , das
Gitter am Helm, viffeln, ven Flache durch die
RWKauffe ziehen, u. a. m.
2.) Rifeln, up rifeln Beige auch, eine Materie ge
linde in ein Gefäß fchütten, daß ſie locker liege,
und vielen Platz einnehme: z. B. wenn man
Wurzeln, Getreide, Salz und dergl. in einen
Scheffel ſchuͤttet, um es auszumeffen. It. intran-
ſitive, idt rifelt up: es hat die Eigenſchaft, daß
s locker und loſe liegt. Diefe Bedeutung dis
Worts iſt von rive, Aberfläffig: welches an ſei⸗
nem Orte nachzufeben iſ.
Kifela. Gerifeld, was Furchen oder Streifen bat.
%. ©. gerifled. E. rivelled. ne gerifelde
Buſſe: .eine gezogene Buͤchſe. en gerifelden
Piler: ein Pfeiler, oder. Säule, mit Hohlkeb⸗
fen, oo.
Rıecs, Reer & 1.) Be, Zeile, ein Tanger
Streif, linea, verfıs. A. S. Rzwa €.
Row, Ridge. 9. Ry, Ryg. St. Raye.
‘ Lat. barb, Reia, Rega, Riga. Herr Wach⸗
ter leitet es ber vom Celt, Rhygn, ein Ginfchnitt,
incifura, Rhych, eine Furche. Und fo Päme
es ‚überein mit oben angeführten Ride, Wie,
— | Rır . 491
Graben, Waſſerlauf: | welches nachzufehen iſt.
Lange Rige: lange Reihe. it. ein Kinderſpiel,
welches ſonſt Rikkelrei genannt wird; da fie ſich
einander bey den Händen faffen, im Kreiſe berum |
tanzen, und dabey fi ingen:
Zange lange Rige:
Tywintig is en Stige
Dartig is een Roſen⸗kranz
WVeertig is een ———— u \
Foftig wol up der Rige - . I
2.) Ordnung. Ra der Rige: nach der Ordnung, 2
De Rige is an mi: die Ordnung trift mich.
3.) eine aufgereihte Schuur. Ene Rige Pay
len: eine Perlenſchnur · En ige Granaten
ad m. |
4.) Man braucht es hier für, eine. Strafe, eine
Reihe Haͤuſer. In Bremen iſt eine Straſſe, de
lange Rige genannt. Lat. barb. ruga, eine
Gaſſe: daher das Sr. Rie.
Rige- faart, Rege- foor, bie Fuhren der Hofdienſte
mit Wagen und Pferden, welche die Bauern nah
der Reihe leiſten muͤſſen.
Rige - wand, eine mitten durchgehende Wand in den
Balten: Sielen, wodurch dieſelben in zwo Oef⸗
nungen, oder Nuͤſtern, getheilet werden. it. ein
Schaal⸗ werk, oder waſſerdicht geſchlagene boͤl⸗
zerne Wand, |
Rı JEN, 1.) oben hin nahen, loſe zuſammen heften, |
im Mäben weitlaͤuftige Stiche machen. R. ſchreibt
reyen. 8. riggen. 9 vn
nn 2.) rei⸗
| 4913 — Re |
Ä 2) reißen, einreißen, auf eine Sau jieben. Von
Rige, Reibe, Schnur.
An rijen, obenbin anbeften, mit weiten Suichen R.
In rijen, auf eine Schnur, auf einen Faden. sieben,
Uprijen, 1.) dbaffelbee u
2.) lofe aufpeften
Rije, 1.) eine loſe Maht mit weiten Sachen, Imgl.
| ein lofer und mmordenttich liegender hahen in ge⸗
webtem Zeuge.
2.) eine Art Unktauts, ſo endet im Getreide
wäh G. Rapc.
Rij-draad, der Heftfaden, welcher herhach wmieber aus I
geyogen wird. R. Auch, ein leſer Faden im ge |
webten Zeuge: |
Rij. worm, 1.) ein Kornwurm, ale, eine Made ge⸗1
ſtaltet: weil derſelbe die Ghetreideförner darch ſeit |
Geſpinſt gleichſam an einander reihet.
2.) Einige nennen auch fo bie Werre, oder dem Erd
feebs: gryllo-tälpa.. :
Rıjzzn, teen, poenitere. - 6. Roman. |
Rune, reich. A. ©, ryca, rien E. rich. &.
riche. , Stal. ricco. Span. rica, rico; Isl.
rikur. Alt fruͤnk. rich, rinh. Die Hollaͤnder
— und Schweden reben wie wir. Lat. barb. ri-
cus. "Alle aus dem Celt. rich, maͤchtig: welche
Bepdeutung auch des A. S. rise, und das Goth.
reiks hat Rike Luͤde heiſſen wicht nur: reiche
Lente; ſondern auch angeſehene, vornehme, way füg
gleich nicht reich find. Daher ſagt man im Scherz,
oder im Spott: wat is't een Elend, wenn rike
Bade nien Sch hebt. Dat let rich, fage man,
| 9. wenn
N
IND IRER 43
wenn jemand groß thut, und den u Reichen nachah⸗
men will. Mifer Luͤde Kinder ‚werdet gaue
vold: reicher Leute Kinder werden verfländig von.
den Jahren. Denn obgleich das Geld nicht klug
macht, fo gibt es doch feinem Beſitzer das Anfes
hen der Klugheit und. bes Verſtandeb, in den Au⸗
gen des gemeinen. Mannes.
iken,: 1.) reich machen, bereichern. 9. ryken, DE
2.) reich merden. Es ift in beyden Bedeutungen
veraltet. , Renner ‚unter dem J. 1372. “De von
. Bremen lehden tho der Tidt groten Schaden,
dar fe wicht woll von riken konden.
ike:- dage, Reichthum. it. gute Tage, ein wolluſti⸗ |
ges üppiges Leben, wenn es nämlich: von dem
Reichthum unterftäßer wird... De Mike; :dage i in
den Foͤten hebben: das Podagra baden,
1x, das. Reich, zegmum,.imperium. ° . x > -
IKK, eine lange hoͤlzerne Stange, pertica. R. Bo⸗ |
nen⸗rikk, Bohnenſtange. Es iſt von rellen,
ausdehnen. S. unter RXEN, teichen.
ikkels, ein Geländer von hoͤlzernen Stangen, derglei⸗
en um die Wieſen und Aeccker zur Defieigung
gemacht werden. S.
ikken, ein Gelaͤnder von Stangen machen.
frikken, mit Stangen abfondern ‚. ober Einfchlieffen,
Enen Oord afriklen: einen Ping mie einer Rei
be Stangen abfondern, |
erikken, at einem Gelander von Semgen Sen E
gem.‘
iks, ‚oder Reks 6) ailegn Me, e unter
Resens ehe . .
ER —
4 Rız. Rı. Rım.
Rikk - bonen, tuͤrkiſche Bopnen, die an Stumm -
wachfen.
Rikk-dwele. S. unter Dwrıe.
'Rikkel - rei, ein langer Reihen, worin die Tanjenden J
fich Funftlos herum wenden. R. |
Rikk-rakken, etwas hin und her bewegen, und sic
durch los und gebrechlich machen. Mean braui
es von allerhand hölzernen Geſtellen und Hauck.
raͤthe, insbefonder von einem Stangengelände. J
Rırre, die Meine Renne oder Spur ,, welche das m.
den Wieſen ablaufende Regenwafler nach und ı
“macht: der von einem Groden oder Watt us
fallende Abflug des Waſſers: ein Badia |
Sonft auch in-unferer Nachbarfchaft Balle, I
„mel, Sprante, €. Rill. Im Alt⸗ Engl! |
rail, flieſſen.
Rızm, 1.) der Reim, rhythmus. 2 S. Ru
Und ſo alle alte Dialekte. | .
2.) der Schaum bes. eingefchenften Biere; Dt
Beer up'n Riem fchenfen, oder tappen: w
Bier fo einfchenfen, oder zapfen, daß viel Schaut .M
‚darauf zu. flehen kommt. ‚Welches nämlich ge
ſchiehet, wenn man den. Stral.tief herunter fall
laͤßt. Vielleicht vom A. S. Hrym, €, Rime, J
. 9. Rym, Ref, pruina: wegen der Aehnlichkeit
des Bierſchaums mit demfelben,
| Rimen, 1.) reimen.
2.) ſchaͤumen, wie das Bier im Glaſe.
' Unriemsk, Unrimifch, eigentlich, ungereimt. it. un
Elug, nicht bey Verſtande. Es kann am bequeme :
‚fen von Riem, Keim, bergaleiun werden. Man
u Rat
=
Rım. Rım . ...498$
hat alſo nicht noͤthig, diefem Worte zu. Gefallen,
ein Stammwort zu erfinnen, wie Wachter gethan
bat, der unreimifch von Reim, das Vernunft ,
ı bedenten foll, abflammen läßt: wovon man aber
fonft feine Spur findet. Man Eönnte es au
von Ruum, Raum, ableiten: dann würde uns.
ruͤmsk inr eigentlichen Sinn, nicht aufgeräumt,
. bedeuten. Unriemsk weſen: nicht bey Verſtan⸗ .
be ſeyn. Unriemsk Tuͤg: albern zeug, unge
veimtes Geſchwaͤtz.
MM, ein Zwerehbalfen, gin Riegel, der zur Ver: |
- bindung ziner Reihe Pfäßle diene, womit man
‚einen Deich gegen das Waſſer ſchuͤtzet. Sonft
heißt es auch Waar⸗ ‚boom, Waterslifte und
Vörbindels.
MPELN, auch Rumpeln, Runjeln. E. Rumpel.
H. Rimpel. Davon kommt, mit Vorſetzung
des ſ, ſchrumpeln, ſchrumpfen, einſchrum—⸗
pfen. Oſtfrieſ. Landr. z3 B. 65 Kap, Die Lees⸗m
ke, dat ſinnen de SRimpelen, itlih.3 Schi . -
ling: die teifen, das ift, die Runzeln, duch
ſchnitten, jede 3 Schilling Buff Daher rums ,
pfen, corrugare frontem, nafum.. 0
NDe, Rinne, Rinde, cortex, crufta panis, 2.
S. Rind. Idt is alle een Brood, daar een Rin⸗
de im geit, iſt ein Spruͤchwort, deſſen man ſich
bedienet, wenn man von einem in feiner Art ges
rringern Dinge redet, das nicht im Wefentlichen,
fondern nur im Zufälligen, als in Unfepung der |
Groͤſſe und Güte, von dem beffern unterfhieden
iſt. So wuͤrde man es i B. von einem kleinen
an i
'
u
mn
496 . % Rım.
ſchiechten Hauſe gebrauchen, anſtatt, daß man
ſonſt ſaget: ein kleines Haus iſt auch ein Haus.
Ramd, Rink, 2.) ein Ring, annulus. Man ver:
| gleiche das Wort Krınk. : .
=) ein Kieis, Zirkel, eine Verſammlung vieler
Perſonen, bie zuhoͤren, zuſchauen, ſich unterre—
„den oder rathſchlagen: circulus. Renner im J.
1532. Und wurdt ein Zedelden in den Ningf
(ounter die verſammelten Aufruͤhrer) geworpen,
darinne de Nahmen der 64, fo gekahren ſchol⸗
den werden, geſchreven ſtunden. Etwas her⸗
nach: Des ſag de Rath vor gutt an, dat fif
de framen Borgers na dem Ringe makeden:
ſich zu. der Verfammlung verfügten: Darna ab
fe de 104 Menne mit der Gemeinte im. Ringe
na oͤhren Willen gefprafen ic.
3.) Andere Bedeutungen, z. B. ein mit Schrantn |
eingeſchloſſener Ort, Gerichtsplag, Kanrpfplah I
u. d. g. fehe man. nach in den Gloſſariis.
Beringen, einen Ring um etwas legen ,. etwas rings
| umher einfaffen. it. Felgen um ein Rad wachen.
Ringel, ein Haufe zam Trocknen aufgefhicneten Torfs
‚von 8 Sohden.
VUm ringeln, die Ringel umlegen, und in Ringel
—von 18 Sohden aufſetzen. Welches geſchiehet,
wenn der Torf, bey gutem Wetter, etwa 4 Wo⸗
chen getrocknet hat. Vergl. STUKE. |
Rına,: Ringe, 1.) adj. gering, Mein , leicht,
ſchlecht. Die Dänen reden eben fo. R. Giofl.
Keron. rinkirom,,. levibus:. ringirom, leviori-
bus, Im alten Britan. hieß cryn, mittelmaͤſ⸗
- . . \ ° fig.
,
Rım 449497
ſig. Ohne Zweifel iſt das = rien, Etwas,
das Geringſte, von unferm ring. en ringe
Minsk: “ein geringer Menfeh. He nimt mit
ringer Koft vorleef: er nime mit geringer, oder
father Speife vorlieb. , Mit ringen Koften:
mit wenigen Unkoſten. Ringe werden: abneb
men ‚mager werden. Dat is een ringen
Raad: ‚das ift ein guter Nach, dem man leihe .
lich und ohne viele Koften folgen ann: ein Mie
tel, das nicht viel koſtet. Dat is man ringe:
das’ ift nur wenig, oder ſchlecht. In der Zuͤr⸗
cher Bibel, die ben Froſchower gedruckt ift,. ſteht
Hiob IV, 16. ich börte: eihe Stimme eines rin⸗ u
gen Windes. | —
| 2.) adv. gering, leichtlich, mit geringer Mühe.
Dat mag jo ring: „das Fann ja leicht geſchehen:
dazu wird ja nicht viel erfordert. Dat kan ik
ringe doon: das kann ich leicht thun. Dat fan
SIE ringe: boͤren: das kann ſich leicht zutragen.
Idt deit em wol wat ringer: er braucht es fo
gut nicht: ee kann ſich mol: ſchlechter behelfen.
Idt kan nig ringer wefen: es kann wicht w wen
ger fen. |
-Ringern, verringern, geringer maden. it, geringer u
werden. R. "
RınkeriLen, Renkefilen, laͤemend zu Werkbe ge⸗
. ben, eine unruhige und tobende Befchäftigung ha⸗
ben. it, hart angreifen, nicht. fchonen, tüchtig uns
ter die Geile nehmen, metaph. mit Worten ober
Schlaͤgen hart vurchholen. R, Es kommt wol
von n Rink, King, u filen, filen; weil —RN
EN,
|
I q
494 Rıx. Rır Rım =
Rikk- bonen, ‘ tuͤrkiſche Vobuen/ die an Stangen
wachſen.
Rikk-dwele. ©, unter Dwrux.
‘Rikkel - rei, ein langer Reihen, worin die Tamerden
ſich kunſtlos herum wenden. R.
Rikk-rakken,: etwas hin und ber bewegen, und es das
durch 108 und gebrechfich machen. Man braudt
es von allechand hölzernen Geftellen, und Hausge
raͤthe, insbefonder von einem Stangengelaͤnder.
Rırre, bie feine Renne oder Spur, welche das von
den Wieſen ablaufende Regenwaſſer nach und nach
macht: der von einem Groden oder Watt aus
fallende Abflug des Waſſers: ein Baͤchlein.
ESaoonſt auch in-unferer Rochdarſchaft Balje,Raͤ⸗
“mel, Sprante.. E. Rill. Im Alt⸗ ‚Engl. f }
rail, fücen
Rızı, 1.) der Reim, chythmus. x. S. Rim J
Und ſo alle alte Dialekte.
| 2.) der Schaum des. eingefihenften Biere Dit
Beer up'n Riem ſchenken, oder tappen: das
Bier fo einſchenken, oder zapfen, dag viel Schaum
| ‚darauf. zu. ſtehen kommt. Welches nämlich ges
ſchiehet, wenn man den.-Stral.tief herunter fallen
laͤßt. Wielleicht vom A. S. Hrym, €, Rime,
H. Rym, Reif, pruina: wegen ber Aehnlichkeit
des Bierſchaums mit demſelben. ur
| Rimen, 1.) reimen. |
2.) ſchaͤumen, wie das Bier im Glaſie.
VUnriemsk, Unrimiſch, eigentlich, ungereimt. it. uns
klug, nicht bey Verſtande. Es kann am bequem: .
fen von Riem, Keim, bergileite werden. Man
on | j N . bat
Rix. rn \. 495.
pet aifo nicht nöig, diefem Worte zu Gefallen, ü
ein Stammwort zu erſinnen, wie Wachter gethan
bat, der unreimiſch von Reim, das Vernunft
.. bedeuten fol, abflammen läßt: wovon man aber .
fonjt feine Spur findet. Man Eönnte es ah
von Ruum, Raum, ableiten: dann würde uns
ruͤmsk inr eigentlichen Sinn, nicht! aufgeräumt,
. ‚bedeuten. Unriemsk weſen: nicht bey Berftans
be ſeyn. Unriemsk Tüg:- albern Zeus, unge⸗
reimtes Geſchwaͤtz
IMM, ein Zwerchbalken, ein Niegel, der zur Ver⸗
bindung einer Reihe Pfaͤhle dienet, womit man
einen Deich gegen das Waſſer ſchuͤtzet.. Sonſt
heißt es auch Waar⸗ boom, Water; ‚lifte und
Voͤrbindels.
[MPELN, auch Rumpeln, Runzeln. €. ‚Rumpel. J
H. Rimpel. Davon kommt, mit Vorſetzung
des ſ, ſchrumpeln, ſchrumpfen, einſchrum⸗
pfen. Oſtfrieſ. Landr. 3 B. 65 Kap. Die Lees⸗
fe, dat ſinnen de Rimpelen, itlich 3 Schil⸗
ling: die Leiſen, das iſt, die Runzeln, durch
ſchuitten, jede 3 Schilling Buſſe. Daher ruͤm⸗
pfen, corrugare frontem, naſum.
INDE, Rinne, Rinde, cortex, crufta Ranis. u
©. Rind. Idt is alle een Brood, daar een Rins
de um geit, ;ift ein Sprüchtwort, deffen man fi ſich
bedienet, wenn man von einem in ſeiner Art ge⸗
ringern Dinge. redet, das nicht im Weſentlichen,
ſondern nur im Zufaͤlligen, als in Anſehung der
Groͤſſe und Guͤte, von dem beſſern unterſchteden
iſt. So würde man es i B. von_ einem Kleinen
\
ws I
BT — Rım. Rıo.. Rır. —
— gemeiniglich in feiner aigentlichen Bedeutung von
| dem Ausfchleifen und Abnugen runder und umlau⸗
fender Dinge gebraucht wird. . Die Räder am
Wagen. rinfeftlen im’ eigentlichen Verſtande auf
ſchlimmen und unebenen Wegen. Im Hannoͤve⸗
riſchen ſagt man! woran rinkfilen, fuͤr: etwas
landſam betreiben, erbettch, ſolucitirem.
Rın ne &,Rınpe.
.Rıenscne SLEDE- ©. unter: Sıeoz, Sir
ten.
RıEn-SsLooT, oder Ring-Floot, © unter S.oor.
Rıoız,: 1.) eine Rinne, tiefe Furche, ein kleiner
Graben. H. Riool Sr. Rigole. Cambr.
-Rhigol. Es if verwandt mit Ride, oder Ri,
Rige, und Rillez weiche nachzufehen find. -
3) ein Jah, Schicht, Boort, wo der länge nach
etwas aufgeftellee wird, infonderheit Bücher und
. Krammaaren, repofitorium, loculamentum ta
bulatum. R.
Riolen, verb. ein Seid fandes furchenweiſe tief um⸗
graben: den guten Grund unter dem Knik oder
Uur ausgtaben, ‚ und oben bringen Un einigen
Orten fagt man auch wölen, und um kulen. Im
Slavoniſchen oder Wendiſchen iſt gleichfalls ruju, f
ryju, aufwüßlen, furden. |
Rırr, der Reif, pruina. A. ©, Heim. Engl.
J Holl. und Schw. Rim, Rime. Cambr. Rhew.
J Ruge- -riep, der Reif, welcher. ſich bey dicker Suft und
nnbeſtaͤndigem Froſtwetter häufig anfeßt, und bie -
Gewaͤchſe rauch macht. : In Hamburg. Muueryp.
R. Bo Oenabr Ru⸗ ten: S.. Beym —*
oh⸗
0 Re 00020...
Bohne ‚ Raub: veif. Man Brandt auch da⸗
von das unperfönliche Zeitwort idt ges ripet: |
es fallt ein raucher Reif. E Br 5.
ipen, reifen. Idt ripet,. es veifet, —
‚IEP, reif, zeitig, maturus. A. S. und E. ape.
H . TYp. De Safe is riep; die Sache iſt der
Ausführung naße, wird bald.ausbrecden. = Dat
Maͤfen is riep: das Maͤdchen will, ober muß
einen Mann haben. Mit den riepſten Beren
doͤr gaan: das Beſte fuͤr ſich nehmen, und andern
das Nachfepen Laffen. De riepfien.Appel funt
ſchudded: das Beſte if ſchon wg genommen,
‚ver- -Tiep, uͤber reiftf. —
rof - riep, fruͤbreif. it. voreilig,, | unbebachtfam. |
Frou ⸗ riep weſen: voreilig, unbedachtſam han⸗
deln, „es ſey in Worten oden Werken. He was
to frousriep: er war, zu voreilig, Fonnte Die
rechte Zeit nicht abwarten, gab fich zu früh. bloß.
food -.riep, nothreif. Man fagt es von Früchten,
Die durch einen verhinderten Wachsehum, vor den
Zeit, gleichfam reif werden. 3.8. Bohnen oder
Erbſen find noodsriep, wenn fie wegen gar zu
‚ geofler Duͤrre, oder durch einen andern Zufall,
trocken werden, ehe fie recht reif ſind. Aepfel
- und Bienen find nood⸗ riep, wenn fie Durch eis .
nen Wurm, oder ander Inſekt, angefreffen find,
und dadurch das Anfeben der Reife gewinnen,
tipe, und Ripigkeit, die Reife, das Reifen.
ipen, Tpripen, reifen, reif werben. Idt ripet
"bi duͤſſen Meder niks 10: die Früchte wollen.
bey dieſet Witterung nicht zur Reife gedeien.
| | Ji 2 nn —8
“ Rirs-raps. ©. unter Rar.
- s06 | J RIS.
Riraaen.. ©. Ried- -pagen, unter Paar.
Rıes, 1.) der Reis. Won oryza. .·. r
2.) das Reis, ſurculus. A. s. Bis, Din
und Schw. Rys. Ait⸗Engl. Riſe. Im Han
ndveriſchen Riſpe. Es kommt von dem folgen:
den riſen, ſteigen, aufſchieſſen, tote das Lat. fur-
culus von ſurgere Plur. de Riſer, die Reiſer,
2 das Reiſig. Barken⸗ries, Birkenreiſer. Beſ⸗
u fens ries, Reifer, woraus Beſen gemacht wer:
u den, oder Reifer aus einen Beſen.
R Ries-beffen, ein Befen von Birfenreifen. R
Rifen , pfropfen, impfen , das Pfeopfreis einfeßen,
Denn Ried nennen wie im befonbern Sinn das
J Pfropfreis.
Rısen. Dieß Zeitwort zeiget eine jede Bewegung
nach allen Seiten, auf und nieder, an. A. ©.
nryſon, bewegen. Die beſondern bey uns ühli
"chen Bedeutungen find: 1.) fleigen, aufftehen,
- fi erheben. R. Cod. Arg. urreifan %. ©,
rifan, ariſan. €, rife, arife. Isl. riſa, up
ryfa. Schw. up reefa. Din. reyſe. H.
. ryfen, op ryfen. Alt fraͤnk. reiſon. Ital. riz-
zare. Sieber gehöre das Goth. in Cod. Arg.
. raisjan, aufrichten: auf den alten Runen raifa. .
De Summe rifet: die Sonne komme höher.
De rifende Sume: die fich erhebende Sonne:
die Morgen: oder Wormittagszeie De Ware
riſet, oder is in't riſen: die Waare fchläge auf,
wird theurer. Won einem weichen Grunde, wo
die ie Diebe hinein finten, fagt man: de Peerde
Font
Rıs 5 . B 803
cu
Ent nig darin cms dil Pferde konnen fü ch nicht
‚heraus heben, bleiben darin ſtecken. Von dieſet
Bedeutung ſtammet ber. Reſe, Riſe, Riefe, gi- __
‚gas; und obiges Ries, das Reis.
a) falten, finfen. Cod. Arg. driuſan. us |
hreoſan. H. ryſen, af ryſen, beym Kilian. Schw.
\ reefa neder. - Im alten ſchwaͤbiſchen und ſchwei⸗
| jerifchen Dialeft rifan, zerifan, reyfen, ab
; zeyfen. Daher das Hochdeutſche riſeln, tro⸗
J pfenweiſe herab fallen. Dieſe, der erſten gerade
entgegen ſtehende, Bedeutung hat mehr als einen u i
Sprachforfcher, wenn er Spuren davon fand, ir⸗
te gemacht, . da fie doch in fo vielen Dialeften auf
behalten if. Woor wat is, daar rifet wat:
oder, woor niks is, daar rifet nig: heise dem:
nach fo viel, «is: wo Weberfluß ift, da achtet
. man einigen Berluft nicht: - und, wo nichts if,
da gehet auch nichts verloren, eigentlich, da faͤllt
| nichts zur. Erde. Welches Spruͤchwort wir ſonſt
in Bremen auszudruͤcken pflegen: Woor niks
18, daar ſpillet niks. Herr Richey erklaͤret es
unrecht, durch: wer Mittel hat, der thut ſi ſich
gern damit hervor; und fehlet alſo, da er dem
Herrn von Leibnitz, der dieß Wort recht erklaͤrt
© bat, einen Fehler aufbuͤrdet. Auch noch in A⸗
beck wird riſen fuͤr ſinken gebraucht, wenn daſelbſt
bey Hegung eines Echt s dings. ein Prokurator |
ſſagt: Nachdem die Sonne ſteiget und nicht
riſet (d. i. da die Sonne noch nicht im Sinken,
aoder da es noch nicht über Mittag iſt), als iſt es
ſo fern an a ihr möget halten und
vr. II
‚!ı
BEN
302 Ris. tn
hegen ein Ding, einen jeden Menſchen zu ſei⸗
nen Rechte: : &. Hrn. Dreyers Samml. vers
miſchter Abhandl. rer Th. S. Js uf
3.) Rifen, up riſen, «usauillen, fehwellen, ſich
| ausdehnen und vergroͤſſern, wie ein gaͤhrender
Teig, oder Gruͤtze und andere trockene Sachen, die
im Waſſer ausquillen. E. riſe 9 op'ryfen.
56 ſich fort bewegen fort laufen/ los gehen ‚fie |
on fen. Wachter unter Reifen vergleicht die Gr,
juuoæ, Pens, Peuvaic, WAS da flieffet, ein Fluß:
A. ©. Rith, Ryth, ein Bach: Fr. ruilfeau:
und das Hebr M (rut2): Celt. rhedeg: Gr.
eoduw, laufen. Wir fagen auch ruſken, rut
fen, fort riefen, weg gleiten. €. rufb, law
fen, rennen. 6% S. Rafe, der lauf: Set,
Ras. Das deuiſche reifen, proficifci, gehöre
gleichfalls hieher. ' Beym-Kiltan iſt rylen fo
viel, als piffen, gleichſam, flieſſen laſſen. Dat
will nig riſen: das will ſich nicht los geben.
De Pann⸗ koken riſet nig good: der Eierku—
J chen ſitzt an der Pfanne feſt, will ſich nicht los
ſchuͤtteln laſſen. Laat dat Tau riſen: laß das
Seil nachſchieſſen, oder fort laufen.
Bo rifen, zu wachſen, zu kommen, angehoͤrig ſeyn.
Es iſt, nebſt den beyden folgenden, veraltet. Her⸗
zogth. Brem. und Verd. se Samml. ©. 377.
Unde we deme vorſereven Gude anryſen mag
in Weide, Heide, Wiſche, Watere, Broͤ⸗
fe, More unde Holtmarke, unde mit aller
Be ſchlachte Nuth u unde kobe horinge ꝛc. und abs
les,
lics, was dem m vorbeſchricbenen Sure an Weide, .
Heide, Wiefen, Waffer , Brüchen, Moorland
und; Holzmarken, mit allen. Nugungen und, Perti:.
nentien, zufteben mag. ...
Berifen, eben baffelbe, Eben daſ. ©. 379. Mit al
ler ſchlachte Muͤth unde Tobehöringe, datder :
me halben Stuͤcke Landes beryſen mac) ıc.
J mit allen Nutzungen, und Zubehör, welches dem
halben Stuͤcke Landes zuſtehen mag. Som
S. 381 und 383.
Her riſen, erwachſen, ensfichen, berrůhren. Oſtfrieſ.
Deich⸗ und. Syhl⸗-Recht, 4te Kap. $. 2. Die
Deichgraͤfen heißt es daſelbſt, ſollen die Macht
N
Haben, auf dem Deiche zu gebieten,. die Ungehor:
2 famen ya firafen, und alle Schelinge der Dy⸗
Rıs, W ses =
cken uth thorichten und tho- vordragen, de van |
rs der Diyden wegen her rufen muchten : alle
: Streitigkeiten , welche der Deiche wiegen entſtehen
moͤgten, zu /entſcheiden und zu vergleichen.
Bei. 2). lang gewachſen, ſchlank. Beym Strodt⸗ u
: mann reſig: H. ıyzig, reſig. Won sifen in
der ıften Bedeutung. Een reifigen Zunge: =
neh aufgeſchoſſener, fchlanfer Zunge. ..
2.) flieffend, Iofe, folutus. :. Es wird nur in der
Redensart gebraucht: Een veifigen Lief: offner
Leib, alvus foluta. . Bon rifen in der 4ten Ber
deutung. Kilian, reyligh, pervius: reyfighe
‚ende opene weghen, viæ apertac et faciles. .
Risk, adj. und adv. 1.) aufgerichtet, gerade, Gleich ⸗
falls von riſen in der iſten Bedeutung. "Een |
neh Minsk; . ein ‚gerader Menſch. Een risken
Ji 4 = Boom
r
504 I u „Rıs
Boom: ein gerade gewachſener Sam. er
moot mi ing rise mafen, fagt man, wenn man
muͤde vom fißen. iR: ich muß einmahl aufſtehen.
Dat Ding geit:nig risk: die. Sache gehet ſchief,
nimmt keinen guten Lauf. De Weg geit rief
to: der Weg läuft ganz gerade. Sta risk:
fiehe gerade. Risk doͤr den Boom gaan: ge
“ zade durch geben, niemand ſcheuen, ein gules Ge
wiſſen haben. . Es wird- Bier auf einen Sperr
baum gefinnfpielet, den man ſich durch rechtmaͤß⸗
ſige Mittel öffnet; da hingegen einer, der ſich
ducrchſchleichen, oder kein Schließgeld: geben will,
ſich durchſchleichen und unten durch kriechen muß.
Ik hebhe't em risk vor ten Koppe ſegt: ich
Babe es. ibm freiniuthig heraus: geſagt. Rist
“ ut den Ogen fen: gerade Blicke werfen. it,
feine Augen aufſchlagen Dürfen. ‚Holt den Kopp
risk: den Kopf in die Höhe,
2.) hurtig, geſchwind. Loop vis: lauf hurtig.
Was gerade zu gehet, das gehet auch geſchwinder,
als durch Kruͤmmungen. S. oben in RASX.
Reverisk iſt oben beſonders angefuͤhrt.
RIispEMN, eriſpen, tadeln, einen Verweis geben,
2 mit Worten beſtraſen. So auch ins Hollandi⸗
fen. - Gloff. Lipf. reſpias, arguas. Verel.
. In Ind. reffa. Motf. reffen, -inreffan. Se
ro reffi, increpa. In einer alten Ueberfegung,
welche Schifter unter dem. XBorte Refpias ‚anfüßs
ret, heißt es Pf. VI, 2. bereſpe mih nit in dy⸗
. me Born: ſtrafe mich wicht in deinem Zorır.
Wir brauchen es in Bremen gäufig. He ir
—
ax
De
Rır Eee 1 1.55
r an Ki But: er fepen ſch füch an
erweiſe. on
IESPOT. "Ge wird eine Betenmung in der Weſer,
etwa eine Meile unter Breimen, , genannt, wo der
Strom ſtark auf den Deich ſtößt. Ohne Zweifel
vom Fr. Rifpofte, ein Gegenſtoß. Ein franzͤ
ſiſcher Schiffer mag ehemahls dieſem Otte den RE
Namen gegeben haben. " u
ISSE, Rifte, fo viel Flache ober" Hauf, Pr man
anf einmahl durch die Hechel reifen: eine Reifte
Flachs, manipulus lini pexi. H. Rift. Alſo
kunnte man es von riken, — reifen, ‚herleiten.
- „Dder vom A. S. wraeftan, E. wreft,‘ ‚wreath‘,
“ whrite, drehen. Denn eine Riſſe oder Kifte J
iſt eigentlich eine gedrehete Strehne Flachs, deren
3 oder 4 einen ſo genannten Knokken ausmachen.
Sprw. Het de Moder enen Knokken Flaß,
fe gift der Dogter enen Riſſen af: die Toͤchter
nehmen leicht die boͤſen Eigenſchaften ihrer Muͤtter
an. De Staat hangt er uut dem Eerſe, as
een Riffen Flaß: iſt die wunderliche Beſchrei⸗
bung einer Fenuensperfon', welche uͤber ihren
Stand, “mit. ‚einem. kablen Clewervut Staat 5
IET, 8. Rrvn. Dre en
ITEN, 1.) reiſſen, ziehen, rapere trahere. A.
S. hreddan: Oe, Maren, dpa), rapere.
Imperf. if reet, ih riß. : Reten, ‚geriffenn Re.
ten heiße auch, - wie im Hochdeutſchen/ reiſſen,
Riſſe machen mit der Geber oder einem andern Su =
frument, Daper das €, write, freien: .
sis. . Se.
J—
506 Rır.- \
S. writan:. Jel. rita. Riten Taten: die
Pferde antreiben, vor dem Wagen; hurtig zuge ||
ben faffen. it. darauf ‚gehen laſſen, Tucker leben. |
Lat'n riten! nueimmer darauf los! In't La⸗
fen riten: viel Geld koſten, ſchwere Unkoſten
verurſachen. De rit daar henm: er laßt viel
darauf gehen.
3.) Ritzen bekommen, 66 ſpalten, berſten findi,
rumpi. Gr. once, ſamgere: : Im YWendi
ſchen ober. Sorbiſchen rim. Dat Bred rit:
„das Brett bekommt Nifſe oder Ritzen. Dat
Bred is reten: das Brett hat Ritzen bekommer.
Dee. .Eerde rit: das Erdreich berſtet per Hitze.
Af riten, 1.) abreiſſen, mft Gewalt abziehen.
22) im Gebrauch zerreiſſen, abnuhen, verſchleiſſen.
He rit veel Kleeder af: er nuthzet viele Kleider ab.
Anriten, ia Streit. und Zank gerachen. Wir fagen
auch tohope, oder tofagnen riten. Mit. enem
anriten, eder tohope riten: in Uneinigkeit, in
Wortwechſel mit jemand gerathen. Richey erin⸗
nert recht, daß es eigentlich auriden beiffen, muͤſe.
Toriten. zerreiſſen. Mit dem Aceent auf xi. Iſt er
abtr auf to, ſo heißt es, ſortfabren zu reiſſen. it.
feſt zu ziehen. In toriten, zerreiſſen, iſt to um
abſonderlich. He lopt darmit, as Dierk Blo⸗
me mit dem toreten Catechiſmus: ſagt man
von jemand, der allenthalben herumlaͤuft, und eine
gemeine und elende Sache, als etwas Sonderliches,
zursSchau traͤgt. Wer dieſer Dierk Blome geweſen
iiſt, das wiſſen wir sicht. Vermuthlich ein „ver
ehem, Ruf‘ won. m Tolhauſ.
| Up
Klet- -up, einer, ber feine Kleider nicht ſchenet, der vie⸗ J
—
, Ritern, adj. der viel aufreiſſet, feine keiber ms Ä
4
A
Up riten, eben wie Pr riten in der aten Shut R.
le Kleider zerteißt. R..
Verriten, zerreiſſen, verſchleiſſen.
Kiet un Spliet, daſſelbe mit Riet-up. F R: & find eigen. u
die Impefativi von titen, reiffen, und fpliten, ſpal⸗
en, fplittern. De Junge is een rechten Niet
un Spliet: ‚der Junge zerreißt und vernachläß
ſiget ſo viele Kleider, Daß man kaum Dagegen an
ſchaffen kann. Es klingt in der Aueſprache/ als
> ‚wenn es Ritenſpliet hieſſe.
Bete (2); 1I.). Ritze, Ki Br. ie. R. Wir inf
ven auch Krete.
2.) ein kleiner Fluß, beſenders ein folder, we die
Glut ins Land hinein dringe: weil bas Lan gleich:
ſam dadurch von einander geriſſen und“ geſpaltet
iſt. ©. von Stade Erlaͤut.der bibl. Wörter,
8,905. Vergl. oben bas Wort Rınz, Riet. _
Reten (5), zerriſſen, was Riſſe oder Ritzen betomnen
bat. Es it das Mittelwort von riten.
Reterig, voller Rigen und Spatteh, imofus. R.
chen nicht ſchonet. In Hamburg, Rs.
Rırter,.Reter, und:
Rırz, Schlaͤgerey, Streit/ Zant. © oben. unter .
Rıpes;.teiten,
Rıvaren, Muthwillen treiben, mit - nächtliche
Schmauſen, Schwärmen, Schlägereyen ꝛc. E.
revel. Man vergl. das E. Ribauid: Fr. Ri-
baud, sin luͤderlicher Menſch: sl. Ribbalder;
ein Beute aueguleſenat Menſchen u. a. m. S.
-R ABU 5
- Rır Rıv. nn sm.
| rn
508 a Rıv |
—E und Risa;: imgl. Repeni in bee
sten. Bedeut. unter ReEr: °? .:
Rıve, 1.) reichlich, uͤberfluͤſſtg, Häufig, % ©. Ry- Ä
feee, E. rife, Hıyff, ryve, uͤberfluͤſſig, abun-
‚ dans, largus. Rive geveitt.. reichlich geben,
Rive up geven:- reichlich, überfiüffig auftifchen:
ein Gaſtmahl geben, wobey ‚nichts; mangelt. it,
eine Sache, bie man erzäblet, oder berichtet, - ver:
g8groͤſſern: die Wahrheit uͤberſchreiten: verbis ex-
aggerare. Dat het he to rise up geven: das
hat er zu milde berichtet. Is dat Geld bi di ſo
rive? haft du das Geld fo überfluͤſſig? Ti
daar ſo rive nig: der Ueberfluß iſt daſelbſt fe
groß nicht. Davon M rifeln in der ten Behen
F tung.
3) feeigebig,, , oeeſhwenderſth. He ie. to rive:
—er wendet zu viel auf. Rive Huus holden:
zu viel in der Haushaltung, aufgehen laſſen. Ene
tive Duusheldung: ; ‚eine e verfäroenberfie Hauk
— baltung.
- Beriven; und: —
Geriven, ben, , verſorgen mit etwas zukommen
laſſen? einem: worin ejne Gefaͤlligkeit erzeigen, be |
buͤlflich ſeyn. R. Ik kan'r di ligt mit geri⸗
ven: ich kann es dir leicht zukommien laſſen: ih
. ann die leicht den. Gefallen erzeigen. " Man fan
- „gig alle Lüde beriven: man kann nicht. jeberman
.an die Hand gehen, oder aus. der Noth helfen.
er 8. auch im Buchſt. G. unter GERIER.
Berief, Gerief (welches letztere üblicher iſt), Ge
‚brauch, Behuf, Mugen, Gemaͤchlichkeit, eine
X
J nuͤtz⸗
— J | Ks
Rıw, Rock, Zn. 59
i in mögtiche und brauchbare: Sache. R Sien Ge⸗ |
rief hebben: fo viel haben, als einer brauch.
To finem Gerief hebben: : u ſeinem Dienfte ha:
ben. Dat Ding is mi een recht Gerief: das
Ding gewaͤhret mir eine groffe Beauemlichteit, iſt
mir ſehr nuͤtzlich.
Berifik, Gerieflik,, nußber, brauchbar, was Be u
quemlichkeit und Gemächlichkeit verfchaffer. R.
. Rıvan, .1.J reiben, zerreiben, fricare, terere.
-
Wir ſagen in. dieſer Bedeutung auch wriven:
eben ſo, wie die Holländer ryven und wryven.
E. rub. Alt fraͤnk. ripen. Fr. raper. Gr.
u Hebr. m (zuph). Dan vergl, oben |
IFELN.
2.) teiben, zerreiben auf einem Reibeifen, radere.
| Schw. ryfa, ryfwa; jeeren, rereiſen. |
‚ Rive,-Reibeifen, radula. ne
. Rıxz, ein Frauensname. In alt Urtunden finder |
man Rixenda. : e
Rochsın, vor Zeiten, eine Arc Ueberebae mit en⸗ -
5 gen Aermeln, eine Kleidung der Geifllihen, ein
Chor: Rod. Beym Kilian Rockeling, Rocke- .
Yin; der es erkläre durch Koorr kleed, Over-
- rock: -amiculum linteum, amictus lineus, _
uyyothicos, tünicella: Apud Ecclef. 'vulgo
rochetum. E. und’Ft. Rochet. . Ital. Ro-
chetto. : Span, Roquetto. In inigen ab
‚ten nieberfächfifchen helfen beißt es auch Ras
chelen md Ruchelen. Es ift ein’ Verfleine
rungswort von Mo, tunica: At fraͤnk.
Roch: A. & Rocc: Lat. barb. Roccus, Ro-
_ gas,
.)
sı0 Rocu. Ron.
J chus: Seh den neuern &iechen -pouxoc! Celt.
: Rhuchen. Und. im] Siavonifchen heißt Rau-
cho und Ruuh ein Kleid. S. Caſſels Bremen-
ſia T. I. p. 67. Das Wort kommt vor beym
‚Nenner unter dem J. 1502. wo er den Einzug
des Kardinals Raimund in die Stabt "Bremen be
fipreibe : Thom erſten gingen darvor her de
Amte mit Torbitzen (die Aemter mit Faden)
amd brennenden Lichteren: dar folgeden de |
Scchoelers uth den 3 Scholen mit Rochelen:
darnegft de Pauler ſchwarten und groumen
Moͤnneke ꝛꝛẽ·.. |
E Rochen, forgen, achten, Acht geben, ſich woran
| fehren, curare. A. ©. recan. Im alten fraͤn⸗
kiſchen und ſchwaͤbiſchen Dialekt ruochen, ru2
‘chen, ruchen. .. Andere abgeleitete und. hieher
gehörige Woͤrter ſ. unter RökzLo os. Rein.
be Pos 1 B. 33 Hop, |
He beghunde vort in deme Boke to leſen
Over —* de des weywch rochte.
Idy halp fo vele, alfe yd mochte.
de fing alſobald an, aus dem Buche uͤber
Reinken zu leſen (oder den Segen uͤber ihn aus
dem Buche zu leſen), der ſich aber wenig daran
kehrte. Es half: fo viel, als.es konnte. ( Half
es nicht, fo that es auch Beinen Schaden. )
Ro on, roth. .Cambro „Brit. rhudd. %. S. read.
E. read. und: red. Alt Frieſ. raed. . Alam.
| ruod, rod, rot. Dän. rod. H. rood. Lat.
rutilus. Rode Hare: rothe Haare. Een ro⸗
den Voß: einer, der rotht Haare hat. He
ward'r
Ron 511
watdr kine rode Ogen um wenen: er wird
uͤber den Verluſt nicht ſehr weinen: es wird ihm
"nicht ſchmerzlich abgehen. Robe Leerken: bluͤ⸗
hende Wangen.
od-ogen, Rothaugen. | Eine belannte Art giſche mit
einem rothen Ring um die Augen.
ooD, Rode, 1.) Ruthe, Zweig, Schöfling, |
- eine lange und ſchwauke Stange E. Rod. 9.
Roede. Man vergleiche das. tat. rudis, und.
das Gr, bufddogs Graee, barb. Jaudas , baculus, -
. sirga. Aus diefee Bedeutung find Meßruche, .
Angelruthe m. a. Beſonders heiſſen Roden die
langen Stangen, an meichen man das Dach über
- einen Heu: ober Rornſchober hoͤber oder niedriger
ſtellen kann. R.
=) eine Zuchtruthe, ferula, virga caltigatoria. |
In diefer Bedeutung ſagt man auch Moe, und
in der mehrern Zahl Nie: Enem de Roͤe ins
fchiffen, wird gemeiniglich. von Oberfeiten und
Eriminal: Richtern gefagt, wenn fie einem Chebres
cher die Henkersruthe ins Haus ſchicken, zum Zei:
hen, daß er den Pranger. werdienet habe, wovon
er ſich aber durch eine Geldftrafe los kaufen kann;
welches den Kaak loͤſen heißt. Enen mit der
langen Rood ſtrafen, oder l laen: einen nicht
unmittelbar ‚nach der That, wie er es verdienet, .
ſtrafen, fondern. in Anſehung des Verbrechers eis
“ne folche Verfügung machen, daß er erft nach eis
iger Zeit, und ned) lange hernach, Die nachthei⸗
tigen Folgen empfindet: -z. B. wenn man einen,
| der une beibiget und aurrben. abend. gl. He
— biode
2 Raop.
bindet ſik ene Rood to finen egen Steerd:
gibt ſich Muͤhe in einer Sache, die zu feinem *
nen Nachtheil ausſchlagen wird: er arbeitet an
ſeinem eigenen Ungluͤck.
3.) eine Meßruthe von 10 Fuß, bey den geldmeß
fern; oder von 12 Fuß bey den Werkleuten.
4) eine Radſchiene, der eiferne Beſchlag um die
| Wagenraͤder. Man ſpricht gemeiniglich Roe |
und Roon.
.) der dritte Magen eines Rindeiches , der fe:
> Nindermagen, omafum. Auch bier fagt der ge
meine Mann Moon. H. Roode.. Ä
Angel- rode, Angelruthe, virga piſcatoria. 8* Ang
J ling-rod. H. Hengel-roede. : - :
| ‚Hengel- rode ift in unfern Statuten eine jede groſt
EGtange, oder langer Baum, der als ein Schwer
gel hängt: z. B. der hangende Querbaum an er
ner Wuppe oder andern Maſchine, ein Brum
nenſchwengel u. d. g. Stat. 86. Velle cin
Hengelrode, offte Holt, offte ein Schipp,
dat upgerichtet were, offt ein Hues, offte
wat idt were, unbe ſchude dar Schade
af, unde were idt vore van deme Rabe |
nicht beſchuldiget, des idt were, de bleff ane
Schaden: ſiele eine: Schwengelruthe, ober
Hol, oder ein aufgerichtetes Schiff, ober ein
Haus, oder was es ſeyn möchte, daß dadurch
Schade geſchaͤhe, ohne daß der Rat vorher we B-
ggen der Untauglichfeit und Gefahr Erinnerung ge
thau, ſo bleibt der, Dem es gehoͤret, ohne She |
den und Verantwortung. In einigen Sanbpscit |
ten wen — v msn, \ +Kaak-
Ro 00.0 5130
‚aak-rood, Henkersruthe ‚ womit die Mifethater am
Pranger ausgeſtrichen werden. Kaal iſt der
*Pranger.
Yann- rode, die abgemeffene und einem: ‚jeden Einwohe |
ner in einer Dorffchaft zugemeffene Portion,: oder _
Slag, in den Deichen und Sieltiefen. Sonſt
Huus⸗ æmate. ©. unter MErEN. meſſen. —
swank - rode, Schwengelruthe , Brunnenſchwengel- |
tolleno. | |
TODDEREN, Bucchmühlen. Haut ©. Ranan,
ausrotten. |
Xöpe, Röe (o), wie ſprechen es auch Röe (m),
oder Rähe, aus: ein groſſer Hund. Es iftim
Chur⸗ Braunſchweigiſchen und in Weſtphalen ſon⸗
derlich gebräuchlich, . In Meiſſen Redde. In an⸗
dern Dialekten Rode, Rüde, :Raude. &
Friſch unter. Rüde. Beym Kilian Rode, Reis
de, cauis mas. A. S. Hryththa, Riththa,
Welches Somnerus herfeitet von rethe, wild,
grimmig, ferox. Im Sachfen: Spiegel if Scap⸗
rode, ein Schaͤferhund. u
Schind-röe, ein Schindhund, -ein groffer Hund, ve
auf den Schindanger nach-tuder gehet, oder mit. _
. Inder gefüttert wird. '
OD DER, Roer, Ruder, Steuerruder. Eelt. bene
Boxhorn. Rhodl, Rhedol. %, S. Rhoter! €,
.. Rudder. H. Roeder, Roer. Gloſſ. Pez. Ruo-
der. Daher beißt auch im A. S. Rother, ein
Schiffer, Bootsmann: Rethra, Roedra, ein
: Muderfneche, Bit Roer fitten: am. Steunerru⸗
der f ion, das Schiff vegieren, | nd
I Kk— Bodsoxo
— —
514 Ron». Ror: Rose.
Rodern, rudern. uUeblicher iſt rojen. S. unten.
‚Roder-gat, Roer-gat, die Defnung, oder das koch
+ hinten im Schiffe, worin das Steuerruder geSet.
"Roor, für oder, mürbe, nicht zuſammen Bängend;;
0 HE in unſerer Nachbarſchaft gebräuchlich, |
Roor; Raub. S. unter Roven.
Roor, die Bedeckung, oder Bogendeke, über den
Hintertheil eines groſſen Schiffes: oder vielmeft
. ber Raum unter Diefer Bogendecke, puppis con-
cameratio. 5. Roef. Urſpruͤnglich bedeute
| dieß Wort eine jebe Bedeckung, oder Dad. A.
...& Hrof: €. Roof: H. Roef, ein Dad. SE
Tan erfläret das Hollaͤndiſche durch contignatio,
- - laquear, camera, teftudo, culmen, tectum.
. Daher bedeutet das Koll. Roof, oder wie es Ki
lian auch fchreiber, Roef, Roefken, eine ‘Bor
te, Rinde, das Harſche über eine Wunde. (weil
88 diefelbe bedecket), ber Grind/ cruſta, efcha-
ra. ©Rave
Rörreı (on), Rüffel, eine Spade zum Ausreuten
der Baumwurzeln. Es iſt eine ſtarke, hoͤlzerne,
vorne mit Eiſen beſchlagene und verfläßlte Spaik
ld. Ditm. Ruͤffel.
Rögen (ee), 1.) antüßten. ı Kruud rdge mi nig:
ein gewiſſes Kraut, deſſen Samenhaͤuslein bey-de
Beruͤhrung aufſpringen, und den Samen umher
ſtreuen. it. ein Menſch, der leicht in Bewegung
und Zorn geraͤth: noli me tangere. R. Rüge |
em ind an: ruͤhre ihn einmahl an; oder als eine
Drohung: unterſtehe dich inmehi ihn anzuruͤh⸗
‚ten,
| =) regen,
| Rp@ Br Tue
FOR 1
2). regen, ; bewegen, rege mechen, im Bewegung
ſetzen, in Wallung bringen. R. He kan ſik
nig roͤgen nog boͤgen: er kaun ſich nicht augen
noch bewegen, ex iſt ſteif amd. lahm. Gen vuuf
Neeſt rögen: f Newar. De emröget, de.
röget een vuul Neeft: wer ihm zur nahe tritt,
der lauſft äßel an. Je meer man den Drek roͤ⸗
get, je meer ftinfet'he: man laſſe ſich im Wore
wechſel nicht zu weit ein mit pöbelhaften und zank⸗
5 füchtigen feuten, wovon man feine Ehre Bat. it. .
Wenn man eine Klärfcherey zu ſcharf nachfraget,
- fo bringer man ſich noch mehr ins Gerede der few
te. NE mag minig rögen: ich habe Die Luſt
nicht mich zu regen. Ik will di rögen: ich will
‚die Beine machen, die Faulbeit vertreiben. af un
zogen, daxon jagen. Heraf roͤgen, berab jr
= gm. Henunder roͤgen, hinunter jagen: Up
roͤgen, auf jagen. Henup roͤgen, hinnuf jas
gen. Und ſo in mehr dergleichen Redensarten.
Dat Eten roͤget: die Speiſe bringt die Saͤfte
des Koͤrpers in Wallung, erreget Fluͤſſe und
Krankheiten. Ene roͤgende Koft: eine tegende |
Speife: in Harburg, roͤgſame Koft
Anrögen, anregen, anruͤhren. i
Auröger, der Anflifter, Urheber eines Handeis, , Auß =
ruͤhrer. Schene und Meinsberg: A. 835. quam
Eppo ein Ertzebiſchop Remenſis uth Frank⸗
rick, van den Ertzebiſchoppomme vorjaget
dorch Ludewicum pium, darumme dat he der
Anrogers en was, de dat Upror makede, dat
Lotarius ." Se: g Reife Ladewich find.
Berta.
510
B Rog. ‚Ro
Berögen. ei berögen, ſich bewegen. Beroͤgd,
der ſich ruͤhren und regen kanm KR. Hier hoͤret
man es nicht.
Böcen (on), Rogen, Fiſchrogen, ova piſeium.
Verel. in Ind. Rhogn.
E Roca. 3.) Noden. : ‚Alt Britan. Ruyg. fecale:
a S. Ryge: & Rye: Schw. Rogh. Theot.
"Roggo. Bey den alten Galliern arinca. _ Die
‚Holländer reden, wie wir. Wend. Roh, Roch,
'&
. : and das Verkleinerungswort Rozka, Roſchka,
Korn, Kornchen. Idt is em like veel, mat de
RWMogge geld: er bekammert ſich nicht über ſchlech
te Zeiten: er iſt Hans ohne Sorgen. Wenn
. eltern ihren Sohn, der in der. Fremde, ober by
einen Herrn gehet, die nüßliche Lebensregel geben
- wollen, daß er ſich in feiner Jugend, bey, allen
Widerwaͤrtigkeiten, gedultig und leidend verhalten
£ můſſe, wenn er · wolle zu Ehren kommen, fo pfle
gen fie zu fagen: du mooſt liden, oder uuthol⸗
den as de Winter⸗rogge.
.) Rogge, Schoͤn⸗ rogge, eine Art Brodt. ©.
im Buchſt. s.
Brand; rogge, Reden, der im. ausgebrannien Moor
waͤchſt.
Korr rudern. A s. rowan. E. row. Mt
Seh. roa, jetzt roo. H. roeyen: beym Kilian
auch roeden. Es. Scheint alſo nur. durch eine ges
Uiindere Ausſprache daſſelbe zu ſeyn mit rodern:
odgleich es auch mit roͤgen, bewegen, ſehr wohl
AUVbberein kommt. Und in Friſchs Woͤrterbuche fin;
. det man n die veraiteten ‚mug: und .rgen fuͤr ru⸗
dern:
Ron Kox. 317
bein: id Riger, remex, gubernator, Ruͤ⸗
gunge, remigium. Im metaphoriſchen Sinn
brauchen wir rojen für, im Gehen die Arme be
wegen, als wenn man fort enderte: . imgleichen
zu für, ſich tapfer halten bey der Löffelfpeife,, da. man
gleichſam mie dem Loͤffel in der Schüffel vrudert.
Daher die jcherzbafte Aufmunterung: de am ber
ſten rojen fan , de ſchall Stärmannd Dog
ter hebben: wer fich am beften. hält im Rudern,
der foll des Steuermanns Tochter haben: hattet
> ech wohl bey der Suppe, B*œ J
22) mit einem Maaßſtab den Inhalt eines gaſſes, ur
ober. einer Tonne, ausmeffen; R. Auchin die
. fer‘. Bedeutung har das Wort den nefpränglis
hen d verloren. S. das‘ folg. koje. Beym
Kiilian roeden und roeyen.
Koje, Roje-ftokk, ein Maaßſtab/ womit Zen Kuͤper
den Inhalt ber Faͤſſer meſſen. Won Rode, Ru:
the, Meßruthe. Die Helländer ſagen beydes
Roede und Roeye, Ruthe: Roédſtokk, Maaß⸗
ſtab, decempeda. Roje heißt bey uns auch,
der ausgemeſſene und berechnete Inhalt eines dar
fes; |
Röx Con), Geruch. S. unter Rüken, riechen,
Roox, 1.) Rauch. R: A. ©, Ree. €; und Frief.
Reek. Isl. Reykur. - Dän. Rog: H. Rook.
Als verwandte Wörter find Roͤk, Geruch, und
xruͤken, riechen, anzuſehen. Hier is. fin Büer
2. Nog Rook: Hier ift die Kuͤche ſchlecht beſtellet.
Mien Schorſteen tut allerlei Noof: -ich eſſe
und trinke alles mit, De Rook tut agter em
| Kt 3- We
nn.
. *
518 Kon *
upr er ir ein Windmacher Aufthueider, ‚ tügs
ner. Een luͤtjen Moof bit emnig: eine Feine
Widerwaͤrtigkeit fchlägt ihn nicht nieder: er läßt
ſich durch gemeine Schwierigkeiten nicht abhalten.
Daar is fien At ame Roof: nichts iſt fo vor
weflich, Das nicht einige Unbequemlichkeit Bätte:
nichts in der Welt ift ganz vollfommen. Woor
. Boot is, daar is vof Vuͤer, fagt man, wenn
man aus den Äufferlichen Zeichen auf das: Daſeyn
einer Sache ſchlieſſet.
2.) Feuerſtaͤtte, Haus, Wohnung, Haushaltung.
Vuͤer un Rook holden: ſeine Haushaltung ein⸗
gerichtet haben. Egen Rook: eigener Heerd.
Stat. Verd. Art. 12. Betagede he dat Erve,
alſo dat he darin hedde Rock und Koſt —
wuͤrde er Das Epbe beziehen, fo. daß er Rauch und
Koſt darin haͤtte. — Stat. Diepholt. in
ufeéndorf. Ohſ. jur: univ. T. J. app. p. 130.
Ot ſo en ſchole wy edder unfe Erven in der
Stad to Depholte nemende vordeghedinghen,
de dar wonaftig ſy edder eyghenen Roek hebbe,
keghen de Radman tho Depholte.
Roken, rauchen. A. S. recan. E. reek. Frieſ.
reehen. Isl. riuka. Daͤn. roge, ryge. Daar
fan de Schorſteen nig van roken: das bringt
wenig in die Küche: davon arm man feine Fami⸗
‚Be nicht ernäßren: und überbaupt,,. das bringt
hhlechten Vortheil. Idt rofet: und, wo rooft
idt! ober auch, feet, mo em de Kopp roket:
i er x mache Kind, ben di w Undebiben. Dar
J nn roo t
sem
—
„
. "Box, u ‘ 519
ne, wolt it im Huf: der Dann bat eine boͤſe
Fran). J
Verroken, verrauchen, durch Ausdunſtung Kraft und
—Geruch verlieren, ‚evaporare, ut fumus eva⸗
neſcere.
Röobern (os), cuchern, fumo ſiecare, und incende-
re odores. Roͤkerd Fleesk: geraͤuchertes Fleiſch.
| Berökern, den Rauch an etwas gehen laſſen, es fey
nun Kuͤchenrauch oder wohlriechendes Rauchwerb.
| 0 De Wand is beröferd: die Wand if gelo vom
Rauch. |
Uut rökern, 1) mit Hauch verjagen, z. B. die Muͤt⸗
ken aus einem Ziumer.
2.) durchraͤuchern: mit. Rauchwerk einem Orte,
ooder Sache, einen guten und gefunden Geruch ge⸗
ben. As: de Stuven uut roͤkern: de Kle⸗
der uut roͤkern u. d. 9.
Rökerig, beraucht. it. raͤuchig, voller Rauch. Ene
| röferige Köfe: eine vom Rauch geſchwaͤrzte Kuͤ⸗
che: eine Küche voller Rauch. Und als ein ad-
verh. Roͤkerig ſmekken: nach Rauch ſchmet⸗ |
— ken.
Röker-kruud, Rauchpufver, Rauchwerk, odoramen-
J tum, fuffimentum.
Rook - hoon,. ein Zinshußn, welches die Bauern der
Oberkeit fuͤr den Heerd oder die Feuerſtaͤtte geben
muͤſſen, welches aber in dieſen Gegenden zu Gelde
geſetzet, und deshalben Rook⸗hoons⸗geld, eder,.
— wie es die Bauern. gemeiniglich ausſprechen, Ro⸗
kums ⸗geld, Rauchpfenning, genannt wird. Sm
Hollerlande wird von jeder Feuerſtaͤtte ıfgr. be
4 Sy zablet.
20 ‚Rom.
zahlet. Die Urſache der Sinenmmg.i iR feicht
einzuſehen. Ob aber der Brand⸗ haan im Chur⸗
Braunſchweigiſchen (ſiehe R.) daſſelbe bedeute,
iſt uns ungewiß. Friſch unter Henne meine,
daß der Brand-s haan- von. einem ausgereutetem
Felde Coielleicht richtigen von einer abgebrannten
und zu Ackerland gemachten Heibe)- beeblet wer⸗
| dee ©. Haltaus in Rauch-huhn.
Rock - lok, Rauchloch, infonderheit-das Loch in der
Feuermauer, vor dem Ofen. Frieſ. Reek-holl,
Rauchloch ‚ Schornſtein. Auch nennen wir ſo
einen Ort, we es rauchet. De Koͤke is een regt
ook lokdie Küche iſt ſtets vol Rau
‚Rook-fwaalke,. ©. unter SwAaaLke.
Rook - vüer, Feuer, das noch raucht, wovon die Ref
len noch nicht ganz durchgegluͤet ſind.
Roox, und Röke (ss), ein Habe, Kolkrabe, corvus,
Das X. S. Hroc: €, ‚Rook: und das Holk
Roek, Roeck - vagel, bedeuten eine Art. Kroͤ
hen, oder Heher: cornix. frugivora, fpermolo-
Zus: das Alamau. Ruch, den blauen Hehe,
welcher in einigen Gegenden Rak, bey uns Rafı
ker, heiße Im Mein. de Vvos heiße Karof
die Kraͤhe. Wir Teiten unfer Rook uud Roͤke
am bequeniften her, von dem Geſchrey der grofſen
Raben, welches mit dieſem Namen die groͤßte
Aehnlichkeit hat. Dieß gilt auch von Rak,
Rakker. Nichts iſt natuͤrlicher, als daß man
die Thiere nach ihrer Stimme genannt. Daher
boaben der Kufuf, und ben uns der Puwvagel,
oder Wiedhopf u. a. m, ihren Namen, He ſtilt
vr
u 08 een Kost: ee ift ein — Mar merke
Hier, daß auch das E. Rook einen loſen Schalk,
Gaudieb, bedeute: und to rook, liſtig ſtehlen:
rooked, betrogen, geſchneuzet. R.
tok - winkel, ein ‚fladts bremiſches Dorf diefes Dia:
mens, läßt ſich füglich vor Rook ableiten, weil
es ſehr waldigt ift, und-alfo den Raben und Ka
| Sen einen bequemen Aufenthalt gibt. - Die es von
Rocken herleiten, als bedeutete es einen Winkel
oder Ort, mo guter Rocken waͤchſt, die bedenken -
nicht, Daß die Niederfachfen allezeit Roggen für
Moden fagen.
TÖKELOOS (os), adj. undadv. 1.) forgfos, unbefons =
nen, nachläffig, unvorfichtig, unbedachtfam. Es
iſt von rochen, ſorgen (f. oben an feinem Orte),
A. ©. recan: im alten fränfifchen und fchwäbis.
ſchen Dialekt, ruochen , ruachen : Ruache,
Sorge, cura, res, cauffa: ruachalofe, ne-
gligentes: Rnachalofi, negligentia. _ Die,
Holländer fagen auch roekeloos: von Rock, |
Sorge, roecken, rochten, ruckten, forgen,
- überlegen: beym Kilian. Wir. nennen... B.
denjenigen roͤkeloos, der auf eine gefäßrliche Ho⸗
ie Elettere, oder fich fonft unbefonnener Weife in
Gefahr begibt. Möfelons fprefen: oder, roͤ⸗
keloos mit dem Munde weſen: unbefonnen
unvorſichtig reden. Roͤfeloos mit dem Vuͤer
weſen: unachtſam mis dem Feuer umgehen. Een
roͤkeloſen Snak: ein unbedachtſames Geſchwaͤtz.
Stat. 92. Spreke ein Man rokeloſen ein uns
geraket (in andern Handſchriften ungetagen)
Kk5 ar
⁊
322
Word vor deme Rade
—1
Rox. Roi. Rom.
— redet jemand vor
dem Kath unbedachtfamer Weife ein unanftändis
ges Wort JJ In Osnabrůck ſagt man roͤck⸗
laus. 8.
2.) ruchlos, vhrrucht, der ſih weder an Son noch
Menfchen kehtet.
"Rökelofen, ‚‘Verrökelofen, frgtos behandeln ver⸗
nachlaͤſſigen, Yerwahrlofen. Ji moͤtet dat nig
verroͤkeloſen: ihr muͤſſet das nicht durch Unacht
ſamkeit verloren gehen laſſen. Ord. 56. Wol
de eme degenne Schuld geven, de idt geſat
haadde, dat idt van ſinen Schulden vorrofelo
ſet oder verloren ſey.
ſet edder vorlaren ſy —— wollte derjenige,
ber es (das Pferd) zu Pfande geſetzet, ihn be
ſchuldigen, daß es durch feine Schuld verwahrle
:Drd. 75. wird von
gepfändeten Pferden oder anderm Vieh verordnet,
Daß, wenn folche flerben ‚- ebe fie. dem Pfandneh⸗
mer gerichtlich zugefprochen wären (meldiget mer
' ven), der Schade für den Eigenthümer ſey: idt
eri fy alfo, dat he idt eme vorrofelofer hebbe:
es waͤre denn, daß der andere es ihm vxerwehrleſt
haͤtte.
Moxken. S. Lesen.
Rorer, Roolf. S. Rurr. -
Roreo, Schaafgarbe, millefolium, Hamb⸗ Roͤhl⸗
fe R. Hanndv, Releke. Chytr. Relik.
Room, 1.) Rupm. NH. Roem. Wachter. leitet es
ab vom A. ©. hryman, rufen. GlofE Pez.
Ruom, Geſchrey. Verel. in Ind. roma, ap-|i
plandere Bett das s Hebr. gun: (zum), en
hoben I
«
Rom — BE s.z
boben werben. u i8 von ‚Room, fast man
im zweibentigen Verſtande, für: er iſt ein ruhm⸗
raͤtiger Menſch, ein Pralhans. Dat is dines
Rooms een groot Stuff: deſſen brauchſt du
dich wahrlich nicht zu ruͤhmen.
2.) Rahm, Sahne, flos lactis. R. €. Ream
imd Cream. Fr. Creme. Womit das fatein.
cremor überein kommt. Set. Riome. Holl.
Room, Alt fränf, Ruum, : W
R&omen (os), rübmen. Berömen, beruͤbmen.
Beroom, Ruhm, eigner Ruhm, Pralerey. Man lie⸗
| ſet es in Henr. von Alkmars Anmerk. zum Rein,
be Dos, ©. 63. der Wolfend. Ausgabe von .
1711. Dat veerde, dat hir de lerer menet is
beroem. Wente nicht alleyne was Reynke
to freden in velen ſunden, men he mafede de =
keden ſyner boßheit enger un vafter darmyt,
dat he ſyk ſyner funde begunde to beromen.
Romen, Af.romen, die Sahne von der Milch neh⸗⸗
men. R. Wir fagen auch flöten, af flöten.
Romenise, Romanie, Rummenije, fpanifcher
8Wein. Kilian, Romenye, vinum hiſpanien-
ſe, vulgo romania. Jetzt hoͤret man es nich
mehr. Stat. 66. De (forte Wyne) mach
he upſtecken de Qwarten tho veer Swaren, une.
de hoger nicht, uthgeſpralen Malmeſien unde
Mummenie.
Rönen, eine Art Weinglaͤſer, welche bauchig find,
fcyphus amplior ‘et ventrofus. €, Rummer.
Schw. Remmare, H. Roomer. Etwa von
Ruum, Raum Ä m |
| | Roos,
*
524 Rom
Roox:' & Rooz.
‚Ronse-Boom. © Reen- boom unter Ruxx. |
Ronxen, 1.) rennen, laufen. Goth. in Cod.
Arg. rinnan. Verel. in Ind. renna, rinna.
A. S. zernan, yrnan (aber Rin; Ryne, de
tauf, Renel, Rynel und: Rynol, ein täufer; fo
wie ehemahls im Deurfchen Renner). E. run.
H. rennen, rinnen, runnen. Otfr. rinan,
kommen, herzu kommen. Daͤn. reride, laufen.
He kam an ronnen: er kam im vollen Laufe au
"Weg ronnen, weg laufen. nen aver rom
nen: einen im laufen zu ‘Boden werfen, nieder
rennen. Na ronnen, nach laufen.
4.) rinnen, flieſſen. ‚Gr. ; Ps. Die Schweden
ſagen rinna, rinnen, fo wie. renna-für- vennen
Orctfr. rinnan. .Cod. Arg. au) finrian ? daher
Rauns, Fluß, Runs Blothis, Blutfluß. Da
Ber iernt man den eigentlichen Urfprung des nie
derſaãchſiſchen Blood⸗ ⸗runne (ſ. unter BrLoop);
und des hochdeutſchen Blutrunſt, und blutruͤn⸗
ſtig, kennen. Hieher gehoͤret Kien, ‚Rhein,
‚Rhenus, Dat Blood ronnede em aver't Ge
figt: das Blut ſtrich ihm übers Geſicht. De
Trranen ronneden em aver be Baffen: bie
Thraͤnen volften ibm über Die Wangen, Dat
+ Water zonnet den Barg herunder: das Waß
| fer fließe den Berg berunter.
| Beronnen, betaufen, mit Laufen und Rennen ausrich⸗
v*b ten.
Ronne, Runne, Rinne, Abſtuß des Waſſers, Dach⸗
‚sinne, Gaſſenrinne, Rennſtein. In Hainburg
auch
Ron — 325
J auch Ronn⸗ schen R. Wir ſagen jeht lieber
Prutte für Gaſſenrinne. Cod. Arg. Runs, der
Fluß. A. ©. Ryne, der Lauf. Gloſſ. Pez.
Run, meatus: Runs, alveus. Kuͤnd. R.
Art. 19. Dar en ſchall nemandt Tunnen ſet⸗ .
ten, edder ander Guth, ofte dat hangen auge
de Ronnen, dat he de Straten mede beenge:
Niemand fol Tonnen, oder fonft etwas, ſetzen
oder hängen über den Renaſtein, womit dis Straf
fe beenget wird.
Schotr- ronne, eine Pleine Rinne von Hobtgiegein, fe
zwiſchen dem Dache und denjenigen Schornfteinen.
gelegt. werden, die an der Seite des Dachs herr Ä
ausgehen, R J
Rören (a). ©. Repen ı unter Rexe, 2
Roren, rufen. Cod. ‚Arg. hropjan. Schw. ro-
pa. H. roepen. Alt eng. roupe, rowp, ro-
| pe. Imperf.ifröp (ee), ihr
‚ Afropen thun die Nachtwächter, wenn fie gegen Mon
bLen zum letzten Mabl die Stunde anzeigen , und
aus einem Liebe fingen,
Roop, Ruf, Geruͤcht. rt
Röpe (cs), die luftrebre einer Sana Ä Von ropen,
rufen, |
Röper, ein Rufer: ein Nachtwaͤchter. | Uutröper
Ausrufer, praeco, proclamator,
Unberopen, 1.). unberufen,, ungerufen, nicht eingela⸗
den. No. j
2.) der nicht im boſen Rufe iſt , von gutem Gerüche
. te tat. 53. Worde he des vortuget mit -
twen Vorgeten unberopen eres Rechtes —
wuͤrde
!
}
Ze 71 Ron. Ror.‘.
würde er deſſen überzeuget mit zween unbefcholte
nen Bürgern, wider deren Mecht zum Zeugniß
nichts einzuwenden iſt — So auch Drd. 26.
Sonſt findet, man auch dafuͤr unbeſpraken. ©,
unter SPREKENR. "
Rörce (os),- ein männlicher- Zauframe : : in alten
Arkaunden Robekinus. S. Vogts Monum. in
ed. T. I. p. 99. & fcheint auch derſelbe zu
feyn mit dem alten Rippe, Rippo. Frieſ. Ro
be. Rippe ift bey den Friefen fowol ein Frau
ens⸗als ein Mannsname: Ribbke aber ber sand
ein Weibernam⸗
Rooß, ) Feuerrohr, Schießgewebr, Flunte. K
Kolle It 155. D£ en fchall nemant mit Ru
ven edder anderen Buſſen binnen unfer Stau
fcheten noch fcheten laten: "auch ſoll niemenı
mit Feuerrößten 'oder andern Schießgewehr inner⸗
halb unſerer Stadt ſchieſſen oder ſchieſſen laſſen.
—8 Ruder, Steuerruder. S. Ropꝛ.
3.) Auſtuhr, Tumult. ©. unter folgendem Ro-
REN.
Roor-chäfter, Bachſenſchafter, Vachſenſchmid.
‚RöRen bat alle Bedeutungen des Hochdeutſchen ruͤh⸗
| ven: anrübren, vegen, bewegen, betreffen, ange
hen, miſchen, ‚ mengen, Den Mefprung haben.
Cod. Arg. reiran, beweget, gefchüttelt werden.
4. ©. hreoran, hroeran, ruühren, bewege)
Alt fränf, ruaren, ruoren: Dän. röre:- Hol
'_ zoeren. Man vergl. das Ör. dem und ceaper: |
bewegen. De Safe röret mi nig: die Sache
ſebt mich nicht in Venezamn: it. die Sache ge
pet
ed —
| u Bon: 32 |
det mich nicht an. Bat rͤret Bi dat? wasge
het dich das an?.-. Geroͤret werden hieß auch vor
Zeiten, ohne andern Zuſatz, vom Schlage geruͤh⸗
ret werden, apoplexia corripi. So braucht es. -
Renner in der brem Chron. 6
Inrören, 1.). anruͤhren, tangerree.
2.) angehen, betreffen, atiinere. tät. 1, oder
die Tafel Art. 1. Nadem dat de Eendracht
unde Ede allene anroret den olden und nygen
Rad, unde de Menheit der Stadt Bremen
x. nachdem die Eintracht und Eide nur. den alten
und neuen Rath und Die Buͤrgerſchaft zu Bremen
angehen.
ʒerdren, beruͤhren. nd.
jeröred, beruͤhret, 1.) gemeldet, bgedacht.
2.) munter, bey guten Kräften. Wird von alten
Leuten gefagt, die ſich noch rühren und regen koͤn⸗
nen. Wir fagen auch beroord; in Dambarg be⸗
roͤrig. S. im Buchſt. B.
Ipgerored, und
/ orgerored, vorgemeldet, oben angefüßter ,. obere
ret. In einem Vertrag der Stadt Bremen mit
dem Dom: Kapitel von 3. 1533 ,, beym Nenner:
Wormede de upgerorden Twyluffte, Sche⸗
—
linge und Gebreke —— deger und alle they
Grundt ſcholen bygelegt, entſcheden und vor⸗
dragen weſen. In der Eendr: wo vorgeroͤrt:
wie vorhin gemeldet iſt: den vorgerorden Bref: |
die oben angeführte Schrift.
ör, oder Reer, nahe daran, contigue: Slxichſam
daß es daran ruͤhret. ‚Se findes man in Friſchs
ME u Wörter ©
28 oo. | Ron. |
beten. ruͤhrs daran. Roͤr daran: roͤr dig⸗
te darbi: ganz nabe daran. Sien Land ligt
vor digte bi minem: fein land ſtoͤßt an das mei⸗
nige.
Roor, Aufruhr, Auflauf, Tumuit, sen, ı wo alles
durch einander ſchreiet und in Bewegung iſt.
Frieſ. Roͤring, Bewegung. A. ©. Rure, Ge
raͤuſch. Daher Uproor, Aufruhr: E. Upro-
ar, von roar, vor Zeiten rore, A. S. raran,
ſhreien, bruͤllen, rauſchen. S. oben Raren
Alles i8 in Repp un Roor: es ift ein allgeme
ner Auflauf, oder Tumult.
Uproor, Aufruhr. Uprörifch, Aufruhriſch.
Röring, Rörung, und Rörje, der Schlag, apople
x xia. Beym Chyträus: Roͤring up einer Sy
den: die Laͤhmung an der. einen Seite, hhemiple-
xia. In dem Munde des, Pöbels iſt Roͤrje
(far abgebiffen von Roͤringe, Roͤrunge; wit
Fuͤrje von Fuͤrunge, Feurung: Hoolje von
Holunge, Holdunge, die Haltung, die Pflege
- am.) annoch ein Fluch: und Verwuͤnſchungs
wort, wie etwa ben den Hochdeutſchen, fehwert
Noth: z. B. De Rörje ſla mit. Dat di de
Mörel
Grund - röringe, Grundruhr, Strandung: tar
nämlich ein Schiff im Stranden eines Landesherrs
Grund beruͤhrte oder. feheiterte, und dadurch vet
. „Zeiten, mit der Ladung, dem Sandesheren verfak
len war. Dief: unmenſchliche Strandrecht wur⸗
de auch aufs feſte Land, auf Wagen und Pferde
ausgedehnet. Man ein. Magen umgefallen,
en | > ode
— X
—
Korn. 39
odereinige Gater davon gefallen waren ‚ fo fielen
fie dem Landesberrn oder deſſen Voͤgten heim,
Inmgleichen wurde ein Pferd eingezogen und weg
genommen,“ wenn der Weiter davon ins Waffeer
gefallen und ertrunfen war. Ja ſo gar mußte
das Fach eines Haufes mir Gelde geldfet werden,
wenn jemand yon dem Boden deſſelben herab ges
ſtuͤrzet war. S. Herzogth. Brem. und Verden
te Samml. S. 105 u. fe Jetzt iſt dieſes Wort
mit' der Sache ſelbſt beynahe iin Vergeſſenheit ge
rathen. Renner in. der brem. Chron. erzaͤhlet,
unter dem J. 1307, in dem Leben des Exzbiſch.
Johann 1, eine Begebenheit, die bier, einen
Platz verdienet, nicht nur weil fie die Sache er⸗
aͤutert, ſondern auch ein Beyſpiel enthaͤlt, wie
ſehr dieſes Strandrecht von gewiſſenloſen Beam⸗
ten gemißbrauchet ſey: Up einen Tidt hadde
de Vaget thom Langwedel einen gefangenen _
Kopman, md ſprack thom Biſchuppe: He
re, duͤſſe Kopman hefft Grundroringe ‚ge
bahn, und iſt mit ſiner Kahren und Gude ge⸗
fallen dorch de Brugge: derhalven ſchall he
juw geven grot Gudt, dat alle juwe Pande
ode loß werden. Do fprad de Bilhup
Jaohann: hefft de Man ock wat miß gedahn? -
antworde de Baget: ja, ‚wat, he darna frage;
de. Do ſede de Biſchup: latet den Man
quidt, und genet ohm ſin Gudt wedder: und
hebbet es nenen Danck, dat gy de Bruͤggen
nicht faſt maken. Mcchten wy fo Gudt
ſammelen, dat wy boͤſe Bruͤggen maken, und
81 en
—
530. — Rox. Ros.
2 fingen o gude Side, de nicht Mißdahn heb⸗
ben, dat gewunnen wy boͤßlichen und mit Un⸗
glicke. Erzb. Nikolaus, in einer Urkunde, vom
3. 1425, ſtellet auf der Heerſtraſſe zum Langwe⸗
del ab allerleye Angft, Vare, Walt, Afſettin⸗
ge, Ummeſtortinge, Grundroringe, wo men
dat nomen wil. Es heißt auch Rore in den ak
ten Urkunden, welches Wort Herr Haltaus im
Gloſſ. med. ævi zwaãt anfüßter, ‚aber nicht zu er⸗
klaͤren weiß, “
Ber. recht, Grund: rör - recht, sus öBefthrichene
Sirandrecht Grundruhrrecht. Sonſte Varech.
S. Schilter unter dieſem Worte.
Rör- -ei, gegihrte Eier. &. unter Er. ©:
. Rör- -um, einer‘, der alles herum ruͤhret und in Unord⸗
J ung Di bringez, nichts auf der rechten Stelle liegen
läßt. R.
. Rörel- koft, Loͤffelſpeiſe, gehötet ovieleicht bicher. ©
oben RröıL-Kost. |
‚ Ross. . Berkleinerungsw.. Röfeke, Möslein. In⸗
ſonderheit heiſſen alſs die Fleinen Streublumen in
dem gedruckten Zeuse und in den gewirkten
Stoffen.
"Ross, roth, tothlich. R Gi, oucuc. at. "ruf.
fus, rofeus. Sa, toffo. Fr. roux. . Engl
ruſſet. H. ros. Daß dieſes Wort ſowol als
Moſe von rood, roth, her zu leiten fen, leidet
Seinen Zweifel, Der Brantwein iſt roß, wenn
er eine hochgelbe Farbe hat. Won dieſem Worte
ſtammet er Ruſt, Delle ferri rubigo: und
| roſien,
Ros. ‚Ron . ge
© seoften; riften, auf dehr- Noſt ‚braten; von der
Farbe des gebratenen Fleiſches.
Los: TE; ver Roſt, crates, craticula. 6. Roofter, |
In Osnabr. Roͤſter. Es gehoͤret unter die Woͤr
ter, welche unmittelbar aus dem Celtiſchen her
ſtammen. Denn in Boxhornii Lex: Ant, Brit.
iſt hroſtio, roͤſten, auf dem Roſt braten: rhoſt. Ge;
bratenes; was geroͤſtet iſt. E. roſt, roͤſten. St. ro⸗
für, roͤtir. Sprw. Dat geit heet van der Ro⸗
fin: das geht-fehlatnig zur man eilet die Sache
“zu vollenden. Wenn einer fchlecht. finger, oder in
einem Haufe eine elende Muſit iſt, ſo ſagt man im
Scherz oder Spott: hangt de Roſten vor der
Doͤre, dat de Klang daar nig uut tut. |
or, Rott, 1.) eine Korporalfchaft: befonders in No
Bremen eine Unterabtheilung der buͤrgerlichen
Kompagnien, manipulus, turma. it. globus
hominum, caterva. Es iſt ein Wort des aͤuſe
ſerſten Altertzums. Cambr. Rhawd, Rhaw-
ter, :caterva, turma: Hibern. Ruta: A. S.
Ryt, Cread, Cruth: Sorab. Czroda:- Engl.
Rout, -und Croud: Fr. Route:. % Rot: Ital.
Frotta: Lat. barb, rotta, routa, ruta und
rupta (welches einige -von ‚dem. lat, rumpere,
von einander-reiffen, tvennen, berteiten) bey den
neuern Griechen para. -
| 2.). Bey den · Hochdeutſchen ſowol, als bey ung; iſt
es auch in eine boͤſe Bedeutung ausgeartet, und
bedeutet einen unvupigen, ‚aufrübrifchen Haufen -
Volks, zufammen laufendes Gefindel,. is eine
Faction, 68 ſey in der Kirche, .oder im Staat _
end, Rotta. - !la 0 Aame-
a
Sn
® -
N _ ‚
Rom 0
Rottetije , Rotttung, Verſchwoͤrung, ‚. conjuratio.
| Sender. Art. 4. Darut den. Secten, Rotte
rie unde Uprohr up ſtahn unde erwaſſen kon—⸗
des: woraus dan Factionen, Rottirung und Auf
ruhr entftehen koͤnnten. Art. 12. Go fe jenige
Rotterie unde Uprohr verſpoͤreden: wan fie ei⸗
nige Rottirung und Aufruhr verſpuͤreten.
| Rott- melter, ein Unter» Officier bey einer Buͤrger: Kom:
-. pagnie, ber ein Rott unter feiner, Aufficht hat.
In dem bremifchen Bürgereide heiße es: Ik
will minen Hövetmanne. und Rottmeſter, ok
anderen des Rades Befehlhebbern, geboͤrliken
Gehorſam leiſten. Eendr. Art. 10. Idt ſchoͤ⸗
le ok ein jeder Rottmeſter dem Rade enen fun
derliken Eed don, dat he uppe ſynes Rottes
verwanten ein getruw unde flytig Upſehen
wille hebben, unde fo he under denſulften je⸗
mandes verſpoͤrede, de dar Uprohr unde Tom
dracht an to fangende begunde, “dat he ein ſo⸗
danes dem Made ofte deme fittenden Borger⸗
meſter tor Tyd unvertoglif-anfeggen unde ver
melden wille. ——. Art. 11. Idt ſchoͤle of
ein jeder Rottmefter by demfulsen. finem Eede
‚nemand in finem Kotte Igben, de nen Borger
ſy geworden, unde ſik alſo dem Rade mit Lov⸗
ten unde Eeden nicht vorplichtet, unde fo ſik
jemands darenbaven wedderſetten unde indren⸗
gen wolde, datſulve ſchoͤlen de Rottmeſtere
deme ſittenden Borgermeiſter kund dohn unde
verwittliken.
Rott ge, Bott- Verwandter, Rottes-verwand.
Y ter,
. ; =
-_
| | ‚Bot. Zu 533 “
| ter, ein Bine, ‚ber. L Beben Kot gehoͤ⸗
ret.
Rorız, | Matte, Ratze. R⸗ Armor. Rat, Raz.
u A. S. Ræt. €. Ratt. So behalten auch alle
andere Dialekte das a. Nur die Frieſen und Daͤnen
ſagen, wie wir, Rotte. Ene luͤtje Rotte van
der Deren: ein kleines ſchlaues — J
Slou as ene Rotte: ſchlau wie ein Fuchs. He.
‚8 fo.faal. ad ene Rotte: er iſt verarmet, er
"gehet in abgenüßten Kleidern. ne ole Rotte
in der. Salle frigen: einen ſchlauen Menſchen ber.
rücken, tiberliften.
Brood - retten nennet ber gemeine Mann die Kinder,
weil fie ihm das Brodt verzehren. |
Rotten - kruud, Raßenpulver‘, arfenicum. R. He
is ſo ſchumm, as Rotten⸗ kruud: er iſt ein
verſchlagener, argliſtiger Menſch: auch im guten
Sirnn: er iſt ſehr ſchlau und klug.
| “RorttELn, Rotlen, roͤcheln. Es gehoͤret vermuth⸗
lich zu raͤteln. Oſtfrieſ. Landr. 3B. 73 Kap.
We geſtott wert dorch ſine Keelen, dat he ſi⸗
nen Dranck nicht holden mach, und rotlende
9 mit der Keelen, ein dorde Part Lywes.
3 he nicht rotlende ꝛc. Wer geſtochen wird
durch die Kehle, daß das Getraͤnk heraus laͤuft,
und er mit der Kehle roͤchelt, das iſt der dritte
Theil des Leibes, oder ganzen Wehrgeldes. Ro⸗
chelt er aber nicht dc
Rorren, faulen. S. Raten |
Borscnän, Rootfcher (n ). eine betannte A
Sevockſſch. Bon dem alten Rots, Fels, Klin
A 3 .: ’ RN x
N
53400 Rom.
pe, welches die 1 Holländer noch. haben. And alfe
iſſt es eigentlich der. ſonſi fo genannte Klippfiſch,
.der am Ruͤckgrat aufgeriſſen, und auf den norwe⸗
u giſchen Klippen getrocknet wird. gm Morwegen
heißt er Roſkiæaarr.
Rouz, Ruhe. S. Rau.
ROUEN, reuen, gereuen. . Wir fügen jeßt inehr Por
der hochdeutſchen Mundart rijen. - A. ©. hre-
owfign, hreowan. E. rue, H. rouwen. Ak
fraͤnk. und Schwaͤb. hriunon, riuuen, ruwen,
0... 7auwen, gerüwen.; ‚Cod,:.Arg: idreigen.
WVon rouen koͤnnte man. grouen, grauen, füge
lich ableiten: . welches die Aſpiration h in: den ab
‚on Mundarten zu beflättigen. fcheint.
"Reue, Rije, Reue. A. ©. Hreow. Bey dem De
ſyp. Raw. Cod. Arg. Idreigo» daher das un
kuͤrzte Sek Ider, ‚Bey den Holländ. beißt Ron
we, teid, Betruͤbniß Trauer.
Beroue daſſelbe. Hei ji nig Beroue? gereuet %
eaceEuch noch nicht? habt ihr euch nicht bedacht. Of
frieſ. Landr. 2 B. 292 Kap. Wann einer: dem
andern etwas ſtiebit, und es ‚ihm nachher wieder
zuſtellet, ſo ift .er- doch als ein Dieb. zu richten:
wente de-nafolgende Berouwe maefet em deis
halven nicht unfehuldich : denn die nachfolgende
Menue macht ihn nicht unſchuldig. °
Rouel maant, die Zeit der Reue. De Rouel⸗
wmaant ward bald lamen: die Reue wird bald
nachfolgen.
Roucksop, Rutaul: das m, when man einem.
wen u a.
x *
J J
- \ - ” 8
J \
‘
. - . . > ”
—
N
. » 5 ‘
J
n
Rov. 3
ib, damit er. den geſchloſſenen Kauf wieder aufe
bebe. - Verel..jn Ind, Idrakiöp. ...
j Röve (08-) 3. Ruͤbe. E. Rape. H. Raepe. Fr. Rave,
= Ital. Rapo. fat.:rapa, rapım. G. hamuc.
| Etwa von Roof, Bedeckung; weil die Rüben
kt: Amter der. Erbe, und alfo verdeckt wachfen.
Wurteln un. Rösen agter Faſtel⸗ avend (Safe.
I nacht), un ene. Deern agter dartig J Jaren, de
hebt. beide den. Smak verlaren, iſt ein Ar
„wort auf dem Lande, welches des. Bauein Ge
ſchmack in der Liebe anzeigen: „. Dem Buren
hoͤrt Röven,. dem. Oſſen hört Stro:. man.
muß einem jeden nach feiner Art begegnen: man
muß demjenigen feine feine und Föftliche (Berichte
vor feßen‘, der feiner Erziehung, wegen keinen Se
i ſchmack daran Ba.
Ä ‚Röf - ölje,.vor Zeiten Röf al, Ruͤbohl. Kuͤnd. |
| R. Art. 164. Ock en fchall nemant nen Rof
ſath edder Rofolig uthforen van hir: auch ſoll
niemand. Ruͤbeſamen oder Ruͤboͤhl von.pier aus:
führen. Man ſehe noch Art: 184.185"
Röf- faat,. Ruͤbeſamen. Jetzt unterfcheiben wir - da⸗ |
"son Rap⸗ ſaat, woraus. der Ruͤboͤbl gepreffet
‚wird, rapiftrum.:. da Roͤf⸗ ſaat den Sawen bee
eßbaren Rüben anzeiget. J
Roven, 1.) rauben. Cod. Arg.. birauban.. Perf.
rübaden. A. ©, reafian, reofian, bereafi-
an. E. rob, bereave. Schw, rofwa. Daͤn.
off, roſſue. roffuere. H. rooven. aucFr. ra-
2 yir, robber, dexoheęr. ‘Span, robar. Ital.
u robbare, zubbare. . fat, rahere. Wend. za
Dr | ZU SEE 2
536. Kov. Run.
u
t
bu &c. Andere verwandte Wörter rn unter
. Rapp, ſchnell, und Rapen, raffen. Das
Stammwort iſt ohne Zweifel Roof, welches eine
jede Bedeckung, Verbergung oder Heimlichkeit
anzeiget. S. oben unter dieſem Worte. |
2.) Unfere Vorfahren haben 'es. auch für beroven, |
berauben, gebraucht. Stat. so, Wordej je⸗
nich unſer Borger rovet, he ſy arm edder ri⸗
ke, de ſchall dat tho hant den Radtmannen
kundigen: wuͤrde einer unſer Bürger, ex ſey arm
vder reich, beraubet, ber fol es unverzüglich dem
Rach Fund thun.
Roof, Raub, raping, fpolium, prea. Celt. Rob. |
A. ©. Reaf;' Reöf. H. und Schw, Roof.
J Rover (a), Raͤuber. A. S. Reafere, Reoſere. Hell,
Roover.
Koef good, geraubtes Gut, ober fotdhes, das für dit -
¶ Diebe offen ſteht. Dat is io fien Roof good:
"Un jeder, wer nur will, darf ja bier nicht zugteis
: fen. ° Welche nieberfächfifche- Rebensare den art
Pi 11,:6. erflären kann.
' Russe; ein Seehund. 5%. Rob. Sonſt Sal: hund.
| Rubbeh - f läger nennet man Die teute, wie auch die
Schiffe, welche jährlich auf den Seehundefang
ausgehen. Die Seehunde werden aber auf dem
Eiſe, wo fie Heerdenweiſe liegen und ſchlafen, mit
Keulen todt geſchlagen.
| Rubben-- fpek, der Speck von ben Seefunden, wor
aus: Thran gekochet wird.
| Rubben bvell, das Fell der Seehunde, womit gemeis
ie die Reifefofer überzogen n werben, _
Ru»-
| u Run. Rucm. 0537
Rubszaio, Rubbrig, ancben, alper, feaber: |
was auf ber Oberfläche voller Gruͤblein, oder klei⸗
ner Erhoͤhungen iſt: wie ein Reibeiſen anzufuͤh⸗
len (es ſcheint mit Rive, Reibeiſen, verwandt
ya ſeyn): H. robbelig. Wenn die Haut voller
kleiner Blattern oder Finnen iſt, ſagt man: de
put i8 ganz rubberig. Een rubberig Ge
igt ; ein Geſicht, das ‚doll Pockengruben if.
. Man vergleiche das Engl, rubb, reiben, Rub-
bish, Graus, rudus. Cambr. Brit, rhubio, -
reiben. Irl. reubam, ſcheuern, reiben.
Rucux (kurzes u), Roche, ein befannter Seefiſch,
raja. E. Ray. H. Roch. Da der Schwanz
dieſes Fiſches mit. vielen ſcharfen Haken beſetzt iſt,
ſo bat dahen amſer Poͤbel die Verwuͤnſchung: de
Duͤvel wärd di kratzen mit'm Ruchen⸗ſwanze.
Rucasn, 1.) Gerücht, ein böfer oder guter Name, --
Ruf. Holt, in Kilians Etym. Rucht. Schw,
. Rychte, fama,- rumor. : Man tmeinetrgemeis -
niglich, es fen von rufen, nad. Ruchte. Ge⸗
ruͤchte, anſtatt Geruͤffte, welches Wort in dem
Sachſiſch. Landr. in dieſer Bedeutung vorkommt.
Welche gern alles aus dem Groͤchiſchen hohlen,
no, Die leiten es ab entweder von doxIeu, rauſchen,
ein Geraͤuſch machen, oder von badayor, Ge⸗
raͤuſch. Am beſten aber von unſerm roͤgen, re
gen, in Bewegung bringen: wie unſer Martinius
Rumor vermuthet. In der. Goldſchmiede
: Rolle hieſelbſt ſteht: Sprikt he Unorder an
ſine Ehre und an ſin Ruchte, und he ſick dat
tho Dans thut bat kön be beteren mit einer
Bremee
\
538
N. 5 u ‚Rucn.
Bremer Mr: redet er etwas ungebißefihe
‚gegen deſſelben Ehre umd- guten Namen, wodurch
er fich befchimpft haͤlt, dafuͤr ſoll er in einer bremer
Mark. Strafe verfällen ſeyn.
| . 2.) Zetergefehren : Geſchrey um Pin es. ſey ben
einem. zufälligen Ungluͤck, oder-bey erlittener Ges
waltthätigfeie: das Jodute rufen. Im Oſtfrieſ.
Sant: Wapens Gerüchte: Welches aber nit
‚ von Wanen, Wafen; abzuleiten iſt, als wollt
man dadurch die Nachbarn zu den. Wafen zu grei
fen ermahnen; ſondern vom A. S. Wop, Ge
ſchrey, Gehenl Wwepan, weopan, ſchreien,
weinen, Cod. Arg. wopgan, wopjan. Ruch—
te ſchrijen; um Huͤlfe rufen, Laͤrm machen.
Stat. 42. So: wes Hu Mannes offte
Frowen binnen Bremen entfenget wert, ſo
dat apenbaer wert, degenne de dar inne mw
„net de fchall ein Ruchte fernen. . -Deit he dei
Mich, ‚be fchalt der Stadt geven 3. Marl:
. wenn jemandes Hans in Bremen in Brand ge
rath, ſo ſoll derjenige, fo darin. wohnet, es
ſev Mamn oder Frau, fo bald es entdecket wird,
am: Huͤlfe vufen, odes Laͤrm machen. Thut er e6
nicht, ſo ſoll er der Stadt 3 Mark zur Strafe ge⸗
ben.” So auch Verd. Stat. 103. Kund. R.
Art. 53. ‚heißt es, wenn jemand in der Stadt
verwundet / ‘oder getöbtet würde, tho den Rudy
te ſcholen alle de gene gan und. kopen, de dat
ſehen und horen, und den Handdadigen toͤ⸗
ven: zu dem Geſchrey und kaͤrm ſollen diejenigen
seien ı und laufen, bie es +. fen und oe, und
| vv den
J
den Beatafäre enfätten. Kt. 54. ESo wor =
ein Ruchte ſchutt binnen unfer Stadt, unde
dat gefchrietwerde, und kamen de Raber dar
nicht, de dar by beſeten find, dat ſchoͤlen ſe
heteren wenn in unſerer Stadt ein Lärm.
gemacht und um ‚Hütfe geſchrien wird, fo ſollen
‚bie naͤchſt daran gelegene Nachbaren, wenn fie“
nicht herbey Formen, geſtrafet werben. Art. 558.
We od by Nächte, ein Ruchte maket ohne
Mohr, de fehall idt evener Geftalt by will
iohrücher Straffe heteren. Art. 56. Wur⸗
de ock jenig Ruchte edder Klockenſchlag by
Nacht iyden in unſer Stadt, dat ſchall ne⸗
mand up jagen, ahne dein dem Verendeel be⸗
Meten find, dar dat Ruchte is ıc. |
{
Bez
Anrttchtiz, berüchtige, der im böfen Ruf it; qui in-
famia notatur; Renner.
Beruchten, berichtigen, in böfen Ruf, Seingen, vw
ſchuldigen. |
Unberuchted, unberhähtige, ‚wider Beffen guten Nas
mien nichts zu ſagen if. Ord. 39. Were de
Safe nicht hoger, den ene Mark, dat mochte
ſe tugen "mit twen unberuchteden. Borgerenz
beliefe fich die Sache nicht Über eine Mark, fe: |
mag fie es bezeugen mit zween unberüchtigten Bes
gern. (War die Sache 3 Mark werth, fo mu⸗ |
ſten Geſchworne dazu gebraucht werden)
Ropu kleines Geſtraͤuche, welches man auf den
Wieſen oder Aeckern ausrettet. Man ſagt auch
Struddik, füge auch wol, beydes jufammen,,.
Hut un Struddi eradicetum, & fans
—X
>
x
W
m 1
| 540 u Run. Bunt.
ser,
ms von dem folgenden ruͤden, reuten, augrotten,
In einigen alten hochdeutſchen Urkunden
Wetih Ruͤtticht und Struͤtticht. S. Halt
aus in dieſem Wort. Bon einem kleinen und
kurzen Kinde braucht man es im ‚uneigentlichen
Sinn: een luͤtjen Ruddik.
| Rupr. Rue; Kayte, ruta. Gr. jurn. Cambr.
: Rhyw. A. S. Rude. E. und Fr. Rue. H.
Ruyte. . Span. Ruda.
Hof- rue, Eberwurz, Stabwurz, abrotetium. Ein
bekanntes wohlriechendes Kraut in den Gärten,
‚mit fein geferbtem Laube,
Wien - -rue, Weinraute: » Wyn-ruyte: | ruta hor«
tenfis.
Rupæ iſt beym Chytraͤue der Pflugſtocher, womit man
das Pflugbrest von der anhangenden Erde ode
Graswurzel reiniget: rulla, ralla oder rallum.
Rüpen, veuten, rotten, wühlen Wir fagen.jck
raden. ©. oben. To ruͤden, zerrütten. Man
findet es beym Nenner. unter dem J. 1562. Dat
„alle Stende und loff liche Ordnunge gantz er⸗
barmlich tho ruidet.
u Runorin, im Hanndoeriſchen, einer dem die Haare
unordentlich um den. Kopf bangen. Wir fagen
Ruugule, oder ruge Ule.
Ruzır, Rulk, ſchlecht, efend, Sm Ditmarf,
Rürrer.- ©. Rörreı.
J Rurreun, 1.) Euppeln, Kuppferep teeiben, ein uner
laubtes geheimes Verſtaͤndniß wit jemand haben.
Beſonders brauchen wir dieß Wort von feuten,
die fü ſ ch als Unterpänbler em. ben. geheimen Räns
ken
NL
Run J =. | 541
fen tee Sf ndes und der jungen cente gebrauchen |
. laſſen. und dieſelben zu allerhand Laſtern verfühs
ren. Die Verwandſchaft, welche dieſes Wort in
andern Dialekten hat ſ. unter dem gleich folgenden |
Ruffeler.. Dat solde Wief deit niks, as mit
ander Rüde Volk ruffeln: das alte Weib unter:
baͤlt ſtets mit anderer Leute Geſinde ein geheimes
und unerlaubtes Verſtaͤndniß, und verfuͤhret es
zu allem Boͤſen. Se ruffelt jummer mit een⸗
ander: ſie, haben immer:eine unerlaubte Heimlich u
keit unter einander. z
2.) Im Hannoͤs. if ruffeln ibn, is, vormefe, "|
Verweis. geben. a
fo ruffeln, heimlich zu ſtecken, furtim tradere, 3
B. wenn das-Öefinde einer Kuppferinn oder Dies
beshehlerinn etwas: gibt, infonderheit wenn fol
ches der Herrſchaft entwendet iſt. Man ſagt auch
Am eigentlichſten Sinn: Se hebt em ene Frouw
to ruffelt: ‚fe Haben ihm ein Weib m gekup⸗
pelt.
tuffeler, Ruffelerf ke, and Ruffelawieß, ‚ein Kupp⸗
ler, eine Kupplerinn: Gelegenheitnacher, Uns
terhaͤndler in einer unerlaubten und das. Licht ſcheu⸗
enden Sache: Leute, ſo die Jugend: verführen,
oder mit dem: Geſinde heimlich: zu halten, ‚Chytr.
-Rufferfche, lena, ftupri fequeftra, concilia-.
trix. E. Ruffian. H. Roffiäen, Ruffiaen,
Fr. Ruffien. Ital. Ruffiano, Ruffiana. . Span,
Rofian. Die Dänen ſagen Ruffer. Vergleiche
das Schwed. rofla, und unſer roben, rauben,
ſeblen: E. rifle: 2. S. realian. ‚el, riufa,
ES °\ 3 ig
| Ruffelij, Kupplergy: geheimes Verſtaͤndniß, geheime
Siege in der Heimlichkeit, Verbergung: denn rof,
ruf, bedeutet eine jede Bedeckung. S. Roor,
die Bedeckung über. den Hintertheil eines Schif
NT.
| 543 |
N
muit luter Rüffelerffen up: ſte Bäte fi) Sefkändig
6
Ruva, 1.) rauh, rauch, haarig, hirtus, hifpidus, i
—
. Ruffelhaftig, - adj. und adv. kuppleriſch, JMr Kuppeley
un
D raub ſcharf, ungeſtuͤm, aſper. Renner ib.
fel⸗wiver gaen: die Frau hate in ihrem Haufe
Run. Ri
verderben. Der urſprungliche und —
ſes. Vergl. Roven,. rauben. Se hol ſit
mit Kupplerinnen auf. De Frouw het vull Ruf
viele Unterhändler und Kupplerinnen.
Unterhandlung in einer unerlaubten Sache, -
geneigt, oder der fich damit abgibt, |
pilofus, —— Cod. Arg. tin. A. S.
rih, ruh, Alt fraͤnk. und Schwaͤb. ruh, |
E. rough.. » ruyg, touw. Dän. rug. ir
vergleiche auch das €. rugged, Schw, rugge, |
raub, afper,. ſcaber: 4, &, reoh, hresh.
Cambr. Brit. Rhawn, Borſte, Zoͤte, ſeta:
Rhwg, Wolle, ein zotiger Ueberrock, fo wie im
A. S. Reowa, und. E. Rugg. Set. Ruu,
Haupthagr. Ruge Ule, und in einem Wert |
er Ruuguulfe ein tingefänimtet Kopf
_ mit verworrenen Haaren. it. eine Perfon, : fonden
u ein Mädchen, ‚dem die Haare über das Ge ]\
ſicht bangen. Def leit. ruug un roh ins er iſſet
alles. weg, wenn es -aud) noch) fo ſchlecht iſt.
J. 1149. De Hertog fohr oͤhne an mit rugen
Worten, dat he fif der berſchur annehme in
Minen Lane, . Rugen,
\ . u t
—
J —F “ ‚ —
⸗ ) . ‘ “ - , ® u
. - . . . -
| Ä ‚ Rua. “ —— 543
Rugen, 1) and. oder fiodig werden. Dat Tüg u
ruget:: Das Zeug wird flockig, panmus attritu
floccoſus fit.. " Wenn flocfiges Zeug feine Flocken
oder Wolle fallen, . oder. hie und da -anfeßen und - ;
hangen laͤßt, fo ſagt man: dat: Tüg ruget af:
de Hund ruget af u. d. ge
\ 2.) In Hamburg wird es. von dem Mauftern des
Federviehes gebraucht: die Federn abwerfen. R.
Rusge- -riep. ©; unter Rırr. . J
* Ruug-paterig. . S. Rupaterig unter Rurs.
- der: innern Seite: rauch gemacht, umd- geſchwaͤrzt if.
Ruug⸗ſwarte Schoe: Schuhe von. dergleichen
Leder, welche in der Trauer getragen werden.
Ruug- -ule. ©, obenin RPUG.
“ Ruug-wark, Peljwerk.
. Rucez,: der Ruͤcken. A. ©; Rise, Hrecg, Hrieg,
Schw. und Dän. Ryg, Rygg. Die Holländer
ſagen, wie wir. Die Engländer haben Rig,
Ruß“ --fwart;' fo nennet:man das Leder, welches auf
f
: Rigging, "und‘ Ridge: das legte in Ridge öfthe
Back, Ser: Ruͤckgtat, Ridge of:a Hill, eine Rei⸗
he Berge, jugum vel. dorfum montis. Schottl.
*Rig. Isl. Riggur. Gr. jayıs, der Ruͤckgrat.
Enen breden Rugge hebben: : fett, wohl gemaͤ⸗
Re ſeyn. it. ſich aus einem Verweis nichts mas.
en. Enem den Rugge. riden: hinterruͤcks u |
J * übel von einem-reben, einen verlaͤumden. Agter
⸗ V
bem. Rücken, ohne jemandes Vorwiſſen. Zu
Kindern, „welche uͤber Ruͤckenſchmerzen klagen,
‚pflegt man im Scherze zu "jagen: Def du oof
REN
* R
Rugge, und agter Nuggs:. hinterrücke, Hinter |
546 | . Rum |
ſtatt: davon wirſt du das Nachſehen Baben: das
nim hin: da haft du deinen Beſcheid. Uut den
Halſe ruͤken: einen. infenden Othem habe,
Dat ruft fief Faem in de Wind: das richt
oder flinft einen Schuß Weges weit mit dem
Winde.
Berüken, beriechen· ‚Si beruͤken: einander. formen
lernen, tentare vires inter fer Welche Nedenss
art von den Hunden. entlehnet if. Von Leuten,
“welche, nachdem fie anfänglich fich nicht vertragen
koͤnnen, einträchtig zu leben anfangen , fagt mar
wol: Ge hebbet fif eerft berafen.
Verrüken,: verriechen, außsriechen, verrauchen, duch
Ausdünftung den Geruch verlieren. . Man fagt
. auch verrofen, won Rook, Rauch. Jenes aber
ſcheint richtiger zu ſeyn.
Rok, Röke (on), Geruch, odor: bas Vermogen h »
riechen, das Riechen, odoratus, olfactio. H.
Reuk. Hebr. 70 (reach). Ik hebbe ninen
Wolen ich farm nicht riechen. Sprw. Heſt du
ninen Roͤke, fo blief uut der Koͤke: wozu du
nicht geſchickt biſt, Da-Iag dich nicht mit.ein.
Rilker. ‚ der da riecht, qui odoratur. Wir. brauchen
es im Scherz für die Naſe. nen groten Ruͤ⸗
fer vorn Koppe hebben: eine groffe lange Na⸗
7. febaben.
Rükel - busk, Blumenſtrauß. Im She , Den
ſchenkoth. In Hamburg Ruͤkelken. R:
Rük-lecht, Rauchkerze, odoramentum.
RIKKEBN, -rucken, tuͤcken.
| Verrukked,. Worrukked,. wert, ven, au
Lee
B2
N
Ron Roi. Eu 547°
der Drdnung gebracht. it. vorbergebend, abgetoichen,
verfloſſen; wenn von der Zeit die Rede iſt.
Eendr. gleich im Anfange: Wowol vor velen
vorruckeden und bygewekenen Zaren twi⸗
ſchen dem Ehrſamen Rade und ganzen Ge
meenheit der Stadt Bremen eine’loflife unde
. wolgegrundete Vordracht - — upgerichtet un⸗
de gemaket ꝛ⁊c. |
rukkels, Auſſchub. it. eine kurze Ruhe. in der Ar⸗
beit oder Muͤhſeligkeit: ein Zwiſcheyraum, worin
der Paroxyſmus, oder die Heftigkeit der Krankheit
"und des Schmerzens, ein wenig nachlaͤßt. Arie
Upruffels : unaufhoͤrlich, ohne einige Ruhe,
He hoſtet jummer ane Uprukkels wg: er hu⸗
ſtet unaufhoͤrlich, ohne Nachlaß. Idt reegnet
ane Uprukkels: es regnet —*
kk-eerſen. ©. unter Eures. J
IJEF, Rudolf. In den alten. Urkunden Roleff.
E. Ralph. Renner vom Erzbiſch. Giſelbert: De
Regalia entfing he vam Keyſer Roleff.
ILLEN, 1.) act: volien,- etwas. rundes. walzen,
volvere, volutare. E. roll. Fr. rouler. H.
—
rollen. Dan. rolle. Schm. rulla. Einige |
leiten dieſe Woͤrter ber. aus bem lat. barb. ‚rotu-
lare: .Edmw, ine aber in. Juni Etym. Angl. v.
Roll; ‚mit mehrerm Rechte aus. dem Celtiſchen
Armor. ruilla, Hibern, rolam, in derfelben
Bedeutung. De Bäte-in’t Huus rullen; die
Faͤſſer ins Haus rollen.
2.) neutr. gerollet werben, ſich waͤlzen, velvi ut
„Sylindeus vel globus.. De Kugel rullet den
Mm 2 u OS
\
- so Bu \ U ‚Run. ,
Baͤrg heuunder die Kuga ff den Bag Gi
, ab::
. 3.) Dat Tuͤg rullen: "die Waͤſche mangen, oder
An einer Walze pfätten, weich und fanft machen.
+) Man brauche rullen auch wol für: fahren auf
ur einem Wagen. Daar rullet he hen: da fäprer |
er hir. - Sie hen rullen laten: fich hin. ſahe
ren laſſen. Holl. beym Kilian: rollen, auriga-
re, currum regere, vecturam facere. S.
auch Friſch im Wörtersbß. RB
5.) pruͤgeln. Se hebt em doͤgd rullet, oder af FE
xrxullet: fie haben ihn derbe geprügelt. Dieſe Bes
“ beumpg iſt nur die uneigentliche von der dritten.
Rulle, 1.) Rolle, Walze, und alles, was walzenfor⸗
mig iſt, cylindrus, E. und H. Roll. Franz.
" Rouleau. Ene Rulle Einen : ‚ein aufgerolts
Sthurk Leinwand. |
Bu =) Beſonders ein aufgerolftes Deigament oder Par
— pier, volumen. Fr. Role. Cambr. Rhol.
| Irl. Roladh. Dabher die fonft noch bis aufs J.
1756, am Somtag tätare, in Bremen vom
5 Natbhmife jährlich abzuleſende Policey⸗Geſehe
und Verordnungen, ' die wie in diefem, Woͤrterbu⸗
che oft anführen, ‘die Kundige Rulle genannt
werden: weil, dag Original derſelben vom: Jabr
112449 aus einigen jufammen gehefteten ——
Gellen, die zuſammen in der Laͤnge 24 Fuß,
der Breite Elle betragen, beſtehet, und
rollet auf. dem hieſigen Archive bewahret wird.
Driieſe Rolle wird die kundige genannt, von kun⸗
digen tand wo u “ Br oͤffentlich vers
leſen
° — —
— Ru 02.2.0549.
leſen wurde. Lacherlich iſt ber Fehler, wann N.
P. Sibberen in Biblioth. hift. Dana-Norw. ſie
die Rinder Rolle nenne, Eben -fo werden auch
die Stiftungsbriefe und Statuten der Aemter und
Handwerker, bie Sanimgsbriefe, Amts— rulen
genaunt.
3.) Eine Mange, oder Rolle, weruater man die
Wuaſche rollet und plaͤttet. |
+) Rulle, Handrulle, iſt in Hamburg ein n langes J
drellen oder leinen Tuch, eine Handquelle, die
"über ein Rad oder eine Rolle haͤngt, die Hände
darin zu trocknen. R. Wir nennen es Rik⸗dwele.
5.)Rallen nenne man’ auch, bey dem Deichtvefen,
Fleine aber ſehr gefährliche Defnungen durch dem
ganzen Deich, naͤchſt an dem Körper eines. Site
- Gie-entfiehen aus den Gängen der Maulwuͤrfe,
Wuaſſerratzen und Fiſchotter. Berg. RILLX.
‚Rullken; 1.) dünne aufgerollte Kuchen, welche die
— Geſtalt eines Cylinders baben. E⸗ it das Ver⸗
kleinerungswort von Rulle. u Ä
2) aufgerollte, mit Fleiſch gefülfte ‚und zufammen
genaͤhete Städte von Rinderpanzen, weiche in Eſ⸗
fig: bewahret, hernach in Scheiben vefänisen u und
in einer Pfanne gebraten werden. 7.
x. rulle. H. Katrol. S. im Bud. K..: |
Rull-boom,. ein Kreuz, fo Wagerecht auf einem u Dfapt“
ſich herum drehet. Man ſetzt es vor äinem Fuß⸗
ſteige, daß nur. ein Fußgaͤnger durch gehen fann, =
der im Durchgehen das Kreuz umdrehen muß.
. Rull- Bred, Mangelholz, kleine Waͤſche und einjelne Ä
| ‚ Guide darauf: zu allen. 5 0 2cie-
M in 3 — | —R
—8
—
Be 1.7. Rum Rum.
Rull- ‚holt; die ueaglich gedrehete chunderfornuge Wal⸗
‚ze in einer Mange, um welche die Waͤſche, war
fie gerollet wird, gewunden werden muß.
Rull- wagen, ein Kinderwagen, ein einen Wagen,
den die Kinder ſelbſt ziehen können, _ Enen up
den Rull⸗wagen krigen, oder faren, heißt nicht
nr; einen,äffen: (ſo wie in Osnabruͤck. S); for:
dern auch, einen ins Gerede: der Leute bringen:
und, wenn von. eiriem Kaufmann die Rede ift,
jemands Credit in üben Ruf bringen. Se hebt
x em up den Rull⸗ wagen: die Rede sehe, daß
ee bald Bankerot niachen werde, . .
Ruxps,. 1.) . ein aus dem Magen mit“ ‚einem: Ge
raͤuſch aufſtoſſender Wind, ructus.
2) ein grober, ungefchliffener Menſch.
‚Ruvm, 1.) ſubſt. Raum: fpatium, intercapedo,
intervallum: infonderbeit der Raum. im Schiffe,
wo die Guͤter liegen: alvus navis. Cod. Arg.
Rums. A. ©. Rum. E. Room. Isl. Daͤn.
Schww. und Theot. Rum. H. Ruym. Gr.
Fund; ein Raum⸗ Zwiſchenraum ‚. tractus, in-
tervallum loci, diſtantia: buun, eine Straſſe,
‚yicus; He will to Rume? er will ins freie
| Ge, oder. verreiſen. In Hambutg iſt: to Ru⸗
me— kamen; hervorkommen, aus dem Bette kom⸗
om R. De Föte up dem Ruum hebben:
u af freiem Seide feyn, auf freiem Fuſſe feyn.
a) adj. ‚geräumig, ledig. Engl, rowme. Holl.
ruym. Ruum Huus maken: im Hauſe aufs
raumen, das Haus ledig machen. it. alles alte
BSeſnde een De rume See: die weite
ur ... 6%
‘
x
Non
>
| | Rum 11
* ie. upn rumen Selbe: auf dem weiten’ Feb
"86° He hadde enen.tumen Mund: er redete
zu viel, that den Mund zu weit auf, Meß der-
“.. Zunge: den Zügel fehleffen. Compar.. Rumer),
Ra geräuntiger, weiter: "De Wind ward tumer,
2 fagt man’; wan-der Wind ſich fo drehet, daß, er
2 mehr, als vorhin, von Waſſer oder der weiten
2. Bee her anf das Ufer ſtebet: welches man ſſonſt
auch wutt ſcheten nennet. Dit us ru⸗
mer dieß Haus iſt geraͤumiger. u
4 ) Aadv. geraum, geräuniig. it. —A «oolltom⸗
| men, reichlich! ot: 8 ruum een Jaar ð es iſt
Be voͤllig ein Jahr. He is ruum fo lang,as ikk
Fe er if poͤllig von meiner Fänge.’ Ruum meten:
7 reichlich. meffen. R. ' Rum fitten: geräumig,
nicht beekget ſitzen. Auch hievon hat man den
comparativum Timer, geraͤumiger, mit mehr
- Raum und Bequemlichfeie ABI wanet hier
mer" wir haben in: dieſer Wohnung’ mehe
Raum. To ruum ſpreken: mehr: reden/ als
man ſoll und darf: feine Zunge nicht im Zaum
©, halten; "Daher mañ das hamburgfhe Ruum⸗
= fchöttel, Plaudertaſche, Großſprecher, verſtehen |
tt Rand Dat is to ruum up geven das iſt
| ‚über die Wahrheit vergroͤſſert, zu milde berichtet.
BVogts Möntım.ined. T: II. p. 304. Unde
wen son enen er Geld gegeven hebbet,: ſo ſcho⸗
Jet ſe uns im unfen Erven unſe Gud wedder
7 folgen"laten reken un rum: d. i. frey und le⸗
> Dig; oder,“ wie es anch erklärst werden kauun, voͤl⸗
N, ini J
N ‚Mm J BEE: — |
i 4
Ae« “.n 4
352 | . Rom = |
Rümer, dere etwas ausraͤumet, ledig watht, $. Ruy-
. mer. Buͤdel⸗ ruͤmer, Beutelfeger. In Ham⸗
= “Burg R.
. ‚Rümte; Raum, lediger Platz, freies Felb. Holland.
„Rayman Daar hebbe if nine Ruͤmte vor:
. dazie,pabe ich keinen Platz. Dat nimt nig veel
Muͤmte weg: das wimt. feinen groſſen Raum ein.
Daar hört jo ſo grote Ruͤmte nig to: Das er⸗
fordert ja einen ſo groſſen Platz nicht. De
—15 van't Huus, oder Huus⸗ ruͤmte: der
Raum im Haufe: Scheeps⸗ rimte: ber Raum
im; Schiffe fuͤr Kauſmannsguͤter. ”
Rumen, ‚räumen, Platz a, leer machen; einen
Onr verlaffen, ausziehen, A. S. xymian: Alt
fraͤnk. ruman, heer machen, weg taͤumen. U
©. rumian, einen Ort verlaſſen. Mit dem
- Stayife ruͤmen: ſich beym Abſchiede ſehr ſchlecht
r auf fuͤhren.
Ar rümen, 1.) abräutgen,. einen- Dres leer machen.
29 abziehen, einen Dre verlaſſen, loco cedere.
Renner unter dem J. 1425. Als fe tho ſtormen
gingen, nehmen ſe ſo vele Doden, dat ſe mo⸗
ſten widder aff ruemen: als fie zum Sturm an⸗
ruͤckten, bekamen fie fo viele Tobte, deß fi ie ſich
wieder zuruͤck zieben mußten.
Weg rümen, 1.) weg, raͤumen, aus dem Be väns -
er ment, removere. - \
Y 2.) ſich abfüßren, weichen, einen. Se: eerlaffen.
Renner J. 1418: Min Raht were, dat wy
weg ruͤhmeden: mein Math wär, daß wir uns
son Iannen machten.
N
NN RUNMELN,
nn
Rum © 553
Roumzın, poltern;, ein dumpfiges Gerduſch machen,
| _ ftrepere, infonare,. murmurare. R. cs iſt
vom Laut gemacht. €, nımble. H. Tomme-. -
‚:. „den, rammelen. Isl. Ryımber, Gemurmel;
Dahber iſt Trummel, Trommel: und grum⸗
meln, ein dunkles Getoͤſe machen, wie der Dos _
ner in der Ferne. Idt rummelt mi im Live:
Ies poltert oder gurret mir im Leibe. Dat Rum⸗
“mein der Darme: das Geruͤmpel der verfchloß |
ſenen Winde in den Gedaͤrmen. Wo rummelt
> Dive Buuk: wie gurret es dir im Leibe. Im
Epott: auf ein Bauermaͤdchen ſagt man: Aalke
Buur— staalfe, wo rummelt di de Buuk, dat
deit de ſure Karn⸗melk, de will daar heruut.
En vermengen es mit ben folgenden Rum⸗
| pen.
| Rommel. 1.) allechand altes Eifengeig und ander⸗ u
z ' verlegene Sachen, welche, wenn man fie beiveget,
ein Geraͤuſch oder Gepolter machen: alter Plun:
der, Geruͤmpel, ſcruta, veteramenta. :. Holl.
| u. Ronimelery, Rommeling. : Beym Kilian
Grimpel, .Gerimpel, Grempel. In Friſchs
Woͤrterb. auch. Geruͤmmel. Lat. barb. rum-
bula, Zeödelweib, Gerümpelweib u
2%) ein ohne Zahl und Unterfcheid. Fufanmen genom: |
miener Haufe: Gutes umd Schlechtes Durch einans
ber, R. Un einigen Orten fage man Ramp.
Denahe. Raͤmter. Sr. Ramas.. 9. Rommel.
... 200. Im Rummel fopen: in Bauſch und
— Bogen faufen: per averlionem emere, . Den
| | mm 5 ae ganzen |
r .
-
- - “ > >
* N ' 5 “ s
n pr B . x
“.- 5 u.
⸗
Ten
a . Rum.
ganzen Rummel fopen: "alles mit einander Pr
:: » einem Kauf erflehen.
— 3.) Was der Rummel im Kartenfpiel iR, wird
nwol Niemand aus einem bremiſchen Woͤrterbuche
22. lernen wollen. u
| Rummeliie, 1.) das Gurren im Beuche: das Pol⸗
| teen der Winde in ben Gedärmen: GG: Rum-
bling. H. -Rommeling, Gerommel. Ik weet
Ni wat ik vor Rummelije im Live hebbe: ich
weis nicht, ‚woher es mir fo um Seibe poltert.
" fetweife , ſondern im Rummel verfaufen muß.
% ir - e.
. u:
* ein altes baufalliges Haus. ‚Ein. groffis weis
lauftiges. Erbe, das alt und. verfallen ausfieht,
heißt ene grote Rummelije. —
Rumpam, ſchuͤtteln, ſtoſſen, wie ein Wagen auf. uneb⸗
nem Wege, oder wie eine alte Karre, deſſen Raͤ⸗
| be nicht mießr rund find: ſuccutere. R. Es iſt
uunnſtreitig mit rummeln gu naͤchſt verwandt,
.Denn was rumpelt, dag vummelt aud). Der
5: Unterfcheid tft, daß rummeln aufs Gehör, und
..: 2 zumpeln aufs Gefühl wirket. Dabher auch diefe
Woͤrter, ſowol hier, als: in: Hamburg, oft. mit
einander vertdechfelt werden: wenn man, de Buuk
>: zumpeltimi, und, de Wage rummelt, ſagt.
=) alte verlegene Sachen und Geräthe, ſo man nicht
- Aber richtiger:.; de Wage tumpelt up dem
BEE Steenivege: der hättet und. ale auf
2.0. dögd: möten. rumpeln Taten: ic habe mich
Auf ber alten Kane wacker muͤſſen ſchuͤtteln laſſen.
J > x
% - “ > *
«
s
s Rum 555
2 fon dat. # Rumpel nig rerdeigen· ich tann
das Schuͤtteln nicht aushalten.
Rumpumpeln, ift von obigem das. intenfivum: ſtark,
oft und viel ſchuͤtteln. Daar rumpumpelden
wi hen: da lieſſen wir uns auf dem m Wagen bin
ſſchuͤtteln. ..
‚Rümpel-geeft, Poliẽrgeiſt. J | u
| En kare, :auch; Rummel - hate, ein: after Wa⸗ |
| gen, auf. welchem man ‚unfanft: faͤhret: eine alte
Karre: ein ſchlechtes Fuhrwerk, inſonderbeit ein
ſolches, deſſen Kaſten nicht. in Riemen ing, und
alſo ſtark ſchuͤttele. U 8
Rummenm ..& Romenspe. un
‚Run P, I.) Rumpf, truneus cornoris. H. Romp \
De Rump von. gen Schip: pas. eigentliche Ge⸗
baͤude, oder der Köcher eines Schiffes obne —* J
und Taue. |
2). ein Wambs, ein, gutterhemd ohne Yermel, R-
2 der boͤlzerne Trichter. in den Mühlen, wodurch
u das Getreidejauf.den Stein gefchüttet wird, Die⸗
fe Bedeutung ſcheint von ohigem rumpeln zu fen,
‚weil Diefer Trichter unter dem Mablen in beſtandi—
ger ſchuͤttelnder Bewegung iſt.
Rump-r rekken. S. unter Recen, Rekken; N
Rumpern, Runzeln. S. Rımpeis I
Rumpern,: ſchuůcteln. © Aa vorher unter Rum
...MELN . |
Rumr-srump, 1) unausgefucht, vor der Hand.
weg, ungemeſſen, ungewogen, im Rummel. R.
und 8. So wird es gebraucht beym Kauf und
Verkauf gewiſſer Sachen, die man nach dem bfofs
NN
u Rundeel, ein rundes Bollwerck bey den alten Defei
350 - Rum. Rum
oa fen Gehör; und nach Muthmaſſung des eigen
chen Werths ſchaͤtzet und bezablet; z. B. wenn
man Schlachtvieh lebendig um einen gewiſſen
Preis, kauft oder verkauft, ohne daſſelbe zu wi:
gen: wobey⸗man eben. fo leicht Schaden, als Bor
theil, haben kann. Es iſt zufammen gefegt von
obigem Rummel, und Slump, ein ungefehrer
Zufall, ein Gtäcsfall. "5 Rompflomp. .
Ä =) ein ungefehrer Zufall. S.. Alp’ nRumpflump:
auf gerathe wohl. -S,Srume.
Rumüunks, heißt im Haunos. Geſchwiere, vermiſch |
te Speiſie.
Runo, wie das Hochdeutſche: rotundus, globofus,. |
- teres. €; round: 9. und Fr. rond. Daͤn.
und Schw. rund, Mund is de Welt, fagt
7. man, Wenn man eine Perfon oder: Sadıe Im Kreis |
>, fe berum-dreßer.. . He böret all, wat rund is:
er nimmt alle Gelöfarten an, wenn fie. nur rund
find. Een rund Jaar: ein völlig abgelaufenes '
or Nabe. Rund uut: ohne Umſchweif: -praecife |
>: dietum. Rund’ fcheten : _ mit demjenigen, |
was mon hat, auskommen. He kan nig rund
ſcheten: er braucht mehr, als er iu: er komm
Pürrel- rund. S. unter- Puxxen io
— — — — 0.0
gungömerfen, , eine Art Baſtion. munitio rotun-
da.
| Runderen, die Kunde geßen ‚ Ew Maches die Wagen
und Voften ae eirceuire et luſtrare vigi-
. lias,
nn \ . Bd tur,
IN
Rüm. 537
Rund- bürkig, Rund- buflig, freimuͤthig, der ſeine
Meinung und ſeines Herzens Bedanfen ohne Zu⸗
ruͤckhaltung heraus ſagt.
Rund -fisk, eine Art getrockneten Dorſches, der im.
becſondern Sinn Stodfifch genennet wird, Er
iſt am Ruͤckgrat nicht aufgeriſſen, wie die uͤbrigen
Gaattungen Stockfiſches: und wird alſo genennet,
weil er in feiner natürlichen Ruͤnde gelaſſen wird⸗
5 Rund- ‚holt, Brennholz von den Aeften der Bäume,
| weiches nicht gefpalten iſt.
Rune, ein Wallach. cantherius, equus ; caftratus.
M 5. Ruyn. Beym Friſch finder man Raun.
Eelt. Rhwnfi. Lat. barb. Runcinus. S. Wahr _
ter unter. Rein, caltratus. Vermuthlich gehͤ |
vet dieß Wort zu dem alten Run, Rune,’ mas
. verborgen iſt. Sprw. Frou Dingfi, frou Ru⸗
me fruͤh Hengſt, fruͤh Wallach.
Runen, wallachen, "einen Hengſt vieſchneen. he
rxuynen. Osnabr. rünfen.
| Runen, raunen, ins Ohr ſagen, beimlich erzaͤhlen. =
| A. S. runian.. Alt Fraͤnck. runen. Isl. runa-.
E. round in tho Ear. H. ruynen, roenen
J Dieß Wort iſt vom celtiſchen und ſeythiſchen
Urſprung, wo Runa, Rune, | nicht nur eine
Heimlichkeit, ſondern auch einen, der um eine
.geheime Sache weiß, bezeichnet. Von welchem
Stammworte Junius Etym. Angl. v. Round,
und Wachter in Rune, weitlaͤuftig handeln.
_Oor-runen, ins Die raunen, ein Obrenbläfer ſeyn.
Henr. von Alckmar Anm. bey dem Rein. de Vos,
PD 123 (Wulffenb, 1711..4): Dat de lo⸗
| we |
.* *
—
38558 Rum.
genaftygen Bedregers vele quedes fomien‘ vorn
fetten, ſo wanner en ih der Deren Howe .
wert ahelövet, unde fe betemen leth in ereme
ſprekende uh greunende: daß die luͤgenbaftigen
Betruͤger viel Boͤſes ausrichten koͤnnen, wenn man
ithnen an den Höfen. der Groſſen glaubet, und ſi e
ungehindert afterreden und verlaͤumden laͤßt.
— Runer, Oor-runer, Obrenblaͤſer. Rein. de Dos,
p. 107. Mo eyn Orrunre, eyn valſch Klafı
fer, mannygem ſchadet in der Heren Hoͤve:
-.
wie ein Ohrenblaͤſer, ein falfcher Angeber, mani
chem an den Höfen der Groſſen ſchadet.
Alrtuken, Alraun, gehöret hieher. S. Wachter,
Runen, 1.) Wagenrunge, an welche die Wagenleiter
bolte, und Steek⸗ klammer. © Friſch unter |
‚RunzS, ein Brobian , ‚en eöfpifcher Menſch. Eis
ſich lehnet. Cod. Arg. Hrügg , ‘oder Hrung
(enn gg wird hier, wie im Griechiſchen yy ode
ng ausgefprochen) ; ein Stab, virgn
2.) ein groſſer eiſerner Nagel, der an dem ſpitzigen
Ende gemeiniglich eingehacket wird. Sonſt Spitz⸗
RMunge.
gentlich nennen wir fo einen Menſchen, der.anf ei⸗
one bäurifche Weife mit den Arm über dem Tiſch
lieget. In dem Grobian, Fol. 217. wird es
5% ..
J J Runcus geſchrieben. Frieſ. ronken, ſich ſtre⸗
den. Es iſt von dem wendiſchen Worte Runca,
ein Arm: nicht von truncus, wie Friſch meint.
In Hamburg iſt Runks auch ein groffer Hund.
rue De ob def d die ee und eigentliche Bedeu⸗
Er ER’)? 5
on I = u —— x ”
u Rus Ron. 39
u. mng ſey, und die oben angefüßete mut eine imeta>
bphoriſche, wie R. will,-ift ein Irrthum.
“ Runkfen, ſich unhöflich ſtrecken und deßnen. R.
Runzunker, ein altes,. garfüges und —— —
Weib. R. Es ift ſchan unser Kunzer.ange.
= führet , und dafelbſt von. dem Holl. ranken, -
ſchnarchen, ‚abgeleitet. Wir fügen hier noch ein
"Maar Ableitungen hinzu, und uͤberlaſſen einem jet
den das Urtheil und die Wahl: . nämlich. vom A.
S. ud’ E; Wrincle, 9. Wrinkel, ‘die Runzel
„oder von oben angeführte tunen, raunen, Heim
| lichfeiten ins Ohr ſagen. Wähler man dies Ießte,,
ſo iſt Runkunkel eine alte Plaudertaſche binier I
dem Spinnrocken. en \
Runs KEN, Af runsken, was ſchautig. geworden iſt,
rein machen. Zieglers Idiot. Ditm.: ‚Sn Brenn
AR es. nicht gebräuchlich. Eau Er
u Burs, Raupe. eruca. Kilian‘, Ruepe, Roope. J
Ruype, |Roepe... Daher vielleicht krupen, Fries
"en, repere. Ene Rupe vam Kinde, nen
net man ein kleines Kind, daß noch nicht gehen
ann, daß noch als ein Warm herum kriecht.
—* wurwſtichig. Es wird vom Obſte, Ruͤ⸗
ben. und Moͤhren gefagt, war: ſte von Würmern
Baur: angefreſſen, und roſtig worden find, Ene rupa⸗
.terige Deren: ein Maͤdchen, deſſen Geſiche von’
. den Blattern verſtellt iſt: - oder überhaupt, ein
2 uͤbel gebildetes Maͤdchen. Einige ſprechen ruug⸗
Paterig: aber unrecht. Paterig kann von paten,
3paͤten, zerquetſchet werden, abflammen:: oder
. rupaterig iſ ſo viel als ruup⸗ awalerig, don wa⸗
EEE 2 nn wi
—
wen.
Pe
J Run Rum “
terig, mäßig; s weili in den cnrnſichigen Zi
ten eine unreine Feuchtigkeit gefunden wird.
Rupen-fchiter, ein Schmetterliug.
"Rurren, enpfen, vellere. €. rifle, rauben, be
rauben. Ge rifler. H. ryfſelen. Mehr andere
verwandte Woͤrter f. in Rapen, raffen, unter |
= Rap: md Roven, rauben.
Rappi berupft. it. verſtobet , lumpig gefehe.
i Hanndv.
Rum, Stoß, Bug, , ‚plöglicher Anfall, Augriff, im-
petus. In, ober mit. enem Rups: sin einem’
2 Bug, bey dem erften Angriff. Dat het he im,
= - Rups dann: er grifl die Sache kaum an, fe
war fie ſchon vertichtet.
Ruvs, eine Weile‘, Zwiſchenzeit. Con ganz Ruus:
eine gute. Weile, lange. : Dat is een aardig
Ruus her: es iſt ſchon eine ziemliche Weile:
vor geraumer Zeit. Ik hebbe'r mannig Rund
aver wenet: ich habe manchmahl daruͤber ges
Meine Davon leitet man füglich ab - \
Ruſt, Ruhe, Raſt. A. S. und €. Reft. Alam:
Reſti. H. Ruſt. Frieſ. Roſt. Wir ſagen auch, I
ei wie die Hochdeutſchen Raſt. Womit überein
* tomme das: Goth. in Cod. Arg. Rafta, miliare,
eine Station auf ber Reife, wo man ausruhet:
Lex. Run. Roſt, menſura viæ, ut miliare,
leuca. Gr. basoun, quies animi, rekaxatio,
or, Schw. Raft,. Ruhe. A. S. Hroſt, €. Rouſt,
5. Roeſt, die Stange; "worauf die Huͤner fißen
22: mb ruhen. He het nig ſo lange Ruſt, as een
wi ‚How: gem: Koorn up nimt: sw kann nicht einen
Bere an Audendlct |
. ur‘ B
Rus 561 _
Angoenblick eubig- ſeyn. He het fine Ruſt nig:
er hat ſeine Ruhe nicht, er kann nicht eubig ſchla⸗
| fn. —
Rauſten, ruhen, raten, ſchlafen. A. S. Gränf, und
Alam. reftan. €, reft. H. ruften. Gr. paswvsuw.
Ruſtet jou wat: ruhet euch aus. Roeften brau⸗
chen die Hollaͤnder von den Huͤnern, ſo auf der
| Stange fißen.
Ruſtig, Gerufüg, ruhig, gerubig. SerufligeNagt: |
geruhige Nacht ! Slaapt Pulli: ſchiafſer tuhis. |
Unruft, Unruhe. |
Unruftig, Ungeruftig, unruhig. Ä
Ruft-kifte, win geoffer Sarg reicher und vornefme
_ Leute, mit einem erhobenen Dede. - Ä Ä
Rus, Rufie, 1.) Geraͤuſch Laͤrm, Getuͤmmel.
A. ©. Hriftlung': €, Ruſtling: Gr. boꝛcog.
A. S. Ræs, impetus: Gloſſ. Lipſ. Rufig, Aru-
fin, curæ. Ik fan de Ruſie nig um de Oren
hebben: ; ich kann das Geraͤuſch und Laͤrmen nicht
vertragen. Hier is al to veel Ruſie: hier iſt
gar zu viel Unruhe oder Getuͤmmel. H. Ruzie.
Beym Friſch Raufch ud. Ru: - u
2) Zanf, Streit, Handgemenge, woben gefchrien .
unnd gelaͤrmet wird. Ruſie mit een ander. fris
‚gen: in Streit gerathen. . Ce hebt Ruſie mit
een ander : fie zanken fich.
-3;) Rufe beißt auch eben daffelbe, was Mummel in.
der. 2ten Bedeutung : die ganze Maffe ohne Uns
terfcheid , die, zuſammen auf. ein mahi verkauft
wird. In der Rufe fopen : den Ruramel kau⸗
ſen: zin Vauſch und Bogen kaufen. Von dem
M n | Getimmmel.
856— Rus |
Getuͤinmel, sen eine Menge Waaren bey dem |:
Verkauf, und bey der Äblieferung, verurſachen.
In dieſem Sinn ſagen wir allzeit Ruſe, niemals
Ruſie.
J Rufebufe, groffe Unordnung ‚ die von einer Menge
Sachen vertitfacht wird. - Idt is in der Rufe
"7 bufe famen : es iſt unter unordentlichen Sachen,
oder in. der Menge, verloren gegangen,
Rufen, in der Maffe, .in Bauſch und Bogen, kaufen
und verkaufen.
| ‚Rufe vracht, heißt die Befrachtung eines Schifs, da |;
‚der Befrachter die Fracht nicht nach Laſten oder
Stuͤcksweiſe bedungen, fondern den ganzen Bo—
den eines Schiffs auf eine gemiffe Fahrt gemietet
. bat, fo daß er einladen darf, fo ‚viel das Schiff
tragen Bann, und allerhand Güter oder Waaren,
welche er will. Und alsdan thut der Schiffer, |
wie es beißt, eine Ruſie⸗faart. |
Rufig Ig, unruhig,/ rauſchend, ſtuͤrmiſch, ungeſtuͤm. Ru⸗
ſig (im Hannoͤv. ruſemuſig) Weder: ungeſtuͤ⸗
mes, ſtuͤrmiſches Wetter. De Lugt ſut ſo ruſig
uut: die Luft drohet Sturm, oder unangeneh⸗
mes Wetter.
Rusk, und Aurusk‘ oder Haurusk,. Binfe, juncns,
feirpus. % ©. Refc, Rife, Aerifc, €. Rufh,
. „ Bull-rufh. Im Hannoͤv. Riſch: daher fcharp
— Rich, Schaftheu. Dim. Rüffchen. Osna⸗
be Ruͤſten. In Cod. Arg. ift Raus, Sdilf,
Moe. Daar waſſet niks, 08 Ruſk un Buff,
iſt die Befchreibung eines ungebaueten Landes, das
netder un Wiefenland u Ader iſt hi Halt
| - aus
"Rus; | 5 | 563
aus in Rufch bat dieſes Wort nicht verſtanden,
und unrecht erklaͤrt. Man kann es am bequem⸗
ſten von Ruſie, Geraͤuſch, und zunaͤchſt vor dem
folgenden ruffen, Geraͤuſch machen, herleiten;
weil es im Waſſer, bey der geringſten Vewegung
der Luft, zittert und rauſchet. Man könnte es
aber auch von rifen, in’ die Höhe fhieflen, und
riſk, aufgerichtet , herſtammen laffen;- weil es
fehnurgerade in die Höhe waͤchſt. Auruff, oder
Haurufk ift vom angefüprten A. ©. Aerife ;;
oder.es kann auch von Au, Waffer, waſſerreiche
Wieſe, oder endlich von Hau, Heu, ſeyn: denn
die Binſen wachſen gern auf niedrigen Wieſen,
und im Waſſer. He bevet, as een Auruſ f:
er zittert am ganzen keibe⸗ wie die Binſen im Wa
fer.
ıusk, Rouſch: crapula. Auch dies More wiſſen
wir nirgend beſſer binzubringen, als zu der Fa⸗
milie von Ruſe, und ruſken, rauſchen; wenn
der Unordnung und Zerrüttung des Kopfs. E.
Raous. Isl. ruffa, trunken werden, ſich voll
faufen : Ruſs, Rutzs, Trunkenbeit. ©, Jumi
ELtym. Angl. v. Rous.
N ken, Ruuf ken, 1.) rauſchen: Äirepere, fride«
‚re.
2.) wild und ungeftim gerum laufen, daß die Als
Der von ber Bewegung flattern. und raufchen. Hier
‚ber. gebdren aus den verwandten Dialeften: A. S.
‚hriftlan, rauſchen: ruxlan, laͤrmen, toben:
rsefan, Anfall, Anlauf. thun. E. ruftle, ran
ſchen: rufh, berrauchen/ ungeſtuͤm ea:
| Rn2 “ rufe,.
’ v4 \
. " . x . . i
Z£ . ö , ö -
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. . . N .. . \ . J
VC
564 u oe Rus. er
“rufe, raife, flößren, aufwecken: roift, unge
ſtuͤm feyn : rouft, fehreien (ſ. Junius unter die
fen Wörtern). Schw. rufa, rauſchen. NH..ruy-
fchen, ruyflen, ruyffelen, Geraͤuſch machen, |
rieſeln. Imgl. die deutſchen bruſen, braufen,
pruſten (nieſen), raſſeln, rieſeln (Fr. ruile-]
| ler) ‚ u. a. m. Gr. paden ſtridorem edere.
Hi mötet fo nig ruuffen , fagt man zu den Kin
dern : ihr muͤſſet nicht fo saufend und wild ben
um laufen. |
> ruuſken, beruuffen, beraufehen: inebriare |
Ruuſ ke 1.) die durchlocherte Scheibe i im Bututſaſ, |
welche bey dem Buttermachen-auf und nieder geſo⸗
gen wird. Weil es: ein Geraͤuſch macher.
2.) ein raufchendes Sräuenzimmer : ein wildes her
‚um laufendes Mädchen. Wo du Ruuffe von
der Deren uut fuft.! ift ein Verweis, den man
einem Mädchen gibt, ‚welches fo fehr herum ge
fprungen und gelaufen ift, daß es fchwißt, oder |
bie Kleidung in Unordnung gebracht hat.
Ruuf ken-plate, x.) eigentlich, eine gefteifte Weiber
ſchuͤrze, welche rauſchet und raſſelt, wenn fie bei
wegt wird. ©. Plate, untee PLarr.. |
2.) daſſelbe, was Ruuſke in der zten Beben, Ri
Du biſt ene regte Ruuf ken⸗plate: du biſt ein] -
unbaͤndiges wildes Mädchen. Eine dergleichenſ
u Mannsperſon nennetman Ruuf kenplaten⸗knecht.
Rufpern, raͤuſpern. —
Ruſſeln, ein kleines Geraͤuſch machen, ein wenig raß
ſeln. it. rauſchen, wie feidene Zeuge, Im Han) \
Bu i on woͤveriſchen
J
⸗ n ir N . \ „.
ln Rus. 865
re noͤveriſchen ſetzt man ein kdavor, feuffeln.. In
Preuſſen ruſcheln: daber verruſcheln, in Uun-
“ordnung bringen, De Muus ruſſelt im Stro: |
die Maus raffelt im Stroß.
_ Unrüfk, unordentlich, verworren duſch einander dies
gend. Unruͤſk Tuͤg: Unruͤfk Good: Geraͤ
the und Sachen die unordentlich durch einander lie
gen, die man wegraͤumen muß: Idt ligt bier
unruͤſk to: alles liegt biet einem unser bie.
Fuͤſſe, und im Wege. |
Rust, Ruhe, Rafı ©. unter Ruvs. | .
Rust, Roft, rubigd, aerugo, ferrugo. A. S. Ruſt
Soo auch im Engl. und Din. Bey den Holläns‘
‚dern Roeſt. Schw. Roſt. Celt. Rhwd und
Rhydni : von rhudd, roth: wie unfer Ruſt
von roß. Gr. Spucsßn. oder Epvacißm:rubigo, .
Ruften , Ruftern, Verruftern , voften, verroften,
vom Roſt angefreſſen werden, oder ſehn. H ro
| ‚fen. Af ruſtern, von Roft abgefreffen werz
- Weg ruftern,. vom Moft verzehret und
dann werden. Oolde Leeste ruftert'nig: f |
Leevte, unter Lrven, lieben. Ä
Ruſterig, roftig, verroſtet. It. alt, verlegen, r mas
0 feinen Glanz verloren hat - » . |
. Rufteviel, ein alter verrofteter Degen, eim altes Schieße
gewehr. Metaph. ein alter abgenuͤtzter Mann.
Inm Rein. de Vos heißt ein Vauen Ruſteviel:
eiwa von ruſten, ruhen: daß es eigentlich be
Beuten ſoll: ein langſamer, ſchlaͤfriger Menſch,
ein traͤger Lmmel.
RUST- WOoRM, ein Vingtichter ſcwarnr Wurm, von
der
. z . 1X x “
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\ \ — N. x
/ 6 —
*8 J
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